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Unter Bezugnahme auf den Auftrag des Führers ging der Reichswirtschaftsminister anschließend auf die deutsche Wirtschaftspolitik ein, die dafür zu sor­gen habe, daß Löhne und Preise stabil bleiben, weil dies die Voraussetzungen für die Sta­bilität der Währung sind. Diese Stabilität darf we­

der Kapitalmarkt für die private Wirtschaft nahezu verschlossen und die private Wirtschaft auf die Selbstfinanzierung verwiesen. Nach der bisherigen Finanzierungsmethode wurde die Gegenwart für die Finanzierung der gewaltigen staatlichen Aufgaben belastet, deren Nutzen erst in der Zukunft voll zur Auswirkung kommen kann. Unerträglich wurde die Belastung deshalb, weil die Finanzierungslasten die' weitere Finanzierung dieser Aufgaben allmählich unmöglich machen mußten.

Oie neue Finanzierungspolitik.

Die Aufgaben für die neue Finanzierungspolitlk sind, die L a st e n soweit als irgend möglich a u f die Zukunft zu verschieben, das Reich mit un­erträglichen Zinslasten zu verschonen und die Kapitalmärkte wieder für d i e Privat­wirtschaft zur Verfügung zu stellen. Dies ge­schieht durch den neuen Finanzplan, in dem der Geldmarkt und die Wirtschaft liquide bleiben. Die steuerlichen Vorteile, die die Steuer­gutscheine I gewähren, sind bedeutend. Wenn sich diese Methode bewährt, wird man mit der Erwei­terung der Ausgabe solcher Steuergutscheine a"ch weitere Steuererleichterungen scha wn können, die sich auch auf breitere Volks- kreise erstrecken und insbesondere auch die Mehr­gewinnsteuer in gewissem Maße werden ab­mildern können. Der private Kapitalmarkt soll der Privatwirtschaft überlassen werden. Man rechnet für dÄs Jahr 1939 mit etwa einer Milliarde Reichs­

tung des Wirtschaftslebens. In einer rationell und ordentlich geführten starken und gesunden Wirt­schaft wird es keine schlechte Währung und in einer verlotterten und kranken Wirtschaft ferne

gute Währung geben. Die Wirtschaft ist hier das Primäre, die Währung das Sekundäre.

Stabile Löhne und stabile preise sichern die Währung.

mark neuer In du s t ri e o bligatio neu, dazu kommen die Emissionen der Pfandbriefanstalten, außerdem der Bedarf der Reichsbahn. Eine ständige Pflege des Rentenmarktes ist notwendig.

Die Aktienkurse bewegen sich in Deutschland auf einem so mäßigen Niveau, daß von einer Sach­wertpsychose nicht gesprochen werden kann. Recht wohl sei in vielen Fällen eine höhere Bewertung am Platze. Als Hemmschuh wirke hier das An­leihestockgesetz, dessen Verlängerung nicht be­absichtigt sei, nachdem die Mehrgewinnsteuer in Kraft getreten ist. Der Staat selbst hat seinen An­teil an dem Gewinn der Kapitalgesellschaften durch die Erhöhung der Körperschaftssteuer erheblich ge­steigert und durch eine stärkere Steuerkqntrolle die vorgeschriebenen Steuern bei den Unternehmen rest­los erfaßt. Völlig unzeitgemäß ist auch die Sonder st euer für W e r t p a p i e r Ver­käufe (die Spekulationssteuer) geworden. Der Effektenbesitz der Juden würde ohne Beeinträchti­gung des Börsenverkehrs liquidiert. Die Notwendig­keit einer ausreichenden Förderung des Wohnungs­baues, dessen Finanzierung vorübergehend gedrosselt werden mußte, hat den Reichswirtschaftsminister ver­anlaßt, den Hypotheken-Sperrerlaß auf- zuheben. Auch die Psandbriesinstitute sind wieder eingeschaltet worden. Auch das Kommunalkre­ditverbot wird eine Lockerung ersahxen, die die Sparkassen in die Lage versetzen wird, den Ge­meinden wieder Kassenkredit zu geben.

