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Mittwoch. 29. November 1939

Nr. 2M) Zweites Blatt

Giessener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Aus dem Reiche der Krau

zu fein ein

beul) chiläuten!

oft Wunder getan hat.

Ser bunte Teller zum Weihnachlsfest

den

1. Advent alle Lichter anzünden, sondern jeder

Meta Brix

Roman von

CARL DUNC^ER VERLAG BERLIN

(Nachdruck verboten.)

14. Fortsetzung.

am Ad- alte alle

die Tage, desto zahlreicher und damit strahlender die Kerzen. Darum darf man aud) nicht geaen *" dien Brauch verstoßen und etwa gar schon

ventstag bedeutet: ein Licht mehr. Und der Braud) sagt weiter, daß dann am 4. Advent

Dior Kerzen ihr Licht spenden sollen bis die Sonne wieder leuchtet, deren Wiederauferstehung ja in

Franz von Moravitzky trat in das Hotelvestibül «und ließ sich bei dem Vertreter der Oelrafsinlerie Darinka" melden. Unter dieser Firma war heute morgen der Anruf gekommen, der ihn zu einer «efch östlichen Unterredung in das 5)otel bat. Er hatte zuerst einen Irrtum angenommen. Aber die Männerstimme mit der fremdartigen Aussprache hatte betont, daß man Herrn Franz von Mora- vitzky um eine Unterredung bitte.

löffel Milch. Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, kleine Kugeln formen und bei Mittelhitze backen.

Dicker P f e f f c r f u d) e n : 2Ö0 Gramm Apfel- gelec oder Honig, "250 Gramm Zucker. 500 Gramm Mehl, 60 Gramm Nüsse oder Äürbteferne, 30 Gramm Zitronat, 10 Gramm Orangeat. Etzpas Milch, 3 Teelöffel Gewürz, Pottasche gelöst in Rosenwasser, l Teelöffel. Honig und Zucker werden ausgekocht, die anderen Zutaten in die ausgekühlte Masse geben. Langsain mi|d)t mau das Mehl unter und gibt zum Schluß die aufgelöste Pottasche bar­unter. Der Teig wird nun fingerdick auf ein gefet­tetes und mit Mehl bestreutes Blech ausgerollt, mit Wasser oder Rosenwasser bestrichen, mit Zitro­nat verziert und goldbraun gebacken. Etwas ab* gekühlt, schneidet man in Stücke.

W e 11) n a d) t o ft o 11 e n : 1 Kilogramm Mehl, 60 Gramm Hefe, etwas 'Dlildj, 200 Gramm Zucker, 80 Gramm Fett, 250 Gramm Rosinen, 250 Gramm Korinthen, 80 Gramm Zitronat, 50 Gramm Nüsse oder Kürbivkeme, Zitronenschale, Salz. Don den angegebenen Zutaten stellt man einen Hefeteig her und läßt denselben aufgehen. Man formt einen Stollen In Form eines schmalen langen Brotes, macht der Lange nad) einen Einschnitt hinein und legt den Stollen auf ein Blech, welches vordereitet ist, und läßt den Stollen nodjmalo an einem mar­inen Ort aufgehen. Nad) dem Backen wird der Stollen nod) heiß mit Margarine bepinselt, bis er keine mehr aufnimmt, dann dick mit Zucker beliebt.

K ürbisstollen : I Kilogramm Mehl, 2 Kilo- gramm Kür di 1 . Vilci Wld) rcuhlul) .' >>> (tlrmmn Zucker, 65 Gramm Margarine, evtl. Fett, 125 Gramm Rosinen, ab geriebene Zitronenschale, 40 Gramm Hefe, etwas Salz. Der Kürbis wird ge- schnitten und mit dem größeren Teil der Mild; weichgekocht, durch ein Sieb gerührt und Fett, Zucker, evtl. Zitronenschale hinzugeben. Die Hefe hat man mit der Übriggebliebenen Mild) und einem Eßlöffel Mehl und einem Löffel Zucker zum Gehen gebradjt. Dieses Hefestück rührt man mit dem lauwarmen Kürbis und der größeren Hälfte des Mehles zu einem Teig und läßt diesen gehen. Dann wirkt man den Teig mit dem übrigen Mehl aus, formt den Stollen und läßt ihn noch ungefähr y Stunde gehen. Backzeit 1 bis 1 M Stunden. Der Stollen wird heiß mit zerlassener Butter bestrichen und mit Zucker bestreut.

