Ausgabe 
28.9.1939
 
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Ür. 227 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger iSeneral-Anzeiger für Gberhesfen) Vonnerrtag, 28. September 1959

ostbares. Sie locken

eines

bigstraße 12;' Elise Schäfer, Wetzsteingasse 32; Mar­garete Schneider, Kirchenplatz 2; Maria Schneider, l

Ins ihre goldenen Früchte. Die leuchtende Sonne der letzten Wochen hat sie gereift und köstlich gefärbt. Das wir einst von der Blütenpracht in dem un­freundlichen Mai erwarteten, ist zwar nicht überall ängetroffen, aber gar mancher Baum hängt doch yoll Aepfel, und viel Steinobst wurde schon gepflückt, hon den Wandspalieren leuchten purpurrote Trau­en, mit bunten Blättern dazwischen, die späten Pfirsiche mit ihrer samtweichen Haut locken, grüne fsasel- und Walnüsse wollen geerntet sein, die Birnen mt ihrer rostbraunen Farbe schimmern matt, aber ülles ist durchglüht von den leuchtenden Farben der llepfel. Es ist ein Reichtum von Farben, der uns vohl an die Sommerblumen erinnert, aber doch in einer zarten matten Schönheit ganz anders wirkt.

Verleihungen im Landkreis Gießen.

Im Landkreis Gießen gelangen ebenfalls zahlreiche Mütter-Ehrenkreuze zur Verleihung. 80 Mütter werden mit dem Goldenen Mütter-

reichen, um sie mit nach Deutschland zu nehmen und bedauerte, daß diese Klänge aus Italien und

Generalfeldmarschall Göring bei den Gießener Fliegern im Felde

Unterweisung im Lachen.

Zu Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahr­hunderts saßen zwei junge Frankfurter Herren tm Darmstädtischen Hoftheater. Die Hoheiten waren auch anwesend. Man gab ein Trauerspiel. Ein drolliges Vorkommnis auf der Bühne veranlaßte die Herren, laut aufzulachen, während sonst alles stumm und still das Lachen unterdrückte.

Der betreßte Theaterdiener ging nun entrüstet auf die beiden unbeherrschten unzeitigen Lacher zu und verwies ihnen ihre regiewidrige Ungehörigkeit mit folgenden Worten:

Meine Herre, hie werdd net gelacht, wann net gelacht werdd; wann Sie lache wolle, do kumme Se, wenn gelacht werdd!" S.

Aus der Stadt Gießen.

Deutsches Obst.

Das Jahr 1938 hatte uns fast gar kein Obst ge­macht. Mit Sehnsucht warteten wir auf die dies- jährige Ernte. Nun ist sie da. Schwalben und Störche haben uns verlassen.

Bevor die Bäume ihr Laub abwerfen, schenken sie

Die nachgenannten 183 kinderreichen Mütter in der Stadt Gießen sind jetzt mit dem Ehren- kreuz der deutschen Mutter beliehen wor­den:

I. Stufe (Goldenes Ehrenkreuz für Mütter mit 8 und mehr Kindern):

Kreszenz Adler,' Löwengasse 6; Johanna Ar­nold, Asterweg 48; Margarete Becker, Anne- röder Weg 28; Marie Bergener, Steinstraße 61; Henriette Boß, Mühlstraße 5; Helene Einbrodt, Neuenweg 38; Elise Freihöfer, Frankfurter Straße 59; Anna Gödicke, Steinstraße 15; Anna Haas, Schubertistraße 2; Christine Henn, Budde­straße 7; Marie Judt, Posener Straße 8; Marga­rete Kämpen, Klinikstraße 24; Elisabeth Kreß, Schan­zenstraße 16; Susanne Krombach, Bruchstraße 30; Lina Mag, Bleichstraße 11; Marie Mandler,, Stem- straße 61; Margarete Rinderknecht, Neustadt 51; Anna Rödiger, Walltorstraße 35; Amalie Schepers, Krosdorfer Straße 35; Magdalene Schmidt, Kleine Mühlgasse 7; Berta Schmitt, Friedrichstraße 5; Ju­liane Schneider, Marburger Straße 195; Elisabeth Schott, Walltorstraße 24; Marie Steinbrecher, Bruchstraße 17; Anna Wagner, Weserstraße 15; Johanna Wagner, Kaiser-Allee 18; Marie Wagner, Wetzsteingasse 20; Maria Wagner, Kreuzplatz 11; Elise Weber, Riegelpfad 90; Katharine Alexander, Glaubrechtstraße 9; Marie Amend, Löwengasse 10; Louise Bette, Mäusburg 10; Lina Büttner, Land­mannstraße 10; Auguste Dinges, Neustadt 15; Mar­garete Dürr, Frankfurter Straße 127; Johannette Geller, Schillerstraße 23; Elise Häuser, Leihgesterner Weg 138; Katharina Höß, Sicher Straße 17; Elise Hofmann, Am Nahrungsberg 29; Lina Huhn, Stem- straße 70; Elisabeth Jtschenko, Steinstraße 61; Emi­lie Kipper, Rodheimer Straße 56; Margarete Kon-

