Ausgabe 
30.6.1939
 
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bettung sollen für die ßeiftun^sfteigerung der Wald- böben in Zukunft mehr als bisher eingesetzt werden. Die für die Bodenkraft schädliche Streunutzung soll aus dem Walde verschwinden. Die Lei­stungsfähigkeit der Bestände soll durch bessere Pstege und durch den Anbau ertragreicherer und schnell­wüchsigerer Holzarten gesteigert werden. Die Wald weide soll beseitigt werden, dafür soll der Waldbesitzer andere Flächen als Weide oder zur Anlage von Weiden hergeben.

Besonderer Wert wird auf die bessere ^Be­wirtschaftung des Prioatwaldes ge­legt. Die Bildung von Waldgenossenschaf­ten zur gemeinschaftlichen Bewirtschaftung des Bauernwaldes und die Anstellung von gut ausgebildetem For ft personal sollen besonders die Forstwirtschaft des kleinen Waldbesitzes ver­bessern. Durch eine Neuabgrenzung von Wald und Feld kann die Waldfläche Deutschland noch um etwa 10 v. H. vergrößert werden. Die Möglichkeiten dazu bietet insbesondere die Heranziehung von Ocdland. Für Aufforstungen sollen in Zu­kunft Aufforstungsbeihilfen in erhöhtem Umfange bereitgestellt werden. Bon besonderer Wichtigkeit bei den Maßnahmen zur Leistungssteigerung im Walde ist die möglichst restlose Erfassung der Holzerzeugung. Durch den Bau von Wegen und Bringungsanlagen im Gebirge läßt sich die'Holzausnutzung steigern.

Der mit der Großdeutschen Reichstagung der Forstwirtschaft eingeleitete neue Arbeitsabschnitt läßt erkennen, daß der deutsche Forstmann fort- schreitet auf dem Wege, auf dem Deutschland mit der Nachhaltigkeitswirtschaft seinerzeit aller Welt vorangegangen ist. Der mit. dem Appell Gorings an den Privatwaldbesitz besonders auch ousgerufene deutsche Bauer wird auf diesem Wege um so besser folgen können, je mehr dafür auch die wirtschaftlichen Voraus s.etzun- g e n geschaffen werden. Arbeitskräftemangel und mangelnde Betriebsmittel hindern eine Intensivie­rung der Baucrnwaldnutzung. Der Hinweis auf den Einsatz von Waldgenossenschaften und die Ankündi­gung von Aufforstungsbeihilfen zeigen Möglich­keiten einer Ueberwindung derartiger Schwierig­keiten auf. en.

Der Reichsforstmeister beim Bogenschießen.

Wie wir schon berichteten, empfing Reichsforst­meister Generalfeldmarschall Göring die deut­schen Forstmänner in der Schor sh ei de' wo Arbeitsmänner am Ufer des Werbellinsees ein Zeltlager errichtet und der Generalfeldmarschall seine Gäste zu einem zünftigen Iagdessen eingeladen hatte. Bei dieser Veranstaltung machte unser Bild- bcrichterstatter unseren Schnappschuß vom Reichs- forstmeister beim Bogenschießen. (Scherl-M.)

Oie Hermann-Göring-Akademie der deutschen Jorstwiffenschast.

Berlin, 2g. Juni (DNB.) Aus der Reichs- tagung der Forstwirtschaft gab Generalforstmeister Alpers bekannt, daß der Reichsforstmeister im Einvernehmen mit dem Reichserziehungsminister und Reichsminister der Finanzen die bereits an­gekündigte Gründung der Akademie der deutschen Forstwissenschaft vollzogen habe. Anhand der Satzung erläuterte der General­forstmeister die Zwecke und Ziele dieser Neugrün­dung, die wieder ein Zeichen dafür sei, wie sehr man in den letzten Jahren immer mehr die wach­sende Bedeutung des deutschen Forstwesens würdige. Der Vorsitzende der Akademie könne im Einver­nehmen mit ihrem Senat Männer als Mitglieder berufen, die sich durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit um die deutsche Forstwissenschaft verdient gemacht hätten. Die Akademie habe den Namen Her­mann - Göring - Akademie der deutschen Forstwissenschaft erhalten. Die nächste großdeutsche Reichstagung der Forstwirtschaft würde vom Deut­schen Forstverein in der Ostmark, und zwar in Wien, veranstaltet.

