Ausgabe 
28.8.1939
 
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zu verabschieden. Aus diesem Grunde ist es in ein­zelnen Orten zu Zwischenfällen gekommen, als sich Angehörige, die von der bevorstehenden Einziehung erfahren hatten, vor den Fabriktoren sammelten und dann von der Polizei vertrieben wurden.

Schon der Verdacht genügte.

Die verzweifelte Bevölkerung schreitet zur Selbsthilfe.

Mährisch-Ostrau, 28. August (DNB.) In Nieder-Lomna in den Beskiden wurde eine D i e n st m a g d, die in dem Verdacht stand, einen Polizeihund der Polen vergiftet zu haben, ohne irgendwelche näheren Erhebungen kur­zerhand erschossen. Obwohl die Grenze streng geschlossen ist, gelingt es immer noch einigen Verzweifelten, der Hölle zu entkommen und sich ins Protektoratsgebiet in Sicherheit zu bringen. Diese berichten nun, daß in den Beskiden die ver­zweifelte Bevölkerung zur Selbsthilfe über­gehe und vielfach die dort angesetzten Spürhunde der Polen durch vorgeworfene Giftbrocken aus demWege schafft.

Zeige Lleberfälle polnischer Grenztruppen auf Danziger Streifen.

Danzig, 26. August. (DNB.) In der Nacht zum Samstag gegen 22.45 Uhr verübten polnische Grenztruppen einen feigen Feuerüberfall am Men­zelbach nahe Zoppot auf eine Danziger Streife, die

aus dem Landespolizisten D y r o n von der 3. Hundertschaft des 1. Polizeiregiments und SA- M a n n R u sch von der SA.-Standarte 5 bestand. Der SA.-Mann Rusch wurde durch einen Rückenschuß tödlich verletzt. Der Landespolizist Dyron er­hielt durch einen Armschuß eine schwere Verletzung. Die Streife kam infolge des feigen, hinterhältigen Ueberfalls nicht mehr dazu, das polnische Feuer zu erwidern. Ferner hat gestern nacht auf Danziger Gebiet polnisches Militär eine -- ° Streife beschossen, wobei ein ---Mann tödlich verletzt wurde.

Tesch en, 27. Aug. (DNV.) Wie aus Teschen gemeldet wird, hat der polnische Aufständischenver­band auch im Olsagebiet sein Zerslörungswerk be­gonnen. Nach den Sprengstoffanschlägen auf drei deutsche Gebäude in üallo- w i h verübten vermutlich die gleichen polnischen Terroristen ähnliche Attentate im Olsa­gebiet. In der Samstagnacht wurden nicht we­niger als fünf solcher Bombenanschläge auf deutsche Gebäude und Denkmäler verübt. Es wurden das Schillerdenkmal und das Gefallenen­denkmal zerstört und schwere Verwüstungen

Danzig Lustsperrgebiet.

Danzig, 27. August (DNB.) Der Polizeichef der Freien Stadt Danzig verordnet, daß das Gebiet der Freien Stadt Danzig zum Lu ft sperr ge­bt et erklärt wird. Ausnahmen für den Luftver­kehr können vom Polizeichef beschlossen werden. Unerlaubter Luftverkehr wird durch unmittelbaren Zwang (Beschießung) verhindert. Die Polizeioerordnung tritt mit dem 27. 8.1939 in Kraft. *

an bekannten deutscheu Geschäftshäusern, darunter am Druckereigebäude Prohaska, angerichtet. Ge­rüchtweise verlautet, daß auch in anderen Orten des Olsagebietes derartige Sprengstoff- altentate gegen deutsche Gebäude verübt worden sind. Da jeder Nachrichtenweg nach Polen fast voll­kommen abgeschnitten ist und die polnischen Behörden jede Meldung über die Terrorisierung der deutschen Volksgruppe und über die Zerstörung ihres Eigentums unterdrücken, konnte eine Bestätigung dieser Meldung nicht erlangt werden.

polnisches Zerstörungswerk im Olsagebiet.

Sprengstoffanschläge auf deutsche Gebäude und Denkmäler.

Die Vezugsscheinpflicht für lebenswichtige Gebrauchsgüter.

