Chamberlains Erklärung im Llnterhaus
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3. Sep- ri v at-
Stunde zu warten". Dom Sonntag te-mber, ab ist der Verkehr für
Italien auf jedes Ereignis vorbereitet
Die römische Presse empfiehlt vorsorgliches Verlassen der Großstädte. Rom, 29. August. (DRV.) Angesichts des Ernstes der internationalen Lage fordert die Abendpresse die Bevölkerung auf, die Großstädte zu verlassen. Wer nicht aus zwingenden Gründen in den Städten bleiben müsse, solle sich beeilen, aufs Land zu gehen. Mit dieser Ermahnung wolle man, wie die Blätter abschließend erklären, nicht etwa eine Alarmstimmung oder Befürchtungen Hervorrufen, wozu im Augenblick kein Anluß vorhanden sei, sondern lediglich eine vorsorgliche Maßnahme empfehlen, auf die der Duce bereits in seiner Rede hingewiesen hatte, als
er erklärte, „nicht bis zur
Der Beschluß der britischen Admiralität, die englischen Handlsschiffe unverzüglich in die Heimat zurückzurufen, hat in Schweden Bestürzung hervorgerufen. Verschiedene große Einfuhrgeschäfte sind durch die plötzliche Abfahrt der ~ ...... eschädigt worden, da
nren nicht mehr ge-
Flüchtlingselend an der Grenze.
Was TlSV.-Schwestern vom Bahnhofsdienst in Schneidemühl berichten.
könnten, und von der Natur der Vorschläge, welche Deutschland für diese Regelung machen würde. England habe klar gemacht!, daß ferne Verpflichtungen zu Polen durchgeführt würden.
Chamberlain sagte, er würde froh sein, wenn er eine vollständige Darstellung der ausgetauschten Botschaften geben könnte, aber in einer Situation von so ernster Delikatesse glaube er, daß es nicht im öffentlichen. Interesse liegen würde, eine solche Veröffentlichung vorzunehmen. Die britische Regierung würde eine Gelegenheit, die verschiedenen Ansichten zu diskutieren, willkommen heißen. Eine Regelung würde aber von der Art und Weise abhängen, wie die aktuellen Fragen mit Polen geregelt werden könnten und wie die Natur der Vorschlägewäre.
Der Premierminister erklärte dann, daß Großbritannien seine Wehrmacht in den Zustand der Bereitschaft versetzt habe. In diesem Augenblick sei die Lage so, daß er auf die Antwort auf die britische Botschaft warte. Er würde hoffen, daß doch eine friedliche Lösung erreicht werden könne. Diese friedliche Lösung könnte zu einer weiteren Verständigung führen und diese wiederum zu einer Befriedung von Europa und der ganzen Welt. Wenn auch die Frage, ob Krieg oder Frieden noch unentschieden sei, England bleibe beider Linie, die es eingeschlagen habe. Das Warten sei beunruhigend. Aber die britische Bevölkerung, die wie Chamberlain erklärte, keine Meinungsverschiedenheit und keine Schwächung ihrer Entschlossenheit kenne, bewahre trotzdem ihre Ruhe.