Zur weltwirtschaftlichen Zusammenarbeit auch künstia bereit. Abschließend erklärte der Reichswirtschaftsminister, die Welt rings um uns herum steht am Scheide­wege. Entweder ergibt man sich der amerikanischen Goldmacht, oder man akzeptiert die neuen Methoden der jungen, starken, aufwärtsstrebenden Nationen, die genügend Möglichkeiten für eine erfolgreiche Gemeinschaftsarbeit auf den Weltmärkten zur Er­schließung neuer Absatzgebiete, zur Erhöhung von Produktion und Kaufkraft und zur Hebung der Wohlstandes der Völker bieten. Der Bedarf der Welt an WirtschaftsHÜtern ist unbegrenzt. Es gilt nur, die richtige Organisation und eine d e r ständnisvolle Zusammenarbeit zu fin­den. Deutschland hat noch nie die Hand zurück­geschlagen, die hierzu geboten wurde. Deutschland wird es auch in Zukunft nicht tun, und zwar um so weniger, je stärker wir sind. Wenn wir aber weiterhin unfern Weg allein gehen und weiter uns unser Recht und unsere Freiheit erkämpfen müssen, so werden lyir in allen schwierigen Lagen und in allen Sorgen und Nöten uns Trost und Mut suchen, indem wir in unerschütterlichem Ver­trauen aufblicken zu der großen Gestalt unseres Führers und zu der Macht und dem Glanz unseres Großdeutschen Reiches!

Geheimrat Schmitz, Vorsitzender des Aufsichts­rates der IG. Farbenindustrie AG., und Dr. Otto Christian Fischer, Leiter der Reichsgruppe Banken, brachten im Namen der deutschen Industrie und der deutschen Äanken zum Ausdruck, daß auf ihrer Seite alles getan werden würde, um den neuen großzügigen Finanzplan zu unterstützen.

Deutschlands neue Kredit- und Finanzpolitik.

Reichsminister Funk über die wirtschastlichen Beziehungen zum Ausland, den neuen Finanzplan und die neuen Aufgaben der Reichsbank.

Madrid atmet auf.

Ein Rundgang durch Spaniens befreite Hauptstadt.

dürfen nur für höhere Leistungen gezahlt werden. Gegen eine ungesunde Entwicklung der Löhne und Preise muß von zwei Seiten her vor­gegangen werden: 1. von -der Seite der Auftrag­geber, insbesondere von dem größten Auftraggeber, der öffentlichen Hand, und 2. von der Seite der Auf­tragsempfänger, d. h. von den Unternehmern. Die Finanzierung der großen öffentlichen Aufträge erfolgte im vergangenen Jahr im we­sentlichen durch Inanspruchnahme des Kapitalmark­tes über die Reichsanleihen. Hierdurch wurde

Das deutsch-rumänische Wirtschaftsabkommen.

Im deutsch-rumänischen Wirtschafts­abkommen ist zum ersten Male in einem be­deutende Werte umfassenden Bereich auf der Grund­lage der neuen Handelspolitik ein Wirtschafts­vertrag zustande gekommen, der als richtungs­weisend bezeichnet werden kann. Hier rollen keine silbernen Kugeln", sondern es werden die natur­gegebenen wirtschaftlichen Kräfte für eine gemeinsame Leistung mobilisiert und methodisch eingesetzt in der planmäßigen Zusammenarbeit der beiden sich geradezu ideal ergänzenden Dolkswirt- chaften unter staatlicher Lenkung. Deutschland gibt langfristige Kredite in Halb- und Fertig­produkten, die wiederum durch Arbeits­erzeugnisse des rumänischen Volkes abgetragen werden, nachdem diese Investi­tionsgüter sich produktiv ausgewirkt haben. Unsere Produkte wirken somit in Rumänien jnie Valuten und die rumänischen Rohstoffe bei uns wie Devisen. Auf dieser Grundlage finanziert Ru­mänien seine Neuproduktion mit zusätzlichen Lei und wir die unsere mit zusätzlichen Reichsmark.

