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schungsmittels und kam zu dem Entschluß, sich selbst ein solches Instrument zu verfertigen. Seine Ge­schicklichkeit im Glasschleifen sollte chm dazu dien­lich sein. Nach und nach entstanden mehrere Fern­rohre, die er in erster Linie auf den Mond richtete. Galt es doch, die physische Beschaffenheit dieses bei­nahe noch ganz unbekannten Weltkörpers zu unter­suchen. Zum Mondforscher war der Danziger Patti- zievsohn ganz besonders geeignet. Neben dem schar­fen Auge war es die im Zeichnen und Kupfer­stechen geübte Hand, die der wissenschaftlichen Welt vermitteln konnte, was das Fernrohr auf dem Monde zeigte. So erfuhr man damals von Mond­landschaften, die im vollen Sonnenschein lagen und vom mattgrauen Licht der tieferen Ebenen, die alsM o n d s l e ck e n" bezeichnet wurden.

Erstaunenswert war die Arbeitskraft dieses Dan­ziger Mondforschers, wenn man bedenkt, daß er neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, die viel Nachtarbeit erforderte, auch den Geschäften des Brauereibetriebes nachgehen mußte und sich städti­schen Ehrenämtern nicht entzog. So wirkte er als Schöffe und später als Ratsherr der Altstadt, in Handelsangelegenheiten gebrauchte man feine Kennt­nisse in Rechtsfragen, auch wenn sie andere Länder betrafen. Seinen bürgerlichen Berus durfte er nicht gering achten, da er ihm die Mittel lieferte, eine der bedeutendsten Sternwarten des Kontinents auszurüsten und zu unterhalten. Sie fand ihren Platz auf dem Turm eines Hauses, das zum väter­lichen Besitz gehörte. Eine genaue, mit vielen Bil­dern versehene Beschreibung ist der Nachwelt über­liefert. Auf seiner Sternwarte waren dauernd Astronomen aus Deutschland und den angrenzen­den Ländern zu Gast, um die Arbeitsweise des gro­ßen Meisters kennen zu lernen. Aber auch Staats­männer und Fürsten, die nach Danzig kamen, ver­säumten es niemals, die berühmte Sternwarte aus dem Psefferstadt so hieß die betreffende Straße in Augenschein zu nehmen.

Eine Gedenktafel erinnert noch heute an die er­folgreiche Zeit des Wirkens von Hevelius, des Mondforschers und Brauers von Danzig. Sie kün- det von einem würdigen Vertreter seiner Stadt, dessen Name vor 300 Jahren in aller Welt bekannt war. Denn damals war gerade das Zeitalter, in dem man sich mit der Erforschung der Planeten näher zu beschäftigen begann. Es ist nicht zu leug­nen, daß in dieser ersten Zeit der näheren Erfor­schung des Kosmos der Mondforscher Hevelius in wissenschaftlicher Hinsicht der berühmteste Mann seiner Zeit war. Wp.

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Hevelius - Danzigs berühmter Mondforscher

Ein Mann, den vor 300 Zähren ganz Europa kannte.

bekanntesten Himmelsforscher zusammengekommen, um an der Stelle der Wett, die jetzt wohl am meisten genannt wird, in friedlicher Zusammen­arbeit über die Fortschritte der asttonomischen Wis- enschaft in den letzten Jahren zu sprechen und An­regungen auszutauschen. Im Rahmen der Tagungs­woche fanden verschiedene große Kundgebungen der Danziger auf dem Langen Markt statt. Den Teil­nehmern der Tagung waren vom Danziger Senat besonders gute Plätze bereitgestellt, sodaß insbeson­dere die zahlreichen Ausländer Gelegenheit hatten, das einmütige Bekenntnis der Danziger zum großen deutschen Vaterland zu hören» und den Eindruck zu empfangen, daß die Danziger möglichst bald zum Mutterland zurückwollen. Bei den Ansprachen wäh­rend der Astronomen-Tagung hatte man Deranlas- ung, auf kulturelle Leistungen der Danziger in rüherer Zeit hinzuweisen. Was die Himmelskunde anbetrifft, so wurde eine eigenartige und charakter­volle Persönlichkeit erwähnt und gewürdigt, die da­mals die Bewunderung der wissenschaftlichen Welt im höchsten Grade erweckte. Es war der Danziger Ratsherr Johann H e v e l k e, der in der Ge­schichte der Astronomie unter dem Namen Hevelius eingegangen ist, weil er seine lateinischen Schriften mit diesem Namen zeichnete.

