Ausgabe 
28.7.1939
 
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Motorbootfahrer gegenüberstehen. Vertreten sind Italien (23), Frankreich (17), England (3), die Schweiz (2) und Schweden (12)

Zum Großen Bergpreis von Deutsch- land, der am 6. August in zwei Fahrten auf der Großglocknerstraße entschieden wird, wurden 90 Meldungen abgegeben, davon für die Motorradren­nen 50, für die Sportwagenrennen 31 und 9 für die

Rennwagenklassen. Vertreten sind Belgien, Italien, Jugoslawien, Rumänien, die Schweiz und Deuuch- land.

In 12 Stunden durch den Fehmarn- bett schwamm der Junker Rauert von der Or- densbura Crössinsee. Die Strecke zwischen der 3mel Fehmarn und den Aalands-Inseln Jft 27 Kilometer

lang.

Fünfter Wettbewerbstag bei derRhön

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Ein Zielstreckenflug nach Nürnberg über 140 Kilometer.

Am fünften Wettbewerbstag der20. Rhön" auf der Wasserkuppe ließ die Witterungsentwicklung in den Mittagsstunden eine Fortführung des Flugbe­triebes zu. Wie man nach den ersten Starts fest- stellte, fanden die Teilnehmer nur äußerst schwache Aufwindfelder vor und es bedurfte des hartnäckig­sten Einsatzes, um überhaupt Ueberlandflüge durch­führen zu können. Dennoch war der Flugbetrieb sehr rege; über 60 Starts wurden vorgenommen, die fast ausnahmslos zu Streckenflügen führten.

Eine Meisterleistung vollbrachte RSFK.-Ober- sturmführer Kurt Schmidt (Gruppe 16 Karls­ruhe), der in einem Zielstreckenflug von der Wasser­kuppe nach Nürnberg kam und dabei 140 Kilometer

zurücklegte. 10 Teilnehmer erreichten ihr Ziel Schweinfurt, und zwar Opitz (Gruppe 11 Frank­furt a. M.), Mende (SAG. Darmstadt), Zeller (Gr. 6 Breslau), Müller (Gr. 9 Hannover), Boy (Gr. 9 Hannover), Habicht (Gr. 13 Nürnberg), von Treuberq (Gr. 14 München), Späthe (DFS. Darm­stadt), Haase (Gr. 4 Berlin) und der Doppelsitzer von Obergefr. Mundin (Luftwaffe). Bis nach Bam­berg kamen Bräutigam (Gr. 7 Elbe-Saale) und Schubert (Gr. 11 Frankfurt a. M.), Kraft (®r. 15 Südwest) flog nach 125 Kilometer bis in die Nahe von Erlangen. Während des Donnerstags wurden insgesamt 2000 Kilometer Luftlinie zurückgelegt.

Das 39. deutsche Kriegsschiff bei Scapa ziow gehobeu.

Unser Bild berichtet von dem Augenblick, in dem der ehemalige PanzerkreuzerDerfflinger", der seit 1919 auf dem Meeresboden bei Scapa Flow lag, nach langer Hebungsarbeit durch den gewaltigen Auftrieb der Pontons an die Oberfläche schießt.Derfflinger" ist das 39. der 1919 versenkten deutschen Kriegs­schiffe, die nach der Hebung verschrottet wurden. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Oer Haushalt als Produktionsstätte.

80 Prozent des Volkseinkommens gehen durch die Hände der Hausfrau.

In Geldwert umgerechnet steht die Rohstoff- menge, die in rund 20 Millionen Haushal­tungen (des Altreiches!) täglich allein durch Ver­arbeitung von Nahrungsmitteln wert­steigernd umgewandelt wird, kaum derjenigen irgend­einer unserer größten Industrien nach. Berücksichtigt man einmal unter diesem Gesichtspunkt die gewaltige Arbeit, die die Gesamtheit unserer Hausfrauen allein durch die Verarbeitung von Nahrungsmitteln täglich leistet, dann kann man sie wohl derjenigen unserer meistbeschäftigten Arbeiter in einem beliebi­gen produktiven Zweig unserer Wirtschaft an die Seite stellen. Dabei beschränkt sich die hauswirtschaft­liche Tätigkeit nicht etwa besonders bei der Landfrau nicht auf die Verarbeitung von Lebensmitteln. Eine im ganzen genommen riesige Menge von Textilien geht ferner alljährlich zur Weiterverarbeitung in die Haushaltungen, ein wei­terer gewaltiger Posten Textil-Fertigerzeugnisie wan­dert den gleichen Weg und wird der Betreuung und Pflege der Hausfrau übergeben. Auch diese ist pro­duktiv zu nennen, denn niemand wird bestreiten wollen, daß die Erhaltung der Werte bei uns eine sehr produktive Aufgabe geworden ist. Ist doch selbst die Verwertung der Altstoffe ohne die einsichtige und ordnende Mitwirkung der Haus­frauen nicht mehr zu denken.

