Ausgabe 
29.3.1939
 
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zr r Einnahme zu spät. In der Universitätsstadt von ütat ib fraß sich der Angriff fest.

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t, -unter den schwierigsten Umständen den hero- Widerstand leisteten, zur Hilfe zu eilen. Die- seitverlust, der in der Befreiung von Toledo ru Berechtigung fand, hatten die Bolschewisten I atzt. Waffen, Munition und die ersten inter- I timalen Brigaden von der katalanisch ° franzö- Ichni Grenze aus nach Madrid zu werfen und

Uabt in Derteibigungszustanb zu versetzen. Als Ifctros Truppen bann schließlich Anfang Novern- Isr S36 vor ben Toren Madribs stauben, war es

efyn' Jn Februar 1937 gelang es ben nationalspani- schön Truppen, zusammen mit italienischen Freiwil­lig liHrichrrnationen, Malaga zu erobern und die sg' Mitcmeerküste von Algeciras dis über Malaga iQL hitzar- von den Roten zu säubern. Halbwegs zwi- samn Malaga und Almeria wurde der Angriff ab- gerort^en und eine neue Offensive nord- von Madrid von Siguenza aus über e L Gfsad lajara nach Madrid angesetzt. Die Hoffnun- QQQI geai, ie man auf sie gesetzt hatte, Madrid damit zu erV FM jn bringen, erfüllten sich nicht. Der Angriff > g bliWinfolge schlechten Wetters, grundloser Wege [J uniü irrer geschickten Flankenoperation des inzwi- . WN JUM Befehlshaber von Madrid ernannten g ro reu'Generals Miaja, kurz vor Guadalajara m £ ftellfei und ein Teil des eroberten Geländes mußte j ViM dem Feind überlassen werden.

Eitt jetzt erkannte man auf der nationalen Seite, d>! »ie Erhebung zum Krieg geworden war, der in !<er bisherigen Improvisation nicht weiter- Ijüiit werden konnte. Man entschloß sich daher r Bildung einer ordentlichen Streitkraft, also ins- IjoiDere Aur Organisation eines Heeres,

. is :oen Anforderungen dieses Krieges gewachsen sc n iollte. Mit der tatkräftigen Unterstützung ita- li inrcher und deutscher Freiwilligen-Organisationen eine der größten Leistungen, die je in einem Mrcriigen Kriege vollbracht worden ist: die Auf- stlUu.g einer etwa 750 000 Mann starken Wehr- mmd) unter Weiterführung des Krieges an allen Fh>n»n. Damit aber war die Improvisation be- enütt und der organisierte Krieg nahm semei Anfang.

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: st! französischen Grenze führte. Damit hatte Miez in Spanien praktisch sein Ende gefunden.

Weitgehende Förderung

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Wchtstagen 1938 ihren Anfang nahm und zur hrne von Barcelona und der rest- ganz Kataloniens

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noi Itai kurzer Pause entschloß sich die national- spcMipe Führung, den roten Streifen an dii b ac Dl o r b f ü st e zu beseitigen. In unglaublich nn(i schltailiigem Gelänbe gegen einen sich tapfer unb heix,;W ixteibigenben Gegner fast pausenlos kämpfenb, W ermtren Francos Truppen Bilbao und waren d mi ge Ad im Begriff, den Vormarsch auf S a n t a n°

itui T^iLsr ergab sich das Bild, daß die nationale Agck Mrl^ck sich langsam in den Angriff verwanbelte. is Si'Im :stiersten Ringen würbe Rot Meter für Meter ,ur 3urm<fp brängt und die alte Lage einigermaßen L[r, wie'H »Lkgestellt. Hierbei aber hatten die Kämpfe ::rKl beniteaher einer ausgesprochenen Zermürbungs- schlcä<himngenommen, die schließlich zu einem Still- stamdd-s Kampfes führte. Die nunmehr eingetretene stnoenützte General Franco zum Aufbau der m imnd entscheidenden Offensive, die in den

, ß Tragbare Mieten.

Keine Preissteigerungen.

