Ausgabe 
28.8.1939
 
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N. 200 (Elftes Blatt

Montag, 28. August My

189. Jahrgang

1

ZederFranzose vonEhre würde genau so handeln

far gegenüber, noch an den friedlichen Gefühlen i' Frankreichs für Ihre Nation einen Zweifel hegen.

nn Franzose hat mehr als ich selbst getan, um urschen unseren beiden Völkern Nicht nur den

hätten, das wir be-

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Herr Daladier, zweifeln Sie Ehrgefühl und an meinem genau so zu handeln.

Wenn Sie nun dieses Unglück

nicht an meinem Pflichtbewußtsein,

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polen konzentriert immer mehr Truppen längs der Grenze.

Visionen, zwischen Bromberg und Hohensalza sind sechs Divisionen festgestellt worden, im Gebiet von Könitz wurden vier Divisionen festgestellt. Auf der Linie TuchelKönitz sind nur aus Ukrainern zusammengesetzte Regimenter eingesetzt worden, während sich ein großer Teil der Reservisten aus dem Korridorgebiet in den Ost­gebieten Polens melden mußte. Die in den Regimentern im Korridorgebiet zahlreich dienenden Volksdeutschen Offiziere und Unteroffiziere wurden so wird aus Graubenz gemeldet im letzten Augenblick vor der Jnmarschsetzung der Re- gimenter zu einem kleinen Trupp zusammengestellt, auf den Bahnhof geschickt und angeblich nach Warschau abtransportiert, lieber ihren Verbleib ist noch nichts bekannt.

Die Generalmobilmachung hat in verschiedenen Orten Polens eine geradezu grotesk an­mutende Verwirrung hervorgerufen. Be­sonders in Graudenz ist es zu Ansammlungen von insgesamt 120 000 Reservisten gekommen, die zum großen Teil falsche Order erhalten hatten und somit die Stadt tagelang nicht nur völlig über­schwemmten, sondern auch die Lebensmittelvorräte fast bis auf den letzten Rest verbrauchten. Durch überreichlichen Alkoholgenuß ereigneten sich auf den Bahnhöfen, in den Anlagen und den Wirtschaften beispiellose Szenen. Die Betrunkenen rea­gierten auf kein Kommando mehr, so daß es nicht einmal gelang, die falsch nach Graudenz beorderten Reservisten an ihre richtigen Stellen abzutranspor­tieren.

Bei der Mobilmachung wurde den Einberufenen nicht Beorderungen ins Haus geschickt, sondern sie wurden durch Gendarmen von ihren Arbeits­stätten und auf den Feldern abgefan­gen und abtransportiert, ohne daß sie die Möglichkeit hatten, sich von ihren Angehörigen

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sitzen, würden Sie dann, Herr Daladier, verstehen, wenn Deutschland ohne jede Veranlassung dafür ein- treten wollte, daß der Korridor durch Frankreich bleibt, daß die geraubten Gebiete nicht zu- rückgegeben werden dürfen, daß die Rückkehr Marseilles nach Frankreich verboten wird?

Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, Herr Daladier, daß Deutschland aus diesem Grunde gegen Sie kämpfen würde. Denn ich und wir alle haben

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Warschau, 27. Aug. (DRV.) Die kriegsvor- bereitungen in Polen dauern mit Hochdruck an. 3m Raum zwischen Graudenz und Gramsee stehen polnische Pionierabteilungen, di eben Lauf der Ossa verlegen. 3n Könitz ist gestern Infanterie aus Kongreßpolen eingetroffen. 3n Vromberg sind alle Schulen mit Militär be­legt. 3 m Raum Rakel Vromberg Crone a. d. Vrahe stehen 70000 Mann Militär, darunter sehr viele Pioniere. Zwischen Brom­berg und Zempelburg werden sehr starke Stacheldrahtverhaue aufgebaut. 3n den Ortschaften um Altkloster sind alle Brücken mit Minen versehen worden. 3n Lissa ist eine motori­sierte Legion ausgestellt, die sich nur aus besonders qualifizierten Soldaten zusammenseht. Die Haupt­konzentrationspunkte der polnischen Truppen gegen Danzig sind Dirschau und der Grenzstreifen w e ft l i ch Oliva. 3n Dirschau steht auffallend viel Kavallerie. 3n Altkloster wurde der Bevölke­rung durch polnische Offiziere ein Film über das Verhalten beim Ueberfall auf deutsches Reichsge­biet gezeigt. 3n dem Film wird im einzelnen dar­gestellt, wie Häuser anzuzünden sind, das Vieh aus den Ställen getrieben und die Bevölke­rung mißhandelt wird.

