Ausgabe 
30.8.1939
 
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verkaufen, wenn bei der Hauptmenge des Obstes die Reife voll oder doch wenigstens nahezu einge­treten ist. Das bei diesem Verfahren etwas reich­licher aufkommende Obst soll von den Mitgliedern irrtb den Vereinen Reichsbahn-Landwirtschaft e. 23. gesammelt und bestmöglichst verwertet werden.

Darüber hinaus hat die Reichsbahn die Mrt- Meder der Vereine und sonstige R ei chsb a hnbedien- stete auffordern lassen, der Diebstahlgefahr tatkräf­tig und mit allen Mitteln zu begegnen. Den jeweils Anständigen Vereinsleitern sollen rücksichtslos alle Personen gemeldet werden, die bei einem Diebstahl auf Reichsbahngelände angetroffen werden. Beson­dere Sorgfalt soll der Bestimmung des Zeitpunktes des Obstverkaufes gewidmet werden. Angesichts dessen, daß die Reichsbahn-Landwirtschaft eine WMfahrtseinrichtung für Reichsbahner ist, wird gebeten die anfallenden Edel- und Mostobstmengen zunächst den Mitgliedern der Reichsbahn-Landwirt­schaft und dann sonstigen Reichsbahnern onzubieten. Bei der Festsetzung der einfachen Abgabemengen wird um Berücksichtigung des Familienstandes der Käu­fer gebeten. Die nach der Deckung des Bedarfes der erwähnten Abnehmer noch verbleibenden Mengen an Mostobst sollen den Reichsbahnmäßigkeitsver­einen angeboten werden. Sofern auch dann noch

Bestände übrig bleiben, sind diese dem Handel und den Kreisobstverwertungen anzubieten.

Vor dem Verkauf des Obstes sind die Baume mit gelbem Farbstift auf glatter Rindenfläche (ohne den Baum anzuschneiden) zu numerieren. Sodann hat der 23ereinsführer oder dessen Obmann einen Mindestpreis festzusetzen. Begehren im Derkaufs- termin mehrere den Behang, so ist eine Steigerung des Preises bis zum amtlich festgesetzten Erzeuger­preis für die betreffenden Obsternten zulässig. Die Erzeugerpreise sind, falls sie nicht öffentlich bekannt- gegeben worden sind, bei den zuständigen Kreis- bauernschaften zu erfragen. Die Reichsbahn bittet, die Käufer darauf hinzuweisen, daß das Obst nur durch Pftücken und nicht durch Schütteln oder Ab­schlagen geerntet werden darf. Selbstverständlich dürfen Zweige weder abgebrochen, noch ab gesägt werden. Zuwiderhandelnde werden ersatzpflichtig ge­macht und von künftigen Obstverkäufen ausge­schlossen.

Mit Rücksicht auf die große Bedeutung einer völligen Verwertung der deutschen Obsternte in- nechalb der häuslichen Dorratswirtschaft soweit nicht die verarbeitende Industrie oder der Frisch­markt die Bestände übernehmen sind die Be- jtrebungen der Reichsbahn-Landwirtschaft nur zu unterstützen.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

<£ Leihgestern, 29. Aug. Bei dem am Mon­tag gegen 15 Uhr mit schwerem Regen hier nieder­gehenden Gewitter schlua der Blitz in einige noch auf dem Felde stehende Fruchthaufen, die in Flammen aufgingen. Eine Warnung für die Bevölkerung, bei Gewitter im freien Felde nicht unter den Getreidehaufen vor dem Regen Schutz zu suchen!

Wieder Autodiebe am Werk.

Lpd. Frankfurt a. M., 29. August. In den letzten Wochen wurden in Frankfurt am Main mehrere Personen wegen Autoberaubungen festgenommen. Eine Anzahl der gestohlenen Gegen­stände wurde wieder herb ei geschafft und befindet sich im Polizeipräsidium. Da die Eigentümer teil­weise nicht bekannt sind, werden Personen, deren Kraftwagen in der Zeit von Februar bis Juli 1939 bestohlen wurden, gebeten, sich beim 3. Kommis­sariat im Polizeipräsidium zu melden.

