Ausgabe 
28.4.1939
 
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nicht die Rede sein", meinte er lachend,dazu ging es viel zu schnell. Außerdem muß man sich bei dem Weltrekord, dev in einer Höhe unter 75 Meter ge­flogen wird, derartig auf die Einhaltung der Höhe konzentrieren, da ein Sekundenbruchteil von Unauf­merksamkeit zur Katastrophe führen kann, daß man an nichts anderes denken darf. Lange haben wir auf diesen Flug gewartet, immer wieder machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Aber jetzt war es endlich so weit. Allerdings war es ziemlich diesig, und es wehte ein Wind mit einer Stärke von 25 Stundenkilometer. Dadurch hatte ich auch auf der einen Strecke eine Geschwindigkeit von 8 7 2 Stundenkilometer, die bei Gegenwind natürlich absank. Ich bin stolz daraus, daß ich die­sen Weltrekord für Deutschland errungen habe. Mein Dank gilt neben allen denen, die am Entstehen die­ser Maschine beteiligt waren, vor allem unserem genialen Betriebsführer und Konstrukteur Professor Messerschmitt."

Deutschlands Vorsprung in der Luft.

Nacheinander haben zwei deutsche Flieger den absoluten Geschwindigkeitsrekord für Flugzeuge erobert, nämlich D i e t e r l e mit einer Bestleistung von 746 Stundenkilometer auf einer Heinkel, und am 26. April Wendel mit einer kaum vorstell­baren Höchstleistung von über 755 Stundenkilometer auf einer Messerschmitt. Das bedeutet ein Voraus von runb 200 Stundenkilometer vor jeder bisher erreichten Leistung, so daß die deutsche Fliegerei nunmehr an der Spitze steht. Die Konstrukteure der Rekordslugzeuge Heinkel und Messerschmitt sind im Jahre 1938 in Nürnberg mit dem N a - tionalpreis gekrönt worden, besitzen also die höchste Auszeichnung, die Führer und Reich für kul­turelle Leistungen verleihen können. Das ganze deutsche Volk hat alle Ursache, auf diese deutschen Maschinen, auf ihre Konstrukteure und auf ihre Flieger stolz zu sein, denn sie zusammen haben den Beweis erbracht, daß Deutschland sich auch auf dem Gebiet der Luftfahrt wieder dort befindet, wo es eigentlich schon vor 30 Jahren lag: an der Spitze. Freilich, inzwischen ist Ungeheures ge­schehen, inzwischen brauste der Große Krieg über Europa hinweg, inzwischen kam Versailles mit sei­nem ruchlosen Verbot der deutschen Luftfahrt, einem Verbot, das sich nicht nur gegen das deutsche Volk, sondern auch gegen den Genius der Menschheit rich­tete. Nach Versailles durfte in Deutschland zunächst überhaupt nicht geflogen werden, mußte sich das deutsche Volk darauf beschränken, daß der junge fliegerische Nachwuchs sich im Segelflug versuchte. Zu diesem Nachwuchs gehörte damals auch Profes­sor Messerschmitt, der Flugzeugkonstrukteur, der nach Jahren unermüdlicher Arbeit die Wunder­maschine vom 26. April 1939 gebaut hat.

Um den absoluten Geschwindigkeitsrekord ist auf allen Flugplätzen und Versuchsfeldern der Erde gekämpft worden, um zu erreichen, daß von Jahr zu Jahr die absolute Geschwindigkeit, nach Stundenkilometern gemessen, sich steigerte. Jede neue Bestleistung wurde bestaunt, wobei es schon als ein Wunder erschien, als Geschwindig­keiten von über 200 Kilometer erreicht wurden. Dann gelang es dem Italiener A g n e l l o , den Geschwindigkeitsrekord auf rund 709 Kilometer

