Ausgabe 
28.7.1939
 
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5reitag,28.ZulU939

Hr.U4 Erstes statt

189. Jahrgang

Koliken und Sozialdemokraten.

licht werden.

Japan beugt im westlichen Pazifik vor.

ssse versprechen.

Bei der 800jährigen Gedenkfeier der Schlacht von

Oer deutsche Generalstabschef besucht italienische Manöver.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Auf Einladung des Oberbefehlshabers und Generalstabschefs des italie­nischen Heeres, General Pariani, wird sich der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Ar­tillerie Halder, mit Begleitung nach Italien be­geben, um in der Zeit vom 1. bis 9. August an den großen italienischen Manöver» in der Po-Ebene teilzunehmen.

Hitler-Jugend des Protektorats ehrt die Helden der Feldherrnhalle. München, 28. Juli. (DNB.) 750 Jungen und 250 Mädel aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, die seit drei Wochen im Traditionsgau weilten, versammelten sich am Donnerstag zusammen mit 500 Kameraden und Kameradinnen des Bannes München vor der Feldherrnhalle.

Oberbürgermeister Judex (Brünn) gelobte im Verlaufe der Feierstunde im Namen der Jugend des Protektorats, daß sie ihre Pflichten in der Heimat im Gedenken an die 16 Helden der Feldherrnhalle weiter treu erfüllen werde. Er gedachte dann des Führers Adolf Hitler, dem gerade die Jugend soviel Dank schulde. Oberbannführer Z o g l m a n n , der Vertreter der Reichsjugendführung im Protek­torat Böhmen und Mähren, schilderte in begeisterten Worten die Größe des Erlebnisses der Deutschland­fahrt und dankte den Kameraden und Kameradinnen des Gebietes Hochland für ihre Gastfreundschaft.

Neue Kabinettskrise in Holland.

!e 'Haubitze Een direkt schnell ien Trenzei, 'che Ltel. 15 von einer Kenst-M.)

Tokio, 27. Juli (Ostasiendienst des DNB.) Die Erklärung des Marineministers, daß eine neue Flotte zusammengestellt sei, wurde am Donners­tag vom Sprecher der Marine, Admiral Kana- z a w, ergänzt. Die neue Flotte sei dazu bestimmt, die See Herrschaft Japans über den westlichen Pazifik absolut sicherzu- stellen. Die neue Flotte sei notwendig, um gleich­zeitig den Ausbau der neuen Ordnung in Ostasien zu unterstützen. Einzelheiten über Zusammensetzung. Schiffsarten usw. konnte der Sprecher nicht mit­teilen, sondern er bemerkte nur, daß die Flotte jedenfalls aus einigen Geschwadern mit je zwei und mehr Schiffen bestehe. Die neue Flotte werde hauptsächlich in den heimischen Gewässern operieren. Auf eine Frage erklärte der Sprecher ferner, daß die Flotte keine Uebergriffe Moskaus in Nordsachalin dulden, sondern die japanischen Kon­zessionsrechte mit allen Mitteln verteidigen werde.

Jedenfalls ist jetzt der Tatbestand festzuhalten, daß die japanische Regierung die Kündigung des Handelsvertrages se h r u n f r e u nd! ich a u s- n a h m und dem amerikanischen Geschäftsträger erklärte daß sie in der Maßnahme Washingtons einewirtschaftliche Herausforderung" sehe^ Mehr noch: in dieser Unterredung machte der Vertreter des japanischen Außenministeriums Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Vertrages davon abhängig, daß die Vereinigten Staaten ihre unfreundliche Haltung gegenüber Japan an-

Amerikas Orohgeste gegen Japan

Handelsvertragskündigung als Hilfsstellung für England.

Der portugiesische Kulturkreis.

Zur Reise des Staatspräsidenten Carmona in die portugiesischen Besitzungen.

Don unserem d. i.-Berichierstatter.