Berlin, 27. Aug. (DNB.) Um eine gerechte Verteilung lebenswichtiger Verbrauchsgüter an alle Verbraucher sicherzustellen, ist für gewisse Lebens- mittel, ferner für Seife und Hausbrand­kohle sowie lebenswichtige Spinn st offwaren und Schuhwaren eine allgemeine Bezugs­schein p f l i ch t eingeführt worden. Danach dürfen die genannten Verbrauchsgüter an Verbraucher nur noch gegen behördliche Bescheinigung über die Bezugsberechtigung (sogenannte Bezugs­scheine) abgegeben und von ihnen bezogen werden.

Für Lebensmittel, Seife und Hausbrandkohle werden von den Behörden als Bezugsscheine zu­nächst Ausweiskarten mit einer Gültigkeits­dauer von vier Wochen ausgegeben. Zusammen mit den Bezugsscheinen wird ein Merkblatt zu­gestellt, das über die wesentlichsten Einzelheiten der Derbrauchsregelung Auskunft gibt. Entgegen dem Inhalt des Merkblattes und der Ausweiskarte sind von der Bezugsscheinpflicht vorläufig ausdrück­lich ausgenommen neben Eiern und Kakao die Grundnahrungsmittel Brot, Weizenmehl, Roggenmehl und Kartoffeln. Diese Le­bensrnittel können so wie bisher ohne Bezugs­schein abgegeben und bezogen werden. Die Aus­weiskarten und die Merkblätter sind sämtlichen Ver­brauchern durch Beauftragte der Gemeindebehörden ins Haus gebracht. Wer bei dieser Verteilungsaktion übergangen wurde und keine Ausweiskarte er­hielt, wende sich an die nächste Gemeinde­behörde.

Für lebenswichtige. Sp in n st o ffw ar e n und Schuhwaren werden Bezugsscheine nur a u f besonderen Antrag ausgegeben, wenn ein Bedarf nachgewiesen wird. Der Antrag ist bei der Gemeindebehörde zu stellen. Welche Spinnstoffwaren und Schuhwaren be­zugsscheinpflichtig sind, wird in der Tagespresse und außerdem den Einzelhandelsgeschäften durch die ört­lichen Fachorganisationen noch bekanntge­geben. Die Behörden werden bei der Beurtei­lung, ob ein Bedarf für den Erwerb der genannten Waren vorhanden ist, großzügig verfahren.

G a st st ä 11 e n und Anstalten erhalten für die von ihnen zu beherbergenden Personen bezugs­scheinpflichtige Waren ebenfalls gegen Bezugs­scheine, die bei der Gemeindebehörde besonders zu beantragen sind. Die Abgabe von Speisen in Gaststätten erfolgt bis auf weiteres bezugs­

scheinfrei. Der Einzelhandel wird über seine Pflichten ebenfalls durch ein Merkblatt unter­richtet, das ihm durch Beauftragte der Gemeinde­behörde zugestellt wird. Mit dem Merkblatt wird ein Einlageblatt verteilt, auf dem di e b ezu as- fähigen Höch st mengen bezeichnet sind. Die­ses Einlageblatt ist in den Einzelhandelsgeschäften an deutlich sichtbarer Stelle auszuhängen, lieber wichtige Fragen, die mit der Verbrauchs­regelung Zusammenhängen, wird laufend in der Tagespresse und im Rundfunk berichtet. Der Einzel­

handel wird ferner für die Erfüllung seiner Auf­gaben die notwendigen Richtlinien unmittelbar von den Behörden erhalten. Da für die Unterrichtung aller Beteiligten Sorge getragen wird, wird ge­beten, die Behörden nicht unnötig mit Fragen zu überlaufen, die sie nur von der Erledigung ihrer eigentlichen Aufgaben abhalten. Es wird geprüft, ob bereits in den nächsten Tagen gewisse Lockerungen erfolgen, insbesondere einzelne Waren von der Bezugsscheinpflicht ausgenom­men werden können.

)as erhält man auf Bezugsscheine.

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Aus Grund der Ausweiskarten, die den Verbrau­chern als Bezugsschein zugestellt worden sind, können im einzelnen folgende Mengen, und zwar in den e r ft e n vier Wochen gleichmäßig je Kopf der Bevölkerung bezogen werden:

Fleisch oder Fleischwaren, auch in Konserven 700 Gramm je Woche oder auf jeden der zwölf Ab­schnitte der Ausweiskarten 235 Gramm.

Milcherzeugnisse, Oele oder Fette 60 Gramm je Tag.

