Ausgabe 
30.9.1939
 
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Kongreßpolens errichtet wurde. DerOber-Ost" hat sich damals ebenso wie das Generalgouvernement Warschau durch die Einrichtung einer mustergül­tigen Verwaltung einen Namen gemacht und durch sein segensreiches Wirken namentlich auch auf wirt­schaftlichem und sozialpolitischem Gebiet auch bei der polnischen Bevölkerung größte Anerkennung ge­funden, wenn auch der überhebliche polnische Chau­vinismus später gern vergessen machen wollte, daß die deutsche Aufbauarbeit in den besetzten polnischen Gebieten in vielen Dingen die Fundamente gelegt hat, auf denen der polnische Staat errichtet wurde.

Wenn die Errichtung oberster militärischer und ziviler Verwaltungsstellen in den besetzten pol­nischen Gebieten als Uebergangsmaßnahme gewer­tet werden muß, so haben die von dem Reichs­außenminister v. Ribbentrop bei seinem zwei­ten Besuch in Moskau mrt der Sowjetregierung getroffenen Vereinbarungen durchaus und absolut endgültigen Charakter. Der deutsch-russische Grenz- und Freundschaftsvertrag vom 28. September 1939 liquidiert die aller politischen und wirtschaftlichen Vernunft hohnsprechende Staatskonstruktion .der Friedensmacher" von Versailles und schafft unter Beobachtung der geschichtlichen Entwicklung und natürlichen Bedingtheiten neue, feste Grundlagen für eine bessere Zukunft der Länder und Völker in dem weiten Raum zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, der nunmehr aufhören wird, als osteuropä­ischeSchütterzone" ein politischer Brandherd zu sein, von dem aus die westlichen Demokratien nach Be­darf die Welt in Flammen setzen können. Der deutsch-russische Vertrag spricht es deshalb klar und unmißverständlich aus, daß Deutschland und Ruß­land es ausschließlich als ihre Aufgaben ansehen, im Raum des unter den Schlägen des deutschen Schwertes zusammengebrochenen und an seinem völligen Mangel an politischer, ethnischer, wirt­schaftlicher und kultureller Homogenität zerfalle­nen polnischen Staates Versailler Prägung die Grundlagen einer Neuordnung zu legen, die, wie der Vertrag sagt, den dort lebenden Völkerschaften ein ihrer völkischen Eigenart entsprechendes friedliches Dasein sichert. Und weil Deutschland und Rußland als die beiden diesem Raum allein benachbarten Großmächte hier auch allein lebenswichtige Inter­essen zu verteidigen haben, müssen sie selbstverständ­lich irgendwelche Einmischungsversuche dritter Mächte ablehnen.

Die Geschichte der britischen Garantie für Polen hat ja aller Welt hinreichend deutlich gezeigt, wie es mit dem wahren Interesse Englands für den osteuropäischen Raum bestellt ist. Polen fand mir solange das Interesse Englands, wie man es in London als Festlandsdegen gegen Deutschland ge- brauchen zu können glaubte. Nachdem es unter den deutschen Schlägen überraschend schnell zerbrochen ist, hat man in London Polen ohne jede Gemüts­bewegung von seiner politischen und militärischen Rechnung abgesetzt und sich anderen Kombinationen zugewandt. Denn das Schicksal des polnischen Vol­kes war den westlichen Demokratien von jeher höchst gleichgültig. Ihr einziges Interesse am ost­europäischen Raum bestand in einem polniichen Staat, der schon durch seine künstliche Aufblähung als Folge der Einbeziehung so vieler nichtpolnischer Volksgruppen notwendigerweise in Gegensatz zu seinen beiden großen Nachbarn Deutschland und Rußland geraten mußte und zudem geeignet er­scheinen konnte, für alle Zeiten eine Erneuerung der deutsch-russischen Freundschaft zu verhindern, die solange der Alpdruck britischer Staatsmänner gewesen war.

