unwirksamer Reklame, sei es durch wechselseitige 'Abstimmung der Farbtönung der Häuser. Die zweite Abteilung macht deutlich, wie diese allgemein gültigen Grundsätze inzwischen bereits in Städten des Rhein-Main-Gebiets Anwendung gefunden haben. Mit großen Bildern und Modellen zeigt Frankfurt seine richtungweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Altstadtsanierung nach dem Grundsatz, daß die Altstadt nicht nur malerisch schön, sondern zugleich auch gesundes Wohngebiet deutscher Volksgenossen sein soll. Bilder von neuen Wohnbauten und Geschäftshäusern, ergänzen das Gesamtbild. Die Stadt Mainz veranschaulicht ihre besonderen Maßnahmen am Hauptstraßenzug der inneren Stadt, für den durch eine besondere Ortssatzung auf Grund von genauen Plänen die bauliche Umgestaltung bis ins einzelne, bis zum Farbanstrich vorgeschr'ieben ist. Bis 1941 hofft man mit diesen Arbeiten fertig zu sein. Schon jetzt sind 850 Häuser neu instandgesetzt
worden. Auch die Städte Darmstadt, Wiesbaden, Limburg und Hanau, ebenso Worms, sind mit kleineren Ausstellungen vertreten. Es wird gezeigt, was zur Wiederherstellung des alten, schönen Städtebildes bereits geschehen ist und wie sich neue Bauten in das Gesamtbild der Stadt einfügen.
pfingstverkehr auf der Reichsautobahn
LPD. Frankfurt a. M., 30.Mai. Während der Pfingstfeiertagen erfolgte auf den Reichs- autobahnen eine Verkehrszählung, die sich auf die Zeit von Freitag 12 Uhr mittags bis Dienstag 12 Uhr mittags erstreckte. Die Zählung hatte für unseren Bezirk folgendes Ergebnis: Sttecke Mannheim — Heidelberg 52 069 Kraftfahrzeuge, Sttecke Darmstadt — Lorsch 28 078, Sttecke Bad-Rau- heim — Bad Homburg 16 774 und Strecke Kaiserslautern-Ost—Enkenbach 6387 Kraftfahrzeuge.
Cacilia" lidj aus Sängecsahrt nach Westfalen.
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I Lich, 31. Mai. Anläßlich der 90-Jahrseier, sowie der 100-Jahrfeier der SD. „Ccieilia" weilten die Gesangvereine „Frohsinn" Nachrodt-Obstfeld und .Liedertafel" Altena in Lich und knüpften so mit Lich enge Sängerfreundschaftsbande. Für Pfingsten hatten nun die Licher Sänger Einladung nach Westfalen erhalten, der sie auch gerne Folge leisteten.
Mit einem Großomnibus der Deutschen Reichspost wurde am 1. Pfingstfeiertag früh mit etwa 55 Sängern die Reise angetreten. Keineswegs freundlich sah der Himmel aus, als man Lich verließ, lieber Gießen und Wetzlar durch den WesterwaÜ» ging es nach Siegen, wo eine kurze Rastpause eingelegt wurde. Während der Fahrt im Sauerland änderte auch der Himmel sein Gesicht, und hei strahlendem Sonnenschein führte die Fahrt durch das romantische Lenne-Tal über Altena zu dem einige Kilometer entfernten Nachrodt-Obstfeld, das gegen 12 Uhr erreicht wurde. Diele Kilometer ziehen sich in diesem an das untere Lahntal erinnernde Lennet al die Ortschaften und Städte hin, da das enge Tal nur eine Ansiedlung auf dem schmalen Talgrund zwischen dem Fluß und den stell auf= ragenden, bewaldeten Höhen gestattete.
Mit Musik, von einer SA.-Kapelle ausgeführt, wurden die Licher Sänger am Dereinslokal empfangen. Nach einem Begrüßungschor des gastgebenden Vereins „Frohsinn" Nachrodt-Obstfeld und einer kurzen Begrüßungsansprache des Dereins- führers von Nachrodt-Obstfeld wurden die Quartierkarten verteilt. Sangesbruder Otto Zimmer dankte für den freundlichen Empfang. Nachmittags wurde mit den Nachrodter Sängern die weit über Westfalen hinaus bekannte Dechenhöhle, eine Tropfsteinhöhle an der Bahnstrecke Letmathe—Iserlohn besichtigt. Unvergeßlich werden die reichen Eindrücke dieses unterirdischen Zauberreiches für alle Sänger bleiben.
