Ausgabe 
28.9.1939
 
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bringen, erfand man in London kurzer» Hand die Durchmarfch-Legende. Das heißt, man streute planmäßig Gerüchte aus über angebliche deutsche Angrifssoorbereitungen an der belgischen Grenze. Damit glaubte man zugleich auch den Nebenzweck erreichen zu können, daß die bel­gische Bevölkerung gegen ihren östlichen Nachbarn in Harnisch gebracht würde. Ein« Flut von Lügen über die angebliche Evakuierung von Aachen, über deutsche Truppentransporte und Truppenkonzentra- tion-en in dieser Gegend ergoß sich über England, Frankreich und die Bereinigten Staaten. Aber schon vor mehreren Tagen erkannte die belgische Regie­rung die ganze Gefährlichkeit dieses Treibens und veranlaßte sofort die Ausgabe eines Dementis, dessen Wortlaut wir oben verzeichnet haben. Trotzdem und das ist das Tollste an der ganzen Geschichte fuhr der Londoner Rundfunk unentwegt fort, seine lügnerischen Meldungen über deutsche Truppenkonzentrationen und Räumungs­maßnahmen in Aachen durch den Aether zu jagen. Don dem offiziellen belgischen Dementi aber nahm man einfach keine Notiz. Die Hetze sollte sich erst richtig auswirken, was sie in der O8^.-Presse auch getan hat. 48 Stunden waren seit der ersten Veröffentlichung des Brüsseler Dementis verstri­chen, bis man sich schließlich m London dazu be­quemte, den Rundfunkhörern von dieserNeuig- feit" Kenntnis zu geben. So ist auch diese große Lügenkampagne endlich zum Scheitern gebracht, der englische Kredit aber weiter erschüttert worden.

H. Ev.

Papierbomben.

Das in einer Massenauflage herauskommende englische BlattDaily Sketch" beschäftigt sich mit angeblichen Bombenangriffen fr an- zöfifcher und englischer Flugzeuge aufKiel und Friedrichshafen. Es beglück» wünscht die französischen Fliegerzu ihrem Angriff" auf die Flugzeugfabriken in Friedrichshafen. Der Angriff sei nicht nur die Manifestierung der Stärke der französischen Luftwaffe gewesen, sondern das Ziel habe darin bestanden, durch Vernichtung der deutschen Flugzeugfabriken am Bodensee ein weite­res Anwachsen der deutschen Flugzeugindustrie zu verhindern.

Dazu ist zunächst zu sagen, daß dieAngriffe" recht harmloser Natur waren. Es ist tatsächlich in den letzten Tagen ein französisches Flugzeug in der Nähe von Friedrichshafen und ein englisches Flug­zeug über norddeutschem Gebiet gewesen, um Flugblätter abzuwerfen. Man hat in Deutschland keinen Grund, dies zu verschweigen. Es bleibt aber dabei dahingestellt, ob es einem feind­lichen Bombenflugzeug wirklich gelingen könnte, ungehindert und ungestraft deutsches Gebiet zu überfliegen.

Dem britischen Jnformations- und Lügenmini- fteriirm, von dem ohne Zweifel auch diese Meldung vonerfolgreichen Bombenangriffen" auf deutsches Gebiet in die Welt gesetzt worden ist, ist offenbar bei der Sache auch nicht ganz wohl gewesen. Papierbomben verursachen keine Sprengtrichter und hinterlassen auch sonst keine sichtbaren Zeichen eines Angriffs. Deshalb läßt es heute melden, daß das Rätsel um die angeblichen Angriffe auf Friedrichhafen immer noch nicht gelöst sei. Trotz der ins einzelne gehenden Darstellung der Flieger habe bisher weder das britische noch das französische Oberkommando die Verantwortung für diese angeblichen Luftangriffe übernommen. Das britische Lügenministerium muß sich auch du r ch neutrale ausländische Beobachter wie­der einmal der boshaften Lüge bezichtigen lassen. Der Berliner Belga-Korrefpondent berichtet seiner Agentur dazu:Neutrale ausländische Journalisten haben sich heute nach Kiel und Friedrichshafen begeben, um sich an Ort und Stelle über die behaupteten Bombardierun­gen dieser Plätze durch englische und französische Luftstreitkräfte zu überzeugen. An beiden Plätzen kann man nicht das geringste von einem Luftangriff sehen. Die Journalisten haben auch keine Spur von einem Bombarde­ment feststellen können. In Friedrichshafen haben sie die Zeppelinwerft, die Flugzeug- und Auto­mobilwerke besichtigt. Sie sind ebenfalls unver­sehrt."

