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Aus -er engeren Heimat
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(Nachdruck verboten.)
1. Fortsetzung.
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nicht irre, führen Sie doch die abzukürzen, nickt Nikotine, ob- Geldsachen ihres Chefs keine
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„Nicht da? Schade. Ich Patient, sondern mit einer
„Gehen wir doch einen mer, Herr Friedrich. Darf
dos doch! Wenn ich Bücher?"
Um die Geschichte schon sie von den blasse Ahnung hat.
sie von den Stellen ausgestellt sind, die von den unteren Verwaltungsbehörden (Oberbürgermeister, Landräte, Bürgermeister) dazu die Berechtigung erhalten haben. Von anderen Stellen für die Zivil- bevölkerung ausgefertigte Bezugscheine sind ungültig. Auf diesen Sachverhalt macht der Oberbürgermeister heute in einer Bekanntmachung besonders aufmerksam.
** Feuer im Gartenhäuschen. Gestern gegen 22.40 Uhr wurde die Feuerwehr in die Schützenstraße gerufen. Dort war ein Gartenhäuschen in Brand geraten. Um 23.45 Uhr konnte die Feuerwehr wieder einrücken.
(Eber) 1,06 RM.
Marktverlauf: Alles aus verkauft, Geschäft lebhaft.
Der Hopfenhändler nimmt umständlich auf einem der verkratzten, altdeutschen Stühle Platz, die noch von Dr. Severins Schwiegervater, dem Sanitätsrat Lämmermann, herstammen. Er kennt dieses Zimmer seit vielen Jahren.- Den Umbaudivan, der mal wieder aufgefrischt werden dürfte, das Bild von Severins verstorbener Frau darüber, die Nähecke auf dem Antritt und den abgetretenen imitierten Perserteppich, der längst seine Muster eingebüßt hat. Alles ein wenig verwohnt, nicht ganz standesgemäß mehr, denkt der adrette Herr Friedrich unzufrieden. Er ist ein Mann um die Fünfzig, mit unmodernen Schnurrbart, Stiftekopf und dunkler Krawatte. Er hat verstaubte Ansichten, mit denen er fortschrittliche Leute ärgert.
„Ja, Sie könnten etwas ausrichten, Fräulein Ferber", beginnt er und putzt seinen Zwicker. „Es handelt sich nämlich um das Krankenhaus, um meine Hypothekenzinsen, die halbjährlich fällig sind, jeweils zum ersten Dezember und ersten Juni. Sie wissen
komme heute nicht als geschäftlichen Sache." Moment ins Wohnzirn- ich bitten?"
„Es sind jetzt fünf Monate verstrichen, und die Dezemberrate steht noch immer aus. Entschuldigen Sie, es ist mir ja selber peinlich murmelt Friedrich verdrossen.
„Sie werden verstehen, daß ich in derartige Dinge nicht eingeweiht bin", erwidert Nikoline. ,Hst der Betrag hoch?"
„Fünfzehnhundert Mark, Fräulein Ferber. Und die Junirate steht vor der Tür. Ich sitze da und warte und warte, und es rührt sich nichts, kein Geld, keine Erklärung. Da habe ich mir gedacht, du sprichst mal vor und erkundigst dich, was denn los ist".
„Gott, das ist übersehen worden, nehme ich am
Wirtschaft.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehverteilungsmarkt) in der Biehversteige. rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 4 Ochsen, 7 Bullen, 20 Kühe, 29 Färsen, 65 Kälber, 100
ehrenkreuz (l. Stufe), 134 Mütter mit dem Silbernen Ehrenkreuz (II. Stufe) und 256 Mütter mit dem Bronzenen Ehrenkreuz (III. Stufe) ausgezeichnet. Die Uebergabe der Mütterehrenkreuze erfolgt durch die Ortsgruppenleiter der Partei am Tage des Erntedankfestes am 1. Oktober.
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Die Verwertung von Schalenwild
Wichtige Bestimmungen für den Säger.
