Ausgabe 
29.3.1939
 
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Ciudad Real vor. In den Bergwerken bei Almaden wurden große Ouecksil-bervor- r ä t e gefunden. Im Toledo-Abschnitt zogen die nationalen Truppen in Aranjuez ein, an­dere Abteilungen besetzten die etwa 50 Kilometer südlich davon gelegenen Orte Tembleque und Lillo. Südwestlich von Toledo sind die Natio­nalen an der Straße ToledoTrujillo bereits b i s Navahermofa oorgedrunqen.

Nordwestlich von Madrid besetzten die Nationalen im Guadarrama-Abschnitt mehrere Orte am Fuße des Gebirges, darunter das berühmte Kloster mit den Gräbern der spanischen Könige Escorial. Nördlich von Madrid im Abschnitt Somo- sierra rückten die nationalen Truppen in Rich­tung auf die Hauptstadt vor und besetzten u. a. die wichtigen Orte B u i t r a g e und Lozoya. Nord­östlich von Madrid im Abschnitt Guadala­jara begann gleichfalls der nationale Vormarsch, bisher wurden zehn Orte besetzt, darunter Cifuentes, Masegoso und Gajanejos an der Straße Madrid Saragossa. Dieser Abschnitt meldet 7500 Gefangene.

Die letzten Vorflöße.

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Unsere Karte veranschaulicht Ausgangspunkte und Ziele der letzten nationalspanischen Offensive. Be­sonders wichtig waren die Vorstöße bei Toledo und der Vorstoß von Cordoba aus auf I a e n, der Vormarsch auf Almaden, das mit seinen Queck­silbergruben zum wichtigsten spanischen Industrie­gebiet rechnet. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Begeisterung in Rom.

Huldigungen für Mussolini.

Rom, 28. März. (Europapreß.) Aus Anlaß des Einzugs der nationalspanischen Trupven in Madrid kam es in der italienischen Hauptstadt zu b e g e i - fierten Kundgebungen a u f der Piazza Venezia. Die jubelnde Menge brachte ununter­brochen Hochrufe auf Mussolini und Franco aus, bis der Duce auf den historischen Balkon trat. Er betrachtete mit sichtlicher Genug­tuung die huldigende Menge und hielt dann eine kurze Ansprache, in der er erklärte:Die Truppen Francos und die italienischen Legionäre sind in Madrid eingezogen. Mit dem Fall Madrids kann der Krieg als beendet betrachtet werden. Er endete mit dem Zusammenbruch des Kommunismus und so werden alle Feinde des Faschismus und Italiens enden." Die Huldigungskund­gebungen der Menge zwangen Mussolini immer wieder, auf den Balkon zu treten. Züge begeisterter Menschen durchzogen die Straßen Roms. Vor der festlich beleuchteten Botschaft Nationalspaniens kam es zu Freudenkundgebungen. Auch die spanische Kolonie Roms feierte die Einnahme von Madrid.

Der Führer beglückwünscht Franco zum Endsieg.

Berlin, 28.März. (DlNB.) Anläßlich des Ein­marsches und der Besetzung Madrids durch die natio­nalspanischen Truppen hat der Führer an Ge­neralissimus Franco nachstehendes Telegramm ge­richtet:3um Einmarsch Ihrer Truppen in Madrid und dem damit errungenen Endsieg des na­tionalen Spanien über den völkerzerstörenden Bolschewismus spreche ich Ihnen meine herz­lichsten Glückwünsche aus. Deutschland ge­denkt heute mit mir in aufrichtiger B e- wunderung der hervorragenden Leistungen Ihrer tapferen Truppen und ist überzeugt, daß nunmehr für Spanien eine Zeit des Auf­baues anbricht, welche die großen Anstrengungen und Opfer der Jahre des Kampfes rechtfertigen wird. Adolf Hiller."

DerTag der Luftwaffe" in Rom.

Strategische Grundsätze der italienischen Luftwaffe.

