Ausgabe 
28.7.1939
 
Einzelbild herunterladen

als liefe die ganze Welt plötzlich auf schiefer Achse und pendelte einmal so und einmal so herum.

Aber beim dritten- oder viertenmal geht es dann schon flotter, und der Fahrschüler kann sich gelegent­lich auf gerader Strecke sogar vorstellen, daß er irgendwann einmal wirklich alles lernt.

Abends um sechs ist theoretischer Unterricht! Und da kanns nun draußen soviel Frühlina sein, wie es will oder nicht will, es hilft nichts, die Theorie muß sein. Aber der Fahrlehrer würzt das ganze mit mancherlei guten kräftigen Bildern und Ver­gleichen und es kommt vor, daß er allen Ernstes für die richtige Antwort auf eine Frage einen leib­haftigen Vierzylinderwagen aussetzt, und ich bin überzeugt, er gäbe den Vierzylinder wirklich heraus, wenn eine Antwort richtig wäre. Aber die Fragen sind danach. Ich will nichts ganz Bestimmtes be­haupten, aber ich glaube, so eine Frage hieß un­gefähr so:Wenn in einem lözylindrigen Wagen die Kurbelwelle 1600 Umdrehungen macht, wie oft öffnet sich da in derselben Zeit das linke Ventil am siebenten Zylinder? Na, wer weiß es? Wer in einer Minute die richtige Antwort gibt, kriegt einen Vierzylinder also?" Und er geht herum und ermutgt seine Schüler, ordentlich scharf nach­zudenken und nachher ist es dann entsetzlich ein­fach: 800 Umdrehungen! Und daß es gerade das linke Ventil des siebenten Zylinders ausgerechnet werden sollte, war nichts als Spaß, denn das rechte Ventil am sechsten oder neunten Zylinder öffnet sich gerade so oft.

Aber so schwierig wie dies hier ist nicht alles, und meistens gibt der Fahrlehrer nach einer Dar­stellung, die sehr wissenschaftlich klingt und in jedem Fachbuch stehen könnte, noch eine zweite populäre und sehr plastische Darstellung.

Die erste Darstellung hört sich so an:zweiter Arbeitsgang. Beide Ventile sind geschlossen, der Kolben bewegt sich nach oben, die Luft wird kom­primiert. Dritter Arbeitsgang. An der Zündkerze springt der Funke über und entzündet das Gas­gemisch. Die Gewalt der Explosion treibt den Kolben nach unten" und so fort.

Aber dann nun die zweite gemeinverständliche Er­klärung. Sie ist ganz wunderbar und klingt un­gefähr so:

, Also, noch einmal. Erster Arbeitsgang: Schschscht? Zweiter Arbeitsgang: Phhhhhh nicht wahr! Dritter Arbeitsgang: Die Explosion! Pffft!! Vierter Arbeitsgang: Tschschsch Haben Sie es ver­standen?"

Ja, nun haben wir es alle verstanden.

Und draußen vor den Fenstern der Fahrschule weht der Frühling um die Straßenecken, er ift

manchmal noch etwas grob, aber wir haben schließ­lich Kalender und kennen ihn. Im Wind der Straßenecken stehen Händler mit Blumen und bieten sie, nicht ungeschickt Dichterisches mit Ge­meinem mischend, an:Die ersten Frühlingsboten, meine Herrschaften, Stück zehn Pfennige!"

Und tvenns dann alles noch ein Stückchen weiter ist, können sie alle, die jetzt hier Theorie ochsen, mitten durch diesen Frühling fahren, wo er eigent­lich zu Hause ist> auf den Landstraßen, auf Feldern und unter Bäumen, draußen, wo man den Früh­ling noch mit den Nasen riechen kann

Und es ist dann alles nicht so weit, man saust nur so um ein paar Ecken und ist da, und hinten im Wagenkoffer ist zum Picknick im Freien etwas eingepackt.

Allzuschnell solls auch nicht gehen. Im Lehr­zimmer der Fahrschule hängt ein Vers, der also lautet:

Rase nicht mit 50 Pferden Durch das Weltgetümmel. Lieber noch zu spät auf Erden Als zu früh im Himmel.