Groteskes Durcheinander bei der Robilmachmg.

Wie derDanziger Vorposten" meldet, sind im sogenannten Korridorgebiet etwa eine Million Soldaten zusammengezogen worden. 2n Bromberg liegen zur Zeit drei Di«

Mcht und Schlußfolgerungen daraus gezogen, ohne hr Presse die Briefe selbst zur Kenntnis zu men. Zur vollständigen Unterrichtung der Oefsent- wkeit gibt das DNB. daher den Wortlaut $- Briefe bekannt.

Der Brief des französischen Ministerpräsidenten.

Paris, 26. August 1939.

Sehr verehrter Herr Reichskanzler!

Der französische Botschafter in Berlin hat mir 3re persönliche Mitteilung zur Kenntnis gebracht. I der Stunde, wo Sie von der schwersten Der- arwortung sprechen, die zwei Regierungschefs uti= k Umständen übernehmen können, das heißt das 3it von zwei großen Völkern, die sich nur nach. Freden und Arbeit sehnen, zu vergießen, bin ich Iften persönlich und unseren beiden Völkern schul­dig zu sagen, daß das Schicksal des Frie- dins noch in Ihren Händen liegt.

Sie können weder an meinen Gefühlen Deutsch-

Jahre den Zu st and des tief st en Friedens genießen könnte. So aber wurde erst durch die Lüge von der deutschen Aggression die polnische öffentliche Meinung aufgereg.t, der polnischen Regierung die eigenen notwendigen klaren Entschlüsse erschwert und vor allem durch die dann folgende Abgabe des Garantie­versprechens der Blick für die Grenzen realer Möglichkeiten getrübt. Die polnische Regierung lehnte die Vorschläge ab.

Die polnische öffentliche Meinung begann in der siche­ren Ueberzeung, daß ja nun England und Frankreich für Polen kämpfen würden, Forderungen zu erheben, die man vielleicht als lächerliche Verrückt­heit bezeichnen könnte, wenn sie nicht so unendlich gefährlich wären. Damals setzte ein uner­träglicher Terror, eine physische und wirt­schaftliche Drangsalierung der immerhin

Millionen zählenden Deutschen in den vom Reich abgetretenen Gebieten ein. Ich will hier nicht über die vorgekommenen Schändlichkeiten sprechen, allein Danzig wurde mit fortgesetzten Uebergriffen pol­nischer Behörden steigend zum Bewußtsein gebracht, daß es scheinbar rettungslos der Willkür einer den nationalen Charakter der Stadt und der Bevölkerung fremden Gewalt ausgeliefert ist.

Darf ich mir nun die Frage erlauben, Herr Daladier, wie würden Sie als Fran­zose handeln, wenn durch irgendeinen un­glücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes eine 3hrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor abge­trennt würde, eine große Stadt sagen wir Marseille verhindert würde, sich zu Frankreich zu bekennen und die in diesem Ge­biete lebenden Franzosen nun verfolgt, geschlagen, mißhandelt, ja bestia­lisch ermordet würden? Sie sind Franzose, Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden. 3ch bin Deutscher, -

auf Elsaß-Lothringen verzichtet, um e i n weiteres Blutvergießen zu Der­rn e i b e n. Um so weniger würden wir Blut ver- gießen, um ein Unrecht aufrechtzuerhalten, das für Sie untragbar sein müßte wie es für uns bedeutungslos wäre.

