Ausgabe 
28.10.1939
 
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als 100 Milliarden Tribute, zeigte klar, daß es der Sinn des Diktates von Versailles gewesen ist, d i e Lebenskraft Deutschlands für alle Zeit zu zerstören. Das ist in den Verhandlungen der Feindmächte in Paris 1919, als das Diktat von Versailles gemacht wurde, auch ganz eindeutig zum Ausdruck gekommen. Man hat damals die Erwar­tung gehegt, daß etwa um 1935 herum die Zer- fetzuna des Volkes und die Zerstörung der Volks­wirtschaft Deutschlands soweit gediehen sein würden, daß das Auseinanderbrechen des Reickes ganz von selbst kommen werde. Wer sich des Zu- stanoes erinnert, der noch vor sieben Jahren im Reiche vorhanden war, der weiß, wie dicht wir vor der Verwirklichung der Hoffnungen und Wünsche der Fabrikanten des Diktats von Versail­les gewesen sind.

Dann kam der Führer und schuf mit Hilfe seiner Bewegung und mit Hilfe des ganzen Volkes, nicht zuletzt der Wehrmacht, in den sechs Jahren das großdeutsche Volksreich der 80 Millionen, ge­stützt auf eine gewaltige Wehr zu Lande, zu Was­ser und in der Luft, im Innern befriedet und von kapitalistisch-jüdischen Einflüssen völlig frei, eine Nationalwirtschaft ersten Ranges aufbauend, die sich, und das ist entscheidend, der Einflußnahme der City of London entzieht. Gerade das, was England 1914 veranlaßte, gegen das deutsche Volk zum Kriege zu schreiten, gerade das, was England durch den Weltkrieg verhüten wollte, ist durch Adolf Hit­ler gebaut und fest begründet worden: das groß­deutsche Volksreich der 80 Millionen! Es steht im Herzen Europas stark, frei und wirtschaft­lich nicht zu entwaffnen. England hat den Welt­krieg umsonst gemacht, hat umsonst Millionen von Menschen geop,ert und sieht sich vor die Tatsache gestellt, daß gerade das, was es verhindern wollte, nun Wirklichkeit geworden ist.

Das ist ein furchtbarer Schlag für die Imperia­listen und Geschäftsmänner der City of London, für die Freimaurerklubs und Synagogen, und hat den Entschluß dieser Kreise reifen lassen, n o ch e i n- m a l den Versuch zu machen, Deutschland nieder­zuschlagen. Dieselben Beweggründe, die England vor mehr als 25 Jahren antrieben, gegen Deutschland den Weltkrieg zu entzünden, sind es heute, die England veranlaßt haben, uns zu über­fallen. Die Gründe haben ihre Verftärkuna dadurch erhalten, daß die Weltfreimaurerei sich durch die Existenz eines nationalsozialistischen Reiches bedroht fühlt, und daß das Weltjudentum erkannt hat, daß feine Rolle in Deutschland für alle Zeiten ausge­spielt ist. So hat sich Londons City-Geist und Im­perialismus mit Freimaurerei und Judentum ver­bündet in der Absicht, erneut den Versuch der Nie­derschlagung des deutschen Volkes zu machen.

Er wird ein vergeblicher sein! In diesem Kriege steht der britische Imperialismus mit seinen Verbündeten vor einer ganz anderen Lage als 1914. In diesem Krieg steht das deutsche Volk volkswirt­schaftlich gerüstet und nicht wie 1914 ungerüstet da. In diesen Krieg geht die deutsche Kriegsmarine mit dem großen Wissen und den ungeheuren Erfahrun- gen von 1914 bis 1918, bereichert durch die technische Entwicklung und Vervollkommnung der vergange­nen Jahres sowie die Stärke der Luftwaffe. Sie wird mit ihrem Können England so zusetzen, daß es von seiner Absicht, das deutsche Volk niederzu­schlagen, Abstand nehmen muß. Dabei wird Eng­land am eigenen Leibe erleben, daß die Zeit seiner schrankenlosen Herrschaft auf den Meeren endgültig vorbei ist, daß Englands Menschen nicht mehr auf ihrer Insel unbekümmert leben können, während die Welt sich ihretwegen zerfleischt.

Oer litauische Einmarsch in das Wilna-Gebiet.