gemäßer Aufbewahrung. Es kklngt wie ein Mär­chen, daß man noch gut eil)altene Stücke uon Honig­kuchen in ägyptischen Mumiengräbern gesunden hat, die den Toten als Liebesgabe ml (gegeben waren. Aber so weit brauchen wir nicht zu denken.

Wer Anfang August die B i e n e n w i r t s ch a f t - li d) c Leistungsschau l n Oberursel im Taunus besuchte, konnte Reste von Honigkuchen ans den Jahren 1915 und 191(5 sehen. Erst waren sie nur vergessen, bann, als der Kuchen einige Jahre alt war, wurde die Sperre darüber verhängt, um zu sehen, wie lange er sich wohl halten würbe- Er ftanb im Schrank im Wohnzimmer Sommer und

Vaül Hvmakuchen fürs Feld!

Don Krida Aisch.

Er mußte lachen. Nun wurde sie auf einmal neugierig. So sind die Frauen. Er zuckte die brei­ten Schultern.Ja, das haben Sie natürlich längst wergessen, daß Sie mir in Wien einmal in die Arme liefen!"

Das waren Sie?"

Das war ich!"

Nun lag wirklich ein Lächeln um den schönge- ffchwungenen Mund. Luise erklärte:An diesen Zu- ssammenstoß erinnere ich mich natürlich. Ich kam «von Balthasar Jäckel. Ich hatte so unruhige Tage lhinter mir. Und da hatte mir Jäckel eben die Hoff­nung gemacht, vielleicht bei Ihrem Herrn Vater in Berlin diese Stellung zu erhalten. Ich war so froh darüber ... Und das also waren Sie! Welch ein Zufall ..."

Und wo wollen wir nun bei einer Tasse Kaffee weiter über diesen merkwürdigen Zufall sprechen? Denn hier am Bahnhof Zoo kann ich mit dem Wagen nicht festwachsen!"

Luise bekam wieder ihr ernstes Gesicht. Sie bat: -.Ditte, fahren Sie mich nach Hause, Herr Doktor. Bur ein paarmal um die Ecke. Budapester Straße."

Na schön ... wie Sie wollen ..."

Der Wagen hielt vor dem Hause. Der Blick Helt- felbs ging über die Fensterreihen.Und wo woh­nen Sie hier?"

Meine Wohnung liegt sehr nah am Himmel , Jagte Luise.Im fünften Stockwerk. Die Böden find Daneben. Dafür aber ist die Miete preiswert/

Sie reichte ihm die Hand:Auf Wiedersehen bei ider Arbeit, Herr Doktor. Und schönen Dank!"

Buntzucker bestreuen.

Braune Pfeffernüsse: 250 Gramm Si­rup, 125 Gramm Zucker, 500 Gramm Mehl, 80 Gramm Fett, 20 Gramm Pottasche in 2 Eßlöffel Nosenwasier gelöst, 1 Eßlöffel Gewürz, 30 Gramm Zitronat. Guß: 150 Gramm Puderzucker, 2 Eß­löffel Zitronensaft. Der Sirup wird mit dem Zucker und Fett aufgekocht. Wenn abaekühtt, gibt man die Gewürze dazu und knetet mit dem Mehl gut durch. Man formt fingerdicke Rollen, schneidet davon 1 Zentimeter dicke Stücke ab. rollt sie mit der Hand zu kleinen Kugeln und bäckt sie bei schwacher ^Steinpflaster: 150 Gramm Sirup, 100 Gramm Zucker, 500 Gramm Mehl, 30 Gramm Fett, 80 Gramm Nüsse oder Kürbiskerne, 10 Gramm Ge­würz, 25 Gramm Zitronat, 1 Eßlöffel Rosenwalser, 1 Päckchen Backpulver. Guß: 100 Gramm Puder­zucker, 1 bis 2 Eßlöffel Wasser oder Zitronen- Sirup, Zucker unb Fett werden aufgekocht. Man mischt das Mehl mit den Zutaten, rührt den ab­gekühlten Sirup dazu und knetet gut durch. Der Teig muß 1 bis 2 Wochen ruhen. Dann formt man kleine Kugeln, fetzt sie dicht neben einander in Ringformen, die auf einem vorbereiteten Blech liegen und bäckt sie langsam. Noch warm bepinselt man sie mit einem Zuckerguß.