Mähmaschine

vom Straßenbahnzug überfahren.

' Ein Toter.

Lpd. Frankfurt a. M., 29. August. Am Dienstagfrüh ereignete sich auf einem Feldweg, der über den Bahnkörper der Lime 24 in Nieder- ursel hinwegsührt, ein folgenschwerer Unfall. Ein Straßenbahnzug mit zwei Anhängern befuhr die Strecke in Richtung Frankfurt. Parallel mit dem Bahnkörper verläuft ein Feldweg, auf dem eine mit zwei Pferden bespannte Mähmaschine fuhr. Der Fahrer bog plötzlich nach links ab, um über den Bahnkörper hinweg auf die Straße Oberursel- Frankfurt zu gelangen. Obwohl er im letzten Moment seine Pferde antrieb er hatte wohl zu dieser Zeit die ankommende Straßenbahn be­merkt, wurde die Mähmaschine vom Straßenbahnzug erfaßt und gegen einen Leitungsmast geschoben. Das Hintergestell der Maschine riß sich vom Vorderteil ab, so daß die Pferde nicht verletzt wurden. Der Fahrer aber, ein 63jähriger Mann, verunglückte tödlich. Die poli­zeilichen Ermittlungen bezüglich der Schuldfrage sind noch nicht abgeschlossen.

Ein reumütiger Dieb.

Lpd. Frankfurt a. M., 29. Aug. Ein Ein­wohner eines westlichen Vorortes erhielt einen größeren Geldbetrag übermittelt. Er war zunächst der Meinung, daß hier ein. Irrtum vor­

liegen müsse, da er von niemand Geld zu erwar­ten hatte. Aus dem Begleitschreiben aber ersah er, daß der Absender ein reumütiger Mann war, der ihn vor Jahren einmal bestohlen hatte und jetzt sein damaliges Vergehen wieder gutmachte. Er schilderte gleichzeitig seine damalige Rot und seine jahrelangen Gewissensbisse. Der Mann, dem es heute recht gut geht, war nie in einen Verdacht gekommen, der Bestohlene aber, der sein Eigentum mit Zinsen und Zinseszinsen wiedererhiett, kann es heute doppelt gut gebrauchen.

Ein Schwerverbrecher wirb gesucht.

Lpd. Frankfurt a. M., 29. Aug. Rach Ver­übung eines- Einbruchs in ein Waffengeschäft in Gotha ist am 18. Juli 1939 der 33jährige Waldemar Böhler geflüchtet. Rach den bisherigen Ermitt­lungen und nach Aussagen eines Mittäters, der bei dem Einbruch festgenommen werden konnte, hat sich Böhler kurze Zeit vor dem Einbruch in Kassel unangemeldet aufgehalten. Er steht außerdem im dringenden Verdacht, am 31. März d. I. in Berlin einen Raubmord an einem Kassenboten begangen zu haben. Böhler hat auch in Hannover, Halle, Nord­hausen, Wittenberg, Angermünde, Gotha, Kassel und Frankfurt a. M. Straftaten verübt. Er ist etwa 1,70 Meter groß, schlank, hat schmales Gesicht, schmale Nase, blaugraue Augen, abstehende Ohren, mittelblondes Haar, waagerechte tiefe Stirnfalten und Narben am linken Handgelenk. Sachdienliche Mitteilungen über den Aufenthalt des Döhler nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Jugendlicher Kellereinbrecher verhaftet.

Lpd. Frankfurt a. M., 29 September. Der Frankfurter Polizei gelang es, einen langgefuchten Kellereinbrecher fest zu nehmen. Es handelt sich um einen 17jährigen Burschen, der in einem Frankfurter Betrieb beschäftigt war und bei seinen Eltern wohnte. Auf sein Konto kommen etwa 20 Kellereinbrüche, wobei er große Mengen Eier, eingemachte Früchte, Wein usw. erbeutete. Die Einbrüche wurden ihm fast ausnahmslos durch ungenügende Sicherung der Kellertüren ermöglicht. Trotzdem im den Zeitungen auf den Dieb aufmerk­sam gemacht und vor dem Ankauf von Eiern usw. gewarnt worden war, deren Herkunft fraglich er­schien, haben mehrere Personen verantwortungs- und gewissenlos dem Burschen für ein Trinkgeld die ^gestohlenen Sachen abgenommen und sich damit der Hehlerei schuldig gemacht.

sji.-fpott

3mmer noch SA. Garvs. StockholmerFiinfkamPf nach dreMebnngen.