Abends fand ein großer Kameradschaftsabend statt, der im Zeichen des deutschen Liedes stand. Bei den Ansprachen der beiden Vereinsführer wurde vor allem aus die nun über elf Jahre bestehenden
engen Freundschaftsbande zwischen Nachrodt-Obstfeld und Lich hingewiesen. Durch Sanaesbruder Zimmer wurde dem Gastverein ein Bild von Lich, sowie Chormeister Jmhos die Urkunde als Ehrenmitglied der SV. „Cäcilia" überreicht. Vorsitzender und Chormeister dankten für die völlig unerwartete Ehrung. Der stellvertretende Ortsgruppenleiter überbrachte die Grüße der Ortsgruppe und sprach von der Verbundenheit zwischen Sängern und politischer Führung. Chorleiter I l g e widmete der großen Bedeutung des Liedes im kulturellen Leben des deutschen Volkes kurze Worte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das deutsche Lied, das aus der Geschichte unseres Volkes nicht wegzudenken ist, einer neuen Blüte entgegen geh en möge. Vereinsführer L a d w e i n überreichte schließlich den Licher Sängern ein Bild von Nachrvdt-Obstfeld. Gesang und Unterhaltung hielt die Sänger noch recht lange beisammen.
Bei prachttollstem Sommerwetter wurde am zweiten Feiertag ein Ausflug nach dem etwa 5 Kilometer entfernten Altena unternommen, um mit den Sängern der dortigen „Liedertafel" noch einige frohe Stunden zu verleben. Nach der Besichtigung der sich hoch über der Stadt erhebenden im Jahre 1200 erbauten Burg, von der man einen wunderbaren Blick über die Stadt und das Tal genoß, trafen sich die Sänger im Vereinslokal der „Liedertafel". Gesangsvorträge, Ansprachen usw. ließen auch hier die Stunden allzu schnell vergehen. Auch den Al- tenaer Sängern wurde ein Bild der Stadt Lich überreicht, während die „Liedertafel" ein Bild, die Burg darstellend, überreichen ließ. Gegen 15.30 Uhr hieß es dann wieder Abschied nehmen. Ebenso herzlich wie der Empfang in Nachrodt war der Abschied in Altena. Allgemein wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es den westfälischen Sängern recht bald wieder vergönnt sein möge, unsere oberhessische Heimat zu besuchen. Gegen 23 Uhr kam man wieder wohlbehalten in Lich an. Es war eine Pfingstfahrt, die allen Sängern in steter und freudiger Erinnerung bleiben wird.
Wirtschaft.
Strukturwandel der Bankbilanzen.
Die Zeitschrift „Bank-Archiv" veröffentlichte eine bemerkenswerte Untersuchung über den Strukturwandel der Bankbilanzen, der insbesondere die Einwirkung unserer seit 1933 betriebenen Wirtschaftsaufbaupolitik auf die Bilanzen der privaten Dank- instittte zeigt. Die gesamte Bilanzsumme der Groß- und Regionalbanken hat sich von Ende 1932 auf Ende 1938 um etwa 10 v. H„ d. h. von 10,6 auf 11,6 Milliarden RM. vermehrt. Das ist, gemessen am Wachstum der Industrieproduktion, auf den ersten Blick keine allzu stattliche Vermehrung. Aber die Ziffer wird nur unter Berücksichtigung von zwei Begleitumständen verständlich: einmal hat die Wiederbelebung der Produktion eine Verminderung der Bankschulden aus alter Zeit möglich gemacht, die zu einer Verkleinerung Oer Bankbilanzen führen
mußte. Zum anderen wurde im Zeittaum seit 1932 der Abbau der Auslandskredite zu Ende geführt, was buchmäßig ebenfalls eine Bllanzschmälerung darstellt. Wenn trotzdem die absolute Ziffer der Bankbilanzen noch gewachsen ist. so muß das als ein besonderes Zeichen der Belebung gewertet werden.