Oie Notlage der belgischen Handelsschiffahrt.

Eine Folge der englischen Blockade.

mäßige seit längerer Zeit .vorgesehene Verstärkung der Landesverteidigung, die jetzt von den in Dienst stehenden Truppen aus­geführt wird. Diese Befestigungsarbeiten wie auch Ausbildungszwecke und andere Gründe machten ge­wisse Truppenverschiebungen notwendig.

Einschneidende Preiserhöhungen in Dänemark.

Kopenhagen, 27. September. (Europapreß.) Am Mittwoch sind mehrere einschneidende Preis­erhöhungen für lebenswichtige Waren bekannt ge­worden." Die billigeren Margarinequalitäten find um 10 Oere pro Kilogramm im Preise gestiegen, die Haferflocken um 18 Oere pro Kilogramm, eine Ent­wicklung, die sich in einem Lande, in dem die erste feste Morgenmahlzeit aus Haferflocken besteht, be­sonders stark bemerkbar machen muß. Das Benzin soll noch in dieser Woche auf rund 50 Oere pro

Moskau. 27. Sept. (DRV.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop traf mit den Herren feiner Begleitung, darunter dem Dan­ziger Gauleiter Forster, nach programmähig ver­laufenem Flug mit dem SonderflugzeugGrenz­mark" um 17.50 Uhr auf dem Moskauer Flughafen ein. Das Hauptgebäude des Flug­hafens war mit zahlreichen Hakenkreuzflaggen ge­schmückt. Zur Begrüßung hatten sich eingefunden der Erste Stellvertretende Außenkommissar p o t e m- fin, der Stadtkommandant von Moskau Suwo­row, der stellvertretende Vorsitzende des Mos­kauer Stadtsowjets k o r o l e w. der deutsche Bot­schafter Graf von der Schulenburg, mit den Mitgliedern der Botschaft sowie der Militär­attache, Generalleutnant k ö st r i n g , und der ita­lienische Botschafter Rofso. Der Reichsaußen­minister schritt die Ehrenkompanie der Luftwaffe ab und begab sich dann in die Deutsche Botschaft.

Reichsauhenminister von Ribbentrop hatte abends eine mehrstündige Aussprache mit dem sow­jetrussischen Regierungschef und Auhenkommisfar

Liter steigen. Die Kraftdroschkenbesitzer kündigen schon jetzt eine Erhöhung der Fahrtarife an. Eine derartige Erhöhung ist vor einer Woche schon ein­mal vorgenommen worden. Es ist damit zu rech- nen, daß in acht Tagen der Tarif der Kraftdrosch­ken um 30 v. H. hoher liegt, als zu Beginn des Krieges.

Zur Begrenzung des Devisenverbrau­ches hat der Handelsminister Waren, die bisher ohne weiteres eingeführt werben durften, auf die sogenannte gebundene Liste gefetzt; ihre Einfuhr muß in Zukunft besonders genehmigt werden. Es handelt sich dabei um Kaffee getrocknetes Obst, Rohtabak und Zeitungspapier. Zur Sicherung eines größeren Anbaues von Brotgetreide soll in Zukunft in Dänemark Ackerland, welches bisher dem Weizenanbau diente, mit Roggensaat ausge­nutzt werden. Dänemark hofft sich so von der Ein­fuhr der großen Brotgetreidemengen aus dem Aus­land freimachen zu können.

Molotow und Herrn S t a ll n in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Moskau, Graf von der Schulenburg. Die Besprechungen werden fort­gesetzt.

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Die Berichte über die Ankunft des Reichsaußen­ministers üon Ribbentrop beherrschen di e Mos­kauer Blätter. Sämtliche Zeitungen bringen an hervorragender Stelle die ausführliche Meldung der Taß-Agentur, in der die Begrüßung auf dem Moskauer Flughafen geschildert wird.Prawda", Jsvestia" und das MilitärblattKrasnaja Swjesda" sowie andere Blätter enthalten auf der ersten Seite Bilder von der Ankunft des Reichs­außenministers. In diesen Berichten wird besonders erwähnt, daß zur Begrüßung des deutschen Gastes eine Ehrenkompanie auf dem Flughafen aufmar­schiert war und daß das Verwaltungsgebäude des Flughafens mit den Flaggen des Deutschen Reiches und der Sowjetunion geschmückt war. Daneben wird in allen Zeitungen der amtliche Bericht über die Besprechungen des Reichsaußenministers im Kreml ab gedruckt.

