Ausgabe 
29.12.1939
 
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S.Jl.-'fpoit

Das Jahr 1939 in wenigen Stunden ist es zu I geben war, so waren doch die Bemühungen stets ade hat im Bannkreis des sportlichen Inter- darauf gerichtet, die Sache hochzuhalten. Das ist be-

Ende

6

Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik.

9 Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Rundfunkprogramm

Samstag, 30. Dezember:

Eine reiche Arbeit entfalteten auch die einzelnen Fachämter, und wenn auch nicht jedem Fachamt die Möglichkeit zu einem gleich intensiven Betrieb ge«

sonders beim Rudersport der Fall. Es ist ge­rade in der Gegenwart kaum möglich, eine ganze Gruppe junger Männer zu einem strengen täglichen Training zu verpflichten. Um so eifriger wurde des­halb die Ausbildung der Jugend betrieben und manche Mannschaft ist im schmalen Boot heimisch gemacht worden.

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KomanDonjtlßalliWW

CARL DUNCKER VERLAG BERLIN Was

Sport der Heimat im Ähr 1939

Eine Rückschau.

gegen den Lokalgegner an und hatten das Spiel fast stets in der Hand. Zu Anfang allerdings domi­nierten die Grünweißen, doch bau) beherrschten die Platzbesitzer das Feld. Aber jeglicher Torerfolg blieb aus. Auch nach dem Wechsel wurde dies nicht viel archers. Alles Drängen der Blauweißen blieb vergeblich, da der Gegner mit vielen Deinen und geschickt verteidigte. Bei einem Durchbruch gelang es dann zwei Minuten vor Schluß den Grünwei- sien, den einzigen Treffer des Spieles anzubringen. Das Eckenverhältnis lautete 12:4 für 1900.

1900 2. Jugend Tv. Londorf L Jugend 2:1.

Die Gastgeber stellten eine körperlich erheblich stärkere Mannschaft, deren Uebergewicht die Blau- weißen durch Eifer ausglichen. Mt 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause gingen die Blau- weißen in Führung und die Gastgeber bemühten sich vergeblich um den Ausgleich.

Die 2. Jugend trat in einem weiteren SM eben­falls gegen die 2. Jugend des Lokalgegners an. Das Vorspiel hatten die DfBer mit 6:1 Toren ge­wonnen. Diesmal aber erwiesen sich die Blauwei­ßen als die Besseren und sicherten sich mit 2:0 Toren den Sieg.

Der Beginn des Jahres 1939 brachte eindrucksvoll das Ereignis des Jahres 1938 in Erinnerung: Breslau! Der Breslau-Film wurde In Gießen ge­zeigt! Im Geiste von Breslau stand dann für den Sportkreis Gießen das Bundesfest in Grün­berg. Festabend und Feierstunde, Wettkämpfe auf breiter Front, Festzug und Vorführungen das alles unter dem blauen Himmel zweier herrlicher Augusttage floß zu einem einzigen großen Bild zusammen, in dem Geist, Wesen und Sinn der deut­schen Leibesübung gültigen Ausdruck fanden. Noch einige andere Veranstaltungen brachte das Jahr

Zugendspiele der Spielveremigung 1900.

Eintracht Frankfurt a. 2H. 1900 Gießen 1. Jgd. 5:3 (1:3).

Die Blau weißen fuhren am 1. Feiertag nach Frankfurt. Die Gastgeber stellten eine sehr starke Jugendmannschast ins Feld, zogen sofort mächtig los, setzten die Gäste-Hintermannschast unter Druck und erst allmählich fanden sich die Gießener. Zur allgemeinen Ueberraschung gingen die Gießener dann in Führung. Im Anschluß an einen Eckball erzielte Deeg durch Kopfstoß das erste Tor. Aber schon nach 10 Minuten glichen die Frankfurter aus, erhöhten dann auf 2:1, sogar auf 3:1 und mit die­sem Stand ging es in die Pause. Nach dem Wech­sel spielten die Blauweißen feldüberlegen und wuß­ten dies auch durch zwei Tore auszudrücken. Dann aber rückte die Hintermannschaft zu weit aus und dies nützten die Frankfurter geschickt aus. Mit zwei Toren stellten sie für sich den Sieg sicher. Die Jugend der Blauweißen schlug sich, das wurde auch vom Gegner rückhaltlos anerkannt, ausgezeichnet.

