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29.12.1939
 
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fern.

Die Erdbebenkatastrophe in der Türkei.

Ersindjan dem Erdboden gleichgemacht. Zehntausende unter den Trümmern der zerstörten Städte. - Sturm und Schnee hindern die Rettungsaktion.

Istanbul, 29. Dezember. (Europapreß.) Nach einem amtlichen Kommunique, das aus Ankara vorliegt, hat die Erdbebenkatastrophe in Mittel- und Ostanatolien große Ausmaße angenommen. Die Zahl der Toten und Verletzten fei zwar nicht genau ermittelt worden, werde aber mehrere Zehn- t a uf e n d e übersteigen. Der Rest der Bevöl­kerung im Erdbebengebiet fei obdachlos. Die Be­völkerung fei hilflos der Dinlerkälte aus- gefeht, die in diefer Gegend gegenwärtig ziem- lich groß fei. Das Zentrum des Erdbebens, die Stadt Erfind)au, die bereits im Jahre 1784 einmal von einem Erdbeben schwer heimgefucht wurde, ist dem Erdboden gleichgemachl worden. In Lrfindjan, das 16 OOO Einwohner zählte und auch eine Kaserne besaß, ist kein Haus heil geblieben. Die Einwohner sind unter den Trümmern ihrer Häuser ums Leben gekommen, oder zum mindesten schwer verletzt worden. Da die Bevölkerung im Schlafe vom Erdbeben überrascht wurde, konnte die Katastrophe so große Ausmaße annehmen. Auch die Stadt Zara im Bezirk von Sivas ist schwer heimgesucht wor- den. Taufend Häuser wurden zerstört. Dort rechnet man mit 1500 Toten. Zahlreiche andere Ortschaften sind dem Erdboden gleichgemacht worden.

Die Naturkatastrophe übertrifft an Ausmaß weit­hin alles, was sich in den letzten Jahrzehnten er­eignet hat. Eine Istanbuler Zeitung meldet 42 000 Tote und Verwundete. Man kann

Wendung finden. Wir wünschen zu betonen, daßH.____ ... ......

die Belange der irischen Nation eine Angelegenheit Zerstörung gebracht habe, sei vielleicht nicht des national gesinnten Beoölkerungsteiles des gan-l fern.

Oer Papst im Quirinal

Gegenbesuch beim talienischen Herrscherpaar.

B e r l i n, 28. Dez. (DNB.) Wie im Wehrmachts­bericht vom 28.12.1939 bekanntgegeben wurde, ist ein englisches Flugzeug, das bei einem Ein- slugversuch der Briten bis in die Nähe der deutschen Küste gelangte, vernichtet worden, hierzu wird bekannt, daß der Abschuß dem Oberstleutnant Schumacher gelang, der der Kommodore des Jagdverbandes ist, welcher in dem Luftkampf am 18.12. 36 feindliche Flugzeuge durch schuß vernichtet hat.

Oer Wehrmachtsbericht vom Freitag.

Berlin, 29. Dezember. (DNB. Funkfpruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bis auf geringes Störungsfeuer der feindlichen Artillerie verlief der Tag an der ganzen Front ruhig.

Oberstleutnant Schumacher schoß einen Briten ab.

Das deutsch-rumänische Wirtschafts­abkommen paßt England nicht.

Deutschland ist der größte Abnehmer und leistungsfähigste Lieferant der rumänischen Wirtschaft.

Nordirland fordert Befreiung von der britischen Fremdherrschaft. Wo bleiben die demokratischen Prinzipien/für die England zu kämpfen vorgibt?

Keine Wehrsteuer mehr von Einberufenen.

Bei wehrsteuerpflichtigen Arbeitnehmern, di« zum Wehrdienst einberufen sind, ist eine Wehrsteuer nicht mehr einzubehalten. Das gilt so« wohl für den laufenden Arbeitslohn, der auf die Zeit der Wehrdienstleistung entfällt, als auch für sonstige Bezüge, die dem wehrsteuerpflichtigen Ar« beitnehmer während der Dauer seiner Wehrdienst­leistung zufließen. Die veranlagten Wehrsteuerpflich* tigen haben bis zum Empfang des Wehrsteuer« bescheids für das Kalenderjahr 1939 weitere Vorauszahlungen auf die Wehrsteuer nicht mehr zu entrichten, wenn sie sich am Fällig« keitstag der Vorauszahlung bei der Wehrmacht befinden.