nicht aus Deutschland kamen.

Heute wissen wir, wenn auch nie ein Komponist in den Notenbüchern für den Dessauer-Marsch an­gegeben ist, daß es nicht die Klänge eines unbe­kannten Italieners, sondern eines bekannten deut­schen Stabstrompeters find, die dos Gemüt er­frischen, wenn die Soldaten mit Pauken und Trom­peten durch die Straßen ziehen:So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage ... leben wir alle Tage ... alle Tage

Hermann Ulbrich.

Brandgasse 3; Marie Schupp, Ederstraße ^..Wil­helmine Seibel, Seltersweg 37; Wilhelmine Stuhler, Wolfstraße 26; Anna Volk. Kaplaneigasse 9; Marie Weber, Frankfurter Straße 148; Lina Ziegler, Steinstraße 33.

III. Stufe (Bronzenes Ehrenkreuz für Mütter mit 4 und 5 Kindern):

211s ihm Gertraude im Schatten einer Buche ihr Geschick erzählt hatte, gab er den Flüchtlingen einen Brief an den Amtmann im Schloß zu Runkel mit und saugte ihnen, daß der Amtman etwas für sie tUSatan%genboqen mutzt- das Wunder kaum zu fa,s°n das ihm Plötzlich aus feinem Lebensweg b°- 9eSeC'aber erstaunt- er, als ihm der Amtmann in Runkel aus Grund des Briefes, den ihm der tremde Reiter mitgegeben hatte, eine gastfreie Auf- 're5~' -OM1nhrtp und der Bürgermeister ihm das Amt d-s9 Stadtpfeifers und Orgelmeisters übergab!

ReÜg"°ig ftagte G-r7au^"d1n" Amtmann nach körnen des fremden Reiters, der st- und chre

Än W antwortete der Amtmann nach einigem Ueberlegen "In°den"7üchst7n wmg der zum S.adtpfeif-r cnC dk7ibm°z7gewief "würde' emllMch zu 'SÄÄ» nicht müde9 wurde, die

Hebe und Trompetenblasen

Wie der alte Dessauer-Marsch entstand.

Obwohl der galante Landgraf Ernst von Hessen, der ausgangs des 17. Jahrhunderts auf ber Burg Rheinfels faß, schon fast das biblische Alter erreicht hatte, war er in Herzensangelegenheiten noch von außergewöhnlicher Frische. Aber da ihm der größte Vorzug für die Liebe, die blühende Jugend, fehlte, glückte es ihm nicht recht mehr, feine Unwidersteh­lichkeit beim zarten Geschlecht zu beweisen.

Don den beiden allerliebsten Backfischen, die aus der stolzen Feste über dem Rhein auf emen Freier warteten, hatte es ihm zunächst Christel Durmtzell angetan, deren Vater als Korporal zur Burgbe­satzung gehörte. Aber nachdem er erkannt hatte, daß ihm das blutjunge Mädchen bewußt aus dem Wege ging und sich seiner Leutseligkeit entzog, hatte er fein Auge auf Gertraude Regenbogen geworfen.

Die hübsche, lebenslusttge Gertraude mar tue Tochter des Stabstrompeters Fabian Regenbogen aui der Burg Rheinfels. Sie war em ausgelassener temperamenwoller Backfisch, unter dessen liebevoller Beglückung sich der greise Landgraf wieder so jung hätte fühlen können wie in der Zelt, da er mit Auszeichnung im hessischen Heere dieitte.