1900 1. Jgd. VfV. R. 1. Igd. 0:1 (0:0).

Die Blauweißen, vom Vortage her noch etwas abgekämpft, traten am 2. Feiertag zu einem Kampf

Doktor Schworm untersucht den Kranken. Franz stöhnt, daß man es bis ins Eßzimmer hört, obwohl die eichenen Türen geschlossen sind. Die Frauen wagen es nicht, sich anzusehen. Als der Arzt zu ihnen kommt, steht Klarissa auf und geht ihm ent­gegen. ,^Zst es eine Gehirnerschütterung?" fragt sie.

Nein, ich nehme an, das Rückgrat ist verletzt. Pegel muß geröntgt werden, wahrscheinlich für längere Zeit ins Krankenhaus, ich werde gleich nach dem Krankenwagen telephonieren."

Wird er wird es wieder besser werden?" Das ist anzunehmen", sagt der Arzt.

Es wird nach einem Krankenauto telephoniert, man muß lange warten, und der Kranke stöhnt. Luise sitzt neben ihrem Mann und hat tiefe Ringe unter den Augen. Er läßt sich nur von ihr an« fassen, well sie ihm die wenigsten Schmerzen be­reitet. Eine kräftige und gefaßte Frau, diese Luise. Sie ist nicht besonders schön, breit in den Hüften ist sie und ein einfacher Mensch vom Lande. Aber ihre Hände sind die geschicktesten Hände der Welt und ihre Augen voll Güte, sie erraten stets, was der Kranke will. Alle anderen stehen nur herum, wollen helfen und können es nicht. Als der Arzt abgefahren ist, schickt Klarissa die Mädchen wieder ins Bett, und zu Kläre und Anne sagt sie:Kommt mit." Sie geht, so leise sie kann, vor den Nichten her durch die Diele, klingt die Tür auf und verläßt das Haus.

Der Mond ist untergegangen, und der Tag steigt mit grauweißen Nebeln aus Wiesen und Wäldern. Die Nebel schwingen im Hof wie Tücher, die Bäume des Parks fehen wie mächtige Fabelwesen aus. Klarissa geht um das Haus herum. Jetzt ist sie an der Stelle, wo Franz Pegel lag. Sie sieht zum Spa­lier auf, das bis in den Giebel des Hauses mit Wein berankt ist. ,Holt die Leiter, Anne, das da oben", sie deutet zu Kläre? Fenster hinauf, wo das Spalier zerbrochen ist und Weinranken abgerissen sind,muß gleich in Ordnung gebracht werden. Ihr ^abt die Sache mit dem Sturz vom Rad erzählt, luu m also dabei bleiben. Nicht deinetwegen, Kläre, sondern Luises wegen."

,2lune senk'- den Kopf tief und auch Kläre sagt kein - rt. Sic ;^fven zum Schuppen und holen die

Ann« stellt an uich klettert hinauf, wäh­

Mit zwei großen Veranstaltungen traten die art­verwandten Paddler hervor. Eine Gau-Kurz- strecken-Regatta brachte ausgezeichneten Sport auf die Lahn und die glatte Durchführung brachte der Paddlergilde auch die Ehre, die Staffelmeisterschaf- ten des Gaues übernehmen zu können.

Auch 1939 brachte das Fachamt Fußball die meisten aktiven Sportler in Bewegung. Nicht nur bie Vereine der Stadt, sondern auch die des Landes setzten allen Ehrgeiz darein, mehrere Mannschaften auf die Beine zu bringen. Mit Genugtuung dürfte vermerkt worden sein, daß es endlich der 1. Mann­schaft des FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg gelang, zu wohlverdienten Meisterehren zu kommen. Wenn auch unter Formschwankungen, so wurde auch bei 1900 und VfB.-R. der Fußball nachhaltig ge­pflegt. Dabei wurde alle Aufmerksamkeit auch der Jugend gewidmet. Beide Vereine hatten fast ständig je drei Jugendmannschaften unterwegs.