Ein eindrucksvolles Schlaglicht auf den produk­tiven Wert der Tätigkeit der ländlichen Hausfrau warf kürzlich ein vom Reichsbauernführer als Be­weis des Wertes landfraulicher Betätigung ange­führtes Beispiel: die von Frauen und Mädchen in ländlichen Haushallen täglich gemolkene Milch stellt einen Jahreswert von 2,5 Milliar­de n M a r k dar. Das stellt selbst die deutsche Stein­kohlenförderung eines ganzen Jahres um einige hundert Millionen in den Schatten! Unwägbar, aber darum nicht weniger bedeutend sind die Werte, die durch die Mitarbeit der Hausfrauen im Bereich des Gesundheitswesens, der Heimkultur, der Kunst und Wissenschaft, ja selbst der Technik gewonnen werden. Aus dem großen Gebiet des Gesundheitswesens brauchen wir nur ihr unentbehrliches Mitwirken bei der Bekämpfung der Kinder ft erblich- keitundderSeuchen zu nennen. Und wie viel Anregungen auf künstlerischem und kulturellem Ge­biet verdanken wir dem Geist und Gefühl der mo­dernen Frau, deren Hauswesen wieder Handwerk und Kunsthandwerk, Musik und Malerei zu produk­tivem Schaffen erblühen läßt. Wie viele Impulse auch geben die wachsenden Ansprüche an technischen Neuerungen, die von einem heutigen Haushalt aus­gehen, und die wir oft der erfinderischen Intelligenz der Hausfrau verdanken, an die Industrie? Und doch kommt es wieder auf das weise M a ß h a l t e n der Frau in der Verwendung technischer Hilfsmittel an, soll der Haushalt nicht einer unfruchtbaren Mechani­sierung verfallen, sondern im besten und gesundesten Sinne organisiert sein.

Vergleicht man die ZahlderBeschäftigten im Haushalt mit denen anderer Wirtschafts­zweige, so entdeckt man auch hier den hervorragen­den Rang, den er unter den Produktionsgemeinschaf­ten unserer Volksgemeinschaft einnimmt. Nach der in­zwischen durch weit höhere Zahlen läng t überholten amtlichen Berufszählung von 1933 gab es schon damals 1,2 Millionen Hausgehilfinnen.

Rechnen wir aus den genannten 20 Millionen Haus­haltungen rund 18 Millionen Hausfrauen und etwa 5 Millionen mithelfende Familien­mitglieder in der städtischen und ländlichen Hauswirtschaft hinzu, so haben wir vorsichtig ge- chätzt ein Heer von 25 Millionen Ar­beitskräften vor uns, die heute in der Haus­wirtschaft tätig sind; vergleichsweise waren nach der- elben Zählung 13 Millionen Erwerbstätige in In­dustrie und Handwerk zusammen, 4 Millionen in Handel und Verkehr und 2,5 Millionen in öffent­lichen und privaten Diensten tätig.

