Wütender Autle schafft Unruhe auf dem Viehmarkt.
Gestern ereignete sich auf dem Gießener Schlacht- vvehmarkt in der Rinderhalle ein Vorfall, der leicht verhnägnisvolle Folgen nach sich ziehen konnte. Gin Bulle, der sich beim Ausladen als sehr Zahm und gefügig erwies, wurde in die Halle geführt, riß sich aber, nachdem er angekettet war. und gezeichnet werden sollte, plötzlich und anscheinend, beunruhigt durch die vielen Kühe, die sich im gleichen Raum befanden, los und versetzte in der Folge Mensch und Tier, die sich in der Halle befanden, in Unruhe. Der Bulle ging verschiedene Kühe an, wandte sich auch gegen einen anderen Bullen und ließ sich nicht wieder einfangen und an die Kette bringen. Da es wenig ratsam schien, das wütende Tier festnehmen zu wollen, verging geraume Zeit, fo daß >nan schließlich den Gedanken erwog, den' Bullen durch Soldaten, die sich gerade in der Nähe befanden, erschießen zu lassen. Davon wurde aber aus verschiedenen Gründen doch abgesehen. Schließ- lid) kam der junge Metzger Robert Nagel jun. (Frankfurter Straße) in die Halle. Unternahm es — es geschah immerhin unter Lebensgefahr — sich dem Bullen zu nähern und ihn festzunehmen. Er packte das Tier mit raschem Griff in den Nüstern und hielt den Bullen solange fest, bis es gelungen war, ihn zu fesseln und unschädlich zu machen. Glücklicherweise war bei dem Vorfall njemand zu Schaden gekommens Dem jungen Mann wurde für feine mutige Tat Lob und Anerkennung ausge- fprochen.
markten war die Haltung wenig verändert, und nur ganz vereinzelt ergaben sich Abweichungen, die über 0,25 bis 0,50 v. H. hinausgingen. Non Schifffahrtswerten gaben Nordd. Lloyd weiter nach auf 52,75 (53,75) und von Zellstoffwerten verloren Aschaffenburger 1,25 v. H. auf 98,75. Am Elektromarkt waren Gesfürel 0,50 v. H. niedriger mit 131 angeboten, AEG. lagen mit 113,25 (113) mehr als behauptet. Von Bergwerkspapieren kamen zunächst nur Hoesch mit 109 (109,13) und Mannesmann mit 106,25 (unv.), und zwar beide ohne Umsatz zur Notiz. Auch IG.-Farben waren vernachlässigt und vorläufig ohne Kurs, man hörte eine Schätzung von 149,90 (149,75). Im übrigen wurden AG. für Verkehr mit 120 (119), Reichsbank mit unv. 178,50, NDM. mit unv. 171, MAN mit unv. 140,50, Feldmühle mit unv. 108 und Conti Gummi mit unv. 214 notiert.
Auch der R e n t e n m a r k t lag sehr ruhig. Nur in Steuergutscheinen entwickelte sich verhätnismäßig lebhaftes Geschäft. Im Telephonverkehr gingen Serie I mehrfach mit 103,15 (103,20) nach vorbörslich 103,50 um. Serie II schwankten zwischen 98,55 bis' 98,80. Reichsaltbesitzanleihe zogen erneut 0,13 vom Hundert an auf 132,40, ebenso Reichsbahn- VA. auf 122,13. Pfandbriefe lagen still, Liquidationswerte teilweise 0,13 bis 0,25 v. H. höher. Staats- und Stadtanleihen blieben behauptet. Industrie-Obligationen gaben teilweise noch bis 0,50 vom Hundert nach, 5 v. H. Gelsenberg 99,25 (99,75).
Die Abendbörse vom 30. Mai blieb wegen lokalen Feiertags geschlossen.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 31. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 566 Kälber, 31 Schafe, 3923 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Schafe 30 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe mittel.
Ferkelmarkt in Lich.