Das Handballspiel wurde dank der eifrigen Sachwalter im Kreis immer wieder belebt. Land- und Stadtvereine stehen in erfreulicher kämpferischer Wechselbeziehung zueinander. Das große Handball- turnier in der Dolkshalle ließ erkennen, wie groß die Handballgemeinde ist und welch technisches Können vorhanden ist.

Einen steilen Aufstieg nahm das Basketball- spiel, das so leidenschaftlich gespielt und entwickelt wurde, daß sich die Mtv.-Mannschaft im ersten An­sturm die Gaumeifterschaft errang und in den Gau- gruppenkämvfen (in Heuchelheim) zum schärfsten Geaner der favorisieren Kreuznacher Turner wurde.

Die Leichtathletik trat im Mai mit dem StaffellausRund um Gießen" am augenfälligsten in Erscheinung. Die Trainingsarbeit vollzog sich in der Stille. Leider ist der Kreis der Unentwegten nicht sonderlich groß. Bei den Gaumeisterschaften in Kassel wurde mancher Titel errungen. Auch mehrere «andere auswärtige Sportfeste wurden mit bestem Erfolg besucht.

Im Fachamt Turnen lag wieder die Bretten-

rend die Leiter unten von Klarissa und Kläre ge­halten wird. Es ist nicht schwer, die Weinranken so zurechtzubiegen, daß nichts mehr zu sehen ist, keine Wundertat, wahrhaftig, das ist es nicht, aber Kläre scheint es eine solche zu sein. In wenigen Minuten ist die Arbeit getan. Die Leiter wird von den Schwe­stern wieder an Ort und Stelle gebracht, und alles ist in bester Ordnung.

.Als sie zum Haus zurückkehren', braut der Nebel dicht und dichter. Doch plötzlich verhalten beide den Schritt, sie hören Flüstern und leises Lachen. Wie einen Schatten sehen sie eine weibliche Gestalt zur Hintertür des Hauses huschen und verschwinden. Die Tür knarrt ein wenig, es ist eine alte Tür in einem alten Haus.

Jetzt wird die Tür von innen verschlossen.Das war doch Irene Waitz, hast du gesehen, mit wem?"

Nein", sagt Anne, und dieses Nein klingt kalt und hochmütig. Sie denkt: Sind die Menschen so? Paul Würz wollte mich küssen und sicher hatte er schon vorher Irene Waitz den Kopf verdreht, sie haßt mich aus Eifersucht. Wie merkwürdig ist das alles, merkwürdig und unschön. Ich könnte nie einen Mann lieben, der so brutal ist wie Paul Würz oder so knabenhaft wie jener Student im Wald, ja, werde ich überhaupt im Leben je verstehen, zu lieben?

Grau und gestalllos ist der Morgen, grau und gestaltlos ist die Welt, und die junge Anne Wegner wird von grenzenloser Mutlosigkeit erfaßt.

Nahe beim Haus treffen die Schwestern Klarissa. Anne erschrickt. War Klarissa immer so alt, so fahl und verfallen? Ach, Klarissas Herz ist müde.Geht jetzt schlafen", sagt sie, und ihre Worte sind ein Ge- murmel. Die drei Frauen schleichen sich durch die Diele, der Kranke stöhnt weniger als vordem, viel­leicht schläft er? Luise winkt ihnen zu, daß sie gehen sollen, sie wird bei ihrem Mann wachen.

Oben an der Treppe sagt Klarissa:Versucht zu schlafen." Sie wendet sich ab und geht in ihr Zim­mer. Sie geht mit tiefgesenktem Kopf, sie ist eine alte Frau, die sich nach Schlaf sehnt, die den Schlaf so nötig braucht wie das tägliche Brot

Die Schwestern reichen sich die Hände.Gute Nacht!" sagen sie. obgleich gerade der erste Sonnen­strahl den dichten Nebel draußen wie Vorhänge zur Seite schiebt. Anne öffnet die Tür ihres Zimmers. Da liegt es vor ihr, mit dem großen Waschbecken, den Möbeln, die sie kennt und liebt, gottlob, sie ist zu Hause. Und hinter ihr sagt Kläre:Wenn wir nach Hamburg fahren und Einkäufe machen, dürfen wir auf feinen Fall vergessen, daß du einen Mor­genrock brauchst. Ja, dieses Ding da sieht fürchter­lich aus"---