Leutnant Garvs (Deutschland) hat beim Stockholmer Fünfländertreffen im Modernen Fünf- kärnpf am zweiten Tag die Führung übernommen. Im Degenfechten kamen Oblt. Frhr. v. Schlotheim (Deutschland) und Fähnrich Dartia (Finnland) ge­meinsam auf den ersten Platz vor Lt. Garvs, Oblt. Cramer (D) und Lt. Flockner (D). Nach dem Reiten und Fechten führte Lt. Garvs mit 5 Punkten vor Lt. Bratt (Schweden) mit 9 und Oblt. Frhr. van Schlotheim mit 12 Punkten.

Das Fünfländertreffen im Modernen Fünfkampf in der Fliegerkriegsschule Ljungbyhed bei Stock­holm brachte am Dienstag noch das Pistolenschie­ßen. Die Leistungen waren über jedes Lob erhaben, 18 Teilnehmer hatten mit jedem Schuß einen Tref­fer, die Ringzahl entschied über die Placierung. Der Deutsche Lt. Garvs konnte im Schießen den 6. Platz belegen und seinen Vorsprung in der Ge­samtwertung ausdehnen. Mit 11 Punkten liegt er jetzt vor dem aufgerückten Finnen Kivipäre (18) und Oblt. Frhr. v. Schlotheim (20 P.) auf dem 1. Platz. Dann folgen die vier Nordländer Lt. Bratt (Schweden), Gyllenstierna (Schweden), Lind- blad (Finnland) und Egnell (Schweden), der Ge­winner des Schießens. Die gleiche Leistung wie Egnell vollbrachte der Finne Kivipäre, der bei 20 Treffern gleichfalls 198 Ringe erreichte. Die deutsche Mannschaft zeigte im Schießen recht aus­geglichenes Können. Lt. Garos wurde 6., Oblt. Frhr. v. Schlotheim belegte den 7. Platz und Oblt. Lemp wurde 5. Ergebnisse:

Pistolenschießen: 1. Lt Egnell (Schweden) und Lt. Kivipäre (Finnland) 198 Ringe; 3. Oblt. Grut (Schweden) 194 R.; 4. Lt. Lindblad (Finn­land) 193 R.; 5. Oblt. Lemp (Deutschland) 193 R.; 6. Lt. Garvs (Deutschland) 191 R.; 7. Oblt. Frhr. v. Schlotheim (Deutschland) 190 R.; 18. Cramer (Deutschland) 179 R. (alle 20 Treffer); 23. Lt. Fleckner (Deutschland) 193 R. (19 Treffer).

Gesamtwertung: (nach Reiten, Fechten, Schießen) 1. Lt. Garvs (Deutschland) 11 P. (2+3+6); 2. Lt. Kivipäre (Finnland) 18 P.; 3. Oblt. Frhr. v. Schlotheim (Deutschland) 20 P.; 4. Lt. Bratt (Schweden) 20 P.; 5. Oblt. Gyllenstierna (Schweden) 22 P.; 6. Lt. Lindblad (Finnland) 25 P.; 7. Lt. Egnell (Schweden) 28 P.; 8. Lt. Baigar (Ungarn) 29 P.; 9. Oblt. Lemp (Deutschland) 31 P.

Nationenwertung:!. Schweden; 2. Deutsch­land; 3. Finnland; 4. Schweiz; 5. Ungarn.

Vorläufig ohne Krafisahrsport.