Reichsautobahnen durch den deutschen Wald.

Aus der Reichstagung der Forstwirtschaft wies der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Professor Dr. Todt, darauf hin, daß von den rund 140 000 km geplanten Reichsautobahnen 34000 Kilometer und von den 46 000 Kilometer Reichs­straßen etwa 12 000 Kilometer durch Walö­ge b i e te führen. Straßen sind Kulturträger. Sie müssen Bestandteile der Landschaft sein. An den Reichsautobahnen werde gezeigt, daß die wohlverstandene Technik nichts andere sei als an­gewandte Natur. Straßen dürsten dem deutschen Wald, der der beste Inhalt deutschen Wesens sei, keine Wunden schlagen, sondern ihn so zeigen, wie ihn der deutsche Mensch seit Jahrhunderten empfin­det: als das große Wunder der Natur. Zahllosen deutschen Menschen sei durch die neuen Reichsauto­bahnen der Wald wieder erschlossen wor­den. Das sei also gleichzeitig eine bedeutende Er­weiterung des Naturschutzparkgedankens. Für, den Wildschutz an den Reichsautobahnen sei durch die Warnschilder bereits recht viel erreicht worden.

polnische Großmannssucht.

Warschauer Phantasien amTag des Meeres".

W a r s cha u , 29. Juni. (DNB.) Die polnische Presse steht im Zeichen des alljährlich ge­feiertenTag des M e e r e s". Daß wieder alle schon längst widerlegten geschichtlichen Unmög­lichkeiten und größenwahnsinnigen Forderungen polnischerHistoriker" aus der Versenkung-geholt werden, ist eine Seltbstverständlichkeit.Kurjer Po- ranny" faselt wieder von dergeschichtlichen Ver­bundenheit" Danzigs mit Polen (!). Wenn auch Barbarenhände" sich erkühnen, so schreibt er, alle Spuren der Verbundenheit mit dem Polentum, die an den Mauern der Freien Stadt Danzig von ihren früheren Bewohnern angebracht worden sind, zu entfernen, so werde dadurch der Lauf der Weichsel nicht geändert. Wer könnte für sich an der sou­veränen polnischen Meeresküste das Recht zur Herrschaft in Anspruch nehmen außer Polen! Denn dort gebe es nur Polentum, und zwar ein ausschließliches, absolutes und totales Po­lentum. Das Warschauer Blatt hat dabei anschei­nend vergessen, daß erst im vergangenen Sommer die deutschen Fischer von der heute polnisä>en Halb­insel Hela zwangsweise ausgesiedelt worden sind.

Dziennik Narodowy", das Hauptorgan der notio- naldemokratischen Nationalpartei, erinnert an die territorialen Forderungen Roman D m o w s k i s bei denFriedens"-Derhandlungen in Haris, wonach auch noch das gesamte Danziger Gebiet

und die südliche Hälfte Ostpreußens an Polen gebracht werden sollten. Dafür, daß dies nicht geschehen ist,befinde sich heute Europa in Unruhe", und die Durchführung der Verbesserungen des Grenzoerlaufes im Sinne dieser Forderungen werde man teuer bezahlen müssen.

Es sollte auch den Polen bekannt sein, von wel­ch e r Seite durch Kriegshetze und Einkreisungsbe- mühunaen bisher Europa in Unruhe versetzt wurde. Wenn Deutschland den Bestrebungen Englands, die so wacker von den Herren an der Weichsel sekundiert wurden, stets mit der größten Ruhe begegnete, dann war dieses die Ruhe des Starken, der sich weder durch fieberhafte diplomatische Geschäftig­keit an der Themse, noch durch das wütende Gekläff an der Ostgrenze irgenwie beeindrucken läßt. Wenn das Blatt schreibt, daß man die Durchführung der Verbesserungen des Grenzverlaufes im Sinne der Forderungen Roman Dmowskisteuer werde bezahlen müssen", dann läßt es dabei allerdings wohlweislich die Frage offen, wer denn diese Rechnung bezahlen soll. Sollte man in War­schau damit im Rahmen einesSpazierganges nach Berlin", von dem man bereits vor einiger Zeit schon faselte, etwa das Großdeutsche Reich meinen, dann hat man allerdings wie immer die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Gegenwärtig werde ein neuer Vorschlag, das Wild durch Schwach st romkabel von den Auto­straßen zurückzuhalten, geprüft.