Aber auch Gertraude wollte nichts von chm "als' er si- eines Zages überraschte, wie sle sich in reizender Weise unter den Nußbaumen n eine Hängematte wiegte, beantwortete sie ihm sei T- dringliche Abenteuerlust mit einer schallenden Ohr- fTas alte Gemäuer der Burg hallte,-ntsetzt von her R-fpektlafigkeit wider, di- noch keinem Herrn auf Rh-ins-ls zuteil geworden war. Sollte der 'Ätt* Ä« ÄS 7» SSSZ'Ä «--»

Büchertisch.

Prof. D r. Hans Weiner t: Dormen­schenfunde als Zeugen der Mensch­werdung, Societäts-Derlag, Frankfurt a. M. Preis Ganzleinen 2,80 RM. Die Funde aus der frühesten Zeit der eigentlichen Menschwerdung sind heute so zahlreich, daß ihre Bearbeitung eine eigene Wissenschaft für sich ist; aber die Kenntnisse gerade über diesen Teil unserer Vorgeschichte sind so wenig Allgemeingut, daß es sich lohnt, in verständlicher, aber wissenschaftlich begründeter Weise darüber ein­mal eine Zusammenstellung zu lesen. Das Bänd­chen gibt, durch die Abbildungen der Funde unter­stützt, eine Uebersicht über das große Material, das wir bisher schon vom Vormenschen besitzen, und zeigt zugleich, daß auch Knochen und Schädel heute noch eine lebendige Sprache reden können, wenn man versteht, die Rätsel zu lösen, die sie den Mey­hen unserer Zeit ausgeben. .

%n einigen unliebsamen Verhandlungen 3mtfd)en Ernst von Hessen und Fabian Regenbogen mit sei ner Tochter schien es, als sollte ^er neckisch be­gonnene Skandal für den Stabstrompeter und seme Familie einen bedrohlichen Ausgang nehmem

Um Gertraude vor dem Spinnhause 3" bewah­ren und sich selber dem Zorn seines Herrschers zu enfziehen, verließ Fabian Regenbogen mtt F und Tochter heimlich die Burg bei St Goar und floh rheinabwärts, um sich tu einem ande schen Ländchen eine neue* Heimat zu suchen.

Auguste v. Foullon, Wiesecker Weg 40; Marie Göbel, Kaiserallee 40; Marie Graulich, Löber- straße 7; Anna Hahn, Schiffenberger Weg 33; Anna Helfen, Aulweg 100; Anna Hübsch, Marktplatz 6; Margarete Junker, Roonstraße 31; Adolfine Kipper, Schiffenberger Weg 28; Luise Klein, Glaubrecht- straße 8; Anna Koch, Am großen Morgen 3; Hen­riette Lehr, Kaiserallee 57; Katharine Linkmann, Ebelstraße 24; Elisabeth Mäurer, Am großen Mor­gen 1; Crescentia Nau, Friedensftraße 43; Marie Neumann, Ebelstraße 23; Margarete Reuß, Großer Steinweg 8; Katharina Schmitz, Asterweg 59; Wil­helmine Schwarz, Landmannstraße 13; Katharina Stamm, Wetzlarer Weg 41; Marie Weber, Krof- dorfer Straße 4; Lina Bastian, Marktlaubenstraße 2; Margarete Blei, Leihgesterner Weg 51; Margarete Böcker, Am großen Morgen 2; Katharine Born­träger, Brandgasse 6; Susanne Dörr, Großer Stein­weg 12; Auguste Funk, Frankfurter Straße 91; Lina Herbert, Schottstraße 5; Marie Leinweber, Am Kugelberg 57; Kathinka Lenz, Hammstraße 13; Philippine Magenheimer, Am Kugelberg 35; Jo­hannette Muhl, Bahnhofstraße 56; Elisabeth Nitz- sche, Aulweg 43; Elise Roth, Bruchstraße 8; Anna Kath. Rüffer, Liebigstraße 15; Luise Schädlich, Lie-

rad, Sandgasse 41; Lina Krack, Zu den Mühlen 2; Anna Maria Neurath, Walltorstraße 43; Anna Rausch, Neustadt 49; Katharine Schäfer, Hamm­straße 19; Katharina Schmidt, Weidengasse 10; Anna Schreiner, Kirchenplatz 3; Karoline Spies, Riegelpfad 98; Wilhelmine Wellhöfer, Marburger Sttaße 24.