J Lich, 30. Mai. Der traditionelle Prämi- Ierungs - und Ferbelmarkt am dritten Pfingstfeiertag konnte wegen der immer noch bestehenden Seuchegefahr nur als ^er fei mar ft abgehalten werden. Zum Auftrieb gelangten 162 Ferkel. Die Preise betrugen für Ferkel bis sechs Wochen alt 23 Mark, sechs bis acht Wochen alt 24 bis 28 Mark, acht bis zehn Wochen alt 29 bis 35 Mark. Der Handel war flott, es war bald ausverkauft.
Prämnernngsmarkt in Schotten.
1. Schotten, 30. Mai. Arn heutigen dritten Pfingstfeiertag sand der altbekannte Schotten er Prärniierungs markt statt, der wieder seine bewährte Anziehungskraft ausübte. Es waren 567 Ferkel und Läuferschweine aufgetrieben. Es kosteten sechs bis sieben Wochen alte Ferkel 35 bis 38 Mark, acht bis neun Wochen alte 40 bis 45 Mark, zehn bis zwölf Wochen alte 50 Isis 52 Mark, Läuferschweine 55 bis 60 Mark pro Stück. Der Handel verlief flott, der Markt wurde geräumt. Ferner standen 80 Stück Vogelsberger Rotvieh, 20 Stück Jungvieh, einige Fohlen und etwa 50 Ziegen zur Prämiierung auf dem Markt. Die Prämiierung wurde von Sachverständigen unter Leitung des Tierzuchtamts Gießen vorgenommen. Namhafte Geldpreise hatten die Landesbauernschaft, die Stadt Schotten, das Landratsamt und andere Stellen gestiftet. Die stets günstige Fortentwicklung der schönen Vogelsberger Rotviehzucht konnte man an den prachtvollen Exemplaren der aufgetriebenen Tiere beobachten. Auch die Ziegenzucht hat gute Fortschritte genommen. Diele Marktstände hatten aufgeschlagen. Ein großes Volksfest vereinte mittags und abends alt und jung.
Hunhfunfprogramm
Donnerstag, 1. Juni:
5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug der NSDAP. Gau Ostpreußen. 5.50: Bauer, inert auf! 6: Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das kleine Dresdner Orcijefter. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werf- pause. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Königsberg. 10: Schulfunk. Volksliedsingen, Liederblatt 5. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittags- kdnzert. Es spielt das kleine Rundfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Vom Jpa (ausItalien): Leichtes Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Auf gut Glück! Improvisiertes auf Schallplatten. 14.45: Für unsere Kinder: Wir erzählen euch Märchen aus dem Spessart. 16: Nachmittagsfonzerf. Es spielt das Rundfunkorchester. Einlage 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Aktuelle Nachrichten; 2. Die Krankenversicherung für die Putzfrau; 3. Leistungssteigerung — eine Lebensfrage. 18.30: Abend im Ried. In einem Naturschutzgebiet. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes klingendes Frankfurt (Großes italienisches Konzert). 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Unsere Kolonien: Auslandsstimmen zur deutschen Kolonialforderung. 22.30 bis 21: Volks- und Unterhaltungsmusik.
gjix
Tülai Schmeling in Stuttgart.
Das öffentliche Training beginnt.
Max Schmeling, der Deutsche Meister aller Klassen, traf am Dienstag in Stuttgart ein. Er wurde in einer Sondersitzung der Fellbacher Stadtverordneten willkommen geheißen. Schmeling wird nämlich in dieser kleinen Stadt in der Nähe von Stuttgart für seinen großen Kampf gegen den doppelten Europameister Adolf Heuser am 2. Juli in der Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampfbahn trainieren. Heuser bezieht am Mittwoch sein Trainingsquartier am Weißenhof in Stuttgart. Beide Boxer beginnen am Donnerstag, I.Juni, ihr öffentliches Training.
Europameister Heuser hat schon einige Zeit in der Berliner Boxschule Wieser trainiert. Hier waren der Mittelgewichtler Bruch und der Leichtgewichtler Stegemann seine Partner. Das Hauptaugenmerk richtete Heuser beim Training mit diesen leichten Boxern auf eine Steigerung der Schnelligkeit. In Stuttgart stehen dem Europameister fein Bruder Hans Heuser, ein Leichtgewichtler, der Mittelgewichtler Prodel und der Berliner Schwergewichtler Horst Hinzmann als Sparringspartner zur Verfügung. Gegebenenfalls soll noch der Münchener Haymann herangezogen werden.
