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irr. 202 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Mittwoch, 30. August 1939

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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L.

wei-

sorgen.

polen stellt Kavallerie und Panzer für den Uebersall aus Danzig bereit

schöner und

und Ostfeste Herren des des Großen

Oer Führer empfing -en britischen Botschafter. Berlin, 29.August (DKB.) Der Führer

c rnichtete. .

Die steinernen Zeugen sollten die Erben Pllsud- sk'S heute daran erinnern, welche Zukunft Polen e i wartet, wenn es nach dem Grundgesetz s^nes 5uums und seiner Zeit lebt. Die Nachfolger Kcsti- nnrs aber mißachteten und vernachlässigten die Ost­politik und begünstigten dadurch den Aufschwung dss Teilfürstentums Moskau im 15. Jahrhundert zu emer für Polen gefährlichen Macht: die gleiche Unter» lchsung verlockte Tataren wie Türken, in Polen em» ^stallen. Statt die Sendung Kasimirs weiterzusühren, e itriß der polnische Adel den deutschen Burgern und Bauern die Früchte ihrer Arbeit, beutete das polnische Landvolk aus und bemächtigte sich der Erbgüter. Die Raubwirtschaft der Magnaten, die o;s polnische Wirtschaft sprichwörtlich geworden ist. nachte Polen so arm, daß eine Urkunde von 1496

feststellen mußte, nirgends gäbe es so viele Bettler wie in Polen.

Betrachtet man das Lebenswerk Pilsudskis in diesem Zusammenhang, dann kommt man zu dem Schluß, daß der polnische Marschall den In­stinkt des in der östlichen Atmosphäre ausgewach­senen Staatsmannes besessen hat. Ihm lag weniger an der polnischen Expansion nach der Oder als vielmehr an dem Lebensraum im Osten, wie dies sein (allerdings mißglückter) Feldzug 1920 nach Kiew und die Eroberung von Wilna beweisen. Viel­leicht wäre es ihm auch gelungen, das Dölker- gemisch seines Landes zu befrieden, hätte ihm nicht der Chauvinismus des deutschfeindlichen National­demokraten D m o w s k i und der Eigensinn der sich wie kleine Könige gebärdenden Wojewoden dauernd Knüppel vor die Füße geworfen. Es ist wenig bekannt, daß Pilsudski kurz nach dem deutsch­polnischen Abkommen von 1934 einem Vertreter der

reicher zu machen.

Der Glanz der alten Handelsstadt Lublin schwand dahin, als sich die Landes anmaßtsn, das Erbe Kasimirs

Danzig, 29. Aug. (DNB.) Aus dem Gebiet um Gdingen und Adlershorst haben die Polen alle Personen entfernt, die nicht schon seit längerer Zeit dort ansässig sind. Dirschau wird evakuiert. Der Dirschauer Eisenbahnschuppen Nr. 3 wird als ein Einstellort neuerdings eingetroffener Panzerwagen be­nutzt. Ein neuer Beweis für die Annahme, daß die Polen den Ueberfall auf Danzig mit einem Kavallerie - und P a n z e r v o r st o ß durch die Danziger Niederung einlei­ten wollen. In Dirschau ist eine polnische Polizeitruppe von 2000 Mann aufgestellt worden, die nach der Besetzung Danzigs durch die Polen die Polizeigewalt in der Freien Stadt übernehmen soll(I). In Adlers horst, unmittelbar jenseits der Danziger Grenze vor Gdin­gen, wird dauernd geschanzt. Die neue Eisen­bahnstrecke GdingenBerent ist stark mit Draht­hindernissen versehen.

In der vergangenen Nacht kamen Bauern, deren Wirtschaften demoliert wurden, mit Vieh über die Danziger Grenze. Die Polen haben bekanntgeaeben, wer flüchtige volksdeutsche Bauern tot oder lebendig einliefert, dem gehört die Wirt-

5 it Neville Henderson.

Dem britischen Botschafter wurde die Ant­wort des Führers auf die gestrige Mitteilung der britischen Regierung übergeben.