Hevelius lebte von 1611 bis 1687. Der Dater besaß eine große Brauerei und auch der Sohn war für diesen Beruf bestimmt. Der Dater ließ ihm eine gute Schulbildung zukommen und schickte ihn nach­her auf Reisen ins Ausland. Er sollte dort seinen Gesichtskreis erweitern und die Rechtsfakultäten auswärtiger Hochschulen besuchen, um später seiner Vaterstadt als tüchtiger Ratsherr dienen zu können. Gleichzeitig aber wandte sich Hevelius Neigung den mathematischen und asttonomischen Gelehrten der verschiedenen Hochschulen zu. Es wird berichtet, daß er bald nach feiner Rückkehr einen alten geliebten Lehrer in Danzig auf dem Sterbelager besuchte; dieser hatte ihn innig gebeten, seine guten geistigen Gaben der Himmelskunde zuzuwenden. Ahnte der Sterbende, daß sein Schüler und Freund dazu berufen war, dereinst Danzigs Ruhm auf dem Ge­biete der Astronomie zu verkünden?

Schon bald nach dem Tode des Lehrers beschäf­tigte sich Hevelius, der damals 28 Jahre alt war, ernstlich mit dem Plan, den Mond zu erforschen, soweit es irgend möglich wäre. Doch er stieß auf große Schwierigkeiten. Das Fernrohr war zwar vor drei Jahrzchnten erfunden worden, wurde aber noch recht selten hergestellt. So bemühte er sich auch

Britische Faschisten demonstrieren vor dem Foreign Office.

london, 30. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Vor »iT Hause des Außenministeriums in der Downing- Müt kam es am Dienstag, 22 Uhr, zu Zusam -

stößen zwischen der Polizei und «'er größeren Anzahl faschistischer 2km o nstr a n t e n. Die Polizei, die zum Teil Briten war, trieb die englischen Faschisten zurück riegelte d i e Straße völlig ab. Die 2rnonstranten zogen nun vor das Paria« rim t s g e b äu de , wo der Zug aufgelöst duÄie. Als sich die Faschisten vor der Westminster wieder versammeln wollten, ging die Polizei hteut gegen sie vor und trieb sie in Richtung kikoria-Bahnhof zurück.

panischer Lustangriff aufTschungking

Tschungking, 29. August. (Europapreß.) Der jgmwärtige Sih der Regierung Tschiangkaischek, 2|ciungting, ist in der Nacht zum Dienstag b e i Irillmondschein dreimal durch japa- ü che Flugzeuge bombardiert worden.

nische Angelegenheit. Der Vertrag ist, wie aus sei­nem Wortlaut klar heroargcht, bereits mit der Unterzeichnung durch Ribbenttop und Molotow in Kraft getreten. Er ist endgültig, und man mag in Paris und London davon über­zeugt fein, daß beide Vertragspartner entschlossen sind, aus ihren klaren Abmachungen alle politischen Konsequenzen zu ziehen und alle sie gemeinsam interessierenden Probleme auch gemeinsam zu lösen. Das müssen die westlichen Demokratien als neues Faktum in ihre politische Rechnung einstellen, wenn sie sich vor höchst peinlichen Ueberraschungen be­wahren wollen.

Oie Deutschen im Korridor.