II. Stufe (Silbernes Ehrenkreuz für Mütter mit 6 und 7 Kindern):

ifjnen hilft, daß sie lange fest und prall bleiben.

Halten wir einen solchen köstlichen Apfel am Stiel unb stellen uns. noch einmal alles vor: So hing ?r am Baurn, viele Wochen lang, zuerst klein und zriin, dann von Tag zu Tag mehr anschwellend. Er ließ 'Regenschauer über sich ergehen, trotzte den stärksten Winden, ließ sich schaukeln in seiner luftigen höhe, blieb aber fest hängen. Die Vögel kamen zu Besuch und sangen ihm ihre Lieder vor. Am freu­digsten aber begrüßte der kleine Apfel die Sonnen­strahlen, die ihm halfen, ein goldenes Festgewand «nzulegen. Immer wieder kommt uns die Frage: Wie ist es möglich, solche Farben und Gewürze auf« zuspeichern, so köstlich frisches Fruchtfleisch zu er­zeugen? Wir Menschen können Maschinen und Brücken bauen, wir reisen im Flugzeug, fahren im Auto, wir stellen die empfindlichsten Apparate auf, wir besiegen eine Krankheit nach der andern, aber -ins werden wir nie können: das ist die Herstellung auch nur der kleinsten Frucht.

Darum beugen wir uns in Demut vor der schöpfe­rischen Natur und nehmen dankbar und bescheiden die Früchte entgegen, die sie uns schenkt. H.

Dornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

einer zarten matten Schönheit ac Die Früchte sind uns etwas K>

m, wir müssen zugreifen, die Früchte festhalten, iber nicht wie die kleinen Kinder gleich hineinbeißen, ionbern sie erst einmal zart und liebevoll in Händen ialten. Manche haben so dünne, empfindliche Scha­an, daß jeder Druck sofort sichtbar wird. Andere wieder besitzen eine hauchdünne Wachsschicht, die

Henny Abermann, Löberstraße 8; Lina Balser, Landgraf-Philipp-Platz 8; Laura Becker, Asterweg 39; Elise Brasch, Ludwigsplatz 14; Emma Brücker, ßiebigftr. 63; Helene Buchocker, Stephans! raße 3; Emma Dambmann, ßiebigftr. 86; Emma Feuhner, Am Kugelberg 34; Toni Frey, Kaiserallee 31; Ma­rie Graf, Mühlstr. 32; Margarete Greb, Kirchen­platz 21; Auguste Hartmann, Am Großen Mor­gens; Elisabeth Heil, Aulweg 42; Anna Hellwig, Henselstr. 5; Marie Heß, Riegelpfad 106; Elise Ho- nia, Krosdorfer Straße 26; Hermine Hormann, Stephanstr. 47; Mathilde Hosch, ßöwengasse 9; Marie Jrle, Karl-Vogt-Straße 7; Helene Koch, Feuerbachstraße 5; Katharine Kraft, ßahnstr. 15; Marie Kraft, Wetzsteinstr. 12; Elise ßich, Sonnen- straße 31; ßina ßorenz, Riegelpfad 60; Amalie Müller, Friedensstr. 47; Sophie Nebel, Frankfurter Straße 58; Magdalena Reuther, ßanbmannftr. 18; Barbara Röhrich, Auf der Bach 8; ßisel Schaffer, Johannesstr. 15; Antonie Scheel, Moltkestraße 12; Anna Schwall, Frankfurter Straße 29; Christine Schmidt, Am Kugelberg 47; Helene Trapp, Ste­phanstr. 23; Luise Velke, Hammsir. 11; Emma Wal- lensels, Marktplatz 21; Wilhelmine Weber, Wolf­straße 26; Amalie Wieber, ßiebigftr. 33; Kätchen Zutt, ßudwigftr. 66; ßina Arnold, Bahnhofstr. 31; Karoline Aßmann, Asterweq 44; Else Becker, Rod- Heimer Straße 50; Johanna Böchner, ßiebig« straße 62; Johannette Dahmer, Steinstraße 39; Ka­tharine Euler, Krosdorfer Straße 32; Anna Fehn, Bismarckstraße 42; Katharina Fölsing, Gnauthstr. 18; Sophie Gurenkoff, Gnauthstraße 24; Johanna Hal­ler, ßandgrafenitraße 7; Katharine Hanauer, Neu­stadt 61; Marie Heinz; Kirchenplatz 11; Marie Herzberger, Riegelpfad 70; Karoline Jakob, Brand­gasse 6; Therese Käppele, Crednerstr. 28; Anna Kanold, Bahnhofstr. 60; Katharina Karl, Mittelweg 9; Theodore Keil, Bahnhofstr. 23; Ida Klemmrach, ßöberstr. 9; Anna Krug, Frankfurter Straße 93; Anna ßeithäuser, Roonstr. 14; Elisabeth Marr, Schanzenstraße 6; Karoline Masur, Riegelpfad 2; Margarete Metzler, Kaiserallee 34; Elise Meyer, Wartweg 54; Frieda Niedermayer, Kirchenplatz 21; Katharine Nispel, Stephanstr. 47; Emilie Potyka, . Klinikstr. 18; Helene Reiber, Klinikstr. 12; Emma Reitz, Schottstr. 45; Anna Rohrbach, Bruchstr. 19; Marie Riller, Hitlerwall 33; Helene Schaub, Cred- nerstraße 36; ßina Schmahl, Glaubrechtstr. 8; ßina Schmidt, Kaiserallee 12; Wilhelmine Schmitt, Kai- serallee 23; Elisabeth Schnabel, Steinstr. 51; Su­sanne Schröder, Bruchstr. 23; Margarete Schwarz, Friedensstr. 7; ßina Siefert, Gnauthstr. 15; Frieda Siever> Roonstr. 38; Elisabeth Spieß, Horst-Wessel- Wall 25; ßuife Steuernagel, Frankfurter Str. 90; Elisabeth Strack, Schiffenberger Weg 36; Meta Täubert, Seltersweg 70; Adele Vaudel, Schiller- straße 11; Helene Wahl, Frankfurter Str. 5; Elisa- beth Wiegand, Dammstraße 15; Elisabeth Wilker, Wilhelmstr. 43; Adele Wörenkämper, Werrastr. 3.

