Ausgabe 
30.5.1939
 
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Italiens größte Frauenkundgebung.

70000 faschistische Frauen vor dem Duce.

Rom, 29. Mm. (Europapreß.) Die italienische Hauptstadt erlebte am Pfingstsonntag den grüß« ten Frauenaufmarsch, den Italien je ge­sehen hat. lieber 70 000 Angehörige der faschistischen Frauenverbände und der weiblichen Jugendorgani­sationen in ihren schmucken Uniformen oder sarben- prächtiaen Volkstrachten versammelten sich auf der Via del Jmpero. 15 000 Frauen und Mädchen mar­schierten am Duce vorüber, der mit der Thron­folgerin Fürstin von Piemont, Mitgliedern des Großen Faschistischen Rates, der Regierung, der Partei und des Diplo-matifchen Korps sowie einer Abordnung von dreißig BDM. - Grup- p e n unter Leitung der Reichsreferentin Jutta Rüdiger auf einer Ehrentribüne Platz genom­men hotte. Auf einer der zahlreichen Tribünen, die mit den Vertretern der faschistischen Parteiorgani­sationen der italienischen Provinzen besetzt waren, wohnte auch die Gattin des Duce, Donna Röchele Mussolini, in Uniform ats Sekretärin des Fascio von Predappio der Frauenparade bei.

Besonderen Beifall der gewaltigen Menschen­menge fanden die Sportlerinnen, die mit ihren Sportgeräten, Tennisschlägern, Rudern, Faust« batten usw. vorbeimarschierten, und die R e i t e r i n« nen in ihrer schneidigen Haltung, vor allem aber auch die in der Ausbildung für den Kolonial« d i e n st stehenden Frauen, die mit Khaki-Uniformen, Tropenhelmen und Gewehren ausgerüstet waren.

Mussolini richtete vom Balkon des Palazzo Venezia eine kurze Ansprache an die ihm begeistert zujubelnde Menge. Er erklärte sich sehr befriedigt über den hohen Stand der Ausbildung der faschisti­schen Frauen und über den glänzenden Eindruck der Parade. Am Nachmittag fand im Forum Mus­solini eine große Sportveranstaltung der faschisti­schen Frauen statt, der der Duce ebenfalls bei* wohnte.

marine und Lustwaffe Italiens.

Nom, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der ita­lienische Senat nahm die Voranschläge der drei Wehrmachtsministerien einstimmig an. Der Staats­sekretär im Marineministerium, Admiral E a v a g - nari, erklärte, das Bauprogramm sehe besonders den Ausbau der Unterseebootwaffe und der Klasse der leichten Kreuzer vor. Hinsichtlich der Großkampfschiffe habe Italien nach Fertigstellung der ihrer Vollendung entgegengehen« den GroßkampfschiffeL i t t o r i o" undDitto- ri a Veneto" und der im Bau befindlichen Schiffe3 m p c r o" undR o m a" vorläufig den gewünschten Stand erreicht. Die Flottenstütz- punkte seien ausgebaut und große Reserven für einen langen Krieg angehäuft.

Der Staatssekretär für die Luftwaffe, General Valle, erklärte, nach dem Abschluß desstähler­nen Paktes" stehe die italienische und die deutsche Luftwaffe im Vordergrund, denn die Luftwaffe sei in erster Linie eine Stoßwaffe, die im Falle eines Krieges sofort wirksam werde. Deshalb sei es logisch, wenn sich Italien und Deutschland, die her Luftwaffe den größten Antrieb gegeben hät­ten, sogleich nach Abschluß des Vertrages zu ge­meinsamen Besprechungen über die Luft­waffe getroffen hätten. Die Tage, die Staatssekre­tär Milch in Rom verbracht habe, seien ardeits- und ergebnisreich gewesen. Die' Zusammenarbeit auf diesem Gebiet würde sich in Zusammenkünften weiter entwickeln, da die Luftwaffe schon durch ihr Wesen ha^u bestimmt sei, jeden Einkreisungsversuch zunichte zu machen.

2000 Gasmasken verbrannt.

Antienglische Demonstration irischer Extremisten in Belfast.