Wir kommen überhaupt viel seltener zu spät, als wir glauben, und wenn so ein Spruch gerade in einer Autofahrschule hängt, wo man mit Geschwin­digkeit durch die Welt zu kommen lernt, dann ist das mehr als eine Verkchrswarnung wer hätte gedacht, daß Technik sich zu solcher Philosophie des langsamen Fahrens aufschwingen könnte. Wir wollen die Welt vor Geschwindigkeit noch sehen können.

Hochschulnachrichten.

Professor Dr. Bruno Fleischer, Ordinarius für Augenheilkunde an der Universität Erlan­gen, wurde wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden.

Der Ordinarius für Hygiene und Bakteriologie an der Medizinischen Akademie Düsseldorf, Dr. Paul M a n t e u f e l, wurde auf seinen An­trag von den amtlichen Verpflichtungen entbunden.

Wegen Erreichung der Altersgrenze wurden von den amtlichen Verpflichtungen entbunden die ordent­lichen Professoren Dr. Max Kuli sch (Staats- und Verwaltungsrecht) in Innsbruck, Dr. med. Hans Molitoris (Gerichtliche Medizin) in Erlan­gen, Dr.-Jng. Fritz O e st e r l e n (Hydraulische Maschinen) in Hannover, Dr. Otto Procksch (Alttestamentliche Theologie: evang.) in Erlan­gen, Dr. med. Martin Reichardt (Psychiatrie und Neurologie) in Würzburg.

Gloria-palast:

Morgen werde ich verhaftet."

Daß zwei Verdächtige im Kriminal-Verhör sich gegenseitig der Tat bezichtigen, kommt häufig vor; daß von zwei Verdächtigen jeder bestrebt ist, den andern zu entlasten und die Schuld allein auf sich zu nehmen, ist weit seltener: ungefähr mit diesen Worten wird gegen Ende der Angelpunkt des Hand­lungsablaufes bezeichnet, und man kann daraus ent­nehmen, daß der Film gar nicht so sensationslustig und reißerisch angelegt ist, wie man nach dem (im Vorspann mit dicker Blockschrift plakatierten) Titel vermuten möchte. Jedenfalls wird das, was in die­sem Kriminalfall nach Sensation schmeckt, in ge­wissem Sinne dadurch kultiviert, daß mit einer schon traditionell gewordenen analytischen Technik nicht nur sachlich der Tatbestand festgestellt und der Täter ermittelt, sondern nach den inneren Beweg­gründen geforscht und die menschliche Vorgeschichte entschleiert wird: es handelt sich bei dem (zehn Jahre zurückliegenden) Fall offenbar um eine Affekt- Handlung, um Totschlag aus Eifersucht, vielleicht um Mord. Hebrigens wird der Fall, dessen Einzelheiten dieser Bericht übergeht, um dem Besucher nicht vor­zugreifen, mit musikalischen Spielelementen um­kleidet, wie sie seit geraumer Zeit im Film beliebt sind. Der kundige, durch häufigen Besuch derartiger Filme geschulte Besucher wird die Lösung voraus­sehen: dennoch gelingt es der vorsichtig dosierenden Regieführung von Carl Heinz S t r o u x, nicht nur die Spannung, sondern auch ein gewisses Maß menschlicher Beteiligung im Zuschauer bis zuletzt wachzuhalten. Was die recht gleichwertige und gut verteilte Besetzung betrifft, so wird in erster Linie die Wiederbegegnung mit Käthe Dorsch inter­essieren, die man selten auf der Leinwand sieht zuletzt wohl inPvette", und die hier als Mut­ter, als liebende und eifersüchtige Frau eine psycho­logisch bemerkenswerte Rolle voll austrägt: doch kann, wie schon früher festzustellen war, der Film die außerordentlichen Gaben dieser großen Darstel­lerin immer nur ahnen lassen. Beachtlich ist ferner die Wandlung des Schauspielers Will Dohm, der bisher auf leicht komische Rollen festgelegt schien und hier mit verhaltenem Temperament ins aus­geprägte Eharakterfach hinüberwechselte. Ferdinand Marian, sehr geeignet für Aufgaben solcher Art, Paul Dahlke als scharf zupackender Kommissar, die kindlich zarte Gisela Uhlen aus dem jungen Nachwuchs, Paul Klinger und der lebhaft char» gierende Komiker Curt Vespermann sind fer­ner im Vordergründe beteiligt. (Tobis.)

