Ausgabe 
30.5.1939
 
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Nr. 123 Erster Blatt

189. Zahrgmg

Dienstag, 30. Mai 1939

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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pariser Gefahrenpunkte.

Von unserem <?. K.-Korrespondenien.

Die Zeichnung der fünfprozentigen steuerfreien Paul->Reynaud-Anleihe ist von allen Zeitungen als ein großer finanzieller Erfolg ge­feiert worden. Der Betrag der Anleihe macht sechs Milliarden Franken aus, das find nicht ganz 400 Millionen Mark. Die Anleihe ist dazu bestimmt, einen Teil der Mehrausgaben für die französischen Rüstungen zu decken. Wie man weiß, sind diese Mehrausgaben vor allem durch die Weigerung Frankreichs und Englands notwendig geworden, auf die deutsch-italienischen Wünsche zur Revision überlebter Vertragsbestimungen einzugehen. Die rasche Zeichnung der 6 Milliarden Franken erklärt sich in erster Linie aus bank- und börsentechnischen Gründen. Es «sind zwar erhebliche Beträge fran­zösischen Fluchtkapitals aus dem Auslande zurückgeftrömt, aber infolge der fast völligen Läh­mung der Geschäftstätigkeit an der Börse im Zu­sammenhang mit der unsicheren außenpolitischen Lage finden diese Gelder in der Wirtschaft keine Anlage; die Großbanken überzeichneten in we­nigen Stunden die mit sehr günstigen Bedingungen ausgestattete Anleihe. Die Politik des Finanz­ministers Paul Reynaud, die von der Linken mit äußerster Heftigkeit angegriffen wird, weil sie nach deren Ansicht die große Masse der Verbraucher und Arbeiter durchaus einseitig zugunsten der Rüstungsbetriebe und verwandter Unternehmen be­lastet, hat also auch hier in einem äußeren Erfolge ihre Früchte getragen. Indessen kommt es dem französischen Volk mehr und mehr zum Bewußt­sein, daß es die Zeche zu bezahlen hat für eine Politik des sturen Beharrens auf einmal ein­genommenen Positionen, die man in dumpfer Ge­lassenheit als unabänderlich hinnimmt. Es ist kaum zu sehen, wann in dieser Haltung einmal eine Aenderung eintreten soll, trotz der Aeußerungen einzelner mutiger Mäimer wie beispielsweise des Abgeordneten und früheren Luftfahrtministers Mar­cel Beat.

Frankreich hat in diesem Monat zwei Jubi- l ä e n aus seiner Geschichte gefeiert, die die Gegen­sätze zwischen dem offiziellen Frankreich der Dritten Republik und dem nationalen Frankreich erahnen lassen: die Einleitung der Hundertfünfzig-Jahr- Feiern der Revolution von 1 7 8 9 und die Ieanne-d'Arc-Feier, die wie alljährlich in der ersten Maihälfte zur Erinnerung an die Be­freiung der Stadt Orleans von den Engländern im Jahre 1428 abgehalten wurde. Die offizielle Zere­monie in Versailles zur Erinnerung an das Zu- fammsntreten der Generalftände am 5. Mai 1789 zeichnete sich durch das Fehlen jeglichen Interesses der Bevölkerung aus; die Feiern, von denen eine in der Spiegelgalerie des Versailler Schlosses ab­rollte und in der Hauptsache aus den Reden des Kammerpräsidenten Herriot und des Präsidenten der Republik, Lebrun, bestand, verliefen kühl und förmlich. Die französische Revolution ist nicht mehr volkstümlich; die von ihr verkündeten Menschenrechte" sind dem Volk höchst gleichgültig, obwohl sie in den Schulen offiziell gelehrt werden. Selbst die offiziellen Vertreter der Dritten Re­publik haben Mühe, die Revolution zu feiern, und müssen deutlich von den Bluttaten dieses Terror­regimes, vom Königsmord und allen anderen Greueltaten jener Epoche abrücken.

