Nr. 123 Erster Blatt
189. Zahrgmg
Dienstag, 30. Mai 1939
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Pntd> und Verlag: vrShlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleilnng und Geschästrftelle: Schulstratze 7
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags
Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Npf..Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.25O/„ mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Erschetm taglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild -Die Scholle Monatr-Sezugrpreir:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen
Postscheckkonto:
Zronkfurt am Main 11686
pariser Gefahrenpunkte.
Von unserem <?. K.-Korrespondenien.
Die Zeichnung der fünfprozentigen steuerfreien Paul->Reynaud-Anleihe ist von allen Zeitungen als ein großer finanzieller Erfolg gefeiert worden. Der Betrag der Anleihe macht sechs Milliarden Franken aus, das find nicht ganz 400 Millionen Mark. Die Anleihe ist dazu bestimmt, einen Teil der Mehrausgaben für die französischen Rüstungen zu decken. Wie man weiß, sind diese Mehrausgaben vor allem durch die Weigerung Frankreichs und Englands notwendig geworden, auf die deutsch-italienischen Wünsche zur Revision überlebter Vertragsbestimungen einzugehen. Die rasche Zeichnung der 6 Milliarden Franken erklärt sich in erster Linie aus bank- und börsentechnischen Gründen. Es «sind zwar erhebliche Beträge französischen Fluchtkapitals aus dem Auslande zurückgeftrömt, aber infolge der fast völligen Lähmung der Geschäftstätigkeit an der Börse im Zusammenhang mit der unsicheren außenpolitischen Lage finden diese Gelder in der Wirtschaft keine Anlage; die Großbanken überzeichneten in wenigen Stunden die mit sehr günstigen Bedingungen ausgestattete Anleihe. Die Politik des Finanzministers Paul Reynaud, die von der Linken mit äußerster Heftigkeit angegriffen wird, weil sie nach deren Ansicht die große Masse der Verbraucher und Arbeiter durchaus einseitig zugunsten der Rüstungsbetriebe und verwandter Unternehmen belastet, hat also auch hier in einem äußeren Erfolge ihre Früchte getragen. Indessen kommt es dem französischen Volk mehr und mehr zum Bewußtsein, daß es die Zeche zu bezahlen hat für eine Politik des sturen Beharrens auf einmal eingenommenen Positionen, die man in dumpfer Gelassenheit als unabänderlich hinnimmt. Es ist kaum zu sehen, wann in dieser Haltung einmal eine Aenderung eintreten soll, trotz der Aeußerungen einzelner mutiger Mäimer wie beispielsweise des Abgeordneten und früheren Luftfahrtministers Marcel Beat.
Frankreich hat in diesem Monat zwei Jubi- l ä e n aus seiner Geschichte gefeiert, die die Gegensätze zwischen dem offiziellen Frankreich der Dritten Republik und dem nationalen Frankreich erahnen lassen: die Einleitung der Hundertfünfzig-Jahr- Feiern der Revolution von 1 7 8 9 und die Ieanne-d'Arc-Feier, die wie alljährlich in der ersten Maihälfte zur Erinnerung an die Befreiung der Stadt Orleans von den Engländern im Jahre 1428 abgehalten wurde. Die offizielle Zeremonie in Versailles zur Erinnerung an das Zu- fammsntreten der Generalftände am 5. Mai 1789 zeichnete sich durch das Fehlen jeglichen Interesses der Bevölkerung aus; die Feiern, von denen eine in der Spiegelgalerie des Versailler Schlosses abrollte und in der Hauptsache aus den Reden des Kammerpräsidenten Herriot und des Präsidenten der Republik, Lebrun, bestand, verliefen kühl und förmlich. Die französische Revolution ist nicht mehr volkstümlich; die von ihr verkündeten „Menschenrechte" sind dem Volk höchst gleichgültig, obwohl sie in den Schulen offiziell gelehrt werden. Selbst die offiziellen Vertreter der Dritten Republik haben Mühe, die Revolution zu feiern, und müssen deutlich von den Bluttaten dieses Terrorregimes, vom Königsmord und allen anderen Greueltaten jener Epoche abrücken.