K o w n o , 27. Okt. (Europapreß.) Um 9.15 Uhr haben die litauischen Truppen die ehe­malige Grenze des litauischen Staates über­schritten und sind in das Wilna-Gebiet ein­gerückt. An jenen Stellen, an denen der Grenz­übertritt erfolgte, waren Scheiterhaufen errichtet, in denen die bisherigen Grenzpfähle verbrannt wur­den. Der Einmarsch hat sich bisher reibungslos voll­zogen. Die Truppen werden voraussichtlich am Samstag gegen Mittag in Wilna einrücken. Armee-Oberkommandant Rasch kitis hat einen Befehl erlassen, in dem er auf die historische Be­deutung des Einmarsches verweist und den Truppen befiehlt, bei den bevorstehenden Operationen strengste Disziplin und Ordnung zu halten.

Der Einmarsch der litauischen Truppen ins Wilna-Gebiet wird von der litauischen Be­völkerung lebhaft begrüßt. Die sowjet­russischen Truppen halten gegenüber den litauischen Truppen einen Abstand von nur vier Kilometer. Beim Grenzübertritt hielt General V i t k a u s k a s an die vor ihm vorbeimarschierenden Truppen eine Ansprache, in der er besonders hervorhob, daß Litauen seit 19 Jahren den gegenwärtigen Zeit­punkt herbeigesehnt habe. Er erinnerte auch daran, daß die litauischen Truppen in dieser Gegend seiner­zeit für die litauische Freiheit gekämpft hätten. In Wilna wurde ein Ueberwachungsausschuß gebildet, der an die Bevölkerung in litauischer, russischer, weißrussischer, polnischer und jüdischer Sprache einen Aufruf erlassen hat, bis zum Eintreffen der litauischen Truppen Ruhe zu bewahren. Kowno und die übrigen Städte des Landes sind mit Flag­gen geschmückt.

Versailles,

der Fluch der Menschheit.

Südafrika hat keinen Grund zurTeilnahme an Englands Krieg.

Berlin, 27. Oktober. (DNB.) Nach einer Mel- düng aus Südafrika widerlegte Dr. Malan auf dem nationalen Parteikongreh in Bloemfontein die von General S m u t s als Begründung für die Kriegsteilnahme Südafrikas vorgebrachten Argu­mente. Keinesfalls fei es Deutschland, das die Sicherheit der kleinen Nationen bedrohe. Was von dem Schutz der kleinen Nationen durch England zu 'halten sei, wisse der Afrikaner genau, denn Süd­afrika habe seine eigenen trüben Erfah­rungen mit der britischen Beschirmung gemacht. Noch absurder sei es, wenn Smuts auf die Hei­ligkeit der Verträge Hinweise. Der soge­nannte Versailler Vertrag, an dessen Zustandekom­men Smuts mitgewirkt yabe und um dessen Auf­rechterhaltung es jetzt gehe, sei ein I n st r u m e n t der Gewalt, der Unterdrückung und der Er­niedrigung des deutschen Volkes, er sei der Fluch der Menschei t. Deshalb sei es ein Verbrechen, wenn Smuts das südafrikanische Volk auffordere, einen solchen Vertrag zu verteidigen. Wenn Smuts ferner behauptet, England kämpfe für die Ret- tung des Christentums, so sei es merk­würdig, daß als einzige Verbündete in diesem

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz.

Oberst Schmidt, Kommandeur des 3 -R. 20.

Berlin, 27. Oktober. (DNB.) Oberst A u g u st Schmidt hat als Regimentskommandeur fein Regiment wiederholt so kühn geführt, daß die er­kämpfte Entscheidung sich über den Rahmen der Division auf die ganze Armee auswirkte. Sein Regiment stieß in den ersten Septembertagen im Warthetal auf ernstlichen Widerstand an einer Dun- kerkinie. Da die Brücken gesprengt waren, mußte der Uebergang über den Fluß erzwun­gen werden. Ein junger Offizier des 2. Batail­lons durchschwamm in kühnem Entschluß mit drei dis vier Mann svlitternackt die Warthe, während Teile des 3. Bataillons über die gesprengten Brük- kenteile kletterten. Auf diese Weife konnten zwei Brückenköpfe gebildet werden. Für die Divi­sion war der Wartheübergang und damit die Entscheidung des Tages erzwungen. Der Regi­mentskommandeur, der das schneidige Vorgehen seiner Truppen unter starkem MG.-Feuer geleitet hatte, bereitete den Angriff für den nächsten Tag vor. Der entscheidende Angriff erfolgte über freies Sumpfgelände auf die Bunte r- l i n i e. Der Erfolg war hier der Führung des Regiments zu verdanken, die ohne Rücksicht auf alle Wechselfälle an dem Auftrag festhielt, und dem kühnen Einsatz tapferer Offiziere und Un­teroffiziere, die durch ihr Beispiel die Truppe mit sich rissen.

