Ausgabe 
31.3.1939
 
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Nr. 77 Erstes Blatt

189. Jahrgang

8rettag,3l. Marz 1939

Prnft und Verlag: vrühlsche Universtlätsdruckerei «.Lange in Sieben. Schriftlettung und SeschSstrftell«: Schulftraße 7

scheint es

t o re n , die den rechtsstehenden Gruppen sowie

tschechischen Voltes.

Die Zweitgrößte Volksgruppe im Deutschen Reich

scheu Volksgruppenangehörigen und Deutschen ge-

zu erfol-

Präsiden- Phantasie das nach-

Auch Senator P i e t r i hat auf seine Kandidatur verzichtet. Trotzdem ist es möglich, daß es nicht zu einer einstimmigen Aufstellung Lebruns kommt, da der sozialistische frühere Kammerpräsident Fer­nand Bouisson sich bisher zu einer Verzicht­leistung nicht hat bereitfinden lassen. Sollte Bouisson auf seiner Kandidatur bestehen bleiben, so wäre unter Umständen eine erneute Aufstellung Lebruns in Frage gestellt, da der Präsident sich nur dann zu einer Annahme entschließen will, wenn er der einmütigen Zustimmung aller Gruppen von Kammer und Senat vonvornhereinsicher ist.

umfaßt insgesamt etwa 300 Mitglieder.) Diese Gruppen fordern das Verbleiben Lebruns in sei­nem Amt mit Rücksicht auf die gegenwärtige inter­nationale Lage.

prozentig mit Ja gestimmt. Auch die viert­stärkste, ebenfalls slawische Volksgruppe, die Win- dischen oder Slowenen, rund 30 000 Personen, hätten durch ihre Ja-Stimmen ihre Staatstreue be­kundet. Die fünfte Volksgruppe im Reich sind die Magyaren, die als Volksgruppe aber 10000 Seelen stark seien und wie die Kroaten im ehe­maligen Burgenland lebten. Auch ihr Eigenleben sei weitgehend sichergestellt. Eine weitere, zwar zah­lenmäßig kleine, aber hochqualifizierte nichtdeutsche Volksgruppe lebe in Schleswig, die dänische Volksgruppe. Sie dürfte 510 000 Seelen stark sein.

285 092 als Muttersprache deutsch und polnisch angegeben hätten. Die Polen seien in der Regel

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Die größte nichtdeutsche Volksgruppe im Deut­schen Reich sei zugleich die jüngste, nämlich d i e Tschechen in den sudetendeutschen G e- bieten. Es handele sich hier um etwa 300000 bodenständige Tschechen, die im wesentlichen schon vor 1905 ansässig gewesen seien. Diese seien ohne weiteres in den Arbeitsprozeß des Dritten Reiches eingegliedert worden. Da die Schulsprache und der muttersprachliche Schulunterricht für das Leben jeder Volksgruppe grundlegend fei, werde das tschechische Dolksschulwesen in den Gebieten mit bodenständiger tschechischer Bevölkerung in vollem Ausmaß weiter betrieben. Das in Böhmen und Mähren geschlossen siedelnde tschechische Mil­lionenvolk sei nicht als Volksgruppe zu rechnen, denn es bilde ein eigenes Reichsxrotektorat im Rah-

1871 begangen hatte. Daß man für die Sitzungen der Nationalversammlung bei Versailles geblieben ift, hat in Wirklichkeit seinen Grund wahrscheinlich gar nicht in der Absicht gehabt, die Treue Frank- reichs zu der in Versailles so sichtbaren Tradition Ludwigs XIV. zu bekunden, sondern in einer ganz realistischen Erwägung^ in Paris gibt es keinen , baal, der für die Sitzungen eines Parlaments von über 900 Mitgliedern (die Kammer mit mehr als 600 und der Senat mit über 300 Mitgliedern) und das ganze sonstige Drum und Dran solche Möglichkeiten bieten würde, wie der Theatersaal im Schloß von Versailles. So wird Versailles für wenige Stunden wieder einmal der Schauplatz der Versammlung des ganzen politisch interessierten Frankreichs.

Um die Wiederwahl Lebruns.

