Ausgabe 
29.12.1939
 
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Theodor Fontane

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3n den nächsten Tagen wird das lieber* nachtungsheim. das vom Roten Kreuz in Gießen für durchreisende Soldaten geschaffen wurde, von feinem jetzigen Platze im Ge­bäude der Anatomie nach dem Hotel Lenz verlegt werden, das für die Zwecke der Sol­datenbetreuung zur Verfügung gestellt wurde.

Kriegsweihnachten auf der Ll-Booi-Gchule.

Don G G Sreityerrn v.Forstner.

Unser Pumpenmeister auf dem LinienschiffKai­er Karl der Große" hatte eine tadellose Methode erfunden, nach der auch jedes an einer gemeinsamen Geburtstagsfeier durch die Wache behindertes Mit­glied der Deckoffizier-Mesfe doch zu dem fälligen Geburtstags-Schnaps kam.

Wenn einer von euch Geburtstag hat, dann muß er eben einfach eine Flasche Korn bei Flaggen- larade morgens auf dem Messetisch .ausstellen', und mnn kann auch jeder, so wie er von Wache kom­men tut, sich einen einschenken, dann kann keiner

säbeln durfte. ., v

Als ich gegen 11 Uhr vormittags mich davon überzeugen wollte, wann die Tore der Ausstellung voraussichtlich geschlossen werden müßten, sah ich zu meinem Entsetzen, wie sich einer der zu uns kom­mandierten türkischen Seeoffiziere im Ausstellungs­raum über den saftigen Schinken hermachte. Er hatte sich ein riesiges Stuck mit breiter Speckschwarte abgeschnitten. Ohne Benutzung des Schanzzeuges

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Das Goldaienheim des Roien Kreuzes in Gießen.

Vor dem Llmzug der Llebernachtungsstätte für durchreifende Soldaten in das Hoiel Lenz

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biß er von dem in der Hand gehaltenen Stück ein Ende nach dem andern ab. Mit türkischen Besuchern meiner Weihnachts-Ausstellung hatte ich nicht ge­rechnet. , ,,

Wirklich ärgerlich stellte ich daher unfern U-Boots« kameraden Achmed, der mich bisher noch nicht be­merkt hatte, mit lauter Stimme zur Rede:

Aber Achmed! Schinken essen? Schinken ist vom Schwein! Das hat Allah doch verboten!"

Erschrocken zog Achmed nun den Rest des Schin­kenstückes wieder aus dem Mund heraus, während er mit der rechten Hand zum militärischen Gruß an den Fez griff. Mit dem in der linken Hand baumeln« den Schinkenstück nach oben auf die an der Gaffel wehende Kriegsflagge zeigend, die durch das Ober» licht vom Ausstellungsraum aus zu sehen war, mel« bete er mir bann stramm:

.Herr Kapitänleutnant! Droben wehen deutschen Kriegsflagge. Wo deutschen Kriegsflagge wehen, und wenn Weihnachten ist, Allah nix oben zu sagen!

Dagegen war ja nun nichts einzuwenden.

Links- Schlafstätte in dem bisherigen U-bernachtungsheim In der Anatomie. - R e ch t-: Durchreisende Soldaten wahrend der Ruhepause im lieber- Un[S,ÜW 7 " nachtungsheim. - (Aufn. [2]: Deutsches Rotes Kreuz Gießen.)

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Da ist das Lichtleinschwimmen. Dazu bedient man sich gleichmäßig großer Walnußschalen auch Streichholzschachteln lassen sich verwende-n, in die dünne gleichgroße Wachslichtchen geklebt wer­den. Durch Befestigung bunter Papierstreifchen in verschiedenen Farben macht' jeder Teilnehmer sein Schiffchen kenntlich. Die Schiffchen werden vorsich­tig in eine Wanne gesetzt, die Kerzchen entzündet, und nun beobachtet man, wie die kleinen Rachen schwimmen, ob sie sich nähern, sich von einander entfernen, ob die Lichtchen ruhig brennen ober flackern usw. Aus ihrem Bechalten kann man die kühnsten Rückschlüsse für das Ergehen im neuen Jahr ziehen.

