Priestern nledergemetzelt oder verbrannt worden waren, sie schwiegen still, als in Spanien Aehntausende von Priestern und Rönnen in viehischster Weise abgeschlachlel oder bei lebendigem Leibe dem Feuer übergeben wurden.
Sie konnten und können diese Tatsachen nicht bestreiten, aber sie schwiegen und schweigen still.
_ Während — ich muß dies den demokratischen Staatsmännern vorhalten — auf diese Metzeleien hin sich zahlreiche nationalsozialistische und faschisti- sehe Freiwillige dem General Franco zur Verfügung stellten, um eine weitere Ausdehnung dieses bolschewistischen Blutrausches über Europa und damit über den Großteil der gesitteten Menschheit verhindern zu helfen. Denn die Sorge um die europä- i s ch e Kultur und um die wirkliche Zivilisation war es. die Deutschland Partei ergreifen ließ in diesem Kampf des nationalen Spaniens gegen seine bolschewistischen Zerstörer. Es ist ein trauriges Zeichen für die Mentalität in verschiedenen Ländern, daß man sich dort ein Handeln aus so uneigennützigen Beweggründen überhaupt nicht v o r st e l l e n kann. Allein, das nationalsozialistische Deutschland hat an der Erhebung des Generals Franco nur aus dem heißen Wunsch heraus teil- genommen, daß es ihm gelingen möge, sein Land vor einer Gefahr zu retten, der Deutschland einmal beinahe selbst erlegen wäre. Die Sympathie oder das.Mitleib für verfolgte Gottesdiener kann es also nicht sein, was das Interesse der demokratischen Staatsbürger an einzelne in Deutschland mit dem Gesetz in Konflikt geratene Priester mobilisierte, sondern es ist das Interesse am deutschen Stoatsfeind. Hier aber mag man eines zur Kenntnis nehmen: den deutschen Priester als Diener Gottes werden mir beschützen. Den Priester als politischen Feind des Deutschen
Reiches werden wir vernichten. Wir glauben, damit am ehesten einer Entwicklung vorzubeugen, die — wie die Erfahrung in Spanien zeigt — an- sonst nur zu leicht einmal zu einer Abwehr von unabsehbarem Ausmaß führen müßte.
Ich möchte dazu noch grundsätzlich folgendes erklären: Es scheint im Auslande in gewissen Kreisen die Meinung zu bestehen, daß die besonders laute Bekundung einer Sympathie f ü r (Elemente, bie in Deutschland mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, eine Erleichterung ihrer Situation Mit sich bringen könnte. Vielleicht war die Hoffnung, durch gewisse publizistische Methoden auf die deutsche Staats- stihrung in gewissem Sinne einen terroristischen Einfluß ausüben zu können. Die Meinung beruht auf einem kapitalem Irrtum. In der Unterstützung gewisser gegen den Staat gerichteter Unternehmen durch das Ausland ersehen wir die letzte Bestätigung ihres hochverräterischen Charakters. Denn die bloße Opposition gegen ein Regime hat diesem demokratischen Ausland noch nie Sympathie abgenötigt, auch nicht die Verfolgung oder Bestrafung eines solchen politischen Uebeltäters. Denn wann gab es in Deutschland eine stärkere Opposition als die nationalsozialistische? Nie wurde eine Opposition mit gemeineren Mitteln unterdrückt, verfolgt und gehetzt, als die der nationalsozialistischen Partei. Allein zu unserer Ehre dürfen mir feststellen, daß mir deshalb doch niemals des Mitleids oder gar der Unterstützung einer solchen ausländischen Macht teilhaftig geworden sind. Diese Unterstützung scheint also nur für jene bestimmt zu sein, die das Deutsche Reich fiu zerstören beabsichtigen. Wir werden aus diesem Grunde in ihr in jedem einzelnen Fall nur den zwingenden Anlaß zu einer Verschärfung unserer Maßnahmen sehen.
Neulschland, Italien und Japan.