Scannend) nnd Herriot verzichten auf ihre Kandidatur. Bouisson macht noch Schwierigkeiten.

Paris, 30. März. (Europapreß). Senatsprä- sident Jeanneney und Kammerpräsiden Her - riot haben Schritte bei Präsident Lebrun unternommmen, um ihn zu bewegen, am kom­menden Mittwoch vor der in Versailles zusammen­tretenden Nationalversammlung erneut seine Kandidatur für eine weitere Amtsperiode von sieben Jahren als Präsident der Republik aufzu­stellen. lieber den Erfolg dieser Bemühungen ist noch nichts bekannt. Senatspräfident Jeanneney sprach im Auftrag von etwa 250 Sena-

Großdeutsche Finanzpolitik.

Reichswirtschaftsminister Funk hat in seiner Eigenschaft als Reichsbankpräsident am 30. März vor dem Zentralausschuß der Reichsbank die Grund­züge der neuen Finanzierungsmethode sowie der Finanz- und Wirtschaftspolitik des Großdeutschen Reiches überhaupt dargestellt. Er hat in sachlicy überlegener Form nachgewiesen, daß der neue Fi- nanzplan nicht von der Zahlungsmittelseite allein her beurteilt werden darf, sondern in das Zentrum des finanz- und wirtschaftspolitischen Geschehens ge­stellt werden muß. So wichtig die Währung ist, so ist sie doch nicht das Primäre, das bedeutet, daß die Sicherheit einer Währung nicht durch sich selbst garantiert werden kann, sondern nur durch eine gesunde und starke Wirtschaft. Die Stärke und Gesundheit einer Wirtschaft ist wieder davon abhängig, wie sie sich in dem gegebenen Raum be­tätigt nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Es ist ohne weiteres zu verstehen, daß die Schöpfung des Großdeutschen Reiches durch den Führer auch für die Wirtschaft und für die Finanzen neue Ausgaben mit sich gebracht hat, Aufgaben, die sich nicht mit den Methoden und Systemen einer Wirtschafts- und Finanzpolitik lösen lassen.

a Es kommt weiter hinzu, daß das Großdeutsche Reich auch die Erschütterung zu überwinden hatte, die sowohl dem Altreich als auch der Ostmark durch die Versailler Gewaltverträge zugefügt worden war. Der Reichsbankpräsident hat hier an die Aus­landsverschuldung erinnert, an die schweren Fehler, die gemacht wurden, um durch Ausländs­anleihen über die Krise Hinwegzukommen. Tatsache ist jedenfalls, daß ein großer Kapitalreichtum an sich oder ein erheblicher Goldvorrat oder beides zusammen selbst in einem hochkapitalistischen Staat noch keine Wirtschaftsblüte gewährleisten, sondern im Gegenteil die Wirtschaftskrise verschärfen helfen. Im Gegensatz dazu hat das Großdeutsche Reich auf Grund der planmäßigen Wirtschaftsführung, die den privaten Unternehmungsgeist in keiner Weise ge­drosselt hat, eine Krisenfestigkeit gezeigt, die ein zwingender Beweis dafür ift, daß die neuen Metho­den richtig sind. Sie haben sich nicht nur nach innen erprobt, sie haben auch nach außen unserer Handels­politik und dem Warenaustausch neue Mög­lichkeiten und neue Märkte eröffnet.

Wenn ein Staat den Willen hat, wenn er stark genug ift, diesen Willen durchzusetzen, eine gesunde Wirtschaft und einen WarenauskMsch ztl schaffen, der sich den gegebenen Verhältnissen anpaßt sowie sich gegenseitig ergänzt, muß sich dies ungewöhnlich günstig auswirken. Das ist bisher auch geschehen, so daß darin allein schon eine Anziehungskraft liegt, die durch Lockrufe vom anderen Ufer nicht abge­bogen werden kann. Das Großdeutsche Reich hat sich auch zu jeder Zeit bereit erklärt, unter gegen­seitiger Wahrung aller Interessen mit allen Ländern

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»eriode als Präsident entschließen wird. Sollte es nicht zur Wiederwahl Lebruns kommen, dann Stehen angesichts der Gegnerschaften, die dem Kam- imerpräfibenten 5) e r r i o t als ehemaligem Volks- iirentmann erwachsen, nur eine Reihe mehr oder weniger zweitklassiger Kandidaten zur Ber- ügung, und es kann in Versailles Ueberraschungen Geben. Die Wahl muß mit absoluter Mehrheit er- wlgen, es kann also mehrere Wahlgänge geben.