Die Ieanne-d'Arc-Feier hat dagegen das Frankreich der nationalen Verbände auf die Straße geführt. Die Regierung beteiligt sich seit einer Reihe von Jahren an dieser Feier. Sie ist bei dem Vorbeimarsch der Truppen an dem Denkmal der Jungfrau von Orleans in der Rue de Rivoli anwesend, aber nur so lange, bis der letzte Tank vorbeigerollt ist. Dann fahren die Minister fluchtartig ab, und erst jetzt beginnt der Vorbeimarsch der nationalen Verbände und all der Tausenden von Angehörigen der Jugendorganisationen, mehr und weniger royalistischen Gepräges, welch letztere übrigens vorwiegend unter Leitung von Geistlichen stehen. Der Aufmarsch der nationalen Verbände zeigt im übrigen in seiner Zusammensetzung mehr als alles andere die Z e r f p l i t- terung des französischen Nationalismus, die es den herrschenden Gruppen des parlamentarischen Radikalismus so leicht macht, mit diesen Bewegungen fertig zu werden. Die „Action Franchise", die Sozialpartei des Obersten de La Rocque, die Französische Dolkspartei Doriots, die National-Soziale Partei des schwerreichen Abgeordneten Taittinger — alles das sind Bewegungen, die sich gegenseitig bekämpfen, teilweise sogar sehr heftig. Man kann dies selbst bei einer Gelegenheit wie dem Aufmarsch vor dem Denkmal der Jungfrau von Orleans, der doch im Zeichen der französischen Einheit stehen sollte, deutlich bemerken.
Nach dem geltenden Wahlgesetz müßte Frankreich im kommenden Jahre seine Kammer, die Kammer, die im Jahre 1936 im Zeichen der berüchtigten Volksfront gewählt worden ist, neu wählen. Anscheinend beschäftigt sich die Regierung Daladiers ernsthaft mit dem Gedanken, dem Lande in der Zeit der internationalen Spannung, die man gegenwärtig durchlebt, diese innenpolitische Kraftprobe zu ersparen. Man stellt sich auf den Standpunkt, daß die weitgehenden Vollmachten, mit denen die Regierung Daladier vor einigen Monaten vom Parlament ausgestattet worden ist, ihr die Möglichkeit geben, das Mandat der Abgeordneten um zwei Jahre zu verlängern und die Wahlen auf das Jahr 1942 zu verschieben, ein Vorgang, der in der Geschichte der Republik bis jetzt nur während des Weltkrieges einen Präzedenzfall gehabt hat. Auf diese Weise würde man auch auf bequeme Art
der Notwendigkeit enthoben werden, in einem Wahlkampf eine klare Stellung zu dem Problem der J8 o I fs f r o n t zu beziehen. Die „neue Mehrheit", auf die sich Daladier stützt, eine Parteigruppierung, die von den Radikalsozialisten bis zur äußersten Rechten geht, ist als solche 1936 vom Land gewählt worden, und man weiß nicht, wie die Wähler sich zu dieser durch die Umstände geschaffenen Gruppierung aussprechen würden, zumal die Wählermafsen durch die Finanzpolitik der Regierung unzufrieden gemacht sind und bei aller Betonung der nationalen Einheit doch den Extremen von links und rechts in die Arme getrieben werden.
Inzwischen drängen- sich der französischen Politik in den die Außenpolitik betreffenden Fragen neue Aufgaben auf, an die man nur ungern herangeht. Soll Frankreich die Rolle des Vermittlers zwischen London und Moskau bei den in eine Sack-
Ar ashing ton, 29. Mai (DNB.) Die Politik der Regierung der Vereinigten Staaten, in der Frage der Neutralitätsgesetzgebung ist durch zwei Briefe, die der Staatssekretär Hüll an die Vorsitzenden der Außenpolitischen Ausschüsse des Parlaments richtete, klargestellt worden. Hüll geht davon aus, daß das bisher bestehende Waffenausfuhrverbotbeseitigt werden müßte. Er schlägt folgende gesetzliche Regelung vor:
1. Amerikanische Schiffe sollen unabhängig von ihrer Fracht keine Kampfgebiete mehr berühren;
2. Reisen von amerikanischen Bürgern in Kampfgebiete sollen eingef chränkt werden;
3. Ehe Waren an kriegführende Mächte ausge-
E. F. Paris, 29. Mai.
Bei der Einwechung des neuen Gefallenen-Denk- mals auf dem amerikanischen Kriegerfriedhof in der Pariser Vorstadt Neuilly hielten am Pfingstsonntag Ministerpräsident Daladier und der amerikanische Botschafter Bullitt Ansprachen. Daladier unterstrich wohl den Willen Frankreichs zur Zusammen^ arbeit, drohte aber anderseits, Frankreich werde „mit seiner Freiheit die Freiheit der Welt verteidigen" gegen jeden etwaigen Versuch einer Nation, sich eine Vormachtstellung zu verschaffen. Frankreich verliere trotz der Ungewißheit der Stunde nicht die Hoffnung auf die Erhaltung des Friedens. Diesem Werke weihe es seit Monaten alle seine Kräfte auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet. Es bemühe sich auch — und damit ließ Daladier erkennen, daß seine Rede eine Rechtfertigung der Einkreisungspolitik sein sollte — feine Aktion mit derjenigen aller Völker in Einklang zu bringen, die, wie Daladier es nannte, den Frieden in der Ehre wollten.