Kläre Ziegler ist der Aufenthalt auf dem Birken-

Marie, rund und mollig, mit einem Gesicht, so blank, als wäre es mit Speckschwarte ab ger ieben, kommt eifrig herzu. Sie ist von sparsamen Eltern und würde für ihr Leben gern ein bißchen mit öem Speck sparen, nicht für sich, versteht sich, aber für die Vorratskammer. Doch nie im Leben würde sie auf diese Frage falsche Angaben machen. Kla­rissa hört sich ihren Bericht an und läßt sich eine Probe vom Essen geben. Dann ist sie schön wieder draußen und ruft über die Schulter zurück:Zu wenig Speck, Marie. Nimm noch eine ganze Sette durchwachsenen."

So ist sie nun, eine tolle Frau, in ihrer Güte wie in ihrer Härte unberechenbar. Die Leute auf den Feldern sagen:Junge, auf dem Birkenhof gibt es mal wieder ein Essen, daß man sich reinsetzen möchte, und jeder kriegt satt. Durchgehen läßt die Alte zwar nichts, aber sie ist gerecht. Ein feiner Hof."

Bald ist Klarissa wieder im Sattel, nachdem sie schnell noch im Verwaltungsgebäude nach dem Rechten gesehen hat. Hier sitzt Luise Pegel mit hochrotem Kopf über endlosen Lohnlisten. Sie gibt sich redliche Mühe, ihren Mann, so gut es gehh zu ersetzen. Es acht nicht aerobe gut, aber besser, als Klarissa dachte. Luise hat bestimmt nicht das Pulver erfunden, sie hat sich auch vorher nie mit geschäftlichen Dingen abgegeben, muß man beben» ken. Aber die Arbeiten, die sie macht, sind richtig. Em verläßlicher Mensch ist Luise Pegel, und selbst Klarissa weiß es nicht, daß sie die Nächte mit zu Hilfe nimmt, um das zu leisten, was geleistet wer­den muß.

Ja, in diesen Tagen kommt Klarissa kaum aus dem Sattel und bis zum Abend nicht aus Hose und Stiefeln. Die Wetteraussichten finb nicht die besten. Da muß man aus sich und aus allen, die für den Birkenhof arbeiten, herausholen, was her- auszuholen ist. Sie gibt den Leuten, was sie nur geben kann; jeder kommt zu seinem Recht, aber Stellestehen, auch nur für Minuten, duldet Klarissa Wegner jetzt nicht.

Und Anne? Da sieh doch einer die Anne an! Sie ist wahrhaftig immer gerade da, wo sie am notwendigsten gebraucht wird. Sie packt jede Arbeit an. Zuerst hat sie Luise und der kleinen Steno- typisttn beim Rechnen und Aufstellen der Listen ge­holfen. Als aber die Frau eines Landarbeiters, di« beim Binden von irgendeinem giftigen Insekt jämmerlich zerstochen wurde, zum Hof kommt, springt Anne sofort an ihrer Stelle bei den Binde­rinnen ein. Sie geht zwischen den Frauen, wiegt und schwingt den Oberkörper, wie die es tun, m dem wundersamen Rhythmus des ttächttgen Koms, x" (Fortsetzung folgt.) '

6 30: Frühkonzert. Es spielt der Gaumusikzug Schle- sien. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, merk' auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Deutschland Kinder­land:Wenn unser Kind krank ist".Das Kind in der Genesungszeit". Von Dr. Irmgard Müller. 9.30: Frohe Weisen. 11: Musik am Vormittag. Es sptelt das kleine Orchester des Reichssenders Frank­furt. 11.50: Stadt und Land Hand in Hand. 12: Mittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 12.30 bis 12.40: Nachrich­ten. 13: Mittagskonzert. Das Orchester des Reichs- fenders Leipzig. 14: Nachrichten. 14.15: Der froh- liche Lautsprecher. 16: Nachmittagskonzert. Bunter Nachmittag bei der Kriegsmarine. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.25: Mit klingendem Spiel. Dazwischen: 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nach- richten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsen­der. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: Nachrichten.