Seit Ende 1932 ist der Anteil der individuell gewährten Bankkredite an den Gesamtaktiven von 57 auf 38 v. H. zurückgegangen, Dagegen ist der Anteil der Wechsel von 18,5 auf 36 v. H. gestiegen. Der Anteil der Wertpapiere ist von 9 auf 14,5 v. H. gestiegen, die Börsenkredite, Die 1932 noch 3,9 v. H. ausmachten, sind verschwunden.
Diese Entwicklung muß im Zusammenhang mit der Umschichtung des Auftragsbestandes von Jn- Duftrie und Handwerk gesehen werden, an dem heute die öffentlichen Aufträge einen ganz anderen
tin niann wie taufenö anöere
Roman von Konraö Trani
Copyright by Carl Ouncker Verlag, ScrHn W35
3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Wir haben vermullich beide das gleiche gelernt, Der Schlosser Herzog unD ich", sagte Peter achsel- zuckenD. „Ich vielleicht ein bißchen mehr, weil ich Das Technikum besuchte. — Wie kommt es, Daß ein Arzt besser ist als Der anDere? BeiDe haben Dieselbe VorbilDung, sie arbeiten mit praktisch Den gleichen Methoden und Medikamenten... Der eine ist eben Der bessere Arzt! Es ist eine Spezialbegabung... Das gewisse Fingerspitzengefühl ... Ich weiß es nicht."
„Haben Sie in unserer Stabt einen passenden Betrieb gefunden?" fragte ein Reporter.
„Ich bin doch erst gestern abend angekommen", lachte Peter. „UnD Der heutige Vormittag war reichlich besetzt. Und eigentlich wollte ich mir nur Den Dom und die Altstadt ansehen. Ich beabsichttge, mit Dem AbenDzug abzureisen."
„Was halten Sie von Dem MorDanschlag?"
„War es wirklich einer? Es gibt Die fonDerbarften Zufälle", meinte Peter Jlke. „Ich habe bis heute um halb elf nicht einmal gewußt, daß es ein Bankhaus Josef Voigt & Sohn gibt. Wie könnte ich unter diesen Umständen irgendeine Vermutung aussprechen?"
Er gab ja recht bereitwillig Auskunft, der nette junge Herr, fanden die Journalisten, — aber sie würden sich sehr anstrengen müssen, um einen Artikel zurechtzuschustern. Er war sogar keine an* regende Hilfe.
Die Reporter bohrten weiter. Frau? Ja. Kinder? Nein.
Der Portier unterbrach das Verhör. Frau Voigt lasse Herrn Jlke zum Telephon bitten.
„Ich werde meine Abreise bis morgen verschieben müssen", sagte Peter Jlke, als er wieder austauchte. Er unterdrückte einen Seufzer. „Frau Voigt hat mich so sehr gebeten, heute abend zu ihnen zu kommen."
„Recht verständlich", meinte einer, „schließlich wird Herr Voigt sich doch bei Ihnen bedanken wollen."
„Ja, leider", stöhnte Peter, Der jetzt schon rot wurde, wenn er daran Dachte.
Es kam, wie so ast. Der Abend, vor Dem Peter Jlke sich rechtschaffen gefürchtet hatte, verlief sehr
gemütlich unD angenehm. Als das Ehepaar Voigt merkte, daß Der Retter und Gast gar nicht erfreut war, wenn man ihn Mit lauten und gerührten Worten pries, sprachen sie von anderen Dingen. Don seinen Plänen und Lebensumständen zum Beispiel, über die Peter getreulich Auskunst gab. Außerdem bekam er ein wunderbares Essen und den besten Wein, den er seit Jahren getrunken hatte.
Erst als Peter sich verabschiedete, sagte Voigt: „Lieber Herr Jlke, wenn ich Ihnen in irgendeiner Hinsicht behilflich sein kann, falls Sie sich tatsächlich hierzulande niederlassen wollen, so verfügen Sie über mich. Ich habe Beziehungen — und Geldgeben gehört zu meinem Beruf..." Der Bankier wurde sehr verlegen. „Ein Kredit etwa — unverzinslich... Schließlich haben Sie mir das Leben gerettet."
,Lch wrede gegebenen Falles auf ihr freundliches Angebot zurückkommen", lachte Peter Jlke. „Sagt man nicht so in Geschäftsbriefen?"