Die bankmäßige Verrechnung ist dann nur ein technisches Problem, allerdings unter- der Voraus­setzung, daß dieser' Gegenseitigleits- und Ergän­zungsverkehr auf der Basis staatlich regulierter Preise, gesicherter Arbeitsleistungen und festgelegter Mengen sich vollzieht. Die staatlich geregelte Arbeitsleistung ist also auch die Grund- a g e der Währungssicherheit. Der Staat ichert die Währung durch eine aktive staatliche Konjunkturpolitik. Wir werben unsere Wirt­schaft nicht wieder von einer international-mani- pulierten Währungs- und Konjunkturpolitik ab­hängig wachen, nachdem es uns gelungen ist, unsere eigenen Methoden mit Erfolg durchzusetzen und un­sere wirtschaftliche Unabhängigkeit sogleich mit der nationalen Freiheit und Macht mehr und mehr zu sichern. Die kapitalarmen Völker werden sich nicht mehr durch Ausländsanleihen abhängig machen. Diese Länder wollen ihre Produtte zu nutzbringen­den Preisen verkaufen, sie wollen durch den Ver­kauf ihrer Produkte und den Bezug von Investi­tionsgütern ihre eigene Produktion erhöhen und die Kaufkraft ihrer Völker stärken. Dieser Austausch kann sich nur da vollziehen, wo die natürlichen Voraussetzungen hierfür gegeben sind. Das ist aber im Verhältnis Deutschland zu den Län­dern des südosteuropäischen Raumes der Fall.

Nachdem der Reichswirtschaftsminister von dem begehrenswerten Wirtschaftspartner Deutschland ge­sprochen hatte, dessen Produktions- und Kaufkraft seiner hochqualifizierten geschlossenen Industrie und seiner Bevölkerung von etwa 90 Millionen mit hohem Lebensstandard die Weltwirtschaft nicht ent­behren könne, wolle sie nicht selbst in eine weitere, noch schwerere Derfallskrise geraten, brandmarkte er den Mißbrauch mit Auslandskredi­ten, der nach der Versailler Vergewaltigung be­trieben worden ist. Um in gemeinsamer Arbeit die internationalen Handelsbeziehungen zu fördern und der Weltwirtschaft wieder eine gesunde Grundlage zu geben, hatte Deutschland mit England und Frankreich erfolgversprechende Ge­spräche geführt, die nun durch die letzten politi­schen Ereignisse unterbrochen worden sind. Nach der Herstellung der neuen Ordnung im mittel­europäischen Raum sei die Notwendigkeit für die Fortsetzung dieser Gespräche nicht geringer, sondern eher größer geworden. Der Reichswirt­schaftsminister bezeichnete in diesem Zusammenhang die vorläufige Beschlagnahme privater Guthaben eines unter das Protektorat des Deutschen Reiches gestellten Landes, die von Eng­land unternommen worden ist, als eine Handlung, die unter dem Einfluß der allgemeinen Verwirrung und Unsicherheit und einer Verkennung der tatsäch­lichen Verhältnisse erfolgt ist.

Die Umgestaltung der Hei^sbank

Der Reichswirtschaftsminister kam dann auf die Umgestaltung der Reichsbank zu spre­chen. In dem neuen Bankgesetz wird ein Aul- sichts - und Weisungsrecht des Füh­rers für die Deutsche Reichsbank festgelegt wer­den. Allgemein wird das Führerprinzip nach den nationalsozialistischen Grundsätzen verwirklicht. Ferner muß die Kapitalbeteiligung an der Reichsbank neu geregelt werden. Hierbei soll weitgehend Rücksicht auf die bisherigen A n - teilseigner im In- und im Ausland genom­men werden. Die heute noch zu einem beträcht­lichen Teil sich im Ausland befindlichen Reichs­bankanteile werden repatriiert und die auslän­dischen Besitzen loyal entschädigt. Die Bestimmungen des Beamtengesetzes werden in das neue Bankgesetz eingebaut. Es soll alles geschehen, um den Geschäftsgang der Reichsbank : s o unbürokratisch und so einfach ro \ e möglich zu machen. Die Bankpolitik und der , Geist, der in der Bank herrscht, müsse den Auf- : fassungen der Staatsführung und den Grund- i sätzen der Partei voll entsprechen. Es kann keine , InselReichsbank" im nationalsozialistischen Staat ! geben, und es könne im autoritären Staate nie­mals der Reichsbankkredit sicher fein, wenn der

Wirischafiliche Kampsmaßnahmen.