Auch Max Schmeling hat schon eine sorgfältig ausgenutzte Vorbereitungszeit hinter sich. Er unterzog sich auf seinem Gut Ponickel in Pommern einem Konditionstraining, so daß er am Donnerstag sofort mit einem scharfen Ringtraining beginnen kann. Er wird dabei in der ersten Zeit mit den beiden Stuttgartern Gurray (Mittelgewicht) und Hölz (Halbschwergewicht sowie dem Frankfurter Schwergewichtler Jost arbeiten. Später soll dann noch der Krefelder Jakob Schönrath hinzukommen.
„Setoo" Wachenbuchen - 1900 1:1.
Das Gastspiel in Wachenbuchen brachte den Blauweißen ein Ergebnis, wie es wohl am wenigsten erwartet wurde. Teilweise ist dies auf eine .entsprechende Mannschaftsleistung zurückzuführen, während man auf der anderen Seite berücksichtigen muß, daß die Vereinigten am Tage zuvor bereits ein Spiel gegen „Germania" Bieber ausgetragen hatten und dadurch vielleicht nicht im Besitz ihrer vollen Kräfte waren. Der Verlauf in der zweiten Hälfte bewies dies ziemlich klar, denn da wickelte sich das Spielgeschehen sozusagen im Zeitlupentempo ab.
Der Beginn brachte eine deutliche Feldüberlegenheit der Blauweißen. Der ungewohnte Platz und die Stabilität der Kewa-Verteidigung ließ jedoch keine Erfolge zu. Allmählich tarnen die Platzbesitzer aber auch zum Zuge und so sah man ein abwechslungsreiches Spiel. Die Hintermannschaft einschließlich der Läuferreihe der Blauweißen wußte jedoch den stürmischen Kewa-Angrisfen genau so entsprechenden Widerstand entgegenzusetzen, wie dies die Platzbesitzer taten. Infolgedessen gab es nur Spiel im Mittelfeld, das Torerfolge nur dem Zufall überließ. Einen solchen gab es in der 35. Minute für Kewa, als eine Flanke von rechts zu dem freistehenden Linksaußen kam, der ungehindert einfchießen konnte. Im Gegenangriff glückte den Blauweißen dasselbe. Schellhaas brachte eine freie Flanke zustande. Von den zu gleicher Zeit zuschlagenden Kewa-Verteidiger Puth und Rensing prallte der Ball Kraft vor die Füße, der placiert einschoß. So blieb es bis zur Pause!
Nach dem Wechsel ließ das Spieltempo stark nach. Die große Wärme und das fast kniehohe Gras hatte beiden Mannschaften vor der Pause stark zugesetzt und so ließ man denn eine gemütlichere Gangart Platz greifen. Und da das Spiel schon vorher im Zeichen der Verteidigungen gestanden hatte, war es weiter kein Wunder, daß Torerfolge nicht mehr mehr zustande kamen und das Halbzeitergebnis zum Endresultat wurde.
Bei Kewa war die Hintermannschaft der beste Mannschaftsteil. Die Läuferreihe hatte wenig Zeit zum Aufbau, da sie meistens mit der Abwehr beschäftigt war. Der Sturm konnte sich nicht entfalten, da F. Schultheiß von Lippert stark bewacht wurde und so seine Mitspieler nicht zum Einsatz bringen konnte.
1 9 0 0 in der Aufstellung: Fischer, Pankok, Lippert, Krämer, Quick, Günther, Schellhaas, Rensing, Kraft, Pechauschek, Hormel konnte nur in den hinteren Reihen befriedigen. Pankok, Lippert und der wieder nach Aschaffenburg zurückkehrende Krämer stachen besonders hervor. Der Sturm konnte bei der zuverlässigen Kewa-Verteidigung nicht richtig zur Entfaltung kommen.
Schwarze Tage
für 19000 Zugendmannschasten.