** Bezugscheine für Spinnstoff- waren und Schuhe sind nur dann gültig, wenn
den — und sie eben das Ordinationszimmer huf- räumen will, schellt es abermals. Das ist das Aufreibende an diesem Haushalt, daß man keine Arbeit in Ruhe fertigmachen kann; immer kommt etwas dazwischen, das noch dringlicher ist.
„Ach, Herr Friedrich! Sie wollen wohl den Herrn Doktor sprechen? Der ist leider nicht da. Kann ich etwas bestellen?" erkundigt sich Nikoline freündlich. Freundlich — das ist auch so ein Kapitel. Aerzte und ihre Angestellten sollen immer freundlich sein, auch wenn ihnen nicht nach Heiterkeit zumute ist.
Während im Eschelbrunner Doktorhaus fünf Pa» tienten im Warteraum murmeln, während die Bratensoße immer dicker wird und die beiden Kinder ihre Nasen ungeduldig an der Fensterscheibe plattdrücken, liegt Dr. Severin in der Mitte zwischen Mooracker und dem Städtchen unter seinem Wagen und ärgert sich mit dem rechten Hinterreifen herum. Die Witterung ist umgeschlagen, es regnet, und das kleine Auto tropft vor Nässe. Ein dünner Wasserfaden rinnt beharrlich in des Doktors Rockausschnitt, der Ueberzieher ist verdreckt und der linke Zeigefinger blutet. Die Straße ist so leer, wie sie nur fein kann.
(Fortsetzung folgt.)
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Versorgung des Jagdausübungsberechtigten verwen- sind bei ganzen Stücken 30 v. H. des Ge-
Der Grünberger Haushaltsvoranschlag für 1939.
+ Grünberg, 26. September. Unter Vorsitz von Bürgermeister König fand eine Sitzung der Ratsherren zur Beratung des Voranschlag s, statt. Die Abteilung I (Betrieb) schließt in Einnahme und Ausgabe mit 319 665,39 RM. ab, während die Abteilung II (Vermögen) in Einnahme und Ausgabe je 15 754,53 RM. aufweist.
Durch den Finanzausgleich entfallen von bisherigen Einnahmen: Sondergebäudesteuer 7621 RM., Grunderwerbsteuerzuschlag und -anteil 4100 RM., Biersteuer 6010 RM., Reichssteueranteile 18 558 RM.; Mehraufwendungen infolge neuer Aufgaben: Kreisumlagen 36 300 RM., Stell en geh älter der Volksschule 9675 RM., zusammen 82 304 RM. Demgegenüber ergeben sich folgende neue Einnahmen: Kreis steuern 5 960 RM., Provinzialsteuern 5590 RM., staatliche Gewerbesteuer 13100 RM., staatliche Grundsteuer 16 000 RM., Anteil an der Son- bergebäubefteuer 3800 RM., staatliche Hunbesteuer 480 RM. und verschiedene andere Posten, sodaß sich eine Summe von 46 920 RM. ergibt. Die Ge- famtmehrbelastung durch den Finanzausgleich beträgt daher 35 384 RM. Die einzelnen Rubriken des Voranschlags bewegen sich meistens in derselben Höhe wie im Vorjahre, nur das Kapitel „Wald" bringt infolge geringerer Fällung eine Weniger- einnahme von 41506 RM. (Voranschlag 1938 Mit 91916 RM. Einnahme).
Zum ersten Male erscheint für das Wasserwerk ein besonberer Voranschlag, der in Einnahme und Ausgabe mit 18 906,84 RM. ab schließt. Die
boch zeigte sich anderseits auf dem ermäßigten Kursstand vielfach etwas Kaufinteresse. Der Aktienmarkt eröffnete daher wieder mit uneinheitlichen Kursen, wobei sich die Veränderungen nach beiden Seiten bei den zunächst notierten Werten nahezu. ausglicken. Gefragt wurden IG.-Farben mit 155,50 (154,50), ferner gewannen Gesfürel 1,50 v. H. auf 129, Gebr. Junghans 1,50 v. H. auf 80,25 und AE. für Verkehr 0,50 v. H. auf 100,50, außerdem eröffneten eine ganze Anzahl von Papieren unverändert. Vorwiegend nach schwächer waren Montanwerte, X Mannesmann 97,13 (98,75), Verein. Stahl 89,65
Am Rentenmarkt war die Haltung bet ruhigem Geschäft wenig verändert. Während Reichs- altbefitz mit 131,90 behauptet blieben und De ko- sama I 0,25 v. H. anzogen auf 135,25, gaben Reichsbahn-VA. auf 120,75 (121) nach. Liguidationspfand- briefe z. T. 0,25 v. H. höher. Staatspapiere und Stadtanleihen unverändert. Industrie-Obligationen noch überwiegend nachgebend, am meisten 6proz. IG.-Farben auf 121,50 (122,40), anderseits 5proz. Gelsenberg 97,25 (96,75).