Belfast, 30. Mai. (Europapreß.) In den Straßen von Belfast wurden am Montag- abenh von irischen Extremisten öffentlich mehr als siebentausend Gasmasken verbrannt. Im Verlaufe her Kundgebung kam es zwischen den Demonstran­ten und Polizeibeamten zu einem Feuergefecht, wobei jedoch niemand verletzt wurde. Die nord- i rischen Behörden sind durch die Kundgebung völlig überrascht worden. Bisher hatten sie immer behauptet, das Heft völlig in der Hand zu haben. Am Montagabend waren jedoch etwa tau­send irische Extremisten einer Aufforderung gefolgt, die von einem illegalen Rundfunksen­der der Extremisten ausgegeben worden war und dazu aufrief, Gasmasken einzusammeln und zu ver­brennen. Diese Aufforderung geschah unter dem Schlagwort, die Ausgabe von Gasmasken in Ulster sei ein Symbol englischer Herrschaft in Irland und diene englischer Stimmungsmache. Das Vorgehen der Extremisten erfolgte schlag­artig. Systematisch wurden Haussuchungen nach Gasmasken vorgenommen, die dann auf den Stra­ßen mit Petroleum übergossen und an­gezündet wurden. Die Ruhe kehrte erst wieder, nachdem zahlreiche Polizeikräfte und sogar Panzer­wagen eingetroffen waren. Von den irischen Extre­misten sind weitere Rundsunksendungen angekündigt worden, die auf einer Mittelwelle zwischen den Sen­dern Brüssel und Florenz vorgenommen werden sollen.

*

Am Schluß der letzten Vorstellung am Montag­abend wurden in einem Lichtspielhaus in Birming­ham mehrere Magnesium-Bomben in den Zuschauer- raum geworfen. Sie richteten jedoch keinen Schaden an. Es konnte verhindert werden, daß unter den etwa 300 Zuschauern eine Panik ausbrach. Die Po­lizei vermutet irische Extremisten als Täter.

Holland und die Mächte.

Musscrt fordert bessere Beziehungen zum Reich.

Amsterdam, 30. Mai. (DNB.) Am Pfingst­montag fand in Linieren der Landtag der NSB. (Mussert-Bewegung) statt. Auf dem weiten, mit Flaggenmasten geschmückten Heidegelände hatten sich Zehntausende von Anhängern der Bewegung ein­gefunden. M u s s e r t wandte sich mit allem Nach­druck gegen die judenfreundliche Politik der nieder­ländischen Regierung und der politischen Parteien Hollands. Jahrelang sei gegen den Willen der NSB die Rüstungsstärke Hollands aufs gröblichste untergraben worden. Nun sei ohne wirklichen Grund eine Teilmobilisierung mit unzureichenden Mitteln durchgeführt worden, die dem Lande Millionen und Abermillionen kostete. Dieselben jüdisch-marxistischen Kreise, die früher die holländische Wehrmacht ins lächerliche zu ziehen

versuchten, könnten nun nicht laut genug in so­genannter Vaterlandsliebe machen. Mussert kenn­zeichnete die Auseinandersetzung zwischen inter­nationalem Judentum und Marxismus auf der einen und der Macht der erwachten und der er­wachenden Völker auf der anderen Seite. Seit Jahren trete die NSB. für bessere Beziehungen mit dem großen Nachbarlande Deutschland ein. Das holländische Volk sei nun schon seit 1933 in hinter­hältigster und gemeinster Weise gegen Deutschland und Italien aufgehetzt worden. Die holländische Außenpolitik orientiere sich vollkommen auf London und Paris. Gute Beziehungen zwischen Deutschland und England bilden jedoch ein Lebensinteresse Hol­lands. Eine seiner historischen Aufgaben sei es daher für Holland, zwischen diesen Völkern d i e Brücke zu bilden. Die holländische Außenpolitik könne diese Sendung nicht erkennen. Dieser Fehler könne sich einmal rächen.

Holland setzt erhöhte Reservistenbereitschast außer Kraft.