Angesichts der uns umdrohenden Gefahren empfinde ich es nun als ein großes Glück, in Europa und außerhalb Europas Staaten gefunden zu haben, die, ähnlich wie das deutsche Volk, um die Behauptung ihrer Existenz schwerste Kämpfe führen müssen: Italien und Japan. In der heutigen abendländischen Welt sind die Italiener als Nachkommen des antiken Roms und mir Deutsche als Nachfahren der damaligen Germanen die ältesten und damit am längsten miteinander in Berührung stehenden Völker. Ich habe in meiner Ansprache im Palazzo Venezia in Rom anläßlich meines Besuches in Italien schon erklärt, daß es wohl ein Unglück war, daß gerade das gewaltigste Kulturvolk der alten Welt und das junge Volk einer neuen sich bildenden, durch das Fehlen einer natürlichen Trennung und durch viele andere Umstände bedingt, tn jahrhundertelange und fruchtlose Konflikte aeraten mußten. Allein aus dieser tausendjährigen Berührung erwuchs eine Gemeinschaft, die nicht nur blutmäßig durch zahlreiche Bande miteinander verknüpft ist, sondern vor allem geschichtlich und kulturell von unübersehbarer Bedeutung wurde. Was das Germanentum auf dem Gebiete seiner staatlichen Gestaltung uni) damit auch seiner oolNichen Entwicklung, sowie auf dem Gebiete der allgemeinen Kultur der Antike verdankt, ist im einzelnen gar nicht abmeßbar, im gesamten ungeheuer. Seitdem sind nun fast zwei Jahrtausende vergangen. Auch mir haben nunmehr unseren Beitrag zur Kultur in reichlichem Maße geleistet. Immer ober blieben wir in geistiger enger Verbundenheit mit dem italienischen Volk, seiner kulturellen und geschichtlichen Vergangenheit.. Das 111. Jahrhundert brachte einen styunenswert gleichen staatlichen Einigungs- prozeß. Die deutschen Stämme einten sich im Deutschen Reich, die italienischen Staaten im Königreich Italien. In einem Jahr — 1866 hat das Schicksal beide Völker sogar miteinander für ihre staatliche Neugestaltung zum Kampf antreten lassen.
Heute erleben mir zum zweiten Male diese gleichartige Entwicklung. Ein Mann von säkularem Ausmaß hat es als Erster unternommen, der in seinem Volke Unfruchtbar gewordenen demokratischen Gei- steswelt erfolgreich eine neue Idee entgegenzu
setzen und in wenigen Jahren zum Sieg zu führen. Was er für die Erhaltung der menschlichen Kultur geleistet hat, liegt bei den Sternen. Wer wird nicht niedergezwungen bei einer Wanderung durch Rom oder Florenz von dem Gedanken, welches Schicksal diesen einmaligen Dokumenten menschlicher Kunst und menschlicher Kultur zugestoßen fein würde, wenn es Mussolini und seinem Faschismus nicht gelungen wäre, Italien vor dem Bolschewismus zu retten!
Deutschland stand vor dieser selben Gefahr. Hier hat der Nationalsozialismus das Wunder der Rettung vollbracht. An diese beiden Staaten klammert sich nun in der geistigen Vorstellung unzähliger Menschen aller Rassen der Glaube an eine neue Renaissance unsererZeit. Die Solidarität dieser beiden Regimen ist daher mehr als eine Angelegenheit egoistischer Zweckmäßigkeit. In dieser Solida rität liegt die Rettung Europas vor der drohenden bolschewistischen Vernichtung begründet. Als Italien seinen heroischen Kampf um fein Lebensrecht in Abessinien durchstritt, stand ihm Deutschland deshalb als Freund zur Seite. Im Jahre 1938 hat das faschistische Italien uns diese Freundschaft in reichlichem Maße wieder vergolten.