Wie vor zwanzig Jahren d?r polnisch-französische Militärpakt, so hatte auch das polnisch-britische Ga­rantieabkommen dieses Jahres einzig und allein den Zweck, an Deutschlands Ostgrenze eine politische Unruhe zu stabilisieren, die das Reich dauernd in Atem hallen sollte. Das mußte aufhören, wenn das nationalsozialistische Reich sich jemals in Ruhe den großen Aufgaben seines inneren Aufbaues zuwen­den wollte. Da der polnische Staat im Vertrauen auf Englands Unterstützung keinem gütlichen Ueber- einkommen zugänglich war, mußte das deutsche Schwert sprechen und müssen nun Deutschland und Rußland ihre historische Ausgabe in Angriff neh­men, dem osteuropäischen Raum jene politische Ge­stalt zu geben, die ihren eigenen Lebensinteressen entspricht und den Völkern dieses Raumes eine friedliche Zukunft sichert. Polen als Großmacht war eine Illusion, die in den Hirnen maßloser polnischer Chauvinisten von Paris und London aus sehr durch­sichtigen Gründen genährt wurde. Die deutsch-russi­sche Regelung macht mit diesem Traum ein radikales Ende. Und das ist gut so. Das werden die Polen selbst, die wohl schon inzwischen erkannt haben dürf­ten, was sie von der angeblich so uneigennützigen Freundschaft Englands und Frankreichs zu halten haben, auch bald begreifen und sich frei von der Belastung politischer Aspirationen, die weit über die innere Kraft ihres Staates Ang, den großen Aufgaben zuwenden, die zum Schaden des polni­schen Volkes in der unter dem Unstern von Versail­les stehenden Phase seiner Geschichte ungelöst ge­blieben sind.

Die deutsch-russische Uebereinkunft ist ein sicheres Fundament für einen dauerhaften Frieden in Ost­europa und nach Auffassung beider Vertragspartner entfällt damit jeder Grund, den Kriegszustand zwi­schen den westlichen Demokratien und Deutschland fortzusetzen. Der Führer hat ja noch in seiner Dan­ziger Rede erklärt, daß Deutschland im Westen keinerlei Kriegsziel hat: sollten also die erneuten Bemühungen, dem Kriegszustand zwischen Deutsch­land und den beiden Westmächten ein Ende zu machen, keinen Erfolg haben, so steht die Verant­wortung der beiden Westmächte hierfür vor aller Welt fest, lieber die daraus sich notwendig machen­den Maßnahmen werden Deutschland und Rußland dann erneut Beratungen aufnehmen. Das ist eine ganz klare Linie, darüber darf man sich in London keinerlei Täuschung hingeben. Die britische Polillk hat so lange Rußland falsch eingeschätzt und sich noch törichten Illusionen hingegeben, als Moskaus Ent- schluß, mit Deutschland zusammen die Neuordnung in Osteuropa durchzuführen, längst feststand, daß es vom britischen Standpunkt aus unverzeihlich wäre, an der Eindeutigkeit der Moskauer Beschlüsse den geringsten Zweifel zu setzen.

Reichsaußenminister von Ribbentrop hat vor seiner Abreise aus Moskau noch einmal mit aller nur wünschenswerten Eindeutigkeit festgestellt, daß Deutschland und Rußland sich in die osteuropäischen Fragen niemals mehr bineinreden lassen werden und daß beide entschlossen sind, wenn die West­mächte keine Neigung zeigen sollten, den völlig sinn­losen und aussichtslosen Kampf gegen Deutschland aufzugeben, dem mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. Daß auch dies so wenig eine leere Dro­hung ist, wie einstmals der deutsch-russische Nicht­angriffspakt ein bloßer Bluff war, darauf deutet schon das in Moskau ebenfalls vereinbarte Pro­gramm einer engen wirtschaftlichen Zu­sammenarbeit zwischen Deutschland und Ruh- land hin.

Deutsche Luftwaffe auch über See hervorragend erfolgreich. Zum heutigen Lagebericht des Oberkommandos der Wehrmacht.

Zu dem Freitags-Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht schreibt derDeutsche Dienst":

In den letzten Tagen konnte der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht stets Meldun­gen der Luftwaffe über erfolgreiche Kämpfe mit englischen oder französi­schen Flugzeugen veröffentlichen. So wurden seit Sonntag im Westen nicht weniger als 19 feindliche Flugzeuge, dazu 2 Fesselballons, abgeschossen. Diese Zahl erhöht sich heute durch die 5 nach dem erfolg­losen Angriff auf deutsche Seestreitkräfte herunter­geholten britischen Flugzeuge auf 24. Die deutsche Luftwaffe hat auch dort, wo sie sich nach der raschen und gründlichen Erledigung ihrer Aufgaben in Polen darauf beschränkt, feindliche Flüge ab­zuwehren, sehr beachtliche Erfolge erzielt. Sie konnte darüber hinaus gegenüber der eng­lischen Flotte in so durchschlagender Weise wirksam werden, daß die gespannte Aufmerksamkeit der ganzen Welt erregt wurde. Am Mittwoch wurde &e Zerstörung eines englischen Flug­zeugträgers und die schwere Beschädi­gung eines englischen Schlachtschiffes durch mehrere Treffer bekanntgegeben. Am gleichen Tage griff eine deutsche Kampfstaffel weit im Nor­den Großbritanniens bei der Jsle of May feine 50 Kilometer von der schottischen Hauptstadt Edinburgh entfernt, einen englischen schwe­ren Kreuzer an, der dabei durch eine 250- Kilogramm-Bombe beschädigt wurde.

