Markiumschau für die Hausfrau
erleichtern.
*
•(iltei Welten.
Roman von Harald Baumgarten
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35
unserer Universität in Angriff genommen »erden können, da dieses Bauvorhaben nunmehr von der Regierung genehmigt und zum Bau freigegeben worben ist. Die Planung und die Bauleitung für diesen Bau liegt in Händen von Regierungsbaurat Metzger, dem Leiter des Baubüros Bad-Nauheim des Hessischen Hochbauamtes in Friedberg.
Der Bau, der die stattliche Front von 35 Meter Länge erhalten wird, soll einen Hörfaal bergen, in bem für 360 Studierende Platz vorhanden sein wird und der mit allen technischen Neuerungen ausgestattet werden dürfte, die heute im Dienste der Lehre zur Verfügung stehen können. Zeitgemäße Arbeitsräume »erden für die theoretische Physik geschaffen, für die im bisherigen Institut kaum Raum vorhanden war. Auch die nötigen Dorbereitungs- räume, Räume für Seminar und für Sammlungen wird der Erweiterungsbau in ausreichendem Maße bieten können Die genauen Ausarbeitungen liegen noch nicht vor. — Mit diesem Neubau durften die bisher unzulänglichen Verhältnisse im Physikalischen Institut in glücklicher Weise abgelöst werden.
„Fein hier. Wollen wir tanzen?"
„Gleich. Warte bloß, bis der Kaffee da ist, sonst wird unser Platz besetzt. So was von Fülle."
Hildes Füße tanzten unter dem Tisch Lachen lag in der Luft, es roch nach Bier, Kaffee und Zigaretten.
Neubauten für Llmversität und Kliniken in Vorbereitung.
Erweiterungen für die Medizinische Poliklinik und für das physikalische Institut.
** Unfall. Der Arbeiter Ludwig Schmidt aus der Wetzsteingasse wurde gestern vormittag in der Kaiserallee von einem Lastkraftwagen ange- fahren und erlitt schwere Verletzungen am linken Unterarm, zum Teil Durchtrennungen der Arm-
dort geschehen sind. Es wirft ein schlechtes Licht auf uns Tankwarte." Sein junges Gesicht wurde verargt. „Dabei tun wir alle, was wir können, um den Burschen 'rauszusinden. Die ganze Nacht haben wir aufgepaßt. Herr Vallendar hatte alles groß- artig vorbereitet. Aber leider ist es doch erfolglos geblieben."
Charly zuckte zusammen-, Fritz spürte es ganz deutlich. „Herr Vallendar? Wieso Herr Vallendar?’
„Na, Ihnen kann man es ja erzählen; Sie wer- den es nicht herumbringen. Eigentlich war es ein bißchen beschämend für uns. Wir haben nachtsüber in der Garage auf der Lauer gelegen, die gesamte Belegschaft, mit Herrn Vallendar an der Spitze, aber da weiß man eben noch nichts Genaues."
Charly hörte die letzten Horte kaum. Vallendar, war die ganze Nacht in der Garage gewesen! Wie war es nur möglich gewesen, daß sie ihn nicht gefunden hatte? Ihr Atem ging schneller. „Hat Herr Vallendar nicht einmal nach mir gefragt?"
„Einmal? Immerzu! Ist 'rumgelaufen und hat Sie wie 'ne Stecknadel gesucht! Und dann wollte er Preetz beauftragen — aber der hatte sich dünn- gemacht; der vergißt ja jetzt alles vor Aufregung, weil das Kind nicht kommen will."
Charly vermeinte, ihre Füße trügen sie nicht mehr. Sie mußte sich zusammennehmen, um die einfachen Tanzschritte bewältigen zu können. Fast beschwörend klang ihre Stimme: „Er hat mich gesucht? Er hat nach mir gefragt? Ganz sicher, Herr Huckemann?"
Was hatte denn das Fräulein? Es erblaßte, und nun wurde es rot.