Möge sich niemand in der Well über den Entschluß irren, den das nationalsozialistische Deutschland diesem Freunde gegenüber gefaßt hat. Ls kann dem Frieden nur nützlich sein, wenn es darüber keinen Zweifel gibt, daß ein Krieg gegen das heutige Italien, ganz gleich aus welchen Motiven, vom Zaune gebrochen, Deutschland an die Seile des Freundes rufen wird. Man lasse sich vor allem nicht von jenen anders beraten, die in jedem Lande als vereinzelte bürgerliche Schwächlinge vegetieren und nicht verstehen können, daß es im Dölkerleben als Ratgeber der Klugheit außer der Feigheit sehr wohl auch den Mut und die Ehre geben kann, was das nationatfozialiftische Deutschland betrifft, so weiß
es, welches Schicksal ihm beschiedeu wäre, wenn es jemals einer internationalen Gewalt gelingen würde, das faschistische Italien, ganz gleich, unter welchen Motivierungen, niederzuzwingen, wir erkennen die Konsequenzen, die sich daraus ergeben müßten und sehen ihnen eiskalt ins Auge. Dos Schicksal Preußens von 1805 auf 6 wird sich in der deutschen Gesclstchte kein zweites Mal wiederholen. Die Schwächlinge, die 1805 die Ratgeber des Königs von Preußen waren, haben im heutigen Deutschland keine Ratschläge zu erleilen. Der nationalsozialistische Staat erkennt die Gefahr und ist entschlossen, sich auf ihre Abwehr vor zubereilen. (Langanhaltende stürmische
Zustimmung und begeisterte Zurufe.)
Ich weiß dabei, daß nicht nur unsere eigene Wehrmacht einer höchsten militärischen Beanspruchung gewachsen ist, sondern ebenso auch die militärische Macht Italiens. Denn so wenig das heutige deutsche Heer beurteilt werden kann nach der alten Bundesarmee etwa in der Zeit von 1848, so wenig kann das moderne Italien des Faschismus gewertet werden noch den Zeiten der italienischen staatlichen Zerrissenheit. Nur eine hysterische, ebenso unbelehrbare wie taktlose, dafür aber höchst bösartige Presse kann in so kurzer Zeit vergessen haben, daß sie erst vor wenigen Jahren mit ihren Prophezeiungen über den Ausgang des italienischen Feldzuges in Abessinien sich ebenso gründlich blamierte, wie jetzt wieder in der Beurteilung der nationalen Kräfte Francos im spanischen Feldzug. Männer machen die Geschichte. Sie schmieden aber auch die Instrumente, die zur Gestaltung der Geschichte geeignet sind, und vor allem, sie geben ihnen ihren Hauch. Große Männer aber sind selbst nur die stärkste, konzentrierteste Repräsentation eines Volkes.
Das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien sind stark genug, um gegen jedermann den Frieden zu sichern, oder einen von unverantwortlichen Kräften leichtfertig vom Zaun gebrochenen Konflikt entschlossen und erfolgreich zu beend en. (Langanhalter stürmischer Beifall.) Das bedeutet nun nicht, daß wir Deutsche — wie es in einer verantwortungslosen Presse jeden lag geschrieben stehl — einen Krieg wünschen, sondern es bebeu- del nur, daß wir
1. das Verständnis dafür haben, daß sich auch andere Völker ihren Anteil an den Gütern der well sichern wollen, der ihnen kraft ihrer Zahl, ihres Mutes und ihres Wertes zukommt, und daß wir
2. die 21#ierfennung dieser Rechte entschloßen sind, gemeinsame Interessen auch gemeinsam zu vertreten.
Vor allem aber, daß wir vor erpresserischen Drohungen unter keinen Umständen jemals zurückweichen werden! (Stürmischer Beifall.)
So ist auch unser Verhältnis zu Japan bestimmt von der Erkenntnis und von dem Entschluß, der drohenden volschewisierung einer blindgewordenen Welt mit äußerster Entschlaft heil Einhalt zu gebieten. Der Antikomin - lern-verlrag wird vielleicht einmal zvm Kristallisierungspunkt einer Mächtegruppe werden, deren oberstes Ziel kein anderes ist, als die Bedrohung des Friedens und der Kultur der Well durch eine satanische Erscheinung zu parieren. (Starker Beifall.)
Das japanische Volk, das uns in diesen zwei letzten Jahren so viele Beispiele eines glänzenden Heldentums gegeben hat, ist an einem Ende der Welt ohne Zweifel ein Fechter im Dienste der menschlichen Zivilisation. Sein Zusammenbruch würde nicht den europäischen ober übrigen Kulturnationen zugute kommen, sondern nur zur sicheren Boischemisierung Ost-Asiens führen. Außer dem daran interessierten internationalen Judentum kann kein Volk eine solche Entwicklung wünschen.