Der Führer des deutschen Kraftfahrsparts, Reichsleiter Korpsführer Hühnlein, hat ver­fügt, daß mit Rücksicht auf den derzeitigen Bedarf an Treibstoffen und die Beanspruchung der zur Verfügung stehenden Kräfte für wehrpoli tische Zwecke alle für die nächste Zeit vorgesehenen kraft- fahrsportlichen Veranstaltungen abgesagt und eben­so schon begonnene Dorbereitungsarbeiten mit so­fortiger Wirkung eingestellt werden.

DBM.-Frauen-Endkampf verlegt.

Aus verkehrstechnischen Gründen wurde der für Sonntag nach Berlin angefetzte Endkampf um die deutsche Vereinsmeisterschaft der Frauen zwischen den vier vom Reichsfachamtsleiter zugelassenen Mannschaften abgesagt. Die Entscheidung wird an einem späteren Termin nachgehvlt.

Die Radweltmeisterschasten abgebrochen.

Die am Sonntag begonnenen Weltmeisterschaften der Radfahrer in Mailand find am Dienstagmorgen abgebrochen worden. Der Vorstand des Internatio­nalen Radfahreroerbandes hat auf Vorschlag der Vertreter Deutschlands, Dänemarks, Frankreichs, Hollands, Luxemburgs, Finnlands und Belgiens in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, die Rad­weltmeisterschaften 1939 auf einen späteren Zeit­punkt zu verlegen, wobei die bisher erzielten Er­gebnisse anerkannt werden. Es wurde die Möglich­keit vorgesehen, die Radweltmeisterschaften im Sep­tember an einem van dem Italienischen Radfahrer­verband festzusetzenden Zeitpunkt fortzusetzen.

Wie aus Amsterdam eingetroffene Meldungen besagen, find auch die für 1.3. September nach Amsterdam anberaumten Europameisterschaften der Ruderer abgesagt worden.

Die Schwedin Bauer bezwang den Kanal.

Die bekannte schwedische Langstreckenschwimmerin Sally Bauer vollbrachte zu Beginn der Woche eine neue große Leistung. Sie durchschwamm in 15 Stunden und 22 Minuten den Aerinel-Kanal

in der Richtung FrankreichEngland. Der Start erfolgte bei Kap Gris Nez und die Landung etwa 10 km westlich van Dover.

Frl. Bauer ist die elfte Frau, der die Kanal- Durchquerung gelang. Die Liste wird angeführt von der Amerikanerin Gertrud Ederle, die im Jahre 1926 diese immer wieder bewunderungswür­dige Leistung vollbrachte. Einige Engländerinnen machten es der Amerikanerin in den folgenden Jahren nach, und 1934 und 1938 bezwangen auch zwei deutsche Schwimmerinnen Frau Faber und Frau We nd e 11 die Meerenge. Am schnell­sten war Gertrud Ederle mit 14:32 Stunden. Don Öen 14 Männern, die den Kanal bezwangen, war der Franzose Lacoine im Jahre 1937 mit 10:30 Std. der schnellste, dach ist diese Zeit vielfach an­gezweifelt worden. Die erste Kanal-Durchquerung überhaupt gelang dem englischen Kpt. M. Webb im Jahre 1875 zwischen Dover und Calais in einer Zeit von 21:45 Stunden. Im Jahre 1926 stellte der Deutsche Ernst Merkötter (Köln), der später nach Kanada auswanderte, mit 12:40 Stunden einen

Rekord auf, der noch im gleichen Jahr von dem Franzosen Michel mit 11:05 Std. geschlagen wurde. Michels Rekord wurde dann vor zwei Jahren von dem bereits erwähnten Lacoine verbessert.

Kurze Sportnotizen.

Der deutsche Rekord im 1 5 0 0 - Meter. Lauf, den der Münchner K a i n d l am 20. August in Köln beim Leichtathletikländerkampf gegen Eng. land mit 3:50,2 Minuten aufstellte, wurde jetzt vom Reichsfachamt anerkannt. *

Die Frankfurter H e r b st r e g a 11 a, die am kommenden Sonntag auf dem Main statt­finden sollte, wurde verlegt. Auch der für den 3. September vorgesehene Kajak-Slalom findet vor- läufig nicht statt. *

Italiens Tennisspieler trugen in Li- vorno einen Länderkampf gegen Belgien aus, den sie glatt mit 6:0 Punkten siegreich gestalten konnten.