Kügelchen: 2 Tassen Mehl, 2 Tassen Zucker, 2 Tassen finferflotfen, 2 Päckchen Vanillezucker, IVe Päckchen Backpulver, 60 Gramm Fett, 2 bis 3-

Fett oder Margarine, etwas Mild), abgeriebene Zitronensd)ale, 375 Gramm Mehl, 15 Gramm Backpulver. Fett, Zucker und Eigelb werden fdyaumig gerührt. Dann gibt man die übrigen Zutaten dazu unb knetet den Teig, formt die Zeichen und Sinnbilder für den Weihnachtsbaum unb bäckt sie goldgelb. Das fertige Gebäck mit einem Zuckerguß bestreichen unb mit

Porzellangefäßen verpackt, durchziehen kann.

W e i h n a ch t s b a u m g e b ä ck : 50 Gramm

125 Gramm Zucker, 1 Ei,

hatte Mm-amtzkl) gebad)!. Man fonnte ja mal zusehen. Obwohl ihm nicht klar war, was er mit einer Ölraffinerie zu tun haben sollte. Aber in seiner Kasse war vollkommene Leere. Mehr als das ... er hatte Schulden. Und die Aussichten auf den in Arbeit befindlichen Filmenlwurf waren aud) gleich Schlössern, die im Monde liegen ...

Der Fahrstuhl brachte ihn nach oben.

Dort trat ihm in dem bezeichneten Zimmer ein kleiner, schmückstiger Mann entgegen. Die Augen lagen im Schatten einer Brille. Seim; Bewegungen waren ijaftig.

Herr von Moravihky ... es freut uns ...

Uns? Richtig ...da war ja noch jemand im Zimmer. Moravitzky fah sich einem hochaewachfenen, dunklen Mann gegenüber, mit einem scharf gepräg­ten Gesicht.

Dieses Gesicht hatte er doch schon gesehen ... diese hakenförmige Nase ...

Wir kennen uns bereits, Herr von Moravitzky. Allerdings nur vom Sehen ...", sagte Joso Zaduk und bot dem Gast mit kühler Höflichkeit einen Stuhl an. Die Hand reichte er ihm nicht.Ich sah Sie vor ein paar Jahren in München."

Möglich", erwiderte Moravitzky.Ich habe In München gefilmt."

Juso Zaduk schüttelte den dunklen Kops.Nickst im Film ... tote werden sich erinnern ... Sie waren in Begleitung einer Dame. Es war im Malkasten'. Und später traf ich Sie dann wieder. Im Orient-Expreß."

Eine Handbewegung des kleinen Mannes.Wir find die Brüder Zaduk. Unsere Geschäfte befinden sich in Belgrad und Jablanac."

Moravitzky war im Bilde. Er preßte die Lippen 3Umitnrocitmännlfd)er Gelassenheit sprach Joso Za- duk weiter:Es gibt im Leben sonderbare Zufalle, Herr von Moravitzky ... man kann in unserer Affäre sagen ..."

,Lch verstehe nicht", warf Moravitzky ein ... was heißt in unserer Affäre .

Zaduk hob die HandSie werden mich sofort verstehen ... man kann in unserer <5aty schon von einer Kette von Zufällen sprechen ...?'

Er klappte das silberne Etui auf.

Moravitzky erkannte es sofort. Er hatte es seit jener Fahrt im Orient-Expreß vermißt. Es trug ferne Initialien ... klar und deuttich die verschlun­genen Anfangsbuchstaben seines Namens.