Militärverwaltung in polen.

Generaloberst von Hundstedt zum Oberbefehlshaber Ost, neichsminister Frank zum Chef der Zivilverwaltung ernannt.

Erste Besprechung Ribbentrops mit Molotow und Stalin.

Unser Bild zeigt den Reichsaußenminister von Ribbentrop mit dem sowjetrussischen Botschafter in Berlin Schkwarzew kurz vor dem Abflug nach Moskau. (Scherl-Bilderdienst-M.)

15. März 1938 wurde er Generaloberst und schied, nachdem er beim Einmarsch in das Sudetenland die Gruppe IV geführt hatte, mit dem 1. Oktober 1938 unter Ernennung zum Chef des Infanterie­regiments 18 aus dem aktiven Dienst aus.

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Mit der Bestellung des Reichsministers Dr. Hans Frank zum Zivilgouvemeur von Polen hat der Führer einem feiner ältesten Mitkämpfer eine ehren- volle und politisch höchst bedeutsame Berufung zu- teil werben lassen. Dr. Frank, der aktiver Mit­

kämpfer vom 9. November 1923 und Blutordens­träger ist, hat in der Kampfzeit als Anwalt und Rechtsanwalt des Führers unb der NSDAP, in zahllosen Prozessen die Schläge der politischen Gea- ner von der Partei abgewehrt und über 2000 SA.» Männer, die das System auf die Anklagebank brachte, erfolgreich verteidigt. Dr. Frank gründete 1927 die Rechtsabteilung der Partei, deren Reichs­leiter er heute noch ist. Im Jahre 1933 ernannte ihn der Führer zum Reichskommissar für die Gleich­schaltung der Justiz im Reich und in den Ländern und zur Erneuerung der Rechtsordnung. 1928 rief Dr. Frank den Nationalsozialistischen Rechtswahrer« bunt) ins Leben, der heute als berufsständische Or» ganifation aller Rechtswahrer einen wesentlichen Bestandteil des deutschen Rechtslebens bildet. 1933 errichtete Dr. Frank die Akademie für deutsches Recht, in der die Erneuerung des deutschen Rechtes auf allen Gebieten im Geiste der NSDAP. auf fachlicher Grundlage vorangetrieben wird. Nachdem 1934 die Länderjustizverwaltungen auf das Reich übergingen, wurde Dr. Frank vom Führer als Reichsminister in die Reichsregierung berufen.

Verkettung unglücklicher Umstände. Niederländisches Verkehrsflugzeug beschossen.

Berlin, 27. Sept. (DNB.) Am 26. September gegen 14.30 Uhr wurde ein niederländisches Ver­kehrsflugzeug über der inneren Deutschen Bucht in der Nähe der Insel Helgoland von einem deutschen Seeflugzeug beschos- fen. Dieser Vorfall ist die Folge einer Verkettung unglücklicher Umstände. Das angegriffene Flugzeug ähnelte einem bekannten feindlichen Kampfflugzeugtyp und war durch kein auf weite Entfernung sichtbares Ho­heitsabzeichen als neutrales Verkehrsflug­zeug erkennbar. Bei der vorherrschenden Wet­terlage war es vielmehr erst aus nächster Nähe möglich, feine Nationalität an der Buch­stabenbezeichnung auf Rumpf und Tragflächen aus­zumachen. Auch wurde der Eindruck, daß es sich um ein feindliches Flugzeug handelte, dadurch ver­stärkt, daß das Verkehrsflugzeug offenbar beim Sichten des deutichen Seeflugzeuges sich in den Wolken einer Verfolgung Z u entziehen suchte. Die deutsche Flugzeugbesatzung brach das Feuer in dem Augenblick ab, als die Nationalität des holländischen Flugzeuges einwandfrei feftjtanb. Das holländische Verkehrsflugzeug konnte feinen Flug fortsetzen.

Der deutschen Flugzeugbesatzung ist angesichts der schwierigen Wetterlage und des unzweckmäßigen Aeußeren und Verhaltens des holländischen Flug­zeuges kein Vorwurf zu machen, so sehr der Vor- fall als solcher bedauert werden muß.