Wirtschaft.

Gießener Schlachtviehmarkt.

Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt Schlachtviehverteilungsmarkt in der Diehver- steigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 4 Ochsen, 6 Kühe, 29 Färsen, 58 Kälber, 201 Schweine und 1 Schaf aufgetrieben.

Preise Ochsen 39,5 bis 45,5 Rpf., Kühe 21 bis 43,5, Färsen 34 bis 44,5 Rpf., Kälber 40 bis 65 Rpf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende^Preise bezahlt: Klaffe a (150 Kilogramm und mehr) 1,22 RM., bl (135 bis 149,5 Kilogramm) 1,20 RM., b2 (120 bis 134,5 Kilogramm) 1,18 RM., c (100 bis 119,5 Kilogramm) 1,10 RM., d bis f (unter 100 Kilo­gramm) 1,04 RM., gl (fette Specksaueni 1,20 RM., i (Altschneider) 1,18 RM. g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,08 RM.

Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe lebhaft. Alles ausoerkauft.

Mein-Mainische Börje.

Mittagsbörse freundlich.

Frankfurt a. M., 29. Aug. Die Börse hatte am Aktienmarkt eine freundliche Haltung. Es lagen zahlreiche Kleinaufträge der Kundschaft vor, denen freilich auch noch weitere Abgaben gegen­überstanden. Das Geschäft war stellenweise etwas belebter, während die Kurse keine einheitliche Linie aukwiesen. Zumeist überwogen Erhöhungen um Prozentbruchteile. JG.-Farben gewannen zum ersten Kurs 0,65 v. H. auf 154,13 und stellten sich danach auf 154,50; nicht ganz gehalten Metallgesell­schaft mit 110,75 (111) und Rütgerswerke mit 143,25 (144). Elektropapiere zogen vorwiegend etwas an, AEG. 116,50 (116,25), Geffürel 130,50 (129,65), aber Bekula 163 (163,50). Don Bergbau- werten fliegen Buderus auf 97,25 (96), Verein. Stahl auf 98,75 (98), hingegen Rheinstahl 125 (126) und Mannesmann 103,75 (104). Im übrigen kamen noch Daimler mit 119,75 (120), Eßlinger Maschinen mit 106,75 (107), Rheinmetall mit 119,50 (119), Conti Gummi mit 220 (221) und Westdeutsche Kauf­hof mit 95,75 (96) zur Notiz.

Am Rentenmarkt schien weitere Abgaben­neigung zu bestehen. Besonders in Industrie-An­leihen, die meist weiter nachgaben, und zwar um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Don Auslandswerten Neichsaltbesitz 0,15 v. H. leichter mit 131,80, Deko- sama I um). 136,75, do. II 156,50 (156,25). Pfand­

briefe und Staatspapiere blieben behauptet, ebenso die meisten Stadtanleihen, 4,50 v. H. Heidelberg nach Pause 95 (95,75). Im Telephonverkehr hatten Steuergutscheine I reges Geschäft mit 97,70 bis 98 (97,80).

In der zweiten Börfenstunde schrumpfte das Ge­schäft weiter ein, nur ganz vereinzelt kam es noch zu geringen Abschlüssen. JG.-Farben behauptet mit 154,50, Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H. erhöht auf 96,25, ebenso Mannesmann auf 104,25 nach 103,75, aber Daimler 119,50 nach 119,75. Don den später notierten Werten stiegen Holzmann um 2,25 auf 159,25, Zellstoff Waldhof um 1,50 v. H. auf 111, dagegen gingen Allg. Lokal und Kraft auf 136,25 (138) und Hapag nach Pause auf 48,50 (51) zurück.

Der Freiverkehr war geschäftslos. Tages» gelb uno. 2,50 v. H.

Abendbörse freundlich.