M Wscili n, 28. März. (DNB.) Der Reichsausschuß E fürMchgemeinnützige Wohnungswesen hat sich untere ti-m Vorsitz des Schirmherrn der deutschen i^Bauivc:iine, Staatssekretär Dauser, eingehend mit Mder « des Wohnungsbaues und insbesondere des M Arb«kvvohnstättenbaues befaßt. Der Reichsaus- lhe,? schuw- hält es aus sozial-, staats- und bevölkerungs- M poliA'hTin Gründen für dringend erforderlich, daß lei der Lkeiterwohnstättenbau auch im Jahre 1939 in nebeln den sonstigen vordringlichen Reichsaufgaben ,i dim zu Gebote stehenden Mitteln und auf Ebreitiei Grundlage gefördert wird. Der Reichsaus- schuU.vsist nachdrücklich auf die Notwendigkeit hin, , [1 für MFörderung des Arbeitswohnstättenbaues 1939 )e'i^ biuiiuici enb Arbeitskräfte, Baustoffe und Äte bitiuttel bereitzustellen. Zur Vereinfachung und 'rr Vereinheitlichung ist dafür Sorge zu tragen, . ^ daß Vb'. notwendigen amtlichen Entscheidungen mög- dsj sichstirmvon einer Stelle getroffen werden. Die Ein- und Lohnverhältnisse breiter Schichten h^.beut^dn Volksgenossen machten einen verstärkten M EinW «öffentlicher Mittel zur Herbeiführung ^/tragbricr Mieten und Lasten zur zwingenden Not- X l.toenbUrktt. Aus diesem Grunde muß auch von allen c^AustMgcrbern gefordert werden, daß sie in keiner , ^"Wei s-einer Preissteigerung Vorschub leisten; sollten twtzdem weitere Preissteigerungen versucht U- werdte, so muß bei Bauten jeder Art rücksichtslos dageWu worgegangen werden. Die gemeinnützigen ^ji WohMAiisunternehmungen und die Organe der ftQatClic?: Wohnungspolitik gewährleisten die rei- Durchführung dieser notwendigen Aufgabe.

echi biei-.r lortgusetzen, als ein roter Einbruch an der Jjrer, M'9bvofront, durch die Einnahme von Bru- naä; ii cd l die Operationen im Norden zum Stillstand spo^ brdf) Starke Kräfte wurden nach Süden gewor- oHo '« i unerhört schweren Kämpfen gelang es ihnen, n zusninnen mit den dort befindlichen Truppen, den ie,:Gk* zu werfen und die alte Lage wiederher- .' ' zusirslin. Unmittelbar darauf wurde der Kampf im wieder ausgenommen, Santander er- jriC;.".obellri,i£) ü i e b o befreit unb in Gijon die rot- gÄÖlrcE Flagge gehißt. Damit war auch der letzte v der Roten im Norden eingenommen, und

. die i Mionalen Kräfte waren frei für neue Auf- W qaEten

I sie-Nationale Führung stellte ihre Truppen zu qEn]7 etn:n m e u e n Offensive im Raum UM kslki Z tzirizg o z a gegen Katalonien bereit. Als e51 die Men Kämpfe dort erfolgreich im Gang waren Ui. uniri .ierida gefallen war, stoppte ein neuer Arofn: Angriff auf Teruel die national i spaÄscgen Pläne. Zn harter Abwehr kämpften die natMlispanischen Truppen im Winter 1937/38 gegtzA ioen eingebrochenen Feind. Mit der Zurück- croWmg von Teruel aber verwandelte sich die X 2101101- in den Angriff, der Francos Trupven \ durWßen ließ bis zum Mittelmeer bei Castellon

unbl 'Imaroz. Der sich aus dieser Lage ergebende , opentoe Entschluß, Valencia anzugreifen, ®\. muuleüin seiner Durchführung wiederum gehemmt durH äne kraftvolle Offensive der Roten r i mi u ter en Ebrobogen, die Franco zwang, erhytlche Kräfte von der Levante abzuziehen und p naätz lintalonien zu werfen.

Keine Verfemung der Vorbestraften.

Veichsleiter Bouhler über die Arbeit der Abteilung für strafrechtliche Gnadensachen.