hinaufzuschrauben. Aber daß dieser Rekord gleich zweimal überboten werden konnte, das war kaum zu erwarten. Es ist fast so, als ob dem Geschwin­digkeitsrekord keine Grenzen gesetzt seien, so daß es uns Deutsche mit besonderer Genugtuung erfüllen muß, daß es deutsche Konstrukteure und deutsche Flieger gewesen sind, die auf diesem Gebiet die Luftfahrt entscheidend vorangebracht haben. Dabei handelt es sich nicht um ein zufälliges Ergebnis, wie es hätte möglich fein können beim Zusam­mentreffen unterschiedlicher Voraussetzungen. Nach­einander haben zwei deutsche Flugzeuge diesen Ge- schwindiggkeitsrekord erzielt, Flugzeuge, von denen

das eine in Norddeutschland an der Wasserkante, das andere in Süddeutschland im bayerischen Schwaben konstruiert worden sind. Deutsches Material und deutsche Motoren sind die Be­standteile, die deutscher Genius zu einer Konstruk­tion gebunden hat, aus der sich das Höchste heraus­holen läßt. Nach Versailles war es die Absicht unserer Gegner, Deutschlands Aufstieg mit allen Mitteln zu verhindern, aber der deutsche Wieder- aufstteg hat sich insbesondere nach der Machter­greifung mit einer Kraft und einer Überlegenheit vollzogen, die das ganze deutsche Volk mit Stolz und Vertrauen erfüllt.

Der Konstrukteur

Professor Oipl.-Ing.:

M

my Messerschmitt

In seinem Augsburger Werk entstand das 7iekordflug,eug.

Die Erringung des absoluten Geschwindigkeits- Weltrekordes bedeutet vor allem auch einen gewal­tigen neuen Erfolg für den Konstrukteur des Rrkordflugzeuges, Prof. Willy Messerschmitt, dessen Namen auch das Werk trägt, aus dem diese Maschine hervorging. Prof. Messerschmitt, ein ae- borner Bamberger, befindet sich heute im 41. Le­bensjahr. Sein Name ist untrennbar mit dem bei­spiellosen Aufstieg verknüpft, den die deutsche Flie­gerei in den letzten Jahren erlebte. Das ganze Leben dieses Konstrukteurs war nur einem Ziel gewidmet: der Schaffung schneller und besserer Flugzeuge.

Schon vor der Machtergreifung erregten die Mes­serschmitt-Konstruktionen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus oft großes Aufsehen. Der erste Erfolg des jungen Konstrukteurs war der Rhön- Wettbewerb 1 9 2 2, für den er ein Segel­flugzeug nach ganz neuartigen Gesichtspunkten entwarf. Aus den Erfahrungen, die Prof. Messer­schmitt in der Segelfliegerei erwarb, entstunden dann seine Konstruktionen auf dem Gebiete des Motorfluges. Mit immer neuen und kühnen Ideen machte er sich schnell einen Namen und steht heute in der vordersten Front der großen deutschen Flug­zeugkonstrukteure.

Es ist bezeichnend für den Weitblick Messer­schmitts, daß Konstruktionen von ihm, die schon vor vielen Jahren entstanden, auch heute noch nicht alsveraltet" gelten. Nach der Schaffung der neuen deutschen Luftwaffe setzte Pros. Messer­schmitt sein ganzes Können in den Dienst dieser großen Aufgabe. Er überraschte die Welt mit dem Jagdeinsitzer Messerschmitt Me 109, der in internationalen Luftfahrtkreisen heute als schnellster und bester Jagdeinsitzer der Welt gilt.

Auch in der Entwicklung des modernen Reise- flugzeuges ging Prof. Messerschmitt seiner Zeit weit voraus. Mit dem 4sitzigen Schnellreise­flugzeug MesserschmittT a i f u n" entwickelte er eine Maschine, die den Wert des Luftreisens für den Privatmann bewies. Darüber hinaus errang diese Maschine bei vielen Starts in internationalen Wett­bewerben Sieg auf Sieg für die deutschen Farben, sie wurde außerdem auf großen Fernflügen stets erfolgreich eingesetzt und ist in vielen Ländern

der Welt eine wertvolle Propaganda für den hohen Stand der deutschen Luftfahrtindustrie.