Der Angriffsgeist der deutschen Flieger, der in Polen innerhalb von acht Tagen die feindliche Luft­

waffe völlig zum Verschwinden brachte, hatte sich auch hier wieder hervorragend bewährt und den für die Kriegführung verantwortlichen englischen Amtsstellen große Sorgen bereitet. Sie suchen sich durch Flugblattabwürfe über westlichen Teilen des deutschen Reichsgebietes zu entschädigen. Aber diese Entlastungsversuche sind allzu billig. In Mondnächten 6000 bis 7000 Meter hoch über Gaue des deutschen Westens zu fliegen in einer Höhe, aus der Bombenflugzeuge wirkungsvolle Angriffe nicht zu führen vermögen das ist ein Reklametrick, aber kein militärisches Unternehmen. Militärische Aktionen werden durch Jagdflieger abgewehrt. Die Abwehr der Flug­blätter aber, die aus der Himalajahöhe auf die Moore und Wiesen Nordwestdeutschlands geworfen werden, besorgt das gesamte deutsche Volk, das gegen das Gift des Londoner Lügenministeriums immun ist. Es bedauert nur die englischen Flieger, die als an­ständige Soldaten gezwungen sind, die schmutzigen Erfindungen internationaler Hochstapler, wie des Herrn Knickerbocker, unter Einsatz ihres Lebens ad- werfen zu müssen.

Vor der ganzen Welt aber haben die letzten Septembertage wieder bewiesen, daß die bri­tische Flotte nicht nur ans und un­ter dem Wasser angreifbar ist. Die deutsche Luftwaffe hat gezeigt, daß sie England in seiner bisher unbeschränkten Herr­scherstellung auf dem Weere zu verwunden vermag.

Die Konterbaudesrage auf der Panama-Konferenz.

Südamerikanischer Beschluß gegen britische Seeräuberpraxis dringt durch.

Panama, 30. September. (DNB.-Funkspruch.) Auf der Panamakonferenz gelang es am Sams­tag den Chilenen, aus ihren Vorschlägen und den Vorschlägen Argentiniens und Uruguays einen Kompromiß zu formen und im Unterausschuß zur An ahme zu bringen. Das gemeinfame Vorgehen dieser drei Staaten hat besonderen Ein­druck hinterlassen. Der Beschluß wendet sich ent­schieden gegen die britische Auffassung, als Konterbande Waren oder Stoffe anzuerkennen, die für den Lebensbedarf der Bevölke­rungen kriegführender Länder notwendig sind. Der Beschluß unterscheidet nicht zwischen Zivil und Militär und läßt nur eigent­liches Kriegsmaterial als Konterbande zu.

Die größte Zeitung Chiles,Mercurio", schreibt, daß Chiles Haltung, unterstützt durch Argentinien, seine Rechtfertigung im internatio­nalen Recht finde. Die amerikanischen Republi­ken hätten ein unbestreitbares Recht, ihren Handel innerhalb und außerhalb des Kontinents meiter« zutreiben ohne andere Einschränkungen als solche, die durch Vereinbarungen der Gemeinschaft der Völker von vornherein gegeben sind. Das eng­lische System der Schwarzen Listen be­deute eine unzulässige Einmischung und Störung der Wirtschaft dieser Republiken. Im Weltkrieg habe sich die absolute Ignorierung der politischen und wirtschaftlichen Souveränität der südamerikanischen Länder durch gewisse Kriegfüh­rende gezeigt. Die freien Länder Amerikas könn­ten und dürften sich aber nicht eine Behandlung als Faktoreien gefallen lassen. Die europäischen Konsu-

lawertreter hätten die Verpflichtung, die Lan­desgesetze zu respektieren, andernfalls könne ihnen ohne weiteres das Exequatur ent­zogen werden.