Der Landstreifen zwischen Pommern und Ost­preußen, der heute gemeinhin alspolnischer Kor­ridor" bekannt ist, bildete vor dem Kriege (zusam­men mit dem Gebiet der heutigenFreien Stadt Danzig") die Provinz Westpreußen. Die polnischen Ansprüche auf dieses Westpreußen standen immer auf luftiger Grundlage wie so vieles, was die Polen für sich beanspruchen. Die Volkszählung vom Jahre 1910 stellte in der Provinz Westpreußen fest, daß sich 736 721 Personen oder 57 o. H. der Gesamt­bevölkerung zur deutschen und 557 664 Personen zur polnischen oder eigentlich kaschu bischen Mutter­sprache bekannten. Dabei ging die deutsche Volks­zählung oon dem Begriff derMuttersprache" und nicht etwa von dem Begriff derUmgangs- sprache" aus. Kaschubisch ist aber nicht polnisch gleichzusetzen. Ganz im Gegentell! Die Litauer und Masuren Ostpreußens fühlen sich ebenso wie die Wasserpolaken" Schlesiens ganz ungemein stark als preußisch-deutsche Staatsangehö­rige. Wer ein Heimatfest solcher Kaschuben oder Masuren oder Wasserpolaken jemals mitgemacht hatte, merkte ganz deutlich die Prägung durch den geschichtlichen preußisch-deutschen Einfluß. Bei der Volksabstimmung im Bezirk Marienwerder und im südlichen Ostpreußen, die im Jahr 1920 vorgenom­men wurde, stimmten 97 v. H. für das Ver­bleiben Masurens im Deutschen Reich. Danach kann mit Seelenruhe geschätzt werden, daß trotz der bekannten penetranten polnischen Ver­hetzung in der Provinz Westpreußen m i n d e st e n s 80 v.H. der Bevölkerung für Deutsch­land gestimmt hätten, wenn eine Volks­abstimmung riskiert worden wäre. Das schlechte Gewissen hat dann die Polen auch veranlaßt, aus der ehemaligen Provinz Westpreußen, dem jetzigen Pommerellen, und aus der Provinz Posen über eine Million Deutsche schmählich von Haus und Hof zu vertreiben.

Gefallen um Danzigs Freiheit.

Die Beisetzung

des SA.-Mannes Johann Rusch.

Danzig, 29. Aug. (DNB.) Am Dienstag wurde der an der Danzig-polnischen Grenze auf Danziger Gebiet jenseits des die Grenze deutlich markierenden Menzel-Daches oon polnischen Grenzsol- datenerschosseneGrenzschutzmann SA.- Mann Rusch auf dem Friedhof in Dohnsack bei Danzig beigesetzt. Der stelloerttetende Gauleiter Se­natspräsident Greifer, der Kommandeur der Dan­ziger Landespolizei General Eberhart und der Führer der SA.-Gruppe Ostland, Obergruppenführer S ch o e n e, zusammen mit einem Abgeordneten der Faschistischen Miliz, Oberleutnant Gambanari, wohnten der Trauerfeier bei. Wie bei der Beerdigung des ebenfalls von Polen erschossenen Schützen der Landespolizei Wessel war auch in Bohnsack die Teil­nahme der Bevölkerung außerordentlich groß. Am Grabe waren Parteigliederungen, Landespolizei und die SA.-Männer des verstärkten Grenzauftichts- dienstes angetreten, dem Rusch angehört hatte. SA.- Obergruppenführer Schoene kündigte an, daß fortan der SA.-Sturm, dem der Gefallene ongehört hatte, denNamenJohany Rusch tragen werde.

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Zwischen 21.15 und 22.30 Uhr erschienen nacheinander je eine Staffel von neun japanischen Bombenflug­zeugen, die besonders die Vorstädte bom­bardierten. lieber den angerichteten Schaden liegen noch keine Meldungen vor. Chinesische Jagd­flugzeuge wurden zur Abwehr eingesetzt, ebenso machte sich die L u f t a b w e h r bemerkbar.

Das neue japanische Kabinett.