Frankfurter Getreidebörse
Frankfurt a. M., 27. Sept. Die Notterungen blieben unverändert.
Frankfurter Schtachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 28. Sept. (Vorberlcht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 598 Rinder (88 Ochsen, 82 Bullen, 265 Kühe, 163 Färsen), 280 Kälber, 15 Hämmel, 13 Schafe, 353 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 30 bis 65, Hämmel 40 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 52 bis 61 RM. — Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe flott.
Schweinemarkt in Butzbach.
* Butzbach, 28. Sept. Auf dem heutigen Markt ' wurden 461 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis sechs Wochen alte Tiere bis 12 RM., sechs bis acht i Wochen alte 12 bis 18 RM., acht bis zehn Wochen alte 18 bis 22 RM. Handel schleppend; es verblieb großer Ueberftanb.
Vbein-Mainifche Börte.
Mttagsbörfe uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 27. Sept. Zwar machten sich auch heute noch Abgaben als Vorbereitungen für ben Quartalsultimo in leichtem Maße bemerkbar,
„Nirgenbs", mußte sie beschämt zugeben unb schielte an bem guten Arztgesicht vorbei auf ihr Wachstuch- köfferchen. „Ich kann mich nicht ins Bett legen, bas ist bei unfereinem nicht so einfach, ich muh weiter, sonst verliere ich meinen Posten."
„Ihre Gesunbheit ist augenblicklich wichtiger als alle Posten ber Welt. Liebes Fräulein, wollen Sie es so weit kommen lassen, baß ber Fuß weg muß? Sie legen sich jetzt in mein Krankenhaus bort brüben, unb in acht Tagen finb Sie wieber gesunb", befahl Dr. Severin energisch.
„Aber ich bin doch in keiner Kasse, und Geld habe ich auch nicht", wendete sie trotzig ein.
„Ach, wenn es bloß das ist; bas kriegen wir schon", tröstete er unb packte sie eine Viertelstunde nachher in sein Auto. Zehn Tage später fragte er sie, ob sie seinen Haushalt führen könnte unb wollte, er sei ohne Wirtschafterin, unb es gehe alles drunter unb brüber.
Können? Natürlich. Und wollen? Wieso denn nicht, gern, mit Handkuß sogar. Oh, sie ist nicht verwöhnt und macht keine Ansprüche. Das Leben hat sie ordentlich gezwiebelt und umhergetrieben. Ganz früher war sie in einem Büro, Korrespondenz und Tippen, wegen Arbeitsmangels entlassen. Dann viele Berufe. Stütze, Kinderfräulein, Vorleserin, bitte sehr, das hat es damals noch gegeben. Dann eine Zeit, an die sie sich nicht gern erinnert: erwerbslos, stempeln gehen und große Verzweiflung. Es war nicht immer leicht, mittendurch zu lavieren und ben Kopf oben zu behalten. Dann Einlegerin in einer Fabrik, Maschinen, Treibriemen, ölzerfressene Hände; seht an, sie verschweigt gar nichts unb macht sich ganz nackt unb burchsichtig. Es ist keine Schanbe zu arbeiten unb keine, erwerbslos zu fein. Unb enb- lich tarn Dresben unb ganz zuletzt Eschelbrunn. Hier- bleiben dürfen wäre ein großes Glück.
Dem Doktor war es recht. Ihre Offenheit, ihr fröhliches Gemüt, ihr zupackenbes Wesen gefielen ibm Seither übt sie Hausfrauenpflichten in seinem Betrieb.