Zucker 280 Gramm je Woche.

Marmelade 110 Gramm je Woche. Statt Marmelade können auch 55 Gramm Zucker je Woche bezogen werden.

Graupen, Grütze, Gries, Sago oder sonstige Nährmittel 150 Gramm je Woche.

Kaffee oder Kaffee-Ersatzmittel (ein Achtelpfund) 63 Gramm je Woche.

T e e 20 Gramm je Monat.

Milch 0,20 Liter je Tag (einer der vier Milch- abschnitte des Bezugsscheines gilt immer für eine Woche).

Zu diesen Mengen werden zusätzlich abge­geben:

1. für Kinder unter 6 Jahren 0,50 Liter je Tag auf Grund einer Bescheinigung der zu­ständigen Gemeindebehörde, das heißt also insge­samt 0,70 Liter Milch je Tag:

2. für werdende und stillende Mütter 0,30 Liter Milch je Tag, ebenfalls auf Grund einer Bescheinigung der zuständigen Gemeindebehörde, das heißt also insgesam 0,50 Liter je Tag;

3. f ü r Schwerst - und Schwerarbeiter

Milcherzeugnisse, Oele oder Fett 50 Gramm je Tag und Fleisch 490 Gramm je Woche, das heißt also insgesamt 1190 Gramm Fleisch je Woche. Wer als Schwerst- und Schwerarbeiter gilt, wird durch be­sondere Anordnung bekanntgegeben..

Kernseife 125 Gramm je 4 Wochen oder Schmierseife 200 Gramm je 4 Wochen oder Haushaltseife in verkleinerter Form 125 Gramm je 4 Wochen, alles zu erhalten auf den Ab­schnittSeife I", Seifenpulver 250 Gramm je 4 Wochen, oder Schmierseife 200 Gramm je 4 Wochen, oder Haushaltseife in verkleinerter Form 125 Gramm je 4 Wochen, oder Waschmit­tel 100 Gramm je 4 Wochen, ebenfalls zu erhalten auf den AbschnittSeife II".

Die bezugsfähigen Mengen an Hausbrand­kohle werden von den unteren Verwaltungsbehör­den besonders bekanntgegeben.

Bezugsscheinpflichtige Spinnstoffwaren sind Oberbetteidung für Männer und Frauen, Leib-, Bett- unb Haushaltwäsche, sowie Meterware in Geweben und Gewirken. Ob die Bezugsscheinpflicht für Spinn- ftoffroaren und Lederwaren gelockert werden kann, wirb noch geprüft.

Im übrigen wirb nochmals barauf hingewiesen, baß Brot, Kartoffeln, Roggen- u n b Weizenmehl s o wie bisher frei gekauft roejben können, obwohl auf ben Bezugsscheinen, bie vorsorglich seit längerer Zeit bereitgehalten würben, auch Abschnitte für Brot, Kartoffeln unb Mehl usw. vorgebruckt sind. Auch der Bezug von O b st unb G e s e unb sonstigen n i ch t g e n a n n t e n Nah­rungsmitteln bleibt völlig frei.

Deutschlands Ernährungslage gesichert.

Aus den Erfahrungen des Weltkrieges haben wir gelernt.

Sine Unterredung mit dem Reichsbauernführer.

Berlin, 27. August (DNB.) Der Reichsernäh­rungsminister Reichsbauernführer D a r r ä äußerte sich in einem Rundfunkzwiegespräch mit bem Mini- fterialbirigenten im Reichspropagandaministerium Berndt über die deutsche Ernährungslage. Aus den Erfahrungen des Weltkrieges, so sagte er, in dem man den folgenschweren Fehler gemacht habe, eine gerechte Verteilung der vorhandenen Lebens­rnittel durch Karten erst dann einzuführen, als die Produktion schon stark gesunken sei und infolgedessen Mangelerscheinungen aufgetreten seien, hätten wir gelernt. Deshalb hätten wir bewußt die Bezugs- jcheinpflicht schon jetzt, also in einem Zeitpunkt ein« geführt, in bem wir mit Nahrungsmitteln reichlich versorgt seien.

diesige Getreidevorräte und vor neuer Rekordernte.