Der Kongreß der Neusozialistischen Union in Angouleme befaßte sich mit der Außenpolitik Frankreichs. Der Parteivorsitzende Marcel Deal erklärte, die von Frankreich urtb England konstruierte Front der demokratischen Mächte habe insofern Schwächen, als einerseits Jugoslawien außerhalb dieser Front geblieben sei und andererseits die polnische Armee schwere technische Mängel aufweise. Polen müsse in der Danziger Frage umso vorsichtiger handeln, weil es die französisch-englische Garantie habe. Was seine Parole: „Nicht für Danzig sterben" angehe, so wiederhole er, daß weder die Polen noch die Rumänen das gegenwärtige „Sicherheitssystem" — wie es von England aufgebaut worden fei — lösen dürften. Die Entscheidung müsse bei dem englischen und französischen Parlament bleiben. Weiter sagte Deal, er wolle sich auch nicht darüber beklagen, daß man versuche, die Sowjetarmee in dieses Sicherheitssystem einzubeziehen, aber er hege Zweifel über die offensive Wirksamkeit dieser Armee. Außerdem habe er schwere Bedenken wegen der innenpolitischen Folgen der Allianz mit Sowjetrußland. Er fürchte, daß die Kommunistische Partei die Lage ausnützen könnte, um den Staat zu unterminieren und die Allianz mit Sowjetrußland Frankreich in einen Konflikt hineinziehe, der nicht auf feinem Boden entstanden sei.
Am Pfingstmontag haben die Anhänger Leon Blums auf dem Sozialistischen Parteikongreß in Nantes eine schwere Niederlage einstecken müssen. Obwohl die Vertreter der Blumschen Richtung — Leon Blum selbst war nicht anwesend — alles aufwandten, um die Annahme eines von der Loire-Federation eingebrachten Antrages zu verhindern, wonach den sozialistischen Parteimitgliedern die Zugehörigkeit zu einer Anzahl von den Kommunisten kontrollierter Organisationen verboten fein soll, wurde dieser Antrag mit 5490 :1761 Stimmen bei 264 Enthaltungen angenommen. Die Aussprache gestaltete sich stürmisch und vermehrte noch die Anzeichen für eine drohende Spaltung zwischen der Richtung Leon Blum und dem antikommunistischen Flügel Paul F a u r e s. Es kommt nun
gaffe geratenen Paktverhandlungen übernehmen? Die französische Diplomatie sieht sich mehr und mehr in der Rolle des Gvetheschen Zauberlehrlings, der die Geister nicht mehr bannen kann, die er gerufen hat. Zumindest in den konservativ eingestellten Kreisen der französischen Politik fühlt man sich nicht sehr wohl bei dem Gedanken, daß man, um den an Polen und Rumänien gegebenen Garantien den notwendigen Nachdruck zu geben, gezwungen sein könnte, sich blindlings auf das von Moskau geforderte Militärbündnis einzulassen, das Frankreich und England auf eine Bahn führen könnte, von der man nicht weiß, wo sie endet. Die französische Diplomatie wird wahrscheinlich versuchen, einem Kompromiß zuzusteuern, das den Westmächten nicht völlig die Hände gegenüber Sowjetrußland bindet; aber wenn das in Genf mißlingen sollte, wird man dann den Mut haben, vor der äußersten' Konsequenz zurückzutreten und auf den Paktabschluß mit Moskau zu verzichten? Auch hier, genau wie auf dem finanziellen Gebiet, nähert man sich sichtlich neuen Gefahrenpunkten. Aber es ist nur die Frage, ob man aus alledem die nötige Einsicht ziehen wird.
führt werden, soll der Besitztitel an den ausländischen Käufer übertragen werden;
4. Die bestehende Gesetzgebung über Anleihen und Kredite an kriegführende Staaten soll fortgesetzt werden;
5. Din Sammlung von Geldbeträgen zugunsten kriegführender Mächte in Amerika soll geregelt werden;
6. Das gegenwärtige System der Ausfuhr von Munition und Waffen soll fortgesetzt werden.
In der Frage des Waffenausfuhrverbots ist Hüll der Auffassung, Amerika könne nicht dadurch dem Kriege ferngehalten werden, daß es zwischen verschiedenen Kategorien des Exports unterscheide. Führende Kreise seien bisher bereits der Auffassung gewesen, daß die Aufrechterhaltung des Wassen-
darauf an, ob Leon Blum mit seiner außenpolitischen Entschließung, die im Gegensatz zu Paul Faure den „Widerstand gegen den Faschismus" auch um den Preis eines Krieges verlangt, in der Mehrheit bleiben wird.