L o n d o n , 29. August. (DNB.) Chamberlain gab am Dienstagnachmittag im Unterhaus eine Erklärung ab. Es feien, so saate er, seit der letzten Sitzung des Hauses wenig Aenderungen in den Grundzügen der Situation zu verzeichnen. Er könne nicht sagen, daß die Gefahr in irgendeiner Weise verringert sei. Chamberlain gab dann eine Darstellung der Ereignisse. Er teilte mit, daß der britische Botschafter am Freitag vom Führer empfangen worden sei, der chm den Vorschlag gemacht habe, es wäre gut, wenn der Botchafter nach England flöge, um eine ausführliche Darstellung der Unterredung zu geben. Das Kabinett habe den Samstag und den Vormittag des Sonntags auf eine sorgfältige und gründliche Beratung der Botschaft des Führers und der Antwort an chn verwandt, die es absenden würde. Der. Führer habe in seiner Botschaft seine Wünsche für eine englisch-deutsche Verständigung von einem langen und dauernden Charakter betont. Auf der anderen Seite habe er aber die britische Regierung in keinem Zweifel über seine Ansichten bezüglich der Dringlichkeit einer Re gelung der polnischen Fragen gelassen. „ .,
Die englische Regierung habe auch ihren Wunsch auf eine Verwirklichung einer Verständigung zwischen England und Deutschland ausgedrückt. Sie würde natürlich die Gelegenheit begrüßen, mit Deutschland die verschiedenen Wege einer Regelung zu diskutieren, wie sie in einer Dauerregelung niedergelegt werden müßten. Alles aber hänge von der Art ab, wie die g e g e n- wärtigen Schwierigkeiten gelöst werden
Generalleutnant R e i j n d e r a , wurde zum Oberbefehlshaber der gesamten holländischen Land- und Seemacht ernannt.
Es hat in der holländischen Bevölkerung starkes Aufsehen erregt, daß wohl der deutsche Gesandte mit einer Botschaft der Reichsregierung der niederländischen Königin die Versicherung gegeben hat, daß das Deutsche Reich im Ernstfälle die holländische Neutralität respektieren werde, daß aber von der englischen Regierung kein ähnlicher Schritt bisher unternommen wurde. Das „Nationale Dag- blad" sagt, daß Holland von den Einkreisungs- mächten gleichfalls ähnliche bindende Zusicherungen erhalten müsse.
OiebelgischeTeilmobilisierung
Brüssel, 29. August. (Europapreß.) Die militärischen Sicherheitsmaßnahmen in Belgien werden weiter fortgeführt. Die Teilmobilisation ist am Montag in die Phase B eingetreten. Die belgische Gesamtmobilisation besteht aus fünf verschiedenen Phasen. Don der belgischen Regierung wurde die Ausfuhr der wichtigsten Lebensmittel untersagt. Dom Ackerbauminister und vom Wirtschaftsminister sind Maßnahmen getroffen worden, um die Herein- bringung der Ernte zu erleichtern. Weiter traf der Unterrichtsminister Maßnahmen zum Schutz der Kunstgegenstände in den Museen. Der Kabinettsrat erwog auch Maßnahmen, die unter den augenblicklichen Umständen deninBelgienwohnen- den Ausländern gegenüber zu treffen sind. — Das UeberfHegen des belgischen Territoriums durch private belgische und ausländische Flugzeuge ist verboten worden. Der fahrplanmäßige Luftverkehr nach London ist eingeschränkt worden. Der Zugverkehr zwischen Paris und Köln über Lüttich ist von französischer Seite aus eingestellt worden. Zwischen Belgien und Deutschland verkehren nochzweiZüge täglich. Der innerbelgische Eisenbahnverkehr ist ebenfalls eingeschränkt worden, da die Strecken für Militärzüge freigehalten werden müssen.
Norwegen verstärkt den Schutz seiner Neutralität.
kraftwagen in ganz Italien untersagt. Besondere Verkehrsausweise werden gegebenenfalls ausschließlich von der Militärbehörde und nur an solche Personen ausgestellt werden, die nachweisen können, daß eine Benutzung des Kraftwagens für öffentliche Zwecke oder für militärische Interessen notwendig ist. Mit sofortiger Wirkung darf von den italienischen Gasthäusern und Restaurants nur noch ein Fleischgericht bei jeder Mahlzeit verabfolgt werden.