Den Haag, 27. Juli. (DNB.) Die Zweite Kammer hat den M i ß t r a u e n s a n t r a g der Römisch-Katholischen Staatspartei gegen die Regie­rung Colijn, die erst seit zwei Tagen im Amt war, mit 55 gegen 27 Stimmen angenommen. Für den Antrag, also gegen die Regierung, stimmten die Katholiken, die Sozialdemokraten, die Freisin- nigen Demokraten und die Christlichen Demokraten.

Nachdem das Fachministerium Colijn, auf das weite Kreise ihre Hoffnungen gesetzt hatten, jetzt durch die rot-schwarze Kammermehrheit gestürzt worden ist, erwartet man in politischen Krei-

n Rame noch, ung der yo; wden Plan k - üelSolbau | ustspiel'Ki­rnen, stehen 5.'

Theo Sir.: 7. Junge'. ..Pnngstorgrl'r | yeriscber gilir I e r ist mit r vertreten, rar | m Aufnahme Robinse,' [ i Hauptrolle hc 1 ift im weter | tagonien in* - I ft dies eilten 1 der ite SWHvh I tatIwehi -film '£ W'A ilöpfer, - ler ander« VW; Problem der A iüI in biejm r: t, nachdem der d iger gepflegt M l im Weltm man sieht, i»l tl in Dien, auf, eren Liätten de- Zchönheit i»ri tbmen zu dein -r Letzte' gedreht, eine $ Zien-Film uni)* cht", beginntn stn Kulturfilm - >r Zeiten ' nbcrort5 fertige-, i der F'lmherp foulen Schoß n es die Feri«- n die noch M- gekehrten, alben in den § rienort jum » les 2,

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Stadt, die von vielen für die schönste in Südafrika gehalten wird; ihr Hafen aber, dessen Einrichtungen allen neuzeitlichen Ansprüchen genügen, ist auch für das zur Südafrikanischen Union gehörende Hin­terland, zumal für Transvaal, von um so größerer Bedeutung, als ihr in der nächsten Umgebung schwerlich Konkurrenz gemacht werden kann.

Ist daher die enge wirtschaftliche Bindung mit dem benachbarten britischen Dominion einesteils ein ganz außerordentlicher Vorteil für Mozambique, so bedeutet sie doch zugleich für seine Selbständigkeit eine latente Bedrohung, die zwar von keiner Seite zugegeben wird, doch jeden Augenblick akut werden kann. Um so mehr ist dem beabsichtigten Besuch des Generals Carmona in Pretoria, Johannes­burg und K a p st a d t, zu dem er von der Regie­rung der Südafrikanischen Union eingeladen wor­den ist, weitgehende politische Bedeutung beizu­messen.

Zwei Feiertage der Wehrmacht.

Erinnerung arfgrotze Tage vor 25 Jahren.

Berlin, 27. Juli (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befohlen, daß aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Weltkriegs­beginnes und der Schlacht bei Tannenberg der 2. August und der 2 7. August 1 939 bei der Wehrmacht als Feiertage gelten.

Am 2. August 1939 sind bei sämtlichen Stäben und Truppenteilen Appelle abzuhalten, bei denen der Bedeutung des Tages gedacht wird, an dem das deutsche Volk vor 25 Jahren den Verleidigungs- kampf um seinen Bestand gegen die feindliche Uebermacht aufnahm. Sämtliche Wehrmachtsge­bäude legen für den 2. August Flaggenschmuck an. Am Abend findet in allen Wehrmachtsstandorten

C h i n a p o l i t i k zu bekommen. Japanische Wirt­schaftskreise betrachten die Kündigung als eine wirtschaftliche Herausforderung Amerikas, die zwei­fellos im englisch-amerikanischen Ein- verständnis geschehen sei, um einen Druck auf die gegenwärtigen enAisch-japanischen Besprechun­gen aüszuüben.

Wirtschaftliche Kampsmaß- nahmengegen Man?

