Ausgabe 
30.3.1939
 
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erscheint. Die Verpflichtung besteht nicht, wenn Tatsachen oorliegen, die die Besorgnis begründen, daß bei der Veranstaltung gegen staatliche oder kirchenregimentliche Anordnun- gen verstoßen wird. Schließlich kann nach der Verordnung der Evangelische Oberkirchenrat, wenn in einer Gemeinde ober einem größeren Bezirk evangelische Volksgenossen eine kirchliche Betreu­ung begehren, die sie wegen ihrer abweichenden Glaubenshaltung durch den geordneten Dienst des Gemeindepfarramts nicht erhalten, auf Antrag einem Geistlichen, der die Glaubenshaltung der Beteiligten vertritt, Haupt- oder nebenamtlich ihre kirchliche Betreuung übertragen.

Ein erfolgreiches Lahr der Sparkassen.

Der Geschäftsbericht der deutschen Sparkafsen- Orgamsation für 1938 liegt vor und bietet den Be­weis für eine erfolgreiche Arbeit im Dienste der ge­samten Volkswirtschaft. Jede neue Kapitalbildung ist ein Beitrag zur Durchführung der großen natio- nalwirtschastlichen Aufgaben des Reiches. Insofern steht der Sparer mitten im Kampf für die wirtschaft­liche Selbstbehauptung des Vaterlandes. Auch die Schaffung der Reichs-Postsparkasse ist eine Verstär­kung der Front des Spargedankens.

Durch den Anschluß der Ostmark und des Su- idetsnaaues hat sich das Netz der Sparkassen und i h r e r Z w e i g st e l l e n auf 14500 erweitert. 197 Kassen kamen aus der Ostmark, 156 aus dem endetenlande zum Deutschen Sparkassen- und Giro- Verband hinzu. Die Spareinlagen stiegen im Jahre 1938 um 1,96 Milliarden Mark, sonstige Ein- ! lagen stiegen um 349 Millionen Mark. Im Att- > reich stieg die Summe der Spareinlagen erstmalig «auf über 18 Milliarden Mark. Der Kreis der Spa- irer erweiterte sich wiederum, die Zahl der neu aus- igegebenen Sparbücher betrug allein im Altreich 1,8 Millionen Stück. Dazu trug die Pflege des lKleinfparwefens erl^blich bei, das durch Schulsparkassen, KdF.-Reisespartassen, HJ.-Reise- if affen, Wehrmachtsparen usw. erfolgreich gepflegt «wurde.

Die Liquidität der Sparkassen ist erheblich gewachsen. Dem mittel ständigen Kurzkre- Lit konnten 1157 Millionen Mark zugeführt wer- Len, das sind 983 Mark für den Einzel fall. Die aus- Mliehenen Hypotheken wuchsen um 700 Millionen Mark, dem Wohnungsneubau wurden 400 Millionen Mark zugeführt. An der öffentlichen Finanzierung waren die Sparkaffen ebenso wie die anderen Geldinstitute maßgeblich beteiligt. Der Spargiroverkehr hat sich wiederum er- weitert. Alles in allem bestätigt der Bericht die er- -ireulicke Tatsache, daß Sparen eine volkswirtschaft­liche Losung im besten Sinne des Wortes gewor- »en ist.

Verstärkung der britischen Territorial-Armee.

L o n d o n , 29. März. (Europapreß.) Auf eine An­lage über die Territorial-Armee antwortete Mini­sterpräsident Chamberlain im Unterhaus, die Reaie- runa habe nicht d i e Absicht, in naher Zu- iünst die M i l i t ä r - D i e n st p s l i ch t einzu- rühren. Die Regierung halte es für notwendig, noch Weiter von dem Geist freiwilliger Dienstbereitfchaft Bebrauch zu machen. Die Regierung könne aber iicht dulden, daß Freiwillige deshalb nicht in die Herritorial-Armee eintreten könnten, weil die Ein- "eiten schon mehr als die Sollstärke erreicht hätten. Deshalb habe die Regierung beschlossen:

Die gegenwärtige territoriale Feldarmee (b. h. 3 er Teil der territorialen Armee, der nicht für die Flugabwehr in England bestimmt ist) solle von der gegenwärtigen Friedensstärke von 130 000 Mann sofort auf d i e Kriegs st ärke von 70 000 Mann gebracht werden. Sobald iiieg geschehen sei, solle sie verdoppelt, d. h. nuf eine Kriegsstärke von 340 000 Mann erhöht :oerben. Diese Maßnahmen würden im Laufe der ijeit eine VerSoppelung der Zahl der Vürttonafen ield-Divisionen zur Folge haben. "ürze werde

in Werbefeldzug zur Anwerbung ^reiwilliaen

beginnen. Unteroffiziere Und Solda^n, A» entlassen morden seien, könnten für die Ausbildung der ittorial-Armee erneut eingestellt werden.