Eisern bezwang er sich. Nur das Lächeln, mit Dem er nach der Zigarette griff, war ein wenig "'sofo Satnrt zog etn wenig di« Augenbrauen hoch

der Christnacht beginnt Wer die Adventskränze noch besonders schmücken will, kann den Kranz an der Deckenlampe mit goldgelben oder roten Bän­dern befestigen, die gleichfarbigen Bänder durch das Tannengrün winden und sie yerunterhängen lassen und auch die Kerzen in der Farbe der Bänder aus- wählen. Auch hier spricht alte Sitte. Das rote Band

B. gilt als ein Symbol der Freude und Gesund- heil Seine Verwendung hat den Sinn, daß sich der Lebensstrom zur Weiynachtssonnenwende wieder verjüngen und erneuern möge.

Für die Kinderherzen sind vielleicht die Advents- ovfel noch wichtiger als die Kränze. Adventsäpfel, die ganz oesonders auf dem Lande üblich find, leiten ebenfalls ihre Bedeutung aus der Vergangenheit unseres nordischen Volkstums her. Der Apfel ist das Wahrzeichen Freyas, der mütterlichen Göttin, die zugleich Hüterin des Hausfriedens und Förderin des fruchtbaren Wachstums darstellt. Diese Advents- npfel, die im bäuerlichen Haushalt natürlich schon bei der Ernte für ihren Zweck zurückgelegt werden, umwindet man mit Tannen grün und mir Zweigen vom Lebensbaum. Vielfach werden auch noch reife Gctreideähren durch das rpinterllche Grün gefloch­ten, wie ein stilles Gebet um eine gute Ernte. In den Städten hat der mit Tannengrun umwundene Adoentsapfel meist nur eine eintägige Lebensdauer, denn bald wird er zum Bratapfel eine Delikatesse für die Kleinen.

Zum Adventsfest gehört aber auch, wenn auch nicht unmittelbar, der Sankt-Nikolaus-Tag der Tag der Kinder. Gibt es einen schöneren Sinn, als die alte Auslegung, daß am Nikolaus-Tag der hei­lige Nikolaus auf die Erde herniedersteigt, um feine weihnachtliche Wanderung durch das Land zu be­ginnen? Und ebenso alt ist der Brauch, den guten Nikolaus mit Sack und Rute verkleidet In die Kin­derschar zu führen und die Kinder anzuleiten, ihre Schuhe in der Nikolaus-Nacht vor die Tür zu stellen, damit der Heilige die artigen Kinder be­lohnen könne. Phantasievegabte Mütter haben dem

Winter In einer Blechschachtel. 'Als Id) den Preis­richtern sagte, daß er noch ganz aut fei, nur bia Gewürze etwas adgedompst, erklärten fic mir nach dem Kosten:Was? Der soll fad schmecken? Der ist ja noch ganz vorzüglich! Gerade wie vor kur­zem gebacken." lind der Pfefferkuchen erhielt 100 Punkte. Dabei war er gar nickst so besonders gut aufgehoben. Er fristete Jahr um Jahr sein Däfern in ocr bald kalten, bald warmen Stube.

Ein anderer Kuckten allerdings enthielt er nur reinen Honig, und das mar das Geheimnis feiner Haltbarkeit, obwohl er lehr kriegsmäßig war, wurde Im Weltkrieg für die Feldfoldalen gebacken. Dieser Kuchen sollte Weihnachten zu den Feldgrauen an die Westfront kommen. Mein Bruder mar aber schon weiter gerückt und der Kuchen mürbe nach- gesandt. So solgte das Päckchen, es wog nur 500 Gramm, von Frankreich nad) Rumänien, von dort nach Frankfurt an der Oder, dann nad) Rußland, bann nad) Belgien und Frankreich und kam dann.

Zielidewußte Vorratswirtschaft ist von jeher der Stolz jeder Hausfrau, und weife Voraussicht ist immer am Platz. Darum heben wir auch alles auf, was mir Haltbares auf untere Karten bekommen und nicht gleich benötigen. Oder wir arbeiten es zu Dauerware um. Eine der wichtigsten unb halt­barsten Dauerwaren ist guter Honigkuchen. Er ver­langt weder Fett noch Eier, wenn überhauvt, dann nur verschwindend wenig. Viele Gewürze sind auch nicht nötig. Eine reiche Honigernte setzt uns instand, dies Jahr reichlich davon Vorrat zu backen. Mehl steht uns ja genügenb zur Verfügung. Die Aalt- barfeit bes Honigkuchens ^ist unbegrenzt bei fach-

Adventszett.