27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Tanzmusik, Lachen, Scharren von Füßen waren zu hören, Bestellungen, die die Kellner am Büfett laut ausriefen, und Rufe wie: „Ober — hallo! Ober — treten Sie doch mal hier 'n bißken 'ran!" Aber zu sehen war im ersten Augenblick nicht gerade viel. Nur ein Meer von Rauch, das über einer Menge von Köpfen wogte. Erst, wenn man sich an den Dunst gewöhnt hatte, konnte man den Saal überblicken, in dessen Mitte sich die Paare so eng drängten, daß es zunächst rätselhaft erschien, wie sie es anstellten, sich noch zu drehen.
„Da drüben ist noch ein kleiner Tisch frei, Hilde." Fritz Huckemann knöpfte die Lederjoppe auf und schob sich durch das Gewühl.
Jetzt hatte die Tanzkapelle ihren Schlager beendet. Die Paare blieben wie angewurzelt stehen und klatschten. Was denn — am Sonntag eine Pause? Gab es denn so was?
Der Kapellmeister sah es ein. Es war verlorene Liebesmüh, den Berlinern am Sonntag klarmachen zu wollen, daß auch Musiker nur zehn Finger und einen einzigen Atem hatten. Er setzte die Geige wieder an, und sie begann aufs neue zu fingen.
Durch die großen Fenster sah man auf den Garten, der im letzten Sonnenschein vergeblich zu locken versuchte. An einem einzigen Tisch saß ein Pärchen; die beiden hockten so dicht beisammen, daß sie ihre Köpfe aneinanderlehnen konnten. Der See hatte bereits eine graue, eintönige Farbe. Der künstliche Sandplatz, auf dem man sich im Sommer sonnte, war kahl. Zwei Boote streckten die Bäuche nach oben. Aber der Parkplatz war voll von Wagen und Motorrädern. Der Wächter fuchtelte herum. Es war ein Kunststück, die neu ankommenden Fahrzeuge unterzubringen.
Die Musik spielte.
„Ober — zwei Kännchen Kaffee und ordentlich Kuchen! Was denn, Hilde? Liebesknochen?"
„3a."
Der Ober rannte. Sein Kragen begann kleiner zu werden; er wellte sich bereits bedenklich.
„Na, Hilde?"
„Aber gewiß ist das wahr! Ich verstehe nicht, Fräulein Sandner ..." Ganz wirr wurde Fritz., Donnerwetter: Was wurde denn da gespielt? Warum fragte sie mit solcher Dringlichkeit? Wie ihr Mund jetzt lachte, wie ihre braunen Augen strahlten! Und wie sie jetzt lostanzte! Als ob sie ganz allein die Tanzfläche zur Verfügung hätten. Er mußte aufpaffen, sonst stießen sie an alle anderen Paare an.
Ich bin verrückt! Ich bin glücklich? Ich bin selig! fang es in Charly. Es war nichts! Ein Mißverständnis! Ein bummer Zufall! Wir haben uns verfehlt! Wie töricht bin ich! Er hat sich die ganze Nacht in ber Garage aufgehalten! Sie lachte auf; es war ein tiefes erregendes Lachen.
Die Musik schwieg; die Paare lösten sich voneinander. Charly strebte ihrem Platz zu, und Huckemann konnte kaum folgen, so flink wand sie sich durchs Gewühl.
Hilde hatte einen roten Kopf, als sie den Tisch wieder erreicht batten. Sie sprach mit Dr. Römer über die australische Pflanzenwelt.
Charly beugte sich zu Römer hinunter. „Ich möchte nach Hanse, Doktor! Wie ein kleines Mädchen stand sie vor ihm, die Hände gefaltet. Ihre Blicke flehten.
(Fortsetzung folgt.)