O«e Neuordnung der europäischen Mitte.

Heichsprotekior Freiherr von Neurath und Staatspräsident Or. Hacha über die Grund­lagen für die künftige Entwicklung in Böhmen und Mähren.

Berlin, 29. März. (DNB.) Der 31 e i d> s p r o = tcttor für die Länder Böhmen und Mähren, Freiherr von Neurath, äußerte sich in der Europäischen Revue" über seine Aufgaben. Frei­herr von Neurath erklärt: Das Vertrauen des Füh­rers hat mir als Reichsprotektor der Länder Böh­men und Mähren eine schwere, aber schöne Aufgabe übertragen. Es gilt nach 20 Jahren verhängnis­voller Zerwürfnisse dem Lande und allen seinen Bewohnern das Gefühl der Gerechtigkeit und Sicherheit, des Vertrauens und der Hoffnung auf ei ne glücklichere Zu­kunft und auf einen für beide Teile ehrenvollen Ausgleich der Gegensätze zurückzugeben, Die in einer tausendjährigen Geschichte dieser Län­der entwickelten Erfahrungen auf dem Gebiete des völkischen, politischen und wirtschaftlichen Lebens, die Erinnerung daran, daß die kulturellen Höhe­punkte des Landes mit den Epochen friedlicher Zu­sammenarbeit zusammenfielen, werden für mich Wegweiser sein.

Ich verstehe angesichts der frischen Narben und Wunden, die die jüngste Vergangenheit auf allen Seiten zurückgelassen hat, auch die Gefühle des Vol­kes, für dessen Schutz und gedeihliche Entwicklung ich dem Führer verantwortlich bin, und i ch achte sie. Daher sehe ich den tiefsten Sinn meiner Auf­gabe darin, der Welt zu zeigen, wie die deutsche Nation ein ihr anvertrautes Volkstum zu fördern, feine natürlichen Rechte zu achten und, ohne feine Würde und Ehre anzutasten, für bie Lebens- gemeinschaft zu gewinnen weiß, in bie es fein geschichtliches und geopolitisches Schicksal geführt hat. Der staatliche, kulturelle und politische Rahmen, den der Erlaß des Führers für die Länder Böhmen und Mähren darstellt, ist weit genug, um dem tsche­chischen Volkstum eine ungestörte, freie Entwicklung seiner reichen Ga­ben zu gewährleisten und bie böhmisch-mährischen Länder, denen Deutsche wie Tschechen in tiefer Hei- matliebe verbunden sind, einer neuen kulturellen und wirtschaftlichen Blüte entgegenzuführen.

Meine politische Erfahrung hat mich mit den Sorgen und Bedürfnissen vieler Nationalitäten be­kannt gemacht, bie als Minberheiten ober geschlos­sene Volksgruppen in einem anberen staatlichen Verband leben. Nur wenige Staaten, denen bie Friedensverträge fremdes Volkstum überlassen haben, erwiesen sich als ehrliche Treuhänder. Wenn das tschechische Volk auf bie Lehren der letzten zwei Jahrzehnte zurückblickt, wird es feststellen, daß es von den Mächten, die heute angeblich sein Los be­dauern, skrupellos als Mittel zum Zweck mißbraucht worden ist. Als Nutz­nießer eines gewollten, permanenten deutsch-tschechi­schen Gegensatzes hatten sie kein Interesse an herz­lichen Beziehungen zwischen den beiden Völkern und an entspannten, natürlichen Verhältnissen in diesem Raum.

Der Führer hat bie Voraussetzungen für bie Wie­derkehr von Ordnung, Sicherheit, Gerechtigkeit und Verständigung geschaffen. Meine Aufgabe ist es, sie im Eigenleben des tschechischen Volkes wie im Zu­sammenleben der beiden Nationalitäten zu verwirk­lichen. Wer guten Willens, aufrichtiger Gesinnung und entschlossen ist, den Ländern und Bewohnern des Reichsprotektorats selbstlos zu dienen, soll mir zur Mitarbeit willkommen fein und wird in mir einen gerechten Treuhänder der Interessen aller finden.