Am 11. 9. erhielt das Regiment Befehl, den Gegner, der sich der drohenden Umklammerung zu entziehen versuchte, über die Bzura zurückzu­werfen und bei Sobota einen Brückenkopf zu bilden. In schwerem Angriff wurden Melawy und Przy- mus genommen und starke Telle des Gegners auf das Regiment abgezogen. Wieder war eine kritische Lage behoben. Am nächsten Tage griff der Feind mit einer verstärkten Kavalleriebrigade erneut an. Gegen Mittag war die Lage so, daß der Regiments­kommandeur in dem von MG.-Feuer umpeitschten Gefechtsstand sich klar wurde, daß das Regiment in Erfüllung der ihm gestellten Aufgabe hier den schwersten Verlusten ausgesetzt sein würde. Der Kommandierende General entschied, daß die Auf­gabe des Regiments erfüllt sei, unlb befahl d i e Lösung vom Feinde. Am hellichten Tage ge­lang es, dank der umsichtigen Führung durch sei­nen Kommandeur, das tapfere Regiment heraus- zuztehen.

Am 14. 9. sollte das Regiment zum ersten Male a b g e l ö st werden. Während der Ablösung wurde das 2. Bataillon plötzlich von den Polen ange­griffen. Der Regimentskommandeur, der gerade in dem in Aussicht gestellten Ruhe quartier einge- troften war, beschloß, sofort durch Gegenan­griff die Lage zu klären. Oberst Schmtdt fuhr dem Regiment entgegen und setzte sofort den Gegenangriff an. Die Artillerie machte Kehrt und setzte den Feind aus weitester Entfernung unter Feuer. Obwohl das Regiment seit dem ersten Tage des polnischen Feldzuges eingesetzt war und zum ersten Mal in Ruhe kommen sollte, setzte es mit ungebrochenem Schwung zum Ge­genangriff an. Als der Pole Teile einer rvich- trgen Höhe zu besetzen drohte, brach ihn der An­griff des 1. Bataillons, das, in hervorragender

Weife von Artillerie unterstützt, die Polen unter starken Verlusten zurückwarf. Am späten Nachmit­tag war die alte Stellung wieder in der Hand des Regiments und der Gegner zurückgeworfen. Durch den selbständigen Entschluß, das in Ablösung befindliche Regiment wieder Kehrt machen zu lassen, meisterte hier Oberst Schmidt eine für die ganze Armee kritische Lage.

Das kampferprobte Regiment nahm schließlich an den Kämpfen von Warschau durch Erstür. mung des Forts Mokotowfki hervor­ragenden Anteil.Jetzt muß angegriffen wer- den", war die Parole des Regimentskommandeurs, die Offiziere und Mannschaften nach dem persön­lichen Vorbild ihres Kommandeurs stets zu reft- losem Einsatz hinriß.

Erstürmung des Forts II vor Warschau.

Den Feind mit seinem eigenen Geschütz beschoffen.

Oberleutnant Reinhardt und Leutnant Stolz vom 3 -R. 51.

Oberleutnant Reinhardt und Leutnant Stolz, beide vom Jnf.-Regt. 51, wurden vom Führer und Obersten Befehlshaber mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, weil sie sich bei der Erstürmung des Forts II vor War­schau durch besondere Tapferkeit hervorgetan haben. Oberleutnant Reinhardt erhielt am 25. 9. als Führer der 2. Kompanie den Auftrag, eine Erkundung vorzunehmen. Er stellte hierbei fest, daß die Polen vor dem Fort durch Drahtverhau ge­schützte Schützenlöcher ausgehoben hatten. Als Ober­leutnant Reinhardt am 26. 9. morgens um 4 Uhr seine Kompanie zum Sturm antreten ließ, war das Fort noch von rund 120 Mann besetzt. 4.30 Uhr war das Fort von Süden, Westen und Osten um­stellt. Die Komp-anie lag unmittelbar vor dem Drahtverhau. Bei Anbruch der Dämmerung erhielt die Kompanie aus 30 Meter Entfernung starkes Feuer aus den etwas erhöht liegenden polnischen Schützenlöchern. Oberleutnant Reinhardt stürmte diese mit seiner Kompanie in engstem Zusammen­wirken mit der 10. Kompanie des gleichen Regiments.