Ein anderes Orakelspiel ist folgendes: In der Mitte des Zimmers steht ein viereckiger Tisch. Auf seine eine Ecke wird ein Ring, an die zweite ein Stück Brot, an die dritte ein Glas Wasser, an die vierte ein Kreuz gelegt. Alle Spielteilnehmer wer­den mit verbundenen Augen nacheinander an den Tisch geführt, den sie ein- bis zweimal umkreisen, bann erst bürfen sie nach einer Ecke greifen. Was sie dabei berühren sagt ihnen, was sie vom neuen Jahr zu erwarten haben: Der Ring bedeutet Der- lobung, das Wasser Tränen ober wenn man solch büstere Prophezeiung vermeiden will, kann man es als Aussicht auf eine Reise ausdeuten, bas Brot ein auskömmliches Leben, das Kreuz ver­spricht Ruhm und Ehre.

Ein sehr munteres Silvesterspiel ist das Radies­chenziehen. Hübsche, kurze Sprüche werden auf kleine Zettel geschrieben, ober kleine Charakteristiken der Mitspieler, Prophezeihungen und dergleichen. Dann nimmt man viereckige Stücke grünes Seiden­papier, die man an einer Seite einschneidet und über die Scherze zieht, damit sie kraus werden. Man wickelt die Papierstreifchen in das Grün und füllt die Bündelchen, die krausen Spitzen nach oben, in ein Körbchen. Feder zieht für sich und wohl auch für einen Fernen ein oder mehrere solche Radieschen und empfängt so ein mehr oder minder witziges Orakel.

Willkommen Gast im grauen Kleid! Sieh, alles steht für dich bereit! Hier kannst du deine Briefe schreiben, mit Lesen dir die Zeit vertreiben. Auch kannst du was zu essen haben, und dich mit Tee und Rum erlaben! Bist du bann mübe, streck dich aus! Und schlafe ruhig wie zu Haus! Und bist du dann gestärkt erwacht, ziehst wieder aus in Krieg und Nacht, das Rote Kreuz es wünscht dir Glück, kehr' wohlbehalten bald zurück!

An wen sich dieses nette Gedicht richtet, wirst du wohl leicht erraten, lieber Leser. Ob du aber als Gießener Bürger die Stätte, die unsere Soldaten so herzlichst willkommen heißt, kennst, weiß ich nicht. Um so besser ist sie an der ganzen Westfront be­kannt. Deshalb komm, mein lieber Gießener, folge mir! Ich m!ll dich führen! Wir gehen durch den Garten in das Erdgeschoß des Anatomiegebäudes an der Ecke Liebig- und Bahnhofstraße. Du stutzt, ich verstehe, aber komm nur!

Wir betreten das Hotel3 um toten Mann", wie unsere Soldaten es scherzhaft getauft haben. rauen begegnen uns in weißen Kitteln mit der Roten Kreuz-Binde. Medizinerinnen sind es nicht, denn die Universität ist ja geschlossen. Nun erkennst du sie. Es sind Frauen der Ortsg e - meinschaft vom Roten Kreuz. Sie über­nehmen nun die Führung und zeigen uns voll Stolz neben einer gut eingerichteten Küche, die die

Aus der Stad« Gießen.

Silvester-Spiele.

Wenn auch Krieaszeit ernste Zeit ist, die unae- hemmte Freude verbietet, so ist sie doch nicht lebens* feindlich in dem Sinne, daß Heiterkeit und Froh­sinn im Familien- und Freundeskreis nicht an ae- wiffen Tagen ihr Recht hätten. Gerade unsere Sol­daten im Felde wünschen nicht, daß die Heimat ohne den seelischen Auftrieb lebt, den einige frohe Stunden jedem Menschen geben. Auch hat die Jugend ein Recht auf sie, und alte Sitten und Ge­wohnheiten setzen sich nach Möglichkeit auch durch So wird auch der Silvesterabend in diesem Jahre wohl ein ernstes Gesicht haben, in dem aber doch das Lächeln nicht fehlen soll.