A m st e r d a m , 27. Mai. (DNB.) Durch Verord­nung des Verteidigungsministeriums ist der am 11.April verkündete Zustand der erhöhten Bereitschaft der holländischen Reservisten mit dem 27. Mai außer Kraft gesetzt worden. Die Maßnahme wurde seinerzeit im Zusammenhang

Aus der

Oer Abschluß des

Deutschen Gtudententages.

Würzburg, 27. Mai (DNB.) Auf der Schluß- kundaebung des Deutschen Studententages sprach der eRichsstudentenführer Dr. Scheel. Er habe an- geordnet, daß in diesem Jahr 25 000 deutsche Stu­denten und Studentinnen die Ernte einbrin­gen helfen. Auf die hohen Schulen des Dritten Reiches gehöre bie (Mite der gesamten deutschen Jugend, die sich allein nach den Grundsätzen der Fähigkeit, Würdigkeit und Leistung retrutiere. Das Langemarck-Stubium gebe jedem fähigen Sohn unseres Volkes die Möglichkeit, von Der Volksschule zum Studium zu gelangen. Tausende von Langem arck-Studenten würden in Kürze all­jährlich auf die Hochschulen einziehen, lediglich auf­grund ihrer persönlichen Haltung und Leistung. Alle Einrichtungen des Studententumes feien be­stimmt, dem großen Erziehungswerk des Führers zu dienen. Nach diesen Grundsätzen erhielten heute bereits in mehr als 1000 Kameradschaf- ten 80 v. H. aller er ft en Seme st er chre nationalsozialistische Prägung. Soldatisch erzogen und diszipliniert einer Mannschaft eingeordnet und mit dem Leben vertraut wisse sich der deutsche Student als Träger einer besonders verantwort­lichen Führungsaufgabe. Aus den Kameradschaften erwüchsen auch die neuen Fundamente der deutschen Hochschule.

Das studentische Führerkorps müsse in jeder Hinsicht Vorbild sein. Jeder einzelne Stu­dentenführer müsse HI., Arbeitsdienst und Wehr­macht mit Erfolg und Auszeichnung durchlaufen haben. Er müsse seine körperliche Tüchtigkeit durch wiedeicholte Ablegung von Leistungsprüfungen er­halten. Weiterhin müsse er sein Studium zu einem hervorragenden Abschluß führen und ein kompro­mißloser Nationalsozialist sein. Die Ehre müsse er über alles stellen. Angriffe auf die Ehre der Partei und des Studentenbundes feien Angriffe auf feine persönliche Ehre. Jeder Studentenführer habe zum Dienst für die Bewegung immer und Überall bereit zu stehen und nach dem Gesetz der unbedingten Kameradschaft zu leben und zu handeln. Dieses studentische Führerkorps werde dafür zu sorgen haben, daß der Weg des Studentenbundes immer auf der kompromißlosen Linie der Partei verlaufe. Es gebe für den deutschen Studenten nur eine Be- ehlsstelle: Mols Hitter. Deutschland wird sich durch- etzen, und seine Studenten werden dort zu finden ein, wo der Kampf am heißesten und am schärf­ten geführt wird.

Die Zufiandigketten des ASM.

Berlin, 26. Mai. (DNB.) Am 21.12.1938 hat der Führer einenErlaß über den Natio- na 1 sozialistischen Reichsbund für Lei­besübungen" herausgegeben, in dem es heißt, daß dem NSRL. die Leibeserziehung des deutsche nVolkes obliegt, soweit diese nicht durch den Staat oderdurchdie Par­tei, ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände durchgeführt wird. In dem Erlaß des ührers ist weiter festgelegt worden, daß alle beut» chen Gemeinschaften, die zur Pflege der Leibes­übungen oder zur Durchführung sportlicher Wett­kämpfe gebildet werden, dem NSRL. angehören. Auf Grund dieses Erlasses hat der Reichssport- i ü h r e r nun mit Zustimmung des Stellvertreters Des Führers Durchführungsbestimmun­gen erlassen. Sie sind in zwei Ausfertigungen erschienen, von denen die eine von SA.-Obergrup­penführer von Tschammer und Osten als Beauf­tragter für die Leibesübungen in der NSDAP, im Stab des Stellvertreters der Führers für die Partei erlassen worden ist, während die andere für den staatlichen Bereich Gültigkeit hat.