Diele 10./JR. 51, unter Führung von Leutnant Stolz, rückte noch in der Dunkelheit westlich des Forts vor. Am Abend vorher hatte Leutnant Stolz sich mit feiner Kompanie freiwillig zu dieser Unter­nehmung gemeldet. Leutnant Stolz zog zwei Züge und ein SMG. näher an das Fort heran, als er merkte, daß die Nachbarkompanie in dem schweren polnischen Abwehrfeuer außerordentlich schlecht vor- wärtskam. Er griff dann das Fort frontal an, durch­schnitt drei schwere Drahthindernisse und stand vor dem breiten Wassergraben an den Kasematten. Da er den Graben nicht überschreiten konnte, schob er sich im Abwehrfeuer der Polen weiter nach rechts und stieß auf eine versteckt im Gebüsch aufgestellte polnische Pak. mit Bedienung. Die Polen wurden gefangen. Das geladene Geschütz wurde u m - gedreht, und Leutnant Stolz begann sofort, den Feind mit seinem eigenen Ge­schütz zu beschießen. Nachdem auf diese Weise das feindliche MG. am Haupteingang des Forts durch Pak.-Schüsse erledigt war, griff Leutnant Stolz das Fort an der Brücke von rückwärts erneut an, wobei sich fein Kompanietrupp unter Führung des Unteroffiziers Scheel besonders verdient machte. Aus Türen und Fenstern der Kasematte wurde gefeuert und besonders aus einem Raum,

aus dem den Angreifern schweres Abwehrfeuer ent« gegenschlug.

In der Zwischenzeit hatten die beiden angreifen' den Züge dadurch Verluste gehabt, daß fast von allen Seiten aus Fenstern, Kellern unN Dächern die Polen auf die Angreifer schos­sen. Um die Bedrohung im Rücken auszuschalten, setzte Leutnant Stolz seinen dritten Zug ein, der mit Handgranaten, Granatwerfern und Bajonett die Häuser einzeln säuberte. Unter schwerem Be- schuß der Kasematten erreichte Leutnant Stoß schließlich mit einem Zug der SMG.-Gruppe den. Wall des Forts. Erst jetzt ergab sich ein Teil der Polen. Ein Teil, der nicht sofort ent­waffnet werden konnte, setzte den Kampf fort, bis schließlich auch der Rest der Besatzung, etwa 7» bis 80 Polen, sich ergab. Befehlsgemäß erreichte die Kompanie 10 den Ostrand des Forts.

Auf dem Gelände ergab sich, daß der Erfolg der beiden Kompanien nur durch ein hervorragen­des Zusammenwirken zu erreichen war. Ohne die Abschirmung durch Oberleutnant Reinhardt hätte das Fort nicht gestürmt werden können, und ohne Wegnahme des Forts hätte der Angriff der Nach­barkompanie nicht vorangetragen werden können.

Am Ostrand des Forts erhielten die Stürmer, erneut schweres Granatwerferfeuer. Für den Geist der stürmenden Infanterie ist es bezeichnend, daß in einem Trichter ein im Fort gefundenes Gramms- p h o n aufgestellt und zur Verwunderung der Polen polnische Schlager gespielt wurden. Wenn heute eine Anzahl von Angehörigen der Kompanie das Eiserne Kreuz trägt, so verdanken sie diese Auszeichnung auch der Ausbildung durch ihren Ba- taillonskommandeur, Major Kuhnert, der sie als Weltkriegssoldat alles das lehrte, war sich hier im Kampf so besonders bewährte.

Oberleutnant Reinhardt, der 1911 in Glau- bitz, Kreis Riesa, geboren wurde, trat 1932 als Freiwilliger in das damalige Infanterie-Regiment 7 ein und wurde am 1.10.1934 zum Leutnant be« fördert. Er hatte sich bereits zu Beginn des pol­nischen Feldzuges in einem schweren Gefecht bei Raciszyn ausgezeichnet. Leutnant Stolz wurde im Mai 1915 als Sohn des Majors und Batail­lonskommandeurs im ehemaligen österreichischen Egerländer Infanterie-Regiment 73 in Wiener- Neustadt geboren, nachdem fein Vater bereits am 21.11.1914 gefallen war. Er ist am 1.9.1935 als Einjährig-Freiwilliger in das Infanterie-Regiment5 des damaligen österreichischen Bundesheeres ein« getreten und am 1.9.1938 Leutnant in der groß­deutschen Wehrmacht geworden.