Mimisches Echo.
Der wahre Sinn der europäischen Frage.
Rom, 29. Mai. (Europapreß.) Die Rede des französischen Ministerpräsidenten in Neuilly wird in Rom als ein neuer Versuch gekennzeichnet, die europäische Lage zu verfälschen und dem englisch- französischen Einkreisunasblock vor den Augen der Welt ein Alibi zu verschaffen. Der Herausgeber des „Giornale d'Jtalia", Gay da, schreibt, wenn der französische Ministerpräsident erklärt habe, Frankreich sei entschlossen, nicht nur seine eigene, sondern auch di e Freiheit der Welt gegen alle Hegemoniebestrebungen zu verteidigen, so wolle er damit nur über den wahren Kern der europäischen Lage hinwegtäuschen. Es gehe in Wirklichkeit nur um Fragen, die di e vier westlichen Großmächte betrügen, mit der Freiheit der
Budapest, 29. Mai (Europapreß). Das vorläufige nicht amtliche Ergebnis des ersten Wahlgangs in Ungarn stellt sich wie folgt dar: Zu vergeben waren 113 Mandate, Für drei Mandate finden am nächsten Sonntag Nachwahlen statt. Die 110 vergebenen Mandate verteilen sich wie folgt:
a) Regierungsblock (Regierungspartei 76, Christenpartei 3) zusammen 79 Mandate;
b) Rechtsopposition (Pfeilkreuzler 17, Nationalfront 7) zusammen 24 Mandate;
c) Linksopposition (Agrarier 6, Sozialdemokraten 1) zusammen 7 Abgeordnete.
Im allgemeinen wird festgestellt, daß der überwältigende Sieg der Rechten alle Erwartungen übertrifft. Sowohl die Regierungspartei, als auch die Rechtsopposition haben sich stark gefestigt, währen die Linksopposition völlig zusam- mengebrochen ist. Am auffälligsten ist der starke Vorstoß der Pfeilkreuzler, die anstatt bisher sechs etwa 25 bis 30 Abgeordnete im neuen Parlament haben dürften, zu denen sich bann noch 10 bis 15 andere rechtsoppositionelle Abgeordnete von Splitterparteien gesellen dürften, so daß die Rechtsopposition zusammen mit 35 bis 45 Abgeordneten statt bisher 29 in das Parlament einziehen könnte. Der Regierungsblock dürste feine bisherige Mandatszahl von 130 auf etwa 180 steigern und damit eine mehr als Zweidrittelmehrheit im neuen Abgeordnetenhaus erringen. In die restlichen etwa 40 Mandate dürften sich die links- oppofitionellen Parteien teilen. Man rechnet mit etwa 15 Agrariern, 15 Sozialdemokraten und Liberalen, sowie 10 Parteilosen.
Von bekannteren Persönlichkeiten der Regierungspartei wurden m den Einzelwahldet-
ausfuhroerbotes nicht wünschenswert sei. Schließlich gab Staatssekretär Hüll der Ansicht Ausdruck, die Bedrohung amerikanischer Staatsbürger würde mit größerer Wahrscheinlichkeit das Land in einen Krieg verwickeln, als alles andere. Aus diesem Grunde müßten die Reisen und der Aufenthalt amerikanischer Staatsbürger in Kriegsgebieten vermieden werden.
LlSA. bauen vier il-Boole vom „Squalus -Typ.
Washington, 27. Mai. (Europapreß - Funk» sprach.) Während die Katastrophe des Unterseebootes „Squalus" noch immer die amerikanische Öffentlichkeit bewegt, hat das Flottendepartement in Washington den Bau von vier weiteren U-Booten vom Typ der „Squalus" sowie von vier Zerstörern ausgeschrieben. Obwohl die Ursache der Katastrophe des Unterseebootes „Squalus" noch völlig im Dunkeln liegt, erblickt man in diesen Ausschreibungen einen Beweis dafür, daß man in den zuständigen Marinekreisen davon überzeugt ist, daß das Unglück keineswegs auf technische Unvollkommenheiten zurückzuführen ist.
Nie Neutralität der Schwei .