Berchtesgaden, 28. März. (DNB.) Auf einem Lehrgang des Reichsrechtsamtes in Berchtes­gaden für die Gau- und Kreisrechtsamtsleiter sprach der Chef der Kanzlei des Führers, Reichsleiter Bouhler. Nirgends, so sagte er, werde mehr für das Schicksal des einzelnen Menschen getan, als in unserem Reich. Das Glück und die Wohlfahrt des einzelnen fei die Voraussetzuna für das Glück und das Wohl der Gesamtheit. Die deutschen Menschen sehen im Führer nicht nur den politischen Führer der Bewegung, sondern darüber hinaus den Vater des gesamten Volkes.

Die A b t e i l u n g f ür st r a f r e ch t l i ch e Gna­de n f a ch e n hat als einzige Stelle der Bewegung den einheitlichen Standpunkt der Partei auf dem Gebiet des Gnadenwesens zu vertreten. Wir Natio­nalsozialisten sehen in der Bestrafung ein Sch utz- mittel des Staates und der Gemeinschaft vor Menschen, die das Gemeinschaftsleben schädigen oder untergraben können. Wir sehen aber keine Re- van che für eine Tat darin. Gegenüber asozialen Elementen wird mit der wünschenswerten Härte vorgegangen. Die nationalsozialistische Bewegung

hat jedoch fein Verständnis dafür, daß ein Mann, der wegen eines an sich geringfügigen Delik­tes einmal kurze Zeit eingesperrt war, für fein ganzes Leben verfemt und verachtet ist. Wir können es uns in Deutschland nicht leisten, daß wir Tausende von im Grunde tüchtigen Volks­genossen einfach ausschalten und damit praktisch auf ihre Arbeitskraft verzichten. Es müssen Mittel und Wege gesunden werden, um mit dieser grundsätz­lichen Verfemung der Vorbestraften zu brechen. Wenn ein Volksgenosse durch die Tat bewiesen habe, daß er wieder ein anständiger Mensch werden will, dann muß man ihm auch d i e Möglich­keit aeden, dies für die Zukunft zu beweisen. Wenn Arbeiter oder Angestellte nach Bekanntwerden einer Vorstrafe entlassen werden, so kann das von uns unmöglich gebilligt werden. Selbstverständlich kann man einen Kassierer, der Geld unterschlagen hat, nicht wieder.als Kassierer verwenden, aber es gibt noch andere Beschästigungsarten, in denen sich dieser Mann nutzbringend für die Gemeinschaft be­stätigen kann.

Das neue litauische Kabinett.

K o w n o , 28. März. (DNB.) Soeben ist die Zu­sammensetzung des neuen Kabinetts bekanntgegeben worden: Ministerpräsident: Brigadegeneral Ionas Cern ins; Stellvertr. Ministerpräsident: Bi- z a u s k a s (der bisherige Direktor der Rechtsabtei­lung im Außenministerium); Justizminister: Dozent Antanas T am o sa i tis; Außenminister: U r b = sys; Innenminister: Brigadegeneral Skucas (bisher Chef der Kriegsschule, bis vor kurzem lang­jähriger Militärattache in Moskau); Finanzminister: General der Reserve Gutkus; Bildungsminister: Dr. B i st r a s (Führer der christlich-demokratischen Opposition); Landwirtschaftsminister: Dr. Krik- sciunas; Verkehrsminister: Germanas; Lan­desschutzminister: Oberst Mustei kis.

Die Zusammensetzung zeigt, daß auch die außer­halb des Tautininkai-Verbandes stehende O p p o - silionsgruppe in das Kabinett mit einbezogen wurde, und zwar durch Bizaufkas unb Dr. Bistros, die zu ben Christlich-Demokraten gehören, sowie burch Dr. Kriksciunas. Damit ist also ein Koali - tionsfabinett zustanbegekommen. Die neue Regierung, die zum ersten Mal feit dem Bestehen Litauens von einem aktiven hohen Militär gebildet wird, hat in der litauischen Oeffentlichkeit großes Aufsehen heroorgerufen. Ihre Hauptaufgabe werde es fein, die von dem Armeechef General Rastikis proklamierte Einheitsfront zu organisieren. Außenpolitisch bleibe, wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, die bisherige Richtung strikter Neutralität bestehen. Jnnerpolitisch werde die Aus­lösung aller bisherigen Gliederungen der Regie­rungspartei folgen und das gesamte öffentliche und Organisationsleben auf neuer Grundlage aufgezo­gen werden.