Tokio, 30. August. (DNB.-Funkspruch.) Der neue japanische Mi Nisterpräsid ent General N o g u- yuki Abe wird am heutigen Mittwoch seine Kabinettskiste dem Kaiser vorlegen, Ministerpräsi­dent und zugleich Außenmini st er ist General Abe, Innen- und Wohlfahrtsminister Ohara, der früher Finanzminister im Kabinett Okaka im Jahr 1934 war. Die Finanzen übernimmt Kozue A o k i, der zugleich das Kabinetts-Planungs­amt betreut. Von den WehrmachtsMinisteMen über­nimmt das Heer General H a t a, die Kriegsmarine Vizeadmiral Poschida, die weiteren Ministerien verteilen sich wie folgt: Justiz Miyagi, Er­ziehung Kawarada, (ftüher Innenminister im Kabinett Hayaschi) Handel und zugleich Landwirt­schaft Vizeadmiral G o d o (ftüher Eisenbahn­minister), Verkehr und zugleich Eisenbahnen R a g a i (ftüher Kolonialminister und Verkehrsminister), Kolonien Kanemitsu.

Politische Kreise und Presse beurteilen das neue Kabinett zurückhaltend, aber nicht un- freundlich.Tokio Asahi Schimbun" meint, daß Abes Bezichungen zur Armee sowie zu den politi­schen und wirtschaftlichen Krisen weder gut noch schlecht seien.Hotschi Schimbun" betont, daß Japan auf ein starkes vertrauenswürdiges Ka- b'inett warte.Mijako Schimbun" glaubt, daß das neue Kabinett sicherlich von der Nation un­ter st ü tz t werden würbe.Tokio Schimbun" be­mängelt, daß der Premierminister gleichzeitig auch das Außenamt leiten wolle. Die gegenwärtige Zeit rufe nach einem starken Außenmini­ster. Japans Diplomatie müsse sich auf die Neuordnung Ostasiens konzentrieren, was gleich fei mit der Ausschaltung des britischen Einflusses. Dieses politische Ziel dürfe nicht geändert werden. Das Blatt meint, daß es einen nicht wieder gutzumachenden Fchler und schweren nationalen Verlust bedeuten würde, wenn Japan sich seine Lage durch Annäherung an Eng­land erleichtern wolle.Tokio Mchtnichi-Schimbun verlangt, daß die guten Beziehungen mit Deutschland und Italien aufrecht erhal­ten werden, da die drei Länder gegen den Status quo zusammen st ehen müßten.

Verstärkung der russischen Truppen im Westen.

Moskau, 30. Aug. (DNB.) Die Sowjetamt­liche Telegraphenagentur veröffentlicht ein Dementi, in dem es heißt, daß eine Reihe ausländischer Zei­tungen eine Meldung bringt, wonach angeblich das Sowjetkommando Truppen a u s d e m Westen zurück ziehe. Hierzu ist die Taß bevollmächtigt mitzuteilen, daß diese Meldung nicht den Tatsachen entspreche Das Sowjetkommando hat umge­kehrt in Anbetracht der gespannten Lage in Europa und der Möglichkeit von Ueberraschungen beschlossen, die Truppen im Westen zu verstärken.

Im Kreml tagen gegenwärtig die beiden Kam­mern der sowjettussischen Volksvertretung. Aus dem Programm ihrer Session steht auch die Ratifi­zierung des deutsch-russischen Nicht- angrifs- und K o nsultati on s pakte s. Das gibt gewissen ausländischen ßeitungen Anlaß, darüber zu unken, daß das sowsettussisme Parla­ment mit der Ratifikation zögere, weil man glaube, Deutschland nehme diesen Vertrag nicht ernst. Das sind natürlich vollkommen haltlose Kom° ; bjnationen. Die Ratifikation ist eine rein tech-

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Ein neuer Aufruf zur Räumung von Paris.

Paris, 30. August. (Europapreß.) Das Ministe- rim der öffentlichen Arbeiten erließ einen neuen Slifruf zur Räumung oon Paris durch die Zioilbev ölkerung. Darin wird darauf hin- aianefen, daß im Ernstfälle die Zugverbin- dingen wesentlich eingeschränkt werden nüssen. Es wird dringend empfohlen, die gegen- wirtig noch vorhandenen Verbindungen zum Ver- icsen von Paris zu benutzen. Die Einschrän- j:ngen im Telephonoerkehr werden steng durchgeführt; der Fernsprech- und Vorort- orkehr ist so gut wie völlig eingestellt. Auch die Mnzfernsprecher in Paris sind außer Betrieb Fetzt worden, man darf in Restaurants usw. nicht ir»hr telephonieren. Nach auswärts darf man noch irter gewissen Voraussetzungen telephonieren. Man trjfc die Verbindung auf dem Postamt ünmelden mb feine Ausweispapiere oorlegen. Tele- ffumme nach dem Ausland müssen vom zuständigen plizeikommissar genehmigt werden, bevor sie auf den Mämtern zur Beförderung angenommen werden. 2hn Ostbahnhof fahren immer noch zahlreiche Reser­ven nach Ostfrankreich ab.