R o m, 28. März. (DNB.) Die amTag der Luft­waffe" in ganz Italien durchgeführten Veranstaltun­gen erreichten in der Hauptstadt des Faschismus ihren Höhepunkt. 18 000 Flieger, darunter 3000 Spanien-Freiwillige, waren auf der Piazza Venezia vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten an­getreten, wo Mussolini nach einer Kranznieder­legung zwei hervorragende Mitglieder mit der Gol­denen Verdienstmedaille auszeichnete und 30 Ange­hörigen in Afrika oder in Spanien gefallener Flie­ger Auszeichnungen überreichte. Den Abschluß der Feier bildete die Parade vor dem Duce auf der Dia del Jmpero, an der mit zahlreichen Mitgliedern der Regierung, der Wehrmacht, Senat und Kammer und dem diplomatischen Korps auch die deutsche

Abordnung unter Führung von Reichsorganisations- leiter Dr. Ley teilnahm.

Aus Anlaß des Tages der Luftwaffe macht Gayda imGiornale d'Italia" einige Angaben, die obwohl nicht unbedingt neu dennoch durch ihre Formulierung Beachtung verdienen. Er schreibt: Die Einteilung der italienischen Luftstreitkräfte ist ganz auf Massenwirkung abgestellt. Als erste Macht hat Italien Luft-Divisionen aufgestellt, und als erstes Land ist es dazu über­gegangen, ganze Luftge schwader zu bilden, die aus einer Masse von 400 Apparaten bestehen, die in Bomben- und Kampfflugzeug-Divisionen ein- aeteilt sind. Jedes dieser Bombenflugzeuge hat eine Tragkraft von mehr als 1000 Kilogramm Spreng­stoff und einen Aktionsradius von über 2000 Kilo­meter, bei einer Geschwindigkeit, die 400 Kilometer in der Stunde überschreitet. Die Organisation der italienischen Luftstreitkräfte als unabhängige Waffe sichert Italien im Luftkrieg die schnellsten Ergebnisse. Das entspricht den Worten Mussolinis, der im März 1938 den zukünftigen Krieg als einen Krieg des schnellen Ablaufs bezeichnete."

Auch Wuning

von japanischen Truppen besetzt.

Hongkong, 29. Marz. (Europapreß.) Nach dem Fall von Nantschang wurde am Dienstagabend von den Japanern die zweite wichtige Stadt der Provinz Kiangsi, Wuning, eingenommen. Um diese Schlüsselstellung war 72 Stunden lang erbittert ge­kämpft worden. Wie bei den Kämpfen um Nan- tschang spielte auch hier das japanische Artillerie» feuer sowie der Einsatz von mechanisierten Ver­bänden eine entscheidende Rolle. In Wuning hatte sich bis vor kurzem das Hauptquartier der in der Provinz Kiangsi operierenden chinesischen Trup­pen befunden. Zur Ablenkung versuchten die Chi­nesen einen Gegenstoß. Wenn auch die ein­gesetzten sechs chinesischen Divisionen im Abschnitt von Anyi einige Erfolge erzielen konnten, so war doch der siegreiche japanische Vormarsch nicht auf­zuhalten.

Amerika baut zwei (Schlachtschiffe von je 45 000 Tonnen.

Washington, 28. März. (Europapreß.) Prä­sident R o o s e v e l t hat am Dienstag das amerika­nische Marinedepartement beauftragt, zwei Schlacht­schiffe mit einer Wasserverdrängung von je 45 000 Tonnen in Bau zu geben. Die Vereinigten Staaten würden nach Fertigstellung dieses Auftrages die größten Schlachtschiffe besitzen. Das bisher größte Schlachtschiff der Welt, das 1918 in Dienst gestellte SchlachtschiffHood" mit einer Wasserverdrängung von 42 100 Tonnen besitzt England, wahrend Ame­rikas bisher größten Schlachtschiffe 33 000 Tonnen haben: im Bau befinden sich auch schon solche von 35 000 und 36 000 Tonnen Wasserverdrängung.