Neben dem gegenwärtig in Arbeit befindlichen Erweiterungsbau der Medizinischen Klinik der an ber Ecke Gaffkystraße und Klinikstraße entsteht, hat ich das Hessische Hochbauamt Gießen demnächst mit der Verwirklichung weiterer Bauten für die Um oerfität, bzw. für die Kliniken zu beschäftigen. In diesen Tagen wurden die Erd- und Maurerarbeiten für die Erstellung eines G r m e i t e r u n gsb aues die Medizinische P°likl,n,k nusge- chrieben, so daß damit gerechnet werden kann, daß mit dem Bau in nächster Zeit begonnen werden wird Der Erweiterungsbau der Medizinischen Poliklinik ersteht im unmittelbaren Anschluß an das bisherige Gebäude dieser Klinik an der Ecke Frankfurter Straße und Klinikstraße. Der Erwe. e- runqsbau stellt bereits einen ersten Bauabschnitt für bie Großbauten dar, die für die Kliniken an der Frankfurter Straße entstehen und die für das Kliniksviertel eine repräfentable Front barstellen
Im Einvernehmen mit dem Hessischen Hochbauamt Gießen wird außerdem demnächst der Erweiterungsbau für das Physikalische Instltut
kamen nicht zur Ruhe.
Hilde und Fritz saßen wieder an ihrem Platz. Er hatte seinen Fuß dicht an den ihren geschoben, lehnte sich über den Tisch, stützte sich auf die Unterarme und starrte seine Verlobte selbstvergessen an. „Ach, Hilde —!"
„Mußt nicht, Fritz — die Decke verrutscht doch!" Sie fuhr ihm schnell mit der Hand durch den weißblonden Schopf und ziepte dabei. „Du — da kommt Doktor Römer!" rief sie plötzlich.
Sein Kopf fuhr herum. „Tatsächlich; mit Fräulein Sandner. Sie suchen Platz."
„Dort drüben sitzt Huckemann!" lächelte Römer. „Kommen Sie, Charly."
Fritz flitzte los. Er ergatterte zwei Stühle. „So/ bitte, Herr Doktor! Bitte, Fräulein Sandner! Das ist meine Braut — Fräulein Weber. Sie kennen sie doch?"
„Aber ja, mir sind doch Garagennachbarn!" Charly reichte Hilde die Hand. Sie setzten sich und bestellten.
Huckemann nahm sich zusammen; er tat sehr weltmännisch. Hilde war weniger von dem Besuch erfreut. Sie hatte gar nicht gewußt, daß bas Fräulein und ber Doktor zusammengingen. Das „Fräulein" — dabei dachte sie an den kleinen, alten Zweisitzer. Na, demgegenüber konnte sie wohl gut und gern wetteifern mit ihrer tipptoppen „Verleih!".
„Ihr Wagen ist nun in Ordnung, Fräulein Sand- ner. Ich habe den ganzen Vormittag dazu benutzt. Morgen können Sie wieder fahren!"
„Ich banke, Herr Huckemann, Sehr nett von Ihnen!" Charly war einsilbig. Genau so einsilbig wie bie ganze letzte Strecke des Weges bis hierher.
Römer steckte sich eine Zigarre an Er fühlte sich hier ein wenig falsch am Platze. Wie frohgemut und beschwingt alle diese Menschen waren. Und plötz
lich wußte ers: Die Kameradschaft der Jugend — das war es!
Die Musik spielte ... Hilde" zwinkerte mit den Augen. Sie wußte, was sich gehörte. Der Herr Doktor — der tanzte wohl kaum. Aber das Fräulein, — na, welches junge Mädchen -tanzte nicht gern? Und Fritz war doch ein vortrefflicher Tänzer!
Fritz verstand. „Nen kleinen Fox, Fraulein Sandner?"
Charly schrak aus ihren trüben Gedanken auf. ,Ha, bitte!"
Fritz machte eine tadellose Verbeugung. Er hatte einen feschen grauen Anzug an. Seine Lederjoppe hing über der Stuhllehne.
Jetzt lachte Charly sogar ein wenig.
„Jugend! Jugend!" spielt die Musik. Und so klang jeder Takt in Römers Ohr Die schüchterne Stimme der Hoffnung wurde still. Nur, weil Charly verzweifelt war, ist sie mir um den Hals gefallen... Wie sie tanzt! Wie ihre Glieder den Rhythmus der Melodie aufnehmen.