Die Stellung des Präsidenten der französischen Republik ist derjenigen eines Königs geradezu lachgebildet. Wenigstens in der Theorie ... Der Präsident ist unverantwortlich: er kann das inverftändnis des Senats vorausgesetzt die ammer auflösen, er kann die Kammer für län­gere Zeit vertagen, er kann Gesetze im Parlament iiinbringen und kann sich weigern, ein vom Par­ament beschlossenes Gesetz in Kraft zu setzen. Alle besetze und Dekrete bedürfen seiner Unterschrift, wenn sie gültig sein sollen. Der Präsident vertritt Frankreich nach außen hm, er ernennt die Bot- fthafter, er kann sogar Geheimverträge mit frem- i:m Mächten abschließen. Dies alles ift mehr oder reuiger Theorie. In Wirklichkeit hat die par­lamentarische Entwicklung den Präsidenten in eine Stellung zurückgedrängt, die völliger Macht- Iiofigf eit gleicht und sich auf die Wahrnehmung drr. allgemeinen Repräsentationspflichten be­tränkt. Eine so starke Persönlichkeit wie Poin - cm re z. B., der während des Weltkrieges Prä- ftitent war, hat es bitter beklagt, daß er gegenüber rnem Ministerpräsidenten wie Clemenceau

Paris, Ende März 1939.

2lm 5. April wird die Stadt Versailles einen Tag politischen Glanzes erleben: die Mit­glieder von Kammer und Senat, die in Versailles olsNationalversammlung" zusammen- treten, werden den Präsidenten der Republik wäh­len. Am 10. Mai läuft die siebenjährige Amtszeit des 1932 gewählten Präsidenten Lebrun ab, und die Verfassung bestimmt, daß längstens vier Wo­chen vor diesem Datum die Wahl seines Nach­folgers durch die Nationalversammlung gen hat.

V3t absoluten Machtlosigkeit verurteilt war. Einer (inner Vorgänger, Casimir-Parier, der im Eiommer 1894 gewählt worden war, hat schon "ich einem halben Jahr sein Amt nieder- girlegt, weil er sich mit dieser Machtlosigkeit acht abfinben konnte.

immerhin gibt es auch bei der heutigen Hand­lung des Amtes des Präsidenten in Frankreich finr einen geschickten Politiker noch eine ganze Unzahl von Möglichkeiten, seinen Einfluß geltend |t machen. Er kann die jeweiligen Regierungen nÄd ihre Ministerpräsidentenberaten". Im iKtte einer Ministerkrise hat er eine wichtige Ritte, da er einen Parlamentarier feines Ver­d' uens mit der Neubildung der Regie- tung zu beauftragen hat. Er kann also eitlem hii-uen Mann den Weg ebnen und ihn, selbst mn ihm die Kabinettsbildung nicht gelingen eilte, damit zu einemkonsularischen Mann" wichen, auf den man immer wieder zurückgreifen 6tb. Einem Gegner kann er umgekehrt ben Weg e sperren, indem er ihn nicht beruft.

Versailles, das am 5. April aus seinem Dorn- Döchenschlaf zu einem traumhaft kurzem Leben nlder erwacht, sieht an diesem Tage die Erinne- L:vg an die Jahre nach 1871 wieder erweckt, als btt die Nationalversammlung und anschließend wnmer und Senat tagten, bis sie im Jahre 1878 Mo Paris übersiedelten. Solange war Paris für

Untaten bestraft worben, die feine revolutio- äis Bevölkerung in der Kommune des Jahres

er wird Präsident der Republik?

Äon unserem E. F.-Korrespondenten.

Natürliches Lebensrecht des Volkstums.

Reichsminister ör. Frick über die Behandlung der nichtdeuischen Volksgruppen im Deutschen Reich.