Hof nach dem Sommerfest verleidet, vor allem aus dem Grunde, weil niemand Zeit hat, sich um sie und ihre Wünsche zu kümmern. Ein Mann fehlt beider Arbeit, Franz.Pegel fehlt, und wie es ift, weiß man erst dann die Leistungen eines Menschen richtig zu schätzen, wenn er nicht mehr da ift

Die Birkenhofer stecken außerdem mitten in der (rmte, da sind sie für nichts anderes zu sprechen als für die Arbeit und alles, was mit ihr zufam- menhängt. Kläre muß sich also, so gut es geht, mit NS selbst beschäftigen. Die einzige Freude hat sie an Klarissas Auftrag, in Hamburg für Anne nach ihrem Geschmack einzukaufen. Da Anne nur wenig schmäler ift als Kläre und ein bißchen größer, geht das ausgezeichnet. Kläre kommt nach drei Tagen ohne Geld, ober mit zwei gefüllten Koffern wieder. Sie ift voller Geschäftigkeit, doch ihre Freude platzt wie eine Seifenblase, denn Anne ist bald hier und bald da, aber kaum zum Anprobieren zu bewegen. Em merkwürdiges Mädel, diese junge Schwester, und Klare wünscht den Tag ihrer Abreise herbei.

Indes klappern auf allen Feldern die Mäh­maschinen, und wo sie nicht ausreichen, blitzen Sensen, unter deren wuchtigen Strichen die Aehren zur Erde sinken. Staub glüht und funkelt unter her Sonne, hängt über den Menschen und den wei- ten Aeckern. Wo die Aehren am Boden liegen, beu­gen sich Frauen darüber und binden die Garben. Sind sie nicht wie bunte Feldblumen? Auf und nieder wiegen die Oberkörper, und es ist fast der gleiche Rhythmus wie der der schwingenden Aehren unterm Wind.

Klarissa ist überall und nirgends. Wenn sie just noch da bei dem Selbstbinder stand und den Fuchs auswechseln ließ, der vor der Maschine ging und lahmte, so ist sie gleich darauf drüben im Roggen« schlag bei den Schnittern und Binderinnen. Kaum gedacht, erscheint sie in der Küche, wo das Essen m~mächtigen Kupferkesseln kocht. Es riecht gut und kräftig nach Bohnen, Birnen und Speck bis in den Hof hinaus.

Die Frauen m der Küche stoßen sich an.Die Alte kommt", flüstern sie und hören auf zu lachen. Sie stimmen ein Lied an, denn Klarissa hat es gern, wenn gesungen wird. Sie sieht wie ein Mann aus in ihren hohen Schaftstiefeln, einen fleckigen Hut mit verschwitztem Band fest über den Kopf gezogen. Nun merkt keiner, daß Klarissa Wegner eine alte Frau ist, und keiner merkt, wie müde sie ist. Straff und aufrecht geht sie mit schweren Schrit­ten über das Land und empfängt den reichen Segen wie eine Gnade.

Jetzt steht sie über einen der großen Kessel ge­beugt.Wieviel Leute haben wir heute mittag, Marie, und wieviel Speck hast du genommen?"

cffes eine Fülle bedeutender Veranstaltungen ge­bracht und war erfüllt von einem ungemein regen Leben. In der Rück- und Ueberschau wird diese Tatsache beglückend bewußt. In der Zusammen- sassung spiegelt sich aber auch deutlich die Viel- eitigfeit der Leibesübung im NSRL., es spiegeln ich ernste Arbeit, eifriges Training, Kampf und Erfolg. Der überragenden Bedeutung der Leibes­übung entspricht es, auch in der Gegenwart, das Gewesene nicht einfach vergangen und vergessen ein zu lassen.

Ortsgemeinschaft vom Roten Kreuz hofft, daß ihnen auch im neuen Jahr die Spender treu bleiben, wenn nunmehr nach Wiedereröffnung der Universität die Anatomie (das HotelZum toten Mann") geräumt werden muß und das Tätigkeitsgebiet des Roten Kreuzes in das Hotel Lenz verlegt wird.

Dornotizen.

Tageskalender für Arettag.

Stadttheater: 20 bis 23 UhrMaria Stuart". Gloria-Palast, Seitenweg:Das Lied der Wüste". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Hurra! Ich bin Papa!"