Washington, 27. Juli. Um der Kündigung des japanischen HandelsvertragesNachdruck" zu verleihen, trägt sich das Schatzamt, wie Finanz­minister Morgenthau am Donnerstag mit­teilte, mit dem Gedanken, den Ankauf von ja­panischem Edelmetall möglicherweise noch vor Vertragsabschluß einzu st ei­len. In den beiden letzten Jahren verkaufte Ja­pan an das amerikanische Schatzamt Gold im Ge­samtwert von 415 Millionen Dollar und für vier Millionen Dollar Silber. Associated Preß zufolge erwägt das Schatzamt ferner die Verhängung von StrafZöllen" auf aus Japan importierte Baumwollstoffe, und zwar unter dem Vorwand, daß Japan den Stoffexport fubsidiere. Der Wider­spruch, der darin liegt, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika seit einem Jahr den Weizen­export und neuerdings auch den Baumwollexport susidieren, schert das Schatzamt anscheinend ebenso­wenig wie die Tatsache, daß Amerikas Handels­bilanz mit Japan im letzten Jahr mit über 80 Mil­lionen Dollar aktiv und die amerikanische Wirtschaft der Hauptleidtragende ist, falls die angedrohten Embargomaßnahmen verwirk-

lief. Wiederholt haben die Vereinigten Staaten in Tokio große Worte gemacht, fo anläßlich der Ver­senkung ihres KanonenbootesPanay" während der Kämpfe auf dem Jangtfekiang. Dabei blieb es aber auch. Wir übergehen eine ganze Reche an­derer lebhafter Proteste der Vereinigten Staaten

Keine künstliche Industrialisierung.

In der niederländischen Preise wird die Frage erörtert, ob sich die Ausfuhr von Agrar- Produkten nach Deutfchland steigern lasse, und was zu diesem Zweck zu geschehen habe. Dor einigen Tagen hat Reichswirtschastsminister und Reichsbankpräsident Funk zum Abschluß eines mehrtägigen Besuchs bei seinen niederländischen Kollegen die nahen wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder betont und seine Meinung dahin ausgesprochen, daß bei beiderseitigem guten Willem eine Steigerungsmöglichkeit gegeben sei. In den letzten Jahren wurde wiederholt bc- richtet, daß holländisches Qualitätsgemüse in Massen verderbe, da Deutschland nicht die Devften aufbrin- gen könne, um diese Produkte zu bezahlen. Die Niederlande haben sich lange Zeit gegen den deut­schen Verrechnungsverkehr gewehrt. Sie konnten sich nicht in die Lage eines Landes versetzen, das keine Gold- und Devisenreserven hat und das seine Ein­fuhr den Möglichkeiten der Ausfuhr anpassen muß.

Nachdem hierin ein Wandel eingetreten ist, dis­kutiert man in holländischen Wirtschastskreisen eifrig die Frage, ob sich die Bezüge deut­scher Industrie waren steigern ließen, um so einen Gegenposten für verstärkte holländische Agrarlieferungen zu erhalten. Anfang 1939 hatte die Regierung im Haag eine Reihe von Zollerhö­hungen verfügt, um die Errichtung entsprechender Industrieanlagen im eigenen Lande zu er­leichtern. Deutscherseits war hiergegen eingewandt worden, daß Deutschlands Bezüge an holländischen Milchprodukten, holländischem Gemüse und Erzeug­nissen der holländischen Blumenzucht zurück- gehen müßten, wenn die Errichtung einer um« 'fangreichen heimischen Industrie zu einer Ein­schränkung der bisherigen deutschen Jndustrie- Iteferungen an das holländische Mutterland und das holländifche Kolonialreich führen sollten. Da­mals war von amtlicher holländischer Seite ent­gegnet worden, daß die Zollerhöhungen nicht die wichtigsten Ausfuhrwaren Deutschlands träfen.