Die Abendbörse zeigte eine freundliche, zuversichtliche Haltung, mangels entsprechender Kundschastsbeteili» gung kam es aber zu keinen größeren Abschlüssen. Vorwiegend befestigten sich die Kurse um 0,25 bis 0,50 v. H., darüber hinaus gewannen Buderus 0,75 v. H. auf 98 und AG. für Verkehr 1 v. H. auf 110. Von den Spitzenwerten gingen JG.-Farben mit 155 (154,75), Verein. Stahl mit 99 (98,75) um, ferner erhöhten sich u. a. Hoefch auf 105,75 (105,50), Lourahütte auf 18,75 (18,50), Adlerwerke auf 96,25 (96), Daimler auf 119,75 (119,50), Deutsche Erdöl auf 124,25 (123,75) und Rheinmetall auf 119,75 (119,50), nur Metallgesellschaft bröckelten 0,25 v.H. ab auf 110,50. Renten waren leblos, 6 v. H. JG.- Farben 0,13 v. H. ermäßigt auf 120,25, 4,50 v. H. Stadt München uno. 100. Steuergutscheine I ohne besonderen Umsatz, aber voll behauptet mit 98,13 bis 98,20.

Frankfurter Schtachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 29. Aug. Auftrieb: Kälber 382 (gegen 810 am 22. Aug.), Hämmel und Schafe 218 (81), Schweine 1897 (3278). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 38 bis 40 (32 bis 40). Hämmel al) 51 (49 bis 50). Schafe a) 42 (40 bis 42), b) 37 (36 bis 39), c) 22 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2) 60 (60), c) 56 (56), d) 53 (53), Sauen gl) 61 (61). Markt­verlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittel.

Aus aller Welt.

Gemeinsame Schulpolitik.

R o m , 28. Aug. (DNB.) In Rom wurden Bespre­chungen zwischen dem Reichswalter des NS.-Lehrer- bunbes, Gauleiter Wäch 11er, als dem Leiter einer deutschen Erzieherabordnung und den führenden Männern der faschistischen Schulvereini­gung über die Zusammenarbeit der deutschen und der italienischen Erzieher zum erfolgreichen A b - fchluß gebracht. Die Zusammenarbeit der beiden Erzieherorganisationen wird ihren Ausdruck finden in der DurchführunggemeinsamerSchu- lungslager beider Erzieh erschaften, in einem Austausch des pädagogischen Schrift­tums und der Jugendliteratur, sowie in einer gegenseitigen Förderung des Sprachunter­richtes.

Arbeiter und Bauern

an der Spitze der Krastradkäufer.

Im Rahmen der vom Statistischen Reichsamt so­eben veröffentlichten Unterschriften über den Stand der Kraftfahrzeugindustrie im 1. Halbjahr 1939 ist von besonderem Interesse die ständiae Zu­nahme der Motorisieru g de r Arbei­ter, Bauern und Ange st eilten. Sie kommt vor allem deutlich zum Ausdruck aus der Uebersicht über die Käufer der neuzugelas­senen Kraftfahrzeuge. Don einer Gesamt­zahl neuzugelassener Krafträder einschließlich Motor­fahrräder in Höhe von 186 217 Stück entfielen in der Berichtszeit allein auf Arbeiter 85 579 Klein­krafträder, auf Angestellte 20 349, auf die Land- unö Forstwirtschaft 17 035 Kleinkrafträder. Eine weitere Anzahl von Arbeitern, Angestellten und Bauern hat schwerere Maschinen erworben, d. h. Maschinen mit einem Hubraum von über 250 ccm.

Die 6. Rostocker Kulturwoche eröffnet.