Isolierung nach Deutschland hin r 1 gut wie vollständig. Es ist nicht mehr mög­lich, eine telefonische Verbindung zu erhalten, da polnischerseits sämtliche Leitungen ge­stört sind. Postsendungen werden ebenfalls nicht mehr nach Polen befördert, da sie von der polni­schen Post nicht übernommen werden. Es gibt ferner keinen direkten Eisenbahnverkehr mehr. Der Grenzverkehr ruht vollständig. Mehrere

die in der Nacht über die Grenze kamen, berichten, daß im Kreise Bromberg die Polen an die Frauen folgenden Aufruf gerichtet hoben:Wir werden kämpfen bis zum letzten Blutstropfen und olle Deutschen bis zum kleinsten Kind vernichten. Wenn es aber schlimm kommt, dann müßt ihr den Deutschen mit kochendem Wasser die Augen ausbrenne n." Gestern wurde an der Danziger Südgrenze von Polen geäußert:Danzig wird in Trümmer geschossen und unter Wasser gesetzt werden. Die Leichen der Deutschen werden so zahlreich sein, daß man mit deren Kno­chen eine Brücke über das Wasser bauen kann.

zu zerstören, statt es nach seinen Geboten zu meh­ren. Der Zersetzungsprozeß mußte unweigerlich zur Kapitulation des unglücklichen letzten Polenkönigs Stanislaus Poniatowski vor Rußland und damit 1795 zur dritten Teilung Polens führen. Es ist bezeichnend, daß man damals Polen vor der Teilung dadurch zu retten versuchte, daß man die Herrschaft einem Habsburger anbot. Wissen die Erden Pilsudskis heute, welch gefährlichen Weg sie beschritten haben? Das Schicksal der alten Bau­denkmäler von Lublin sollte ihnen ein memento mori, ein mahnender Hinweis auf die Folgen staatsmännischer Torheiten, sein.

schäft der Flüchtigen. In Dirschau kam es zu

teren schweren Ausschreitungen gegen Volksdeutsche. Eine Terrorbande zog durch die Straßen der Stadt, ließ sich in der einzigen deut­schen Konditorei nieder, verweigerte nach der Zeche die Bezahlung und zertrümmerte die La­deneinrichtung sowie die Einrichtung von 25 deutschen Geschäften und Privathäusern von Volks­deutschen. Deutschen wurde gedroht, es würde vom deutschen Gut und von Danzig kein Stein auf dem anderen bleiben. Volksdeutsche Flüchtlinge,

sind. 3m Interesse der lebensnotwendigen Verkehrs- notwendigkeiten Danzigs hat die Danziger Regierung noch in den Nachtstunden öle pol­nische Regierung nachdrücklich auf diese Verletzungen der polnischen Eifenbahnbehörden hingewiefen.

Auch ein Mchtlingszug aus Vromberg von den polen Milligehalten.

Ostoberschlesien hermetisch abgeschlossen.

Kattowitz, 29. Aug. (DNB.) Ostoberschlesi-n wird von seinen polnischen Machthabern immer mehr und mehr abgekapselt. Schon heute ist die

deutschen Volksgruppe gegenüber den ernstlichen Wunsch ausgesprochen hat, den nationalen Kämpfen im Lande rücksichtslos ein Ende zu bereiten. Gewiß hat nicht die Liebe zu den Deutschen, sondern staatsmännische Weisheit diesen Wunsch bestimmt, ebenso wie ja Kasimir die Deutschen nur deshalb ins Land geholt hatte, um Polen

Schneidemühl, 30. August (DNB. Funk- spruch). Der fahrplanmäßige Personenzug, der kurz nach 17 Uhr in Schneidemühl einläust, hat am Dienstag seinen Bestimmungsbahn- Hof nicht mehr erreicht. Wie seit Tagen, so wurde auch gestern (Dienstag) wieder Mit diesem Zuge eine große Anzahl von Flücht­lingen erwartet. Auf wiederholte Anfragen des Bahnhofs Schneidemühl gab der polnische Grenz- bahnhof keine Antwort. Erst am Morgen kam der Bescheid zurück, der Zug werde Verspä­tung haben. Dann bricht jede Verbindung ab und es 'waren von den Polen keinerlei Aus­künfte mehr zu erhalten. Um das Schicksal der Flüchtlinge besteht größte Besorgnis.