Die Wiedereingliederung des Memelgebietes in das Reich Hot den Rücktritt der Regierung Mironas zur Folge gehabt. Sie ist jetzt durch ein Offiziers­kabinett mit zivilem Einschlag abgelöst worden. Der

neue litauische Ministerpräsident, Brigadegeneral Cernius, war Ches des Generalstabes der li­tauischen Armee. Ursprünglich wollte man eine reine Militärregierung bilden, dann dachte man an die lose Angliederung der oppositionellen Gruppen, jetzt ist diese Opposition vollgültig in das Kabinett hin- eingenommen worden, das sich die Herstellung der nationalen Geschlossenheit im Interesse der Sicherheit von Staat und Volk als Aufgabe gestellt hat. Ein durch den Rundfunk hinausgegangenes vorläufiges Regierungsprogramm unterstreicht diese Aufgabe. Es ist aber der Erklärung deutlich anzumerken, daß man Sorge um den Bestand des Staates und seine Zukunft hat, wenn nicht im Lande Ruhe unb Orb- nung, bafierenb auf ber Einigkeit aller, herrscht. Warten wir ab, wie die Offiziersregierung ihr Pro­gramm burchführen will. Außenpolitisch gebenkt sie real und elastisch zu operieren. Wir verstehen bar­unter allerbings keine Elastizität, bie schließlich zu einer Neuauflage besten führen muß, was als über- rounben angesehen wirb. Daß es in Litauen politische Kreise gibt, die sich mit der Hergabe des deutschen Memelgebietes nicht befreunden können, ist uns klar. Sie von den Regierungsgeschäften fernzuhalten, wird eine der Hauptaufgaben der neuen Regierung sein, die zu beweisen hat, ob sie führt oder ob sie geführt wird. Denn einige der Gruppen, die als Stützen ber Regierung Cernius gelten, haben in ber Vergangenheit ber Entspannung bes deutsch-li­tauischen Verhältnisses keine Dienste geleistet. Dazu gehören bie jüngeren Offiziere, die hinter Cernius stehen unb in ihm ihren Dolmetscher sehen. Immer­hin, es liegt aus dem Lager ber neuen Regierung bas Wort von der Realpolitik vor, das nur einen Sinn haben kann: Neuaufbau des deutsch-litauischen Verhältnisses zum Nutzen 8er Beteiligten. Warten wir ab, ob die neue Regierung die Vergangenheit hinter sich läßt. F. D. D.

Roch keine Fortschritte der britischen Allianzpläne

Wachsende Unruhe in der

abs. London, 28. März.

In Beantwortung einer Anfrage des Stellver­tretenden Fraktionsoorsitzenden der Arbeiterpartei, Arthur Greenwood gab Chamberlain am Dienstag im Unterhaus eine Erklärung zur außen­politischen La^e ab. Sie war zurückhaltend und brachte nicht die in weiten Kreisen des Parlaments erhoffte volle Aufklärung über die Haltung der Re­gierung gegenüber der europäischen Sage. Der Mi­nisterpräsident bestätigte dem Hause nur, daß bie Regierung ihreKonsultationenmitanbe- ren Regierungen über die aus den kürzlichen Ereignissen entstandenen Fragen f o r t s e tz e. Er fügte hinzu, es sei wesentlich, den vertraulichen Charakter dieser Konsultationen zu respektieren und bat das Haus, ihn nicht zu einer weitergehenden Er­klärung zu drängen, die doch in keinem Falle voll­ständig fein könne, bis die endgültigen Ansichten der anderen beteiligten Regierungen in London vor­lägen.