Die Anträge für etwa 800 weitere Mütter aus Gießen unterliegen zur Zeit noch der Bearbeitung durch die zuständigen Stellen. Die Verleihung des Mutterkreuzes an diese Frauen wird daher erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen können.

Ehrungen beim Dersorgungsamt.

Beim Versorgungsamt Gießen begingen am 13. September 1939 der Verwaltungs-Jnspekor Max Schmidt sein 40jähriges Dienftjubllaum und am 5. August 1939 Verwaltungs-Inspektor Arthur Münch sein 25jähriges Dienftjubiläum. Den Jubi- laren wurden in würdiger Weise von dem ßeiter des Dersorgungsamts Gießen die vom Führer ver­liehenen Treudienstabzeichen in Gold bzw. Silber mit den besten Glückwünschen ausgehändigt und ihnen zugleich der besondere Dank für ihre dem Reich geleisteten treuen Dienste ausgesprochen.

Wenn mon seine Lustschutzpflicht nicht ernst nimmt.

LPD. Eine Warnung für alle diejenigen, die sich den gesetzlichen ßuftschutzmaßnahmen gegenüber «gleichgültig verhalten, mag ein Vorkommnis fein, das sich in Göttingen zutrug. Zwei dortige Ein­wohner hatten gegen die Vorschriften der Verdunke­lung und sonstiger ßuftschutzmaßnahmen m Löb­lichster Weise verstoßen. Sie kamen vor den Richter und erhielten je sechs Wochen Gefängnis.

Gloria-Palast (Seltersweg):Roman -l^tes". ßichtspielhaus (Bahnhofstr.):Fräulein'

lassen. , v

Dort traf sie bald nach feiner Rückkehr auch der vermutliche Sohn des Amtmannes. Er war aufs neue von Gertraude entzückt, suchte, so oft es sich ermöglichen ließ, ihre Nähe und erzählte ihr von einer ßiebe zu ihr bis er sie eines Tages mit ver­bundenen Augen in das Schloß führte, sie im Him­melbettzimmer mit glitzerndem Geschmeide schmückte und ihr sagte, daß er nicht der Sohn des Amts­mannes, sondern der (Erbgraf Roderich von Runkel und sie seine liebe Braut sei.

Vater Regenbogen war von dem freudigen Er­eignis ganz verwirrt. Seine Tochter die Braut eines Grafen! Das konnte nur mit eigens zu dem Zweck geschaffener Musik gefeiert werden.