Wenn im vergangenen Jahr die gewaltigen Anstrengungen am Ende friedlich ihr Ziel erreichten, bann wollen mir, wie schon eingangs versichert, ohne weiteres unserem Dank an Mussolini den an die anderen beiden Staatsmänner anschließen, die in den kritischen Stunden den Wert des Friedens höher einschätzen, als die Aufrechterhaltung eines Unrechts. Deutschland hat gegen England und Frankreich keine territorialen Forde- rungen außer der nach Wiedergabe unserer Kolonien. So sehr eine Lösung dieser Frage zur Beruhigung der Welt beitragen würde, so wenig handelt es sich dabei um Probleme, die allein eine kriegerische Auseinandersetzung bedingen konnten. Wenn überhaupt heute in Europa Spannungen bestehen, so ist dies in erster Linie dem unverantwortlichen Treiben einer gewissenlosen Presse zuzufchrei- den, die kaum einen Tag vergehen läßt, ohne durch ebenso dumme, wie verlogene Alarmnachrichten die Menschheit in Unruhe zu versetzen. Wa4 sich hier verschiedene Organe an Weltbrunnenvergiftung erlauben, kann nur als kriminelles Verbrechen gewertet werden. In letzter Zeit wird versucht, auch den Rundfunk in den Dienst dieser internationalen Hetze zu stellen. Ich möchte hier eine Warnung aussprechen:
Denn die Rundfunksendungen aus gewissen Ländern nach Deutschland nicht aufhören, werden wir sie demnächst beantworten.
„Ich aber glaube an einen langen Frieden."
Hoffentlich kommen bann nicht bic Staatsmänner biefer Länder in kurzer Zeit mit dem bringenden Wunsch, zum normalen Zustand wieder zurückzu- kehren. Denn ich glaube nach wie vor, daß unsere Aufklärung wirksamer fein wird, als die Lügenkampagne dieser jüdischen Dälkeroerhetzer. Auch die Ankündigung amerikanischer Filmgesellschaften, antinationalsozialistische, d. h. a n t i b e u t « s ch e Filme zu brehen, kann uns höchstens bewegen, in unserer- deutschen Probuktion in Zukunft antisemitische Filme herzustellen. Auch hier soll man sich nicht über bie Wirkung täuschen. Es wird sehr viele Völker geben, bie für eine so zusätzliche Belehrung auf einem so wichtigen Gebiet großes Verstänbnis besitzen werden! (ßebb. Beifall.)
Ich glaube, baß, wenn es gelänge, bet' jübischen internationalen Presse- und Propagandahetze Einhalt zu gebieten, bie Verständigung unter den Völkern sehr schnell hergestellt sein würde.
Rur diese Elemente hoffen unentwegt auf einen Krieg. I ch aber glaube an einen langen Frieden! Denn welche Interessen-
gegenfätze bestehen ;. B. zwischen England und Deutschland? Ich habe mehr als oft genug er-
' klärt, daß es keinen Deutschen und vor allem keinen Nationalsozialisten gibt, der auch nur in Gedanken die Absicht besäße, dem englischen Wettreich Schwierigkeiten bereiten zu wollen.
Und wir vernehmen auch aus England Stimmen vernünftig und ruhig denkender Menschen, die die gleiche Einstellung Deutschland gegenüber zum Ausdruck bringen. Es mürbe ein Glück sein für die ganze Welt, wenn die beiden Völker zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gelangen könnten. Das gleiche gilt für unser Verhältnis zu Frankreich.
In diesen Tagen jährt sich zum fünften Male der Abschluß unseres Nichtangriffspaktes mit Polen. Heber den Werl dieser Vereinbarung gibt es heute unter allen wirklichen Friedensfreunden wohl kaum eine Meinungsverschiedenheit. Man brauchte sich nur die Frage vorzulegen, wohin vielleicht Europa gekommen sein würde, wenn diese
Holm.rs schlägt Holz.