Nikoline bemüht sich, wieder einzuschlafen. Von ber Stadtkirche schlägt es vier. Nun wird bald das
famtaewichtes bei Teilstücken, wobei das Wildragout (Kopf, Hals, Brust unb yenußfähige Abfälle) außer Ansatz bleibt, 50 v. H. chres Gewichtes auf die Fleischkarten anzurechnen. Wird bas Wild ganz oder teilweise unmittelbar an Verbraucher abgegeben, so hat sich der Jagdausübungsberechtigte die entsprechenden Mengen von Abschnitten der rechten Seite der Fleischkarte aushändigen zu lassen. Diese sind binnen einer Woche an das für seinen Wohnort zuständige Ernährungsamt abzugeben. Bei Abgabe an Selbstversorger hat er dem für den Wohnort des Selbstversorgers zuständigen Ernährungsamt die anrechnungspflichtige Menge anzuzeigen.
Gewerbliche Betriebe (Wildbrethändler, Gastwirtschaften usw.) dürfen Wildbret von Schalenwild nur gegen Abschnitte der Fleischkarte abgeben. Wildragout wird ohne Abschnitte abgegeben, das Wildbret ist zu 50 v. H. auf die für die einzelnen Abschnitte festgesetzten Gewickstsmenaen anzurecbnen. Unter Berücksichtigung dieses Anrechnungssak§s haben die gewerblichen Betriebe mindestens für 60 v. H. des Gesamtgewichtes des von ihnen zer- wirkten Schalenwildes Abschnitte der Fleischkarte an das Ernährungsamt abzugeben. Gewerbliche Betriebe, die Wildbret von Schalenwild an Verbraucher ab geb en, haben bis zum 5. jeden Monats ■bei dem zuständigen Ernährungsamt eine Monats- melbung abzugeben, der die erhaltenen Abschnitte gesammelt beizufügen find.
Festliche Eröffnung im Stadttheater.
Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Das Stabttheater Gießen tritt am Freitag, 29. September, mit einer festlichen Eröffnungsvorstellung in bie Winterspielzeit 1939/40 ein. Die Aufführung von Hebbels „Agnes Bernauer" in der Neueinstudierung von Hannes Razum wird durch das Städt. Orchester unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter mit der Egmont-Ouvertüre von Beethoven und einer Ansprache des stellvertretenden Intendanten eingeleitet. In Hauptrollen wirken mit: Jngeborg Riehl, Hans Caninenberg, Hans Geißler, Viktor v. Gschmeidler, Siegftied Lowitz, Hilmar Manders, Gerhard Reuter, Hans Albert Schewe und Karl Dolck. Das Bühnenbild schuf Karl Löffler. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr und endet gegen 23 Uhr.
Täglich 100 Zentner Küchenabfälle für das EHW.
In dem gestrigen Aufruf der Kreisamtslettung der NSV. zur Unterstützung des Ernährungshilfs- wertes ist eine Zahl unrichtig wiedergegeben worden. Täglich werden 10 0 Zentner — 5000 Kilogramm (nicht nur 1000 Kilogramm) Küchenab- fälle benötigt.
In diesem Zusammenhang sei nochmals an die Hausfrauen die dringende Bitte gerichtet, ihre Küchenabfälle möglichst frühzeitig vor das Haus zu stellen, um damit die schnellere Erfassung der Abfälle zu ermöglichen.
Auftreten des Kartoffelkäfers bei der Ernte.
Der Kartoffelkäfer-Abwehrdienst, Abschnitt Nord, Außenstelle Gießen, teilt uns mit: Bei der eben in vollem Gange befindlichen Kartoffelernte sind vieler- orts noch Kartoffelkäfer gefunden worden. Es ist also nicht wahr, daß der Käfer bereits feinen Winterschlaf angetreten hat, er sitzt vielmehr zu Hunderten auf dem teilweise noch grünen ober auch bereits abgestorbenen Kartoffelkraut. Ebenso können Larven und Eigelege gefunden werden. Jeder vernichtete Käfer oder jede Larve, jedes abgetötete Eigelege verhindert eine weitere Ausbreitung des Käfers im nächsten Jahre. Die Kartoffel bildet die Grundlage unserer Volksernäbrung, diese muß unter allen Umständen gesichert sein. Darum ist größte Aufmerksamkeit am Platze. Beim Auftreten des Kartoffelkäfers sind die (Erntearbeiten sofort zu unterbrechen, der zuständigen Polizeibehörde ist Anzeige zu erstatten.