Die Zeitungen weisen darauf hin, daß das italienische Volk, das in diesen Tagen einen bewundernswerten und vorbildlichen Beweis seiner Ruhe und Disziplin gebe, diese Maßnahmen bereits erwartet habe. Es fei auf jedes Ereignis vorbereitet und daher ruhig und entschlossen. Kein Tropfen Benzin dürfe vergeudet werden, wie es auch eine Selbstverständlichkeit sei, daß das Einplattengericht nicht nur in den Gaststätten, sondern ebenso im Haushalt mit faschistischer Disziplin eingeführt werde. Wenn es sich darum handele, zur Erhöhung der Macht und Widerstandskraft der Nation Reserven jeder Art zu haben, wäre auch die kleinste Verschwendung ein Verrat an den Interessen des Vaterlandes.
Holland im Zeichen der Mobilmachung.
den. In den letzten Tagen nun ergoß sich allein über die Grenzübertrittsstelle hier ein ungeheurer Strom von Frauen und Kindern (Männer werden von den Polen nicht mehr nach Deutschland gelassen). So wurden am 27. August 738 Flüchtlinge gezählt, am 28. August sind es 500 Frauen und Kinder, die die retttende Heimat erreicht haben. In der Zeit vom 18. April bis zum 29. Juni wurden von dem Bahnhofsdienst rund fünfeinhalbtausendFlüchtlinge betreut. Dabei sind die vielen Einzelflüchtlinge, die Verwandte und Bekannte in der näheren und weiteren Umgebung Schneidemühls hatten, nicht erfaßt, da sie sofort von ihren Freunden in Empfang genommen wurden und so mcht in die Listen des NSV.-Bahnhofsdienstes kamen.
Der polnischen Hölle entkommen.
Schneidemühl, 30. August. (DNB.-Fuük- spruch.) Ununterbrochen ergießt sich der Flüchtlings- strom aus der polnischen Hölle über die rettende Grenze. Besonders stark ist der Andrang i n Schneidemühl. Die lange Liste, die der Lagerleiter führt, ist ein Dokument unsäglicher Not und tiefster Bitternis. Die wenigen Zahlen und Daten die Tag auf Tag die Seiten bedecken, umreißen erschütternde Menschenschicksale. Von Einzelschicksalen eines so grausam wie das andere. Ein noch junges Mädchen, das den Eindruck einer alternden Frau macht, berichtet von feinem Ibmonatigen Leidensweg durch die polnischen Gefängnisse. Man verdächtigte sie der Spionage. Obwohl man sie 15 Monate hindurch verhörte, von Strafanstalt zu Strafanstalt schleppte man konnte ihr nichts beweisen. Auf irgend eine vage Denunziation hin war dieses reichsdeutsche Mädchm in die Maschen der nun geradezu schon berüchtigten polnischen Justiz gekommen. Endlich kann sie, erst vor kurzem entlassen, aufatmen, wie die vielen Tausende die das starke Großdeutsche Reich nun in feinen Schutz genommen hat.
O s l o , 29. August. (DNB.) Die norwegische Regierung beschloß, den Neutralitätsschutz an der norwegischen K ü st e zu verstärken. Die hierzu nötigen Truppen werden einberufen für die Festun- - , ,, .