Der Volkstumskampf spiele sich hier auf einem be­sonders hohen Niveau ab. Die letzte erwähnenswerte Volksgruppe führe wieder in ben Sübosten bes Reiches, nach Wien. Dort lebten neben 30000 Tschechen auch gegen2000Slowaken. An­gesichts ber entgegenfommenben Behanblung der Deutschen in ber Slowakei sei es selbstverstänblich, daß auch ben Slowaken ihr vollstes Eigenleben im im Deutschen Reich garantiert werbe. Bis vor kur­zem habe man von einer litauischen Volks­gruppe im Deutschen Reich kaum sprechen können, die nunmehr nach Rückgliederung des Memellanbes 510 000 betrage.

Es liegt nahe, daß die Behandlung der deut­schen Volksgruppen in einem anderen Staat nicht ohne Rückwirkungen auf die Behand­lung der betreffenden nichtdeutschen Volksgruppen im Reich fein könne. In der Regel werde es sich dabei um das Verhältnis von Nachbarstaaten Han- deln, deren staatsführende Völker miteinander so verzahnt feien, daß sich die Volksgrenzen und Staatsgrenzen nicht deckten. Auch hier fei es aber das Bestreben der nationalsozialistischen Staats­führung, gegenseitige Vereinbarungen mit dem Nachbarstaat zu treffen, durch die die Verhältnisie der beiderseitigen Volksgruppen auf friedliche und freundschaftliche Weise geregelt werden. Die deutsch-polnische M i n d e r h e i t e n - E r - klä ru n g vom 5. November 1937 habe bisher leider nicht alle Wünsche erfüllen kön­nen. Hier sei noch eine Reihe trennender Fragen zu lösen. An der deutsch-dänischen Grenze dürfe man jedoch von einem erfreulichen Gegen- seitigkeitsverhältnis in der Behandlung der beider- tätigen Volksgruppen sprechen. Die beiden Volks­gruppen der Kroaten und der Windischen ober Slowenen mit etwa 70 000 Seelen würben von der deutschen Volksgruppe in S ü d s l a m i e n mit über 700 000 Personen um bas Zehnfache übertrof­fen. Nichtsbestoweniger bürste auch hier die Möglich­keit gegeben sein, die gegenseitigen Volksgruppenfra- gen auf vernünftige Weise aufeinander abzustim­men. Noch ungleichmäßiger fei das Verhältnis zwi­schen den gegenseitigen Volksgruppen in Ungarn und Deutschland, den 10000 Magyaren hier stünden 650 000 Deutschen dort gegenüber. Gerade im Falle des benachbarten und befreundeten ungarischen Staates dürfe aber angenommen werden, daß die berechtigten Wünsche der deutschen Volksgruppe in Ungarn möglichst bald wettgehend befriedigt werden

Abkommen zu treffen, die Vorteile und Nachteile füt? beide Partner gleichmäßig ordnen. Wenn England und Frankreich aus politischer Verärgerung handels- und verkehrswirtschaftliche Verhandlungen vorzeitig abbrachen, so ift das ihre Sache. Die Politik des Führers hat im mitteleuropäischen Raum Sicherheit und Ordnung geschaffen, von der alle Völker profi­tieren können, die guten Willens sind. Die Politik der Verärgerung, die von den Demokratien aus betrieben wurde, hat sich nur gegen sie selbst aus­gewirkt, was sich zunächst darin zeigt, daß der Goldabfluß nach den Vereinigten Staaten nicht auf­hören will. Wenn eine Wirtschaft sowie eine Wäh­rung von solchen Vorgängen empfindlich berührt werden, so können siö> unmöglich kerngesund fein. -

Der neue Finanzplan ift, das hat Reichs­bankpräsident Funk klargemacht, aus ber bewegen- ben Kraft ber großbeutfchen Wirtschaft entstauben. Es war ein Weg zu finden, das Großdeutsche Reich in ber Gegenwart von ber Zinsenlast für Aufgaben zu befreien, die in ihrer vollen Auswirkung kom­menden Geschlechtern zum Vorteil gereichen. Das ist durch die Finanzierungsmethoden mit Hilfe ber Steuergutscheine erreicht worden, denn es ist nicht nur ber starke Staat, der Vorteile von ihnen hat, sondern auch die private Wirtschaft, die dem Staat gegenüber entlastet wird. Wesentlich ist aber, daß ber innere Kapitalmarkt nun wieber in vollem Umfange der Wirtschaftzur Verfügung steht, aber einer Wirtschaft, die nicht von hochkaptta- listischern Geist, sondern von dem Geist der Volks-. gemeinschast erfüllt ist. Der Staat kann nun eine ganze Reihe von Bestimmungen und Gesetzen auf­heben, die für die Jahre bes Ueberganges. erlassen werben mußten.