Das deutsche Lied in ernster Zeit.
Appell d^s Reichsmlnisters Dr. Goebbels.
Die Sängergaue Nassau und Hessen wenden sich an die Gesangvereine in ihren Gauen mit richtunggebenden Anweisungen des Driitschen Sängerbundes über die Pflege des deutschen Liedes. Der Deutsche Sängerbund gibt gleichzeitig den Männergesangvereinen einen Wunsch des Reichsministers Dr. Goebbels bekannt. Das deutsche Lied und der deutsche Männergesang sollen auch in ernster Zeit nicht verstummen. Gerade das deutsche Lied sei, wie Dr. Goebbels betont, in hohem Maße berufen, die schwere Zeit und ihre Sorgen leichter überwinden au helfen. Daher sei der deutsche Männergesang zu hegen und zu pflegen wie seither.
Die Gesangvereine in den Sängeraauen Nassau und Hessen halten ihre Uebungsftunben der Zeit entsprechend ab und stellen das deutsche Lied auch besonders in den Dienst unserer Verwundeten und Kranken durch Sonderkonzerte.
Gießener Wochenmarktpreife.
* G i e ß e n, 28. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, J4 kg 5 bis 7, Weißkraut 4 bis 5, Rotkraut
FWD. Die am 25. September 1939 in Kraft getretene Anordnung Nr. 20 der HV. der deutschen Viehwirtschast (Maßnahmen zur Bewirtschaftung von Tieren und tierischen Erzeugnissen) enthält in ihrem zweiten Abschnitt wichtige Bestimmungen, die den Jäger angehen.
Ab 25. September 1939 wird auch Schalenwild in die Bezugkartenpflicht einbezogen. Jeder Jagdausübungsberechtigte hat nunmehr den Abschuß von Schalenwild bei dem Ernährungsamt anzuzeigen, in dessen Bereich das Wild erlegt worden ist. Die Anzeige hat mittels Abschuhmeldung D binnen drei Tagen nach dem Abschuß zu erfolgen, sie hat zu enthalten Name und Anschrift des Jagdausübungsberechtigten, Wildart, Gewicht in aufgebrochenem Zustand (Gesamtgewicht), Angaben über die Verwertung (gänzlicher oder teilweiser Selbstverbrauch, Abgabe an Verbraucher oder an gewerbliche Betriebe), bei Abgabe an Selbstversorger und an gewerbliche Betriebe sind Namen und Anschrift des Empfängers anzugeben. Wird das Wild ganz oder teilweise in den Bereich eines anderen Ernährungsamtes verbracht, so hat der Verbringende dem obengenannten Ernährungsamt dies anzuzeigen, dieses gibt hiervon dem Ernährungsamt des Empfangsortes Kenntnis.
Wird das Wild ganz oder teilweise zur Selbst-
6 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 8, Feldsalat, iho 10 bis 12, Tomaten, % kg 10 bis 13, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 8, Kartoffeln, Vi kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,95 RM., Aepfel, Vi kg 15 bis 30 Rpf., Fallävfel 5, Birnen 10 bis 25, Pfirsiche 25 bis 30, Zwetschen 8 bis 15, Mirabellen 17, Blumenkohl, das Stück 10 bis 35, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 25, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25 Rpf.
erläutert wurde, einverstanden. Der Bürgermelftte erließ daraufhin die gesetzlich vorgeschriebene „Haus- Haltssatzung der Stadt Grünberg für das Rech, nungsjahr 1939". Neben der Festsetzung der Em. nahmen und Ausgaben sowie der Steuersätze ent. hält sie auch den Höchstbettaa der Kredite, die im Rechnungsjahr zur Aufrechterhaltung des Betriebes in Anspruch genommen werden dürfen und mit 20 000 RM. vorgesehen sind.