Nach dem Kriege war es fast geistiges Gemein­gut aller neuen Staaten, daß möglichst alle In­dustriezweige im eigenen Lande vorhanden fein müßten. Besonders bemühten sich die reinen

dem! Jetzt erst zeigt sich, wie schwer der Geltungs­verlust beider angelsächsischen Mächte in Ostasien ist ein Geltungsverlust, auf den nachdrücklich auch die italienische Presse aufmerksam macht, wenn sie sagt, daß die wirkliche Machtgrundlage Großbritan­niens überhaupt durch seinen Rückzieher im Fernen Osten schwer gelitten habe. Selbstverständ­lich müsse sich jeder Freund Englands fragen, ob ihm nicht dasselbe Schicksal blühe, das Tschiangkcn- schek getroffen habe und das früher schon der Ne- gus, Die Tschechei und Rotspanien in eine Kata­strophe hineinriß. Das offiziöseGiornale d'Jtalia" leitet aus diesen Zusammenbrüchen die einzig mög­liche Lehre ab, daß ein festes und unverbrüchliches Zusammenstehen der Achsenmächte sei es in Dan­zig, sei es im Mittelmeer jedem englischen lieber« griff ein Ende setzen werde. Dr. Ho.

Freude in England.

London, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Kün­digung des amerikanisch-japanischen Handelsver­trages wird von der Londoner Presse mit Genug­tuung wiedergegeben und mit fetten Ueberschriften als ein schwerer Schlag für Japan hinge­stellt. Die Blätter haben sich auf die Formel der Warnung an Japan geeinigt und sprechen auch hier und da von der Möglichkeit, daß die Vereinigten Staaten später sich zu einer Waffensperre ent­schließen könnten.

Tokio erklärt:

Ueberraschend und ohne eingehonde Begründung."

Tokio, 27. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Der Sprecher des Außenamtes erklärte am Donnerstag in einer inoffiziellen Verlautbarung, daß die Kündigung des japanisch-amerikanischen Handels­vertrages durch die amerikanische Regierung als p o - litisch Höch st bedeutend angesehen werden müsse. Die Kündigung sei überraschend und ohne eineeingehendeBegründung aus­gesprochen worden, so daß es schwierig sei, die wirk­lichen Motive dieses Schrittes zu erkennen.

Der Vertreter des Auhenamtes erklärte dem ame­rikanischen Geschäftsträger, Japan bettachte bie Maßnahme Washingtons als einewirtschaft­liche Herausforderung". Die Verhandlun- gen zum Abschluß eines neuen Vertrages könnten erst dann erfolgreich durchgeführt werden, wenn Amerika seine unfreundliche Haltung gegenüber Japan geändert habe.

Die japanische Presse bezeichnet allgemein die Kündigung des japanisch-amerikanischen Handels­vertrages als einenunfreundlichen und verständ­nislosen Akt der amerikanischen Regierung". Der eigentliche Zweck der Kündigung sei die Absicht Ame­rikas, nunmehr freie Hand gegen Japans

Die Kündigung des a m e ri k a ni f ch - j a ° panischen Handelsvertrages durch die Regierung von Wa f h i n g t o n leitet einen neuen Szenenwechsel der fernöstlichen Politik ein, nachdem erst vor wenigen Tagen der englische Rückzieher vor den kategorischen Forderungen Japans eine Sen­sation für die ganze Welt war. Zunächst die Tat­sachen: Die Kündigung des Handelsvertrages ist ein ureigener und ganz persönlicher Akt Roose­velts und seines Außenministers Hüll. Der Se­natsausschuß, der sich ebenfalls mit dem Thema der Vertragskündigung befaßt hatte, hatte feine Ent­scheidung am 25. Juli auf unbestimmte Zeit ver­tagt; am 26. Juli beauftragte Roosevelt seinen Botschafter in Tokio, die Kündigung des Handels­vertrages auszusprechen.

Die Washingtoner Depeschen zeigen zwei Ten­denzen: einmal ein ziemliches Mißvergnügen über die englische Nachgiebigkeit gegen Japan und zwei­tens eine gewisse Unentschlossenheit, um nicht zu sagen, ein Gefühl der Hilflosigkeit. Während das amerikanische Auswärtige Amt, das den Namen Staatsdepartement" führt, den Vertrag kündigte, erklärten mehrere hohe Beamte desselben Amtes, daß die Einführung einer Waffenausfuhr- f p e r r e gegen Japan der Tokioter Regierung An­laß geben könnte,sowohl in Japan, als auch in China sofort Gegenmaßnahmen zu ergrei­fen". Diese Gegenüberstellungen bekräftigen den Ein­druck, von dem wir gesprochen haben: daß die Stim­mung in den Vereinigten Staaten durchaus nicht einheitlich ist. . ... ,