Mit mehr als einstündiger Verspätung lauft dann von jenseits der Grenze kurz vor Mitternacht ein anderer Zug ein, der ebenfalls eine große Anzahl vertriebener ' Deutscher mitbringt. Es läßt sich kaum mit Worten beschreiben, was sich ab= spielt, wenn die Wagentür sich öffnet. Verängstigte Kinder, verhärmte Frauen; furchtbar war der An­blick, als NSV.-Schwestern gestern eine Greisin, die in der pvlnischenHölle wahnsinnig geworden ist, in ihre Obhut nehmen und für ihren sofortigen Abtransport in ärztliche Pflege

D a n 3 i g, 30. Aug. (DNV. Funkspruch.) Am gestrigen Nachmittag ist eine Reihe von planmäßigen Zügen in Danzig nicht angekommen. 21. a. sind mehrere v-Züge und Personenzüge, bte für den Verkehr Danzigs und seines Hafens un­feiner Verbindung sowohl mit dem Hinterland als auch mit dem Reich von größter Bedeutung find, in Polen zurückgehalten worden.

Es handelt sich, wie wir erfahren haben, u.a. um den v-Zug 804, der um 16.27 Uhr Danzig fahrplanmäßig in Richtung Marienburg verließ, dort aber nicht eintraf, da er in Dirschau z u - rückgehalten worden war. Infolgedessen ist auch der entsprechende Gegenzug 20.09 Ahr ab Marienburg ausgefallen, da der notwendige Wagen­bestand nicht vorhanden war, so daß die Reisenden, die von Ostpreußen nach Danzig wollten, in Ma­rienburg Zurückbleiben mußten. Der erschwerendste Umstand besteht darin, daß der für die Ver- bindungmit demReich undOstpreuhen lebenswichtige visumfreie Zug 82 5 , der um 18.03 Uhr in Danzig eintreffen sollte, nicht verkehren konnte, da er ebenfalls in Dirschau zurückgehalten und aufge- l ö st worden ist. Das gleiche gilt für den Personen- zua 820. Weitere Züge, die von Danzig nach Gdingen verkehren, sind von dort mit geringerer Wagenzahl und absolut unzureichenden Lokomo- tiven zurückgekommen.

Man scheint sich polnischersetts nicht ganz im klaren darüber zu fein, daß die Zeit, wo Polen seine Verpflichtungen unter den faden­scheinigsten Rechtsvorwänden verletzen konnte, ohne auf entsprechenden widerstand oder unter Umständen recht unangenehme Gegenmaßnabmen zu stoßen, nun endgültig vorüber ist Man hat den Eindruck, daß die Warschauer Zen­tralbehörden angesichts der fortschreitenden Desorganisation der inneren polnischen Verwaltung auch auf diesem lebenswichtigen Gebiet des Ver­kehrswesens nicht mehr Herren der Lage

Klarheit!

Die von der Einkreisungsfront ausgegangenen Versuche, den Kurs Deutschlands in der Frage sei­ner Ostgrenzen zu beeinflussen, sind durch einen Brief Daladiers an den deutschen Führer er­gänzt worden. Dieser Brief und die Antwort des Mannes, zu dem ganz Deutschland in diesen kritischen Tagen mit völligem Vertrauen aufschaut, sind der Oeffentlichkeit übergeben worden, schon um ihr zu zeigen, um was es geht. Der französische Ministerpräsident Daladier hatte in seinem Brief behauptet, es gebe zwischen Deutschland und Polen mit Bezug auf die in der Danziger Frage ent­standenen Differenzen keine, die nichtzwischen den Regierungen zweier souveräner Nationen" geregelt werden könne. Daladier, der Polen mitgarantierte, und somit den von England ausgestellten Blanko­scheck für die polnische Aggression, den polnischen Terror und die polnischen Untaten unterfertigte, die den heutigen Weichselstaat wie einen Mann erscheinen lassen, der aus Furcht vor dem Tods Selbstmord zu verüben im Begriff steht, muß dem­nach auf Adolf Hitlers Antwort mit einiger Span­nung gewartet haben. Der Führer hat festgestellt, daß nach Ablehnung seines am 28. April von ihm bekannt gegebenen einmaligen Angebots von uns nicht die Möglichkeit vorhanden ist,auf Polen in einem vernünftigen Sinne" einzuwirken, daß wir die Rückkehr Danzigs und des Korridors sowie eine Beendigung dermazedonischen Zustände an un­serer Ostgrenze" fordern, nicht mehr und nicht weniger. Schwerwiegend ist der Satz, daß der jetzige polnische Staat so oder so erledigt wäre, ganz gleich, wie ein Krieg ausginge. Man wird in Paris'und in London sehr wohl wissen, was hinter diesen Worten steht.