Die Ieanne-d'Arc-Feier hat dagegen das Frankreich der nationalen Ver­bände auf die Straße geführt. Die Regierung beteiligt sich seit einer Reihe von Jahren an dieser Feier. Sie ist bei dem Vorbeimarsch der Truppen an dem Denkmal der Jungfrau von Orleans in der Rue de Rivoli anwesend, aber nur so lange, bis der letzte Tank vorbeigerollt ist. Dann fahren die Minister fluchtartig ab, und erst jetzt beginnt der Vorbeimarsch der nationalen Verbände und all der Tausenden von Angehörigen der Jugendorganisa­tionen, mehr und weniger royalistischen Gepräges, welch letztere übrigens vorwiegend unter Leitung von Geistlichen stehen. Der Aufmarsch der natio­nalen Verbände zeigt im übrigen in seiner Zusam­mensetzung mehr als alles andere die Z e r f p l i t- terung des französischen Nationalis­mus, die es den herrschenden Gruppen des parla­mentarischen Radikalismus so leicht macht, mit die­sen Bewegungen fertig zu werden. DieAction Franchise", die Sozialpartei des Obersten de La Rocque, die Französische Dolkspartei Doriots, die National-Soziale Partei des schwerreichen Abgeord­neten Taittinger alles das sind Bewegungen, die sich gegenseitig bekämpfen, teilweise so­gar sehr heftig. Man kann dies selbst bei einer Gelegenheit wie dem Aufmarsch vor dem Denkmal der Jungfrau von Orleans, der doch im Zeichen der französischen Einheit stehen sollte, deutlich be­merken.

Nach dem geltenden Wahlgesetz müßte Frankreich im kommenden Jahre seine Kammer, die Kammer, die im Jahre 1936 im Zeichen der berüchtigten Volksfront gewählt worden ist, neu wählen. An­scheinend beschäftigt sich die Regierung Daladiers ernsthaft mit dem Gedanken, dem Lande in der Zeit der internationalen Spannung, die man gegen­wärtig durchlebt, diese innenpolitische Kraftprobe zu ersparen. Man stellt sich auf den Standpunkt, daß die weitgehenden Vollmachten, mit denen die Regierung Daladier vor einigen Monaten vom Parlament ausgestattet worden ist, ihr die Mög­lichkeit geben, das Mandat der Abgeordneten um zwei Jahre zu verlängern und die Wahlen auf das Jahr 1942 zu verschieben, ein Vorgang, der in der Geschichte der Republik bis jetzt nur während des Weltkrieges einen Präzedenzfall gehabt hat. Auf diese Weise würde man auch auf bequeme Art

der Notwendigkeit enthoben werden, in einem Wahlkampf eine klare Stellung zu dem Problem der J8 o I fs f r o n t zu beziehen. Dieneue Mehr­heit", auf die sich Daladier stützt, eine Parteigrup­pierung, die von den Radikalsozialisten bis zur äußersten Rechten geht, ist als solche 1936 vom Land gewählt worden, und man weiß nicht, wie die Wähler sich zu dieser durch die Umstände geschaffe­nen Gruppierung aussprechen würden, zumal die Wählermafsen durch die Finanzpolitik der Regie­rung unzufrieden gemacht sind und bei aller Be­tonung der nationalen Einheit doch den Extremen von links und rechts in die Arme getrieben werden.