*

In der gleichen Zeitschrift schreibt der Staats­präsident der Länder Böhmen und Mähren Dr. H a ch a : Es ist meine Ueberzeugung, daß die neugeschaffene staatsrechtliche Lage von Böhmen und Mähren, die unter den gegebenen Umständen be st mögliche Lösung darstellt, da sie uns die Aussicht eröffnet, nach den vielen Enttäu­schungen und Irrungen der Vergangenheit endlich Ruhe zu finden, damit wir unseren ur­eigen st en völkischen Zielen nachge­hen können.

Anläßlich des Empfanges auf der Prager Burg erklärte der Führer und Reichskanzler den Ver­

tretern der Hauptstadt Prag, baß unserem Volke bei seinem loyalen Verhalten eine glückliche Zu­kunft bevorstehe. Einen im wesentlichen gleichen Ausspruch vernahm ich aus dem Munbe des Füh­rers bereits in Berlin. Ich glaube fest an biete Zusage, unb mein Gewissen ist ruhig, so oft ich an meine geschichtliche Verantwortung denke.

Das tschechiche Volk ist nicht ein Volk von Träumern unb Phantasten. In seiner großen Mehrheit ist es nüchtern und bemüht sich schon jetzt, sich feiner neuen Lage anzupassen. Wir sind reich an politischen Erfahrungen. Die Ruhe, mit ber wir die Ereignisse der verflossenen Monate hingenommen haben, ist nicht bie Ruhe von Schwächlingen ober Fatalisten. Es ist die Ruhe eines Volksstammes, der auf eine mehr als tau­sendjährige Vergangenheit zurückzublicken und aus dieser Vergangenheit die Erfahrung zu schätzen vermag, daß die nicht seltenen Umbrüche seiner Geschichte sein Volkstum niemals ver­nichtet, sondern zuletzt jedesmal gestählt haben.

Das tschechische Volk liebt Arbeit, Zucht unb Orbnung. Es sieht sich hierin mit ber Ver­anlagung bes beutschen Volkes nahe verwanbt. Ge­rade auf dieser Grundlage wird sich wohl eine enge Zusammenarbeit der Bevölkerung Böhmens und Mährens mit dem deutschen Volke vollziehen können. Gestützt auf bie Zusage bes Führers unb Reichskanzlers werben sich nun bie Negierungs­organe des Protektorates vornehmlich in dieser Rich­tung auf das eifrigste betätigen. Vielen von meinen Volksgenossen wird es immer klarer, daß unsere bisherige Politik in mancher Hinsicht mit Fehlern behaftet war, bie uns nur Schaben gebracht haben. Es wirb aber auch an unseren volksbeutschsn Lan- besgenossen liegen, bas gegenwärtige Verhältnis tunlichst zu förbern. Die Grundlagen für die künftige Entwickluna sind geschaffen. Mögen wir alle dazu beitragen, oaß auf diesen Grundlagen die Zufrie­denheit, ber Friede unb bas Glück aller sich ent­falte!

Frankreichs außenpolitische Grundsätze.

Eine Uundsunkansprache Naladiers. Paris bereit, italienische Vorschläge zu prüfen.

Paris, 29. März. (DNB.) Ministerpräsident Dalaüier hielt am Mittwochabend eine Rund- funkansprache, die von allen Sendern über­tragen wurde. Zu Eingang seiner Ansprache be» klaate Daladier die Schwierigkeiten der Gegenwart: Unsicherheit, Rüstungswettlauf und wie die durch Versailles bzw. die Versailles-Mächte verschuldeten Notstände alle heißen. Diese Lage mache es ihm, sagte Daladier, zur Pflicht, heute abend z u f a g e n , was Frankreich wolle, worin seine Kraft und seine Entschlossenheit bestehe. Frankreich wolle den Frieden freier Menschen. Die Kraft Frankreichs bestehe in seiner materiellen und mo- raliscken Einheit. Frankreich fei entschlossen, sein Ideal und seine Rechte zu verteidigen. Die Einheit Frankreichs sei noch nie so tiefgehend und vollstän­dig gewesen wie heute. Frankreir-. fe jedoch, daß der Friede gerettet werden kann. jcnn es hasse den Krieg. Aber die Verteidigung der Freiheit Frankreichs sei gesichert. Mehrarbeit, eine gesunde und rigorose öffentliche Finanzgebarung, die Annahme von notwendigen Opfern hätten bereits nützliche Ergebnisse aezeingt. Die wirtschaftliche Lage Frankreichs bessere sich. Ge­stern nsch habe der Franken sich gegenüber allen übrigen Währungen der Welt befestigt.