Frankreich bestellt weitere hundert Bombenflugzeuge in USA.

Paris, 29. März (Europapreß.) Wie aus Neu- york gemeldet wird, hat die französische Regierung bei den Marta-Flugzeug-Werken neuerdings hundert leichte Bomben-Flugzeuge in Auftrag gegeben. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der von der französischen Regierung in den Ver­einigten Staaten bestellten Flugzeuge auf 705

Rasche Arbeit des Zollgrenzschuhes an den Protektoratsgrenzen.

Berlin, 28. März. (DNB.) Der Zollgrenzschutz, der gemeinsam mit der Wehrmacht in das Protek­torat Böhmen und Mähren eingerückt ist, hat sofort den Schutz der Protektoratsgrenzen gegen das Ausland übernommen. Wie schnell und wirkungsvoll dieser Einsatz erfolgt ist, zeigen am besten die in den wenigen Tagen seit der Uebernahme der Grenzüber­wachung durch den Zollgrenzschutz erzielten Erfolge. Es wurden namhafte Devisenbeträge und wert­volle Schmuckgeaenstände beschlagnahmt. Unter den an der mährisch-polnischen Grenze festgenom­menen 44 Personen befanden sich auch sechs kommu­nistische Funktionäre.

Madrid, die junge Stadt

Von unserem d.-i.-Korrespondenten.

Burgos, März 1939.

Die Geschichte Madrids, im Vergleich zu der aller übrigen nennenswerten Städte in Spanien, ist verhältnismäßig jung. Zwar lag im Mittelalter, im Zeitalter derreconquista", an der Stelle des jetzigen königlichen Palastes eine kleine maurische Festung zum Schutze des Ueberganges über den Manzanares, der dort, wie sich ja auch neuerdings im Kriege wieder gezeigt hat, trotz der chronischen Wasserarmut des Flüßchens, einen für den Besitz von Neu-Kastilien wichtigen strategischen Abschnitt bildet.

Doch die Entwicklung zur spanischen Hauptstadt begann erst, als Philipp II. (1556/98) sich diesen Punkt, weil er beinahe mit geometrischer Genauig­keit in der Mitte des von der Iberischen Halbinsel gebildeten Vierecks liegt, ausgesucht hatte, um hier den Regierungs-Apparat der 1479 durch die Heirat des katholischen Königspaares Isabel von Kastilien und Ferdinand von Aragon ver­einigten Monarchie zu zentralisieren. An sich hätte es ja eigentlich näher gelegen, für diese Bestim­mung das nur 70 Kilometer entfernte Toledo zu wählen, das schon im Westgotenreich die Haupt­stadt war, unter der maurischen Herrschaft der Sitz eines zeitweise selbständigen Emirs wurde und nach der Zurückeroberung (1085 durch Alfons VI.) Hof­haltung der Könige von Kastilien war. Die Lage von Toledo an einem wasserreichen Strom, dem Tajo, der sehr gut bis zu feiner Mündung bei Lissabon schiffbar gemacht werden könnte, ist un­gleich günstiger als die von Madrid, und Karl V. hatte entschieden auch vor, diese Stadt als Residenz beizubehalten; denn sonst Hütte er dort nickt den gewaltigen Alkazar gebaut, der durch seine helden­mütige Verteidigung im jetzigen Kriege weltberühmt geworden ist. Für Philipp II. dagegen wäre es um so verständlicher gewesen, wenn er Toledo bevor­zugt hätte, nachdem er (1580) die portugiesische Krone mit der (einigen vereinigte: der Tajo hätte hiermit zur natürlichen Verbindungslinie zwischen den Hauptstädten der beiden damals die Welt be­herrschenden Königreiche werden können. Doch dieser Monarch, der trotz der ihn umgebenden düsteren Legende ein großer Herrscher war, entschied sich eben aus den zuvor angegebenen Gründen f ü r Madrid, obwohl er für seinen persönlichen Aufenthalt am Ende seines Lebens den von ihm etwa fünfzig Kilometer nordwestlich von Madrid auf einer Höhe von 1000 Meter in Bergeseinfamkeit erbauten Escorial benutzte.