Schweigsamer Herr, der Doktor! dachte Hilde und sah ihn mit ihren schwarzen, blitzenden Augen an. Worüber sprach man da nur? Sie hatte doch auch Wissenschaftliches unter ihren Büchern. Mal nach- benfen, wie man ein Gespräch mit ihm in Gang brächte! Bißchen geistreich mußte es schon sein Kleine nachdenkliche Falten bildeten sich auf ihrer Stirn.
Fritz und Charly waren jetzt mitten drin in der Enge der Tanzfläche.
Fräulein Sandner tanzt ja großartig, wie so ’ne Feder? dachte Fritz. Er mußte doch ein bißchen was reden, sonst hielt sie ihn für einen Stockfisch. Nee, sie sollte mal seh'n, daß ber Tankwart auch Kavalier sein konnte! Wovon rebete man? Don ben Wagen. Von ber Garage. Da gehörten sie zusammen, bas Fräulein Sanbner unb der Tankwart; bas oerbanb sie. sie.
„Es ist jetzt allerhand bei uns los, Fräulein Sandner. Die Garage wird neu verpachtet. Wer weiß, wen wir da bekommen?"
„So?" fragte sie zurück.
Das Gespräch schien wenig Interesse bei ihr zu erwecken. Fritz strengte sich an. „Hoffentlich ereignete sich nun nicht wieder so was Aehnliches wie vorgestern ... Wissen Sie, ich habe ja nicht die Vollmachten. Ja, wenn ich die Garage pachten könnte —?" Er seufzte. Dieser Wunschtraum lebte so stark in ihm, daß er von ihm reden mußte.
„Das wäre doch sehr vernünftig, Herr Huckemann? Sie würden das sicher ausgezeichnet'machen."
„Eben, Fräulein Sandner. Freut mich, daß Sie das sagen. Hilde — ich meine Fräulein Weber, wir sind so gut wie verlobt — meint das auch. Aber i bas Kapital fehlt eben. Da gehört 'ne Menge Geld dazu. Sie glauben es vielleicht gar nicht, aber so > ’ne Garage hat's in sich!" Der Rhythmus der Musik > war in ihnen; sie tanzten beide vorzüglich. „Gerade ° angenehm ist es freilich nicht, daß solche Sachen
Spaß!
Was machte Spaß? Alles machte Spaß. Alles war Grund zur Fröhlichkeit. Heute war Sonntag! Man hatte den Alltag ber Woche vergessen und die kleinen Sorgen. Einerlei, ob man im vornehmsten Wagen hergekommen war ober auf einem alten Motorrad. Einerlei, ob man Erster Buchhalter war, mit einem Teil Chefsobliegenheiten, ober ganz kleiner Angestellter, mit mächtigem Loch im Portemonnaie drei Tage norm Zahltag. Aber heute war ja Monatsanfang — heute konnte man an geb en!
Jetzt machte die Musik endgültig Pause. Die Türen des Saaleinganges glitten auf und zu; sie
Warum Kartoffelerzeugnisse statt Teigroaren, die doch ebenso rasch wohlschmeckende Gerichte gebens höre ich wieder die Hausfrau auf meine Empfehlung fragen. Gewiß ist es leichter, rasch zu Teigwaren zu greifen in der Uebergangszeit, wo die neuen Frühkartoffeln noch etwas teuer zu fein cheinen, und sich außerdem nicht für alle Zubereitungsarten eignen. Es ist ja bekannt, daß der Haupt- konsum in Teigwaren gerade in die Frühsommermonate fällt. Aber die Hausfrau, die doch sonst gerne für die Volkswirtschaft mitdenkt, vergißt da- jei, daß zu Teigwaren kleberisches Auslandsweizen- mehl und auch Eier nötig sind, deren Beschaftung Devisen kostet. Den gleichen Dienst, wie die Teig- maren leisten uns aber in vielen Fällen die Kar- tofselerzeugnisse, die aus den Erträgnissen der ‘ein« heimischen Scholle hergestellt werden können.