Alles, was Sie in 3hrem Briefe, Herr Da­ladier, schreiben, empfinde ich genau s o ro i e S i e. Vielleicht können gerade wir uns als alte Frontsoldaten auf manchen Gebieten am leich­testen verstehen. Allein, ich bitte Sie, verstehen Sie auch dies: Daß es für eine Ration von Ehre unmöglich ist, auf fast zwei Millionen Menschen zu verzichten und sie an ihren eigenen Grenzen miß­handelt zu sehen.

3ch habe daher eine klare Forderung ausgestellt: Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustände an unse­rer Ost grenze müssen beseitigt werden. 3ch sehe keinen Weg, Polen, das sich ja in dem Schuh seiner Garanten unangreif­bar fühlt, hier zu einer friedlichen Lösung be­wegen zu können. 3ch würde aber an einer ehrenvollen Zukunft meines Volkes verzweifeln, wenn wir unter solchen Umständen nicht ent­schlossen wären, die Frage so oder so zu lösen.

Wenn das Schicksal nun dadurch unsere beiden Völker wieder zum Kampf zwingt, dann würde doch in den Motiven ein Unterschied sein. 3ch, Herr Daladier, kämpfe dann mit meinem Volke um b i e Wiedergutmachung eines Unrechts, und d i e anderen um die Beibehal­tung desselben. Dies ist um so tragischer, als viele bebeutenbe Männer auch 3hres Lanbes ben Unsinn ber damaligen Lösung erkannt haben, wie bie Unmöglichkeit einer bauernben Aufrechterhaltung.

Ich bin mir im Klaren über die schweren Kon­sequenzen, die ein solcher Konflikt mit sich bringt Ich glaube aber, die schwerste würbe Polen zu tragen Haven, benn ganz gleich, wie auch ein Krieg um diese Frage ausginge, der polnische Staat von jetzt wäre so ober so ver­loren. Daß dafür nun unsere beiden Völker in einen neuen blutigen Vernichtungs­krieg eintreten sollen, ist nicht nur für Sie, son­dern auch für mich, Herr Daladier, sehr schmerzlich. Ich sehe aber, wie schon bemerkt, von uns aus keine Möglichkeit, auf Polen in einem ver­nünftigen Sinne einwirken zu können zur Korrek­tur einer Lage, die für das deutsche Volk und bas Deutsche Reich unerträglich ist.

gez. Adolf Hitler.

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

druck und Verlag: vröhlsche Uuiverfitätrdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 1

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Ojfibiefen Vorschlag zu erbitten.

j Trenn das französische und das deutsche Blut von ttutm fließen wie vor 25 Jahren, in einem noch (otieren und mörderischen Krieg, dann wird zedes 6rabeiben Völker kämpfen im Vertrauen auf feinen «Kien Sieg. Siegen werden am sichersten bie Zer- fütjmg unb bie Barbarei.

Gez.: Daladier

olle besteht. .

DHt dem guten Willen Frankreichs be- hrbe ich denjenigen aller seiner Ver- b. nbeten. Ich übernehme feIbft bie G-a - Haitie für diese Bereitschaft, die Polen immer ge- zezt hat, für die gegenseitige Anwendung eines Erfahrens des freien Ausgleiches, v! man es sich vorstellen kann zwischen den Re­gierungen zweier souveräner Nationen. Mit dem texen Gewissen kann ich Ihnen die Versicherung ze en, daß es unter den zwischen Deutschland und Uen mit Bezug auf die Danziger Frage entstande- nev Differenzen keine gibt, die nicht einem solchen Erfahren unterbreitet werden könnte zwecks einer

liri-blichen und gerechten Lösung.

Uuf meine Ehre kann ich auch bekunden, daß es n ber klaren unb aufrichtigen Solidarität sankreichsmitPolenundseinenDer- ' nbeten nichts gibt, was die friedliche f in nun g meines Vaterlandes irgendwie Einträchtigen könnte. Diese Solidarität hat uns ''irnafs daran gehindert unb hindert uns auch ute nicht, Polen in dieser friedlichen 3'sinnung zu erhalten.