Durch diese eigentümliche Vorgeschichte seiner Ent­stehung es dankte seine Existenz eigentlich nur einer königlichen Laune, hat Madrid ein ganz be­stimmtes Gepräge bekommen, das es auch beibehal­ten hat, obwohl es sich feit etwa zwanzig Jahren in der raschen Entwicklung zu einer modernen Millio­nenstadt befand. Zumal machte sich geltend, daß die Umgebung, in der Madrid liegt, die denkbar un­günstigsten Voraussetzungen für die weitere Aus­breitung der Stadt nach der äußeren Peripherie bie­tet; es ist die trostlose und unfruchtbare Steinwüste der kastilischen Hochebene. Als daher nach dem Welt­krieg unter dem Einfluß des plötzlichen wirtschaft­lichen Aufstiegs in ganz Spanien, der insbesondere in den größeren Städten zu spüren war, die Ein­wohnerzahl schnell zunahm, wuchs wohl in den mit großem Luxus angelegten Straßen des Verkehrs­zentrums die Höhe der Häuser, und zehn bis zwölf Stockwerke waren hier beinahe die Regel; doch der Umfang der Stadt wurde kaum merklich größer. Ein nach allen Seiten sich ausdehnender Kranz in Gär­ten eingebetteter Vororte, von denen sonst neuzeit­liche Großstädte in weitem Umkreis umgeben sind, ist in Madrid (bis auf ganz bescheidene erste An­sätze) nicht vorhanden, und vielfach beginnt am Ende einer geschlossenen Häuserreihe ganz unvermittelt die ungepflegte Einöde.

Da Madrid eine Schöpfung der habsburgischen 'Dynastie ist, doch im 18. Jahrhundert durch die er­sten bourbonischen Könige ein wesentlich veränder­tes Aussehen erhalten hat, fehlen aus dem Mittel­alter stammende Bauwerke fast vollständig. Eine der wenigen Ausnahmen ist die spätgotische Kirche San Jeronimo; doch sie verdient kaum besonders erwähnt zu werden, wie überhaupt die Madrider Kirchen es bei weitem nicht mit denen anderer spanischer Städte aufnehmen können. Denn als die gewaltigen Kathedralen von Toledo, Burgos oder Sevilla ge­baut wurden, dachte noch niemand daran, daß am Manzanares später einmal die Hauptstadt des Welt­reiches liegen würde. Die älteren- Gebäude von Ma­drid tragen daher vorwiegend den Charakter der spanischen Spätrenaissance oder des Barock, wäh- rend bei melen von ihnen die mit dem bourbonischen

Königshaus nach Spanien gekommenen französischen Einflüsse ziemlich deutlich zu erkennen sind. Auch die majestätische Residenz, die am westlichen Ende der Altstadt liegt und deren Gärten bis zum Manza­nares hinuntersteigen, ist eine Schöpfung der Bour­bonen, und da bei der ursprünglichen Anlage von Madrid ausschließlich die Bedürfnisse der dorthin verlegten Hofhaltung, die zeitweise die glänzendste von Europa war, berücksichtigt worden sind, ist es eigentlich nur bezeichnend, daß der königliche Palast das einzige wirklich monumentale Gebäude geblieben ist-