Erleichterte Umsahsteuervorauszahlungen.

Nach dem Umsatzsteuergesetz sind Unternehmer, deren steuerpflichtiger Umsatz im letzten Jahr 2 0 000 NM. überschritten hat, verpflichtet, binnen 10 Tagen nach Ablauf jedes Monats eine Voranmeldung abzugeben und gleichzeitig eine Vorauszahlung zu entrichten. D-r Reichsfinanzminister hat sich damit etnoerftinfrtil

blndung zwischen Volksentwicklung, Volksleben und Kulturarbeit.

Heute ist niemand ausgeschlossen von dem Genuß der kulturellen (Erfolge. Es denkt auch niemand daran, kulturelle Arbeit neben anderer Arbeit etwa unterzubewerten. Aus zahlreichen Veröffentlichun­gen wissen wir, daß Musikpreise, Filmpreise, Buch­preise weiterhin verliehen werden Das deutsche Schrifttum stand nie so tätig im Mittelpunkt des Geschehens wie gerade in unjerer Zeit. Die Dichter sind durch die Arbeit der letzten Jahre zu Kamera­den des Volkes geworden. Sie sind heute selbst Soldaten und mit den Soldaten des Heeres durch die Kameradschaft verbunden. Ihre Bücher gehen in vielen hunderttausend Exemplaren an die Front als eine Quelle der Kraft, der Freude und der Stärkung. Die deutschen Theater haben ihre Spiel­pläne erweitert und vermitteln allabendlich schönste Erlebnisse.

Wenn wir auf dieses Jahr der Kulturarbeit zu­rückblicken, so erfüllt uns im Geschehen des Krieges die große Freude um das Wissen von den ewigen Werten deutschen Künstlertums, das jetzt erst recht berufen ist in dem Sinn zu wirken, der ihm durch den Nationalsozialismus neu geschenkt wurde. Ge­rade die Wochen und Tage vor Weihnachten ließen das erleben. Wer sich die Mühe machte, in eine Buchhandlung zu gehen, konnte an den Menschen, die dort ihre Einkäufe machten, sehen, daß es nicht nur einzeln«Freunde der Literatur" waren, son­dern daß das Buch zu einem Freund des deutschen Volkes geworden ist, zu einem Begleiter, den nie­mand mehr missen möchte.

_Und was für das Buch gilt, gilt ebensosehr auch für alle anderen Gebiete künstlerischer Betätigung, das Theater, den Film, die Musik, die Malerei, die Plastik. Sechs Jahre nationalsozialistischer Kultur­arbeit haben als Ergebnis die Einheit zwischen Volk und Kunst geschaffen, haben die verschütteten Quellen zu neuem Leben erweckt und auf dem Wesensgrund des Volkes den Boden bereitet, der jetzt und später reichste Früchte tragen wird. Durch diese Arbeit wurde das Volk in seiner Gesamtheit angesprochen. So einmalig, wie das Reich seine großen Aufgaben auf anderen Gebieten bewältigt, so selbstverständlich wird auch der stolze Bau der deutschen Kultur ohne Unterbrechung errichtet wer­den, denn das ganze deutsche Volk ist Mitarbeiter an diesem Bau.

Oie Sicherung des patiamakanols.

Washington, 28. Dezember. (DNB.) Der Unterausschuß des Repräsentantenhauses für die Deckung von Fehlbeträgen hat mit kleinen Ab- strichen die von Roosevelt geforderten 2 7 2 Mil­lionen Dollar zur Deckung von V e r t-e i d i - aungsdefiziten im laufenden Haushaltsjahr bewilligt. Kriegsminister Woodring fordert eine weitere Verstärkungder 05-V.° Flotte zur Sicherung des P a n a m a k a n a l s. General Davey, der Befehlshaber der Militärzone Por- torico, teilte dem Kriegsminifterium mit, der Aus- bau der Insel zu einemGibraltar" Amerikas sei genügend fortgeschritten, um jedem Notfall begeg­nen zu können. Die 27 Millionen Dollar kostend« Anlage, die hauptsächlich als L u f t st ü tz p u n k t Angriffe auf den Panamakanal und die Nordküste Südamerikas abwehren soll, beherbergt bereits 2500 Mann sowie eine Anzahl Geschütze und eine Son­derluftflotte.