Bannmeister Hanau Langendiebach — 1900 1. Jugend 2:0.
Vier Spiele gingen während der Feiertage für die Blau-Weißen verloren. Alle Gegner waren ihnen körperlich stark überlegen* Insbesondere im Spiel um die Gebietsmeisterschaft.
Bei dem ersten Spiel muß berücksichtigt werden, daß die Mannschaft der Blau-Weißen bis zum Austragungsort 5 Kilometer marschieren und gleich zum Spiel antreten mußte. Das Spiel stand in den ersten zehn Minuten im Zeichen der Langendiebacher, die Angriff auf Angriff vortrugen, jedoch an der Hintermannschaft der Blau-Weißen scheiterten, in der Mittelläufer Kraft während des ganzen Spieles als dritter Verteidiger mitwirken mußte. Gegen Mitte der ersten Halbzeit kamen die Blau-Weißen auf. Als Langendiebach den Führungstreffer schoß, waren die Blau-Weißen sehr deprimiert.
Auch die zweite Halbzeit begann mit der Ueber- legenheit von Langendiebach, und die Blau-Weißen hatten Arbeit, um Torerfolge der Platzbesitzer zu verhindern. Als in der zweiten Halbzeit Kraft I. verletzt das Spielfeld verlassen mußte, war der Sieg dem Platzbesitzer sicher. Das zweite Tor fiel durch Kopfball. Langendiebach war die körperlich überlegene, sowie die Mannschaft mit dem stärkeren Sturm. Die Blau-Weißen hatten einen schwarzen Tag. Beide Mannschaften lieferten sich einen anständigen Kampf.
Ober-Widdersheim I. — 1900 II. 5:3 (1:2).
Die zweite Elf trug ein Freundschaftsspiel in Ober-Widdersheim aus. Die erste Halbzeit stand im Zeichen der Blau-Weißen und endete mit 2:1 für 1900. Mit Beginn der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber die drängende Mannschaft. Der Erfolg: vier Tore!
Großen-Buseck I. — 1900 III. 4:0.
Der Platz in Großen-Buseck war in schlechter Verfassung. Trotzdem beschlossen beide Mannschaften die Austragung des Spieles. Die erste Halbzeit ver
lies torlos. In der zweiten Halbzeit spielte Großen- Buseck reichlich hart, so daß der Torwart der Blau- Weißen verletzt das Spielfeld verlassen mußte^ Die Blau-Weißen zogen es wenig später vor, das Spielfeld zu verlassen.
Lollar I. — 1900 III. 2:0.
Am zweiten Feiertag fuhren die Jüngsten der Blau-Weißen nach Lollar. Die Mannschaft war vom Vortage her noch ermüdet. Auch das Fehlen des verletzten Torwartes machte sich bemerkbar. Nach einem ritterlich durchgeführten Kampf konnte Lollar den Sieg erringen.
Spielvereinigung 1926 Leihgestern.
Die Spielvereinigung kann mit den an den Pfingstseiertagen errungenen Resultaten mehr als zufrieden fein.
Tv. Großen-Linden I — Leihgestern I 1:5 (1:2).
Die 1. Mannschaft gastierte beim Lokalrivalen Großen-Linden und konnte einen sicheren Sieg mit nach Hause nehmen. Die Spielvereinigung trat mit Krick; Brückel, Velten I.; Faber, Brunotte, Velten II.; Martini, Arnold, Häuser, Funk und Laux an. In der ersten Halbzeit sah man verteiltes Feldspiel. In der 15. Minute schoß Arnold, nachdem er zwei Gegner umgangen hatte, aus dem Hinterhalt flach und placiert zum 1. Tor ein. Wenig später glich der Halbrechte der Großen- Lindener aus. Aber noch vor der Pause verwandelte Häuser eine Flanke von Martini. Nach der Pause wurden die Leihgesterner mehr und mehr überlegen. Arnold erhöhte mit einem Bombenschuß auf 3:1 und Häuser konnte noch im Fallen den 4. Treffer anbringen. Wenig später stellte Arnold durch ein 5. Tor, nachdem er die gesamte Hintermannschaft einschließlich Torwart umspielt hatte, das Endergebnis her. Die Leihgesterner boten eine ausgezeichnete Leistung. Jeder gab fein Bestes, um einen sicheren Sieg zu erringen.