Noch niemals habe Deutschland vor Beginn einer neuen Ernte über so große Getreideoor- röte verfügt, wie jetzt.Wir besaßen am 1. August 1939 ohne bie neue Ernte eine Gesamtreserve von insgesamt 8,6 Millionen Tonnen gegenüber nur 1,7 Millionen Tonnen im Jahre 1936 unb 3,3 Millionen Tonnen im Jahre 1938. Die Bedeutung dieser ungeheuren Vorräte erkenne man, wenn man sich klar mache, daß der Gesamtbedarf des deutschen Volkes an Brot und Mehl jährlich nicht hö­her sei, als zur Zeit der gegenwärtige Getreide­vorrat beträgt. Hinzu komme, daß wir nicht nur über außerordentlich große Vorräte schon jetzt verfügten, sondern daß in diesen Wochen eine neue Ernte hereingekommen sei, die der vorjährigen Rekordernte kaum nachstehe, und den Durchschnitt der letzten Jahre wieder ganz erheblich überschreite.

Reichlich Kartoffeln, Zucker, Obst und Gemüse.

Auch bei ben Kartoffeln fei unsere Versor­gung außergewöhnlich günstig. Für die Befriedi- gung des Startoffefbebarfes des deutschen Volkes werde heute etwa ein Viertel unserer Gesamt-

Kartoffelernte benötigt. Wir könnten also darüber hinaus etwa drei Mertel unserer Kartoffelernte an­deren Zwecken zuführen.

Was den Zucker betreffe, hätten wir jederzeit die Möglichkeit, die Herstellung der Zuckermittel einzuschränken, um einen größeren Teil der Zucker- rübenemte als bisher auf Zucker zu verarbeiten. Hinzu komme, baß wir die größte Zucker- rübenernte zu erwarten hätten, die je in Deutschland gewachsen sei. Außerdem hät­ten wir aus den letzten Jahren einen Zucker­vorrat auf Lager, der ausreiche, um 30 v. H. des Jahresbedarfes zu decken.

Erfreulicherweise hätten wir im Gegensatz zum vergangenen Jahre in diesem Jähre einen Wit­terungsverlauf aehäbt, der sowohl die Obst - als auch besonders die Gemüseernte günftig beeinflußt hat. Wir können also mit einem starken Anfall von Obst und Gemüse aus eigener Erzeugung rechnen. Wir verfügen nicht nur in reichlichem Umfang über den einen Rohstoff zur Herstellung der Marmelade, den Zucker, sondern auch über das notwendige Obst. Wir wür­den also wie bisher in der Lage fein, qualitativ gute Marmelade in reichlichem Umfang herzustellen. Äehnliches gelte für Kunsthonig.

Die Fleisch- und Fettversorgung.

Ministerialdirigent Berndt fragte bann, wie es bei ben Veredelungserzeugnissen sei, in denen Deutschlands Abhängigkeit bisher am größten gewesen sei, also bei Margarine, Oele, Speck, Schm alz und Fleisch?

Reichsminister Darr6 erwiderte, wenn das deut­sche Volk sich so wie andere Völker mehr von pflanzlicher Ko st ernähren würde, wären wir ernährungswirtschaftlich längst unabhän­gig vom Ausland. Die Entwicklung des Ver­brauches an Veredelungsprodukten in Deutschland sei allerdings in den letzten Jahren in entgegen­gesetzter Richtung gelaufen. Da uns die ge­genwärtige politische Lage aber zwinge, durch Un­abhängigkeit unserer Ernährung dem Führer die Freiheit des Handelns unter allen Umständen zu sichern, müßten wir nunmehr durch die Einfüh­rung der Bezugsscheinpflicht gerade auf dem Gebiete von Fleisch und Fett diese Verbrauchs- entwicklung der letzten Jahren auffangen. Da­mit entsprächen wir auch einer schon seit Jahren im.

mer wieder betonten Forderung der nationalsoziali­stischen Aerzteschaft nach gesunderer Lebensführung.

Wir hätten gegenwärtig 1,4 Millionen Rinder mehr als vor dem Weltkriege. Unser Gesamtschweinebestand werde anfangs De­zember dieses Jahres die Rekordzahl von rund 26 Millionen erreichen. Die Möglichkeit, unsere Schweine hoch auszunutzen, werde zu einem stei­genden Anfall von Schweinefett füh­ren. Aehnlich liegt etz auch bei der Butter­erzeugung Im übrigen fei es eine Selbstver­ständlichkeit, bie befonberen Bedürfnisse der Kinder unter sechs Jahren und ber wer­benden unb ft i H e n b e n Mütter hinsichtlich bes M i l ch v e r b r a u ch e s zu berücksichtigen. Äehnliches gelte für Kranke. Wir verfügen heute über eine Reserve an Margarinerohstoffen, die etwa dem friedensmäßigen Margarinebedarf eines Jahres entspreche.