Kleine politische Nachrichten.

^«-Präsident der früheren Republik Polen, ' osc " ^m Mittwoch in Freiburg (Schwelg Moscicki besitzt das Freiburger

Bürgerrecht, da er ; rt früher Universitätsprofessor

Rom, 28. Dez. (DNB.) Der Gegenbesuch .... Papst Pius XII. beim italienischen Herrscher­paar fand am heutigen Donnerstag statt. Trotz des unfreundlichen Wetters wohnte eine große Men­schenmenge der Anfahrt zum Quirinal bei. Der Zug ber 18 Kraftwagen bewegte sich unter Glockengeläut durch ein Truppenspalier zum Schloß. Beim Be­treten italienischen Bodens wurde der Papst von einer königlichen Abordnung und später vom Gou­verneur von Rom begrüßt. Nach dem Empfang des Papstes durch die königliche Familie und Außen­minister Graf Kiano an der Ehrentreppe fand die eigentliche Empfangsfeierlichkeit im Thronsaal statt. Die Unterredung des Papstes mit dem italienischen Herrscherpaar dauerte eine halbe Stunde. Nach der Vorstellung des Gefolges durch den Kardinaldekan hielt Papst Pius XII. vor dem Verlassen des Thron­saales an das Herrscherpoar eine für das Haus Savoyen und die italienische Regierung bestimmte Ansprache. Der Papst, der um 10.30 Uhr im Qui­rinal empfangen worden war, hat kurz nach 11.30 Uhr die Rückfahrt zum Vatikan angetreten.

Noch der Rückkehr von seinem Gegenbesuch beim italienischen Herrscherpaar hat Papst Pius XII. den italienischen Botschafter beim Heiligen Stuhl Al­lie ri in Privataudienz empfangen. In römischen politischen Kreisen will man wissen, daß am 5. Ja­nuar der italienische Regierungschef Mussolini sich in die Vatikanstadt begeben und in Hinsicht auf die vor bald 10 Jahren abgeschlossenen Lateran- v ertrage über die Aussöhnung zwischen Staat und Kirche von Papst Pius XII. empfan­gen werden wird.

zen Landes darstellen müssen, und wir rufen unsere Landsleute auf, sich entschlossen einzusetzen für un­sere Befreiung von der Fremdherrschaft ...

Der Tag der Vergeltung.

Die Iren ersehnen

das Ende des britischen Barrchyrstaats.

N e u y o r f, 29. Dez. (DNB. Funtspruch.) Das Organ der Amerikaner irischer AbstammungThe G a e l i c American" veröffentlicht eine Betrachtung über die im Jahre 1940 zu erwartenden Ereignisse. In dem beispiellos scharfen Artikel wird die Hoff­nung ausgesprochen, daß das neue Jahr die B e - freiung aller von England versklav­ten Völker bringe. Irlands einziger Feind sei England seit Jahrhunderten die Geißel der irischen Rasse. Liber Englands Stunde habe jetzt geschlagen. Obwohl seine Staatsmänner sich vor dem Kriege gebrüstet hätten, daß ihr Imperium alle Zeiten überdauern werde, schwinde Englands Stärke heute rapid dahin. Japan lehne Englands Vormundschaft ab, Deutschland und Italien trotzten Englands Drohungen in Europa und Afrika. Eng­land kämpfe, um die nackte Existenz sei­nes Reiches. Seine Flotte sei infolge der Tätig­keit der deutschen Luftwaffe und der U-Boote teil­weise eingekesselt, und zum erstenmal sei Englands Handelsschiffahrt zu einem wesentlichen Teil lahmgelegt. Die Niederlage Englands würde die Befreiung Irlands von einem Würgetier be­deuten, das feit Generationen die Völker mordete und ausplünderte. Hunderte von Millionen Unter­drückter und Versklavter würden das Ende des bri»

Die Ausführungen Baldwin sind um fo bemer­kenswerter, als er feit langen Jahren der Ar­beiterpartei angehört. Anderseits hat er im Weltkrieg als Frontoffizier in Frankreich ge­kämpft und auch Kriegserfahrung als Regiments­kommandeur bei den Kämpfen der armenischen Re­volution gegen die Türken und Russen in Jahren 1919 bis 1920 gesammelt.