Eine überragende Stellung nimmt die Hauswirt- chaft in dem großen produktiven Sektor der Fi­nanzwirtschaft des Volkes ein. Durch die ver­teilenden und verwaltenden Hände der Hausfrau gehen nämlich 80 v. H. des Volkseinkom­mens! Kaum ein Beruf verlangt so vielseitige und gewissenhafte Kenntnisse und Leistungen wie der der Hausfrau; denn von ihr hängt es schließlich ab, ob des Volkes Gut sinnvoll verwertet oder sinnlos ver­geudet wird. Deshalb wird es heute niemandem mehr einfallen, die unentbehrliche und produktive Mitwirkung der Hausfrau im Staat gering zu schätzen. 400 000 weibliche Jugendliche gehen all­jährlich im Pflichtjahr durch die Hauswirt- schaftliche Schulung, und es wird das Wohl der Nation mit davon abhängen, daß ein nicht ge­ringer Teil der fähigsten und einsichtigsten von ihnen sich dem hauswirtschaftlichen Beruf, sei es in Stadt oder Land, als einer Lebensaufgabe zu­wenden wird. Dr. Bufesch.

Rundfunkprogramm

Samstag, 29. Juli.

5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied. Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland Kinderland: Kinder unterwegs. Ein Zwiegespräch. 8.40: Froher Klang zur Werk­pause. Es spielt das Danziger Landesorchester. 9.30: Gaunachrichten. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittags­konzert. Es spielt das Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Alles in Sp-"- Dur! (Schallplatten.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Der Somer ist über dem Land. Iungmädel erzählen. 16: Volks- und Unterhaltungsmusik. Es spielen: Ka­pelle Hans Bund; MandolinenorchesterNapoli". 18: Und abends, wenn kein Dienst mehr drückt .. Zum 40. Gründungstag des ehemaligen Feldartillerie-Re- giments 44 singen und spielen der Soldatenchor und das Trompeterkorps des Artillerie-Regiments 34. Einlage: 1. Die Artillerie einst und heute. 2. Kame­rad, wo bist du? 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Bühne und Film im Rundfunk. 20: Nachrichten 20 15- Un­terhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.20: Am Vor­abend des Großflugtages in Frankfurt a.M Ein­treffen der Teilnehmer vom Internationalen Luft­rennen und der Deutschen Meisterschaften im Ge­schicklichkeitsflug. 22.30: Austauschkonzert Turin- Frankfurt. Tanzmusik.

Wirtschaft.

Mein-Mainische Sörse.

INittagsbörse uneinheitlich.

Frankfurt a.M., 27. Juli. Die Hoffnungen der Börse, daß sich die Kundschaft nach den Er­leichterungen für den Wertpapierverkehr etwas stärker am Geschäft beteiligen werde, blieben auch heute unerfüllt. Die Umsatztätigkeit hat gegenüber den Vortagen eher eine Einschränkung erfahren, da sich allenthalben wieder Zurückhaltung bemerk­bar machte.

Am Aktienmarkt blieb die Grundtendenz freundlich, die Kurse entwickelten sich jedoch un­einheitlich, da vielfach kleine Abgaben erfolgten. Einzelne Werte waren noch recht fest, u. a. Buderus mit 97,90 (96,50), Feinmech. Setter mit 97,13 (96), VDM. mit 170(169) und Zellstoff Waldhof mit 107 (106). IG.-Farben blieben mit 144,50 (144,40) voll behauptet. Montanwerte wiesen dagegen er­neut leichte Rückgänge auf. Verein. Stahl 99,50 (99,75), Mannesmann 103,50 (103,75), Hoesch 106 (106,75). Außerdem gingen Gesfürel auf 126,50 (127,25) und Bekula auf 160 (160,50) zurück. West­deutsche Kaufhof nach 96,90 auf 96,50 (96,25) ab­bröckelnd. Don Einheitswerten kamen Wayß & Freytag nach Pause 3 v. H. niedriger niit 147,50 wieder zur Notiz.

Renten lagen sehr ruhig. Amtliche Werte blie­ben vorerst ohne Geschäft und Notiz. Im Frei- verkehr unterlagen Steuergutscheine II erneut Schwankungen. Dorbörslich waren sie bis auf 94,80 nach 95,25 gestern abend ermäßigt. Im Ver­laufe schwankten sie stärker zwischen dieseü Kursen. Serie I wurden mit 99,25 bis 99,10 bewertet. Weiter rückläufig Kommunal-Umschuldung auf 93,25 bis 93,40 (93,45). Liquidationspfandbriefe schwankten bis zu 0,25 v. H.. im gleichen Ausmaß auch Industrie-Obligationen. Stadtanleihen meist unverändert. Reichsaltbesitz und Reichsbahn-VA. mit 132,13 bzw. 122,90 je 0,13 v. H. ermäßigt, Dekosama II um 0,25 v. H auf 155,25.