Die zahlreichen Paläste des Adels, der feit dem Uebergang zur absoluten Monarchie zur un­mittelbaren Umgebung des Hofes gehörte, waren, trotz ihrer meist ungeheuer prunkvollen Innenaus­stattung, äußerlich doch mit geringen Ausnahmen (beispielsweise der des Herzogs von Alba) verhält­nismäßig unscheinbar und lagen vielfach ziemlich versteckt in engen, altertümlichen Gassen. Das Haus, das die aristokratischen Familien als ihren Stamm­sitz betrachteten, stand eben in den meisten Fällen irgendwo in der Provinz in einem Ort, nach dem das Geschlecht seinen Nomen^ führte. Als der Hoch­adel gezwungen war, auch in der Residenz einen Wohnsitz zu haben, war der dort zur Verfügung stehende Raum zunächst nur beschränkt. Man hätte daher kaum behaupten können, daß im Verlauf von annähernd vier Jahrhunderten Madrid, trotz der Prachtentfaltung des königlichen Hofes und des bis vor kurzem noch unermeßlichen Reichtums eines beträchtlichen Teiles des sich dort zusammendrängen- den Adels, eine schöne Stadt gewesen wäre. Bei den in neuerer Zeit vorgenommenen Veränderungen und Erweiterungen dagegen sind zwar manche bis dahin charakteristische Wahrzeichen verschwunden, während moderne Bauten ohne jeden Versuch, sie einer schon vorher vorhandenen Umgebung irgendwie anzu­passen, ziemlich unvermittelt hineingeslickt worden sind. Da anderseits Madrid ausschließlich Residenz­stadt und Sitz der Regierung war und ihm ein eigenes industrielles oder kommerzielles Leben fehlt, ist es lange Zeit, auch als es schon weit mehr als eine halbe Million Einwohner hatte, doch nur eine große Kleinstadt geblieben.

Hierin ist erst eine ziemlich plötzliche Aenderung eingetreten, als Spanien dank feiner Neutralität im Weltkrieg zu neuem Leben erwachte. Wenn auch in Madrid weiterhin der Hof und die ziemlich exklusive vornehme Gesellschaft tonangebend blieben, so war doch ein bis dahin nicht vorhandener kosmopoli­tischer Zug in das gesellige Leben gekommen. Hierzu trug bei, daß der Fremdenbesuch stark zunahm, weil eben Spanien eins der wenigen Länder in Europa war, die nicht unter dem Krieg gelitten hatten. Be­sonders übte die Frühjahrssaison eine starke An­ziehungskraft aus, und Madrid war in dem Jahr­zehnt von 1920 bis 1930 (bis zum Sturz der Mon­archie April 1931) vielleicht die eleganteste Haupt­stadt des Kontingents. Der besondere Reiz bestand gerade in der Vereinigung der etwas altertümlichen Vornehmheit mit freieren, wenn auch immer noch anmutigen, modernen Umgangsformen. Die spani­schen Damen traten aus ihrer bisherigen Zurück­haltung heraus und gewöhnten sich daran, öffent­liche Lokale, wie Teestuben oder Bars zu besuchen, was früher ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Trotzdem behielt dieser sorglose gesellige Tru­bel seine eigene Note, die zu der gediegenen Pracht mit fürstlichem Luxus eingerichteter Paläste immer noch paßte, und die Spanierin verstand durch die Eigenart ihrer Schönheit und den Glanz ihrer schon von Generation auf Generation vererbten Juwelen selbst die Mode nach ihrem Geschmack zu meistern.

Zwar dauerte das Fest, auch als die königliche Familie abgereift und der erste Schrecken überwun­den war, unbesorgt weiter. Doch die meisten vor­nehmen Häuser hatten sich geschlossen, und das La­chen war lauter, der Ton der Unterhaltungen ge­räuschvoller geworden; man hatte den peinlichen Eindruck, als sollte im Gefühl des nahenden Un­wetters eine Selbstbetäubung versucht werden. Was blieb? Gebäude, deren Zerstörung ein nicht wieder gut zu machender Verlust sein würde, sind zwar wenige vorhanden, doch gerade phänomenale Kunst­schätze waren in Madrid oufgestapelt, selbstverständ­lich steht die unvergleichliche Gemäldesammlung des Prado-Museums dabei an der Spitze. Doch macht man sich auch keinen Begriff von dem Reich­tum künstlerisch und historisch wertvollen Besitzes in den zahlreichen vornehmen Privathäusern. Der Ein­marsch der Truppen Francos in die so lange bis aufs Blut gequälte Hauptstadt wird ihr bald den ersten Schimmer ihres alten Glanzes zurückgeben.