Sicher ist dafür manchmal eine Aenderung des Speisezettels nötig; jetzt in der Frühobstzeit mit den vielen Beeren macht man statt warmer Nudel-
Für jeden Tag wird Vao des Monatsbetraaes gewährt. Die Wehrmachtssätze für Quartierverpflegung betragen z. Z. 1,34 RM. je Tag. Den Angehörigen der Notdienstpflichtiaen wird Familienunterstutzung gewährt, soweit nicht etwas anderes in Durchführungsbestimmungen zur Notdienstverordnung vorgesehen ist.
Verlustvortrag
jetzt auch auf dieSewerbesteuer möglich.
Zur Durchführung der Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1939 hat der Reichsfinanzminlster im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern und vorbehaltlich der späteren Regelung im Verordnungsweg einstweilen durch Erlaß eine w e i - tereSteuererleichterung verfügt. Der sog. Derlustvortrag, der bisher auf die Einkommen- und die Körperschaftssteuer beschränkt war, wird nunmehr auch bei der Gewerbesteuer ermöglicht. Erstmalig gilt die Neuregelung für das Jahr 1938, dessen Gewerbeertrag der Gewerbesteuer für bas Rechnungsjahr 1939 zugrunde zu legen ist. Dabei können also Verluste aus den Jahren 1936 und 1937 berücksichtigt werden. In jenen Jahren hatten noch
verschiedentlich auch im Mtreich Gewerbebetriebe Verluste, die nun berücksichtigt werden können. Der Erlaß bestimmt, daß bei Gewerbetreibenden, die Bücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches führen, der Gewerbeettrag um die Fehlbeträge zu kürzen ist, die sich bei Ermittlung des Gewerbeertrages für die beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahre ergeben, soweit die Fehlbeträge nicht bereits bei Ermittlung des Gewerbeertrages für das oor an gegangene Wirtschaftsjahr gekürzt worden sind. Und wenn auch dank des Aufblühens der deutschen Wirtschaft die in der Systemzeit allgemein verbreitete Defizitwirtschaft im Gewerbe jetzt aus Ausnahmefälle beschränkt ist, in denen aus den verschiedensten persönlichen und sachlichen Gründen einmal ein Fehlbetrag auftreten kann, so zeigt ber Gesetzgeber doch durch diese Regelung erneut, daß er alles unternimmt, um die Wirtschaftsführung zu
suppe durststillende Kaltschalen aus Kartoffelmehl und Kuchen und Torten. Zu Suppen verwendet man stakt Eiersternen deutschen Sago, der genau so schön quillt, wie der teuere indische. Ebenso gut geraten mit dem deutschen Puddingmehl Flammen und Fruchtgrütze. Mit Quarg, ein wenig Milch, Sultaninen, Zucker und Sago lassen sich die fernsten Süßspeisen bereiten. An Verwendungsmöglichkeiten fehlt es also nicht, die Kartoffelerzeugnisse sind auch in Hülle unb Fülle bei jedem Kleinhändler zu haben. Allein die deutsche Sagoerzeugung stieg von 27 000 Doppelzentner im Jahre 1931 auf rund 60 000 Doppelzentner in 1937. Infolge dieser verstärkten Jn- landserzeugung konnte auch die Einfuhr von 20 500 Doppelzentner Sago in 1931 auf 150 Doppelzentner im letzten Jahr zurückgehen. Aber diese Erweiterung der Erzeugung im Inland verpflichtet bie Hausfrau auch diese Erzeugnisse in steigendem Maß zu verwenden.
Jahre gibt der Hitler-Jugend das Recht, alleinige Trägerin des gesamten Ernteeinsatzes der Jugend zu sein. Sie wird es zu einer ihrer schönsten Psiich' ten rechnen, diese Aufgaben den Erfordernissen der Zeit entsprechend zu lösen.
Vornotizen.
Tageskalenber für Freitag.
Gloria-Palaft, Seltersweg: „Morgen werde ich verhaftet".
Umgestaltung am Setterstor begonnen.