gen Kristiansand, Bergen und Agdenes. Die Sol- nungsaustausch eingetreten, baten der Festungen Oslofjord und Oscarsborg wer- —
Frachtdampfer schwer g die für sie bestimmten _
löscht worden sind. In einem Falle hat ein englischer Dampfer den Stockholmer Freihafen Wa-er- tan bereits in der Nacht vor der amtlichen Bekanntmachung der britischen Admiralität verlassen, ohne seine Ladung zu löschen. Seine Ausreise erfolgte auf Anordnung des englischen Konsulats. Die schwedischen Einfuhrgeschäfte haben sich beschwerdeführend an das Außenhandelsamt gewandt. Wegen der verfrühten Abreise der englischen Dampfer könnten sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Die schwedische Regierung ist mit der englischen in dieser Frage bereits in einen Mei-
Schneidemühl, 30. Aua. (DNB.) Täglich treffen in Schneidemühl deutsche Flüchtlinge aus Polen ein, die, der bittersten Not entronnen, von den Schwestern des NSV.-Bahnhofsdienstes zuerst betreut werden. Kinder und Frauen wenden sich verttauensvoll an die unermüdlich tätigen Helferinnen. Angespannt wird hier Tag und Nacht gearbeitet. „Nicht mit acht Stunden ist es bei unserer Arbeit getan. Es gab Tage, wo alle drei Schichten 20 und mehr Stunden zu arbeiten hatten. Mit der Arbeit allein können wir nicht helfen, sondern wir müssen bei unserer Tätiykeitauch das Herz sprechen lassen." So berichtete die NSD.- Schwester vom Bahnhof Schneidemühl. Erschütternde Schicksale sind die Erlebnisse, die an das Ohr dieser Frauen klingen. Die Menschen, die Haus und Hof, ihre Scholle, an der sie mit ganzem Herzen hängen, verlassen mußten, haben hier zum ersten Mal die Möglichkeit, all das, was an fte- lischer Bedrängnis auf ihnen lastet, frei und offen mitzuteilen. Am erschütterndsten ist wohl, daß nicht einmal Kinder vor den polnischen Rowdies sicher sind. Minderjährige Kinder werden in brutalster Weise von den Bedrückern deutschen Volkstums mißbraucht. In fast jedem Flüchtlingstransport find Volksdeutsche, die von solchen Ungeheuerlichkeiten und der seelischen Not der Kinder zu berichten wissen. In der Schule wird mit einer unerbittlichen Konsequenz versucht, das Deutschtum völlig auszu- rotten. „
Aufschlußreich ist das Diensttagebuch des NSV.- Bahnhofsdienstes, das am 12. Dezember des vergangenen Jahres die erst enFlu cht- linge aus Polen aufzeichnet. Es sind immer nur kleinere Gruppen von drei bis vier Personen, die vom NSV.-Bahnhofsdienst betreut und dann in die Auffanglager übergeführt werden. Der erste größere Transport von 180 Menschen ist am 3. Februar verzeichnet. Dann sind eine Zeitlang nur kleinere Transporte registriert, bis am 2 4. Mai wieder 230 Flüchtlinge vom NSV.-Bahnhofsdienst in Empfang genommen wer-
bingungen Wilsons aber, die bekannten 14 Punkte, besagen im Anfang des Punktes 13 ganz eindeutig: „Ein unabhängiger polnischer Staat sollte auft aerichtet werden, der alles Land einzubegreifen hätte, das von unbestritten polnischer Bevölkerung bewohnt ist". Wenn sich also laut der Note Lansings die alliierten und interalliierten Mächte auf diese Bedingung als Rechtsbasis gestellt haben, dann haben sie es auch für sich selbst als staatsrechtlich bindend anerkannt, daß wirklich nur Gebiete mit „unbestritten polnischer" Bevölkerung einem Polenstaat überlassen wurden. Bekanntlich hat das Versailler Diktat das genaue Gegenteil jener von den Kriegsgegnern Deutschlands angenommenen Bedingung gebracht. Der polnische Staat wurde unter Bruch der eingegangenen Verpflichtungen und unter radikaler Mißachtung des Selbstbestimmungsrechtes in einem so hohen Grade aus fremden Gebieten zusammen mit polnischen zusammengeflickt, daß selbst nach polnischen Angaben ein volles Drittel nichtpolnische D o l k s t e i l e in ihm enthalten sind. Tatsächlich beläuft sich der Prozentsatz dieser Teile auf etwa 40. Daran hat die gewaltsam vom Mutterlande losgerissene deutsche Bevölkerung einen der höchsten Anteile.