Die Vorgeschichte der heuttgen Ereignisse muß wenigstens ganz kurz gestreift werden: Im Jahre 1932 schlugen die Vereinigten Staaten London eine gemeinsame Aktion gegen das Vorgehen der Japa­ner in der Mandschurei vor; London verhielt sich Zurückhaltend. Das hat in den Vereinigten Staa­ten stark verstimmt. 1937 wurde, formell unter der Führung des Genfer Vereins, tatsächlich aber auf amerikanische Anregung, eine O st a sie nkonfe -

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Te^t- anzeigen von70mm Breite 50Rps..Platzvorschrift nach vvrh.Dereinbg.25"/o mehr.

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Lissabon, Ende Jmi 1939.

Der Aufenthalt des portugiesischen Staatspräsi- tmten General Carmona in Mozambique, Ilern hauptsächlichsten Ziel seiner nach Südafrika imternommenen Reise, gibt erneut Gelegenheit, auf hs Gefühl engster Verbundenheit des Mutterlandes mit feinen überseeischen Besitzungen hinzuweisen. >er General hat dies in einer kurzen Ansprache bei ter Begrüßung in die Worte zusammengefaßt:Ich l7kläre die unlösbare und ewige Einheit Portugals tiesfeits und jenseits des Meeres." Hierin spricht 'ch die Auffassung aus, daß der Grundsatz völliger Gleichberechtigung aller portugiesischen Territorien unbedingt festgehalten wird, die deshalb auch als .rovinzen (und nicht als Kolonien) bezeichnet wer­ten. Das RegierungsblattDiario da Manha" t trüeft die Gefühle, mit denen die meisten Portu- | f efen die Reife des Präsidenten begleiten, aus, r enn es schreibt:Indem er unsere Besitzungen in frika besucht, übermittelt General Carmona ihnen I r- nicht mißzuoerstehender Form das Interesse, das I nm Mutterland an ihrer Entwicklung, der Ver- t-ertung ihres Reichtums und an dem Fortschritt iy.rer zivilisatorischen Aufgabe genommen wird."

Der Bürgermeister von Lourenco Marques fand Jlgemeinen Beifall, als er in der Rede, die er bei ter Ankunft des Staatsoberhauptes hielt, erklärte: Dieses Land ist ebenso portugiesisch, wie irgendein mderer Teil unserer Heimat." Es ist eine der Eigentümlichkeiten der portugiesischen Kolonisierung, ihr jede Geringschätzung der farbigen Urbevöl- ?rung fehlt. Daher hat es sich auch viel weniger im eine Unterwerfung, als um eine allmähliche Durchdringung gehandelt. Das Zusammengehörig- eitsgefühl mit dem Mutterland wiederum erklärt ich daraus, daß die Besiedelung sich in fünf Jahr- Lmderten vollzogen hat und infolgedessen die Zahl ser im Lause der Zeit von Europa nach den Kolo­nien Ausgewanderten unverhältnismäßig groß ist. ist ja. überhaupt ein weltgeschichtliches Phä­nomen, daß ein Ländchen von sechs Millionen Ein- isohnern, dessen Bevölkerungsziffer im Mittelalter noch geringer war, für feine Sprache und Kultur I n.n Gebiet gewonnen und bis aussen heutigen Tag tshauptet hat, das (einschließlich Brasilien) mehr als 5,5 Millionen Quadratkilometer umfaßt, also Fäßer als Europa ist.

Es kommt daher ein begreifliches nationales

-äelbstbewußtfein zum Ausdruck, wenn portugiefi- tzerseits die These aufgestellt wird, bei anderen europäischen Besitzungen in Afrika feien internatio­nale Entscheidungen über ihre Verteilung immerhin aenfbar; denn in der Tat handle es sich bei jenen am Gebiete, die jedem mit dem gleichen Recht zu- Zesprochen werden könnten. Die beiden großen Pro­vinzen Angola und Mozambique würden ndessen von Millionen von Negern bewohnt, die ach vom Herzen aus minder portugiesischen Kultur verbunden suhlten und auf ihre Nationalität stolz »ien.