Mehrleistung im Bauernwald

EinAufruf des ReichsbauernführersDarre

Der Reichsforstmeister und Generalfeldmarschall Hermann (Boring hat in feiner Rede vor den deutschen Forstmännern auf die großen und ge­waltigen Anstrengungen hingewiesen, die d i c deutsche F o r st w i r t s ch a f t in Gegenwart und Zukunft zu bewältigen haben wird. Er hat vor allem die nachhaltigen Einwirkungen des deutschen Waldes auf den Schutz d e r bäuerlichen Scholle betont und den R o h st o f fH o l z" als einen der bedeutendsten im Vierjahresplan heraus- gestellt. Die vom Generalfeldmarschall angestrebten Maßnahmen zur L e i st u n g s st e i g e r Ü n g er­fordern vom deutschen Landvolk für die Zukunft noch größere Anstrengungen auf forst­lichem Gebiet als bisher. Bessere Ausnutzung des Bodens, zweckmäßigere Bewirtschaftung, Vergröße­rung der Waldfläche und restlose Erfassung der Holzerzeugung sind Probleme, die den bäuerlichen Wald gleichermaßen angehen. Ich erwarte des­halb von allen deutschen Bauern und Landwirten, die Privatwald besitzen, den vollen Ein- s a tz für die vom Reichsforstmeister herausgestellten Richtlinien und Maßnahmen. Sämtlichen ehren­amtlichen Bauernführern bis zum letzten Orts- bauernführer mache ich es zur Pflicht, ebenso wie in der landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht auch in der forstlichen Erzeugungsschlacht alles daranzusetzen, um der ParoleLeistungs­steigerung im deutschen Wald" zum Erfolge zu ver­helfen! Gez.: R. Walther Darre.

Nie Arbeitsreserve.

Auf dem Lehrgang des Reichsrechtsamtes und der DAF. für die führenden Arbeitsrechtler, an dem jetzt auch die Reichstreuhänder der Arbeit teilnah- men, sprach Staatssekretär Syrup überArbeits­einsatz und Arbeitsverteilung". Er ging davon aus, daß der Reichtum des deutschen Volkes im wesent­lichen auf seiner Arbeitskraft beruhe. Den 12 Millionen Arbeitern und Angestellten des Jah­res 1933 ständen heute schon 22 Millionen gegenüber. An Arbeitsreserven an männ­lichen Kräften seien noch aus dem Kleinhandel zu gewinnen, dessen Einschränkung um ein Drittel angestrebt werde, aus der Verein­fachung des V e r w a l tu n g s a p p a r a t e s in Staat und Partei und, in beschränktem Umfange, von den Volksdeutschen irn Auslande-, für die Landwirtschaft habe man sehr stark auf ausländische Arbeitskräfte zurück- greifen müssen. So arbeiteten 37 000 Italiener, 15 000 Jugoslawen, 12 000 Ungarn, 5000 Bulgaren, 4000 Holländer und über 40 000 Slowaken im Reich, auch zahlreiche Arbeiter aus Böhmen, die sich gut" bewährten. An weiblichen Arbeitsreserven ständen unter Ausschaltung aller Mütter mit Kindern unter 14 Jahren noch etwa 3'/- Millionen zur Verfügung. Doch sei es hier wünschenswert, daß weibliche Arbeitskräfte in er­ster. Linie in der Hauswirtschaft, in der Landwirtschaft und in der Dolksfür - sorge und -pflege eingesetzt würden. In der Landwirtschaft seien heute 2.2 Millionen Bauern, 4,5 Millionen mithelfende Familienange­hörige und 2,5 Millionen landwirtschaftliche Arbeiter tätig.

Nie elektrowirtschafiliche Ausrüstung des Norses.