Es wird festgestellt, was nicht zum Aufgaben­bereich des NSRL. gehört. Selbstverständlich gehört der Sport in den Schulen und Hochschulen nicht zum Arbeitsbereich des NSRL., ebensowenig die dienstliche Körperschule in der Partei, ihren Gliede­rungen und angeschlossenen Verbänden, in der Wehrmacht, der Polizei, dem Reichsarbeitsdienst und den entsprechenden Organisationen. Diese gilt viel­mehr als Leibeserziehung, die durch den Staat oder durch die Partei, ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände durchgeführt wird.

Dagegen gehören alle deutschen Gemeinschaften, die zur Pflege der Leibeserziehungen oder zur Durchführung von Wettkämpfen gebildet sind ober zukünftig gebilbet werben, bem NSRL., auch solche, die von Organisationen des Staates und der Ge­meinden ober von ber Partei, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden gebildet sind. Jede Vertretung ber deutschen Leibesübungen gegenüber bem Auslanbe erfolgt entroeber burcf) ben NSRL. ober burcf) seine Vermittlung. Damit ist eine grunb- legenbe Ordnung geschaffen, die einen weiteren ruhigen Aufbau gewährleistet.

ISjähriges Reichstagsjubiläum Nr. Fricks.

Berlin, 27. Mai. (DNB.) Generalfelbmarschall Göring sandte als Präsident des Reichstages Reichsminister Dr. Frick zur 15jährigen Wieder­kehr. [eines Eintritts in den Reichstag folgendes

mit der durchsichtigen englischen Panikmache im Dienste ber Einkreisung getroffen, obwohl nach einer Erklärung des holländischen Ministerpräsibenten bie Nieberlaiü)e von keiner Seite eine unmittelbare Be­drohung befürchteten. Hierdurch werben bie Maß­nahmen zur Grenz- und Küstenverteidi- g u n g nicht berührt. Die zu diesem Zweck em» berufenen Reservisten werben nicht entlassen.

Griechenland dementiert.

Berlin, 25. Mai. (DNB.) Die griechische Ge­sandtschaft dementiert die Nachricht, wonach in Grie­chenland eine Teilmobilisierung von drei Jahres- klassen griechischer Reservisten stattgefunden haben soll. Die Kritik, die deshalb im Zusammenhang mit der europäischen Lage an Griechenland geübt wurde, wird daher als völlig gegenstandslos bezeichnet. Auch die Meldung, wonach ein griechisch-bulgarischer Grenzzwischenfall ftattoefunben habe, entbehre jeg­licher Grundlage, ebenso auch die Meldungen, wo­nach seit einigen Tagen in Griechenland große Men­gen von englischen und französischen Reisenden zu beobachten seien, angeblich Offiziere, die ben Auftrag hätten, die Anlage von englisch-französischen Flottenstützpunkten zu betreiben. Auch daß die Sper­rung des Kanals von Korinth nicht infolge von Erd­rutschen, sondern auf Anraten Englands von der griechischen Regierung verfügt worden sei, entbehre jeher Grundlage.

n Reich.

Telegramm:Am heuttgen Tage, an dem Sie, lieber Parteigenosse Frick, vor 15 Jahren Mitglied des damaligen Deutschen Reichstages wurden, um an dieser Stelle als Kämpfer ber Nationalsozialistischen Deutschere Arbeiterpartei für ein neues großes Deutschlanb Ihre Pflicht für Führer und Volk zu tun, gebenfe ich Ihrer in besonders herzlicher Weise. Wir alle wissen, welch nimmermüder Einsatz und welch unerschütterlicher Glaube an bie Idee Vor­aussetzung war, diese große Kampfzeit mit dem Siege au krönen. Und so beglückwünsche ich Sie persönlich wie auch im Namen aller Mitglieder des Großdeutschen Reichstages auf das herzlichste und bin in alter getreuer Kampfverbundenheit und mit Herl Hitler! stets Ihr Hermann Göring."