Mit dem Silvester verknüpfte sich von jeher die Vorstellung, daß er dem Menschen kleine Einblicke in die nun anhebende Zukunft des neuen Jahres gestatte, wenn man in der richtigen Weise das Orakel beschwöre. So tragen die meisten Silvester­spiele den Charakter der Befragung des Schicksals. Man denke nur an das mitternächtliche Blei gießen mit (einen Deutungen der gegossenen Figuren. Da wir in diesem Fahre darauf verzichten müssen, das Metall als Wünschelrute zu benützen, wollen wir an einige andere Orakelspiele erinnern, die geeignet sind, eine Silvestergesellschaft zu unterhalten, in jener Mischung von Heiterkeit, Neugier und ein wenig Aberglauben, die das Wesen dieser Unter­haltung ausmacht.

durro/ ich bin Papa!"

Wieder einmal ein Film mit Heinz Rühmann! Es gibt also etwas zum Lachen und außerdem die Freude, zu sehen, wie der Schauspieler Ruhmann (der sich urplötzlich und etwas gewaltsam m der Eigenschaft eines Vaters kennen lernt) mit einem vierjährigen Jungen umgeht und dabei eine er­staunliche Geschicklichkeit beweist. Heinz Ruhmann sieht sich in diesem Film als lebenslustigen Sohn eines unwahrscheinlich reichen Vaters, dem es nicht gelingen will, den jungen Mann zu einer ver­nünftigen Arbeit anzuhalten. Erft auf dem Um­weg über ein Kind wird er zu ernsterer Lebens­auffassung gedrängt und einer Frau nähergebracht, die einiges Anrecht auf ihn hat. Der Film in feiner Gesamtheit stellt dabei vor die Frage, ob es recht und angebracht ist, das ernste Gefühl um Dater und Kind in die Form eines Schwankes zu gießen und ein Thema von einer fast frivolen Seite zu nehmen, das doch eigentlich einer ernsten und rei­fen künstlerischen Ausprägung bedürfte. Wenn man sich dagegen entschließen kann, den Film ausschließ­lich von der heiteren Seite zu nehmen, bann wird man für eine Stunde gut unterhalten. In den Haupttollen begegnet man neben Rühmann noch Albert F l o r a t h , Carola Höhn, Walter Schul« l e r (vierjährig und seiner Wirkungen wohl noch unbewußt), Hansi A r n st a e d t und Bruno Fritz. Das Manuskript stammt von Thea von H a r b o u. Regie in diesem Cine-Allianz-Film, der seit gestern im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigt wird, führt Kurt Hoffmann.

Im Beiprogramm sieht man herrliche Winter- landschaften aus dem Riesengebirae. Die Wochen­schau zeigt großartige Bilder von der Rückkehr der Bremen" in den Heimathafen, von der Arbeit der Fernaufklärer, ihrer photographischen Arbeit und der Auswertung ihrer Bilder

Heinrich Ludwig Neuner.

zumal Gießen eine schöne ^tabt, da hatten die Viere bas Reisen satt.

Beim Roten Kreuz ba kehrten sie ein und wurden ausgenommen fein.

Nach vollbrachter guter Ruh, fuhren sie dem Westen zu.

Sie wollen nach dem Westwall eilen, um dort den Franzmann zu verkeilen. Diese vier alten Streiter, drei sind Gefreiter,

O. Fischer, E. Preuß und Aug. Schroder und Hermann Rößling unser dicker Köter, ist auch ein ganz sideles Haus.

Wir sind zufrieden, wie feiten eins, wir vier von der KPK. 501."

Den schönsten Dank und die höchste Anerkennung spricht aber den Frauen der Ortsgemeinschaft, die feit Kriegsbeginn in der aufopferndsten Weife Tag und Nacht für unsere Soldaten hier tätig sind, em Stabsfeldwebel aus, der schreibt:

Wenn jeder in der Heimat seine Pflicht tut, wie die Schwestern des Roten Kreuzes, bann kann auch an ber Front einen nichts mehr er­schüttern. Für Unterbringung unb Verpflegung besten Dank."