Greenwood erklärte, er könne die Schwierigkeiten, die einer völligen Klarlegung im Wege stünden, wohl begreifen. Angesichts der allgemeinen Beun­ruhigung im Lande legte er dem Ministerpräsiden­ten aber nahe, zur Aufklärung des eigenen Volkes und gewisser auswärtiger Mächte etwas weiterzu­gehen und die Mißverständnisse zu beseitigen, bie auf vielen Seiten darüber beständen, ob die gewissen ausländischen Mächten unterbreitete Erklärung sich lediglich auf eine Konsultation oder auf eine Politikdes gegenseitigen Beistan- bes beziehe unb irgendwelche militärischen Verbindlichkeiten in sich schließen könnte. Chamberlain antwortete, bei allem Verständnis für den Wunsch nach einer Beseitigung von Mißver­ständnissen würde es äußerst schwierig und' delikat sein, wenn England jetzt schon seine Karten auf den Tisch werfen wollte, so­lange das Spiel noch nicht fertig fei. Es könne aber bereits aus dem, was er früher gesagt hätte, ent­nommen werden, daß die Regierung etwas im Sinne habe, was erheblich weitergehen würde als eine Konsultation. Darüber hinaus könne er sich in diesem Augenblick nicht auf die Bekannt­gabe von Einzelheiten einlassen. Die Regierung habe den anderen Regierungen, mit denen sie in Konsul­tation stehe, völlig klar zu verstehen gegeben, was sie unter gewissen Umständen zu tun bereit sei.

Im Oberhaus forderte der Oppofitionsliberale Lord Davies einen allgemeinen Boy­kott Deutschlands unb Uebernahme gegen­seitiger Garantien, um Deutschland zu einerRestau­rierung in der Tschecho-Slowakei" zu zwingen (!). England müsse die Initiative ergreifen. Davies griff auch Chamberlain an unb meinte, wenn Ena- land bas Vertrauen wieberherstellen wolle, müsse es seine Führung ändern. Der Konservative Lord Hastings bezeichnete die Vorschläge als provo­zierend. Eden habe bereits durch seine Politik der Verpflichtungen seinen Nachfolgern die Arbeit un­geheuer erschwert. Neue Verpflichtungen würden die Lage für England noch schwieriger machen. Man sei erschüttert, zu hören, daß der Erzbischof von Canterbury eine Zusammenarbeit zwischen dem

englischen Oeffentlichkeit.

christlichen England und dem gottlosen Sowjetruß­land befürwortet. Der erste Grundsatz der britischen Politik sei, den britischen Interessen zu dienen. Wie könne man aber mit Sowjetrußland den britischen Interessen im Mittelmeer dienen? Für England fei es wichtiger, die alte Freundschaft mit Italien wiederherzustellen. Die Politik des früheren Außenministers Eden habe die inter­nationale Sage erheblich erschwert. Eine Politik der Verpflichtungen auf dem europäischen Kontinent, insbesondere in Südosteuropa, müsse für England katastrophal enden.

Staatssekretär Sord Plymouth wiederholte die von Chamberlain im Unterhaus abgegebene Er­klärung und bat, nicht auf eine weitere Stellung­nahme zu drängen.

Nachdem den lauten Ankündigungen der britischen Allianzpläne noch immer keine konkreten Schritte gefolgt sind, tritt in der Oeffentlichkeit Unruhe und Ungeduld zu Tage. So fragtDaily Mail":W a s wirb aus ber großen Allianz?" und klagt, die Sage fei weder vom britischen noch vom vertei­digungsmäßigen Gesichtspunkt aus zufriedenstellend. DerDaily Expreß" läuft Sturm gegen die Ge­heimhaltung der schwebenden politischen Schritte. Wenn das Volk unserer demokratischen Nation neue Verpflichtungen übernimmt, im Auslande zu kämpfen, muß dieser Schritt mit offenen Augen unternommen werden. Chamberlain darf kein Ge­heimnis aus feinen Versprechen machen."Daily Mail" glaubt von dereiligen Vorbereitung eines umfassenden englisch-französischen Mi­litärbündnisses" berichten zu können, was auch der Sinn des Pariser Besuchs des bri­tischen Generalstabschefs, Sord Gort, sei. Offenbar mit Rücksicht auf die ungünstige Reaktion, die eine etwaige Einbeziehung Sowjetrußlands in die ge­plante Allianz bei weiteren, für das Abkommen um­worbenen Staaten hervorruft, scheinen die Befür­worter einer britischen Allianzpolitik auf den Bol- fchewistenstaat vorerst verzichten zu wollen.Daily Mail" schreibt, im gegenwärtigen Stadium der An­gelegenheit sei an eine Teilhaberschaft Sowjetruß­lands nicht gedacht.