Veareislicher 3rrtum.

Brüssel, 26.Sept. (Europapreß.) Die flämische ZeitungDe Stondaard" bringt einen Bericht über die katastrophale Lage, in welcher sich der Hasen vonAntwerpen infolge der englischen Blockade­maßnahmen befindet. Mit der ersten Kriegswoche ist ein beinahe vollständiger Stillstand im Schiffsverkehr eingetreten. Die Haupt- schwierigkelt soll darin bestehen, daß Belgien nicht Genügend eigene Tonnage besitzt, sondern ür seine eigenen Frachten in der fyawpt\ad)e auf Schiffe ausländischer Reedereien angewiesen ist. Der Umschlag des Halens von Antwerpen betrug >m Jahre 1938 insgesamt 24 144 705 Tonnen. Davon entfielen 14 072 565 auf d i e jetzt im Krieg befindlichen Mächte. 2 3o6 435 Tonnen waren der Anteil der belgischen Handelsflotte. Be­rücksichtigt man, daß im Hafen von Antwerpen eine Einfuhr von 7 998 541 Tonnen für seinen eigenen Bedarf und eine Ausfuhr von 6 159 659 Tonnen eigener Produktion gehabt hat, dann kann man er­messen, wie sehr die belgische Wirtschaft von aus­ländischen Handelsflotten abhängig ist. In dieser Beziehung haben aber nun gerade sich mehrfach ernstliche Schwierigkeiten ergeben. So be­richtetDe Standaard" von mehreren Fällen, in denen neutrale Schiffe eine in Antwerpen entgegen­genommene belgische Schiffsladung nicht an ihren Bestimmungsort gebracht, sondern irgendwo anders gelöscht haben, um den Schiffsraum für andere Zwecke frei zu bekommen. Diese Um­stände müßten Belgien veranlassen, s i ch s e l b st z u helfen.Die einzige Maßregel, die unsere Regie­rung treffen kann, ist es jetzt unverzüglich Schiffe bauen zu lassen, sowohl auf allen einheimischen wie auch auf ausländischen Werften." Dadurch werde auch ein Teil der seit Kriegsbeginn sich ver­mehrenden Arbeitslosen wieder einer Beschäftigung zugeführt werden.

Neue Befestigungsarbeiten in der Schweiz.

Basel, 26. Sept. (Europapreß.) Wie von der schweizerischen Armeeleitung mitgeteilt wird, werden gegenwärtig auch im Innern des Landes Befestigungsarbeiten ausgeführt. Es wird jedoch betont, daß diese Maßnahmen nicht durch besondere außenpolitische Vorgänge der letzten Tage veranlaßt worden feien. Cs handelt sich um eine plan*.

Berlin, 27. September. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat die Einrichtung einer Militärverwaltung in den besetzten ehemals polnischen Gebieten angeordnet. An die Spitze der Mili­tärverwaltung hat er als Oberbefehlshaber Ost den Generaloberst von R u n d st e d t berufen. Zum Obersten Verwaltungschef beim Oberbefehlshaber Ost für die gesamte Zivilverwaltung hat der Füh­rer den Reichsminister Dr. Frank berufen.

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Die Militärverwaltung in den besetzten ehemals polnischen Gebieten wird in den nächsten Wochen und Monaten eine bedeutungsvolle Auf­gabe zu losen haben. Das Land bis zur Demar­kationslinie umfaßt etwa 150 000 qkm. Es ist in feiner Struktur schon auf Grund der geschichtlichen Entwicklung nicht einheitlich. Die kulturelle Entwicklung ist in den verschiedenen Teilen über­all durch das Deutschtum beeinflußt worden, aber der Einfluß der Deutschen ist nicht überall gleich stark gewesen. Hinzu kommt, daß die polnische Zer­störungswut in den vergangenen 3 Wochen einen Teil des Landes furchtbar verheert hat, während andere Gebiete, so insbesondere der ehemalige preußische Regierungsbezirk Posen und der Hauptteil der alten Proomz W e ft p r e u - ßen nur wenig beschädigt wurden. Zu dem von der Militärverwaltung betreuten Gebiet g e - hort nicht der ehemalige Freistaat Danzig, der seine Wiedervereinigung mit dem Reich bereits vollzogen hat, und auch nicht das 1922 von Deutschland entgegen dem Er­gebnis einer Volksabstimmung abgetrennte O st - o b e rsch l e s i e n. Das Industriegebiet um Katta- witz, Königshütte und Rybnik ist nunmehr m i t Schlesien wieder vereinigt worden, von dem nur ein Höchstmaß wirtschaftlicher Unvernunft es vorübergehend trennen konnte. Der Oberbefehls­haber Ost, Generaloberst von Rundstedt, der an die Spitze der Militärverwaltung berufen ist, wird mit feinem Obersten Verwaltunqschef für die gesamte Zivilverwaltung, Reichsminister Dr. Frank, mannigfache Probleme zu losen haben, wenn es jetzt nach Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung gilt, Wirtschaft und Verkehr in dem besetzten Gebiet wieder in Gang zu bringen