Inzwischen drängen- sich der französischen Politik in den die Außenpolitik betreffenden Fragen neue Aufgaben auf, an die man nur ungern heran­geht. Soll Frankreich die Rolle des Vermittlers zwischen London und Moskau bei den in eine Sack-

Ar ashing ton, 29. Mai (DNB.) Die Politik der Regierung der Vereinigten Staaten, in der Frage der Neutralitätsgesetzgebung ist durch zwei Briefe, die der Staatssekretär Hüll an die Vor­sitzenden der Außenpolitischen Ausschüsse des Par­laments richtete, klargestellt worden. Hüll geht da­von aus, daß das bisher bestehende Waffen­ausfuhrverbotbeseitigt werden müßte. Er schlägt folgende gesetzliche Regelung vor:

1. Amerikanische Schiffe sollen unabhängig von ihrer Fracht keine Kampfgebiete mehr berühren;

2. Reisen von amerikanischen Bürgern in Kampfgebiete sollen eingef chränkt werden;

3. Ehe Waren an kriegführende Mächte ausge-

E. F. Paris, 29. Mai.

Bei der Einwechung des neuen Gefallenen-Denk- mals auf dem amerikanischen Kriegerfriedhof in der Pariser Vorstadt Neuilly hielten am Pfingstsonntag Ministerpräsident Daladier und der amerika­nische Botschafter Bullitt Ansprachen. Daladier unter­strich wohl den Willen Frankreichs zur Zusammen^ arbeit, drohte aber anderseits, Frankreich werde mit seiner Freiheit die Freiheit der Welt ver­teidigen" gegen jeden etwaigen Versuch einer Nation, sich eine Vormachtstellung zu verschaffen. Frankreich verliere trotz der Ungewißheit der Stunde nicht die Hoffnung auf die Erhaltung des Friedens. Diesem Werke weihe es seit Monaten alle seine Kräfte auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet. Es be­mühe sich auch und damit ließ Daladier erkennen, daß seine Rede eine Rechtfertigung der Einkreisungs­politik sein sollte feine Aktion mit derjenigen aller Völker in Einklang zu bringen, die, wie Dala­dier es nannte, den Frieden in der Ehre wollten.

Der Kongreß der Neusozialistischen Union in Angouleme befaßte sich mit der Außenpolitik Frank­reichs. Der Parteivorsitzende Marcel Deal erklärte, die von Frankreich urtb England konstruierte Front der demokratischen Mächte habe insofern Schwächen, als einerseits Jugoslawien außerhalb dieser Front geblieben sei und andererseits die polnische Armee schwere technische Mängel aufweise. Polen müsse in der Danziger Frage umso vorsichtiger handeln, weil es die französisch-englische Garantie habe. Was seine Parole:Nicht für Danzig sterben" angehe, so wie­derhole er, daß weder die Polen noch die Rumänen das gegenwärtigeSicherheitssystem" wie es von England aufgebaut worden fei lösen dürften. Die Entscheidung müsse bei dem englischen und fran­zösischen Parlament bleiben. Weiter sagte Deal, er wolle sich auch nicht darüber beklagen, daß man versuche, die Sowjetarmee in dieses Sicher­heitssystem einzubeziehen, aber er hege Zweifel über die offensive Wirksamkeit dieser Armee. Außerdem habe er schwere Bedenken wegen der innen­politischen Folgen der Allianz mit Sowjet­rußland. Er fürchte, daß die Kommunistische Partei die Lage ausnützen könnte, um den Staat zu unter­minieren und die Allianz mit Sowjetrußland Frank­reich in einen Konflikt hineinziehe, der nicht auf feinem Boden entstanden sei.

Am Pfingstmontag haben die Anhänger Leon Blums auf dem Sozialistischen Partei­kongreß in Nantes eine schwere Niederlage ein­stecken müssen. Obwohl die Vertreter der Blumschen Richtung Leon Blum selbst war nicht an­wesend alles aufwandten, um die Annahme eines von der Loire-Federation eingebrachten An­trages zu verhindern, wonach den sozialistischen Parteimitgliedern die Zugehörigkeit zu einer Anzahl von den Kommunisten kon­trollierter Organisationen verboten fein soll, wurde dieser Antrag mit 5490 :1761 Stimmen bei 264 Enthaltungen angenommen. Die Aus­sprache gestaltete sich stürmisch und vermehrte noch die Anzeichen für eine drohende Spaltung zwischen der Richtung Leon Blum und dem antikommu­nistischen Flügel Paul F a u r e s. Es kommt nun