Von Werner p. Töfflinger.
Sie sahen Holmers mit der Axt über bie Straße kommen, beim Gehen wiegte er bie breiten Schultern. Unten an ber Türpuse kratzte er sich bic Nagelschuhe ab. Sein Gesich. glühte, und seine Augen leuchteten vor Zufriebenhelt. „Zwei Kloster habe ich drüben bald geschafft", schmunzelte er. „Der Lechner- Vauer hat mir eine Gans versprochen, roenn’s so weitergeht. Aber das hängt wohl vom Wetter ab." Unb er warf sich bic Jacke über bie Schultern unb trat mit schnellen Schritten ins Gastzimmer.
Die Di-außenstehenden sahen ihm kopfschüttelnd nach. Ein paar Urlaubstagc unb bic Hoffnung auf ben ersten Schnee hatten sie hier oben im „Posthof" zusammengeführt. Allein seit Tagen fiel eiskalter Sprühregen, ber bie Sicht zu den Bergen verschle'- erte unb bic Stimmung bämpfte.
Auch Renate litt unter dem Wetter, unb mit einem Fünkchen Neid buchte sie an Holmcrs, ber fid) sichtlich zufrieden in sein Schicksal gefunden hatte und in ber Nachbarschaft aus Zeitvertreib Holz schlug.
Am Abend faßen sie zusammen an einem Tisch. Holmcrs rauchte Pfeife und blätterte in einer zer- jefenen Iagdzeitschrift. Doch als Renate, durch ben Pfeifenrauch behelligt, leise hustete, drückte er augenblicklich seine Pfeife aus und wandte sich besorgt zur Seite.
Er lächelte, um Entschuldigung bittend, unb beutete auf ein Bilb in der Iagdzeitschrift, auf bic Photographie einer afrikanischen Steppenlaubschaft „Im vorigen Jahr war ich bort unten, im früheren Deutsch-Ost", sagte er, wie um seine Versunkenheit ZU begriinben. „Damals wartete ich auf ben Regen, wie wir heute auf ben ersten Schneefall. Als ich eben bas Bild sah, mußte ich daran zurückdenken fügte er leise an.
'.Renate hatte sich oorgebeugt, unb unwillkürlich entfuhr ihr ein Ausruf ber Bewunderung „Sie waren in ben Tropen?"
Holmcrs strich langsam über bas Bild. Er hatte schmale, sehnige Hände „Drei Jahre" sagte er. .Damals, während der letzten großen Trockenheit, schwo- ren wir uns, niemals mehr das kostbare Himmels- nah zu verwünschen. Deswegen bin ich hier auch unter die Holzfäller gegangen", fügte er scherzhaft an
Das elektrische Klavier schmetterte einen Walzer in den Raum. Doch Renate saß wie betäubt Von ber Seite beobachtete sie Holmcrs heimlich. Etwas strahlte von ihm aus, bas ihr Herz klopfen ließ, das sie langsam gefangen nahm und zugleich beunruhigte. •
Als einer ber jungen Leute vom Billarbtisch sie zum Tanzen holte, schien es ihr, als krauste Holmers unwillig bie Stirn. Ja, beim Tanzen spürte sie ganz beutlich, daß Holmers sie mit seinen Blicken verfolgte. Aber als sie wieder an ben Tisch trat, sah er kaum hoch.
Der junge Tänzer gab ihren Arm frei. „Dann mürben Sie mir morgen bas Vergnügen erweisen unb mich zum Fernkosel begleiten?" fragte er.
Renate hob .uerrounbert ben Blick Sie wurde ein wenig rot. „Aber es liegt doch noch gar kein Schnee, um jetzt Schi zu laufen?" sagte sie.
„Ich schlug Ihnen eben eine Fußwanderung vor", verbesserte ihr Gegenüber lächelnd, „einen kleinen Ausflug zur Fernkofcl-Hütte. Wir werden vermutlich heute zum ersten Male Nachtfrost haben."