Die Frauen ber Ortsgemeinschaft sind aber nicht so unbescheiden, den Dank ber Soldaten für sich allein zu beanspruchen. Sie geben ihn weiter an Herrn Professor Dr. Elze, ber ihnen bie Raume, die ja in ber Nähe bes Bahnhofs liegen mußten, in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hatte, und an seine beiden Helfer, die Gebrüder A m e n t, die keine Mühe und Zeit scheuten, den Frauen vom Roten Kreuz bei ber Herrichtung ber Räume behilflich zu fein.

Sie bauten auch im Namen ber Soldaten allen Spendern für bie vielen schonen Sachspenden, mit denen sie dem Roten Kreuz die Möglichkeit gegeben haben, vier Monate lang bie burch Gießen fommen» 'den Feldgrauen zu erfrischen und zu erfreuen. D>e

zu kurz kommen!" .

Der Plan fand freudige Zustimmung. Bald konnte die erste derartigeAusstellung" eröffnet werden. Neben der von Schnapsgläsern umrahmten Flasche Korn stand in einer durchgeschnittenen Kartoffel eine Flagge an einem Holzstab mit ber Aufschrift:

Ausstellung vom Oberbootsmann?"

Fröhliche Stimmung herrschte von morgens ab an biesem Tag in ber Deckosfizier-Messe. Der Ober­bootsmann mußte allerbings bie betrübliche Fest­stellung machen, baß bie Ausstellung bald erweitert werben mußte, und sah sich dazu gezwungen, noch einige Flaschen nachzuorganisieren.

Weihnachten 1916 bekam ich als Liebesgabe einen prächtigen Riesenschinken aus Westfalen. Als Lehrer ber U-Boots-Kommanbanten-Schüler hätte ich am liebsten alle Kameraben zu einer Gemeinfchaftsfeier um den schönen Schinken vereint. Der Hochbetrieb, der uns auch in den Festtagen zu Torpedo-Schieß­übungen zwang, verbot dieses.

Ich sann daher nach einer gerechten Verteilungs- möglichkeit. Da erinnerte ich mich der famosenGe­burtstags-Ausstellung" unseres prächngen Pumpen­meisters. Schnell reifte so der Gedanke einerSchm- ^Am ersten iäeihnachtstag wurde diese Ausstellung um 8 Uhr morgens, gleich nach Flaggenparade er­öffnet, indem ich mir das erste Stück abschnitt. In der Offizier-Messe unseres MutterschiffesVulkan standen um den festlich geschmückten leckeren Schin­ken herum Teller und Schanzzeug.

Erfreulicherweise war der Besuch der Ausstellung gleich nach ihrer Eröffnung, schon zur Frühstücks­zeit, ein sehr reger.

Natürlich war es Ehrensache unb Kameradschafts- pflicht, baß jeder Ausstellungsbesucher sich nur ein normales Stück von dem schönen Schinken ab«

Der ist in tiefster Seele treu, \ Der die Heimat liebt wie du." < Mtt diesen Worten, die Fontane seinen König Jakob zum Grafen Douglas sprechen laßt, hat er - sich selbst getroffen. Fontanes dichterisches Lebens- i werk ist aus Liebe zu feiner märkischen Heimat ge- baren. Es ist freilich eine Liebe, bie nichts Schwär- < mensches an sich hat, im Gegenteil eine hellsichtige Liebe, bie bie Schatten ebenso genau sah mie Das Licht, ja, die grabe in diesem wechselndem Spiel ' von Licht und Schatten das eigentlich Llebenswerie erblickte und nicht mübe wurde, es darzustellen. Die tiefe Siebe zur Heimat und auf ber aderen Seite der helle, nüchterne, kritisch abwagende verstand der unvergleichliche Sinn für Wirktlchkert, der Hatz gegen alle großen Worte und alles Pathos, 6a.5 di« Elemente, aus denen das Wesen desDichters der Mark" sich zusammensetzt.