Kampf England das gottlose Frankreich und das Weltjudentum habe und daß es ausge­rechnet zur Rettung des Christentums die Tür­kei umwerbe. Schüeßlich wies Dr. Malan auf die französische Absicht hin, schwarze Truppen gegen Deutschland zu verwenden. Für jeden Afrikaner fei der Einsatz schwarzer Truppen gegen Weiße v er a b sch e u u n g s w ü r d i g. Wenn daher ein Land verdiene, aus Afrika herausgehalten zu werden, dann sei es Frankreich, mit seiner die Exi­stenz der Weißen in Afrika bedrohenden Eingebo­rene npokitik.

Der bekannte südafrikanische Arzt und Parla­mentsabgeordnete Dr. S t e e n k a m p , der qesin- nungsmäßig zu den hinter Hertzog und Malan stehenden burischen Afrikanern gehört, hatte für

Moskau, 27. Okt. (Europapreß.) Unter der Ueberschrift:Die kleinen Länder im Schraubstock der Blockade" schildert dieJswestija" die wirt­schaftliche Notlage der kleinen neutralen Staaten Europas, die durch die britischen Blockadebestim­mungen auf das schwerste betroffen sind. Schon in den ersten Wochen des Krieges hätten sich in den neutralen Staaten weit stärker als in den krieg­führenden Ländern die furchtbaren Folgen der britischen Blockade fühlbar gemacht, um so mehr, als diese Staaten keine Vorratswirt­schaft getrieben hätten und ihre ganze Existenz von Den Seezufuhren abhänge. Diese Staaten seien nun­mehr durch die Maßnahmen Englands vom S e e - handel so gut wie abgeschnitten, auf

Pre ßbur a, 27. Okt. (Europapreß.) Staats­präsident Dr. Tiso erklärte der Auslandspresse, der 26. Oktober bedeute, daß die Slowaken die Tätig­keit am Staatsaufbau, die sie nach der Proklamie­rung des selbständigen slowakischen Staates begon­nen hätten, formell durch die Wahl des Staats­oberhauptes beendeten. Das, was in so kurzer Zeit getan worden sei, zeuge von den Lebensmög­lichkeiten des slowakischen Volkes und slowaki­schen Staates. Ungeachtet der Tatsache, daß die Slowaken gleich in den Märztatzen im Osten und jetzt im September im Norden im Interesse ihrer Verteidigung hätten zu den Waffen greifen müssen, sei die innerliche Festigung des Staates fortgesetzt worden. Die Tatsache, daß es den Slowaken gelungen sei, die mehr als tausendjährige slowakische Staatlichkeit wieder zu erneuern, zeuge von der Lebens-

den Antrag Smuts' zur Teilnahme am Kriege gegen Deutschland gestimmt. In einem Flug­blatt an seine Wähler erklärt Steenkamp nunmehr, daß England entschlossen gewesen sei, im Falle einer südafrikanischen Neutralitätserklärung Truppen nach der Union zu entsenden, die Leitung des Landes zu übernehmen und etwaigen Widerstand mit Gewalt zu brechen. Man sei gezwungen, mit England zu gehen, sonst werde nach Kriegsende die Selbstverwaltung ver­lorengehen und das Land wie nach dem Buren­kriege von England als Kronkolonie ver­waltet. Bedarf es einen weiteren Beweises, daß die Südafrikanische Union mit aufaepflanztem Bajo­nett in den Krieg gezwungen worden ist?

dem wie im Falle Belgiens, Hollands und der skandinavischen Staaten ihre Volkswirtschaft be­ruhe. Die Versorgung dieser Länder mit Rohstoffen sei ebenso katastrophal wie in bezug auf Lebens­rnittel und Gebrauchsgegenstände. Ihre Handels- fchiffahrt fei lahmgelegt. Die Entbehrungen, die den Massen der,Bevölkerungen dieser Länder damit auferlegt würden, seien wahrlich unübersehbar. Zu­dem seien diese Länder auch 'noch genötigt, ihre zerbrechliche Neutralität durch enorme Rüstungs- ausgaben zu schützen. Nachdrücklichst weist die Jswestija" darauf hin, daß England diesen schonungslosen Blockadeschraubstock erfunden hat und für das El end verantwortlich ist, das damit für die neutralen Kleinstaaten entstanden ist.

f ä h i g k e i t des slowakischen Volkes. Die natio­nale und christliche Tradition der Slo­waken und die aus ihr sich ergebenden Bemühun­gen bildeten auch in Zukunft eine Garantie für die innere Ruhe und Ordnung im Staate. Im Sinne des modernen Nationalismus und des völkischen Grundsatzes, den der Führer des Großdeutschen Reiches immer wieder hervorhebe, bemühe sich die Slowakei, so erklärte Dr. Tiso, um den materiellen uns geistigen Fort- schri11 des slowakischen Volkes.