Wenn die Erwachsenen über naßes kaltes Wetter uttb trübe Tage klagen, dann beginnt für die Kin­der die schönste Zeit: Dorweihnacht. Und wenn dann gar am 1. Adventstag die Mutter das erste Licht entzündet, erhalten all die sehnsüchtigen Kin­derherzen die Gewißl)eit daß Weihnachten nun end­lich zum Zählen nahe ist.

Diese Vorweihnachts- oder Adventszeit sollte nie- mand vergessen, festlich zu gestalten. Es ist ja so einfach, den in dieser Zeit ausgeschlossenen Kinder­seelen durch kleine Ueberraschunaen und Geheim­nisse Freude zu schenken, die wieder auf die Er­wachsenen auch in Kummer und Sorge wärmend zurückstrahlt. Das Adventsfest zu feiern, braucht man aud) nicht einmal große Geldausgaben zu machen', sondern es gehört nur dazu etn wenig Ueberlegung, frauliche Geschicklichkeit und die Liebe der Mutter.

Undenkbar wäre die Adventszeit ohne einen Ad­ventskranz oder einen Adventsleuchter, den man fich, will man sparen, auch allein aus Tannen bin­den kann. Man benötigt dann nur vier Lichthalter für die vier Adventslichte. Der Adventskranz ist «in uralter Brauch, der erfreulicherweise in den letzten Jahren in Stadt unb Lano wieder seinen Einzug gehalten hat. Die W.chte haben eine tiefe Bedeutung. Sie sollen uns in der dunkelsten Zeit des Jahres köstliche Helle spenden. Und je dunkler

Nikolaus-Tag noch eine kleine Zugabe in seiner Bedeutung gegeben. Sie haben erfunden, daß Ni­kolaus den weniger artigen Kindern vom Nikolaus-

Anch diese Weihnachten wollen wir nicht auf unseren bunten Teller verzichten. Schon um unserer Kinder willen, denen wir aud) in der jetzigen Zeit ein schönes Fest bereiten wollen, und für sie gehört nun einmal süßes Backwerk unb Weihnachten zu­sammen. And) die Soldaten im Feld freuen sich über etwas heimatlick) Backwerk. Es ist höchste Zeit damit zu beginnen, gewinnt doch das mente Gebäck, wenn es kurze Zeit in Blechdosen oder

uni) sprach weiter: ->,Ja ich sah 1 le also MJttft In München ... in Begleitung biefer bildschönen Frau ... später erfuhr ich, es war ihre Filmpart­nerin ... Luise Doinfat ..."

Ick; möchte ihm die Faust in das Gesicht fdjlagen, dachte MoravUky in zitternder Wut. Dteffll Mensch sollte Luise aus dem Spiel lassen!

Er war neugierig, was nun kommen sollte.

Der andere sprach weiter:Dann fuhren wir zu- jammen im Zug. Sie werden sich erinnern ... Sie kamen in letzter Minute ... Sie hatten das Abteil neben dem meinen. Auch die Domrat war im Zuge. Aber sie saß weit entfernt von uns."

Ich versteh nicht, Herr Zaduk. Sie erzählen da Geschichten, von denen ich beim besten Willen nichts "'Oh, Sie werden sich [oglcich erinnern. Sie müs­sen sofort bei der Ankunft In Wien den Zug verlas- len haben. Aber Sie neiloren bei hem . .. bei hem Besuch in meinem Abteil Ihren Zigarettenbehäl- ter ..."

Er hielt spielerisch die flache, silberne Tasche mit Moravitzkna Monogramm in ocr Hand.Dafür aber nahmen Sie meine Brieftasche mit!"

Moravitzky sprang auf:Was fällt Ihnen ein! Ich verlor dieses Etui ... aber ich weiß nicht, wie Sie dazu gekommen sind!"