Er warf sich in die Brust und komponierte einen schneidigen lebenssprühenden Hochzeitsmarsch, den er mit seiner Kapelle von zwanzig Bläsern und Paukern einübte. Und als der Erbgraf Roderich von Runkel, bald nachdem der siebenundsechzigjährige ßanbgraf Ernst von Hessen sich mit der siebzehn­jährigen Christel Dürnitzell zur linken Hand hatte trauen lassen, Gertraude Regenbogen als seine rechtmäßige Gemahlin heimführte, bließ ihnen die Runkeler Stadtkapelle mit dem Hochzeitsmarsch des Stabstrompeters unter großer Begeisterung den Auftakt zu ihrem Eheglück.

*

Während der Erbgraf von Runkel sich mit seiner Gemahlin des ßebensfrühlings erfreute, ging der Hochzeitsmarsch des jungen Paares einen seltsamen Schicksalsweg. .

In den Kriegswirren, von denen das Rheinland am Ende des 17. Jahrhunderts heimgesucht war, wurden wie so viele Schätze, die sich die franzö­sischen Horden aneigneten, auch die Noten des Runkeler Hochzeitsmarsches geraubt. Aber seine Weisen wurden einige Jahre später unter eigen­artigen Umständen nach Deutschland zuruckgebracht.

Als Fürst ßeopold von Anhalt-Dessau im Jahre 1705 an der Seite des Prinzen Eugen in Italien gegen die Franzosen unter Vendome focht, wurde ihm nach der Schlacht bei Cassano in der P^ooi^ä Mailand ein Ständchen gebracht. Seine frischen Klänge waren die Weisen des Marsches, den Fa­bian Regenbogen einige Jahre vorher für die Ver­mählung des Erbgrafen von Runkel mit feiner Tochter Gertraude komponiert hatte.

Als Fürst ßeopold den schneidigen. Marsch ver- i nahm, fühlte er alle seine Glieder in Bewegung i gesetzt. Er tief begeistert:Das ist eine markige i Musik, datz soll mein Lieblingsstück werden, Des-

Zn der Angst, von den wilden Soldaten des fran­zösischen Sonnenkönigs, die am Rheine brand­schatzten, ihrer Habe beraubt zu werden, wandten sich die Flüchtlinge dem schönen ßahntal zu. Je höher und dunkler die Berge zu Seiten der ßand- straße herantraten, die sie auf einem Bauernwagen neben dem in vielen Windungen talwärts kommen­den Fluß ostwärts fuhren, je trostloser erschien ihnen die Zukunft, der sie entgegensahen

Aber das Schicksal hatte davon abgesehen, das junge Mädchen, das die Reinheit seines Herzens so tapfer verteidigt hatte, mit seinen Eltern ins Elend zu treiben.

Im Angesicht der stolzen ßimburger Stadt­silhouette sand der Stabstrompeter auf einer Brücke ein wappenbesticktes, schweres Geldfacklem. Wah­rend er es aufhob und überlegte, wer es verloren haben könnte, sah Gertraude schon in der Ferne einen Reiter nahen, der die-ßandstraße vom Steig- übel aus nach etwas Verlorenem absuchte.

Der junge stattliche Reiter hatte es nicht er­wartet seinen verlorenen Reiseschatz von einem fe entzückenden Mädchen zurückzuerhalten Da er nicht allein im Sattel seines Pferdes saß sondern von Amor begleitet wurde, der seinen Pfeil gleich ab­geschossen hatte, als er die leuchtenden Augen und den lachenden Mund Gertraudes sah, erkundigte er sich eingehend nach dem Zweck und dem Ziel der R?ise, auf der sich die Stabstrompeterfamitte be-

gahft$<ein

Unser Kampfgeschwader hatte die Ehre und hohe Freude, von dem Oberbefehlshaber der ßuftwaffe, Generalfeldmarschall Göring im Felde besucht zu werden. Von diesem Besuch berichtet das hier abgedruckte Bild.

Ehrenkreuz der deuWen Mtter verliehen.

Weitere kinderreiche Mütter in Gießen ausgezeichnet.

rheinitoe Burqenromantik ihrer Kindheit in dem sauer Marsch soll er heißen", ließ sich die Noten Ruinenteil des Runkeler Schlosses neu aufleben zu