Ministerpräsident Daladier setzte seine Be­stechungen mit den politischen und militärischen Litern sowie mit den Diplomaten fort. Die Emp- sttge des Generals W e y g a n b, der früher ein« jtjI Organisator der polnischen Armee gewesen ist, dirch Ministerpräsident Daladier und den Präsi- btiten der Republik, Lebrun, werden hier beachtet. IHer den Besuchern am Quai d'Orsay bei Außen- ir.nifter Bonnet befand sich auch wieder der pol- nche Botschafter L u k a s i e w i c z. Er hat auch iri Ministerpräsident Daladier konferiert. Unter M zahlreichen sonstigen Besuchern, die bei Daladier «schienen, befand sich auch der jetzt aus Moskau zcückgekehrte General D o u m e n c, der Daladier üi?r die Verhandlungen der ftanzösischen und eng» liyen Militärmission mit den Vertretern des sow- jerussischen Generalstabes berichtete, die nach dem L'schluß des deutsch-sowjetrussischen Paktes ihr Ende g-unden haben. Auch der Vorsitzende des Außen- piitischen Senatsausschusses, Senator Ber enger, schte den Ministerpräsidenten auf. Schließlich stat­te; noch der apostolische Nuntius in Paris Daladier eilen Besuch ab.

Weitere Vorbereitungen in England.

Auch das Empire trifft Maßnahmen.

London, 29. Aug. (DNB.) Die britische Admi- iTität hat am Montag eine Anordnung über die LZschung von Schutzlichtern, Le.ucht- nidAnkerbojen verfügt, weiter hat sie E i n - scränkungen von Funksendungen aus- giprochen. Im Firth of Forth und in allen Häfen ur> Seegegenden, die unter Kontrolle der Admirali- stehen, ist das Anbordnehmen von Lot- ski zur Pflicht gemacht worden. Navigationslichter dürfen nur gesetzt werden, sobald die Gefahr einer Äclifion entsteht, und müssen unmittelbar hinterher gelöscht werden. Die Evakuierung von Kin- denn in London wird weiter fortgesetzt. Wie Reu­ter meldet, wurden weitere 5000 Kinder im Alter vor zwei bis vierzehn Jahren evakuiert. In völliger Sr) nung wurden die Kinder in ihren verschiedenen 3tlen zunächst gesammelt, um von dort London Hii verlassen. Am Montag sind die Kr i e gs- iij i ko p r ä m i e n z. T. um 100 v. H. und noch bc über erhöht worden.

stach den Berichten der Londoner Presse werden it ganzen Empire mit allen seinen Dominien s« verhafte Verteidigungsvorberei- t; ngen getroffen. Kanada hat eine ganze ?sihe von Regimentern mobilisiert. Die Regierung M die Kontrolle über die gesamte Schiffahrt über« t Mmen. Während Australien die Währungs- imtrolle eingeführt hat, hat Südafrika das hrtament einberufen. Auf den westindischen tafeln sind sowohl Presse- und Filmzensur als cch alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, -ilegramme, Post usw. werden einer Zensur unter- tnrfen. In Kenya sind Reserveoffiziere einge- ?$en und die Regimenter auf volle Stärke gebracht rvrden. In Burma ist ein Waffenausfuhrverbot raffen worden.

Londoner Besprechungen.

London, 29. Aug. (Europapreß.) Ministervrä- lüent Chamberlain hatte in den frühen Mor- giaftunben des Dienstag eine Unterredung mit Lord yu l i f a x und Sir Alexander C a d o g a n. Später Vuch Chamberlain den Innenminister Sir Samuel h>;are. Kurz nach 11 Uhr empfing der Minister- ptifibent den französischen Botschafter in London, ^»rbin, ferner den Vorsitzenden der Liberalen frirtei, Sir Archibald Sinclair, den Luftfahrt- nnifter Sir Kingsley Wood sowie den Lord- ipelbemabrer und Zioilverteidigungsminister Sir »chn Anderson.