Ebenso dürften Staatsangehörige kriegführender Länder nicht Bedingungen stellen, die mit den Landesgesetzen unvereinbar seien. Die chilenische Regierung verteidige ihre natio­nale Souveränität, lehne die subalterne Rolle einer Faktorei ab und beweise unbedingten Neutralitätswillen, indem sie gemeinsame Entschlüsse der Panamakonferenz gegen das System der Schwarzen Listen ansttebe.

Eine Friedensrede des amerikanischen Kriegsministers.

Washington, 30. Sept. (DNB.-Funkspruch.) In einer Rundfunkrede anläßlich des 150. Jahres­tages der Organisierung der amerikanischen Bundes­armee erklärte Kriegsminister Woodring, die natio­nale Wehrkraft werde verstärkt, um es den Ver­einigten Staaten zu ermöglichen, nachdrücklich für den Frieden einzutreten. Die Regierung sei entschlossen, soweit es in ihrer Macht liege, z u verhindern, daß sich kriegerische Er­eignisse auf Amerika ausdehnten. Diesem Zweck diene das Programm zur Stär­kung der Verteidigungskräfte. Wood­ring betonte wiederholt die konstruktive Arbeit der Bundesarmee in Friedenszeiten auf den Gebieten des Straßen-, Kanal- und Flußdammbaues.

Die neuen Moskauer Vereinbarungen erneuern die alte historische Freundschaft zwischen Deutsch­land und Rußland. Die klare Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären erlaubt nicht an irgendwelchen Konfliktsstoff zwischen beiden großen Mächten zu glauben. Die Zusammenarbeit beider ist fest und kompromißlos. Darüber muß man sich in London klar werden, daß es in seiner Hand liegt, ob ein ganz sinnloser Kriegszustand fortgeführt werden soll oder nicht.Krieg oder Frieden" ist die Frage, die nun vor aller Welt an England gestellt wird.

Dr. Fr. W. Lange.

Lteberwaliigend und weder schmetternd.

Ein polnischer Oberst über den Zusammenbruch.

Stockholm, 29. Sept. (DNB.) DasNya Dagligt Allehanda" bringt einen Bericht ihres Sonderberichterstatters, der das Internie­rungslager für polnische Offiziere in Litauen besucht hat. Der Berichterstatter gibt ein Gespräch mit einem polnischen Obersten wieder. Dieser erzählt ihm, man habe geglaubt, daß Hitter bluffe. Eine große Ueberraschung aber sei die phantastische Schnelligkeit gewesen, mit der die Deutschen zum Kampf übergegangen seien, und gleichzeitig auch die nahezu unglaubliche Menge von Panzern und Flugzeugen, die deutscherseits eingesetzt worden seien. Es sei überwältigend und niederschmetternd gewesen, zumal die Polen nicht genügend mit Pcm- zeradwehrgeschiitzen versehen gewesen seien. Die pol­nischen Soldaten hätten teilweise versucht, auf die deutschen Panzer zu klettern und durch die Aus­guckluken mit dem Revolver zu schießen. Aber bas ganze sei völlig sinnlos gewesen. Es sei eine Tatsache, daß die polnische Armee einem ganz anderen Kriege gegenü berge ft eilt wor­den sei als man erwartet habe.

Weiter berichtet der polnische Oberst, daß durch den starken Einsatz der deutschen Luft­waffe die polnischen Truppenteile schon ver­nichtet waren, ehe sie überhaupt nur zur Auf­stellung gekommen seien. Ehe der Krieg rich- tig angefangen habe, seien die Verbindungs­linien zerstört gewesen. Die neu aufzustellen­den Abteilungen hätten niemals ausgestellt und or­ganisiert werden können. Am zweiten Tage nach Kriegsausbruch habe die deutsche Luftwaffe sich auf eine neue Taktik eingestellt. Mit ungeheurer Schnel­ligkeit hätten sie die Pferde der polnischen Artil- lerie niedergemäht..Dies sei ihnen so vollständig ge­glückt, daß schon wenige Tage nach dem Ausbruch des Krieges verschiedene Arttllerieabteilüngen

überhaupt nicht mehr ihre Stellungen wechseln konnten. Der phantastische Blitzangrift Deutschlands habe die Polen von Anfang an nie­dergeschmettert. Es habe überhaupt gar keine Rolle gespielt, wo die polnischen Armeeabteilungen gestan­den hätten, ob in der Nähe der deutschen Grenze oder in der Nähe der russischen. U e b e r a 11 seien sie ständig neuen Luftangriffen bei Tag und Nacht ausgesetzt gewesen. Sobald ein deutsches Geschwader zu einem deutschen Stützpunkt zurück- gekehrt märe, seien bereits neue gestartet. Das ganze sei hoffnungslos gewesen.