HansThyrioi

Nr. 174 Zweites Blatt

GiehenerAnzetger (General-Anzeigerfür Oberhessen)

Freitag,28.)uli (939

Aus der Stadt Gießen

H. W. Sch.

Zett des Jahres ...

Die Hitler-Jugend Hilst den Bauern

tffen

nhalle

einem

izkapelleii

^eibesübungen uli 1939

lern Sportplatz- Schauturnen ad

er Turnhalle uii

Wenn wir erst den Führerschein haben!

Von Christian Bock.

NSG. Die Hitler-Jugend steht auf dem Höhepunkt ihrer Sommerarbeit. Die Zeltlager sind belegt und die Fahrten sind in vollem Gange. In einigen Wochen schon beginnt der Adolf-Hitler-Marsch, der die Bannfahnen zum Reichsparteitag nach Nürn­berg bringt. Dazwischen aber liegt noch eine Ar­beit, der sich die Jugend mit aller Kraft annimmt, der Ernteeinsatz. Es gilt, den Bauern mit tau­send fleißigen Händen zu unterstützen, ihm beim Einbringen der Ernte zu helfen und damit unser Teil dazu beizutragen, daß die Ernährung unseres Volkes wieder für ein Jahr sichergestellt wird.

Heute steht der Bauer nicht mehr allein, sondern das ganze Volk hilft bei der Bergung der Ernte, stellt sich selbstlos neben den Landmann. Und das ist das Große besonders beim Einsatz der Jugend, daß hier nicht befohlen, sondern die Erntehilfe als selbstverständlich und als E h r e n d i e n st be­trachtet wird. Die Hitler-Jugend ist stolz darauf, daß sie den Bauern fast eine Million freiwillige Helfer zur Verfügung stellen kann. Wenn auch un­sere 13- bis 18jährigen keine volle Arbeitskraft dar­stellen, so können sie, im richtigen Rahmen und mit Verständnis eingesetzt, manche Erleichterung brin­gen. Die Jungen sowohl wie die Mädel können

jbioai Id .und ttcfl- izeN' illv. unt- ofort W estL ,d^0

Wilhelm Laiil iters: Ernst 8. ht und die U i.W: Ernst & Thyriot: für t : Ernst Slum: uner. Anzeigen.) den Inhalt de:! VI. 1939: M Universität^' ßen. JKonafc:

M 3uW- hr. EinzelM U. EH

Wta

37 gM

vom Vorjahr mit dem ^-2-Schein an die Luftwasfe abgegeben werden. Gemäß den neuen Weisungen wird fortan aber die Ausbildung der NSFK.-Män­ner, die bereits in den Modellbau-Gruppen des Jungvolkes und anschließend bei der Flieger-HI. durch ihre harte Auslese gegangen sind, in den Motorfluglehrgängen bis zum'ö-1- und X-1-Schein erweitert.

Selbstverständlich steht auf dem Dienstplan dieser Kurse der praktische Flugdienst an erster Stelle. Bei geeignetem Wetter ist die Zeit vom Morgen bis zum Abend mit der Flugschulung ausgefüllt. Sie wird nur durch das Mittagessen und eine kurze Ruhepause unterbrochen. Theoretische Unterweisun­gen und sportliche Hebungen stehen daneben am Beginn und Ende eines jeden Schulungstages. Bei ungünstigem Flugwetter kommen Sport und theo­retischer Unterricht naturgemäß noch mehr zur Gel­tung. Schließlich kann ein sportlich geübter Körper die fliegerischen Voraussetzungen nur verbessern, und überdies geht es im neuzeitlichen Flugdienst einfach

Es ist eine Zeit der gnadenreichen Erfüllung. Der nimmermüde Schoß der Mutter Erde gebiert ein Wunder um das andere. Was diesem Schoß vor Monaten als Saat anvertraut ward, wird jetzt geborgen als tausendfältige Frucht. Schier uner­schöpflich sind die köstlichen Gaben. Denn während die Halme zu Garben gebunden werden, reifen nt den Bäumen am Feldweg die Birnen und Pflau­men, die Aepfel und die Zwetschgen und die Kraft der Erde läßt die Kartoffel- und Rübenfelder ge­deihen. Wohin auch der Blick sich wenden mag: überall sieht er in dieser Zeit des Erntebeginns Fruchtbarkeit und fruchtbares Werden.