In 2I*U g s b u r g , in den riesigen Anlagen der Messerschmitt AG., entstand aus der Zu­sammenarbeit von Arbeitern der Sttrn und Ar­beitern der Faust das Flugzeug, das wie ein Blitz in niedriger Höhe über Das Land brauste, mit einer Geschwindigkeit, die nie zuvor von einem menschlichen Wesen erreicht worden ist. Hier in Augsburg wurde in aller Stille dieses Wunder­flugzeug geschaffen, an einer Stätte, in der fchon viele hervorragende Leistungsbeweise der deutschen Fliegerei zum erstenmal in den Himmel fliegen. Vor etwa 12 Jahren wurde die damalige Baye­rische Flugzeugwerke AG. ins Leben gerufen und übernahm die Arbeiten der 3 Jahre früher gegrün­deten UDet» Flugzeugbau G. m. b. H. 1927 wurde die Bamberger Firma Mesierschmitt Flugzeugbau G. m. b. H. mit den Bayerischen Flugzeugwerken ver­einigt, und Diplom-Ingenieur Messerschmitt übernahm die technische Leitung. Mit diesem Zeit­punkt begann der Aufstieg der Bayerischen Flug­zeugwerke AG. und jetzige Messerschmitt AG. zu einem Werk von absoluter Weltgeltung.

In rascher Folge entstanden hier eine große An­zahl von Flugzeugtypen, die sich durchweg hervor­ragend bewährten. Neben Sportflugzeugen, die auf vielen internationalen Wettbewerben sieg­reich blieben, konstruierte Professor Messerschmitt in den Bayerischen Flugzeugwerken auch Ver­kehrsflugzeuge, von denen sich vor allem dieM 20" einen guten Namen machte. Der große Ausstieg der Messerschmitt AG. begann nach der nationalsozialistischen Erhebung. 1933 wurde das zweisitzige SportflugzeugM 35" geschaffen, auf dem der langjährige deutsche Kunstflugmeister Willi Stör immer wieder siegreich blieb, mit dem der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß den Zug­spitzflug zweimal überlegen gewann, das auch heute noch auf der ganzen Welt als hervorragendes Kunstflugzeug gilt. Diele der Flugzeuge, mit denen heute die deutsche Luftwaffe die deutsche Heimat schützt, nahmen ihren Weg aus der Messerschmitt AG. in Augsburg, und es ist eine Krönung der Arbeit dieses Werkes, wenn es jetzt jene Maschine hervorbrachte, d i e schneller ist als alle !Flugzeuge der Welt.

Die Durchführungsverordnung zum Heuen Finanzplan.

Oie ersten Gteuergutscheine werden ab 2. Mai 1939 ausgegeben. Erweiterte Bewertungs­freiheit für Ausfuhrindustrie und Außenhandel.Milderungen bei der Mehreinkommensteuer

Berlin, 27. April. (DNB.) Arn 26. April ist die Durchführungsverordnung zu in Neuen Finanzplan vorn 20. März 1939, dessen Maßnahmen die Ausgabe von Steuer- g u t s ch e i n e n statt Aufnahme von Reichsanleihen, Bewertungsfreiheit für die abnutzbaren Wirtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens auf Grund von Steuergutfcheinen, Einsparun­gen bei den Ausgaben der öffent­lichen Verwaltung und eine Mehrein - kommen st euer find, erschienen. Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Fritz Reinhard gab oor der Presse die amtliche Begründung zu dieser Durchführungsverordnung.

Die Steuergutscheine.