gaffe geratenen Paktverhandlungen übernehmen? Die französische Diplomatie sieht sich mehr und mehr in der Rolle des Gvetheschen Zauberlehrlings, der die Geister nicht mehr bannen kann, die er ge­rufen hat. Zumindest in den konservativ eingestell­ten Kreisen der französischen Politik fühlt man sich nicht sehr wohl bei dem Gedanken, daß man, um den an Polen und Rumänien gegebenen Garan­tien den notwendigen Nachdruck zu geben, gezwun­gen sein könnte, sich blindlings auf das von Mos­kau geforderte Militärbündnis einzulassen, das Frankreich und England auf eine Bahn führen könnte, von der man nicht weiß, wo sie endet. Die französische Diplomatie wird wahrscheinlich versu­chen, einem Kompromiß zuzusteuern, das den West­mächten nicht völlig die Hände gegenüber Sowjet­rußland bindet; aber wenn das in Genf mißlingen sollte, wird man dann den Mut haben, vor der äußersten' Konsequenz zurückzutreten und auf den Paktabschluß mit Moskau zu verzichten? Auch hier, genau wie auf dem finanziellen Gebiet, nähert man sich sichtlich neuen Gefahrenpunkten. Aber es ist nur die Frage, ob man aus alledem die nötige Einsicht ziehen wird.

führt werden, soll der Besitztitel an den auslän­dischen Käufer übertragen werden;

4. Die bestehende Gesetzgebung über Anleihen und Kredite an kriegführende Staaten soll fort­gesetzt werden;

5. Din Sammlung von Geldbeträgen zugunsten kriegführender Mächte in Amerika soll geregelt werden;

6. Das gegenwärtige System der Ausfuhr von Munition und Waffen soll fortgesetzt werden.

In der Frage des Waffenausfuhrverbots ist Hüll der Auffassung, Amerika könne nicht dadurch dem Kriege ferngehalten werden, daß es zwischen ver­schiedenen Kategorien des Exports unterscheide. Führende Kreise seien bisher bereits der Auffassung gewesen, daß die Aufrechterhaltung des Wassen-

darauf an, ob Leon Blum mit seiner außenpoli­tischen Entschließung, die im Gegensatz zu Paul Faure denWiderstand gegen den Faschismus" auch um den Preis eines Krieges verlangt, in der Mehr­heit bleiben wird.

Mimisches Echo.

Der wahre Sinn der europäischen Frage.

Rom, 29. Mai. (Europapreß.) Die Rede des französischen Ministerpräsidenten in Neuilly wird in Rom als ein neuer Versuch gekennzeichnet, die europäische Lage zu verfälschen und dem englisch- französischen Einkreisunasblock vor den Augen der Welt ein Alibi zu verschaffen. Der Herausgeber desGiornale d'Jtalia", Gay da, schreibt, wenn der französische Ministerpräsident erklärt habe, Frankreich sei entschlossen, nicht nur seine eigene, sondern auch di e Freiheit der Welt gegen alle Hegemoniebestrebungen zu verteidigen, so wolle er damit nur über den wahren Kern der europä­ischen Lage hinwegtäuschen. Es gehe in Wirklich­keit nur um Fragen, die di e vier westlichen Großmächte betrügen, mit der Freiheit der

Budapest, 29. Mai (Europapreß). Das vor­läufige nicht amtliche Ergebnis des ersten Wahl­gangs in Ungarn stellt sich wie folgt dar: Zu ver­geben waren 113 Mandate, Für drei Mandate finden am nächsten Sonntag Nachwahlen statt. Die 110 vergebenen Mandate verteilen sich wie folgt:

a) Regierungsblock (Regierungspartei 76, Christenpartei 3) zusammen 79 Mandate;

b) Rechtsopposition (Pfeilkreuzler 17, Nationalfront 7) zusammen 24 Mandate;

c) Linksopposition (Agrarier 6, Sozial­demokraten 1) zusammen 7 Abgeordnete.