Ministerialdirektor Berndt stellte darauf fest: Die Bezugsscheine sind also Nicht eingeführt, weil die Versorgungslage schlecht ist, sondern um zu verhindern, baß sie einmal schlecht werden könnte. Der Reichsnährstand unb feine Mitarbeiter haben hier in aller Stille unb ohne Ruhmsucht eine Arbeit geleistet, bie wirklich ganz gewaltig genannt werden kann. Mit ber Arbeit des Reichsnährstandes find alle Versuche ber Ein- kreisungsmächte zum Scheitern verurteilt, das deutsche Volk noch einmal auszuhungern und ihm damit die Waffe aus der Hand zu schlagen." Reichsminister Darrä erklärte abschließend:Auf ernährungs politischem Gebiet kann sich die Situation während des Weltkrieges nicht mehr wiederholen. Der Führer und das deutsche Volk können sich in jeder Lage auf die deutsche Ernährungswirtschaft verlassen. Es ist mein Stolz, dies in dieser Stunde aussprechen zu können."

Einschränkung de« Lustverkebrs über deutschem Hoheitsgebiet.

B e rliy, 26. August. (DNB.) Durch Verordnung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehls­habers der Luftwaffe ist der g e s a m t e Luftver­kehr mit inländischen und ausländischen Luftfahr­zeugen über dem deutschen Hoheits«

Rechtzeitig vorsorgen!

Die Einführung ber Bezugsscheinpflicht für lebenswichtige Derbrauchsgüter, von ber gewisse Lebensmittel, Seife und Hausbrandkohle sowie lebenswichtige Spinnstoffwaren und Schuhwaren erfaßt werden, stellt, was besonders betont werden muß, keinesfalls etwa eine Notmaß- nah m e dar, die irgendwelche gar nicht vor- handene ernährungspolitische Schwierigkeiten des Reiches widerspiegelt. Wir haben es hier vielmehr durchaus mit einer Maßnahme der rechtzei­tigen Vorsorge und ber gerechten Ver­teilung zu tun, die dafür sorgen wird, daß keiner bevorzugt und keiner benach­teiligt wird. Erst in diesen Tagen wurde aus einer Veröffentlichung der zuständigen Stelle er. sichtlich, daß die deutsche 'Ernährungs« läge als vollkommen gesichert gelten kann und daß die nationalen Reserven auf allen wichtigen Ernährungsgebieten so stark vergrößert werden konnten, daß Deutschland allen Eoen» tualitäten ruhig ins Auge sehen kann.

Außer den wesentlichen Grundnahrungs. Mitteln, die besonders reichlich vorhanden sind und für die die ausgegebenen Bezugsscheine des­halb nicht benutzt zu werden brauchen, wie Brot, Mehl, Kartoffeln, Obst, Gemüse, gibt es eine Reihe von anderen Nahrungsmitteln, die im Interesse der wirtschaftlichen und damit auch politischen Unab« hängigkeit unb Freiheit bes Reiches bewirt- schäftet werden müssen. Diese Güter sind Fleisch und Fleischwaren, Milch, Milcherzeugnisse, Oele unb Fette, Zucker und Marmelade, Graupen und ähn. liche Nährmittel, Kaffe, Tee, Seife und Hausbrand, kohle.

Alle diese Güter stehen in ihrer Gesamt- h e i t in einem für die Ernährung bes ganzen Volkes ausreichendem Umfang zur Ver- fügung. Deswegen hat auch das ganze Volk ein Anrecht« uf sie. Nicht derjenige soll außer ben Grundnahrungsmitteln, die jeber hat, von bie» sen Dingen mehr zu essen bekommen, ber bie Zeit hat, von Laben zu Laden zu laufen und zu Ham- ftern, während andere, bie keine Zeit haben, leer ausgehen fonbern jeder soll seinen Teil von diesen Gütern bekommen. Der na» tionalsozialistische Staat ist gewillt und fähig, mit ber gegenwärtigen gespannten Situation, bie Kon» fliktsmöglichkeiten in sich birgt, fertig zu werden. Er läßt sich von ben Ereignissen nicht überraschen, fonbern er sorgt rechtzeitig vor. Darum ist die jetzt eingeführte Ordnung des Bezuges einiger Der» brauchsgüter ein Zeichen des unbebingten Selbst» behauptungswillens des deutschen Volkes unb ein Mittel zur Wahrung ber Freiheit seines Handelns.