Die ersten Steuergutscheine werden am 2. M a i 1939 ausgegeben. Don diesem Zeitpunkt ab bestehen die Verpflichtung und die Berechttgung zur Bezahlung von Rechnungsteilbeträgen in Steuer- gutscheinen und die Verpflichtung au ihrer Annahme. 'Bei her Anwendung des Neuen Finanzplanes sind die NSDAP, und ihre Gliederungen dem Reich gleichgestellt. Bisher sind folgende juristische und ähnliche Gebilde verpflichtet, Lieferungen und sonstige Leistungen gewerblicher Unternehmer i n Höhe von 40 Prozent d e s Rechnungs- betrages in Steuergutscheinen I und II zu bezahlen: Die der NSDAP, angeschlossenen Ver­bände, der Reichsnährstand, die Reichswirtschafts- fammer, die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern, der Deutsche Gemeindetag, die Zweckverbände, die Versorgungsbetriebe die in prwatrechtlicher Form geführt werden, wenn die Mehrheit der Anteile dem Reich, einem Land, einer Gemeinde, einem Gemeindeverband oder einem Zweckverband gehört, und die Religionsgesellschaften. Für die Dienststellen der Reichsbahn und der Reichs- post gilt eine besondere Regelung. Auf die Lieferung von Erzeugnissen einer ausländischen Volkswirt­schaft, die im Reichsgebiet weder be- noch verarbeitet sind, findet das Steuergutscheinoerfahren nicht An- Wendung. Auch der Geldverkehr, der Kapitalverkehr und der Wertzeichenverkehr sind vom Steuergut- scheinverfahren ausgenommen.

Die Bewertungsfreiheit.

Jeder gewerbliche Unternehmer, der Steuergut­scheine I eine bestimmte Zeitlang in seinem Eigentum behält, kann in Höhe von 20 v. H des Gesamtbetrages dieser Steuergutscheine B e - Wertungsfreiheit für die abnutzbaren Wirtschaf tsaüter des betrieblichen Anlage­vermögens m Anspruch nehmen, d. h. er kann in Höh« der bezeichneten 20 v. H. Sonderabschrei- bun gen vornehmen. Es ist nicht erforderlich, daß die Wirtschastsgüter, für die Dewertungsfreiheit In Anspruch genommen wir-, auf einem besonderen Konto geführt werden. Die Bewertungsfrsiheit kann für die Wirtschaftsjahre in Anspruch genommen merken, die nach bem l.Novemberl939 ab­laufen. Da die meisten Wirtschaftsjahre mit dem Kalenderjahr zusammenfallen, müssen die Steuer- gutscheine I spätestens am 30. Juni 1939 erworben

sein und bis zum 31. Dezember 1939 ununterbrochen behalten werden, wenn der Unternehmer die Bewer­tungsfreiheit in Anspruch nehmen will. Der Hundert­satz von 20 v. H. erhöht sich für jede weiteren 12 Monate ununterbrochenen Eigentums um 5 v. H. bis zu 35 v.H.

Förderung der Ausfuhrindustrie und des Ausfuhrhandels.

Die Durchführungsverordnung erweitert für die gewerblichen Unternehmer der Ausfuhrindustrie und für den Außenhandel die Bewertungs­freiheit. Der Hundertsatz, in dessen Höhe Bewer­tungsfreiheit in Anspruch genommen werden kann, erhöht sich um 10 v. H., wenn der Ausfuhr­umsatz mindestens 25 v. H. des Gesamtumsatzes be­