Die Meldung, daß das amerikanische Schatzamt in Washington mit Wirkung vom 23. April gegen eine Gruppe deutscher Erzeugnisse sogenannte Äusgleichszölle verhängen will, wird dem Warenaustausch zwischen den beiden^ großen Ländern einen empfindlichen Schlag ver- ; setzen. Nach der bisherigen Praxis wurde auf dem Umweg über höherbezahlte amerikanische Baum- ; woll- und Kupferlieferungen nach Deutschland die Möglichkeit geschaffen, daß amerika­nische Interessenten deutsche Waren zu einem Preise beziehen konnten, der den deutschen Liefe­ranten einen bescheidenen Nutzen ließ. Dies Ver- fahren wurde seit Dezember 1936 angewandt und ist von denjenigen amerikanischen Kreisen scharf be- : kämpft worden, die Deutschland vom amerikanischen Geschäft ausschließen wollten. Besonders die Juden- : schäft der amerikanischen Union hat immer wieder beim Bundesschat^unt in Washington eine Beendi- 1 gung dieser Methode verlangt. Die Regierung der amerikanischen Union hat sich ein Gutachten beim Justizministerium bestellt, das mit Uebereilung am 18. März fertiggestellt und eingereicht worden ist. Auf Grund dieses Gutachtens hat dann das Schatz­amt in Washington die bisherige Methode, das so­genannteInlands konten verfahren", beendet. Wenn sich jetzt die Regierung in Washing­ton auf den Standpunkt stellt, daß die mehr als zwei Jahre lang geübte Methode ungesetzlich gewesen ist, so stellt das der Regierungspraxis des Präsidenten Roosevelt und seiner Mitarbeiter nicht eben ein glänzendes Zeugnis aus. In Wirklichkeit ist natürlich nicht eine neue Erkenntnis der Vater des Entschlusses gewesen, sondern die Absicht, dem Großdeutschen Reich für die Uebernahme des Pro­tektorats über Böhmen'und Mähren einen Schaden zuzufügen.

Wir werden an die Zeit nach dem Kriege er­innert, als sich unsere früheren Gegner gegenseitig verschworen, den Kampf mit wirtschaftlichen Waffen fortzusetzen. Diese Absicht fand ihren Niederschlag in der Bestimmung des Versailler Vertrages, daß Deutschland seinen ehemaligen Gegnern fünf Jahre lang einseitig Meistbegünstigung ein- räumen mußte, ohne dafür eine gleichartige Bel>and- lung beanspruchen zu dürfen. Allerdings gehörten die Vereinigten Staaten von Amerika nicht zu den Unterzeichnern des Versailler Vertrages und damit auch nicht zu den Nutznießern dieser Bestimmung. Aber in keinem außereuropäischen Land hat der deutsche Nationalsozialismus und sein erfolgreiches Aufbauwerk so scharfe Gegnerschaft gefunden wie in der amerikanischen Union. Präsident Roosevelt, der nicht nur für sich allein, sondern auch für feine Partei, die Demokratische Partei, bei den be­vorstehenden Präsidentenwahlen bangt, glaubt seine Wahlaussichten und die seiner politischen Freunde dadurch zu bessern, daß er in einem Augenblick künstlich hochgetriebener Mißstimmung gegen das nationalsozialistische Reich eine Entscheidung fällt, die nach außen hin at£ Abschluß eines seit langem schwebenden Verfahrens erscheint.