Zu der Verordnung des Preiskommilfars über die Verbilligung für Elektrogeräte und -Motoren für die Landwirtschaft betonte Reichshauptamtsleiter Dr. R e i f ch l e r vom Reichsnährstand in derNS.-Landpost", diese Ver­ordnung über die Ausnutzung der Stromtarif­ordnung von 1938, die ja erst bei größerem Ver­brauch verbilligende Wirkung haben könnte, sei bis­her daran gescheitert, daß die bäuerlichen Mittel­und Kleinbetriebe angesichts der Unterbewertung der landwirtschaftlichen Arbeit das Geld für die Beschaffung arbeitssparender Elektro­geräte eben nicht aufbringen konnten. Noch weniger könnten sie allerdings das Geld für die Zuleitungs - und Anschlußkosten für den Anschluß ihrer Höfe an das Stromnetz auf­bringen. Eine große Zahl von Höfen und Dörfern, vorwiegend in den Grenzgebieten, sei ja überhaupt noch nicht an das Versorgungsnetz a n g e s ch l o s s e n. In dieser Hinsicht bringe auch die neue Verordnung noch keine Lösung. Es dürfe daher an den Preiskommissar die Anregung übermittelt werden, einen Weg zu finden, um auch diese Lücke zu schließen. Der Referenz verweist auf den Vorschlag, den Fond der Ausgleichsabgabe durch Einbeziehung der gesamten Elektrowirtschaft entsprechend zu erhöhen und mit einem Anteil daraus die Finanzierung

der Zuleitungskosten bisher, nicht angeschlossener Dörfer und Höfe zu ermöglichen. Wäre diese Lücke geschlossen und auch bei der Rohstoffkontigentierung den Bedürfnissen Rechnung getragen, bann würden wir in den nächsten fünf Jahren eine elektrowirt- schaftliche Aufrüstung des Dorfes erleben, die dem Mehraufwand an künstlichen Düngemitteln gleich­wertig wäre.

Neugestaltung

des Adoptionswefens.

Nach dem neuen Reichsgesetz über die Ver­mittlung der Annahme an Kindes Statt ist die Vermittlung Aufgabe des Lan­desjugendamtes und des Jugendamtes sowie der R e i ch s a d o p t i o n s st e l l e im Hauptamt für Volkswohlfahrt und ihrer Dienststellen. Anderen ist die Vermittlung untersagt; ausgenom­men hiervon sind Personen, die durch verwandt­schaftliche oder andere besonders enge per­sönliche Beziehungen mit dem Annehmen- den oder dem Kinde verbunden sind, sofern sie die Vermittlung nicht geschäftsmäßig betreiben. -Wenn­gleich nicht annähernd genügend Kinder für die große Zahl der annahmebereiten Ehepaare zur Verfügung stehen, so sieht es die Adoptionsstelle als ihre oberste Aufgabe an, d i e Trennung von Mutter und Kind nach Möglichkeit zu verhindern. Sie überreicht daher jeder Kindes­mutter einen Brief, der ihr die Bedeutung und die Folgen der Adoption nochmals klar vor Augen führen soll. Erst wenn festgestellt ist, daß die Adoption wirklich im Interesse des Kindes liegt, werden die erforderlichen Erhebungen und die Feststellungen seiner Adoptionsfähigkeit eingeleitet. Selbstverständlich ist, daß durch amtsärztliches Attest Gesundheit und E r b t ü ch t i g k e i t des Kindes und seiner Eltern festgestellt wer­den, daß der Strafregisterauszug beider Kindes­eltern keine Vorstrafen aufweist, und daß Berichte von Privatpersonen und Amtsstellen besagen, daß es sich um eine körperlich, geistig und moralisch einwandfreie Sippe handelt. Auch über d i e annahmebereiten Eheleute werden die gleichen Erhebungen angestellt. Sie werden be­sonders darauf hingewiesen, daß sie in Anbetracht der weit höheren Zahl von Elternmeldungen mit einer längeren Wartezeit bis zur Vermittlung eines Kindes zu rechnen haben. Erst wenn alle Erhebun­gen über Kind und Kindeseltern abgeschlossen sind, wird die Entscheidung getroffen, in welche Familie das Kind vermittelt werden soll. Stimmen die Adoptiveltern dem Vorschlag der Adoptionsstelle zu, dann wird sofort die notarielle Einwilligungserklä­rung der Kindesmutter eingeholt, ehe das Kind seinem neuen Elternbause zugeführt wird. Hier soll es zunächst sechs Monate probeweise als Pflegekind bleiben, um den Annehmenden Ge­legenheit zu geben, festzustellen, ob es wirklich allen ihren Wünschen und Erwartungen entspricht. Meist vollzieht sich das Hineinwachsen des Kindes in seine neue Familiengemeinschaft so überraschend schnell und gut, daß die Adoptiveltern me-it früher um Abschluß des Vertrages bitten.

Die Werbung des Handwerks.