Englische Frauen und Kinder flüchten nach Irland.

\Dublin, 30. August. (DNB. Funkspruch.) Unge- 'rir 400 englische Frauen und Kinder sind mit ihrer nfönlichen fjabe am Dienstag von Fishguard nach te» irischen Hafen Roßlare geflüchtet. Die Frauen «rliärten bei ihrer Ankunft, sie wollten nach Irland, del im Falle eines Krieges Irland der ein- si:: sichere Platz sei. Sowohl der Dampfer nach Scßlare, wie der nach Fishguard fuhr mit völlig öigeblendeten Lichtern.

Kürzlich fand in Danzig die 3 3. Tagung de roergeblich um den Besitz dieses wichtigen For- Astronomischen Gesellschaft statt. Aus " ...... ..........

Deutschland und dem weiten Ausland waren die

Molotow.

Der sowjettussische Außenkommissar Wiatschelaw Michailowitsch Molotow, der gemeinsam mit dem deutschen Außenminister den deutsch-russischen Nichtangriffspakt unterzeichnete, ist jetzt 49 Jahre alt. Er wurde im Februar 1890 in der großrufsi- chen Prooinzstadt Wiatka als Sohn des Kauf­manns Skrjabin geboren. Den Namen Molotow hat er erst später in seiner revolutionären Kampf­zeit gewählt. Er besuchte in Kasan die Realschule und schloß sich schon als sechzehnjähriger Schüler der bolschewistischen Partei an, in der er einer der eifrigsten Agitatoren wurde. Bald wurde er von der Ochrana, der zaristischen politischen Polizei, sestge- nommen und nach verhältnismäßig kurzer Haft aus Kasan ausgewiesen. Er ging nach Petersburg, um am Polytechnischen Institut zu studieren, blieb aber als Student ein leidenschaftlicher Revolutionär und trat 1912 in die Redaktion derPrawda" ein. 1915, während des Krieges, wurde er noch einmal verhaf­tet und nach Sibirien verbannt. Er konnte aber entfliehen und arbeitete ohne Erlaubnis und von der Ochrana unerkannt in Petersburg weiter. Beim Oktober-Aufstand von 1917 war er Mitglied des militärischen Revolutionskomitees. Unter Lenin be­kleidete er wichtige Staatsposten, war Vorsitzender des ökonomischen Rats für die nördlichen Gebiete und später Leiter des Provinzial-Exekutivkomitees in Nischny-Nowgorod. 1921 wurde er Sekretär im Zentralkomitee der russischen kommunistischen Par­tei, 1924 Mitglied des Politbüros, 1930 wurde er zum Vorsitzenden des Rats der Volks­kommissare als Nachfolger von Rykow ernannt. Diese Stellung, die etwa der eines Ministerpräsi­denten entspricht, hat er auch beibehalten, als er im Mai dieses Jahres das Außenministerium der Sow­jet-Union Übernahm. Molotow, der sich des größten Vertrauens Stalins erfreut, gilt als eine der stärk­sten Arbeitskräfte der Moskauer Regierung.

Kleine politische Nachrichten.

Der britische Botschafter in Berlin, Sir Nev'lle Henderson, hatte mit dem ftanzösischen Bot­schafter, Coulondre, Dienstagvormittag eine Unterhaltung.

Die Außenminister der drei baltischen Staaten werden vom 8. bis 11. September in Riga zu einer Besprechung über die internationale Lage zusammentteten.

In London ist eine Mi l i t ä r a b o rd n u n g des Irak eingetroffen, um mit der britischen Re­gierung über den Ankauf von Kinegsmaterial und im Zusammenhang damit über die Gewährung eines Kredits zu verhandeln.

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Der spanische Außenminister empfing die Botschafter Deutschlands und Jta- liens sowie den Gesandten von Dänemark.