Dr. Tiso nahm sodann gegen die Auslands Pro­paganda Stellung und betonte, wenn die Slowakei in Deutschland einen guten Ratgeber habe, so bedeute dies keinesfalls, daß dies auf die Selbständigkeit der Slowakei Einfluß habe. Durch den Freundschaftsoertrag mit dem Groß- deutschen Reich, so schloß Dr. Tiso, sehe die Slo-

maTei ihre internationale Stellung endgültig gesichert, und mit diesem Grund- satz wolle sie in bester Eintracht mit allen ihren Nachbarn Zusammenleben.

Oer Führer beglückwünscht den slowakischen Staatspräsidenten.

Berlin, 27. Okt. (DNB.) Aus Anlaß seiner Wahl zum slowakischen Staatspräsidenten erhielt Dr. Josef Tiso vom Führer nachstehendes Tele­gramm: Ew. Exzellenz übermittle ich anläßlich Ihrer Wahl zum Staatspräsidenten meine und des deutschen Volkes herzlichste Glückwünsche. Ich knüpfe hieran den zuversichtlichen Wunsch, baß unter Ihrer Führung das durch aufrichtige Freund­schaft mit Deutschland verbundene slowakische Volk einer glücklichen Zukunft entaegengehen möge.

Die Antwort D r. Tisos lautet: Die wert« vollen Worte, durch welche Ew. Exzellenz als Er« st e r mich zu meiner Erwählung zum slowakischen Staatspräsidenten beglückwünschte, erfüllten mich und das slowakische Volk mit aufrichtiger Freude, erhöhten den Glanz dieser historischen Stunde, die in meinem Leben die bedeutendste ist und bestätigten wiederholt unseren Glauben, daß die Slowakei in Freundschaft mit Ihrem großen deutschen Verbündeten ehren« haft ihre Aufgabe erfüllt und an Ihrer Seite zur gerechten Regelung Europas beihilft.

Senat verwirft Antrag auf Aufrecht- erhaltung des NeutratitätSgeseheS.

Washington, 27. Okt. (DNB.) Der Senat' lehnte mit 67 gegen 22 Stimmen den von Senator N y e eingebrachten Entwurf über das Neutralitäts« gesetz ab, der an Stelle des Gesetzentwurfes Pitt« m a n s treten sollte. Der Gesetzentwurf war von dem offiziellen Gesetzentwurf nur in der Frage des Waffenembargos verschieden, das er bei« behalten wollte.

Elsässischer Autonomistenführer zum Tode verurteilt.

P a r i s , 27. Okt. (DNB.) Das französische Kriegs« «in Nancy hat den elsässischen Autonornisten ods zum Tode verurteilt.

Dr. Roos, der Präsident der Landespartei in Elsaß- Lothringen, steht im 61. Lebensjahr. Er ist Mitbe­gründer des Heimatbundes und galt als Sammel« begriff für die Heimattreuen Elsaß-Lothringer. lieber die Anklage und die Begründung des Urteils wird die Version verbreitet, Dr. Roos habe mitt« tärische Geheimnisse verraten.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels sprach zu den im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propa­ganda für die politische Ausrichtung in den Gebieten und Obergauen verantwortlichen HI.-Führern u n d B D M.- Führerinnen über Fragen aus ihrem Arbeitsgebiet.

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Die Teilnehmer der Dichterfahrt in das befreite Gebiet im Osten, die auch Gelegenheit gehabt hatten, sich durch zahlreiche Volksdeutsche selbst über die furchtbaren Greueltaten der Polen berichten

Die Neutralen im Schraubstock der englischen Blockade. OieZswestija" unterstreicht Englands Schuld.

Das Großdeutsche Reich sichert die internationale Stellung der Slowakei. Staatspräsident Or. Tiso gegen eine törichte Auslandspropaganda.