trägt. Auch den Unternehmern, die 25 v. H. des Gesamtumsatzes nicht ausführen, wird eine erwei­terte Bewertungsfreiheit dann gewährt, wenn sich ihr Ausftchrumsatz gegenüber dem Vorjahr erhöht hat. Da in vielen Unternehmen des Aus - fuhrHandels der Bestand an abnutzbaren Wirt­schaftsgütern oft so klein ist, daß eine steuerliche Erleichterung nur in unbedeutender Höhe erlangt werden kann, dürfen diese Unternehmer einen A b - ZUg vom steuerpflichtiger, Gewinn außerhalb der Bilanz vornehmen. Er beträgt, wenn der Ausfuhrumsatz mindestens 25 v. H. des Gesamt­umsatzes ausmacht, 10 v. H. des Bestandes an Steuergutscheinen I. Der Ausfuhrhändler muß zu­nächst die erweiterte Bewertungsfreiheit in An­spruch nehmen, soweit er abnutzbare Wirtschafts­güter nicht in ausreichendem Umfange besitzt, darf

Der Rationale Feiertag des deutschen Volkes.

Berlin. 27. April. (DNB.) Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes 1.2ttai werden in diesem Jahre in Berlin folgende Ver- an Haltungen durchgeführt:

Am Samstag, dem 29. Mai, von 20 bis gegen 21.30 Uhr, erfolgt die U e b e r g a b e des aus dem Sudetengau kommenden Maibaumes durch (Bau­leiter Konrad Henlein an den Oberbürgermeister und Stadlpräsidenten der Reichshauptstadt Dr. Lippert. Im Lustgarten werden Volkstänze gezeigt, und es findet ein Volksliedersingen statt.

Am Sonntag, dem 30. April, um 12 Uhr, wird der Führer im Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei Musterbetriebe auszeich- nen. An die neu ausgezeichneten Betriebe werden auch die Fahnen zur Verleihung kommen. Um 16.30 Uhr findet in den Festräumen des Reichs­ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Empfang der Ehrenabordnungen der deutschen Arbeiterschaft durch (Bauleiter Reichsminister Dr. Goebbels in Anwesenheit des Leiters der Deut­schen Arbeitsfront, Dr. Ley. und des Reichsjugend­führers Baldur von Schirach statt.

©er 1.2Dloi.

Bon 8.30 bis 9.15 Uhr Jugendkundgebung ber Berliner h I. im Olympia­stadion. Der Reichsjugendführer, der Gau­leiter Dr. Goebbels und der Führer werden sprechen.

Um 10.00 Uhr findet im Deutschen Opernhaus in Anwesenheit des Führers die Fest­sitzung ber Reichskulturkam - mer statt. Der Präsident der Reichs- kulturkammer, Reichsminister Dr. Goeb­

bels. wird die Träger des Nationalen Film- und Buchpreises für 1939 ver­künden.

Um 12.00 Uhr Staatsakt im Lustgarten. Begrüßungsansprache des Gauleiters Reichsminister Dr. Goebbels. Ansprache des Leiters der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley. Es spricht der Führer.

Um 15.00 Uhr Empfang der Ehrenabord­nungen der deutschen Arbeiterschaft durch den Führer im Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei. Anschließend Kaffeetafel für die Arbeiterabord­nungen in der Neuen Reichskanzlei.

Um 22.00 Uhr Abendkundgebung. Es spricht Generalfeldmarschall Göring. Großer Zapfenstreich von vier Musikkorps des Heeres mit verstärktem Spielmannszug. Höhenfeuerwerk im Lustgarten.

SteuerfreiheitfürEonderzuwendungen zum Tlationol-Feiertag.

Berlin 27. April. lDNB.) Viele Betriebsfllh- ler machen ihren Gefolgschaftsmitgliedern zum Na­tionalen Feiertag des deutschen Volkes am 1 Mai Sonderzuwendungen. Soweit diese Zuwendungen in Sachleistungen, z. B. Beköstigung, be- stehen, ergibt sich die Einkommen- und Lohnsteuer- freiheit schon aus früheren Anordnun - g e n des Reichsministers der Finanzen. Wegen der besonderen Bedeutung des 1. Mai als National- fekertag des deutschen Volkes hat der Reichsminister der Finanzen außerdem auch Geldzuwen- ,9 e n ä" .d'e^rnToge für einkommensteuer- (lohnsteuer.)frei erklärt, wenn sie 3 Mark nicht uberst-ip-n. Ueb-rschreilen die Ge,Zuwendun­gen dielen Betrog, (o sind sie in voller höh- ein- kommenfteuer-(lohnsteuer-)pslichtig.