Wir haben uns in Deutschland nie verhehlt, daß die Vereinigten Staaten von Amerika unter der Führung Roosevelts jede Möglichkeit wahrnehmen, um Deutschland politische und wirtschaftliche Schwie­rigkeiten zu bereiten. In den nächsten Tagen wird in einem Ausschuß des amerikanischen Senats über eine Abänderung des amerikanischen Neutralitäts­gesetzes dahin beraten, daß Amerika im Falle eines Krieges nach seinem Ermessen Waffen liefern kann. Wem diese Lieferungen zugute kommen sollen, kann keinön Augenblick zweifelhaft fein, nachdem Präsi­dent Roosevelt bei verschiedenen Anlässen den demo­kratischen Staaten die amerikanische Kredit- und Wirtschaftshilfe bei einer etwaigen bewaffneten Aus­einandersetzung mit den tödlich gehaßten autoritären Staaten zugesichert hat. Es ist gewiß kein Zufall, daß der amerikanische Außenminister, Staatssekretär Hüll, trotz Wiederherstellung seiner Gesundheit noch nicht wieder nach Washington zurückgekehrt ist. Hüll ist bei aller Gegnerschaft gegen das national­sozialistische Deutschland doch jeder wirtschaftlichen Kampfmaßnahme abgeneigt und hätte wohl kaum mit der Willfährigkeit, die Unterstaatssekretär Wells gegenüber den Rooseveltschen Wünschen ge­zeigt hat, dem Wirtschaftsverkehr mit dem größten europäischen Industrieland ohne Not Schwierig­keiten bereitet.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind für Deutschland Lieferanten von Baumwolle, Kupfer und gewissen Nahrungsmitteln. Vor dem Kriege ging mehr als ein Siebtel der gesamten amerika­nischen Ausfuhr nach dem Reich; dieser Anteil ist auf wenig über drei Prozent gesunken. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn festgestellt wird, daß ein wesent­licher Teil der Nöte, unter denen die Baumwoll­pflanzer in den Südstaaten und die Getreidebauern im mittleren Westen der amerikanischen Union zu leiden haben, aus der gestörten Ausfuhr insbesondere nach dem Reich zu erklären ist. Es ist sehr wohl möglich, daß aus diesen Kreisen an der neuen Kampfmaßnahme Kritik geübt wird. Die von Deutschland bisher nach Amerika gelieferten Jndu- ftriemären bestanden in der Hauptsache aus solchen Erzeugnissen, die in Amerika wenig ober gar nicht hergestellt werden. Ob bei der bekannten Spannung zwischen der amerikanischen Union und Japan in den Kreisen der amerikanischen Importeure Neigung besteht, für die ausfallenden Lieferungen die Bezüge aus einem anderen autoritären Land, Japan, zu steigern, ist mindestens fraglich. Schließlich ist die Aktion gegen Deutschland ein Stück jenes Kampfes, den Herr Roosevelt gegen die Feinde der Demo­kratie führen zu müssen glaubt, und zu diesen Fein- den der Demokratie rechnet Roasevell auch Japan.

Betrachtet man die heutigen Käufe Deutschlands in den Vereinigten Staaten genauer, so findet man, daß von der früheren Monopolstellung der Union nicht mehr viel übrig geblieben ist. Deutschland be­zieht Baumwolle in großen Mengen aus Aegypten und Brasilien, Kupfer aus Belgisch- Kongo, Rhodesien und Chile, Erdöl aus Süd­amerika, Rumänien, Iran und Holländisch-Jndien, sowie das zur Sicherung der Volksernährung not­wendige Brot- und Futtergetreide in wachsendem Maße aus den südosteuropäischen Län-

dar und gleichzeitig wird der durch die Natur vor­gezeichnete Großwirtschaftsraum von der Nordsee bis zum Schwarzen M e e r sich noch produktiver und für alle beteiligten Länder er- olgreicher ausgestalten lassen. Ferner muß die enge politische und geistige Verbundenheit zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem aschistischen Italien auch zu einer Verbund-! wirtschaft der beiden Staaten führen, __________________ö

indem die beiderseitigen Wirtschaftskräfte systema- ber von der Forderungsseite, noch von der Auf­tisch für die gemeinsamen großen Aufgaben zur trag&feite erschüttert werden. Höhere Löhne Errichtung eines größeren Nutzeffektes und größerer 1" ' Leistungen organisiert und ausgewertet werden.

notdürftig beerdigt. Zwei Tage später wiederholte sich das gleiche blutige Schauspiel mit 300 Gefange­nen. Im Gefängnis selbst wurden an einem Tage 1500 Personen erschossen.