Amsterdam, 28. Dezember. (DNB.) Die eng­lische Anmaßung, sich als Vorkämpfer für die Frei­heit und Unabhängigkeit der kleinen und schwachen Staaten hinzustellen, ist schon oft genug durch den bloßen Hinweis auf die heute zwangsweise aufrecht erhaltene Teilung Irlands ad absurdum ge­führt worden. Es liegt, jetzt wiederum «ine Erklä­rung der Bewohner jener von Irland abgetrenn­ten und unter englischer Oberherrschaft stehenden echs nordirischen Grafschaften vor, aus oer ersichtlich ist, in wie hohem Maße die Nord- iren unter dieser Fremdherrschaft leiden. In dem Bericht heißt es:

Auf einer Zusammenkunft von Vertretern der Nationalisten aus den sechs Gras­ch a f t e n in Belfast wurde erklärt, die britische Regierung habe einen Krieg erklärt zur V e r teidigung der demokratischen Grund- ätze, des Rechts der kleinen Nationen, iber ihr Schicksal nach freiem Willen zu be­tt mm en und zur Beseitigung der ständigen An­griff sbedrohun gen, fo daß das Recht des Schwäche­ren sich stärker erweise als die Macht des Stärke­ren, auf daß eine neue Welt geschaffen werde, in der die Völker Europas, die großen und die kleinen innerhalb ihrer nationalen Grenzen in Frie­den und Gerechtigkeit leben können. Englische Aggressivität ist für die Teilung unseres Lan- des verantwortlich und diese Teilung wurde und wird durch englische Gelder aufrechter- halten ... Wenn die erklärten Absichten und Ziele der britischen Politik im gegenwärtigen Krieg der Welt nicht als Heuchelei vorkommen müs­sen, wenn nur die geringste Spur von Aufrichtig­keit in dem Ausposaunen von Freiheit, Gerechtig­keit und Demokratie fein soll, bann ist es sicher logisch, daß diese Prinzipien auf Irland An-i

Britische Minen gefährden dänische Fischer.

Kopenhagen, 28. Dez. (Europapreß.) Aus Mitteilungen von der jütlänbischen Nordseeküste geht hervor, daß die Minengefahr in den dänischen Hoheitsgewässern und auf den dänischen Fischfang­plätzen weitaus größer ist, als man zuerst ange­nommen hatte. Es handelt sich dabei um englische Treibminen. Die Fischer berichten von dem Auf­tauchenganzer Schwärme todbringender Eisenkugeln" auf der See. Mehrere Fischer mußten die Haltetaue ihrer Netze kappen, weil man statt ber Fische englische Minen gefangen hatte. Stellenweise waren die Boote plötzlich von fünf bis e<hs Minen umgeben und konnten sich nur mit Mühe aus dieser gefährlichen Lage retten. Das Schneetreiben an der Küste und über ber Nordsee erhöht die Gefahr noch, so daß man bereits den Gedanken erwägt, die Neujahrsfischerei einzustellen.

Fünfzehn englische Minen haben in den letzten 24 Stunden an mehreren Stellen der dänischen Nord- eeküste die Bevölkerung in eine Panikstimmung versetzt. Eine bei Tyboroen angetriebene 1000- Pfund-Mine mußte durch die Minentruppen mehrere Kilometer von der Küste weggeschleppt werden, da eine Sprengung in der Nähe der bewohnten Küste zu gefährlich gewesen wäre. Bei B l o ck h u s verur- föchte die Sprengung einer anderen angetriebenen Mine durch die örtlichen Minensuchtruppen eine fo gewaltige Explosion, daß Sprengstücke bis zu 700 Meter weit weggeschleudert und Türen wie Fenster der umliegenden Gebäude eingedrückt wurden.

die Absicht hat, diesen britischen Störungsversuchen nachzugeben, sondern es als zweckmäßiger erkennt, die naturgegebenen Wirtschafsbe- Ziehungen z u Deutschland, das der größte und stetigste Abnehmer aller seiner Erzeugnisse und sein bester und leistungs- fähigster Lieferant ist, zu erhalten und weiter auszubauen.