Oie bulgarisch-russischen Begehungen.

Sofia, 29. Sept. (Europapreß.) In politischen Kreisen verlautet, daß Ministerpräsident Kjosse- i m a n o f f und Finanzminister Boschiloff sich am 30. September nach Moskau begeben wer­den zur Unterzeichnung des neuen Handelsvertrages mit Sowjetrußland. Diese Reise sowie auch die be­kannt gewordene Ernennung eines neuen Sowjet- gesandten in Sofia werden als neue Beweise der russisch-bulgarischen Annäherung auf- gefaßt, deren Grundlage bereits im Frühjahr wäh­rend des Besuchs des stellvertretenden Kommissars für auswärtige Angelegenheiten, Potjemkin, in Sofia gelegt wurde.

Kleine politische Nachrichten.

Im Interesse der Hebung des Zahlungs- und Kreditverkehrs im besetzten polnischen Ge­biet erließ der Oberbefehlshaber des Heeres zwei Verordnungen, nach denen die Reichsmark neben dem Zloty als gesetzliches Zahlungs­mittel eingeführt rSird und Reichskreditkas­se n in diesem Gebiet errichtet werden.

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Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichs- Iciter Baldur von Schirach, hatte die Führer der Gebiete und die K.- Gebietsführer zu einer Arbeitstagung nach Berlin berufen. Er teilte ihnen hier die Richtlinien für den weiteren Einsatz der HI. während der Dauer des Krieges mit.

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Reichsleiter Dr. Ley hat von der Ordensburg Crössinsee eine mehrtägige Fahrt durch West Preußen und das posensche Gebiet nach Danzig und Gotenhafen angetreten. Dr. Ley wird am Sonntagmittag auf einer großen Danziger Werft zur Gefolgschaft sprechen und mit dem Danziger Gauleiter Forster Einrichtungen der Deutschen Arbeitsfront im Danziger Gebiet besuchen.

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In Berlin fand unter Vorsitz des Reichsministers D a r r 6 eine Zusammenkunft der Lan­de s b a u e r n f ü h r e r statt. Die Landesbauern, führer erstatteten über die in den ersten fünf Wochen

der Kriegsernahrungswirtschaft von ihnen geleistt, Arbeit Bericht und erhielten Anweisungen für Ht kommenden Aufgaben, besonders auch in der zeugungspolitik. *

Alle über 15 Jahre alten Staatsan gehörig gen d e s Irak müssen sich innerhalb ü cn 24 Stunden bei der nächsten Ort,, Polizeibehörde persönlich melden.

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Der Führer empfing den neuernannten tüt. kischen Botschafter Hüsrev Gerede xlt Ucberreidyung seines Beglaubigungsschreibens. Aj der An- und Abfahrt erwies eine Ehrenwache bis Heeres militärische Ehrenbezeugungen.

Die luxemburgische Regierung ha t sih bereits zweimal veranlaßt gesehen, bei brr französischen Regierung Protest wegen klar <t- wiesener Ueberfliegung des luxembut. gischen Hoheitsgebietes durch fran­zösische Flugzeuge zu erheben. Durch tfe Ueberfliegung von Esch und von Mondors fjabiti sich französische Flugzeuge zweimal des Bruches btr Neutralität Luxemburgs schuldig gemacht.

Der Direktor des Rundfunksenders Luxeni. bürg, Peulyey, ist zumDirecteur de la Radio Franchise ernannt worden. Es unterstehen ihm damit also sämtliche Rundfunksender Frankreichs. Der Rundfunksender Luxemburg hatte auf Anordnung der Luxemburger Regierung seinen Betrieb vollständig eingestellt, um die strenge Neutralitätspolittk Luxemburgs nicht zu $ti fährden.

Die Evakuierung des Reichsmuseum, in A rn ste r d arn ist nunmehr beendet. 35 000 W der wurden eingepackt und über das ganze Land in Geheimdepots untergebracht.

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König Leopold von Belgien setzte seine I« svektionsreise an der Süd-West-Front fort und be­sichtigte einen großen M i l i t ä r f l u g p l a tz in der Provinz Hainaut. Dabei ließ sich der König bin Fliegeroffizier vorstellen, der bei dem Kampf mit dem englischen Bombenflugzeug über belgischem Gebiet abgestürzt und verwundet morbtn war. Er übergab dem Flieger den Kronenorden.