To. Großen-Linden II — Leihgestern II 4:2 (4:0).
Vorher verlor die 2. Mannschaft gegen die gleiche Großen-Lindens mit 4:2.
Leihgestern I — Oberursel Liga 2:0 (0:0).
Am 2. Feiertag herrschte auf dem Sportplatz an der Rindsmühle Hochbetrieb.
Die Ligaelf des FC. 04 Oberursel stellte sich der 1. Elf der Spielvereinigung. Die Blau-Weißen hatten für Öen . am Vortage verletzten Funk Schä- er eingesetzt, der für den nötigen Druck sorgte. Die Gäste kamen mit ihrer derzeit stärksten Elf.
Die erste Halbzeit endete torlos. Man sah ein Spiel der starken Hintermannschaften.
Nach der Pause sah man ebenfalls ein schnelles Spiel und sobald eine Mannschaft vor de«; Gegners Tor kam, waren jeweils kritische Augenblicke. Doch dauerte' es bis zur Mitte der zweiten Halbzeit, als Schäfer einen Ball erhielt und aus 30 Meter Entfernung unhaltbar verwandelte. Zehn Minuten vor Schluß stellte dann Schäfer das Endergebnis her. Die Gäste, die einen schönen Fußball spielten, hatten Pech mit ihren Schüssen. Zweimal wurde die Latte getroffen. Die Einheimischen kämpften wieder mit letztem Einsatz. Gut war die gesamte Hintermannschaft einschließlich der Läuferreihe. Mit der Mannschaftsleistung konnte man sehr zufrieden sein. Schiedsrichter war Gerhard (Annerod).
Vorher zeigten sich die Reserven; die 2. Mannschaft enttäuschte nach der angenehmen Seite und siegte wider Erwarten mit 4:1 Toren.
Großen-Linden Jgd. — Leihgestern Jgd. 6:0.
Die Jugendmannschaft, die Velten und Häuser, die in der 1. Mannschaft mitwirkten, ersetzen mußten, verloren in Großen-Linden mit 6:0.
Lich I — Burgsolms I 4:2.
Was man im Lager der Rasenspieler kaum erwartete, traf ein. Den Grünweißen gelang es, ihre beiden für die Feiertage verpflichteten spielstarken Gegner in zwei spannenden und schönen Spielen zu schlagen. Die Burgsolmser stellten eine kampferprobte Elf ins Feld, die aber teilweise nicht mit dem nötigen Ernst spielte. Die Hiesigen dagegen waren ganz bei der Sache und verstanden es vortrefflich, jede bei dem Gegner auf tretende Schwäche geschickt auszunutzen. Schon bis zur Pause legten die Platzbesitzer durch Beier und Fey zwei Tore vor, denen die Gäste nur eins entgegenstellen konnten. In der zweiten Hälfte erhöhten die Platzbesitzer durch Tore von Kaiser und Merle das Ergebnis auf 4:1. Durch ein Tor der Gäste stellten diese kurz vor Schluß das Endergebnis her.
Im Jahre 1937 wurde aus Anlaß des 100. Todestages von Dr. Fr. L. Weidig, des hessischen Turnvaters, vom NSRL.-Kreis Friedberg das W e i d i g - B e r g f e st begründet, das als gau- offene Veranstaltung des Hessengaues alljährlich auf der geschichtlichen Hohe des Schrenzers bei Butzbach durchgeführt wird. Mit dem 3. Weidig- Bergfest, das — wie wir schon mitteilten — am 17. und 18. Juni stattfindet, ist im Rahmen der Festgestaltung das Gedenken an ein bedeutsames Ereignis in der Geschichte der hessischen Leibesübung verbunden.-Im Jahre 1814 — also vor 125 Jahren — schuf Fr. L. Weidig die „ H e s s i s ch e Hasen- Heide" auf dem Schrenzer als ersten hessischen und einen der ersten deutschen Turnplätze. So ist der Schrenzer historischer „Tumboden des Volkes" im Sinne Konrad Henleins.