er zum Abzug vom Gewinn außerhalb der Bilanz schreiten. Der Ausfuhrhändler, der 25 o. H. des Gesamtumsatzes nicht erreicht, kann erweiterte De­wertungsfreiheit oder Gewinnabzug für jede volle 2 v. H. der Ausfuhrsteigerung 1 v. H. des Bestan­des an Steuergutscheinen bis zu höchstens 10 v. H. des Bestandes in Anspruch nehmen.

'Oie Mehreinkommensteuer.

Die Durchführungsverordnung sieht eine Er­höhung des Freibetrags, eine Ermäßigung des Steuersatzes und weitere Milderungen vor. Ins­gesamt führt sie dazu, daß alle Land- und Forst­wirte, fast alle Arbeiter, die meisten Angestellten, die Anfänger in den freien'Berufen und die meisten Angehörigen des Handwerks und des gewerblichen Mittelstandes durch die Mehreinkommensteuer nicht erfaßt werden. Die Land - und For st wirte deshalb nicht, weil Mehreinkünfte aus Land- und Forstwirtschaft ohne Begrenzung mehreinkommen­steuerfrei find, die Arbeiter, Angestellten. Anfänger in den freien Berufen und Angehörigen des Handwerks und des ge­werblichen Mittelstandes in vielen Fällen darum, weil bei einem Jahreseinkommen von nicht mehr als 7 200 R M. die Mehreinkom­mensteuer nicht Anwendung findet, und sich diese Einkommensgrenze um je 9 00 RM. für das dritte und jedes weitere kinderermäßi- gungsfähige Kind erhöht.

Im einzelnen find für di e Jahre 1939 und 19 40 u.a. weiter folgende Milderungen vorgesehen. Während im Gesetz für die Mehreinkommensteuer ein Steuersatz von 3 0 v. H. vorgesehen ist mit der Maßgabe, daß die Mehreinkommensteuer bei ber Ermittelung des steuerpflichtigen Einkommens abzugsfähig fei, wird in der Durchführungs­verordnung der Steuersatz auf 15 v. H. er­mäßigt, ohne daß die Mehreinkommensteuer bei der Ermittlung des Einkommens abgezogen werden kann. Dieses wesentlich einfache und durch­aus gerechte Verfahren wird besonders von den Angehörigen des gewerblichen Mittelstandes, der freien Berufe und der leitenden Angestellten begrüßt werden, denn alle diejenigen, bei denen die Ge­samtbelastung des Einkommens durch die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 50 v. H. nicht erreicht, erfahren gegenüber dem Gesetz eine we­sentliche Erleichterung.