Unheimlich war der Hunger, dem viele Zehn­tausende erlegen sind. Die Verknappung der Lebens­mittel setzte schon im September 1936 ein. Die Re- Dolutionsfommitees stellten Gutscheine 'für die Mi­lizen aus, die diese berechtigt, aus den Geschäften jede beliebige Menge von Nahrungsmitteln her- auszuholen ohne zu zahlen. Diese Raub- methoden wirkten sich auf die Dauer um so schlim­mer aus, als im Verlaufe des Krieges immer mehr Bezugsmärkte ausfielen, weil die betreffenden Pro­vinzen von den Truppen Francos erobert worden waren. Während für die Heranschaffung der not­wendigsten Verpflegung der Madrider-Bevölkerung täglich 250 Lastautos erforderliche gewesen wären, gelangten zuletzt nur noch etwa 30 in die Stadt. Diese geringe Zufuhr wurde von den roten Bonzen zum größten Teil für ihre eigenen Zwecke beschlagnahmt. Die Rationen, die an die Be­völkerung verteilt wurden, waren lächerlich gering: 100 Gramm Brot, 50 Gramm Reis am Tage, ei» Liter Oel alle 14 Tage, 1/2 Pfund Kartoffeln je Woche und *12 Pfund Zucker im Monat. Es ent­wickelte sich ein umfangreicher Schleichhandel, bei dem phantastische Preise gezahlt wurden. So wurden für ein Brötchen, das im Frieden 10 ßej timos kostete, 10 Peseten gezahlt. In den Pas'' und Ziergärten mitten in der Stadt wurde GerM gepflanzt. Als Tabak wurden Thymian- und Ttt* blätter verwendet, wodurch sich bei den Rauchs schwere Halserkrankungen einstellten. Den Angeh?' rigen der Internationalen Brigaden wurden für <tR Päckchen englischen Tabaks 100 bis 150 Peseten gs' boten, während es früher drei Peseten kostete. ^xt roten Verwaltungsstellen verkauften Kartoffelschalk zu 10 Peseten das Kilo. Ja, viele Menschen froh, wenn sie von Bauern aus der Urnfl2&un9 Viehfutter einkaufen konnten, um damit ihren na* genben Hunger zu stillen.

Gelegentlich seines Rundganges durch Madn konnte sich unser Sonderberichterstatter auch von ve Chaos ein Bild machen, das die Bolschewisten wah­rend ihrer Herrschaft angerichtet hatten. So viel der riesige Komplex der Madrider llniver 1 t ä t mit ihren leeren Fenstern, geborstenen Maue- Schützengräben und Unterständen das Bud völlig aufgewühlten Kampfgeländes. Umge|turj sowjetrussische Kampfwagen konnten noch nicht e fernt werden. Auf dem Schutthaufen, der au, Stelle eines früheren Laboratoriums entstanden - errichtete die Falange ein provisorisches Kreuz l die hier bei einer Minenexplosion verschütteten tionalen Kämpfer. Ein junger Mann wurd Donnerstag durch eine explodierende Granace v tötet, als er in den alten Stellungen Holz an dem es in Madrid noch mangelt. Dre! w a19.g Sorge der nationalen Behörden ist vorerst Sicher st ellungderDerpflegun g. -ön

Berlin 30. März. (DNB.) Auf der ersten Staatskredit erschüttert würde. Nicht die No- Sitzung des'Zentralausschusses der Reichsbank unter tenbank, sondern die S t a a t s f u h r u na der neuen Reichsbankleitung sprach Reichswirt- ist für die Wahrung ver antwortlich, chastsminister und Reichsbankpräsident Funk über , Die Währung ist auch niemals das Primäre |on= die Grundsätze der neuen Kredit- und Finanzpolitik i dem sie ist stets abhängig von der Kraft und und die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands Klugheit der Staatsführung und von der Gestal- um Ausland. Im mitteleuropäischen Raum, so *** snHrHArtftafrfwn« Kn einer rationell und agte er, ist ein unerträglicher Unruhe- und Gefah­renherd beseitigt und eine neue Ordnung hergestellt worden. Aus dieser neuen Ordnung wachsen neue politische und wirtschaftliche Kräfte.