Sladlkhealer Gießen.

Arn heutiaen Freitagabend wird die Aufführung des TrauerspielesMaria Stuart" von Schiller wiederholt. Die Spielleitung der Neuinszenierung hat Dr. Hannes Razurn. Bühnenbild: Karl Löffler. 13. Vorstellung der Freitag-Miete.

Oer Landdienst wirbt.

NSG. Nur noch wenige Monate, dann ist Grup­penschluß in den 40 Landdienstlagern des Gaues Hessen-Nassau. Ein ganzes Jayr haben 500 Jun­gen und Mädel die Bauernarbeit kennengelernt und dem Bauern geholfen. Nun wollen 85 von den 300 Landdienstjungen unseres Gebietes auf dem Lande bleiben, 44 wollen Wehrbauern werden. Das ist schon ein schöner Erfolg, trotz aller Schwierigkeiten, die sich im Laufe eines Landdienstjahres des öfteren ergeben. Die Werbung neuer Mannschaften setzt im Januar wieder ein. Die Hitler-Jugend wird in be­währter Zusammenarbeit mit den Arbeitsämtern unb den Bauernschaften eine strenge Auslese durch« ^hren, um wiederum wertvolle junge Menschen über den Landdienst der Hitler-Jugend zum Dienst am Boden zu erziehen.

Abschnittsinspekteur Hessen der Feuerwehren.

3m Zusammenhang mit der Neuordnung des Feuerlöschwesens ist der seitherige Landesverbands« sichrer der Freiwilligen Feuerwehren Hessens, Eugen Müller (Mainz), zum Abschnittsinspekteur Hessen der Feuerwehren ernannt worden.

Soldatentreffen im Marine-Bootshaus

Wie alljährlich, so sanden sich auch in diesem Jahre wieder am zweiten Weihnachtsfeiertag die auf Urlaub weilenden Wehrmachtsangehörigen der Marine-SA., Marine-Kameradschaft und Marine- HI. mit den in der Heimat verbliebenen Kameraden zu einigen frohen Stunden im Marine-Bootshaus zusammen. Fast war der Saal des Marineheimes zu klein, um alle die frohgestimmten Kameraden aufzunehmen.

Kameradschastsführer Lich hieß die Männer ' herzlich willkommen und gab seiner Freude über . bas zahlreiche Erscheinen Ausdruck. Sturmführer Heß 11/34 wies darauf hin, in welch' herrlicher < Weife sich heute wieder die schon immer in den Stürmen der Marine-SA. gepflegte Kameradschaft 1 beweise. Er gab dem Wunsche Ausdruck, das Jahr : 1940 möge dem Führer die Erfüllung feines Kamp- ! fes um das deutsche Lebensrecht bringen, und er 1 schloß mit dem Gruß an den Führer.

f e st mit über 700 aktiven Teilnehmern, das aus­gezeichnet und in schönster Harmonie verlaufene Gaualterstreffen in Heuchelheim und das Hoherodskopf-Bergfest, das schon unter dem Schatten der oeginnenben kriegerischen Ausein­andersetzungen stand. Eine erhebliche Bereicherung fand das sportliche Leben durch die Gliederungen der Partei. HI. und BDM. hielt Bann- und Unter- gaufporttage ob. SA. veranstaltete einen großange­legten Standartensporttag; stark war die Beteili­gung an den Vorbereitungen für die Reichswett­kämpfe der SA. Standarten- und Brigadestab traten in Fuß- und Handballkämpfen hervor. Die ff star­tete u. a. auch eine Gepäckmarschmeisterschaft. Die Politischen Leiter bestritten im Rahmen eines Appells verschiedene Hebungen. Das NSKK. brachte manche strapaziöse Gelände-, Drientierungs« und Nachtsuchfahrt hinter sich. Die Hitler-Jugend und der BDM. pflegten die Leibesübung in enger An­lehnung an den NSRL.