Zaduk zuckte nachlässig die Achsel. Sein Ton wurde herablassend, aud) eine Drohung war nun darin:Sie Haden mich bestohlen, cherr! Die 'Be­im-ife dafür sind in meiner Hand. Und wenn Sie mir das nicht glauben wollen, können wir uns mit der Berliner Kriminalpolizei in Verbindung setzen!"

Der Schauspieler war erblaßt. Er sah zu dem anderen Zaduk hinüber. Der war zu dem Telephon- apparat getreten und hob wie gedankenlos den Hörer ab. Ein leise summender Ton war zu hören.

Der hagere, dunkle Mann sprach weiter:Ich würde Ihnen doch empfehlen, es nicht auf eine polizeiliche Untersuchung an kommen zu lassen. Um so weniger, als ich die Absicht habe, Ihnen eine ... nun jagen wir eine private Wiedergutmachung vor­zuschlagen."

Sie sind sehr freundlich, Herr Zaduk", sagte MoraMky ironisch.

Zaduk wollte weiterkommen:Ich denke, wir ver­ständigen uns. Sie könnten uns vielleicht einen gro­ßen Gefallen leisten, Herr von Moravitzky!"

Kara Zaduk trat näher. Er schob die flhnbc nach, lässig in die Hosentaschen, so ging er ein paarmal im Zimmer auf unb ab.

Vielleicht kommen Sie nun endlich mit der Sprache heraus, meine Herren", sagte Franz von

Moravitzky im......Ile ....... alle Geliiffenheit imebrr-

gefunden. , , ,u

Kara Zaduk blieb vor ihm stehen:Hören Sl« zu: wir sind über Sie und auch Wer Ihre Part­nerin unterrichtet. 'Bei dem Diebstahl damals steckt« ic natürlich mit Ihnen unter einer Decke!"

Lassen Sie die Frau ans dem Spiel!" schrick Moravitzky wütend.Sie hat mit der ganzen Ge. chichte nichts zu tun! Ich befand mich in einer Zwangslage, ich weiß heute selbst nlck)t mchr, irrte ich mich zu dem Diebstahl hinreißen lallen kannte. Es ist eine Gemeinhett, anzunehmen, daß 5rau Domkat---"

Vielleicht mäßigen Sie sich!" warf Joso Zaduk ein.

Sein Bruder sprach weiter:Wir sind darüber unterrichtet, daß die Doinfat jetzt die Privatsekn. lärin de» bekannten Parfümeurs Heitfeld ist. Ste elbst sind aus dem Film ganz heraus. Haben also wahrscheinlich im Augenblick nicht gerade glänzende Verbienstmöglichkeiten ..."

Ich verbitte mir ..."

Herr von Moravitzky, wir haben die Absicht, Ihnen einen lehr annehmbaren geschäftlichen Vor­schlag zu machen."

Ich bin außerordentlich neugierig, meine Her- renl" meinte Moravitzky. Jetzt kommt eo wohl nur daraus an, wer klüger war diese beiden ober er.

Jetzt halte er eine nachlässige Handbewegungr Ich bitte ... reden Sie nur weiter ..."

Joso Zaduk wurde ungeduldig. Sein Bruder mackste zu viele Umstände. Er sagte:Klipp und klar, mein Lieber Uns interessiert rin Geheim­rezept her Firma Heitfeld, das Rezept zu diesem neuen MvdeparsümInkognito", Sie werden uns burd) Ihre Beziehungen zu der Doinfat dieses Rezept verschaffen! Und damit wären wir fozu- qirittr

Weiter haben Ste feine Wünsche?" fragte Mo- ravitzfy mit einer unheimlichen Ruhe.

Diese Forderung zu erfüllen, dürste nicht einmal fchwtl r ui"

Jetzt fetzte sich Franz von Moravltzfy behaglich zurecht. Mit feinem schönen, leichtsinnigen Gesicht sah er von dem einen der Brüder Zaduf zu dem anberen und fragte liebenswürdig, als Jagte et Ihnen eine AnnehmlichfeU:Was würden Ste lagen meine Herren, wenn Id) Ihre niederträchtige Aul- forbening sofort der Polizei melde?"