Hn einer so schweren Stunde glaube ich aufrich- - Z baß kein übelgesinnter Mensch es verstehen »inte, daß ein Krieg ber Zerstörun ' ir ommen werde, ohne daß ein letzter ''iti) einer friedlichen Lösung zwischen ?e.:tfd)Ianb unb Polen stattfindet. Ihr Friedens- liac könnte sich in aller Bestimmtheit dafür ein- h n, ohne der deutschen Ehre irgendwie Abbruch ittun. Ich als ber Chef der französischen Regie- irg, der ich eine gute Harmonie zwischen dem a zösischen unb dem deutschen Volke wünsche und -räch artberfeits durch Freundschaftsbande unb durch is gegebene Wort mit Polen verbunden mit, bin le-eit , alle Anstrengungen zu machen, b? »ein aufrichtiger Mensch unternehmen kann, um le'-n Versuch zu einem guten Ende zu führen.

Säe waren, wie ich selbst, Frontkämpfer im m*n Kriege. Sie wissen wie ich, welchen Abscheu 't Verurteilung die Verwüstungen des Krieges im Grüssen der Völker hinterlassen haben, ganz gleich, ke der Krieg endet. Die Vorstellung, die ich nur von M=:r hervorragenden Rolle machen kann als Fuh- Bröes deutschen Volkes auf dem Wege des Friedens, dr Vollendung feiner Aufgabe in dem gemeinsamen Ts k der Zivilisation, führt mich dazu, eine Antwort

erscheint täglich, außer Sonntags unb Feiertag« Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholl« Monati-vezugspreir:

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Berlin, 28. Aug. (DNB.) In einer Erklärung, H der französische Ministerpräsident Daladier Sonntagabend vor der Presse in Pa bis abgab, Ijc er Bezug genommen auf einen Briefwechsel, den er mit dem Führer hvte. In seiner Erklärung vor der Presse hat Dgla- On ro, di r Bemerkungen über den Inhalt der Briefe ge- ten. 811 stich?, i 1 Ne. lli [funtl | ienfl 1 -i W chsseiD adjritfl | h aus! | I n. 17 Volk, ne. ftijl Sit W die , (ausy i! ;): IM < lachG <

Die Antwort des Führers.

Berlin, den 27. August 1939.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Ich verstehe die Bedenken, die Sie ausdrücken. Auch ich habe niemals die hohe Verpflichtung über- ehen, die denen auferlegt ist, die über das Schick- al der Völker gestellt sind. Als alter Front- olbat kenne ich wie Sie bie Schrecken bes Krieges. Aus dieser Gesinnung und Er­kenntnis heraus habe ich mich auch ehrlich be­müht, alle Konfliktstoffe zwischen unseren beidenDölkern zu beseitigen. Ich habe dem französischen Volk einst ganz offen versichert, daß die Rückkehr des Saargebietes die Voraussetzung dazu sein würde. Ich habe , nach die­ser Rückkehr sofort feierleich meinen Verzicht auf irgendwelche weiteren Ansprüche, die Frankreich be­rühren können, ausgesprochen. Das deutsche Volk hat diese meine Haltung gebilligt. Wie Sie sich selbst bei Ihrem letzten Hiersein überzeugen konn­ten, empfand und empfindet es gegen den einstigen tapferen Gegner im Bewußtsein seiner eigenen Hal­tung keinerlei Groll oder gar Haß. Im Gegenteil. Die Befriedung unserer Westgrenze führte zu einer steigenden Sympathie, jedenfalls von feiten des deutschen Volkes. Einer Sympathie, die sich bei vielen Anlässen geradezu demonstrativ zeigte.