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Inzwischen war General Franco, von Kanarischen Inseln im Flugzeug herbeigeeilt, 'N Spanisch-Marokko angekommen, wo N« W1 treu ergebenen Truppen brennend auf ihren E-miav zum Kampf gegen den Bolschewismus warteten- Er sah sich vor die Tatsache gestellt, daß Marine zu den Roten übergegangen und oaw der Transport der Marokko-Truppen nach ®Pant n zunächst unmöglich war. Erst als eine Reihe v Transport-Flugzeugen in Tetuan ei getroffen war, mit denen in drei Wochen 17 Mann auf die Halbinsel transportiert wuro - konnte General Franco von Sevilla aus antter Unaufhaltsam kämpfend arbeitete er sich in unaw sich kurzer Zeit in der Richtung auf Madrid und stellte bei Badajoz die bis dorthin n vorhanden gewesene Verbindung m l t Nordgruppe des Generals Mola */ : Sein ursprünglich beabsichtigter schneller Stoß Madrid wurde abgelenkt durch die moralische pflichtung, den heldenhaften Kämpfern, . Alcazar von Toledo von den Roten sngelcy

Der Krieg in Spanien militärisch gesehen.

Von Or. Ziffer von Goß.

Das Ende des Krieges in Spanien läßt es ange­zeigt erscheinen, seine Entwicklung und seine einzel­nen Phasen einmal von der militärischen Seite her in großen Zügen aufzuzeigen. Zur richtigen Beurtei­lung der Gesamtleistung ist es notwendig, sich das ursprüngliche Ziel der nationalen (Er = Hebung vor Augen zu halten. Es bestand in her Beseitigung der marxistischen Herrschaft durch eine militärische, von den nationalen Organisationen un­terstützte Erhebung. Ueberraschend und schlagartig sollten in allen größeren Garnisonen die Militär befehlshaber sich in den Besitz der Staatsgewalt setzen und so über Nacht ähnlich wie beim Staatsstreich des General Primo de Rivera bas rote Regime stürzen. Keiner der nationalen Führer dachte damals an die Möglichkeit ober Notwendig, feit eines längeren Kampfes ober gar an einen regelrechten Krieg im eigenen fianb. Solche Gehan- fengänge verbot vor allem ber Zustand, in dem sich die spanische Wehrmacht im Frühjahr 1936 be­fand.

Obwohl die Wehrmacht dem Sturz ber Mcmarchi- im Jahre 1931 mit Gewehr bei Fuß zugesehen uni) dem Aufkommen ber Republik also keine Schwierig­keiten bereitet hatte, sahen bie Boten Machthaber in ihr hoch vom ersten Tage ihrer Herrschaft an benftärfften Gegner. Es geschah daher von ihrer Seite aus alles, was den ideellen Einfluß unh die materielle Kraft der Wehrmacht fchwächeü mußte. Angefangen von unzureichender Bewaffnung und Munitionierung über die planmäßige Herab, fetzung ber Effektivbestänbe bis zur propagandisti- scheu Vergiftung ber Soldaten und des Unteroffizier, korps. RücksichtsloseSäuberungsaktionen" im Ossi­zierkorps, denen nicht nur monarchistische, sondern auch eine Reihe überzeugter republikanischer Ossi- ziere zum Opfer gefallen waren, taten ein übriges, um den Zusammenhalt innerhalb der bewaffneten Macht zu unterminieren. Durch bie im Mai unh Juni 1936 von ber Regierung schließlich noch be­fohlenen Massenb;urlaubungen aktiver Soldaten hatten'die roten Führer es fertiggebracht, die tat­sächlich unter den Waffen befindlichen Mannschaften in ganz Spanien auf etwa 80 000 Mann herunter- zudrücken. Aber auch von diesen war im Höchstfall bie Hälfte einsatzfähig, b. h. ausgebilbet und mit hen zustehenden Waffen und ihrer Munition' versehen.