Angesichts des natürlichen Ergänzungsstrebens der deutschen und rumänischen Wirtschaftskräfte ist es eine haltlose Unterstellung, wenn dieFinancial News" berichtet, daß das Ergebnis der letzten deutsch-rumänischen Wirtschastsverhandlungen nur durch einen starken politischen Druck Deutsch­lands auf Rumänien erzielt worden fei. Einen Gipfelpunkt unehrlicher britischer Berichterstattung bedeutet es aber, wenn man in London die Kursaufbesserung für die Derrech- nungsmark als eine einseitige Währungsbegün­stigung Deutschlands darstellt und von Rumänien glei^heVorteilefürdieenglischeWäh- rung fordert, obwohl das englische Pfund in Ru­mänien mit einer amtlichen Devisenprämie von 38 o. H. gehandelt wird und gerade dieser Zustand eine teilweise Anpassung des Verrechnungs­markkurses erforderlich machte. Daß neuerdings das englische Pfund infolge seiner, starken Abwertung und damit bedeutend verminderten Kaufkraft m Rumänien keine allzu beliebte Devise mehr darstellt, ist eine Tatsache, die nicht von Rumänien zu ver- Ueten, sondern Englands ureigenste Angelegenheit ist.

ReuerBcweis für die britische Sabotage in Rumänien.

N - uyvrk, 28. Dez. (DNB.) Der P r S f i b e n t ber Earnegie-Stiftung für den internatio­nalen Frieden, Murray B u H e r , übergab der Presse mehrerevertrauliche Berichte" aus euro­päischen Ländern. Der durch seine seit langem unter bem Deckmantel frommer Gelehrsamkeit betriebene

Berlin, 28. Dez. (DNB.) In der Londoner Financial News" erschien eine Würdigung der vor einigen Tagen zwischen Deutschland und Rumänien getroffenen Wirtschaftsver­einbarungen, die deutlich den Mißmut Eng­lands über dieses Ergebnis einer naturgegebenen und planvollen Wirtschaftszusammenarbeit zwischen dem Südosten und dem großdeutschen Markt er­kennen läßt. Unmißverständlich erklärte dieFinan­cial News", daß man in der Londoner Eity den Abschluß der neuen Vereinbarungen besonders des­halb unglücklich und bedauerlich empfindet, weil Großbritannien gerade die Notwendigkeit neuer Methoden in seinen Handelsbeziehun­gen mit Rumänien und anderen sudosteuropäischen Ländern einzusehen begonnen habe. Es sei nicht zu leugnen, daß durch das neue deutsch-rumänische Ab­kommen gerade in diesem Augenblick die Schwierig­keiten derjenigen britischen Kreise erhöht worden seien, die sich für eine stärkere britische Handelspolitik im Südosten eingesetzt hätten.

In Rumänien wird man diesem Londoner De- lauern zweifellos keinerlei besondere Beachtung chenken; denn man weiß dort viel zu genau, daß England seit vielen Jahren zwar immer wieder Versprechungen über die Erweiterung seiner Warenbezüge aus Rumänien abgegeben, doch nie aber auch nur teilweise an die Erfüllung ge­dacht hat. England hätte zwar immer schon gern einen erheblichen Teil des rumänischen Erd- ö l s übernommen, aber es war noch nie in der Sage und gewillt, einen einigermaßen fühlbaren Anteil an der landwirtschaftlichen Aus- uhr Rumäniens, besonders an der Weizen­ausfuhr, die für Rumäniens gesamte Wirtschafts, entwicklung entscheidend ist, abzunehmen. Das seit Kriegsausbruch festzustellende verstärkte Interesse Englands ist in Rumänien klar als Störung der ich vorteilhaft entwickelnden Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland erkannt worden. Rumänien hat durch das neue Abkommen bekundet, daß es nicht

antideutsche Hetze unverdächtige Butler berichtet, daß schon vor drei Monaten britische und fron» zösische Ingenieure nach Rumänien gingen, um im Falle von Verwicklungen dieOelquellenin Brand zu stecken.

Norwegen lehnt außenpolitische Abenteuer ab.

Eine Rundfunkansprache des norwegischen Außenministers.