Und weil Herr und Frau Voigt ihn sehr baten, versprach er, noch einen Tag in der Stadt zu bleiben und ihr Gast zu sein.
Daher erfuhr Peter Jlke noch aus erster Hand, daß sich auf die polizeiliche Aufforderung hin Drei Herren und die rundliche Dame meldeten. Die an Dem kritischen Vormittag Das Bankhaus Voigt besucht hatten. Der Bankier erklärte mit aller Bestimmtheit, Daß keiner Der Drei Herren jener sei, der hinter ihm Die Tür zugeschlagen hoben mußte.
Einer fehlte. Zumindestens einer, sagte Die Kriminalpolizei. Es war jener Herr, von Dem nur sest- zustehen schien. Daß er in jeDer Beziehung unauffällig war.
„Ein Mann wie tausend andere", erklärten hilflos die Angestellten und der Chef des Bankhauses Josef Voigt & Sohn.
Peter Jlke wurde vom Ehepaar Voigt zur Bahn gebracht. Eine Kiste des Moselweins, der chm geschmeckt hatte, war bereits an feine Adresse auf- gegeben worden. Sie verabschiedeten sich mit viel Herzlichkeit, und Peter hatte heilig versprechen müssen, im Frühjahr mit seiner Frau lange ihr Gast zu sein.
Sie winkten mit Tüchern, bis der Zug nur mehr ein einziges Pünktchen war.
„Ein reizender Mensch, Dein Retter", sagte Frau Voigt, als sie ins Auto fliegen, um heimzufahren.
Der reizende Mensch hatte es sich im Abteil bequem gemacht. Er zündete sich eine feine Zigarre an und blies nachdenklich graue Rauchwolken vor sich hin. Eine sonderbare Sache! Die Panzertür Der Stahlkammer fiel sicher nicht von allein ins Schloß. Peter war bereit. Darauf Gift zu nehmen. UnD.
Der Anschluß an die „Kühlkette".
pflicht und Segen der privaten Vorratshaltung.
Man kann es als eine Entdeckung des National- sozialismus bezeichnen, daß Die nationale Selbstbehauptung des deutschen Volkes zu einem nicht geringen Teil von einer weitgehenden Nahrungsfreiheit abhängig ist. Daher gehen alle Bemühungen in der Ernährungswirtschaft Des Staates, aber auch Der Einzelhaushulttngen Dahin, Durch eine möglichst vorsorgliche unD zweckmäßige Vorrats Hai tun g die uns verfügbaren Nahrungsmittel so lange frisch und genuß fähig zu erhalten, Daß eine gleichmäßige Verteilung an die Verbraucher über eine (Spanne von Monat en gesichert ist.
An einem praktischen unD allgemein bekannten Beispiel erläutert, sieht das so aus: Das Angebot von Eiern schwankt bekanntlich mit ihrer Erzeugung. Um in Zeiten geringerer Erzeugung den Marktanfall mit solchen Des Ueberflusses auszugleichen, rft es notwendig, diesen Ueberfluß so zu bergen und zu erhalten, daß er noch Monate nachher verbraucht werden kann, „als ob er noch frisch wäre", man kühlt die Eier also ein.
Die Hausfrau steht mit dem Sommerbeginn wieder vor der sehr wichtigen Aufgabe, sich an Der Vorratshaltung Der Nation zu beteiligen, indem sie Ernährungsgüter, Die währenD ihrer Erntezeit im Ueberfluß vorhanden sind, „konserviert". Sie bedient sich Dazu nach eigenem Ermessen jeweils geeigneter Verfahren, inDem sie einkocht, trocknet, einstampft, einsäuert, einsalzt oder einlegt. Auf Diese Weise erhält sie Obst, Gemüse, Fleisch, Fett, Eier unD Fische für eine bestimmte Zeit gebrauchsfähig. Sie muß sich allerdings Damit ab find en, daß diese Lebensmittel im Augenblick des Verbrauchs zwar schmackhaft und einwandfrei, aber doch in ihrer ursprünglichen Form verändert, d. h. nicht mehr Frischware sind.