Reichsminister Lammers' 60. Geburtstag.

Berlin, 27. Mai. (DNB.) Der Chef der Reichs­kanzlei, ^-Gruppenführer Reichsminister Dr. L am- mers, konnte zu seinem 60. Geburtstag eine Fülle von Glückwünschen entgegennehmen. Der F ü hrer selbst hat seinemhervorragenden Mitarbeiter und Berater" eine prachtvolle, in Bernstein gefaßte Sil­berkassette mit eingravierter handschriftlicher Wid­mung zum Geschenk gemacht und persönlich über­geben. Sie enthält eine Sammlung von Aufnahmen, die Minister Lammers zusammen mit dem Führer bei seinem vielseitigen Wirken um bie Neugestaltung bes Reiches zeigen. Zu ben ersten Gratulanten ge­hörten bie Ministerialdirektoren Dr. Meerwald und Dr. Kritzinger, die zusammen mit den Re« ferenten der Reichskanzlei und Vertretern der Be­amten, Angestellten und Arbetter ihrem Vorgesetzten unter Ueberreichung eines Del gemäß) es von ber Dienststelle der Reichskanzlei in Berchtesgaden ihre herzlichsten Glückwünsche aussprachen. Den großen Geburtstagstisch deckte bald eine zwischen herrlichen Blumen aufgebaute reiche Fülle von Geschenken. Reichsminister Ruft hatte ein PrachtwerkWiener Straßenbilder im Zeitalter des Rokoko" überbringen lassen, Reichsminister Dr. Goebbels einen Feld­stecher für die Jagd, die deutschen Verwaltungsaka« bemien übersandten ein Service aus Meißner Por­zellan. Große Freude bereitete dem Minister auch das Geschenk der Reichsjugendführung, ein Schall- Film-Abspielgerät mit der Rede, die er wenige Tage zuvor auf dem Reichsführerlager der HI. in Braun­schweig gehalten hatte. Längere Zeit verweilte unter den Gästen auch eine Abordnung des Altherrenver- bandes der ehemaligen Breslauer Studentenverbin- bungWratislawia , in der der Minister während seiner Studienzeit aktiv war, und eine Abordnung her KameradschaftClausewitz" des NS.-Deutschen Studentenbundes. Der Oberbürgermeister ber Stadt Breslau hatte dem Minister eine Sammlung von Drucken kunstvoller Ausschnitte von Figuren und Türfriesen am Breslauer Rathaus zur Erinnerung an die dortige Studienzeit übersandt. Ein großer Freundeskreis aus Berchtesgaden gedachte des Ta­ges mit praktischen heimatlichen Erzeugnissen.

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Reichsminister Dr. Lammers teilt mit:Zu meinem 60. Geburtstage sind mir aus allen Kreisen des deutschen Volkes unzählige G l ü ckwü nsche zugegangen. Da es mir bei ber Fülle ber Glück­wünsche unmöglich ist, jebem einzelnen persönlich zu danken, bitte ich alle diejenigen, die meiner freund­lichst gedacht haben, auf diesem Wege meinen aufrichtigen Dank entgegenzunehmen."

Nie Wehrerziehung

der Angehörigen des Roten Kreuzes.

Der Reichsminister des Innern gibt bekannt: Nach Entscheidung des Führers gelten für die vor- und nachmilitärische Wehrerziehung ber Angehöri­gen des Deutschen Rotes Kreuzes fol­gende Richtlinien:

1. Die Wehrerziehung und Prüfung zum SA.- Wehrabzeichen ber Angehörigen des DRK. erfolgt innerhalb des DRK. nach ben für bie SA. geltenden Richtlinien.

2. Die Angehörigen bes DRK. finb nicht in die SA.-Wehrmannschaften einzugliedern. Sie er­fahren ihre Wehrertüchtigung nach den für die SA. geltenden Richtlinien und auf der Grundlage des SA.-Wehrabzeichens i m D R K."

Ein Jahr Zörderungsgemeinfchast für die Landjugend.