Im allgemeinen wird festgestellt, daß der über­wältigende Sieg der Rechten alle Erwartungen übertrifft. Sowohl die Regierungspartei, als auch die Rechtsopposition haben sich stark gefestigt, wäh­ren die Linksopposition völlig zusam- mengebrochen ist. Am auffälligsten ist der starke Vorstoß der Pfeilkreuzler, die anstatt bisher sechs etwa 25 bis 30 Abgeordnete im neuen Parlament haben dürften, zu denen sich bann noch 10 bis 15 andere rechtsoppositionelle Abgeord­nete von Splitterparteien gesellen dürften, so daß die Rechtsopposition zusammen mit 35 bis 45 Abgeordne­ten statt bisher 29 in das Parlament einziehen könnte. Der Regierungsblock dürste feine bisherige Mandatszahl von 130 auf etwa 180 steigern und damit eine mehr als Zweidrittelmehr­heit im neuen Abgeordnetenhaus erringen. In die restlichen etwa 40 Mandate dürften sich die links- oppofitionellen Parteien teilen. Man rechnet mit etwa 15 Agrariern, 15 Sozialdemo­kraten und Liberalen, sowie 10 Parteilosen.

Von bekannteren Persönlichkeiten der Regie­rungspartei wurden m den Einzelwahldet-

ausfuhroerbotes nicht wünschenswert sei. Schließ­lich gab Staatssekretär Hüll der Ansicht Ausdruck, die Bedrohung amerikanischer Staats­bürger würde mit größerer Wahrscheinlichkeit das Land in einen Krieg verwickeln, als alles andere. Aus diesem Grunde müßten die Reisen und der Aufenthalt amerikanischer Staats­bürger in Kriegsgebieten vermieden werden.

LlSA. bauen vier il-Boole vomSqualus -Typ.

Washington, 27. Mai. (Europapreß - Funk» sprach.) Während die Katastrophe des Unterseebootes Squalus" noch immer die amerikanische Öffent­lichkeit bewegt, hat das Flottendepartement in Washington den Bau von vier weiteren U-Booten vom Typ derSqualus" sowie von vier Zerstörern ausgeschrieben. Obwohl die Ursache der Katastrophe des UnterseebootesSqua­lus" noch völlig im Dunkeln liegt, erblickt man in diesen Ausschreibungen einen Beweis dafür, daß man in den zuständigen Marinekreisen davon über­zeugt ist, daß das Unglück keineswegs auf technische Unvollkommenheiten zurückzuführen ist.

Nie Neutralität der Schwei .

Zürich, 29. Mai. (Europapreß.) Anläßlich des Tessiner Tages in der Landesausstellung in Zürich erklärte Bundesrat Motta, die internationale Lage bleibe gespannt. Niemand rufe nach dem Krieg, alle beteuerten den Willen zum Frieden, aber keiner möchte sich in unvorbereitetem Zustand überraschen lassen. Langsam und beschwerlich erstehe vielleicht ein neues Gleichgewicht. Die Schweiz höre freudig auf die Versicherungen des Friedens, von welcher Regierung sie auch kämen. Sie bleibe der alten und fruchtbaren Staats­maxime der uneingeschränkten Neutra- lltät treu. Die Schweizer dürsten nie vergessen, daß Freiheit und Neutralität eine ft r e n g e Disziplin erforderten, damit die Freiheit nicht in Zügellosigkeit aus arte und die Neutralität nicht auf Abwege gerate. Die Verpflichtung, der Schweiz im Falle eines Angriffes Hilfe zu bringen, sei schon in den Verträgen von 1815 niedergelegt. Die sicherste und wirksamste Verteidigung liege aber in den eigenen Waffen.