Fontane war, wie es dem Sohn der sandigen Mark entspricht, ein Spätreisender. Mit so Jahren entschloß er sich, den Beruf des Apothekers aufzw geben und sich der Schrlftstellerei zu widmen, was zunächst jonieT wie TagesfchristMerei bedeutet., d.h. Feuilleton, Theaterkritiken, Redatteurtallgkeit. denn von den Balladen, die er außerdem verofs-nt. lichte und die rasch volkstümlich wurden, I>eh M nicht leben. Mit 60 sing er an, Romane zu schreiben, mit 75 stand er auf der Höhe seiner Scha^enskratt, und als dem Neunundfiebzigsahngen der Tode l-m die Feder aus der chand nahm, befand er sch in voller geistiger Frische. Unwillkürlich s h wenn wir an Fontane denken, immer das Bild des alten Fontane vor Augen mit feiner wundert^ n Abgeklärtheit und feinem überlegenen.Humor Was er in der entzückenden Schilderung feiner Kmbb ü von seinem Vater, dem Apotheker ,n N°u-Ruppm. fa<rt- Wie er »uletzt mar, fo war er ganz , oas U'^ch für ihn Aber biefe 3u errev

chen, war für Fontane ein weiter unb mühsam

Tagesschriftst-lleroi, erst

in England, dann zehn Jahre lang als 4 ft ,. an de? Kreuzzentung, spater °n d°r .Vo,,rschen . ernährte ihn nicht immer. Es N ngt uns h-ur« wahrscheinlich, aber ben überwiege St­

üter arischen Laufbahn hat F^ane g gc achtung unb Verkennung kämpfen » r^ne aebarbt. Besonders erbitterte es rhn^ j870, Schilderung ber Kriege von 1 6. .. an Ort

bie er auf Grund genauer OueUenftubien an unb Stelle, unmittelbar nad) Ablauf 1 Stück Ereignisse, veröffentlichte wo^ er em giite^ feiner Ge und Helt zugefetzt hatte u 9 er= zösische Gefangenschaft geraten mar mg hoffte Anerkennung , fand^ Grft_ (em w

für ihn in jeber Beziehung 6 h hm. dieser brachte ihm endlich °"ch den ersehnten Y.

galt feinen Romanen, miel 21b teray Jenny Stine", Errungen unb Wirrungen .....

Treibet",Stechlin", in denen Die -----

märkisch-adlige Gesellschaft ber achtziger Jahre sich mit einem bis dahin unbekannten feinen Realismus - , geschildert sah, ferner ben vier Bänden feinerWan-

Au seinem 12Y.Geburtstag anr3Y.Dezember §erunqen burch bie Mark Brandenburg", bem schön-

Billigung k Dotierung die Moick er bisherige: daß künftig

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Verpflegung unb Erfrischung unserer Soldaten sicherftellt, eine Reihe von Räumen, bie in liebe­voller Weise für bie Uebernachtung unserer durch­reisenden Soldaten eingend)tet sind unb in denen bis jetzt schon weit über tausend unserer Krieger eine stärkende Nachtruhe gefunden haben. Doll Freude und Stolz zeigt bir eine ber Frauen bas G ä st e b u ch, das auf vielen Seiten Namen unter Namen enthält unb in dem sich unsere feldgrauen Gäste in mehr ober weniger humorvoller Weise ver­ewigt haben. Aus allen Eintragungen spricht ein herzliches Dankgefühl.

Einige Ergüsse scheinen uns wert, veröffentlicht zu werden Kurz unb bündig erklärt einer:

Gut gepennt, bann fortgerennt!" unb ein anderer:

Gut geschlafen, ausgeruht, bas gibt wieder frischen Mut!"

Das höchste Lob hat wohl ber gespendet, ber schrieb: Ich habe geschlafen wie bei Muttern!"