Am 1. Mai 1938 rief ber Reichsbauernführer im Einvernehmen mit bem Reichsjugendführer die För- berungsgemeinschaft für bie Lanbjugenb ins Leben, der es gelungen ist, im ersten Jahre ihres Bestehens einen großen Teil ländlicher Jugend auf ihrem Aus­bildungsweg zu unterstützen. Der Fürberungsgemein« schäft sind bisher 3394 Personen und Unternehmen beigetreten, die 230 000 RM. Förderungsbetrag auf­gebracht haben. Von den bisher bearbeiteten För­derungsanträgen wurde bei 34 Prozent der B e - such einer höheren Fachschule ermöglicht. 28 Prozent wurden bei ber Einrichtung einer Neu - bauern ft eile unterstützt, bei 16 Prozent konnte eine Existenzgrünbung ermöglicht werben, und 14 Prozent aller Geförderten konnten eine Fachschule besuchen. Außer den Mitteln zur Ausbildung gewährt die Förderungögemeinschaft

auch Darlehen an Neubauern, die aus eigenen Mit- teln keinen eigenen Hof erwerben können. Bei den Geförderten handelt es sich fast ausschließlich um kinderreiche Familien.

Gas und Wasser.

Das deutsche Gas-undWasserfach hielt seine Jahrestagung in Wien ab. Auf ber Tagung der Gassachgruppen teilte Direktor Behrens (Kiel) mit, daß die Gaserzeugung im letzten Jahr auf mehr als 24 Milliarden Kubikmeter em=» porgeschnellt ist. Der Gasabsatz betrug nach Ab- . zug bes Eigenverbrauchs der Werke 14,3 Milliarden Kubikmeter. Gegenüber 1932 ist ein 21 n ft i e a von 18 5 v. H. zu verzeichnen. Wir stehen im 2Iusbau eines Reichsgasnetzes erst noch im Anfang ber Er­füllung größerer Aufgaben. In ber Wärmeversor­gung ber Betriebe und in ber Sieblungsversorgung sind weite Gebiete bisher noch nicht erschlossen. Fer­ner bedarf es der allgemeinen Einführung ab­nehmerorientierter Gastarife, als deren zweckent­sprechender Typ der Regelverbrauchstarif gelten kann. Das Ziel soll für ben Verbraucher eine wirkliche Verbilligung der Gaskosten sein. In der Fachtagung Wasser berichtete Direktor Kasper. Die Wasserförderung betrug in den 100 größten Städten des Altreichs in den letzten Jahren durch- fnchittlich 1446 Millionen Kübikmeter. Zu den vor­dringlichen Aufgaben der Wasserwirtschaft gehört die zentrale Versorgung, die zugleich ein unentbehrliches Mittel zur Bekämpfung der Land­flucht und zur Entlastung der Landfrau darstellt. Auch für die Planung neuer Siedlungen und In« dustriegebiete ist die Wasserversorgung ausschlag­gebend.

Oer Arbeitseinsatz der Gefangenen.

Der Mangel an Arbeitskräften hat dazu geführt, daß die Anträge auf Ueberlaffung von Gefangenen für Unternehmen, die bisher nicht ober nur teil­weise mit Gefangenen gearbeitet haben, immer zahlreicher werden. Zur Sicherung der von der JustiAverwaltung übernommenen großen Vorhaben, zu denen neben Bodenverbesserungsarbeiten ber Bau der Ostmark-Straße und Elbe-Regulierungs« arbeiten gehören, hat der Reichsjustizminister, klar« gestellt, bei welchen besonders vordring­lichen Arbeiten künftig Gefangene nur noch eingesetzt werden würden. Hierzu gehören auch Vor­haben, die mit der S i ch e r st e l l u ng der Er­nährung Zusammenhängen, die Beschäftigung in Ziegeleien und Steinbrüchen, bet der Torf- und Kiesgewinnung usw. Die Beschäftigung im Straßen-, Wege - un d Ka­na lb au ist auf solche Vorhaben zu beschränken, die mit den vordringlichen Aufgaben Zusammen­hängen. Der Einsatz ber Gefangenen bei den im Gange befindlichen Außenarbeiten soll sofort über- prüft werden, ob unb wie viele Gefangene für vor» drinalicktere Arbeiten abgezogen werden können.