Deutschland stellt heute das größte I n d u st r i e- land der Meltaus einheitlichem Raum

E. P. Madrid, 30. März.

Unserem Sonderberichterstatter ist es bereits kurz nach der Wiederherstellung der Ordnung in Madrid gelungen, sich einen umfassenden Ueberblick über die Lage in Madrid zu verschaffen. In Begleitung des erst jetzt nach langer Kerkerhaft wieder frei­gelassenen Madrider Falangisten Enrique Cardaja besuchte er die vielen Orte sowjetspanischer Grausam­keiten in Madrid und gewann dabei die Gewißheit, daß der Terror dieser Banden bis zum letzten Augenblick andauerte.

Der Sonderberichterstatter weilte im berüchtigten Gefängnis am San-Lorenzo-Platz und sah alle jene grausamen Folterkammern und Ein­richtungen der Sowjets, an denen die Methoden der GPU. seit Jahren auch in Madrid zur Entfaltung gelangten. Er sah Zellen von zwei Meter Höhe und einem Meter Breite, ohne Fenster, mit ab­geschrägtem Fußboden. In diesen Zellen mußten die Häftlinge ohne Sitzgelegenheit leben. Drei, vier Tage lang erhielten sie keine Nahrung, wurden jedoch immer wieder mit eiskaltem Wasser begossen. Im Hofe des Gefängnisses befindet sich ein Platz, auf dem die Gefangenen in eisiger Kälte splitter­nackt die Nacht verbringen mußten. Wenn sie ohn­mächtig geworden waren, wurden sie durch neue Torturen wieder zum Bewußtsein gebracht. Der bekannte internationale spanische Fußballspieler Ordonez stand sechs Tage bis zu den Hüften in eisigem Wasser. Er ist heute gelähmt.

Die tollste Ausgeburt dieser Entmenschtheit war aber wohl, daß nationalspanische Gefangene mit Wahn sinnigen zusammen gesperrt wurden. So wurden einmal zwanzig National­spanier nackt in eine kleine Zelle gesperrt, und dann wurden drei gemeingefährliche Wahnsinnige auf sie losgelassen.Es ist unmöglich, das Inferno dieser Nächte zu beschreiben", erklärten frühere Gefangene unserem Sonderberichterstatter. Diese Methoden be­schränkten sich jedoch nicht nur auf die Gefängnisse. Nicht selten wurden Gefangene von ihren Schergen durch die belebte ft en Straßen M a - drids geführt. Alle, die den Verhafteten grüßten, mürben bann ebenfalls verhaf- t e t. Ein Häftling, ber auf ber Straße einmal feine 72jährige Mutter getroffen habe, fei erschossen worben, als er auf sie zueilen wollte.

Im sogenanntenM u ft e r g e f ä n g n i s" fanden bereits in den ersten Tagen der bolschewistischen Revolte grauenhafte Massenmorde verhafteter Männer statt, die kein anderes Verbrechen begangen hatten, als daß sie wegen ihrer nationalen Gesin­nung bekannt waren. Täglich wurden hier im Durch­schnitt 50 Häftlinge zur Erschießung abgeführt. An­fang Oktober 1936 täuschten die Wärter einen Ge­fängnisbrand vor, ließen die Häftlinge im Gefäng­nishof antreten und erschossen 400 mit d em M G. Als später die Gefangenen nach Valencia übergeführt wurden, verlud man sie gefesselt und : halbnackt auf Lastwagen. Kaum waren die Autos außerhalb der Stadt, da wurden sämtliche Ge­fangene erschossen und in einem Massengrab

dem. Die Eigenerzeugung Deutschlands an Spinnstoffen, Metallen, Mineralölen und auch an Nahrungsmitteln hat sich im Verlauf ber Vierjahres- plan-Probuktion unb ber Ernährungsschlacht soweit erhöht, baß nach den Feststellungen des Führers die Möglichkeit, uns den Brotkorb höher zu hängen, stark eingeschrumpft ist. Es ist das Charakteristische bei wirtschaftlichen Kampfmaßnahmen, daß sie häufig gar nicht den Gegner empfindlick treffen, sondern vielmehr denjenigen schädigen, ber die Waffe schwingt. Cr.