Das bedeutet nun nicht. Daß man sich ein für alle Mal damit ab find en müßte, zu bestimmten Zeiten beispielsweise kein frisches Obst oder ©emüfe erhalten zu können. Nicht ohsie Absicht hat Reichsminister D a r r 6 bei Eröffnung Der 3. Reichsgartenschau Darauf hingewiesen, daß neben Der Lagerung von frischem Obst und seiner Verarbeitung und Bearbeittng zu Konserven auch Der Einküh -- l u n g.von Obst unD Gemüse größte Aufmerksamkeit zugewenDet werden müßte. Die wissenschaftlichen Vorarbeiten, Die im Auftrage des Ernährungsministers vom ReichÄnstitut für Lebensmittelfrisch- halttng unter Leitung von Professor Plank in Karlsruhe durchgeführt wurden, sind gerade auf dem Gebiet Der Obst- und Gemüseeinkühlung jetzt zu einem gewissen Abschluß gelangt, so daß an die Uebertragung in Die Praxis in größerem Ausmaß gedacht werden kann.
„Eine der fundamentalen Aufgaben Der Kühl- halttng", so versicherte uns ein Fachmann aus diesem hochinteressanten Wirtschaftegebiet, „besteht darin, das Kühlgut, wie wir jegliche eingekühlte Vorratsware nennen, in feinem Ursprungs- zustanD zu erhalten, wir sind bestrebt, es in einem Zustand in jeden Haushalt zu liefern, als ob es frisch wäre".
Was dazu gehört, um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, lernt man am besten, wenn man einmal Durch eine unserer riesigen moDernen Kühlhäuser geht. Da hört man zuerst und vor allem Die Hauptbedingung, um einwandfrei gekühlte Ware zu erhalten; Die „Kühlke11 e" muß nach Möglichkeit vom Erzeuger bis zum Verbraucher geschlossen sein. Das heißt ins Laiendeutsch übersetzt, daß die Kühlgüter vom Augenblick ihrer Ablieferung durch den Erzeuger, sagen wir Obstzüchter oder Gemüsebauer, nicht mehr aus dem gekühlten Zustand herauskommen, nicht mehr „aufgetaut" werden dürfen. Das bedingt besondere Transportmittel, es find Kühlkisten für Verladezwecke dazu nötig, man muß Kühlschiffe und Kühlhallen an Umschlage- stellen haben, und alles dies, ehe die Ware überhaupt an den Verteiler gelangt.
Der Verteiler, also sowohl der Groß- als auch Der Kleinkaufmann, müssen mit Kühlschränken oder Kühlkellern ausgerüstet sein und im Jdealzustand sollte auch Die Hausfrau als Verbraucherin Dieser Kühlkette angeschlossen sein. Dies letzte Glied Der Kette läßt teils aus wirtschaftlichen Gründen, teils aus einem gewissen Mangel an Aufklärung über die Wichtigkeit ihrer Mitarbeit auf diesem Gebiet, noch sehr zu wünschen übrig. Dabei tut sich Die Hausfrau nur selbst Den Gefallen, wenn sie sich Der Kühlkette Durch Anschaffuna eines Eis- oder eines Kühlschrankes ansch ließt; Denn ein Kühlgut, etwa ein Gefrierkohl oder ein Gefrierfleisch, behält eine Vollwertigkeit ohne Beeinträchtigung Des Ur- prungszustandes erst Dann, wenn es vom Kühl* chrank Direkt in Den Kochtopf kommt. Wird Die Kühlkette an irgendeiner Stelle — meistens bei Der Hausfrau — unterbrochen, Dann geht ein Teil der Werte, Die solange lückenlos erhalten werden konnten, verloren.
Ganz systematisch lenkt und regelt Der Staat Den Strom der Güter, Die täglich durch die Kühlhäuser wandern. Fünf Hauptgruppen von Lebensmitteln werden regelmäßig unter staatlicher Aufficht für die Kühlanlage ab gezweigt : Fleisch, Butter und Fette, Eier, Obst und Gemüse, Fische. Durch besondere Reichsstellen erfolgt Die Auswahl und Siebung, für das Aufkommen Der Güter sorgt Der Reichsnährstand, Die Kühlhaltung übernehmen industriell geleitete große Kühlhäuser. Wissenschaftliche Arbeitsstätten sind an Dem ständigen' Ausbau Der FrischhaltungsmethoDen Durch Kühlung beschäftigt. Ein „Ausschuß für Die Forschung in Der Lebensmittelindustrie" Des Vereins deutscher Ingenieure vereinigt alle Beteiligten aus Wissenschaft, Praxis und Den Behörden, so Daß alles in allem heute keine Kühlware auf Den Markt kommt, die nicht den Forderungen einer gesunden Ernährung vollkommen, entspricht.