Landkreis Gießen
Z Alb ach, 28. Sept. Seinen 7 0. Geburts. tag kann am heutigen 28. September in guter Gesundheit Herr Ludwig Balser IV. feiern. Am gleichen Tage feiert Frau Anna Marie Klein, geb. Hahn, Ehefrau des Karl Klein I., in verhältnismäßig guter Gesundheit ihren 7 5. Geburtstag. Den beiden Jubilaren unseren herzlichen Glück- wünsch.
Vermögens- und Schuldenaufstellung für dasselbe 3'eigt auf beiden Seiten den Bettag von 184 837,38 RM. Es ist hierbei noch zu erwähnen, daß für die Schürfung neuer Quellen die Summe von 12 000 RM. vorgesehen wurde.
Ein Ueberblicf über Vermögen und Schulden der Stadt ergibt folgendes Bild:
Schulden: Vorkriegsschulden 25 454,20 RM., Neuverschuldung seit 1924 einschl. 8 969,99 RM. innere Schulden 236 290,66 RM., unverzinsliche Schulden 3 088,84 RM. Gesamtverschuldung 264 833,80 RM. Im Rechnungsjahr 1938 wurden an Schulden abgetragen: Ordentliche Tilgung 11812,35 RM., außerordentliche Tilgung 7 730,24 RM., zusammen 19 542,59 RM. Für 1939 sind an Tilgung 11100 RM. vorgesehen.
Das Vermögen weist folgende Kapitel auf: Gebäude 326 820 RM., Grundstücke 28 000 RM., Waldungen 575 500 RM., bewegliches Vermögen 42 750,23 RM., nutzbare Rechte 90 500 RM., stad- tische Einrichtungen 38 049,30 RM. Betriebsvermögen 82 289,19 RM., Kapitalvermögen 32 483 RM., Stiftungsvermögen 8393,35 RM., Rücklagen 84 532 RM., unverzinsliche Forderungen 4336,60 RM. Summa 1 313 653,67 RM.
Die Bürgersteuer und Filialsteuer bleiben unverändert mit einem Hebesatz von 500 v. H. des Steuermehbettages bzw. 365 v. H. der gemeindlichen Gewerbesteuer. Die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer sollen nach Durchsicht des Haushaltsplanes durch den Herrn Landrat auf dessen Vorschlag festgesetzt werden.
Die Ratsherren waren mit dem Voranschlag, der von Stadttechner Geh ringer t>or getragen und
schwerfällige Postauto durch das obere Tor rasseln und das Doktorhaus zum Zittern bringen, nahegelegen und schlecht gebaut wie es ist. Sie mag das nicht ungern. Oh, Eschelbrunn ist eine gute Etappe auf ihrem Weg. Sie hat ihre Arbeit, sie kocht und flickt, sie führt die Krankenjournale und hilft in der Sprechstunde; sie hat die Kinder, und manchmal hort sie Radio ober lieft ein Buch. Nächster Tage wird sie mit dem Garten beginnen, säen, Pflänzchen stecken, Blumen besorgen. Schon lange war es ihr Wunsch, so ein Stück gute, geduldige Erde zu besitzen. Nikoline ist ein stark nach innen lebender Mensch und besitzt das Talent, Genuß auch in unscheinbaren Dingen aufzuspüren.
Und nun kommt doch das Sandmännchen, und all die hellen und sauberen Gedanken entgleiten ihr wie einem einschlummernden Kinde ein Strauß Feldblumen.
Doktor Severin ist doch sonst so gewissenhaft und pünktlich. Oder er hat das Geld augenblicklich nicht jur Hand. Die Patienten zahlen auch nicht immer so, wie sie sollen. Auf jeden Fall werde ich chm Bescheid sagen, Herr Friedrich. Darf ich Ihnen eiro Schnäpschen anbieten? Likör oder Zwetschen? Si» werden mir doch keinen Korb geben , sagte sie als praktisches Mädchen und um einen guten Schluß besorgt. Man darf diesen Mann nicht grollend davonrennen lassen. Man muß auf Dr. Severin gezückte Spitzen abbiegen, wo man kann. Der abgehetzte, aanz in seine Arbeit verwählte Mann hat es schon so nicht leicht. „Dann Likör", bittet Friedrich besänftigt.