Zweitens aber geht auch aus dem Ergebnis der Wahlen zur Verfassunggebenden Nattonalver- sammlung vom 19. Januar 1919 hervor, daß es sich bei dem Korridor um ein Gebiet mit einer Bevölkerung von weit überwiegender deut- scher Mehrheit handelt. Denn abgesehen von der Zahl der deutschen Stimmen, hätten die Polen ja keinesfalls Stimmenthaltung geübt, wenn dadurch nicht ihr ganzer Schwindel in Versailles oft fenbar geworden wäre. Im übrigen hat ja auch die Sprachenzählung von 1910 folgendes ergeben: Bei einer Gesamtbeoölkerung von 1643 8)0 Menschen im eigentlichen Korridorgebiet waren allein 939 200 n u r d e u t s ch s p r a ch i g e, doppel- sprachige aber, d. h. unter Einschluß der Kaschu« b en und Masuren, die unter keinen Umständen als Polen angesehen werden wollen, sogar 1 077 300! Bei alledem ist zu berücksichtigen, daß jene Wahlen zur Nationalversammlung im Januar 1919 im Zustand nicht nur der tiefsten Erniedrigung Deutschlands, sondern auch des inneren politischen Chaos erfolgten. Folglich wären sie unter Halbwegs normalen Umständen sogar in noch höherem Maße für Deutschland beweiskräftig gewesen. Alle diese Tatsachen sind ja auch in England und Frankreich den maßgeblichen Männern hinreichend bekannt, wie aus einer Ueberfülle von Veröffentlichungen aller Art hervorgeht. Es braucht kein Wort darüber verloren zu werden, daß die deutsche Haltung in dieser Krise ebenso fest und un- erschütterlich ist wie der deutsche Rechtsstand!
Es ist alles geschehen, um die Westmächte über den Standpunkt und die Forderungen Deutschlands restlos ins Bild zu fetzen. Der Führer hat, wie Chamberlain gestern im Unterhaus ausge- sührt hat, die Informationsreise des britischen Botschafters in Berlin angeregt, um bei der englischen Regierung volle Klarheit zu schaffen über Deutschlands Friedenswillen, aber auch über die Unabänderlichkeit seines Entschlusses, in dem Verhältnis zu Polen reine Bahn zu machen. Es scheint, als ob die Argumente des Führers in London nicht ganz ohne Eindruck geblieben wären. Wenn auch Chamberlain vor dem Unterhaus erklärte, daß die Lage unverändert ernst sei, so gab doch auch er dem Wunsche Ausdruck, daß über den aktuellen Konflikt hinaus die Grundlagen für eine deutsch-englische Verständigung gefunden werden möchten. Daß dafür die klare Erkenntnis der Ursachen der gegenwärtigen Spannung unbedingte Voraussetzung ist, wird der englischen Regierung aus dem Briefwechsel mit dem Führer zweifellos deutlich geworden sein.
Amsterdam, 29. August (DNB.) Die meine Mobilmachung in Holland hat zur Durch- führung verschiedener einschneidender Maßnahmen geführt. So ist der Eisenbahnverkehr seit Dienstag praktisch im ganzen Lande für den Zivilverkehr' stillgelegt, und eine große Anzahl von Zügen des innerholländischen Verkehrs wird in Zukunft ausfallen. Die Verwaltung der Eifenbah- nen ist für die Dauer des Mobilmachungszustandes in die Hände der Militärbehörden übergegangen. Die elektrischen Züge sind vollständig eingestellt worden. Der .Chef des Generalstabes,
Finnland.
Auch die finnische Mark vom englischen Pfund geschieden.
Helsinki, 29. Aug. (Europapreß.) Auch die finnische Mark, die bisher gleich der schwedischen Kronen-Währung ein festes Verhältnis zu dem eng. lischen Pfund hatte, ist gemäß dem schwedischen Beispiel vom Pfund getrennt worden. Vor. läufig ist man nun in Helsinki bestrebt, eine gewisse Dalutastabilität dadurch zu erreichen, daß man das este Verhältnis der finnischen Mark zur schwe. ) i s ch e n K r o n e beibehält. Am Montag wurde die innische Mark mit 8,59 notiert, d.h. 100 finnische Mark hatten den Wert von 8,59 schwedischen Kro- nen.