Die Frischhaltung durch Kühlung hat eine große Zukunft, das sehen wir an Amerika, Das auf Diesem Gebiet bereits über große Erfahrungen und Erfolge verfügt. Sache jeder verantwortungsbewußten Hausfrau ist es. Durch aktive Einreihung in Die Kühlkette Diesen wichtigen Sektor unserer Nahrungsfreiheit nach Kräften mit weiterzuentwickeln.
Dr. Buresch.
Anteil als in früheren Jahren haben. Der gerade für die private Wirtschaft bestehenden Notwendigkeit, Die Zahlungsanweisungen Dieses Großaustrag- gebers, etwa Die SonDerwechsel, zu einem liquiden und marktfähigen Papier zu machen, hat Die hier gezeigte Bilanzentwicklung Rechnung getragen.
* Antragszugang bei Den öffentlich- rechtlichen Lebensversicherungsanstalten. Im April wurden bei Den im Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deuffch- land zusammengeschlossenen Anstalten 15 681 Anträge mit einer Versicherungssumme von 59,17 Millionen RM. gestellt (gegenüber 22 251 Anträgen mit einer Versicherungssumme von 77,06 Millionen RM. im März 1939 und 10 691 Anträgen mit einer Versicherungssumme von 26,79 Millionen RM. im April 1938). Die gegenüber Dem Vormonat nied-
Doigt hatte keine Ahnung, wer ihm an Den Kragen gewollt hatte — vermutlich sogar noch wollte ... Voigt war ein klarer, aufrichtiger Mensch, Der selber ehrlich verblüfft war.
Merkwürdig ... Peter hätte gerne mit dem „durchschnittlichen" Herrn ein paar Minuten lang geplaudert. Die Voigts waren reizende Menschen. Es wäre schade ...
Peter Jlke griff nach Der Zeitung. Die Blätter hatten sich noch immer nicht beruhigt. Er wollte sich Die Zeitungsausschnitte aufheben. Es kommt so selten vor, daß ein schlichter Bürger so über Die Maßen gelobt wird.
Jammerschade, daß so gar keine Aussicht bestand, mit Dem Mann, Der aussah „wie tausend andere", eine Viertelstunde zu plaudern!
• 3.
Peter Jlke war während Der restlichen Reise recht nachdenklich. Er hatte sie unternommen, um ein bißchen Abwechslung in sein friedliches, aber auf Die Dauer ziemlich eintöniges Leben zu bringen. Er hatte die liebende Gattin freundlich, aber entschieden verhindert, ihn zu begleiten. Er wollte sich in Der Welt umtun, ein richtiges Männerleben führen (von Zeit zu Zeit mit mehr Alkohol befeuchtet, als es besagter Gattin genehm wäre), mit alten Kameraden von anno dazumal vorsichtig Fühlung nehmen. Mit keiner bestimmten Absicht, bloß um zu merken, daß man noch nicht ganz zum alten Eisen gehörte.
Plötzlich freute ihn Die Reise nicht mehr. Er dachte mit großer Sehnsucht an sein Daheim und an Madeleine. Ihm waren während Der kurzen Zeit, die er Gast des Ehepaares Voigt war, einige gute Ideen gekommen, die er schleunigst mit Madeleine besprechen wollte. So kam es, daß Peter eine Woche vor Der geplanten Zeit bereits im Schnellzug saß. Der ihn an Die Riviera brachte. Es ist gut Heimzukommen. Es ist rounDerbar, Dem Nebel unD Regen zu entfliehen und roieDer Sonne unD blauen Himmel zu genießen, es ist so schön, Daß man zeitweise vergißt, wie sehr man schon im Winter an Der Riviera gefroren hat.