Das Auslanb wird barüber im klaren fein müs­sen, daß das deutsche Volk, in treuer Gefolgschaft unb Selbstdisziplin um seinen Führer geschart, alle Versuche wirtschaftlicher Druckmaßnahmen seitens des Auslandes ebenso einmütig unb erfolgreich zu» rückweisen wird, wie es bisher benpolitischen Nervenkrieg" glänzend bestauben hat.

g e b i e t mit sofortiger Wirkung verboten. Diese Verordnung finbet keine Anwendung auf Luftfahrzeuge im Dien ft e der deutschen Wehrmacht. Für diese Luftfahrzeuge gilt eine ©onberreglung. Sie findet ferner keine Anwen» bung auf Regierungsflugzeuge unb den Fluglinienverkehr. Für das Befliegen der Flughäfen Berlin-Tempelhof unb Königsberg-Devou gelten besondere Anflugbeftimmungen. Weitere Aus­nahmen bebürfen ber Genehmigung bes Reichsmini' fters ber Luftfahrt unb Oberbefehlshabers ber Quft» roaffe. In jebem Falle ausgenommen bei Flügen im Dienste der Wehrmacht ist bei Erblust nicht über 500MeterüberGrunbzu fliegen. Zu» wiberhanblungen finb strafbar.

Der Füher sprrach zu den Abgeordneten

V e r l i n, 27. Aug. (DNV.) Der Führer sprach heule zu ben im B o tscha ft ersaal ber Neuen Reichskanzlei versammelten Abgeorbne- len bes Deutschen Reichstages. Die Ab- georbneten bereiteten bem Führer am Enbe seiner ben Ernst ber Slunbe kennzeichnenben Ausführun­gen eine stürmische Ovation.

Reichsparteitag abgesagt.

Berlin, 26. Uug. (OJIB.) Die Reich-- Pressestelle ber NSDAP, teilt mit: Der für bie Zeit vom 2. bis 11. September b. 3. angesehle Reichsparteitag finbet nicht statt. Ob feine spätere Abhaltung ins Auge gefaßt werben kann, hängt von ben Zeitumstänben ab.

Zehntägige Postsperre

für Teile des Heeres und der Lustwaffe.

B e r I i n , 26. Aug. (DNB.) Dom 26. August 1939 ah tritt eine Postfperre für bie außerhalb der Standorte befindlichen Teile des Heeres und der Luftwaffe von etwa lOtägiger Dauer ein. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, von Postsendungen aller Art zur Entlastung der Post während dieser Postsperre Ab­stand zu nehmen. Die Freigabe des Postverkehrs wird zeitgerecht durch die Presse veröffentlicht werden.

Respektierung der Neutralität.

Deutsche Mitteilung in Brüssel, den HaG Luxemburg und Bern.

Berlin, 26. Aug. (DNV.) Der deutsche > fRaffer in Belgien unb bie beutschen Gesandte« in ben Nieberlanben, in Luxemburg u"d in ber Schweiz haben heute ben genannten £ä0* bern erneut Erklärungen über ben Entschluß der Reichsregierung übermittelt, bei kriegerischen Ver­wicklungen bie Neutralität bieser Län- ber zu respektieren unb bie bestehenden freunbschaftlichen Beziehungen 5° ihnen weiter zu pflegen.

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In Brüssel wurde die Erklärung mit gr°* 6er Befriedigung zur Kenntnis genommen, und es wird erklärt, daß Belgien unter allen Umständen neutral bleibe.Ding' tieme Siede" schreibt, daß die Demarche des deut­schen Botschafters die Zuversicht Belgiens beträfttge. Der flämischeStandaard" erklärt, Deutschland könne sicher sein, daß Belgien eine strenge Neutrantar aufrechterhalten werde. Ein Angriff gegen Di® belgische Neutralität würde ab gewehrt, von welcher Seite er auch immer kommen möge. Pays Röel" schreibt der Rexistenführer Degreß