Oie Blockade

der chinesischen Küsie.

Schanghai, 29. Mai. (Europapreß.) Zu den verschiedenen Durchsuchungen ausländischer Schisse erklärte der Sprecher der japanischen Flotte, die Blockade der chinesischen Küste betreffe nur chine­sische Schiffe. Eine Wiederholung von Durch­suchungen, wie im Falle des britischen Dampfers Ranpura", sei unwahrscheinlich. Jedes Schiff, dessen Nationalität eindeutig feststehe und von dem nicht anzünehmen sei, daß es eine in japanfeindlichem Sinne zur Verwendung kommende Fracht mitsühre, fei grundsätzlich von einer Durchsuchung f r e i g e ft e 111. Das Vorgehen Japans fei baburd) zu erklären, bnß vielfach Miß­brauch mit fremden Flaggen getrieben worden fei.

Die Blockade, die Japan über die Insel Kulangsu, die internationale Niederlassung von Amoy, verhängt hat, beginnt bie Versorgungslage in Kulangsu bereits kritisch zu gestalten unb die Lebensmittelpreise außerordentlich in bie Höhe zu treiben. Der ,/DaiIp Telegraph" meint, baß, falls Japan keine zufriebenstellenbe Antwort auf ben Protest bes britischen Kommandierenben der China« Station geben sollte, England in schärferer Form antworten werde. Die rechtliche Seite ber Blockade werbe sorgsam geprüft, ehe man ben britischen Botschafter in Tokio beauftrage, wegen dieser Streitfrage bei ber japanischen Regierung vor­stellig zu werden.

Schweres Gefecht an der mandschurisch-mongolischen Grenze. Tokio, 29. Mai (DNB.) Arn Buinoor griffen am Sonntag erneut mongolische Truppen, unter­stützt von mechanisierten Einheiten und über 100 Flugzeugen, ben Grenz'bezirk Nomonhan an, wür­ben jeboch von vereinigten japanisch-mandschurischen Kräften mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Die japanischen Flieger schossen über 40 außen- mongolische Maschinen ab. Angesichts ber durch die Grenzverletzungen gespannten Lage protestierte das Außenami von Mandschukuo schärf- stens bei ber Regierung ber Außenmongolei unb forberte bie sofortige Zurückziehung ber mongolischen Truppen aus bem Grenzgebiet. Die Verlautbarung der Kwantungarmee besagt, daß der japanisch-mandschurische Grenzschutz vom Recht der Selbstverteidigung Gebrauch gemacht habe, nach­dem trotz des kürzlichen Protestes Hsingkings die außenmongolischen Truppen die Grenze weiter, so­gar unter Einsatz von Flugzeugen und Tanks, über« schritten hätten.Tkyo Asahi Schimbun" bezeichnet ben außenmongolischen Uebergrrff als einen Stö­rungsversuch Moskaus, ber auf Japan in Zusammenhang mit dem demonstrativ antijapani« sehen Verhalten der Demokratien in Kulangsu einen Druck ausüben soll.

Am Zusammenfluß des Ussuri, ber zwischen bem Amur und dem Chankasee die Ostgrenze Mandschukuos gegen das Sowjetgebiet bildet, und bem Nor« Fluß kam es in ber Nähe ber Stadt Tunganchen zwischen einem mandschurischen und einem sowjetrussischen Kanonenboot zu einem mehrstündigen Gefecht, wobei das mandschurische Kanonenboot schwer beschädigt wurde. Das Außen­amt Mandschukuos hat beim sowjetrussischen Gene­ralkonsul in Chardin schärftten Protest eingelegt.

Vie italienischen Freiwilligen vor der Heimfahrt.

Madrid, 30. Mai. (Europapreß.) Die italieni­schen Freiwilligen werden Spanien am Mitt­woch verlassen. Sieben Dampfer liegen für sie in Cadiz bereit. Hier sind auch bereits die italieni­schen Freiwilligen zusammengezogen worben. Zu