Oslo, 28. Dezember. (Europapreß.) Eine deut­liche Absage gegenüber gewissen dunklen englisch- französischen Plänen zur Störung der skandinavi- scheu Neutralitätspolitik erteilte in einer Rund­funkansprache der norwegische Außenminister Koht. Er erklärte:Norwegen ist außerstande, irgendeine andere Politik als die Neutralitätspolitik zu führen. Norwegen hat feine aanze Landesver- teidiguna auf dieser Grundlage aufgebaut und jeg- l ich e Abenteurerpolitik tonnte ihm ver­hängnisvoll werden." Der Außenminister sagte dann, daß Norwegen sich aus ganzem Herzen dem Appell nach militärischer und humanitärer Hilfe für ein angegriffenes Land anschließe. Er schränkte je- doch diese, offenbar dem finnisch-russischen Konflikt geltende Anspielung, sofort wieder ein, da er hinzu- fugte, in dieser Hinsicht könne der einzelne Bürger vielleicht mehr als die Staatsbehörden tun. Sein« Ansprache schloß mit dem Bekenntnis:Die Außen­politik Norwegens kann stets nur ein« Politik des Friedens und der Neutralität fein."

OieOifziplin im brÜischenHeer

Klagen Oliver Baldwins.

London, 28. Dez. (Europapreß.) Der ältest« Sohn Lord Baldwins, Oliver Baldwin, stellt im Daily Herald" mit Bedauern das Nachlassen der Disziplin im englischen Heer fest. In dem Artikel heißt es u. a.:Das Grüßen ist schlapp, und die Offiziere scheinen nicht gewillt, Disziplin zu erzwin- aen außer gegenüber ihren eigenen Truppenein- yeiten. Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften treffen in öffentlichen Lokalen zusammen. Wo Ver­suche, die Disziplin zu verschärfen, unternommen werden, werden die Eltern und die modernen Sol­daten selbst klassenbewußt und bestehen darauf, daß der gemeine Soldat ebenso gut ist wie ein General. Er mag das wohl fein, aber kein Krieg wurde je­mals auf dieser Grundlage gewonnen. Wenn nichts geschieht, um die Disziplin hierzulande zu festigen, ürchte ich mich, daran zu denken, was an der Front passieren wird, wenn der richtige Krieg ein­mal losgeht."

Oliver Baldwin erläuterte dann im einzelnen, daß nach seiner Ansicht die Kasernenhofdisziplin das Wichtigste ist, um die Moral der Truppen unter chwerem Feuer aufrechtzuerhalten. Auch das Grüßen fei keineswegs überflüssig.Ich dachte selbst einmal", sagt er,es wäre überflüssig. Aber ich bin bei revolutionären Armeen gewesen und i ch W e j ß, welche Seite gewinnt die disziplinierte, diejenige, die grüßt." Baldwin kommt dann zu dem Schluß, daß für die Führung eines langen Krieges eine straffere Disziplin als die jetzt bei der englischen Armee bestehende not­wendig fei, wenn der Sieg errungen werden solle, und beruft sich zur Begründung auf seine eigen« Fronterfahrung.

tischen Reiches freudvoll begrüßen. Der Tag der Ver­geltung für diesen Vampyrstaat, der einem großen Teil der menschlichen Rasse nichts als Ruin und

annehmen, daß die Zahl der Toten, die durch die Aufräumungs- und Bergungsarbeiten zutage geför­dert werden, hoch in die Taufende geht. Sturm, Schnee und mangelnde Verbindungs- Möglichkeiten erschweren die Arbeiten außer­ordentlich. In dem Lrdbebengebiet stehen zahl­reiche Häuser in Flammen: die Brände find meist durch umstürzende Petroleumlampen hervorgerufen worden. Die Regierung hat ein gro­ßes Rettungswerk eingeleitet. Der Staatspräsident I n ö n ü hat feine Besichtigungsreise im Norden des Landes abgebrochen und ist in das Unglücksgebiet abgereisl. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Nationalversammlung ist ein nationaler Ausschu ins Leben gerufen worden, der Hilfsmaßnahmen einleilet und eine Geldsammlung veranstalten soll. Der Innenminister und der Minister für das Ge­sundheitswesen sind nach Ersindjan abgereisl. Nach Mitteilungen der Regierung ist die Zahl der Ob- dachlosen ungewöhnlich groß; es sei mit mehre­ren hunderttausend Menschen zu rech­nen, die unterstützt werden müssen.

Die westeuropäischen Erdbebenwarten melden, daß die Katastrophe seit Jahren dasschwersle Erd­beben gewesen sei. Die Marte in Neuchatel (West- Schweiz), die seit 20 Jahren besteht, hat noch nie ein so starkes Beben verzeichnet. Die berichtet wird, sollen am Mittwoch insgesamt 25 Erdbeben auf der Erde gezählt worden fein.