Abends schwanken auf den Landstraßen schwere Wagen zu den dörflichen Heimstätten. Sie sind hochbeladen mit der Gabe des Feldes, und zuweilen sitzen junge Mädchen auf den Garben, die sich bunte Kränze gewunden haben. Ein solches heiteres Bild überkommt den Wanderer und selbst den hastigen Autofahrer wie eine Erquickung, und der Mann am Steuer ist deshalb gar nicht mehr so ungehalten, weil er angesichts des Erntewagens ein lang­sameres Tempo fahren muß. Im Gegenteil, er lacht den Mädchen freundlich zu, was wiederum mit einem fröhlichen Lächeln quittiert wird.

Erntezeit beschert uns den herrlichen Segen der Erde. Sie ist deshalb kostbar wie keine andere

Die vormilitärische Erziehung des NE> -Fliegerkorps

Von General der Flieger Christiansen.

beim Einbringen der Körnerernte und bei der dauernd erforderlichen Schädlingsbekämpfung auf den Kartoffeläckern, neben dem Sammeln von Fall­obst, Pilzen, Beeren und Bucheckern auch in Haus und Hof nützlich eingesetzt werden. Die Angst man­cher Eltern in der Stadt, daß ihre Kinder etwa Arbeiten schaffen müßten, wie sie sonst nur Er­wachsene tun, ist völlig unbegründet. Der Gesund­heitsdienst der HI. sorgt dafür, und durch «weit­gehende Aufklärung ist darauf hingewiesen, daß Arbeiten, die gesundheitliche Schäden zur Folge haben könnten, von den Jungen und Mädeln weder verlangt, noch geleistet werden. Für manchen Jungen und für manches Mädel aus der Stadt ist die Erntehilfe eine Zeit völlig neuer und entschei­dender Eindrücke. Sie sehen hier einmal, was Bauernarbeit heißt, sie erleben das deutsche Land und den deutschen Acker, sind Kamerad mit den Menschen und Tieren des Hofes, sind der Natur und ihrem Geschehen nahe.

Die Tage des Ernteeinsatzes bedeuten einen er­heblichen Gewinn nicht nur für den deutschen Bauern, sondern auch für die Jugend selbst, die sich freiwillig in seinen Dienst stellt. Der bisherige erfolgreiche Einsatz bei der Ernte der vergangenen

ist ab 30-Juli

<: Dr.

Dr. Kro= Dr. Pocl

6t

tJ »älrenl ?°,uern unb ft i'.Un9 eines- . "Europa qm -lusheiterunq @ Einstrahlung Zeigen werd- tQ9: Meist h Dache Winde.

Q 9: Tagsüber

, Ä5 185

1 28.5uü: mo: ö- Minimum' unn in 10 cm' : 28. M-

le 13 mm. -:

H. en l.

Erntezeit!

Draußen, vor der Stadt, wo die Felder den Horizont säumen, hat eine eifrige Tätigkeit be­gonnen. Die Maschinen klappern, Der blanke Stahl pfeift sein helles Lied, und die Menschen sind rüh­rig am Werke. Es ist eine schwere Arbeit, die der Erledigung harrt, aber eine Arbeit, die segen­spendende Fülle verheißt. Und darum wird sie gerne getan von allen, die dabei sind, mögen sie nun zur Scholle gehören oder mögen sie auch zu denen zählen, die zur Erntehilfe herbeigerufen wurden. Denn es gilt, das Korn zu bergen. Korn­frucht aber bedeutet Brot, kräftiges, nährendes Brot, das zur unentbehrlichen täglichen Speise ge­hört.

Wenn man um diese Zeit mit der Eisenbahn eine Strecke weit zu fahren hat, dann gewinnt man ein eindrucksvolles Bild von der überall spürbaren Erntearbeit. Der Zug brauft an Feldern vorbei, auf .benen in langen Kolonnen die Garben gleich Regimentern ausgerichtet stehen, er nimmt feinen Weg zwischen Aehrenmeere hindurch, aus denen in farbigen Flecken die Blumen grüßen, während seit­wärts bereits das scharfe Eisen Reihen um Rethen niedermäht. Dann wieder gleitet ein Ackerrain vor­über, auf dem eine Gruppe von Erntehelfern sich fröhlich zum Vesper gelagert hat. Don den Feldern steigt der schwere Geruch der Reife auf.

und links vorüberrutschten, als führen sie Eisen­bahn, daß der Wind einem ordentlich die Haare lurchkämmte bei sechzig Stundenkilometer ober aäst­ig, neunzig bas ist so ein Gebanke, an dem nan sich ordentlich die Hände wärmen kann, so tchön ist der. Und wenn man dann bedenkt, daß es womöglich gar so unmöglich gar nicht wäre

Vor nicht allzulanger Zeit war so etwas noch ein Reicherleutepleen heute sitzen in der Auto- vhrschule mancherlei Leute beieinander, die fahren hrnen wollen, junge Mädchen, die gerade nach der i-chulprüfung (mit etwas mehr Vergnügen) die Fahrprüfung machen, junge Leute und sogar Herren in jenem Alter, in dem man sie gernimmer noch sihr rüstig" nennt.

Wer neben seinem Fahrlehrer sitzt und zum rftenmal in den Frühling hinausfährt, der hat nun Allerdings noch wenig Zeit, diese Frühlingsland- s.haft zu genießen, wie ers dachte: es gibt soviel c-rderes, es gibt Pedale, die getreten werden wollen, Schalter und Kupplungen, die bedient werben wollen, Wittker und alles mögliche, und seinetwegen k nnte es gut und gern Herbst ober Winter sein wenn er nur fünf Beine hätte, drei Arme unb wenigsten zwei Köpfe: mit dem einen Äopf würde er bann immer geradeaus sehen unb den anderen t»zu benutzen, links und rechts herauszuschauen.

Und er lernt hinter der Windschutzscheibe die Welt aus einer ganz neuen Perspektive kennen: Fußgänger scheinen plötzlich eine träge Masse, die sitz unendlich.mühsam und unendlich langsam vor- aärtsberoegt, oder solche Fußgänger tropfen un- airsehens vom wimmelnden Bürgersteig auf den Iahrdamm, gerade als es der Fahrschüler wagte, etnas mehr Gas zu geben. Mit Hui durch den Frühling und alledem tft es noch nichts Rechtes, tüume scheinen gegen alle Erfahrung gar nicht ir»hr hn Boden festgewachsen, es ist, als >1 uerten sie geradewegs auf den Wagen zu und $gen ihn noch an mit magischer Gewalt, es ist,

,en Gesamt^ ^erbeblatt ftobl.er-

Wenn man zu Hause in der Stadt in Fensterrahmen irgendeines dritten ober fünften Stockwerks herauslehnt und nur gerade so um die Straßenecke rechts oben ein Stück Himmel sieht wenn man da denkt, wie gut es wäre, an so einem Srühlingstag api Steuer eines Autos über die andftraßen zu fahren, daß die Pappelreihen rechts

NSG. Das NS.-Fliegerkorps veranstaltet vom 28. bis 30. Juli auf dem Flugplatz Reb­stock in Frankfurt a. M. zwei bedeutende Wettbewerbe und einen Großflugtag. Der Korpsführer, General der Flieger Fr. C h r 1 - ftianfen, trifft am Sonntag in Frankfurt ein. Da es mit die wesentlichste Aufgabe des NS.-Fliegerkorps ist, eine vor der mili­tärischen Dienstzeit liegende fliegerische Aus­bildung durchzuführen, haben wir den Korps­führer gebeten, uns seine Gedanken über die vormilitärische Erziehung durch das NS. - Fliegerkorps niederzu­schreiben.

Die Zeiten, wo die Fliegerei in den^Kinderschuhen jsteckte, nach dieser oder nach jener Seite hin Geh- wersuche anstellte unb neben manchem Erfolg auch wiel Mißerfolg aufzuweisen hatte, finb endgültig worüber. Die Pionierarbeit der Bor- und Nach- llriegsflieger beginnt nun erstaunlich reiche Früchte yu tragen. Das Erfreulichste dabei ist wohl, daß Üjinter all dieser Arbeit nicht nur einige Fanatiker fstehen, sondern das ganze Volk.

Jeder, der nicht selbst die ersten Entwicklungs­stufen der Fliegerei miterlebte, vermag nicht ent- ffernt zu ermessen, welche ungeheure Bedeutung .allein diese Feststellung umschließt. Wer nämlich roor 20 oder 25 Jahren fein damals recht klapp- mges Flugzeug steuerte, der wurde vom Boden cher wie ein Jongleur, Seiltänzer oder Zirkusmann bestaunt. Gewiß, er wurde bewundert, es gab im Wolke sogar eine tiefgehende und ehrliche Begeiste­rung für den Flugsport: aber der Durchschnitts­mensch wäre nicht für Geld und gute Worte in ,.,so ein Ding" eingestiegen.

- Seit dieser Zeit hat sich allerdingsdas Ding" auch gewaltig gemausert. Aus dsc primitiven Kiste von gestern, die uns alten Fliegern trotzdem so ans Herz gewachsen war, sind viele moderne Flugzeug- ! ypen entstanden. Die Fliegerei setzt sich nicht mehr igufammen aus einem kleinen Kreis verwegener Aerle, die mit aller Gewalt in den Himmel wollen: ne ist von einer Privatsache zu einer staatswichtigen Angelegenheit erhoben worden.

Unser Reichsluftfahrtminister, Generalfeldmarschall ^ermann Göring, hat vor ein paar Jahren -einmal ein Wort geprägt, das inzwischen außer­ordentlich volkstümlich geworden ist. Dieses Wort yieß:Das deutsche Volk muß ein Volk von Flie­gern werden."

Ich glaube, daß dieser Ausspruch von vielen Volksgenossen falsch verstanden und manchmal allzu rvörttich genommen wurde. Und doch ist dieses Wort Hermann Görings eine tiefe Wahrheit, die iQeute mehr denn je gilt.

Was bedeutet das:Ein Volk von Fliegern?" Es bedeutet auf jeden Fall nicht, daß nun jeder deutsche Mann unb jebe Volksgenossin von der rrüheften Jugend bis zum späten Alter am Steuer­knüppel eines Flugzeuges sitzen sollen. Das ist praktisch natürlich völlig unmöglich und ist mit ? tiefem Ausspruch auch keineswegs gemeint.

Hermann Goring wollte damit sagen, daß sich a 5 ganze deutsche Volk die große Idee er Fliegerei zu eigen machen sollte und ^ jeder nicht nur das Recht, sondern auch die ab- vlute Pflicht habe, diese deutsche Fliegerei mit allen Trösten zu unterstützen und zu fördern.

Denn das sollte heute allmählich jeder wissen: iine starke unb immer weiter fortschreitende Luft- vhrt ist für die gesamte Nation eine Lebensnotwen­igkeit, eine Notwendigkeit, die ebenso wichtig ist wie das tägliche Brot.

Als mich der Führer mit der Leitung des neu- aufgefteüten Nationalsozialistischen Fliegerkorps be­baute, übernahm ich nicht nur die Führung der

Ak.H ln der in k rrstz tD^ i l0.8ütie.

AK tu 5Qr3ten

nicht ohne eine gründliche theoretische Ausbildung. Das wird klar, wenn man die großen Anforderung gen berücksichtigt, die heute z. B. in der Navigation ober beim Blindflug gestellt werden. Ebenso wichtig ist es auch, daß sich die jungen Piloten in der Werk­statt bei der Ueberholung von Zelle und Motor um­fassende Kenntnisse aneignen, wozu ihnen auf den Schulen jede nur denkbare Gelegenheit gegeben wird. Eine fortgesetzte weltanschauliche Schulung begleitet die gesamte Ausbildungsarbeit. Sa sind gegenwärttg wieder die Männer des ersten Halb­jahres in der Ausbildung, um im Oktober des Jah­res mit dem 8-1- und t<-1-Schein als Nachwuchs an die deutsche Luftwaffe abgegeben zu werden.

In ständiger Wechselfolge wird ein Lehrgang den andern ablösen. Die Lehrpläne werden immer straffer und planmäßiger gestaltet. Das Ziel aller Schulung wird immer schärfer herausaearbeitet: bei einer fliegerisch mustergültigen Grundlage werden unsere Männer ganze Nationalsozialisten und ganze Flieger.

i. fflili i w M billig vtfl MW*

Männer, die außerhalb des Rahmens der Luftwaffe sich fliegerisch betätigen ich übernahm auch das ganze Heer jener Volksgenossen, die zwar nicht aktive Flieger sind, die aber mit heißem Herzen an dieser Flieaerei hängen und die den festen Willen haben, diese Fliegerei hängen und die den festen Willen haben, diese Fliegerei zu unterstützen und mit ihr verbunden zu sein.

Eine meiner wichtigsten Aufgaben war es und wird es auch in der Zukunft fein, diesen Freunden der Fliegerei, seien es nun Männer oder Frauen, zu beweisen, daß sie heute im Rahmen des Auf­baues der deutschen Luftfahrt eine wichtige Sendung ZU erfüllen haben. Diese Volksgenossen sind die För­derer des Nationalsozialistischen Fliegerkorps.

Das heißt: Ein Kreis von deutschen Menschen, der jetzt schon nach Hunderttausenden zählt, hilft uns aktiven Fliegern durch seine ideelle und materielle Unterstützung. Ich weiß, daß es manchen unter die­sen Männern und Frauen recht schwer wird, selbst eine einzige Mark auszugeben. Um so größer ist unsere Anerkennung und Hochachtung gerade gegen­über diesen Volksgenossen. Sie beweisen damit nicht zuletzt auch, daß sie dem Führer Adolf Hitler viel näher stehen, als so mancher andere, der zw^r große Worte findet, aber wenn es darauf ankommt, sich dem großdeutschen Aufbauwerk persönlich zu ver­pflichten, mit faulen Ausreden davonläuft. Wer Förderer im NS.-Fliegerkorps ist, der nützt an die­ser Stelle dem Nationalsozialismus manchmal mehr, als er selbst im Augenblick weiß und wissen kann.

Wie der Förderer des NS.-Fliegerkorps der Flie­gerei hilft, so wird und muß diese'immer mehr auch zum Förderer stehen. Wir bilden zusammen eine verschworene Kampfgemeinschaft und können auf keinen Fallpassive Mitglieder", die nur zahlen und sich sonst um nichts kümmern, gebrauchen, wie es etwa in beliebigen Vereinen der Fall fein mag.

Die wesentliche Aufgabe ist und bleibt aber die vormilitärische Ausbildung unserer Jugend, die so gründlich und sorgfältig vor­genommen werden muß, wie das mit unseren Mit­teln und unter Einsatz aller Kräfte zur Zeit über­haupt möglich ist. Der Weg, den der deutsche Junge beschreitet, gliedert sich dabei in folgende Stufen:

1. Jungen, die Interesse und Lust zur Megerei haben, melden sich vom 12. bis 14. Lebensjahr bei den Modellflug-Arbeitsgemeinschaften des Deutschen Jungvolks, wo sie unter der Leitung von Männern des NS.-Fliegerkorps Modellbau und praktischen Modellflug betreiben.

2. Jungen vom 15. bis 18. Lebensjahr treten den örtlichen Flieger-HJ.-Einheiten bei, wo sie von eigens dazu abgestelltem Lehrpersonal des NS.- Fliegerkorps im Bau von Gleit- und Segelflug­zeugen und im Gleit- und Segel,lug ausgebildet werden. Für die Inhaber des Segelflug-E-Scheines ist eine Motorflugausbildung im Kleinflugzeug vor­gesehen.

3. Jungmänner der Flieger-HI. im vollendeten 18. Lebensjahr melden sich bei den Örtlichen Ein­heiten des NS.-Fliegerkorps und erhalten hier ihre fliegerische Ausbildung.

4. Jungmänner der Flieger-HI. und des NS.- Fliegerkorps, die auf Grund ihrer vorfliegerischen Ausbildung und sonstigen Eignung als Flugzeug­führer der Luftwaffe in Aussicht genommen sind, erhalten nach abgeleisteter Arbeitsdienstpflicht als NSFK.-Männer die kostenlose Motorflugausbildung in halbjährigen Lehrgängen an den Motorflug­schulen des NS.-Fliegerkorps.

Im Frühjahr dieses Jahres rückten z. B. wieder in die Motorflugschulen des NS.-Fliegerkorps die Teilnehmer des ersten Halbjahrlehrganges der vor- miliHirischen 'Motorflugausbildung ein. Bereits An­fang 1939 konnten die ersten jungen Flugzeugführer

gen