Der Wunsch, die weite Entfernung nach der ost- n'rikanischen Kolonie immer mehr zu verkürzen, üßt sich u. a. auch an der lebhaften Befriedigung nrtennen, mit der die Eröffnung der radio-telepho- iischen Verbindung zwischen Lourenco Marques inb Lissabon durch ein Gespräch des Staatschefs nit feinem derzeitigen Stellvertreter, dem Minister- i räfibenten Olveira Salazar, begrüßt mor= 5en ist. Ein Vorschlag auf kulturellem Gebiet ent­hält die Anregung, ob nicht im Zeichen des Welt­verkehrs durch den erheblich vereinfachten Austausch nit den überseeischen Landesteilen die portugie- 'j.sche Kunst eine stärkere eigene Note erhalten Wnnte. Genau wie im Zeitalter der großen Ent- teeefungen durch in fremden Meeren und Äontinen« isn gewonnene Eindrücke an der Wende des 15. mm 16. Jahrhundert ein besonderer Stil entstan- t-en sei, der in der Regel nach dem glanzvollsten Herrscher dieser Periode, Manuel I. (14951521), dUsManuelinisch" bezeichnet wird, sei dies, so jammt in den Anregungen zum Ausdruck, auch iseute möglich. Dann würde beispielsweise die Archi- ??ftur picht gezwungen sein, immer wieder auf be­ugten Stil zurückzugreifen, der sich bei seiner aus- iseprägten nationalen Eigenart begreiflicherweise inner großen Beliebtheit erfreut Gerade aus diesem (gründ kann man sich von der Kolonialabteilung ter anläßlich der Zentenarfeiern des nächsten Jah- i«s veranstalteten Portugiesischen Weltausstellung tober richtiger gesagt: Ausstelluna der von portu- ftesischer Kultur beherrschten WeltExposicao cd Mundo Portugals) ein ungewöhnliches Inter-

Zapfenstreich statt.

Der 27. August, der Tag der Schlacht bei Tannen­berg, wird mit einem Staatsakt am Weltkriegs-- ehrenmal begangen, der mit einer Ehrung per« wv<.vv .r, ------

dienter Kriegsteilnehmer von 1914/18 verbunden sen des Haag die Bildung eines Kabinetts der Ka- tholiken und Sozialdemokraten.

loei Wei ouuiuuiiucn uci uuii umci iiuinjuL/v ' .....

$:urique am 25. Juli, die als der Geburtstag der renz nach Brüssel einberusen, die völlig ergebnis- rarrtugiesischen Unabhängigkeit betrachtet wird, ist',los wie das oft zitierte^ Hornberger^ Schießen ^ver- isn wenigen Ueberlebenben von 1895 eine befon- tere Ehrung zuteil geworden, weil sie die Retter ter seitdem aufblühenden Kolonie Mozambique rnd insbesondere von Lourenco Marques gewesen smd. Denn damals ist von Stämmen aus dem Hinterhalt, die ins Küstengebiet vordrangen, ein liegeraufstand angezettelt worden, der nur mit Nühe niedergeschlagen werden konnte. General ( armona hat daher auch dem bei Marracuene k-richteten Denkmal, auf der Wahlstatt der entschei- ienben Schlacht vom 2. Februar 1895, einen Be­such abgestattet. In der Presse werden Abbildungen rsröffentlicht, aus denen die Entwicklung von Lou- imco Marques im Verlauf der letzten Jahrzehnte M erkennen ist. Dor 80 Jahren noch war es ein <U5 erbärmlichen Holz- und Wellblechbaracken be­stehender kleiner Ort; heute ist es eine in herr­licher Lage am Meer sich ausbreitende moderne

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Druft und Verlag: vrühlsche Univerfitättdruckerei ».Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratz« 7