Deutschland erwartet nicht etwa, daß man ihm Kompromisse im Genfer Stil vorschlägt oder belang­loseZugeständnisse" macht, sondern stellt seine klaren Forderungen auf Grund einer völlig ein­deutigen Rechtslage. Die Forderungen beziehen sich in erster Linie auf die schlechterdings unhaltbar ge­wordenen Zustände in den polnischen Grenzge­bieten und auf Danzig sowie den Korridor. Der Satz des Führers in feiner Antwort an Daladier Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück" gestattet keinerlei Auslegungsmanöver. Es muß mit aller Deutlichkeit noch einmal unterstrichen werden, daß es die Gegenseite selbst war, die die R e ch t s b a s i s für die deutschen Forderungen zum. Teil geschaffen hat. Wir verweisen in erster Linie auf die Note des amerikanischen Staatssekre­tärs Lansing vom 5. November 1918. In dieser Note wird ausdrücklich festgestellt, daß die Entente­mächteauf Grund der Bedingungen Wilsons" in Friedensverhandlungen eintreten wollen. Diese Be-

Mahnende Denkmäler polnischer Geschichte

Von unserem X H.-Korrespondenien.

Grenzlinien sind von den Polen bereits ausgelassen worden. Die Grenzen sind hermetisch von Grenz­polizei, Aufständischen und drei Linien Militär ge- schlossen.

Durch diese polnischen Maßnahmen will man auf jede erdenkliche Weise eine Nachrichtenüber­mittlung über den blutigen Terror gegen das Deutschtum, über die Zerstörung seines Eigentums, über die katastrophale wirtschaft­liche Lage und nicht zuletzt über die Zustände in Heer und Verwaltung unmöglich machen. Das Volk soll durch gefärbte und entstellte Berichte des polnischen Rundfunks über d i e tatsächliche Lage Polens falsch unterrichtet werden. Ostoberschlesien wirkt heute fast wie ein großes Ge­fängnis, hinter dessen Mauern Menschen gequält und gepeinigt werden und über deren Schicksal nur sehr wenig bekannt wird. Dabei ist die Unter­drückung der Wahrheit den polnischen Behörden fast vollständig gelungen.

Polen unterbricht Danzigs und Ostpreußens Eisenbahnverkehr mit dem Reich.

Flagranter Bruch vertraglicher Verpflichtungen. - Scharfer Protest -er Danziger Regierung in Warschau.

' empfing Dienstagabend in der Neuen Reichskanzlei ! in Gegenwart des Reichsminifters des Auswärtigen von Ribbentrop den britischen Botschafter

Warschau, August 1939.

Im Herzen von Polen liegt auf einem Hügel fischen zwei verträumten Flüßchen Lublin, die <5tabt Kasimirs des Großen". Auf sie trifft das Öort des letzten Piastenkönigs zu, er habe ein tölzernes Polen vorgefunden und ein steinernes interlaffen. Wenn man, vom Bahnhof kommend, jer mächtigen Türme und Mauern.ansichtig wird, e den Alten Ring umgeben, erhält man eine orfteUung davon, was diese Stadt vor 600 Jah- ?n im Handelsleben zwischen der Ostsee und dem schwarzen Meer bedeutet haben mag. Unter der errschaft Kasimirs, der in der polnischen Geschichte äs großer Bauherr weiterlebt, entstanden das otischeKrakauer Tor" mit feinem später auf- esetzten zierlichen Barockhelm, ferner dasBürg­er", ein Teil des Schlosses, die Altstadt und meh- r?re Kirchen. Diese Bauwerke stellen eine glückliche (tilmischung von West und Ost dar und erinnern rei ihrem Anblick an Wilna, wo die zwiebel- crtigen Linien in der deutschen Gotik den russischen Nnschlag verraten.