zivilisierten Volker oder gar der ganzen Welt aber nichts zu tun hätten. Die Politik Italiens und Deutschlands ziele nicht auf die Errichtung einer eigenen Hegemonie ab, sondern nur auf eine Revision derin Versailles von Frank­reich und Großbritannien geschaffe­nen V o r h e r r s ch af t. Der Konflikt zwischen den vier Großmächten sei kein Konflikt zwischen Interes­sen von gleicher Lebenswichtigkeit für alle Beteilig­ten. Die Raumbedürfnisse Italiens und Deutschlands seien angesichts ihrer ständig zu­nehmenden Bevölkerung lebenswichtig. Dem­gegenüber ständen aber Nationen, die einen weit über ihre Lebensbedürfnisse und ihre Arbeitsfähigkeit hinausgehen­den Raum besäßen. Die Weigerung, den wirk­lichen Lebensbedürfnissen anderer mit dem ent­gegenzukommen, was die Westmächte im Ueberfluß besäßen, könne niemals als Mitarbeit bezeichnet werden. Frankreich und Großbritannien schienen entschlossen, eher eineverhängnisvolle Explosion des Klassenkampfes zwischen den Nationen" herbei­zuführen, als auf einige tausend Quadratkilometer Kolonialgebiet zu verzichten, das nicht bevölkert und noch weniger bebaut sei.

zirken am ersten Wahltag einstimmig gewählt: JnneLminister Dr. Kercsztes-Fische2, Ju­stizminister Tasnady Nagy, Kultusminister H o m a n und der Präsident des Abgeordnetenhau­ses, der stühere Ministerpräsident Koloman D a« rany. Gewählt wurde auch der ehemalige Mi­nisterpräsident I m r e d y. Außenminister Graf Szaky und Landwirtschaftsminister Graf Mi­chael Teleki erkämpften ihre Mandate gegen je einen hungaristischen Kandidaten. Csaky siegte mit 7668 gegen 3995 Stimmen feines Gegners. Un­terlegen sind von den Regierungsanhängern in den Einzelwahlen 18 Kandidaten, darunter der Staats­sekretär im Justizministerium, Stefan Antal, der von einem Hungaristen geschlagen wurde. Verluste erlitt in der Einzelwahl die linksoppositionelle Agrar-Partei, wobei seihst ihr Parteiführer Tri­bor Eckhardt dem Regierungskandidaten unter­lag. Allerdings wurde er auf einer der Provinz­listen feiner Partei gewählt. Außer Eckhardt find auch fast alle übrigen prominenten Mitglieder der Agrar-Partei geschlagen werden, darunter auch der Sohn Andreas des früheren Ministerpräsidenten Graf Bethlen. Dieser selbst hat sich aus dem politischen Leben zurückgezogen. Insgesamt sind in den Einzelwahlbezirken 43 Agrar-Partei-Kandi- daten unterlegen. Auch die Sozialdemokraten konn­ten von ihren in den Einzelwahlbezirken ausgestell­ten Kandidaten keinen einzigen durchbringen. Die Wahlen verliefen im ganzen Lande ruhig. In den Einzelwahlbezirken genügten 40 v. H. der abgegebe­nen Stimmen für die Erringung des Mandats, während bei den Listenwahlbezirken die Mandate nach der Verhältniswahl der auf die ein­zelnen Parteien abgegebenen Stimmen verteilt werden.

Revision des amerikanischen AeniralMsgesetzes

Staatssekretär Hüll für Aufhebung des Waffenausfuhrverbots.

politische pfingstfeiertage in Krankreich.

Oaladierverieidigi die Einkreisung.-KritikDeais.-IUchtungsstreiibeidenGozialdemokraien

Wahlsieg -esRegierungsblockS inllngarn