In der zweiten Börsenstunde herrschte Geschäfts­stille und Kursveränderungen waren kaum bekannt. Bei den später notierten Werten hielten sich die Abweichungen bei 0,50 bis 1,50 v. H. Stärker ver­ändert waren Daimler mit 120 (122,25), Aschaffen­burger Zellstoff mit 82,50 (84,50), andererseits Deutscher Eisenhandel 137,75 (135,75).

Von unnotierten Werten nannte man Katz & Klumpp 89 bis 91 (90 bis 92), Elsäß. Bad. Wolle 90 bis 92 (89 bis 91), Verein. Fränk. Schuh

73 bis 75 (72 bis 74). Tagesgekd gefragt und auf 2,75 (2,25) v. H. erhöht

Abendbörse behauptet.

Bei sehr stillem Geschäft mangels nennenswerter Aufträge war die Abendbörse wenig verändert. Am Aktienmarkt entwickelten sich die Kurse weiterhin etwas uneinheitlich wobei die meisten der etwa 0,25 bis 0,50 v. H. abweichenden Kurse nominell waren. 11. a. notierten: Buderus 97,50 (97 90), Mannesmann 103,25 (103,50), Stahlverein 99 40 (99,50), AEG 113 (112,75), Bekula 160,50 (160) Licht & Kraft 129,90 (129), aber Geffüre! 125,50 (126,50), IG.-Farben 144,25 (144,50), Metall, qefellfchaft 112,50 (112,75), Scheideanstalt 205,50, DDM 170, von Maschinenwerten Adlerwerke 99,50 (99 25) MAN. 142,50, Demag 142,25 (142,50), Eßlinqer 107,50 (107,25), Moenus 115,50. Bank­aktien zeigten Mittagskurse, Commerzbank 106, Deutsche Bank 111,50, Dresdner Bank 106,13. Am Rentenmarkt hatten Reichsaltbesitz zu unv. 132,13 etwas Umsatz, 6 v. H IG.-Farben wurden zu unv 119,65 gefragt. In Steuergutschemen fanden einige Abschlüsse statt, die Kurse waren wenig ver­ändert; Serie II Juni 95,25, Juli 95,15, August 95,10; Serie I 99,10 bis 99,15.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a.M., 27. Juli. Austrieb: Rinder 987 (gegen 945 am 20. 7.), darunter 121 (135) Ochsen, 187 (197) Bullen, 473 (417) Kühe, 206 (196) Färsen. Kälber 766 (451), Hümmel und Schafe 136 (88), Schweine 711 (853). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44,50 bis 46,50 (45 bis 46,50), b) 41,50 bis 42,50 (41,50 bis 42,50), C) 37,50 (37,50). Bullen a) 43 bis 44,50 (43,50 bis 44,50), b) 40,50 (40,50). Kühe a) 42 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 37 bis 40,50 (37,50 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (31 bis 34,50), d) 23 bis 25 (22 bis 25). Färsen a) 44,50 bis 45,50 (44,50 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (40 4»is 41,50), c) 33,50 bis 36,50 (36,50), d) 28 (). Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (53 bis 59), c) 48 bis 50 (43 bis 50), d) 40 (30 bis 40). Hümmel al) 51 (-, bl) 49 bis 50 (50), b2) (44 bis 49), c) 35 bisifl (32 bis 36). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b)A bis 39 (36 bis 39), c) 27 bis 32 (24 bis H. Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2) 60 (6th, c) 56 (56), d) 53 (53), Sauen gl) 61 (61). Marti, verlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittel.

Oer landwirtschaftliche Markt-eobachter.