Zürich, 29. Mai. (Europapreß.) Anläßlich des Tessiner Tages in der Landesausstellung in Zürich erklärte Bundesrat Motta, die internationale Lage bleibe gespannt. Niemand rufe nach dem Krieg, alle beteuerten den Willen zum Frieden, aber keiner möchte sich in unvorbereitetem Zustand überraschen lassen. Langsam und beschwerlich erstehe vielleicht ein neues Gleichgewicht. Die Schweiz höre freudig auf die Versicherungen des Friedens, von welcher Regierung sie auch kämen. Sie bleibe der alten und fruchtbaren Staatsmaxime der uneingeschränkten Neutra- lltät treu. Die Schweizer dürsten nie vergessen, daß Freiheit und Neutralität eine ft r e n g e Disziplin erforderten, damit die Freiheit nicht in Zügellosigkeit aus arte und die Neutralität nicht auf Abwege gerate. Die Verpflichtung, der Schweiz im Falle eines Angriffes Hilfe zu bringen, sei schon in den Verträgen von 1815 niedergelegt. Die sicherste und wirksamste Verteidigung liege aber in den eigenen Waffen.
zivilisierten Volker oder gar der ganzen Welt aber nichts zu tun hätten. Die Politik Italiens und Deutschlands ziele nicht auf die Errichtung einer eigenen Hegemonie ab, sondern nur auf eine Revision derin Versailles von Frankreich und Großbritannien geschaffenen V o r h e r r s ch af t. Der Konflikt zwischen den vier Großmächten sei kein Konflikt zwischen Interessen von gleicher Lebenswichtigkeit für alle Beteiligten. Die Raumbedürfnisse Italiens und Deutschlands seien angesichts ihrer ständig zunehmenden Bevölkerung lebenswichtig. Demgegenüber ständen aber Nationen, die einen weit über ihre Lebensbedürfnisse und ihre Arbeitsfähigkeit hinausgehenden Raum besäßen. Die Weigerung, den wirklichen Lebensbedürfnissen anderer mit dem entgegenzukommen, was die Westmächte im Ueberfluß besäßen, könne niemals als Mitarbeit bezeichnet werden. Frankreich und Großbritannien schienen entschlossen, eher eine „verhängnisvolle Explosion des Klassenkampfes zwischen den Nationen" herbeizuführen, als auf einige tausend Quadratkilometer Kolonialgebiet zu verzichten, das nicht bevölkert und noch weniger bebaut sei.
zirken am ersten Wahltag einstimmig gewählt: JnneLminister Dr. Kercsztes-Fische2, Justizminister Tasnady Nagy, Kultusminister H o m a n und der Präsident des Abgeordnetenhauses, der stühere Ministerpräsident Koloman D a« rany. Gewählt wurde auch der ehemalige Ministerpräsident I m r e d y. Außenminister Graf Szaky und Landwirtschaftsminister Graf Michael Teleki erkämpften ihre Mandate gegen je einen hungaristischen Kandidaten. Csaky siegte mit 7668 gegen 3995 Stimmen feines Gegners. Unterlegen sind von den Regierungsanhängern in den Einzelwahlen 18 Kandidaten, darunter der Staatssekretär im Justizministerium, Stefan Antal, der von einem Hungaristen geschlagen wurde. Verluste erlitt in der Einzelwahl die linksoppositionelle Agrar-Partei, wobei seihst ihr Parteiführer Tribor Eckhardt dem Regierungskandidaten unterlag. Allerdings wurde er auf einer der Provinzlisten feiner Partei gewählt. Außer Eckhardt find auch fast alle übrigen prominenten Mitglieder der Agrar-Partei geschlagen werden, darunter auch der Sohn Andreas des früheren Ministerpräsidenten Graf Bethlen. Dieser selbst hat sich aus dem politischen Leben zurückgezogen. Insgesamt sind in den Einzelwahlbezirken 43 Agrar-Partei-Kandi- daten unterlegen. Auch die Sozialdemokraten konnten von ihren in den Einzelwahlbezirken ausgestellten Kandidaten keinen einzigen durchbringen. Die Wahlen verliefen im ganzen Lande ruhig. In den Einzelwahlbezirken genügten 40 v. H. der abgegebenen Stimmen für die Erringung des Mandats, während bei den Listenwahlbezirken die Mandate nach der Verhältniswahl der auf die einzelnen Parteien abgegebenen Stimmen verteilt werden.
Revision des amerikanischen AeniralMsgesetzes
Staatssekretär Hüll für Aufhebung des Waffenausfuhrverbots.
politische pfingstfeiertage in Krankreich.
Oaladierverieidigi die Einkreisung.-KritikDeais.-IUchtungsstreiibeidenGozialdemokraien
Wahlsieg -esRegierungsblockS inllngarn