Nachdem in diesen Tagen bas eine der beiden Torhäuschen völlig beseitigt ist, wurde nun auch mit der praktischen Arbeit für die Umgestaltung des Platzes am Selterstor begonnen. Die erste Arbeit gilt dabei der Abdeckung des Schorgrabens, der mit einer Holzverschalung überbaut und dann mit Beton Überdeckt wird. Der Schorgraben wird, da umfang- reiche Aufschüttungen folgen werden, sur immer dem Auge entzogen bleiben. Gegenwärtig sind die Arbeiter — die schon ihre Buden aufgerichtet haben — damit beschäftigt, die Holzüberbauung für das ganze Stück des Schorgrabens anzufertigen.
Vergütung für Aufwendungen bei der Notdienstpflicht.
Noch der Notdienstverordnung können Bewohner des Reichsgebiets zur Betämpfung EentliHer Rot- stände sowie zur Vorbereitung dieser Bekämpfung für eine begrenzte Zeit zu Notdienstleistungen heranqezogen werden, und zwar durch Behörden. Die von ihnen geforderte Leistung kann m einem Handeln, Dulden oder Unterlassen bestehen.
Durch einen im Einvernehmen mit dem Reichs- finanzminister ergangenen Erlaß hat nunmehr der Reichsinnenminister bie Abgeltung perfonlicher Aufwendungen geordnet, die den Notdienst pflichtigen ^itstehen können. Es wird bestimmt, baß bie Behörden, bie Notdienstleistungen fordern können, den Notdienstpflichtigen, die sie heranziehen, Vergütungssätze für ihre persönlichen Aufwendungen zu gewahren haben, soweit nicht für diese Dienstleistungen Dienstbezüge gewährt werden oder für andere Falle, z. B. Kraftfahrer mit Kraftwagen, andere Satze festgesetzt sind oder werden.
Die BcrgÜtungssötze betragen für Notdtenstpflich. tige, mit Ausnahme der Führer, 6 RM. je Tag. Der Betrag wird wie folgt aufgeghebert: 50 Rpf. in bar, 50 Rfg. für Benutzung eigener Kleidung, sofern nicht Oberkleidung und Stiefel gestellt werden, 3 RM. für Selbstverpflegung und 2 RM. für auswärtige Uebernachtung, wenn Unterkunft nicht gestellt wird. Für Unterführer über mindestens zehn Mann erhöht sich der Tagessatz auf 7 RM., für Führer über mindestens 30 Mann auf 8 RM. und für Führer über mindestens 100 Mann sowie Spezialkräfte mit besonderen Kenntnissen und beson- derer Verantwortung auf 10 RM. Bei nur stundenweiser Heranziehung wird für jede angefangene Stunde ’/io — bei Ausbildungszwecken '/-o — ber Tagessätze gewährt. Als zu vergütende Zeit wird die Zeit von der Meldung zur Notdienstleistung bis iur Entlassung gerechnet. Darüber hinaus werden Zu« und Abgang nur vergütet, soweit ber Hin- und Rückweg mehr als 5 Kilometer beträgt, und zwar jede angefangenen 5 Kilometer mit Vio der Zages« ^Unterbringung und Verpflegung kann, wie ber Erlaß bestimmt, im Bedarfsfälle auf Grund des Wehrleistungsgesetzes in Anspruch genommen unb auf diese Weise den Notdienstpflichtigen gestellt werden. Dann sind die Beträge zu zahlen, die nach den Durchführungsbestimmungen zum Wehr- leistungsgesetz gewahrt werden, und zwar wiederum, entsprechend dem Tarif des Wehrleistunasgesetzes, gestaffelt wie die Tagesvergütungssatze. Die Satze für Unterkunft betragen hiernach z. Z. in den Wm- termonaten nonatlich zwischen 12 und 24, in den Sommermonaten monatlich zwischen 6 und 12 RM.
„Das ist schön, immer so mittenmang! Was Hilde? Es kann gar nicht voll genug sein."
Der Ober stellte den Kaffee auf den Tisch. Sofort standen die beiden auf, umfaßten sich, schwenkten durch die Tischreihen, bis sie am äußersten Ende der Tanzfläche landeten. „3mmer rin, Hilde! Hoppla — Verzeihung!"