Trotzdem glaubten die nationalen Führer, mit den gesund gebliebenen Kräften der Wehrmacht und, gestützt auf die militärisch völlig intakten, spanischen und Eingeborenen-Formationen in Marokko, den Schritt zum Staatsstreich wagen zu können. Als er. schwerender Gesichtspunkt kam allerdings die Tat­sache hinzu, daß der Schlag vorzeitig geführt werden mußte, da die Gefahr eines kommunistischen Umsturzes unmittelbar drohte, dessen Gelingen na­türlich alle Pläne der Rechten zunichte gemacht hätte.

Als erster schlug General Mola im Norden, von Pamplona aus, los. Schon in den ersten Stunden zeigte sich da, daß die ganze Bevölkerung den Sinn der Erhebung erfaßt hatte. Aus dem geplanten Staatsstreich wurde denn auch in kürzester Zeit durch die aktive Beteiligung des Volkes eine a n t i m a r x i sti s ch e Bewegung von gewalti­gem Ausmaß, die es dem General ermöglichte, hie nördliche Hälfte Spaniens (ausschließlich des Küsten­streifens JrunBilbaoSantanderGijon) in einer Woche bis herunter zur Sierra bc @uahurrama (etwa 50 Kilometer nördlich von Madrid) vom roten Joch zu befreien und fest in seine Hand zu bekom­men. Militärisch stützte sich Mola auf die ©arnijo« nen von Pamplona, Vitoria, Burgos, Vallaholih, Zaragoza und die anderen in diesem Raum befind­lichen Kräfte der Wehrmacht, sowie auf bie starken Freiwilligen-Organisationen ber karlistischen Tradi­tionalisten, ber Requetes, und auf bie neu herzu- ftrömenben Freiwilligen ber spanischen Falange. Daß der erwähnte Äü ft en ft reifen in den Hän­den der Roten blieb, lag an dem Wankelmut her militärischen Befehlshaber der dortigen Garnisonen mit Ausnahme des tapferen Generals Slranha, ber Oviebo gegen alle Uebermacht bis zur Befrei­ung hielt und an dem Verrat der Basken, hie ihre separatistischen Ziele über ihr religiöses Emp­finden setzten und ein unnatürliches Bündnis mit den Bolschewisten schlossen.

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Iona und Valencia infolge mangelhafter Organist' : in n a

tion und der feindlichen Einstellung des Großstadt- r tfen pöbels restlos gescheitert. Da auch ber größte Teil der Landbevölkerung, verhetzt durch jahrelange marxistische und anarchistische Propaganda, sich gegen die Nationalen gestellt und in Katalonien her Separatismus sein Haupt erhoben hatte, waren Katalonien, ein Teil von Aragon, Neukastilien. Estremadura, der größte Teil von Andalusien und die ganze Levante den Roten zugefallen. Lediglich in Sevilla gelang es dem General QueiP0 d e Llano durch eine geradezu klassische Vorspiege­lung falscher Tatsachen sich in den Besitz ber anbo- lusiichen Hauptstadt und der Städte Cordoba, Huelva. Cadiz und Granada, deren Befehlshaber sich eben­falls sofort ber nationalen Sache zur DersügE gestellt hatten, zu setzen. In Sevilla hat Queipo ^ Llano mit wenigen Truppen, die er ununterbroF durch die Stadt marschieren ließ, den Eindruä^ weckt, als verfüge er über das Zehnfache der N tatsächlich zur Verfügung gestandenen Kräfte. 6*nt außerordentlich geschickte Handhabung des dortigen Radiosenders trug außerdem dazu bei, in der stl durchweg rot eingestellten Bevölkerung das GeM ber Zwecklosigkeit jeden Widerstandes aufkommen