Die luxemburgische Kammer hat ein­stimmig ein Gesetz angenommen, das der Regierung Sondervollmachten gewährt. Die Regierung und die Kammer haben außerdem der deutschen und der französischen Regierung ihren Dank für die Erklärung ausgesprochen, die Unversehrtheit des luxemburgischen Gebietes zu respek­tieren.

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3um neuen Gouverneur von Rom hat Mussolini den bisherigen Präsidenten des Provin- zialrats von Rom, Ingenieur Gian G'.acomo Borghese ernannt, der den Krieg als Freiwilli­ger in Ostafrika mitgemacht hat.

Pflichtjahrmädchen im Haushalt.

Zu den Gebieten des Arbeitseinsatzes, auf denen sich der Krästemangel besonders bemerkbar macht, gehört die Tätigkeit im Haushalt. Eine Untersuchung in Brandenburg ergab, daß die Zahl der Mädchen in hauswirtschaftlichen Berufen in den letzten Jahren nur leicht z u r ück ge gan g e n ist. Der empfindliche Mangel an Hausgehilfinnen ist somit in erster Linie auf gesteigerte Nach­frage und nicht, wie häufig angenommen wird, überwiegend aus die Abwanderung in gewerbliche und Büroarbeit zurückzuführen. Im letzten Jahre ist sogar durch die Ableistung des P f l i ch t j a h r e s eine BeschäftigungsZunahme zu verzeichnen. Der Bedarf an Hausgehilfinnen in Berlin wird schätzungsweise zu einem Zehntel mit Pflichtjahr­mädchen gedeckt. In Ostpreußen, Pommern, Hes- sen und Bayern sind Pflichtjahrstellen noch in erheblicher Zahl gemeldet, ohne daß Bewerberinnen in ausreichendem Maße verfügbar wären. Auch in der Ostmark und im Sudetengau ist bisher nur ein verhältnismäßig geringer Teil ber gemeldeten Stellen besetzt worden, so daß m die- sen Gebieten noch genügend Raum für die Ab­leistung des Pflichtjahres auch für Kräfte aus Gegenden vorhanden ist, in denen die Zahl der Be­werberinnen die der Pflichtjahrstellen übertrifft. Auch Stellen für Stunden-, Reinemache- und Wasch­frauen sind immer schwieriger zu besetzen, weil ent­sprechende Kräfte nur noch in geringem Umfange gemeldet werden.

Ueber 90000 Kaufmannslehrlinge standen im Examen.

lieber das Ergebnis der Kaufmannsaehilfen- Prüfungen im Herbst 1938 und Januar/Februar 1939 berichtet Dr. Ernst Hoch in derDeutschen Wirtschafts-Zeitung", dem Organ der Arbeitsge- meinschaft Industrie- und Handelskammern. Es standen in der Prüfung im Herbst 1938 21 760, im Frühjahr 1939 69 318, zusammen also 91078 Lehr- länge. Fast überall ist es gelungen, alle auslernen- den Lehrlinge zur Meldung zur Prüftng zu veran- lassen. Auch die Prüfungen im Gaststättengewerbe sind von den Kammern übernommen worden. Es handette sich dabei zunächst um rund 2500 Kellner, Köche und Gaststättenkaufleute, wobei der Gast­stättenkaufmann bisher nur vereinzelt auftritt. Während im übrigen in der Gruppe Nahrunas- und Genußmittel im Einzelhandelsbereich die männlichen und weiblichen Lehrlinge sich fast die Waage halten, stellen in der Gruppe Bekleidung unb Textil die weiblichen Lehrlinge mit fast 80 v. H. die Masse. Im Reichsdurchschnitt bestanden 84,1 v. H. ber Prüflinge. In den Berichten der Prüfungsämter wird im Vergleich mit den Vor­jahren häufig von Leistungssteigerungen aesprochen, grobe Versager werben immer mehr zur Ausnahme. Die Leistungen von Lehrlingen in länd­lichen Bezirken unb kleinen Stäbten stehen den­jenigen der städtischen Lehrlinge nicht nach. Minder­leistungen ergaben sich nur dort, wo das Berufs- chulwsjen unzureichend ausgebaut ift