Don großer Bedeutung sind die §§ 31 und 32 der Durchführungsverordnung. Dabei dürfen bei der Berechnung des Mehreinkommens außerge­wöhnliche Verhältnisse berücksichtigt werden. Neben den außergewöhnlichen Verhält- Nissen, wobei der Steuerpflichtige einen Rechts- anspruch auf Berücksichigung hat, ist eine all­gemeine Härtebestimmung enthalten, be­ten Anwendung im pflichtgemäßen Ermes. fen des Finanzamtes steht. Sie wirb bann berücksichtigt, wenn wegen ber Art bes Berufes ober aus anderen Gründen in ber Zugrundelegunng bes vollen Mehreinkommens eine unbillige Härte gegeben fein mürbe. Darüber hinaus werben bia Finanzämter stets bas erforderliche Ver­stäub n i s aufbringen, wenn bie allgemeinen In­teressen bes Volksganzen ein Entgegenkommen bei ber Berechnung bes Mehreinkommens geboten er­scheinen lassen. Auf Antrag bes Steuerpflich­tigen ist für. die Berechnung bes Mehreinkommens anstelle des Kalenderjahres 1937 als Erfftahr das Kalenderjahr 1936 ober das Kalen­derjahr 1935 zugrunde zu legen. Für die Mehreinkommensteuer gelten auch die allge­meinen Anordnungen über die Stundung. Die Mehreinkommensteuer 1939 ist in drei gleichen Teil­beträgen am 10. September 1939, am 10. Dezember 1939 und am 10. März 1940 zu entrichten. Ab 1940 wird sie in vier gleichen Teilbeträgen am 10. Juni, 10. September, 10. Dezember und 10. März 1941 entrichtet. Der Wortlaut ber Durchführungsverorb- nung zum Neuen Finanzplan ist im Reichsgesetz- blatt Teil 1 Nr. 79 vom 27. April 1939 erschienen.

Günstige Entwicklung des Steueraufkommens.

Anläßlich der von Staatssekretär Reinhard der Presse bekanntgegebenen Begründung der Durch­führungsverordnung zum Neuen Finanzplan wies Staatssekretär Reinhard auf bie g ü n ft i g e Ent­wicklung bes Steueraufkommens des Reiches hin. Danach betrug das Gesamtaufkommen im Rechnungsjahr 1938, D. h. vom 1. April 1938 bis zum 31. März 1939, 1 7,7 Milliarden Mark gegenüber rund 14 Milliarden im Rechnungs- jcrhr 1937. Im Voranschlag vorgesehen waren 16 Milliarden. Von den 17,7 Milliarden Mark entfallen rund 300 Millionen auf bie Ostmark, auf bas Alt­reich also 17,4 Milliarben. Zu dem Betrag von 17,7 Milliarden kommen noch 500 Millionen'Mark bis jetzt entrichtete Judenvermögensabgabe, so baß insgesamt 18,2 Milliarben' Mark auf ber Einnahmeseite erzielt würben.

Diese außerordentlich günstige Entwicklung 8es Steueraufkommens wirb nach Ansicht bes Staats­sekretärs in den nächsten Jahren in glei­ch emUmfange weitergehen. Das geht schon daraus hervor, baß allein in den ersten 20 Tagen des Monats April 1939 200 Millionen Mark an Steuern mehr eingekommen find als in ber gleichen Zeit im Jahre 1938, wobei noch zu berück­sichtigen ist, baß ber April nicht einmal ein beson­der Monat für Steuerfälligkeiten ist.

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Oer Führer ehrt

die antarktische Expedition.

Berlin, 27. April. (DNB.) Der Führer hat auf Vorschlag bes Oberbefehlshabers ber Kriegs­marine, Großabmiral Dr. h. c. Raebe r, ben Leiter ber soeben aus bem Arbeitsgebiet zurückgekehrten Deutschen Antarktischen Expebition 1 9 38/3 9, Regierungsrat Kapitän Ritscher, in Anerkennung seiner Leistung zum Ober- regierungsrat beförbert unb bie erfolg­reiche Arbeit aller Teilnehmer burch folgenbes Tele­gramm hervorgehoben: Den Teilnehmern an ber Deutschen Antarktischen Expebitton 1938/39 banke ich. für bie Meldung von ihrer Rückkehr in bie Heimat. Ich oerbinbe bamit meine herzlichen Glückwünsche z u ber erfolgreichen Durchführung ber ber Expebition übertragenen Aufgaben.

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Dberregierungsrat Kapitän Ritscher ist von bem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine bem Beauf­tragten für ben Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, als Leiter für biefe Expedition zur Ver­fügung gestellt worden, da er in seltener Weise See- ersahrenheit und Kenntnis arktischer Verhältnisse mit fliegerischer Erfahrung verbindet. Von Haus