Unter ben felbgrauen Gästen waren auch einige Dichter. Zwei Geoichte sollen bem Leser nicht vor­enthalten werden. So dichteten drei Feldgraue:

Es kamen einst von ungefähr drei Mann von Deutschlands Westen her. Sie klopften an des Hauses Tür, und baten um ein Nachtquartier. Kaum war bie Bitte angehört, warb solches ihnen gleich gewährt. Sie waren nun ganz ohne Sorgen unb sicher wie zu Haus geborgen. Weil nun es biefen Dreien allen, hier ausnahmslos fo gut gefallen, fo sagen auf biesem Wege hier, bem Roten Kreuz sie Dank bafür."

Vier Ostpreußen schrieben:

Don Polen kamen gezogen her, vier vvn ostpreußischer Landeswehr. Der Weg sie auch durch Hessen führte und weil man Müdigkeit verspürte,

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ften unb tiefsten Zeugnis feiner Heimatliebe, an bem er ein halbes Leben gearbeitet.

Zu Fontanes äußeren Schwierigkeiten kam noch, daß feine häuslichen Verhältnisse nicht immer die glücklichsten waren. Don seiner Frau Emilie sagt er selbst in einem Brief mit der Offenheit, mit der < er sich zuweilen aussprach, daß sieeine vorzügliche ' Prebiger- unb Beamtenfrau in einer gut und sicher . dotierten Stelle geworden" wäre, aber auf eine Schriftstellerexistenz gar nicht eingerichtet war. Fon­tane, ber sich selbst als Egoisten bezeichnete machte es ihr allerdings schwer, fo, als er Z.B 1876 die gutbezahlte Stelle als Sekretär ber königlichen Aka­demie der Künste nach wenigen Monaten schon wie- der aufgab. Er mußte es tun, weil ernicht Lust hatte nach jeder Geheimratspfeife zu tanzen und well er spürte, baß diese Existenz ihm feine eigent- liehe Lebensader, feine kunstlerifche Schaffenskraft, ab chnitt. Für diese Gründe aber hafte Frau Ermlie, fo innig sie ihren Theodor auch liebte, fein Der- tänbnis, sie fah nur bas entschwundene feste und gute Einkommen und weinte ihm heiße Tranen nack So klagt Fontane an anderer Stelle:Indem Moment, wo ich erttinkend um Hilfe schreie und ein freundlich ausgestreckter Finger mich über Wasser halten würde, hat sie eine Neigung, ihre Hand nicht rettend unterzuschieben, fonbern sich wie einen Stein auf meine Schultern zu legen." «...<«

Einem Notizbüchlein, bas er fein "A^^chlem nannte, vertraute Fontane ferne persönlichsten Ge­danken an. Hier finbet sich einmal folgendes Selbst­bildnis:Welche Eigenschaften schätzen Sie an bem Manne? Gehorsam. Welche an ber Frau? - Kaprice. Was ist Ihre hervorstechenbste Eigen­schaft? - Jndifterenz. - Wie verstehen Sie bas Glück? Gar nicht. Wie bas Unglück. Auch nicht recht. Wo möchten Sie leben? In meiner Stube. Was wünschen Sie am sehnlichsten. ßuft Licht. Wer ist in Ihren Augen ber erste Dichier, Schauspieler, Mufiker, Maler? Wechselt alle fünf Jahre. - Welches historische Ereignis mißfällt Ihnen am meisten? Die Schlacht bei Bronzell (bie es nie gegeben hat). Welche Feh- lerOfinden Sie am verzeihlichsten? -D" Einigem Lieben Sie bas Jbeale ober bas Reale? Die Diagonale. Was ist am schwersten zu erreichen? - Papst ober großes Los. -Welchen Rat wurden Sie der Frau geben, bie Sie heben? Mich wie- ? zu lieben - Welches ist Ihre ßiebhngsbefäaf* : ^g' - Schlafen. - Welche polltlsche Richtung jst^Jhnen am fympachifchsten? - Mecklenburg. - Wie denken Sie über bie Ehe? Je nachbern. Waches Vergnügen ist Ihnen das oben unter Lieblingsbeschäftigung Welche Blume welches Getränk und welche Farbe Ziehen Sie vor? _ Ttir alles gleich. - Wie definieren Sie b e Liebe? - Mir zu schwer. - Wie befimeren Sie die K. L

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