Der starke Staat kann aber nicht zulassen, baß sich im öffentlichen Leben überhaupt eine Insel ober eine Sonbergruppe bildet, die ihr Eigenleben führt, obschon das gesamte öffentliche Leben auf die Volks­gemeinschaft abgestellt ist. Daher die Ankündigung des Reichsbankpräsidenten, daß das Reichsbankgesetz von 1924, das unter dem vDawes-Druck erlassen wurde, grundsätzlich u m g e ft a [ t e t worden ift, um aus ber Notenbank ein wirkliches und brauchbares Organ für die finanzpolitischen Aufgaben des Drit­ten Reiches zu schaffen. Vielleicht gibt es in ben Demokratien noch Leute von Einsicht und Dernupst, die dafür Verständnis haben, daß das Großdeutsche Reich, indem es neue Wege öffnet, für ben Ausstieg ber Wirtschaft im mitteleuropäischen Raum und bar- über' hinaus bies für bis wahrhafte Befriebung Europas sehr viel wichtiger unb nachhaltiger ist, als eine Politik ber Verärgerung, bie sich in machtlosen Konsultationen erschöpft. Vielleicht wirb nun überall erfnannt, baß die Dynamik des Dritten Reiches ünb ber nationalsozialistischen Politik stark unb mächtig genug ist, um bie Ewig-Gestrigen, bie Großbeutsch- lanb einkreisen wollen, von sich abzuschütteln. D. S.

Es gebe sechs öffentliche und 56 pri­vate Volksschulen mit polnischer Unter­richtssprache, ferner zwei höhere polnische private Lehranstalten in Beuchen und Marienwerder. Das kulturelle Leben der polnischen Volksgruppe im Reich spiele sich in einer Vielzahl vyn Vereinen ab.

Die drittgrößte Volksgruppe im Dritten Reich seien die Kroaten in der ehemaligen Landes- hauptmannschaft Burgenland, etwa 40 000 an der Zahl. Ein bäuerliches Volkstum, das meist in geschlossenen Bauerndörfern verstreut unter deut­schen Dörfern siedele. Bei ber Wahl zum Großbeut- schen Reichstag 1938, mit ber gleichzeitig eine Ab­stimmung über ben Anschluß an das Reich ver­bunden war, hätten die Kroaten f a ft hundert-

or^er Scr des imen des Großdeutschen Reiches. Die Lebensinter-

Außenpolitischen Amtes ber NSDAP, unb Beauf-'essen des deutschen 80-Millionen-Volkes hätten qe- iragte des Führers für die gesamte geistige und bieterisch erfordert, diesen Raum wieder unter wcltamchaullche Erziehung ,y der Partei, Reichs-Deutsche Oberhoheit zu stellen. Entsprechend dem later Alfred Rosenberg, hatte bie auswärtige völkischen Denken des Nationalsozialismus bedeute Diplomatie und Presse zu einem Empfang in das das aber keine Verneinung des Lebensrechtes des Hotel Adlon geladen, bei dem Reichsinnenminifter tschechischen Volkes.