Zu Besprechungen über die internationale Laae traf der finnische Außenminister (Er f E o in Stock- Holm ein. Minister Erkko hatte am Vormittag eine Unterredung mit Außenminister Sandler.
Unter der Überschrift „Finnland ist beruhigt" schreibt „Svenska Pressen", daß in breiten Kreisen des Landes über den Nichtangriffspakt Deutschland—Sowjetrußland große Zu- riedenheit herrschte, die besonders dem Umstand ielte, daß die Westmächte ihre Nase aus der über, legenen Staatskunst, die aus dem erwähnten Ab. kommen spricht, zurückziehen müßten. Zu der Welt, die sich dank der Genialität dieser Staatskunst er« leichtert fühlt, gehöre auch Finnland, denn nach einer ofiziellen Berliner Mitteilung hätten die baltischen und skandinavischen Staaten keinen Grund anzunehmen, daß sie sich länger in einem Span- nungsgebiet befänden, da dieses Moment durch den Moskau-Pakt überholt wäre. Das Blatt schließt seine Betrachtungen mit der Feststellung, daß man m diesen Tagen hier das Auftornmen einer Schaden- freube über die diplomatische Niederlage der West- möchte bemerken könne.
Die Schweiz sichert strikte Neutralität.
Bezugssperre für Lebensmittel.
Bern, 20. Aug. (Europapreß.) Der Bundesrat hat einen dringlichen Bundesbeschluß über „Maßnahmen zum Schutz des Landes und zur Aufrechterhaltung der Neutralität" sowie die entsprechende Botschaft an die eidgenössischen Räte genehmigt. Der Vollmachtenbeschluß deckt sich mit demjenigen von 1914 und lautet: „Die schweizerische Eidgenossenschaft bestätigt ihren festen Willen, unter allen Umständen und gegenüber allen Mäch- ten ihre Neutralität zu wahren. Der Bundesrat ist ermächtigt, die Neutralitätserklärung in einer angemessenen Kundgebung den hierfür in Betracht kommenden Staaten zur Kenntnis zu bringen. Die Bundesversammlung nimmt von dem erlassenen Bundesaufgebot Kenntnis und stimmt ihm zu. Sie erteilt dem Bundesrat Vollmacht und Auftrag, die zur Behauptung der Sicherheit, Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz, zur Wahrung des Kredits und der wirtschaftlichen Inter- essen des Landes und zur Sicherung des Lebensrechtes erforderlichen Maßnahmen zu treffen."
Der Bundesrat verfügte eine teilweise Schließung der Grenze. Ferner sind in der gesamten Schweiz in der Nacht zum Dienstag die roten Plakate für das Aufgebot der Grenztruppen anae- schlagen worden. Aufgeboten werden alle Wehrpflichtigen, deren Dienstbuch einen roten Aufgebots" zettel enthält; sie müssen sofort nach dem angegebenen Ort einrücken. Alle Gemeinden, die Pferde und Maultiere an die Grenztruppen liefern müssen, haben dies sofort auszuführen. Ferner sind olle Motorfahrzeuge, deren Fohrzeugaus. weise mit einem roten Aufgebotszettel versehen sind, sofort zur Verfügung zu stellen. Aufgeboten sind auch die Territorial-Kommandostäbe 1 bis 12, die Mobilmachungsfunktionäre, das Personal des Organifationsdienstes, die Organe des Flie- gerbeobachtungs- und Flugzeugdienstes, und die des passiven Luftschutzes, sowie die Mineur-Detachements.