„Gerne", sagt Nikoline und schenkt ein. Gleichzeitig plaudert sie ihren Besucher von dem gefährlichen Thema weg in harmlosere Bezirke, in denen er Dr. Severin nichts anhaben kann. Sie lächelt ihn an und prostet ihm zu und sagt: „Lieber Herr Friedrich", während sie sich im stillen mit den unbeglichenen 1500 Mark herumschlägt, für die sie feine Erklärung findet.
Sie bringt es fertig, daß der Hopfenhändler ein zweites Gläschen trinkt, obgleich ihm Alkohol in der Frühe r/d)t gut tut, daß er fröhlicher Laune wird und zu schäkern anfängt, in Züchten natürlich, und daß er schließlich mit bem Eindruck van bannen, geht: ein nettes Mädchen, ein leckeres Mädchen, so was möchte man immer um sich haben. Schade, daß man sie so selten zu sehen bekommt.
Draußen allerdings erlebt er einen gelinden Rückschlag. Auf ber Straße nämlich hat Friedrich die Empfindung, als habe er feine Sache nicht ganz richtig angefaßt. Er hätte energischer und drohender sprechen müssen. Manches, was er vorbringen wollte, ist ungesagt geblieben. (Er ist nicht recht zufrieden mit seiner Unternehmung.
Schweine, 75 Schafe au [getrieben.
Preise: Ochsen 43,5 bis 44,5, Bullen 40 bis 43,5; Kühe 24 bis 44, Färsen 28 bis 44,5, Kälber 45 bis 65, Schafe 48 bis 49 Rpf. je Vz Kilogramm Lebend- aewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 i kg und mehr) 1,20, bl (135 bis 149,5 kg) 1,18, b2 • (120 bis 134,5 kg) 1,16, c (100 bis 119,5 kg) 1,08, d—f (unter 100 kg) 1,02, gl (fette Specksauen) 1,18, i (Altschneider) 1,16, g2 (andere Sauen) unb h
Nikoline steht vor bem Küchenherd und ist unglücklich. Das Fleisch, kaum schaust du weg, ist angebrannt; diese Lende, bie man bei Metzger Muggen- thaler so selten erhält, weil sie immer in ben Pfarr- Hof kommt. Das Mäbchen Gunba, jung, bumm, pflichtvergessen, ist an allem schulb. Soll sie nun Pfannkuchen machen ober bas Schwarze abzukratzen versuchen. Während sie überlegt, rast bas Telephon. Sie läßt die vermurkste Lende im Stich und springt.
„Hier bei Doktor Severin, Eschelbrunn."
„Der Doktor soll nach Eberwang kommen", keucht eine Stimme am Apparat.
„Zu wem? Was ist denn los?"
„Zum Wirt. Das kleine Kind hat so Hitze. Aber gleich muß er kommen!"
Nikoline kennt dieses „gleich" bis zum Ueberfluß. (Erft warten die Leute fahrlässig und tagelang, dann pressiert es auf einmal. Oder — und bas ist das Häufigere — es handelt sich um etwas, das Zeit hätte. „Ich werbe es ausrichten." Sie notiert den Besuch auf ein Schiefertäfelchen, auf dem bereits anbere Namen stehen. Jetzt schellt die Hausglocke. (Ein Mäbchen will für 20 Pfennige Hoffmannstropf en, eine alte Frau Säuglingspuder. Nikoline soll auf 5 Mark herausgeben und hat kein Kleingeld. Das Dienstmädchen ist in der Waschküche. Also flink zum Krämer nebenan und gewechselt. Inzwischen ist der Postbote gekommen und bringt emen Stoß Drucksachen, Warenproben und Zeitungen. Mittendurch muß Nikoline in den Garten, wo Bulli eine Nachbarshenne, die fürchterlich zetert, am Flügel herumzerrt. Beim Rückweg nimmt sie ein paar Apfelknospen mit für die Vase im Sprechzimmer. Als das Fleisch wieder auf dem Feuer steht — sie hat sich nun doch für Ab kratz en entschie
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