Der Wirt drückte den Lichtschalter herunter. Der ganze Saal strahlte im Glanz der Bogenlampen auf. Allgemeiner Ausruf des Entzückens. Großer
Muskulatur. Der bedauernswerte Mann mußte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht me*r*en'M LG. -Lehrscheinprüfung be - standen. Nach erfolgreich abgelegter Pruftmg konnte dem Badewärter Ernst 2 ag er Gießen, Gnauthstraße 26, von der Houp geschaf^stelle ber Deutschen Lebensrettunas-Gememschaft Berlim die Urkunde für den Lehrschein mit goldener Nadel überreicht werden.
Aus der engeren Heimat.
Der Limburger Dom wird nicht verputzt.
Lpd Limburg, 27. Juli. Limburgs köstlichstes Kleinod, sein weltberühmter siebentürmiger Dom, stand in der letzten Zeit lange tm Mittelpunkt ber Erörterungen der Kunstfreunde und Bewohner. An maßgebender Stelle trug man sich mit dem Ge- danken, das Aeußere des Domes mit Putz Zu ver- kleiden Seit Oktober wurden große Flachen der Außenfassade des südlichen Querschiffs mit verschie- denen Putzproben versehen, die als technische und künstlerische Vorstudien für die geplante Derklel- düng dienen sollten. Die Ansichten über einen Der- putz gingen auseinander. Nach gründlichen Erwägungen ber höchsten maßgebenden Stellen ist man nun zu dem Entschluß gekommen, von einem Verputz des Domes abzusehen. Zur Zett werden die Putzproben am Dom wieder entfernt.
70 Zahre verheiratet.
Lpd. Marburg, 27. Juli. In dem Dorfs Wollmar begeht am 29. Juli der älteste Ein- wohner, Alt-Landwirt Andreas Feiling, in noch staunenswerter Rüstigkeit seinen 9 4. Geburtstag. Seine greife Lebensgefährtin, die ebenfalls noch rüstig ist, hat zu Beginn 3uli ben 9 0. G e - b u r t s t ag feiern können. Beiden Jubllaren ist es vergönnt, in Bälde den 70. Jahrestag seiner Ehe- schließung zu begehen — das Fest ber sogenannten „Gnadenhochzeit", wie dieses Jubiläum im Volksmund heißt. Beide Eheleute hoffen zuver- sichtlich, diesen Jahrestag in der heutigen Rüstigkeit zu erleben.
Unfälle auf dem Lande.
Dem landwirtschaftlichen Arbeiter Heinrich Friedrich aus Homberg (Ohm) wurde von einem Pferd das linke Ohr abgebissen. — Der 33jährige Angestellte Heinrich Beppler aus Dor- lar zog sich durch einen Sturz vorn Motorrad erhebliche Prellungen zu und mußte außerdem uitter Verdacht auf innere Verletzungen in ärztliche Be- Handlung gebracht werden. Beide Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik in Gießen ausgenommen.
Landkreis Gießen.
4 L i ch , 28. Juli. Am heutigen Freitag können nachstehend genannte Einwohner unb Einwohnerin- nen in geistiger und körperlicher Frische Geburtstage feiern: Frau August Greifer, Witwe, lln« terstadt 23, ihren 82., Frau Heinrich Heller IV., Witwe, Mengesgasse 3, ihren 73., Altbürgermeister Heinrich Adam Fuhr, Seelenhofgasse 2, seinen 73. und Frau Nettchen Rau, Witwe des verstorbenen Postmeister Karl Georg Rau, ihren 71. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich!
Kreis Bübingen.
© Götzen, 27. Juli. Gelegentlich eines Aus- flugs nach Oberhessen veranstaltete die Kameradschaft Darmstadt ehemaliger Hessischer Leibgardisien im hiesigen neuerbauten Reuningschen Saale im Verein mit ber hiesigen Kriegerkameradschaft und der Leib- : gardisten-Kameradschaft von Schotten einen wohb i gelungenen Gemeinschaftsabend, zu dem sich auch t viele hiesige Einwohner eingefunden hatten. Die i Begrüßungsansprache wurde von Vizefeldwebel der - Reserve Lehrer Frank, dem Führer der hiesigen