Joso Zaduf lächelte zurück:Wie da», Herr von Moravitzky? Eine kindliche Annahme. Könnten Sie denn Ihre Angaben beweisen? Ich glaube kaum, daß Sie dazu in der Lage wären."

(Fortsetzung folgt)

Der brennende Adventskranz, Bratäpfel, Tannen- grün und Lebkuchen das find die echten Sinn­bilder der Borweihnacht. Dann bleibt nur noch ein

Da« Lichtbild im weHnachttichm zeidpoitpMchea.

Weihnachten steht vor der Tür und jede deutsche Frau und Mutier spart und überlegt, um hinaus ins Feld möglidift viele und schöne Dlnjo zu teUe den, die den Gatten ober Bruder, Sohn oder Baler so recht van Herzen erfreuen. Wochenlang sitzt sie und strickt, häkelt, stickt, fdjafft Warmes und Praktische-, für den geliebten Feldgrauen herbei, damit er eine recht große Freude am Weihnachts­abend habe. Wenn nun aber unter den Herrlich« l ich keilen auch nod) ein Bild heVoorlugt, ein Licht- bild, das bem deutschen Soldaten so recht die Fa­milie vor 'äugen führt, bann wird feine Freude doppelt groß fein. Besonders die Kinder lleaen dem ernmeilenben Vater am Herzen, am meisten die ;anz Kleinen, bereit Entwicklung er nur ans Bris­en verfolgen kann. Verändert sich bock, bas Klein- lud saft täglich, nimmt zuan Weisheit und Verstand". Und schließlich kann er fld) trotz aller ausführlichen Berichte von bahelm nicht ganz genau oorflellen, wie wohl das Jüngste heute ausfeben mag. Dafür gibt es eben Lichtbilder! Wenn das Baby auch nod) fo klein ist, die heutige Photo- fünft bringt von ihm mit viel Geduld unb richtiger Beleuchtung ein sprechend deutliches 'Bild zuwege. Reizend madjt sich auch eine Serienphotograplste, die man kunstgerecht auf einen Karton kleben lassen kann. Dazu eignen sich Bilder verschiedener Stel­lungen. ja sc gar in Zeitabständen ausgenommen. Aucy solche, die man mit einem kleinen Apvarat selbst In unbeobachteten Augenblicken ormi djtev Schttapvschüsse, die meist die natürlichsten, reizend­sten sind, eignen sich ausgezeichnet dazu, besonders, wenn sie so scharf auf genommen wurden, daß mau [le vergrößern lassen kann. Ein Dalum aus dem Karton zierlich In Rundschrift geschrieben -- hält die Erinnerung an den Tag der Ausnahme fest.

Seien wir [roh, daß die heutige Lichtbildner ei ji> weit Ist, wirklich schöne, nnturaetreue Ausnahmen zu schassen; denn was wir im Bild vor uns sichen, wird unvergessen bleiben. Nack) Jahren noch wird man sich gern der kleinen Szene erinnern, die ein Lichtbild festhtelt Unterläßt man ab« otfonbiti das Kleinkind zu photographieren, so kann man das nie wiebel nachholen, wen ja mit jedem 9 afl ", feinem jungen Leben eine Veränderung Vervoll­kommnung vor sich gehl. Gern werden ole Ettern In späteren Jahren bem Kinde Bilder aus jüngster Jugend zeigen und sick) selbst auf die schöne Zett besinnen. Es gibt wohl fein Wort, das wahrer man al bli fee ®t inm i una ist das ein itgi Da» rablcfl, aus dem wir nicht vertrieben werden können!" H. v. L.

tag dis zum Weihnachlsfest noch eine kurze Frist Wunsch offen, damit ben Kinderherzen das Wunder geben will, um Muttis artiges und folgsames Kino bes srohllchen, seligen^ Weihnachlsfesles zur Orful zu sein ein praktischer Adventsbrauch, der schon lung wird: der erste Schnee. Und dann mögen die oft Wunder getan hat. Glocken den Heiligen Ai