Der Präsident der Werberates der deutschen Wirtschaft, Professor Dr. Hunke, ging in einer Rede auf einer vom Landeshandmerksmeister Ber­lin-Brandenburg veranstalteten Kundgebung auch auf oie Werbung des Handwerks ein. Er erwähnte die begrüßenswerte Einrichtung der Werbeab- teilung des deutschen Handwerks. Werbung sei vor allem eine Sache der Belehrung. Die Werbung, die das Handwerk treibe, stelle gleich­zeitig eine Aufklärung der Verbraucher über die großen Aufgaben unserer Zeit dar. Man brauche nur an die neuen Werkstoffe zu denken, um sofort auf den belehrenden Charakter der Wer­bung des Handwerks zu stoßen. Die Durchführung des Vierjahresplanes sei zu einem wesentlichen Teil in die Hände des Handwerks gelegt. Sie sei nicht möglich, wenn das Handwerk nicht durch Werbung immer wieder auf die fortschreitende tech­nische Entwicklung Hinweise.

OeffentlicheFortzugsbeihilfe.

Von Gemeinden mit besonders gro­ßer Wohnungsnot ist in Erwägung gezogen morden, zur Entlastung ihres Wohnungsmarktes Personen, die ihren Wohnsitz in einen anderen Wohnort verlegen wollen, Fortzugsbei­hilfen zu gewähren, um ihnen die Umzugskosten, die häufig der Verlegung des Wohnsitzes im Wege stehen, zu erleichtern. Da von dem zur Zeit be­stehenden Wohnungsmangel nicht alle Ge­meinden in gleicher Weise betroffen sind, kann, wie der Reichsinnenminister in einem Erlaß ausführt, dieses Verfahren geeignet fein, eine ge­wisse örtliche Milderung der Wohnungs­knappheit herbeizuführen. Gegen die Zahlung von Fortzugsbeihilfen durch Gemeinden bestehen des­halb keine Bedenken. Eine Fortzugsbeihilfe wird aber nur bann in Frage kommen, wenn durch den Umzug dem Wohnungsmarkt brauchbare

Wohnungen zugeführt werden. Auch wird Per. fönen, die aus beruflichen oder anderen Gründen umzuziehen genötigt sind oder ihre Wohnung nach auswärts tauschen, eine Beihilfe nicht gezahlt. Orte mit besonders großer Woh. nungsnot werden im allgemeinen nur Groß- städte fein und dementsprechend wird in der Regel die Zahlung einer Wohnungsbeihilfe auch nur bei einer Abwanderung aus Groß- städten in kleine und mittlere Ge­meinden in Betracht kommen.

Oie Italiener in Tunis stehen zu ihrem Volkstum.

Mailand, 29. Juni. (Europapreß.) Die Leiter aller italienischen Vereinigungen und Institute in Tunis haben sich in der tunesischen Hauptstadt ver­sammelt vud eine Tagesordnung angenommen, in der gegen den Beschluß der französi­schen Kammerkommission auf Kündigung des italienisch-französischen Abkommens von 1896 und Aufhebung de r besonderen Rechte der Italiener in Tunis entschiedener Ein­spruch erhoben wird. Es wird betont, dieser unge­rechte Beschluß würde für die älteste und zahl­reichste europäische Gemeinschaft von Tunis mit der Zeit den Verlust des italienischen Bürgerrechts mit sich bringen sowie der durch die Verträge und Ka­pitulationen bedingten unverletzlichen Rechte. Die italienischen Vereinigungen verkünden ihre u n - lösbare Verbundenheit mit der Hei­mat, ihr restloses Vertrauen in die faschistische Regierung und ihre Ergebenheit gegenüber dem König-Kaiser und dem Duce. Die Tagesordnung wurde dem italienischen Generalkonsul übergeben, um dem italienischen Außenminister zugestellt zu werden.

. pefoin drängt auf Erfüllung des Bärard-Zordana-Abkommens.

Paris, 29. Juni (Europapreß). Zum drittenmal innerhalb dieser Woche erschien der französische Bot­schafter in Spanien, Marschall Petain, am Quai d'Orsay, um Bonnet aufzufordern, daß das Bärard-Jordana-Abkommen in allen sei­nen einzelnen Bestimmungen von der französischen Regierung unverzüglich in Kraft gesetzt werde. Marschall Pstain soll Außenminister Bonnet erklärt haben, daß er seine Rückreise nachBurgos von der Erfüllung der spanischen Forderungen nach Einhaltung des Berard-Jordana-Abkommens a b - hängig mache, weil im anderen Fall keinerlei Voraussetzungen für eine erfolgreiche diplomatische Tätigkeit für ihn gegeben seien.