Energisch bestritt Chamberlain in einer Rede die Gerüchte, wonach Meinungsverschiedenheiten im Ka­binett über die einzuschlagende Politik herrschten. Der Minsiterpräsident stellte fest, daß die Politik, wie sie von der britischen Regierung in München vertreten worden sei, noch heute ihre Be- rtzchtigung habe, zumal eine andere politische Linie zu jenem Zeitpunkt nicht möglich gewesen fei. Die Regierung teile die wachsende Unruhe der Ab­geordneten. Aber angesichts der sehrdelikaten" Ver­handlungen mit ausländischen Mächten müsse man abwarten, bevor ein umfassender Ueberblick über die Lage gegeben werden könne. Chamberlain kam auch auf die englische Aufrüstung zu sprechen und stellte fest, jeder Tag zeige neue Fortschritte; das Aufrüstungsprogramm werde planmäßig durch­geführt.

Forschungsinstitut für ländliche Hygiene.

In Einödshof-Lichtenheim im Donaumoos, der Geburtsstätte Max von Pettenkofers, wir8 ein Forschungsinstitut für ländliche Hygiene eingerichtet, dessen Bestrebungen auf eine Berbesserung der bäuerlichen Lebensverhültnisse gerichtet sind. Es bedeutet zugleich eine sinnvolle Ehrung des großen Münchener Arztes, wenn sein Geburtshaus und die umliegenden Anwesen jetzt als Heim der Aerzte mit Studierzimmern, Behandlungsräumen und Labo­ratorien umgeftaltet werden. Mitten in der Welt des Bauern wird das Institut seinen Sitz haben. Wie das Aerzteblatt für Berlin mitteilt, sollen tausend Höfe und Dörfer im oberen Donaugebiet von der Arbeit dieses neuartigen Institutes erfaßt werden, das in der Welt bisher noch kein Beispiel hat. Be­deutende Wissenschaftler sind gewillt, in der Welt­abgeschiedenheit des Donaumooses ein Robinson- dasein zu führen. Praktische Aerzte, Zahnärzte, Hygiener, Geburtshelfer und Säuglingsschwestern üben hier ihre Tätigkeit aus, die ganz dem Land­bewohner gewidmet ist. Der schwerarbeitende Bauer, der Knecht, die Magd und die junge Ge­neration des Landes stehen unter der Betreuung dieser Forschungsgemeinschaft und liefern zugleich den Wissenschaftlern das Material für ihre Arbeit. D/r Ablauf der Jahreszeiten und die ständig wech- . *Tben landwirtschaftlichen Arbeiten stehen ebenso auf dem Forschungsplan wie die Fragen der Wohn­kultur, der zweckmäßigen Kleidung, der notwendigen Entspannung, der abwechslungsreichen Ernährung usw.

Rekruten wurden zuGoldaten.

Im Hinblick auf die in dieser Zeit stattfindenden Rekrutenbefichtigungen, in der di e Einzel­ausbildung einen ersten Abschluß findet, um der Verbandsausbildung Platz zu machen, sind Ausführungen von besonderem Interesse, die Oberstleutnant Jost in der vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegebenen ZeitschriftDie Wehrmacht" über den Sinn und Nutzen des Drills macht. Er schildert zunächst den systema­tischen Ablauf der militärischen Ausbildung, als

fieinefrau braucht sich mehrzurückgesetzt zu fühlen, weil graues Fjaar sie älter erscheinen läßt. TTlit fileinol siesha Simpler ist es leicht, ergrautem fjaar die färbe wiederzugeben,die es früher hatte-gan; naturecht, van wundervoller Wirkung. Unter den 20 Tluancen gibt es bestimmt die richtige für Sie!