Die neuen Banner in polen.

Mit der Ernennung zum Ches der Militärver­waltung in den besetzten ehemals polnischen Ge­bieten wird der verdienstvolle Befehlshaber der Heeresgruppe Süd Les Feldzuges in Polen, Generaloberst von Rundstedt, vom Führer zu einer neuen verantwortungsvollen Tätig­keit berufen. Gerd von Rundstedt, der einer alt- märkischen Familie entstammt, trat 1892 aus dem

Kadettenkorps beim Infanterieregiment 83 (Kassel) ein. Bereits im März 1900 kam er als Hauptmann in den Generalstab, dem er nach einem Frontkommando als Kompaniechef auch während des Weltkrieges angehörte. Nach dem Kriege wurde er in der Reichswehr mit ständig wachsenden Auf­gaben betraut, die ihn unter weiteren Beförderun­gen nach Weimar, Kassel, Breslau und schließlich nach Berlin führten. Hier war er als General­leutnant Kommandeur der 3. Division und Be­fehlshaber im Wehrkreis III Berlin und vom 1. Oktober 1932 an als General der Infanterie Gruppenkommandeur. Während des militärischen Ausnahmezustandes für Berlin und Brandenburg in den Julitagen 1932 wurde er als zuständiger Militärbefehlshaber wegen seines Einschreitens gegen die sozialdemokratische Regierung in Preu- ßen der weiteren Oeffenttichkeit bekannt. Am

Holländische Presse zu der Beschießung der Berkehrsmaschine.

Amsterdam, 27. Sept. (DNB.) Die Tatsache, daß der deutsche Geschäftsträger im Namen der Reichsregierung und der deutsche Luftfahrtattachs im Namen des Generalfeldmarschalls Goring ihr Leid­wesen über den Vorfall mit dem niederländischen VerkehrsflugzeugMees" ausgesprochen haben, fin- bet in der holländischen Presse starke Beachtung. Dec Telegraaf" schreibt, hervorragende holländische Mi­litär- unb Zivilflieger hätten erklärt, baß der deut­sche Einwand zu Recht gemacht worden sei. Die Aufschrift Holland in schwarzer Schrift könne bei regnerischem Wetter schon in einer Ent­fernung von nur 500 Meter nicht mehr er­kannt werden. Man halte daher einen Irrtum für durchaus begreiflich.

Britische Seeräuberei

Ein holländisches Zeugnis zum Fall deS DampfersFranken".

Amsterdam, 27. Sept. (Europapreß.) Für die britische Seeräuberpolitik und die völlige Mißach­tung des internationalen Rechts durch die Englän­der erbringt die angesehene holländische Zeitung Nieuwe Rotterdamsche Courant" einen neuen Be­weis. Das Blatt erhielt aus Padang (Sumatra) einen ausführlichen Bericht über den 11 eberfall eines englischen Zerstä.rers und eines englischen Wasserflugzeuges innerhalb der niederländischen Hoheitsgewässer auf den deut- chen HandelsdampferFranke n". Nach der Dar­stellung desNieuwe Rotterdamsche Courant" be­fand sich dieFranken" vor vierzehn Tagen auf der Reise von Afrika nach Australien unb wollte Zu­flucht in Emmahaven (an der Westküste von Su­matra) suchen. Auf der Hohe der Insel Siberoet wurde das Schiff von einem englischen Zerstörer zum Stoppen aufgefordert. Der Kapitän oerFranken" machte durch Signale darauf auf­merksam, daß der Dampfer sich innerhalo der niederländischen Hoheitsgewässer be­fand. Der Zerstörer nahm jedoch hiervon keiner­lei Notiz, sondern teilte mit, er werde die Franken" sofort torpedieren, wenn sie dem