Die Eröffnung der 6. Rostocker Kulturwoche, die bis zum 3. September nicht weniger als elf Veranstal­tungen durchführt, brachte im Stadttheater durch den Oberbürgermeister Dolgmann die Verkündigung der diesjährigen Rostocker Preisträger. Der John- B r i n ck m a n n - P r e i s (den bisher u. a. Prof. Wofsidlo, Friedrich Griese, Dr. Friedrich Hagemeister, Hans Ehrte erhalten haben) wurde (in Höhe von 1000 RM.) dem 1911 geborenen Maler Karl-Ehri stian K l a s e n verliehen, der im vergangenen Jahre bereits mit dem Rostocker Malerpreis ausgezeichnet wurde. Die vier Preise aus derStiftung der S e e st a d t R o st o ck zur Förderung niederdeutschen Kunstschaffens" in Höhe von je 1000 RM. erhielten: Jost A. Pfleghar, Warnemünde (Dichtung'. Ernst W o s s i d l o , Rostock (Bildhauerei), Wolf Bergenroth, Rostock (Malerei) und Wilhelm Rau, Berlin-Rostock (Musik). Im städtischen Mu­seum ist eine Ausstellung von Werken der Plattik der Professoren Richard Scheibe und Arnold Breker, unter denen der Entwurf einesDenk­mals der Bewegung" in Rostock mit einem 40 Me­ter hohen Glockenturyi Beachtung verdient.

Alte Soldaten.

Am 7. September feiert der in Hanau im Ruhestand lebende ©enerimajor a. D. Karl Z i m- m e r m a n n , während des Krieges Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun, feinen 75. Geburts­tag. In Mainz begeht Generalmajor a. D. Quirin Braffart, ehemaliger Direktor des Feuerwerker- Laboratoriums Spandau, am 29. September den 60jährigen Gedenktag feines Eintritts in das Heer.

Durch Leichtsinn

für 60 000 RM. Brandschaden verursacht.

Wegen fahrlässiger Brand st iftung verurteilte dos Schöffengericht einen 35jährigen, noch unvorbestraften Mann aus Hersfeld zu 450 Reichsmark Geldstrafe oder hilfsweise 90 Tagen Gefängnis. Der Angeklagte war bei einer Bau­firma Heizer einer Betriebs 1 ok o m o- t i d e. Am 6. Juli d. I. betrat er mit einer brennenden, oben offenen Lampe, ob­wohl der Raum elektrische Beleuchtung hatte, gegen 3 Uhr morgens den Lagerschuppen, der in jener Nacht zufälligerweise vom Lagermeister nicht ver­schlossen worden war. Er zapfte Oel ab und ging dann an ein Benzinfaß, um sich mit Benzin die Hände zu waschen. Dabei stellte er die Lampe neben den Benzintank und griff dann mit den benzigf suchten Händen nach der Laterne. Sofott gab es eine Stichflamme, 13 Schuppen brannten nieder. Der Schaden, der entstand, beläuft sich auf 60 000 RM.

Schwere Amtsunterschlagung.

Als einem früheren Angestellten der Koblenzer Stadtverwaltung, der die Wohlfahrtsunterstützungell auszuzahlen hatte, für feine hochgeschraubten Ai' spräche das Gehalt nicht mehr ausreichte, suchte ek sich durch umfangreiche Veruntreuungen zu be­reichern. Auf diese Weise strich er 6365 'RM. ein. Das Gericht gab dem Angeklagten ein Jahr neun Monate Gefängnis. Die Strafe mußte hoch aus­fallen, da der Angeklagte durch fein verwerfliches Treiben das Ansehen der Verwaltung in leicht' fertiger Weife aufs Spiel gesetzt hat.

Sühne für einen gemeinen Mord.

Am Dienstag früh ist der am 22.10.1903 ge' borene Max Rothert aus Berlin hingerichtet worden, der vom Schwurgericht Berlin wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürger­lichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden war. Rothert, ein schwer vorbestrafter Gewohn­heitsverbrecher, gegen den inzwischen auch wegen anderer krimineller Verbrechen die Sicherheitsver- mahrung angeordnet war, hatte am 9. Dezember 1928 in Berlin-Karlshorst den 22jährigen Günther Schaffer erstochen.

LuVendorfs-Straße in Brests«.

Aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Jahrestages der Schlacht von Tannenberg hat der Breslauer Oberbürgermeister die Zimpler-Straße in Lüden» borft-Straße umbenannt.