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deren Folge die Körper der jungen Männer nun beherrschter, die Gelenke und Muskeln geschmeidiger geworden sind. -Befriedigt finde der Kommandeur in den Kurven der vom Bataillonsarzt geführten G e w i ch t s l i st e die alte Erfahrung bestätigt, daß die Rekruten in den ersten Wochen durchschnittlich einige KiloFett" verloren und dafür in den folgenden Monaten eine größere Anzahl von KilosKr a f t" e i n g e t a u s cht haben.

Der Begriff desDrillens" und der ihm ver­wandte desSchleifens" hätten manchmal einen unangenehmen Beigeschmack. Streng genommen zu Unrecht. Beide Begriffe leiteten ihre Herkunft aus dem Handwerklichen ab. Eine rohe und unfertige Materie müssegedrillt" undgeschliffen" werden, um sinnvoll und nützlich zu wirken. Im bürgerlichen Leben werde auch gedrillt und geschliffen. Es gebe keinen Beruf, der nicht eineRekrutenzeit" kennt. Und je mehr die Technik in das menschliche Leben ein bringe, um so wichtiger sei der Drill. Alle Ratio­nalisierung, jede Arbeit am laufenden Band, jeder neuzeitlich durchorganisierte Betrieb sei ohne geistigen und körperlichen Drill un­denkbar.

Was der Neuling im Rekrutenhalbjahr auf dem Kasernenhof, im Unterrichtssaal und auf dem Stand- ort-Uebungsplatz in der Einzelausbildung lernt, müsse er im folgenden Sommer im freien, unbekannten Gelände in der Derbands- ausbildung neu lernen und vertiefen, bis es dann im zweiten Dienstjahr inFleisch und Blut" sitzt. Es sei der Weg vom Lehrling über den Handwerker zum Meister und Künstler.

Die HL -Gerichtsbarkeit.

lieber die Entwicklung der HI.-Gerichtsbarkeit, deren Grundlage die HI. - Disziplinarord- n u n g ist, berichtet in der sozial-politischen Zeit- schrift der HI.,Das junge Deutschland", der HI.- Oberrichter und Chef des Personalamts Obergebiets, führer John. Die Disziplinarbefugnis in der Hitler- Jugend ist gestuft, fie. wächst mit der Höhe der Dienststellen. Volle Disziplinarbefugnis haben nur bie HI.-Gerichte, bie in zwei Instanzen ar- beiten, bie HI.-Gerichte für die Gebiete und das H I. - O b e r g e r i ch t mit vier Kammern. An Disziplinarmitteln stehen zur Verfügung Verwar­nung unb Verweis, das Verbot, Fahrtenmeffer und Schulterriemen, bzw. Halstuch und Knoten, zu tra­gen, verbunben mit der Weisung, an jedem Dienst in ber letzten Rotte teilzunehmen, unb zwar bis zu drei Monaten, bie Strafbeurlaubung unter Uni­form- und Abzeichenverbot bis zu sechs Monaten, bie Degrabierung unb bie Aberkennung der Fähig­keit, Jugendführer zu sein, die nach zwei Ver­warnungen mögliche Streichung aus den Listen wegen Interesselosigkeit am Dienst, bas Ausscheiben für immer ober für bestimmte Zeit unb schließlich der Ausschluß bei ehrenrührigen Handlungen. Beim Ausschluß werden auch bie anderen Parteigliederun- gen und die Partei selbst gewarnt.

Jeder Beschuldigte kann sich im HI.-Disziplinar­verfahren persönlich rechtfertigen. Das besonders Charakteristische im Verfahren vor ben HI.-Gerich­ten ist bie unbedingte Offenheit. Ins- besondere hat der Beschuldigte kein Recht zur Lüge, er würde dafür besonders disziplinarisch bestraft werden. Die Eltern und sonstige Erziehungs­berechtigte dürfen über bas Verfahren unter« richtet werden. Grundsätzlich ist die HI.-Gerichts­barkeit bestrebt, ihr Verfahren früher abzuschsieHerr