Für die Getreidewirtschaft ist der Monat August ein bedeutsamer Termin, an dem nicht nur die er­sten Monatszuschläge für Weizen, Roggen und Futtergerste in Kraft treten, sondern auch die neuen Bestimmungen für die Mehlversorgung. Nun wird es wieder niedriger ausgemahlene Mehltypen geben, die aber nur zur gegenseitigen Mischung vorgesehen find. Die hellere Weizenmeyltype 630 wird 10 v. H. helles Roggenmehl Type 700 erhalten, so daß Weiß- und Feingebäck wieder heller werden. Die neue Weizenernte wird zwar durch die feuchte Witterung verzögert, aber der Roggenschnitt hat überall be­gonnen. Die Mühlen werden in nächster Zeit auch Altroggen erhalten und vermahle,». Die Winter­gerste brachte gute Erträge. Hafer ist noch reichlich da, aber der Bedarf ist bei der allgemein günstigen Futtermitteloersorgung nicht groß.

An Frühkartoffeln besteht infolge der von allen Seiten einsetzenden Zufuhren kein Mangel, auch die Beschaffenheit befriedigt, so daß das Ad- satzgeschäst glatt verläuft. Ab 1. August fällt die Kartoffelbewirtschaftung.

Bei O b st sind wir mitten in der Haupternte des Frühobstes. Beeren werden bereits weniger, dafür sind Aprikosen, Sauerkirschen, Pfirsiche, Frühpflau­men da, so daß die Hausfrau tausend Anregungen für den Kauf von Einmachfrüchten auf ihrem Gang über den Markt findet. Ebenso reichlich ist die Be­schickung des rhein-mainischen Gemüsemarktes. Täg­lich erscheinen neue Sorten, aber auch an Massen- gemüsen, wie Weißkraut, Kopfsalat und Blumen­kohl sind überall so reichliche Anlieferungen, daß den Verbrauchern ein stärkerer Kauf und Verbrauch dieser billigen Sorten sehr empfohlen werden muß.

Sonst ist mit großen Ueberftänben zu rechnen. Die Bohrten- und Tomatenernte setzt mit recht guten Aussichten jetzt ein.

Die Fleischversorgung hält sich im bis­herigen Rahmen. Aus den Auftrieben von Rindern, Kälbern und Schweinen konnten die Kontingent­ansprüche der Verarbeiter befriedigt werden. Stellen­weise wurde auch Gefrierfleisch ausgegeben. Aber die Fettschweine nehmen jetzt nicht mehr einen so großen Anteil am Auftrieb ein, so daß auch die Schlachtgewichte vorübergehend leicht zurückgehen. Die Zufuhren von Schafen, besonders Hämmeln, könnten auf allen Märkten noch stärker fein. Die Kauflust in den Fleischerläden war sehr lebhaft, aber auch das gute Angebot von Qeefifdjen aller Art, die besonders geeignet für einen Ausgleich bet ( Fleischversorgung sind, fand gute Aufnahme.

Die Milch- und B u 11 e r v e r s o r g u n g wurde, wie seither, sichergestellt. Die stetige Milch- anlteferung verstärkte sogar die Buttererzeugung ein wenig. Dagegen ist das Angebot von vollfettem Hartkäse, besonders Emmentaler, nicht ausreichend, so daß oftmals eine Umstellung auf Sauermilchkäse und Quarg tunlich ist.

Auch die Eierversorgung befriedigt recht wenig, besonders weil auch der Schwarzhandel im­mer noch seinen unerlaubten Aufkauf auf dem Lande fortsetzt, mit diesen Eiern aber häufig unter lieber« schreitung der Höchstpreise nur wenige Derbraucher­kreise beliefert. Mitwirkung aller schafft hier am ehesten Abhilfe. Sonst wurde die Marktversorgung durch Anlieserung von In- und Auslandseiern im üblichen Umfang sichergestellt.

Neues für den Büchertisch.

Hanns Günther: Der wirkliche Funkfreund, ein funktechnisches Lesebuch. 84 Seiten. Mit 129 Bilddarsteuungen. Kartoniert 2,80 RM. Franckh, Stuttgart O (179) Es gibt auch heute noch genug Leute, für die der Rundfunk nicht nur der Behaglichkeit dient, die ihr Rundfunkgerät wirklich kennen wollen, die aus Bastler- und Experimentierleidenschaft sich in Schal­tungen und Röhren auskennen möchten, denen das den meisten so alltäglich erscheinende Geheimnis der Verwandlung von Schall in Elektrizität und von Elektrizität in Schall noch als außerordentliche technische Leistung erscheint die sie selbst ergründen, verstehen und auch experimentell erleben wollen. Das sind die wirklichen Funkfreunde, und für sie hat Hanns Günther, der alte Experte und kluge Lehrmeister, sein Buch geschrieben. Die elektrischen und akustischen Grundlagen die Konstruktion von Sender und Empfänger werden hier klargelegt. Es wird nicht zuletzt der wissensdurstigen Jugend ein nützlicher Ratgeber sein.