Immer neue Opfer des jüdischen Terrors in Palästina.

Jerusalem, 29. Juni. (DNB.) Der anhaltende jüdische Terror nimmt immer neue Formen an. So überfielen am Donnerstagmorgen Juden aus dem Hinterhalt in verschiedenen von Juden bewohnten ' Orten nördlich und südlich von Jaffa harmlose arabische Passanten, wobei insgesamt 11 Araber getötet und 5 Araber verwundet wurden. Hierauf ordnete der Militär­kommandant die Einstellungjeglichen Ver­kehrs von und nach Tel Aviv, Rehvovoth und Petahtikvan von Donnerstag mittag bis Freitag nachmittag an. Heute früh explodierten auf der Straße HaifaAkko unter dem EifenbahnzuH zwei Minen. Zwei Wagen entgleisten. Bel einem Zusammenstoß zwischen Militär und Frei­schärlern nördlich von Nablus fiel der Freischärler­führer Mustafa O st a. Wie jetzt erst bekannt wird, wurden im vorigen Monat zwei arabi­sche Landarbeiter der deutschen Kolonie Wil- Helma nahe bei dem Flughäfen Lydda in Palästina beim Jäten eines Sesam selb es von einer vor- überfahrenden britischen Militärstreife entdeckt. Diese befahl beiden, mitzukommen. Noch im Sichtbereich von Wilhelma mußten die beiden Araber auf einen nahegelegenen Wachtturm zugehen. Dabei wurden sie hinterrücks erschossen.

Kompromißformel

zur Tleutraliiätsfraqe in USA.

Washington, 30. Juni (DNB. Funkspruch.) Kurz vor Schluß der bis in die späte Nächt aus­gedehnten Neutralitätsdebatte nahm das Repräsen­tantenhaus mit 159 gegen 157 Stimmen die Bei­behaltung der von Roosevelt bekämpften W a f» f e n f p e r r e an, allerdings mit dem Vorbehalt, daß nur die Ausfuhrtödlicher Waffen" verboten sein soll. Eine genaue Definition hierfür wurde nicht gegeben, es wurde nur erwähnt, daß Mu - nition darin einbegriffen ist. Vermut­lich werden Flugzeugmotoren, Lastwagen, allerlei Zubehörteile, kriegswichtige Rohstoffe und ähnliche Kriegsmaterialien nicht dazu gerechnet. Die wich­tigste Aenderung ist, daß der Präsident nicht allein, sondern nur in Uebereinftimmung mit dem Kongreß das B e st e h e n eines Kriegs- zustandes irgendwo in der Welt erklären Fann. Ferner strich der Außenausschuß die Bestimmun­gen, daß der Präsident im KriegsfälleGefah­renzonen" festsetzen, Kauffahrteischiffe bewaffnen, kurzfristige Kredite erneuern und Amerikanern Reisen auf Schiffen Krieg­führender verbieten Fann. Es wurde statt dessen beschlossen, AmeriFanern das Reisen auf eigenes Risiko zu erlauben.

Blockadever chörfuna in Offasien.

London, 30. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Tatsache, daß die Japaner in Tientsin offiziell ver­kündet haben, daß die Blockade der internatio­nalen Niederlassungen vom 1. Juli verschärft werden solle, hat in London starkes Aufsehen er­regt, zumal diese Erklärung wenige Stunden nach der Abreise der Engländer und Japaner aus Tient­sin zu den englisch-japanischen Verhandlungen in Tokio erfolgte. Außerdem berichtet die Londoner Presse, daß durch die Blockade von Futsch au zwei britische Zerstörer im Hafen e i n g e s ch l o s - s e n seien, denn die Japaner hätten die Ausfahrt aus dem Fluß durch Sperren und Minenfelder g e - schlossen. Auf die Beschwerde der britischen Ma­rinestellen hätten diese von den Japanern nur eine kurze ablehnende Antwort erhalten.

Em neues Rettungssystem für Unterseeboote.

Mailand, 29. Juni. (Europapreß.) Im Kriegs- Hafen von P o I a wird von der italienischen Marine ein neues System zur Rettung her Mannschaft aus untergegangenen Tauchbooten er­probt. Die italienischen Unterseeboote sind bereits