Dann saßen die Kameraden zusammen, Erlebnisse wurden ausgetauscht und manches Wiedersehen ge­feiert. Unter den Urlaubern befanden sich auch Ka­merad Hengst, der auf dem U-Boot war, das feinerzett den englischen FlugzeugträgerCoura- aeous versenkte, und manch anderer U-Boots- fobrer, ferner Kameraden der Marine-SA., die bei anderen Wehrmachtsteilen ihre Pflicht tun und die 3um Teil den Polen-Feldzug erlebten. Daß unter den älteren Kameradschaftsangehörigen die ewig jungen AltenHans der Snider" undDuschiri^ waren, versteht sich von selbst. Als man sich trennte, gingen die Wehrmachtsurlauber mit dem Gefühl, daß die Front der Heimat an ihrer Seite steht.

Echisportmöglichkeit am Hoherodskopf

Wie wir auf Anfrage im Klubhaus hören, besteht auf dem Hoherodskopf mäßige Schisportmöglichkeit.

arbeit im Vordergrund und dabei auch die unioer» feile Körperausbildung durch die Mehrkämpfe. Da­bei wurde die Förderung der Spitzenleistung keines­wegs versäumt. In Grünberg wurde das alles nach, ürucklich bewiesen. In Gießen, Wieseck, Heuchelheim und Großen-Linden sind ausgezeichnete Geräte, turner zu Hause, die schon in manchem gau- unb reichsoffenen Wettbewerb ehrenvoll bestanden. Um ermüdlich sind die Altersturner bei der Sache, deren einige, schon im Greisenalter, mit erstaunlicher kör­perlicher Disziplin und Leistung aufwarten.

Das Fachamt Radfahren war wiederum sehr aktiv.Der große Straßenpreis von Gießen" wurde, vor einer großen Zuschauermenge ausgetragen, zu einem großen sportlichen Erfolg., Das Vahnradren- nen fesselte wieder lebhaft die Anhänger des Rad­sports, und das Rundstreckenrennen war getragen vom Reiz der Neuheit.

Die Schwimmer traten nicht häufig an die Oeffentlichkett. Einige auswärtige Veranstaltungen wurden bestritten (u. a. das schöne Schwimmfest in Lich). Bei den Gaumeisterschaften in Wildungen machten unsere Schwimmer gute Figur, und wäh­rend vieler Tage und oftmals auch bei weniger günstigem Wetter belebten sie die Lahn.

Der Kraftsport wurde unentwegt weiterge­führt auch wenn nur wenige Zuschauer da waren, und wenn die Mannschaft des Äraftfport« Vereins in Mannschafts kämpfen nicht immer gut abschnitt, so wurde doch ehrenvoll gekämpft und oer Sache die Treue gehalten.

Die Schützen hielten unerschütterlich an chrer ttadittonsreichen Sache fest und stellten ihren Sport auf immer breitere Basis. Heute kann jedermann bei den Schützen schießen lernen. In Vereinswett­kämpfen, wie auch in Fern-- und Meisterschafts- kämpfen, bewiesen die Gießener Schützen eine un­verändert gute Form.

Fechten, Tennis, Reiten wurde in kleine­ren Kreisen weiter gepflegt. Das Wandern hatte in den Wander- und Heimatvereinigungen den be­kannten Rahmen. Die Segelflieger übten bei Amöneburg und bei Lauterbach und hatten im NSFK. Basis und Kameradschaft. Der Eissport hatte nicht allzureiche Möglichketten der Betätigung. Das Fachamt Schilauf war aus unserer Stadt bei den Gaumeisterschaften in der Rhön gut ver- treten, und die Kreis Meisters chasts kämp fe in un= durchdringlichem Nebel des hohen Vogelsbergs sind auch noch in Erinnerung.

Schon dieser kurze Rückblick läßt erkennen, daß das sportliche Leben in unserer Stadt und in der engeren Heimat ein reiches und farbiges Mosaik ist. Der Ausbruch des Krieges hat vorübergehend eine Einschränkung der sportlichen Betätigung gebracht. Inzwischen aber wurde auf allen Fronten der Uebungsbetrieb wieder ausgenommen und trotz mancher Schwierigkeit so lebhaft gestaltet, daß auch das neue Jahr mit der Hoffnung begonnen wird, das in den vergangenen Jahren Erarbeitete zu erhalten und die Sache des Nationalfozialistifchen Reichsbundes-für Leibesübungen für Gegenwart und Zukunft zu bewahren. N.