Ferner ist ein Verbot des Luftverkehrs in Kraft getreten. Danach ist der Verkehr von Luftfahrzeugen in der Schweiz bis auf weiteres verboten, soweit es sich nicht um Luftfahrzeuge handelt, welche dem Armeekommando unterstehen oder von demselben ausdrücklich zum Verkehr zu- gelassen sind. Ausgenommen von diesem Verbot ist bei Tag der Einflug von Zivilflugzeugen, welche vom Ausland her auf dem nächsten Wege bei Basel-Birsselden oder Alten- r h e i n landen. Ein Flugzeug, welches einem Lan- dungsbefehl nicht nachkommt, kann durch jedes Mittel Mr Landung gezwungen und beschossen werden.
Die Schweiz hat schließlich eine v orsorgliche Bezugssperre eingeführt für Zucker, Reis, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen) und deren Produkte, Teigwaren, Hafer- und Gerstenprodukte, Maisgrieß und Maismehl, Speisefett, eingesottene Butter (frische Tafel- und 'Kochbutter ausgenommen), Koch- und Salatol, Grieß, Backmehl und andere Mehle, um eine Rationierung vorzunehmen. Der Bevölkerung war im April durch das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement die Anlegung eines Vorrats an wichtigen haltbaren Lebensrnitteln für zwei Monate vorgeschrieben worden. An diejenigen, die sich einen derartigen Vorrat nicht anlegen konnten, werden nun blaue Karten ausgegeben. Die Inhaber dieser blauen Karten werden während der Bezugssperre in der Lage fern, gegen Abgabe der vorgedruckte» Abschnitte die gesperrten Cefcensmitiel einzukaiM
Argentiniens Neutralität.
Buenos Aires, 29. August (DNB.) Die W litvfche Spannung in Europa wird hier weiter art' merksam beobachtet. Am Montagabend berichte Außenminister Dr. C a n t i l o dem Staatspräsiden' ten über die europäische Lage. In den letzten Tagen fanden auch zahlreiche Unterredungen Mischen dem Außenminister und den d i plo manschen Vertretern verschiedener Länder stan- Im Zusammenhang mit diesen Besprechungen ga Dr. Cantilo Pressevertretern gegenüber die rung ab, daß Argentinien im Kriegsfälle ftwe traditionellen außenpolitischen Haltung entspre<yenv neutral bleiben würde.
Die Iren wollen nicht für England kämpfen- London, M. August. (DNB. Funkspruch ) A [ Paßabteilung im Büro des Konim11 1 sarsfürJrland erlebte am Dienstag einen n* ' teren lebhaften Ansturm der in England lebeno : irischen Staatsangehörigen. Die neu ausgeyevene Pässe sollen die Iren vor der bntiscy Wehrpflicht schützen.
den über den Tag der vorgesehenen Entlassung hinaus im Dienst behalten. Die I. Zerstörer-Division, die IV. und V. Torpedoboots-Division und das I. und II. Geschwader der Luftwaffe werden ebenfalls von dieser Maßnahme betroffen, die den ersten Schritt zur Vorbereitung des Neutralitätsschutzes bedeutet. Ferner bleiben die Angehörigen der Fluggeschwader Kjeller in Troendelag im Dienst. Mehrere Kriegsschiffe sind bereits seit einiger Zeit uüU. bemannt. — Es wird ferner amtlich bekanntgegeben, daß die nor- wgische Staatsbank aufhört,denPfundkurs als Basis für ihre Wechselkurse zu benutzen.
(Sine Konferenz
der nordischen Staaten.
Schwedischer Handel
durch britische Maßnahmen geschädigt.
Stockholm, 29. August (Europapreß). Unter dem Vorsitz König Gustavs wurde am Dienstag in Stockholm ein Kronrat abgehalten, au dem die internationale Lage auf Grund der letzten Berichte der diplomatischen Vertretungen erörtert wurde. Der Kronrat erörterte auch die Frage der Loslösung der schwedischen Währung vom englischen Pfund. (Eine Konferenz der skandinavischen Staaten, die auf unbestimmte Zeit verschoben worden war, ist nunmehr auf den 30. 21 u guft nach Oslo ein» berufen worden.