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Wie dieNational-Zeitung" erfährt, tritt mit dem 1. November inderSchweizdie endgültige Re« tionierung einer Anzahl von Lebens­mitteln in Kraft. Damit wird ein einheitlich, Kartensystem für die ganze Schweiz eingeführt. Die Rationierung erstreckt sich auf Zucker, Reis, leig« waren, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen und Linsen), Hafer- und Gerstenprodukte, Getreidemehl, Mais­mehl und Maisgrieh, Speisefett und Speiseöl. Frei bleiben weiterhin Brot, Milch, Fleisch, frische Butter, Käse, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Konserven.

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Das slowakische Außenministerium hat den ehe­maligen slowakischen Gesandten in London, Milan Harmino, seines Amt» enthoben und durch die Staatsanwaltschaft m Preßburg die Strafuntersuchung gegen ihn etnto ten lassen. Harmino hat seiner am 2. ©eptembet telegraphisch erfolgten Abberufung und der Aus' forderung, nach Preßburg zurückzukehren, nicht Folge geleistet.

Die beiden englischen Schulen in Istan­bul, die bisher für Knaben und Mädchen beftrnn« den, haben den Unterricht nicht wieder aus- nehmen können, weil die englischen Lehrer die Reise von England nach Istanbul zum neuen lliv terrichtssemester nicht mehr anzutreten wagten. 3m Gegensätzen den englischen Schulen wird in bcr deutschen Schule in Istanbul der Unter­richt uneingeschränkt weitergeführt * '

Wie aus Bukarest gemeldet wird, ist der pol­nische Staatsschatz auf 14 Lastwagen aus Czernowitz kommend in Bukarest eingetroffen. Die kostbare Ladung wurde in die Stahlkammern der rumänischen Nationalbank gebracht

Verlängerung der Kristen des Wechsel- und Scheckrechies.

Berlin, 29. Sept. (DNB.) Durch DerordnuH vom 18. September 1939 sind die Fristen des Wech­sel- und Scheckrechtes für Vorlegungen und Protest- erhebungen soweit sie nicht vor dem 28. August 1939 abgelaufen waren um 30 Tage v e r- I ä n g e r t worden. Diese 30tägige 23erlängenrni der Frist märe nunmehr für Diejenigen Wechsel und Schecks abgelaufen, bei denen die ursprüng­lichen Fristen bereits am Stichtag (28. 8.1930) oder in den nächstfolgenden Tagen zu Ende gegan­gen wären. Um nun den Gläubigern die Möglich reit zu geben, in wirtschaftlich begründeten Fällen noch weiter zu warten, ist die SOtägige Frist durch Verordnung vom 28. September 1939 für Wechsel und Schecks, bei denen die ursprünglich en Fristen in der Zeit vom 28. August bis 28. Septem iber 1939 abgelaufen wären, um weitere «Tage verlängert worden. Fristen des Wech­sel- und Scheckrechtes für Vorlegungen und Protest- erhebungen gehen daher soweit sie nicht vor dem 28. August 1939 bereits abgelaufen waren - frühestens mit dem 26. Oktober 193? zu Ende.

Oie Kreiwilligenmeldungen.

Dem Führer und Obersten Befehlshaber lief Wehrmacht sowie dem OKW. und OKH. gehen eint große Anzahl von Anträgen Freiwillig-l zur sofortigen Einstellung in di< Wehrmacht zu. Es handelt sich dabei nicht nur um ungediente Leute, sondern auch u m ehemalige Soldaten, die ihre Wiederein- stellung erstreben. Zur Behandlung dieser greint ligenmelbungen hat das Oberkommando der Wehr­macht in einer Verfügung die erforderlichen An­weisungen getroffen. Wenn nicht irgendwelche zwin­gende Gründe entgegenstehen, ist dem geäußerten Wunsch möglich st zu entsprechen.

Vorläufig keine Verleihung von Oienft auszeichnungen der Wehrmacht.

Die Verleihung von Dienstauszeichnungen ans Grund von Dienstzeiten nach dem 1.Sep­tember 1939 wird vorläufig ausgesetzt, töit eine Anordnung des Oberkommandos der Wehr­macht ergibt. Die Verleihung wird zu gegebenei Zeit unter voller Anrechnung der Dienstzeit für Be­rufssoldaten und aktive Wehrmachtsbeamte nack- geholt. Anträge auf Grund bis einfchließ' l i ch 31. August 1939 abgeleisteter entspreche^ der Dienstzeiten können dagegen noch gestellt m® die Verleihungen durchgesiihrt werden.