Renate blickte verlegen auf Holmers. Sie mar beim Tanzen fern mit allen Gedanken gewesen unb wollte ihn schon bitten, mitzukommen, als Holmers die Zeitschrift sinken ließ unb nachbenklich ben Kopf schüttelte. „Wahrscheinlich sind morgen alle Hänge vereist", murmelte er. „Eine Tour zum Fernkofel wäre in jeber Hinsicht Leichtsinn."
Der junge Mann starrte Holmers an unb lachte. Auch Renate mußte unwillkürlich lachen Der Fern- koset war einer der nächsten unb gefahrlosesten Berggipfel, unb noch während sie vevstänbnislos auf Holmers blickte, spürte sie, baß er aus einem anderen Grunde gegen diese Fußwanderung war. Ja, als er auch weiterhin ablehnend blieb unb schließlich mit einem kurzen Gruß auffianb, mischte sich Trotz in ihre Ueberraschung, und ohne zu zögern, willigte sie in ben Plan ein
Der junge Mann bebantte sich unb stellte sich ihr unter dem Namen Kies vor. Sichtlich froh- gestimmt bestellte er Wein unb besprach mit Renate die Bergtour, unb früh am nächsten Morgen brachen sie auf
Das Wetter halte sich gebessert. Mit ein wenig Proviant versehen inanberten sie in ben frost klaren, glitzei nben Morgen hinaus. In wilben Lagerungen wuchsen Felsen aus dem Waldgrunb Steil stieg der Hang an, unb Herr Kies öffnete feinen Kragen.
Gr hatte seine Rebseligkeit aufgegeben unb lobte nicht mehr bie Landschaft. Er achtete aus die Mar- kierungssteine. Eine Veränderung mar in der Luft vor _sich gegangen, und noch ehe bic Fernkofcl-Hütte in Sicht kam, begann weich unb zart Schnee zu fallen, ber erste Schnee! Unb Renate breitete lachend ihre Hände aus.
Immer dichter fiel ber Schnee Er kitzelte im Haar, schmolz an ben Wimpern. Aber er überdeckte auch den vereisten Felsgrunb unb verschleierte das । Blickfeld. Unb so kam es, daß sie nach einer Weile unschlüssig innebielten
I Herr Kies begann unruhig am Boden Umschau
zu halten. Gr hatte weder einen wärmenden Mantel, noch eine Karte mit, und schließlich gestand er seufzend, daß er bic Markierungssteine nicht mehr finben könne.
Renate schlug vor, ber Schneise zu folgen, mäh renb ihr Begleiter zur linken Hand einbiegen wollte. Sie stritten sich, unb schließlich warf Renate ärgerlich ihren Rucksack zu Boben. Herr Kies stanb wenig heldenhaft vor ihr, als sie sich plötzlich über ben Rucksack beugte. Etwas ragte aus der Seitentasche, unb gleich barauf hielt sie eine Landkarte und ein Fläschchen Rum in Händen!
Holmers! Unbemerkt mußte er ihr am Morgen diese Sachen zugesteckt haben. 2luf ber Karte waren die Nummern ber Jagen eingezeichnet, unb nun war es nicht schwer, bie Richtung für ben Heimweg auf ber Karte festzustellen Sie hörte nicht, was Herr Kies froh und erleichtert auf sie ein- sprach, unb als sie enblicf) ben Posthof erreichten, fragte sie rasch nach Holmers.
„Holmers?" Man lachte. „Holmers schlägt Holz!" So eilte Renate zum Lechner-Bauern hinüber. Das Gehöft war weiß zugeschneit. Artschläge tönten ge- bämpft herüber. Und gleich darauf sah sie Holmers. Lächelnd blickte er ihr entgegen Doch, als sic ihm danken wollte, wehrte er fast verlegen ab unb beutete zum Fernkosel hinauf. „Man muß eben alles zur rechten Zeit anfangen", meinte er mit einem schalkhaften Lächeln. „Morgen haben wir bas
hat: seine Unbekümmertheit und seinen strahlenden Humor, ein goldenes Gemüt und eine unfehlbare Hand. Das hilft ihm durch die abenteuerlichsten Situationen (diese Geschichte ist reich an Abenteuern und an herzerfreuender Spannung) und die mehr oder minder dunklen Ehrenmänner auf der Gegenseite, z. B. die Herren Jürgensen, Jolling, Engel und Hübner, haben nicht viel zu bestellen. Nicht mehr als recht und billig, daß A l - bers zur Belohnung bie Braut heimführt: Herma Relin: sie hat einen guten Start an ber Seite des berühmten Mannes. Herbert S e l p i n führt mit vielem Schwung und nicht ohne Humor Re"'" — (Tobis.)