Durch das Gaufachamt Leichtathletik ist nun die Ausschreibung der Wettkämpfe für das Dritte Weidig-Bergfest erfolgt. Die volkstümlichen
Mehrkämpfe
finden in folgenden Klassen statt:
M ä n n e r :
Vicrkampf — Oberstufe : 100 - m - Laus, Kugelstoßen, Weitsprung, Hochsprung.
D r e i k a m p f — Unterstufe : 100-m-Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung.
Vierkampf—Jugend-Ober st use (Jahrgang 1921/22): 100 - m - Laus, Kugelstoßen, Weitsprung, Hochsprung.
Dreikamps — Jugend - llntcrftufc (Jahrgang 1923 und jünger): 100-m-Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung.
D r e i t a m p f — Altersklasse I (30 bis 40 Jahre): 100-m-Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung.
D r e i k a m p s — Altersklasse II (40 bis 50 Jahre): 75 - m - Lauf, Weitsprung, Steinstoßen (Naturstein).
Dsi e i f a m p f — Altersklasse III (50 Jahre und älter): 75-m-Lauf, Steinstoßen, Weitsprung.
Lich I — kleiN'Linden I 3:1.
Am 2. Feiertag gastierte dann Klein-Lindens, Erste in Lich. Es mar ein Spiel zweier verschiedener Spielhälften. Während die Rasenspieler in der ersten Hälfte den Ton angaben und durch Tore von Kaiser und Weißensec eine 2:0-Führung heraus- holten, nahmen die Gäste nach der Pause das Heft jn die Hand. Das Spiel am Vortage machte sich nun bei den Platzbesitzern bemerkbar und sie hatten alle Mühe, bas Ergebnis zu halten. Pech hatten die Gäste, daß ihnen während dieser Drangperiode auch noch ein Selbsttor unterlief. Die Rasenspieler aber hatten Glück, denn es gelang den Gästen, nur ein Tor bis zum Schlußpfiff aufzuholen.
Die Jugend dagegen war nicht erfolgreich, denn in beiden Spielen mußte sie Niederlagen hinnehmen.
Großen-Buseck — Gundersheim 4:0.
Zu einem fälligen Rückspiel weilte der Sportverein Gundersheim (bei Worms) am ersten Feiertag in Großen-Buseck. Das Vorspiel an Ostern konnten die Gundersheimer für sich entscheiden, doch drehten diesmal die Gastgeber den Spieß um und siegten mit 4:0. Großen-Buseck, das fast die ganze erste Halbzeit mit nur 10 Mann spielen mußte — der Halbrechte Neeb fiel wegen Verletzung aus — führte bis zum Wechsel 1:0 und erhöhte bis zum Schluß auf 4:0. Die Torschützen waren diesmal die Außenstürmer Eisenacher (1) und Melior (3). Zu einigen frohen geselligen Stunden fanden sich die befreundeten Sportler im Vereinslokal ein.
Heuchelheim I — Rodheim I 5:3 (2:2).
Die Blauen, die diesmal in stärkster Aufstellung antraten, konnten die Gäste in überzeugender Weise abfertigen. In der ersten Spielhälfte kämpften die Einheimischen gegen Wind und Sonne. Durch den Mittelstürmer ging Heuchelheim zweimal in Fiih- rung. Jedesmal konnte Rodheim innerhalb weniger Minuten ausgleichen. Nach der Pause gelang es deck Gästen sogar, durch einen groben Schnitzer des Heuchelheimer Torhüters den Heuchelheimern die Führung abzunehmen. Die Plotzbesitzer beherrschten jedoch in der Folge das Spielgeschehen: In regelmäßigen Abständen stellten sie das Schlußergebnis her.
Handball der Sp.-Vg. 1900.