Als Peter an Der kleinen Station aus Dem Per- fonenzug stieg, kein Expreß hätte es mit feiner WürDe vereinbaren können, in Dem winzigen Nest anzuhalten, war er so beglückt von Dem Gefühl, roieDer Daheim zu fein, Daß Die besten Vorsätze roanEenD würben. Er Deponierte sein Gepäck bei Dem Bahnbeamten, Der ihn als lange hier Ansässigen kannte und fast mit der Vertrautheit eines Bodenständigen behandelte, und ging langsam heim. Er reckte oft Den Hals, um so bald als möglich Das
rtgeren Zahlen Dürften wohl vor allem aus Den Festtagen Des Monats April unD Den mit Dem Abschluß von Gefolgschafts- und Handwerkerversiche- rungen naturgemäß verbundenen Schwankungen der Ergebnisse zu erklären fein. Es übersteigen jedoch die Anträge durch den starken Abschluß von Handwerkeroersicherungen anzahlmäßig wie auch summenmäßig die Vergleichszahlen Des Vorjahres ganz erheblich. Die durchschnittliche Versicherungssumme betrug im April 1939 in Der Großlebensversicherung 4 440 RM. unD in Der Kleinlebensversicherung 1 441 RM.
Rhein-Mainische Börse.
Mttagsbörse sehr ruhig.
Frankfurt a. M., 30. Mai. Da vielfach noch Dritter Feiertag herrschte, war die Börse nahezu ohne Aufträge und Geschäft. An den A kti en-
gelbe Haus mit Den grüngestrichenen Fensterladen zu erspähen. Wie sich Madeleine freuen würde, daß er eine Woche früher kam!
Peter lächelte heiter!
Er klinkte vorsichtig Das Gartentor auf und schlich auf Den Fußspitzen über Den Kieß, Der leise unter feinen Sohlen knirschte. Im Haus war's viel leichter, geräuschlos zu gehen. Aus der Küche Drang der laute, aber unmelodische Gesang Der Hausgehilfin. Da ist MaDeleine sicher nicht zu Haus, Dachte Peter und war enttäuscht. Die hätte Das melancholische Geheul schon längst abgestellt! Umso erstaunter war er, als er im Wohnzimmer Stimmen horte. Und leises Lachen. Nun erklang ein so schmelzender Tango, Daß jeder Frau Dabei oas Herz weich werden mußte ...
Peter zögerte ein paar Sekunden. Dann hustete er und riß rasch die Türe auf.
Madelaine tanzte, eng an Die Schulter von Alphonse geschmiegt. (Widerlicher Bengel! dachte Peter.) Ihre Wangen waren leicht gerötet und ihre Augen leuchteten. Ja —aber sie leuchteten nicht besonders strahlend, als sie den heimkehrenden Gatten erblickten. Sie blieb stehen und war nur erstaunt.
„Ja, wo kommst denn du her, Pierre?" fragte sie verblüfft.
Das war seine Heimkehr! Das war Der Dan? für die große Sehnsucht!
Und Alphonse schien sich viel mehr zu freuen als Die eigene Frau. Er freute sich viel zu sehr für Peters Geschmack. Gar so glücklich kann ein hübscher junger Mensch Nicht fein, wenn ein Tango mit einer schonen Frau rüde unterbrochen wird.
„Nein, wie gut, daß Sie Da sind, Monsieur", flötete Alphonse und strich über den blonden Scheitel. „Jetzt haben wir jemand. Der Das Grammophon aufzieht und Die Platten wechselt!"
War das Dummheit oder Unverschämtheit dieses widerlichsten allen Nichtstuer? fragte sich Peter. Ging energisch auf Das Grammophon zu und stellte es ab. Dann läutete er.
„Nein, daß der Herr schon Da ist!" schrie die Hausgehilfin und ließ vor Erstaunen ein Glas fallen. „UnD ich habe nichts gehört unD gesehen!"
„Halten Sie Den MunD, lassen Sie das nächste Mal Das Haustor nicht sperrangelweit offen —* unD jetzt sehen Sie zu, Daß ich etwas zu. essen be4 komme!"
„Wir sind wirklich nicht vorbereitet auf einett großen Hunger", sagte MaDeleine. Eine gewisse Ge- reiztheit war nicht zu verkennen. Wie kam PierrL dazu, sich so aufzuführen?
(Fortsetzung folgt.)