Wenn man aber durch das Krakauer Tor mit iinem zinnengeschmückten Vorbau auf den Alten ftinfl geht, hält man erschüttert inne. In diesen häujern mit den verfallenen Fassaden, wo einmal «utsche Kaufherren nach Magdeburger Recht gelebt md ein blühendes Wirtschaftsleben entfaltet haben, ießen sich Juden nieder. Der Alte Ring der joufherren des Königs Kasimir ist ein Ghetto i?morben. Das Polen der Gegenwart hat das SmtsDiertel in eine Dorstadt verlegt und auf den k sichtlichen Boden verzichtet. Ein unverdächtiger <?uge, dieGazeta Polska", schildert einen Gang i die Altstadt mit folgenden Worten:Aus dem 5?mpo der Gegenwart gelangen wir durch das fcalauer Tor in das Land der biblischen Legende, uib die Entfernung zwischen dem modernen Viertel mb dem Piastenschloß, das heute ein Zuchthaus V, trennt zwei Welten und mutet wie eine k smifche Größe an. Die unsagbar verkommene Alt- iabt mit ihren schmutzigen Geschäften ist ein Greuel, nicht nur für den Aestheten, fonbern r Md) für den Arzt." Und der Surfer Polski" flagt: ys sei unglaublich, daß ein Schloß aus dem 2. Jahrhundert, dessen Steine jeder einzeln doku­mentarischen Wert hat, ein Zuchthaus für * iebe und andere Verbrecher geworden sei.

Nichts könnte eindrucksvoller an bte Vergänglich- «it irdischer Größe mahnen als die gewaltigen Suliffcn von Lublin, das seinen ersten Aufschwung inem Herrscher verdankt, der den Auseinander- xtpinaen mit dem Deutschen Reich der Luxemburger in Ende machte, um sich ausschließlich seiner Kul- lurarbeit im Osten widmen zu können. Zwar hat Kasimir die Grenzen feines Staates nicht so »eit gesteckt wie später der Jagellonenkönig Wla - li i s I a m II. Dafür aber war das Polen Kasimirs mnerlid) reicher und geordneter, und die weste Beschränkung Kasimirs in feinen Gebietsanfpruchen uf Norden'und ©üboften ersparte ihm Kräfte, die tr für den Aufbau des Landes einsetzen konnte. Wenn man sich erinnert, daß 600 Jahre später er Schöpfer des neuen Polen, Pilsudski, feine Expansion mehr nach dem Osten richtete, wird '»er Gleichklang zwischen ihm und Kasimir dem Großen augenscheinlich. Die Fähigkeit Kasimirs »ar, zwischen zwei großen Nachbarn im Osten und Desten zu stehen. Kasimir hatte den Westen zum sreunb gewählt, auf Böhmen und Mähren ver­achtet, und selbst das päpstliche Gericht von 1339 i.uf dem Königsschloß von Warschau gegen den Deutschen Orden war gegen seinen Willen auf Betreiben der Kurie zustandegekommen. Um der westlichen Kultur in Kleinpolen und Galizien freie Bahn zu lassen, förderte er die Einwanderung

eutfdjer Kaufleute und Handw er k e r und legte Dörfer nach deutschem Recht 'm. Zwar verbot er den Städten den Rechtsweg ach Magdeburg und errichtete für sie auf dem Krakauer Schloß dasJus supremum Theuto- iticale", einen obersten deutschen Gerichtshof, anher» | I its aber nahm er an dem Eindringen und der l usbreitung einer fremden Nationalität keinen 1 nstoß. Krakau war damals eine fast rein Rutsche Stadt; dies zu einer Zeit, da auf der Frager Burg der deutsche Kaiser Karl IV. als 5«önig von Böhmen Glück und Wohlstand der boh- r ischen Länder mehrte und 1348 die erste deutsche inioerfität gründete. Zweifellos wurde Kasimir ron diesem Vorbild angeregt, was schon daraus h-rvorgeht, daß er in Krakau die zweitälteste Uni- c-rfität des Ostens schuf. Der Frieden mit dem Westen gab ihm die Kraft, im Innern feines Hseiches den widerspenstigen Adel niederzuhalten, dssen Begehrlichkeit und Selbstsucht wenige Jahr- honderte später das polnische Reich ausblutete und