Daladier' betonte, daß bie Regierung durch die kürzlichen Dekrete, nur noch die Arbeitskraft des Landes zu. erhöhen und die Sonderinteressen dem öffentlichen Wohl unterzuordnen beschlossen habe. Der Redner malte die Vorteile beredt aus und - rbanb das mit einer Betrachtung ber natürlichen Schätze Frankreichs. Diese Stärke lasse Frankreich ber Aufgabe eines riesigen Welt­reiches gewachsen erscheinen. Der afri­

kanische Block bilde dessen Zentralgerüst. Die französische Stärke liege weiter in den Freund­schaften Frankreichs, wie sie in den Ver­trägen festgelegt seien, unb in denjenigen,die spon­tan Frankreich mit den freien Völkern unb ben- jenigen Völkern, die leiben, verbinden". Zur inter­nationalen Politik bekräftigte Daladier gerade in diesem Zusammenhang Grundsätze, deren Verwirk­lichung Deutschland z. B. 20 Äahre vergeblich for­derte: Regelung ber Beziehungen von Nation zu Nation durch bie Gerechtigkeit unb das Recht.Erst wenn diese Begriffe verschwinden und Gewalt ent­fesselt wird, wird die Gewaltanwendung eine uner­läßliche Pflicht."

Anschließend kam Daladier auf die franzö­sisch-italienischen Beziehungen zu sprechen. Die französisch-italienischen Abkommen vom 7. Januar 1935 habe Frankreich begon­nen durchzuführen. Unter Außerachtlassung der gegen Italien seinerzeit verhängten Sanktio­nen meinte der Redner, weder während der Er­oberung Aethiopiens noch später feien die Ab­kommen in Frage gestellt worden. Erst durch einen Brief vom 17. Dezember 1938 habe Italien durch Graf Ciano Frankreich wissen lassen, daß man diese Abkommen vom Jahre 1935 nicht mehr a l s gültig betrachte. Daladier gab zu, daß in der italienischen Note vom 17. Dezember die italienischen Probleme Frankreich gegenüber klar bargelegt worden seien. Diese Probleme hie­ßen Tunis, Dschibuti unb Suezkanal. Der Ausspruch Mussolinis habe aber trotzdem jetzt in ber internationalen Oeffentlichkeit große Ueberraschung hervorgerufen. Der Brief ' vom 17. Dezember werde darum morgen veröffentlicht

werden. Er habekeinerlei Präzisionen" enthalten. Er selbst habe gesagt und bleibe dabei, daß Frank­reich keinen Zollbreit seines Gebie­tes unb kein einziges Recht abtreten werbe. Im Geist unb im Sinne der Abkommen von 1935 lehne Frankreich aber nicht ab, d i e Vorschläge z u prüfen, die ihm unterbreitet werden sollten.

Man behaupte, daß die Italiener in Tunis schlecht behandelt ober gar verfolgt würben. Das seien Fa­beln. Die Italiener genössen im Ggeenteil in bcm ganzen Gebiet dieliberalste" Behandlung, sowohl was sie selbst als auch was ihre Kinder anbetreffen. Auch in Frankreich selbst hätten die Italiener sich über mangelnde Gastfreundschaft nicht zu beklagen. Dasselbe gelte auch für ein anderes großes Nach­barvolk, mit dem Frankreich so viele Konflikte ge­habt habe. Indessen hätten ber beutsch-fran- zösischen Verstänbigungbie Eroberung der Tschecho-Slowakei und die Besetzung Prags durch die deutschen Armeen" einen schweren Schlag zugefügt. Der Ministerpräsident betonte indessen er­neut, daß derKrieg eine Katastrophe für alle Nationen fein würde. Im Namen seines Landes rufe er alle Mächte, die so dächten, zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit auf:Alle die Mächte, die so wie wir bereit sind, auf dem Wege des Friedens zu bleiben, bie aber in einem einzigen Schwung sich gegen jeben Angriff solibarisch erheben würben." Nach freunblichen Worten für bie fran­zösisch-britische Zusammenarbeit brad)te Dalabier zum Schluß bie Hoffnung zum Ausbruck, daß alle vernünftigen Menschen die Sprache ber Vernunft verstehen würden. Frankreich stelle alle seine Kräfte in den Dienst des Friedens.

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