Kolonien für Deutschland, eine For­derung der nationalen Ehre, des gleichen Rechtes, der wirtschaftlichen Notwendigkeit. Von Dipl.-Volks­wirt Matthias Schmitt, Kolonialvolitifches Amt der NSDAP. 72 Seiten. Mit 40 Abbildungen. Kar­toniert 2,80 RM. Franckh'fche Derlagsanstalt. (178) In der ReiheDer neue Stoff" legt Dipl.- Volkswirt Matthias Schmitt eine authentische Dar­stellung vor, in der auf knappem Raum erschöpfend, anschaulich und lehrreich der ganze mit der Kolo­nialforderung verbundene Fragenkreis klargelegt ist. Die geschichtlichen Grundlagen, der rechtliche Anspruch, die politischen und wirtschaftlichen Not­wendigkeiten sind hier durch Zahlenübersichten, gra­phische Darstellungen und Bilder belegt, daß die Schrift jedem, der sich mit dem Kolonialproblem befassen will, erschöpfend Auskunft gibt, und daß sie als Unterlage für die Aufklärungs-, Lehr- und Schulungsarbeit verwendet werden kann. Auch manche irrigen Auffassungen über die Ziele, die das neue Deutschland für feine Kolonien sich setzt, werden durch die Schrift richtiggestellt. Das Buch wird in derNationalsozialistischen Bibliographie" geführt.

Herbert Günther: GlücklicheReisel Heiteres Wissen von den Reisegenüssen. 150 Seiten mit 20 Zeichnungen von Fritz Busse. Geb. 2,50RM. Die Bücher der Rose" Wilhelm Langewiesche- Brandt, Ebenhausen bei München. (177) Der Autor, ein in der Landschaft und in der Literatur weitgereister Mann, sagte sich: wer reift, hat mehr vorn Leben; wer dilettantisch reist, hat weniger vorn Reisen also muß ich einmal zeigen, wie man wirklich reisen sollte und woraus es dabei ankommt. Nicht um zu belehren o nein, reise jeder, wie es ihm gefällt! sondern nur um an» zuregen, und von den vielfältigen und oft un» oefannten Reisegenüssen zu plaudern. So lesen wir von der Reiselektüre, von den lieben Mitreisenden ober der Freiheitsberaubung, warum Nürnberg Fontane mißfällt und was eine Sehenswürdigkeit ist (sahen Sie in Dinkelsbühl das Herz i® Pflaster?), oder im KapitelAusland ober 3*' lanb?" wie Jakob Grimm bie Achse Berlins- Rom prophezeit, wie ber Winter in Norberney! von ßubroig Richters Rekorbmarfch zum Schlierst was Moltke über bie Seekrankheit sagt, was in Hotels erleben kann unb wo man trunken werden muß, was Grillparzer tut, roenns regnet, ober von ber Strategie bei Besichtigungen, von Napoleon. Tante Frieba und den Reiseandenken und vieles mehr. Kurz: dieses Buch, vor, während oder nach der Reise gelesen, ist eine Erfrischung für ®dft und Gemüt. Nicht unvermerkt bleibe die reizvolle Ausstattung mit den kleinen Federzeichnungen von Fritz Busse.

Germanen im Kampf. Frühe Berichte der Römer. Uebersetzt und herausgegeben von Her­mann Roth. Mit 2 Bildern und 3 Karten. Preis 80 Rpf. Albert Langen/Georg Müller, München 1939. (169) In dieser Samlung früher Be­richte der Römer wird eines der interessantesten Kapitel unserer Geschichte erschlossen: Tapferkeit unb Wehrkraft ber Germanen im Kampf. Wer sich ein lebendiges Bilb von ben ersten Kämpfen zwischen Germanen unb Römern machen will, dem werben biefe spcmnenben, in gutes Deutsch gebrachten Berichte nützliche Dienste leisten können.