Die 1900er-Jugend, die erst am Vorsonntag durch einen 17:8 = Sieg gegen den Tv. Launsbach ihr Können unter Beweis gestellt hatte, war auch am 2. Pfingstfeiertag erfolgreich. In einem flotten Spiel wurde die Jugendmannschaft des Tv. Beuern auf eigenem Platz 11:7 geschlagen. Die Beuerner Jungen zeigten 40 Minuten lang eine erstaunlich gute Leistung und hielten den Kampf vollständig offen. Als dann "aber bas Zusammenspiel der Gießener immer besser klappte, kamen die Gastgeber um eine Niederlage nicht herum.
9. HZ.-Reichsjugendireffen' in Pforzheim.
Zum neunten Male versammelten sich an den Pfingstseiertagen von Samstag bis Montag ip der Goldstadt Pforzheim die besten Jugendmannschaften aus dem Reich zum Jugendfußballturnier. Als Sieger ging aus diesem spannenden Wettstreit die Elf des Deutschen Jugendfußballmeisterns S V. Hamborn 07 hervor, die in der Vorschlußrunde den Vorjahressieger und die technisch weitaus beste Elf des Turniers, SV. Waldhof, knapp mit 2:1 besiegen konnte. Im Endspiel hatten die Niederrheinischen in der Jugend des Veranstalters VfR. Pforzheim keinen allzu schweren Gegner mehr und siegten verdient mit 4:1.
Kurze Sportnotizen.
Hornberger und Borchmeye-r, die beiden für Eintracht Frankfurt startenden Sprinter, erzielten beim Sportfest in Neustadt a. d. W. über 100 Meter mit je 10,5 Sekunden Iahresbeslleistung.
Bei den Mannheimer Radrennen am Pfingstmontag gab cs vor 2000 Zuschauern ein Länder-Omnium, das die Deutschen Postler-Krimme mit 22 Punkten vor den Holländern v. d. Baan- Menje (10) gewannen.
Der Fußball Länderkampf in Lodz zwischen Polen und Belgien endete mit einem 3:3- Unentschieden, nachdem die Polen bei der Pause noch mit 2:1 geführt hatten.
Die Südwe st mei st erschaffen im Gemischten Zwölfkampf für Männer und im Gemischten Zehnkampf der Frauen wurden am Sonntag in. Oppau entschieden. Bei den Männern siegte der Oppauer Turner Reuther, während Frl. Bertram (Tv. 46 Saarbrücken) bei den Frauen gewann.
Frauen:
Vierkampf — Frauen, (über 18 Jahre): 100-m-Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung, Hochsprung.
Dreikampf —Jugend-Oberstufe (Jahrgang 1921/22): 100 - m - Lauf, Kugelstoßen, Hochsprung.
Dreikampf — Jugend - Unter st ufe (Jahrgang 1923 und jünger): 75-m-Lauf,Hochsprung, Vollballwurf.
Sonbcttämpfc:
Weidig-Wanderpreis: 4X100-m-Pendel- staftel für Männer (Verteidiger Jahngemeinde Oberursel).
Albert-Wamser - Wanderpreis: 4X100 - m - Pendelstaffel für Frauen (Verteidiger 9)11 d. Gießen).
Moritz-Kuhl-Wanderpreis: 10X100-M- Pendelstaffel für die männliche Jugend (Verteidiger Tuspo. Butzbach).
Die Wettkämpfe sind gauoffen für alle NSRL- Vereine sowie dem NSRL. angeschloffene Wett- kampfgemeinschaften und Militärsportvereine. Die Jugendkämpfe finden mit Genehmigung der HI. statt.
Gesteigerter pfingstfernverkehr int Reichsbahndirektionsbezirk Mainz.
LPD. Mainz, 30. Mai. Der Fernreiseverkehr setzte schon am Donnerstag ein, und zwar 20 v. H. stärker als im Vorjahr. Der Ausflugsverkehr litt unter der kalten Witterung vor den Feiertagen. An den beiden Festtagen war der Verkehr sehr stark. Im ganzen wurden für den Reiseverkehr 325 und für den Expreßgutverkehr 49 Sonderzüge aus bzw. durch den Reichsbahndirektionsbezirk Mainz gefahren. Der außerordentlich starke Verkehr wurde glatt und ohne Unfall durchgcführt.