Dr Frick über das ThemaDie nichtdeutschen Die zweitgrößte Volksgruppe im Deutschen Reich Volksgruppen tm Deut chen Reich" sprach. Seit der 'sei die polnische. Nach der Volkszählung von Gründung der nationalsozialistischen Bewegung habe 1933 gebe es in den deutschen Ostgebieten 113 010 °er Gedanke des Volkstums un Mittelpunkt unseres Personen mit polnischer Muttersprache, während politischen Wollens gestanden. Heute sei es für uns 285 092 als Muttersprache deutsch und polnisch Deutsche eine gegebene Tatsache, daß bas b e u t = | angegeben hätten. Die Polen seien in der Regel ! He Volkstum, wo es auch immer in ber Welt Arbeiter, auch kleine Landbesitzer ober Gewerbe- fi- einen einheitlichen Volkskörper treibenbe unb hätten in besonderem Maße den bilde. Das Ziel, daß Volkstum unb Staat Aufstieg des Dritten Reiches mitgemacht. Es dürfte sich m den Grenzen feiner Ausdehnung völlig deck- kaum einen arbeitslosen Polen im Reich geben ten, werde sich in Europa niemals-völlig was leider von den deutschen Volksgenossen in erreichen lassen. Um so notwendiger sei es, daß Polen nicht gesagt werden könne. Bei ber Arbeits­ort, wo fremdes Volkstum in einem anderen Staat Vermittlung werde im Reich kein Unterschied Zwi­lche, s e i n natürliches Lebensrecht ge- scheu Volksgruppenangehörigen und Deutschen ge­wahrt werde. Man könne durchaus Angehöriger macht. Das Schulrecht für die polnische Vol'ks- o^^estammten Volkes sein unb gleichzeitig gruppe beruhe auf dem freien Bekenntnisprinzip.

pflichtbewußter Staatsbürger eines von einem an= rc' ~~t s " £ c ' *

deren Volke geführten Staates. Bei einer solchen grundsätzlichen Haltung, die den Volkstumsgedanken in den Mittelpunkt von Partei und Staat stellt, sei es selbstverständlich, daß wir auch innerhalb des Reiches unseren nichtdeutschen Reichsange­hörigen gegenüber eine entsprechende Einstellung Zur Geltung bringen. Der Führer habe sich in die­sem Sinne mehrfach ausgesprochen und es dabei abgelehnt, zwangsweise nichtdeutsche Volksgruppen zu germanisieren.

Normalerweise gehört die Wahl eines ten der Republik zu den Dingen, die die des polittfch interessierten Franzosen auf halligste beschäftigen. In diesem Jahr .......

anders zu fein; die außenpolitischen Ereignisse lahmen offenbar ben Blick für alle anderen Dinge, noch wenige Tage vor der Präsibentenwahl herrscht eine seltsame Interesselosigkeit bie- fem Ereignis gegenüber. Es gibt auch keinen Favoriten" für den Präsibentenpoften, wenn man nicht an den jetzigen Präsibenten Lebrun selbst denken sollte. Die Kanbibaten, denen man in den letzten Wochen vielleicht einige Aussichten gegeben hätte, sind aus persönlichen oder politischen Grün­den in den Hintergrund getreten.

Die Blicke lenken sich also auf Lebrun. Die Ver- faffung schließt bie Wiederwahl eines Prä­sidenten nach dem Ablauf seiner siebenjährigen Anttsperiode nicht aus. Bisher ist ein solcher Kall aber nur ein einziges M a l vorgekommen, nämlich im Jahre 1885, als Jules Grävy zum zweiten Male als Präsident gewählt wurde. Lebrun möchte gern wieder ins Privatleben zurück- fehren und hat diesen Wunsch mehrfach dringend . _-> ---

> geäußert. Die Repräsentationspflichten, die einem ?etI Demokratischen Linken angehören. (Der Senat Präsidenten ber französischen Republik auferlegt 1 OAn

Iftrtb, stellen eine erhebliche physische Belastung dar. !Lebrun hat diese Pflichten in seiner siebenjährigen 'Amtsperiode mit unleugbarem Geschick und gro- fäem Takt erfüllt. Wenn jetzt die höchsten Würden­träger Frankreichs, wie der Senatspräsident Jean- meney, der Kammerpräsident Herriot unb auch .Ministerpräsident Daladier auf Lebrun einreben, nm ihn für eine Wiederwahl zu gewinnen, so ift Das wahrscheinlich mehr als ein Akt politischer Opportunität. Es spricht heraus bas Gefühl, daß Das französische Parlament am Vorabend schwerer außenpolitischer Entscheidungen sich nicht den Lu- i^us ehrgeiziger Machtkämpfe um eine wichtige Position leisten darf. Es ist also möglich, daß Lebrun sich zur Uebernahme einer neuen Amts-

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen