Ausgabe 
28.7.1939
 
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Das Verbot der hündischen Zuaend.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern hat durch eine im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger vom 20. 7. 1939 ver­öffentlichte Verordnung das Verbot der hün­dischen Jugend neu gefaßt.

Hiernach ist die Fortführung der hündischen Ju­gend (Deutsche Freischar, Freischar junger Nation, Großdeutscher Bund, Deutsche Jungenschaft vom 1. 11 (D. 1.1.11), Deutsche Jungentrucht, Oesterrei- chisches Jungenkorps, Graues Korps, Nerother Bund, Bund zur Errichtung der Rheinischen Jugendburg, Reichsschaft deutscher Pfadfinder, Deutscher Pfad­finderbund, Oesterreichischer Pfadfinderbund, Christ­liche Pfadfinderschaft, Deutsche Pfadfinderschaft, St.- Georg - Pfadfinderkorps, Quickborn - Jungenschaft, Deutschmeister-Jungenschaft, Stromkreis, Grauer Orden, Freischar Schill und Eidgenossen, Bündischer Selbstschutz, Navajo usw.) untersagt.

Wer es unternimmt, den organisatorischen Zusam- menhalt einer früheren hündischen Vereinigung auf­rechtzuerhalten oder eine neue hündische Vereinigung zu bilden, insbesondere wer auf andere Personen durch Weitergeben von hündischem Schrifttum, Lie­derbüchern und dergleichen in diesem Sinne einwirkt, oder wer bündische Bestrebungen in anderer Weise unterstützt, wird gemäß § 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze "von Volk und Staat vom 28.2.1933 bestraft.

Das Salzburger Festspielhaus im neuen Gewände.

Berlin, 27. 3ult. (DNB.) In den späten Abendstunden des ersten Tages der großen Ber­liner Luftschutzübung war die I n n e n st a d t mehr­mals der Zielpunktfeindlicher Bomben- g e s ch w a d e r". Während die Straßen der Reichs- lauptstadt in tiefer Dunkelheit lagen, stand der Mond hell und leuchtend am Horizont und warf ein Licht auf die Dächer.

Während sich in den Außenbezirken nichts Neues ereignete, heulten in der Innenstadt plötzlich um 22.40 Uhr die Sirenen. Diesmal waren es aber nicht die Großalarmgeräte, die in Tätigkeit traten, andern ein S i r e n e n w a g e n , der heulend durch die Straßen fuhr. Mit einem Schlage standen wie­der Straßenbahnen und Omnibusse still. Die Kraft­wagen fuhren an den Straßenrand. Die Gehsteige waren in wenigen Minuten geräumt.

bei v ö l l i g e r D u n k e l h e i t ab, denn inzwi» schen hatte sich auch ein Wolkenvorhang vor den Mond gezogen.

So konnte der gewaltige Apparat, der zum Schutz der Reichshauptstadt aufgebaut ist, einmal unter ungünstigen Verhältnissen praktisch in Tätigkeit tre> ten und die Schnelligkeit seines Einsatzes unter Be­weis stellen.

Der in jeder Hinsicht hervorragende Ver, lauf der Luftschutzübung der Reichshaupt- stabt Berlin gab den Anlaß, diese schon jetzt zu beenden. Die Stadt war überall vorbildlich verdunkelt und alle Hebungen bewiesen dir vorzügliche Organisation und Einsatzbereitschaft der Luftschutzkräfte, denen die Arbeit durch das muster. gültige Verhalten der Bevölkerung erleichtert wurde.

Nächtlicher Fliegerangriff auf Berlin.

»ereorrdgenler »erlauf der Hebung uni> vorbildliche Disziplin »er Bevöttermig

Heute Eröffnung -er Funkausstellung!

Das Ereignis: Der Einheits-Fernseh-Empfänger.

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cier, Elektrizitäts-Magnat, Präsident derBanque de Poris et des Pay-Bos" und großer Petroleuck- Gesellschaften, fuhr 1935 nach Rußland und suchte nach seiner Rückkehr die französischen Wirtschafts­führer für die Sowjetunion zu begeistern. Die Drey- fus selbst halten ihre Beteiligung an derBanque de l'Union Parisienne", der führenden Bank der französischen Rüstungsindustrie, aufrecht, sie haben dieRevue de France" erworben, der sie jetzt das Völkerbunds-OrganJournal des Nations" folgen ließen. Die politische Verbindung zu den Glemen- ceau-Schülern, den Tardieu, Mandel,' Paul Ren- naud war schnell wieder hergestellt. Schließlich ist die Bank Dreyfus seit jeher der stille Gönner der Clemenceauschen Zeitungen, derJustice", des Homme Libre" usw. gewesen, die allerdings heute zum Teil in anderen Händen sind.

Das alles vollzog sich im Stillen. Die unermüd­lichen Enthüller der finanziellen Dessous in der französischen Politik, die Kommunisten, die alle Wirtschafts-Magnaten in ihren Zeitungen unter die Lupe nehmen über d i e Dreyfus schwei­ge n s i e s i ch st e t s a u s. Ihr Spezialist zur Rönt­gen-Durchleuchtung der200 Familien, die Frank­reich beherrschen", August H a m o n , widmet in sei­nem WerkeDie Herren Frankreichs" den Lazards, Rotschilds, de Vogue, Brincard usw. ganze Kapitel über die Dreyfus gibt eine knappe Seite nicht gerade vielsagende Angaben. Es besteht kein Zwei­fel', daß es sich hier um den großen Bundesgenos­sen Stalins im Westen handelt. Hier ist die Macht, die hinter der russophilen Propaganda im Bürger­tum Westeuropas steht und die es den Sowjets er­spart, ihre Rubel rollen zu lassen.

Vom Himmel erklang das bekannte dumpfe Brau­sen der Flugzeuge. Die Kegel der aufleuchtenden Scheinwerfer trafen sich, suchten und jagten nach allen Seiten. Bald hatten sie diefeindlichen" Flieger in ihren Lichtkegeln.

Eine Reihe von Schadengebieten war angenom­men worden. Eine derBomben" hatte einen Dach­stuhlbrand entfacht, gegen eine Lhostbombe wurde ein Kampfstoffspürtrupp und später ein Entgif­tungstrupp eingesetzt. Besonders stark waren die Folgen desAngriffs" an der Ecke der Leipziger- und Friedrichstraße, wo eine der niedergegangenen Brandbomben" das Dachgeschoß eines Eckhauses und eine zweite Bombe die Decke zum 41-Bahn- schacht durchschlagen hatte. Hier mußten u. a. auch ein Jnstandssetzungstrupp und ein Straßenbahn­trupp eingesetzt wurden. Alle Arbeiten spielten sich

Rechtzeitig zum Beginn der Salzburger F e st s p i e l e am 1. August wurde jetzt die nach Plänen von Professor Benno von Arent ausge­führte Neugestaltung des Festspiel­hauses beendet. Der Zuschauerraum ist nicht wie­derzuerkennen. Die frühere unschöne Holzausstattung ist einer einfachen schmucken Innenarchitektur in ba­rocken Formen gewichen, abgestimmt auf Weiß, Rot und Gold. Diese Farbwirkung erzielt eine festliche Helligkeit, die das Haus jetzt dem Auge viel größer als früher erscheinen läßt. Unsere Bildzusammen­stellung zeigt oben den Theatersaal in seinem frühe­ren Zustande von bedrückender Schwere. Der Ver­gleich des damaligen schaukastenartigen Aufbaues der Ehrenloge mit der im unteren Bild wiedergegebe- nen heutigen Gestaltung der Führerloge offenbart die vollkommene Wandlung des Gesichtes der Salz­burger Festspielstätte. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Ein Musterbeispiel westlicher plutokraiie.

Dreyfus und die Sowjets. Die Hintermänner des ruffophilen Kurses in Paris

Interpress Copyrighb23erid)f von Philippe Leblanc.

Agrarstaaten, eine bodenständige Indu­strie zu schaffen, häufig allerdings ohne Rück­sicht darauf, ob sich im Inland eine ausreichende Rohstoffgrundlage schaffen lasse. So entstanden in­dustrielle Treibhauspflanzen, die nur durch lau­fende Staatsunter st ützung en am Leben erhalten werden konnten. Selbstverständlich müssen große Staaten, die von übelwollenden Nachbarn umgeben sind, darauf Bedacht nehmen, daß sie nicht in einer gefährliche Abhängigkeit geraten. Deutsch­land hat im Weltkriege selbst recht trübe Erfah­rungen nach dieser Richtung gemacht.

Die Niederlande haben zum Deutschen Reich stets korrekte und freundschaftliche Beziehungen unter­halten und sich durch Verlockungen anderer Machte nicht in ihrer Neutralität irre machen lassen. Dazu kommt, daß die Niederlande ihr großes, kaufkräf­tiges Kolonialreich nicht aus eigener Kraft mit allen Jndustriewaren versorgen können, sondern darauf angewiesen sind, bei industriellen Nachbar­ländern Zukäufe vorzunehmen. Aehnliches wie für die Niederlande gilt auch für andere mittlere und kleinere Staaten, die entschlossen sind, Neutralität zu wahren und sich dem inneren Aufbau zu wid­men. Wenn jetzt beim Besuch des bulgarischen Mi­nisterpräsidenten Dr. K j o s s e i w a n o f f beim ju­goslawischen Prinzreoenten Paul in Bled hervor- gehoben worden ist, daß die Donauländer ihre poli­tische und wirtschaftliche Selbständigkeit bewahren würden, und daßder Balkan den Balkanvolkern gehören müsse, so bedeutet das keineswegs, daß sich nun Ungarn, Jugoslawien, Rumänien und Bulga­rien mit allen Mitteln industrialisieren.müßten. Es liegt nahe, daß diese Länder nicht nur ihren ftstcht- baren Boden, sondern auch die auf ihren Gebieten vorhandenen Bodenschätze ausbeuten. Darum braucht aber noch nicht die Mehrzahl der Bevölkerung aus Bauern zu Industriearbeitern gemacht zu werden. Die neuere Zeit hat gelehrt, daß künstliche Indu­strialisierung nicht nur aus wirtschaftlichen, andern auch aus kulturellen und bevölkerungspolitischen Gründen kein Segen ist. Sonst hatten die autori­tären Länder wie Deutschland und Italien nicht solche Anstrengungen gemacht, das Bauerntum zu stärken und zu erhalten. Die Zeiten, in denen man industrielle Betätigung der Mehrzahl der Bevölke­rung als ein Zeichen höherer Kultur und Zivilisation ansah, dürften endgültig der Geschichte angeboren.

London ein Tochter-Unternehmen gleichen Namens unterhält, ist reichlich anrüchig. Es gibt in Frank­reich die letzten 20 Jahre wenia Skandal-Affären, in denen nicht der Name Dreyfus auftaucht. Das alänzende Kriegsgeschäft mit dem Import australi­schen Getreides nahm ein jähes und für das Renom­mee der Firma nicht sehr rühmendes Ende. Dann kam der Skandal des Getreidetransport-Monopols, der Krach einer ausländischen Bank, die unter der Kontrolle der Dreyfus stand, dazu persönliche poli­tische Korruptionsaffären, Wahl-Skanvälchen, denn Herr Dreyfus war inzwischen längst Deputierter geworden, die Liquidation der Oustric-Affaire und der Skandal desPalais des Fleurs". Aber am Ende dieser Entwicklung selbst steht das Haus Dreyfus als finanzielle Weltmacht da, fein Chef ist Milliardär und hat in allen Kolonien Frankreichs, in Süd- und Nordamerika, in Ru­mänien, kurz: in den großen Getreideexport-Ländern etwas mitzureden.

Stalins großer Bundesgenosse im Westen.

Er war lange rumänischer Generalkonsul, reiste auf Diplomaten-Paß, galt als Freund der Bratianu und Titulescu, managete die französische Tranche der Dawes-Anleihe, verhalf Rotfpanien zu Krediten, kokettierte mit allen und neigte schließlich stets zu der Seite, diydie besten Geschäfte bot. Aber nach jedem Seitenfpruna kehrte Dreyfus zu Sta- l i n zurück, für den er schon den alten Russenfeind Ivar Kreuger mit zu Fall gebracht hatte. Ein Ver­wandter der Dreyfus, der selbst einer der Großen der französischen Wirtschaft ist, der O b e r ft Mer-

Paris, tm Juli.

Wer macht den ruffophilen Kurs in Paris.

Die sklavische Abhängigkeit der kommunistischen Partei Frankreichs von der Moskauer Komintern- Zentrale ist zwar keineswegs geringer als die der anderen Komintern-Sektionen. Aber trotz ihrer 73 Abgeordneten, ihrer großen Presse und ihrer Stützen in vielen der größten Gewerkschaften ist ihr praktischer Einfluß gering. Die Kommunisten sind heute in Frankreich weitgehend isoliert.

Was sie bedeutsam macht, ist lediglich das Zu- ammenspiel mit einer Kraft ganz anderer Art. Auf dem Gebiet der Innenpolitik sind zwar alle bürger­lichen Parteien anti-kommunistisch, aber in der Außenpolitik ist ein guter Teil selbst der Rechten eindeutig russophil. Das Drängen nach dem Abschluß einer englisch-französischen Allianz mit den Sowjets geht heute auch von einem Teil der Rechten aus, von den christlichen Dolks- bemofraten und einigen Außenseitern der Zirkel um Paul Reynaud, Georges Mandel, Henri de Kerillis, Pertinax. Ihre Unzufriedenheit über den chleppenden Verlauf der Moskauer Verhandlungen ist kaum geringer als die der Kommunisten, nur wird ihre Kritik viel mehr beachtet. Sind sie nun von den Sowjetsbezahlt", haben diese, wie ihre Vorgänger in der Vorkriegszeit, den Rubel in Paris rollen lassen? Nein, so plump verfährt man nicht. Aber die Sowjets haben inmitten der west­europäischen Hochfinanz eine vorgeschobene Po­sition, ohne deren Kenntnis man manche Ereig­nisse der europäischen Politik nicht verstehen kann. Es ist dies das Pariser Haus Louis Drey­fus & C o. Ein seltsames Konglomerat von Ge­treidegroßhandel und Geschäftsbank! Als größte Weltsirma des Getreidehandels, die ein Netz von über 3000 Gesckästsagenten in allen Weltteilen unterhält, über eine eigene Transportflotte verfügt (in Frankreich hat diese das unbestrittene Monopol aller Getreidetransporte) ist das Haus Dreyfus der ausschließliche Makler des sowjet- russischen Außenhandels-Monopols, was den Geteideexport angeht. Das sowjetrussische Außenhandels-Monopol bestimmt entsprechend der Organisation der sowjetrussischen Wirtschaft, was und wieviel die Sowjetunion an (Betreibe exportiert. Aber die Unterbringung dieser Getreide-Exporte auf dem Weltmarkt überläßt es ausschließlich dem Hause Dreyfus, mit dem es den Gewinn aus allen diesen Geschäften hälftig teilt.

Das Werden einer finanziellen Weltmacht.

Die natürlich jüdische Familie Dreyfus stammt aus der Schweiz und dem Elsaß. Der große Aufstieg erfolgte eigentlich erst unter der Leitung des jetzigen Seniorchefs des Hanfes, Louis-Louis Dreyfus, eines Siebzigers von noch ungebrochener Kraft. Seine Frau, eine geborene Baronesse von Levi (!) aus der Pariser Finanzaristokratie der Zei­ten des Bürgerkönigs und des zweiten Kaiserreichs, gilt als die Besitzerin der feinsten und seltensten Küchenrezepte in Frankreich, was in diesem Lande , der Gourmets etwas sagen will. Aber nur wenige bekommen davon gelegentlich etwas zu schmecken, man liebt im Hause Dreyfus die großen Feste nicht, weil sieso teuer" sind. Denn die Dreyfus sind be­kannt dafür, daß sie sich sehr ungern von ihrem Gelbe trennen. Die Bonmots über den Geiz des Familienoberhauptes sind das Pariser Pendant zu 1 den Schottenwitzen, und einer ist jedenfalls authen- > tisch: Dreyfus, einst ein begeisterter Freimaurer, 1 wurde eines Tages aus seiner Loge ausgeschlossen' t weil er konstantvergaß", den üblichen, nicht sehr 1 hohen Mitgliedsbeitrag zu bezahlen.

Die geschäftliche Geschichte das Hauses, das in

liegt bei ungefähr zwei Meter Entfernung, man hat es also mit einem ausgesprochenen Heimemp- f ä n g e r zu tun. Die Bedienung des Gerätes ist sehr einfach. Bildkontrast, Bildverstärkung, Bildschärfe und Tonstärke werden durch je einen Bedienungsknopf ge­regelt. Trotzdem ist der Aufbau des Fernsehemp­fängers viel verwickelter als der eines Rundfunk­empfängers. Er enthielt einen Tonempfänger für Ultra-Kurzwellen und darüber hinaus die eigent­lichen Fernsehteile wie Bildverstärker, Ablenkschal­tung, Hochspannungserzeuger und die Braunsche Röhre als Bildschreiber. Nur die Zusammenarbeit der besten Fachkreise, die Auflage einer großen Stückzahl und die Anwendung erprobter technischer Bauelemente setzte die deutsche Fernsehtechnik in die Lage, durch den Bau des Einheits-Fernseh­empfängers dem endgültigen Ziele näher zu kom­men, jedem Rundfunkteilnehmer eine Fernfehmöglichkeit zu bieten.

Heber die Schaltung des Fernsehempfängers fei nur gesagt, was für den Nichtsach-nann zum Ver­ständnis des komplizierten Vorgangs erforderlich ist. Die grundlegende Schaltung kann als Heber- lagerungsschaltung bezeichnet werden, wie sie bei den hochwertigen Superhets der Rundfunk­technik üblich ist. Die Verstärkerstufen find aus­nahmslos mit den neuen Stahlrohren ausgerüstet, außerdem find die Kreise der Vor- und Mischröhre mit Rücksicht auf leichte Bedienung und billige Her­stellung fest auf den Ortsfender ab gestimmt. Der interessanteste Teil des Empfängers ist das Raster­gerät. Was dieses zu leisten hat, ergibt sich aus der Tatsache, daß in einer Sekunde 25 Bis' b e r übertragen werden und daß jedes dieser Bil­der aus 441 Zeilen zusammengesetzt werden muß. Ausfallend ist auch der fast ebene und flache Bild­schirm der Braunschen Röhre. Bei der Betrachtung des Bildes hat man nicht mehr wie bei den ge-

Die16. Große Deutsche Rund­funk» und Fernsehrundfunk-Aus- st e l l u n g Berlin 1 939" wurde am heu­tigen vormittag durch Reichsminifter Dr. Goebbels, den Schirmherrn der Ausstel­lung, feierlich eröffnet. Reichsminifter Dr. Goebbels sprach dabei über die aktuellen Aufgaben des nationalsozialistischen Rund­funks.

Eine der hervorragendsten Leistungen der Rund­funkausstellung ist der Einheits-Fernseh­empfänger, der unter der Leitung der For­schungsanstalt der Deutschen Reichspost von fünf Firmen entwickelt wurde. Er hat bei seiner Taufe die BezeichnungEinheitsfernsehempfänger E 1" er­halten und wird in kurzer Zeit in großer Stück­zahl a u f dem Markt erscheinen. Erstmalig ist er auf der Berliner Funkausstellung auf den Stän­den der Fernsehfirmen und der Reichspost in Be­trieb zu sehen. Dieses Gemeinschaftsgerät, das nach ähnlichen Gesichtspunkten wie der Volksempfänger gebaut wurde, bedeutet einen wesentlichen Schritt zur Verwirklichung des Fernseh-Rundfunks und rückt Deutschland unter die erste Stelle unter den Ländern, die den Fernsehbetrieb fördern und ent­wickeln. Ein weiterer Erfolg der Gemeinschaftsarbeit ist in der Preisbildung zu erkennen. Das neue Fernsehgerät kostet heute mit 6 5 0 R M. nur noch wenig mehr als ein Rundfunkgerät der Spitzen­klassen, während vor Jahresfrist noch weit über 1000 RM. dafür aufgewendet werden mußten.

Das Aussehen des Fernsehempfängers kommt einem Rundfunkgerät sehr nahe. Die eine Hälfte der Vorderseite bes Geräts wird von dem Blick­feld eingenommen, das ein großes, helles und flimmerfreis Bild von 20X23 Zentimeter wieder- gibt, die andere Hälfte nimmt den Lautsprecher ein. Der günstigste Betrachtungszustand des Bildes