Im Beiprogramm gibt es neben der Ufa-Ton- mache eine unterhaltsame Bühnenschau mit dressierten Hunden und einem gelehrigen Pony.
Hans Thyriot.
Hochschulnachrichten
Im Atter von 64 Jahren ft a r b der Architekt und Lehrer für mittelalterliche Baukunst ber Technischen Hochschule D a r m st a b t Professor Max Hummel, der 1922 als Nachfolger Pützers nach Darmstadt berufen mürbe. Vorher mirftc er in Kassel, wo er eine Reihe bemerkenswerter Bauten geschaffen hat.
Professor Dr. Johannes Sobotta, em. Or^
Gloria-Halos?: „Sergeant Berry
national d’Embryologie.
Bie Pressestelle ber Reichsbozentenführung teilt
prächtigste Schiwetter. Wenn mir beide morgen viel- leicht dort hinauf konnten ..."
„Wir beide?" Renate nickte freudig, und als ihr holmers seine Hand binstrecktc, schlug sie ohne zu zögern ein.
i binarius für Anatomie (Entwicklungsgeschichte ber I Wirbeltiere, befonbers der Säugetiere) an ber Universität Bonn vollendete sein 70. Lebensjahr. Der Gelehrte habilitierte sich 1896 in Würzburg, wo er 1903 zum ao. Professor ernannt wurde. 1916 folgte er einem Ruf an die Universität Königsberg als Ordinarius und Direktor des Anatomischen Instituts, 1919 wurde er
Selten haben mir in letzter Zeit das Haus, schon 1 , , _ ____ _ _____
nachmittags, )o gut besucht gesehen. Das macht: es ! in gleicher Eigenschaft an die Universität Bonn läuft Hans A l b e r s' neuer Film, unb sobald seine I berufen, an der er bis zu seiner Emeritierung 1935 wohlbekannte Gestalt auftaucht, geht eine Welle von I gelehrt hat. Sobotta ist Mitglied ber Kaiserlichen Sympathie, auch von herzlich mitfühlender Heiter-> Leopold.-Carolin. Deutschen Akademie ber Natur- feit durch die Reihen: so kennen mir ihn unb so s forscher in Halle und Membre de l’Institut Intel-
wollen mir ihn sehn: dies ist eine Rolle, bie ihm auf ben wohltrainierten Leib geschrieben ist, unb .......... .....
was den Film betrifft, so fühlen mir ims gelegene mit: Der Dozent Dr. phil. Helmuch Osthof 's. ber, Itd) in bic frühen Zeiten bcs Kinos zurüNverse<'t. wie bereits gemeldet, zum ao. Professör für Musik- als noch bie rauhen citer im wilden Westen mit Wissenschaft und zum Uninerfitätsmufifbircftor an knallenden Revolvern durch die eteppe brausten, ber Universität Frankfurt ernannt worben ist '«Ibers ist Sergeant Berry von der Ehikagocr und bis 1937 in Berlin tätig war, behandelte in Polizei, dem der so gefährliche wie ehrenvolle Auf- seiner Habilitationsschrift „Die Niederländer und trag zuteil wird, den Rauschgifthändlern an der bas deutsche Lied". Ferner schrieb er Adam Krie- mexikanischen Grenze das Handwerk zu legen. Er ger" unb „Die Anfänge der Musikgeschicht-schrei- tut es, darauf könnt ihr euch verlassen, mutterseelen- düng in Deutschland Er gehört bereits heute mit anein meinem flapprigcn^uto; aber Jonft hnt er hu den hervorragendste,! ' Vertretern der Musik-
> alles bei sich, was ihn berühmt unb beliebt gemacht , Wissenschaft in ber jüngeren Generation.