Der Bau der großen W e st b e f e st i g u n g e n, der zahlreiche Milliarden verschlang und verschlingt, stellt für Deutschland zugleich ein Dokument der Akzeptierung und Festlegung der endgültigen Reichsgrenzen dar. Das deutsche Volk hat damit auf zwei Provinzen Verzicht geleistet, die einst zum alten Deut­schen Reich gehörten, später durch viel Blut wieder erobert wurden und endlich mit noch viel mehr Blut verteidigt wurden. Dieser Verzicht stellt, wie Sie mir, Exzellenz, zugeben müssen, keine taktische, nach außen gezeigte Haltung dar, sondern einen Entschluß, der in allen unseren Maßnahmen seine konsequente Erhärtung erfährt. Sie werden mir, Herr Ministerpräsident, nicht einen Fall nennen können, in dem auch nur durch eine Zeile oder eine Rede gegen diese endgültige Fixie­rung der deutschen Reichsgrenze nach dem Westen hin verstoßen worden wäre. Ich glaubte, durch diesen Verzicht und durch diese Haltung jeden denkbaren Konflikts st off zwischen unseren beiden Völkern ausgeschaltet zu haben, der zu einer Wiederholung der Tragik von 1914/18 würde führen können.

Diese freiwillige Begrenzung der deutschen Lebensanfprüche im Westen kann aber nicht a u f g e f a ß t werden als eine auch auf alten anderen Gebieten geltende Ak­zeptierung des Versailler Diktates. 3ch habe nun wirklich 3ahr für 3ahr versucht, die Revision wenigstens der unmöglichsten und un­tragbarsten Bestimmungen dieses Diktates auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Es war dies unmöglich. Daß die Revision kommen muhte, war zahlreichen einsichtsvollen Männern aus allen Völkern bewußt und klar, was immer man nun gegen meine Methode anführen kann, was immer man an ihr aussehen zu müssen glaubt, so darf doch nicht ihr Erfolg bestrit­ten werden, daß es mir möglich wurde, ohne neues Blutvergießen in vielen Fällen nicht nur für Deutschland befriedigende Lösungen zu finden, sondern daß durch die Art des Ver­fahrens die Staatsmänner anderer Völker von der für sie oft unmöglichen Verpflichtung entbot, diese Revision vor ihren eigenen Völkern ver­antworten zu müssen; denn immerhin eines werden Eure Exzellenz mir zugeben muffen: Die Revision mußte kommen. Das verfailler Diktat war untragbar. Kein Franzose von Ehre, auch Sie nicht, Herr Da- lädier, hätte in einer ähnlichen Lage anders gehandelt als ich.

Ich habe nun in diesem Sinne auch versucht, d i e <-ll/r.un°-rnÜnstigst° Maßnahme des Versailler Diktates aus der Welt zu schäften. Ich habe ber polnischen Regierung ein An­ge b ot gemacht, über das das deutsche Volk er­schrocken ist. Kein anderer als ich onnte es über­haupt wagen, mit einem solchen Angebot vor die Oeffentlichkeit zu treten. Es konnte daher auch nur einmalig sein. Ich bin nun zutiefst überzeugt, daß, wenn besonders von E n g l a nda u s da­mals statt in der Presse gegen Deutschland eme wilde Kampagne loszulassen, Gerüchte von einer deutschen Mobilmachung zu lancieren, Polen ir­gendwie zugeredetworden ware, ver­nünftig zu sein, Europa heute und auf 2d

hr-den, sondern eine aufrichtige Mitarbeit m üjr m eigenen Interesse sowie im Interesse Europas der Welt zu bekräftigen.

Ls sei denn. Sie trauen dem französischen Volke tuen weniger hohen Begriff der Ehre zu, als ich K>er dem deutschen Volke anerkenne, so können vr nicht bezweifeln, daß Frankreich seine Verpflich- iigen anderen Mächten gegenüber treu erfüllt, schien, wie z. B. Polen, die, davon bin ich Erzeugt, mit Deutschland in Frieden leben wollen. Diese'beiden Ueberzeugungen sind vollkommen ver- ti'ibar. Bis heute gibt es nichts, was eine fried­liche Lösung der internationalen Krise in Ehren I llÄ Würden für alle Völker verhindern konnte, wenn Io- fallen Seiten ber gleiche Friebens-

Briefwechsel zwischen dem Führer und Daladier.

!)er Führer erklärt:Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustände an unserer Ostgrenze müssen beseitigt werden." - Deutschland sieht von sich aus keine Möglichkeit, auf polen in einem vernünstiaen Ginne einwirken zu können.