Ausgabe 
28.4.1939
 
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<tti5 Kapitän der Handelsmarine, tat er wahrend des Krieges in Flandern Dienst als Flugzeugführer und Kommandeur des Feldflugwesens des Marine­korps und blieb nach dem Kriege zunächst der Fliegerei treu, wobei feine reichen Erfahrungen dem Aufbau des Marine-Fliegerwesens in der Marine­leitung nutzbar gemacht werden konnten. In den letzten Jahren war er Refernt in der Nautischen Abteilung des Oberkommandos der Kriegsmarine. Wenn die Expedition mit so durchschlagendem Er­folg durchgeführt worden ist, so ist dieses neben der Sachkunde, Einsatzbereitschaft und dem uner­müdlichen Fleiß oller Erpeditionsmitglieder bis herab zu dem jüngsten Besatzungsmitglied in erster Linie der Derantwortungsfreudigkeit, Entschlußkraft und straffen Führung Ritschers zu danken.

London, 27. April. (DNB.) Im Unterhaus I brachte Ministerpräsident Chamberlain den | Antrag der Regierung über die Einführung des Zwangsdienstes ein. Chamberlein sagte, ich glaube, daß es wichtig ist, daß eine Erklärung in dieser Woche abgegeben wurde, weil, wenn sie bis zur nächsten Woche aufgeschoben worden wäre, fast jeder Beschluß mit der morgigen Rede des deut­schen Reichskanzlers in Verbindung ge­bracht worden wäre. Wir besitzen keine Informatio­nen über den möglichen Inhalt der Rede. Unsere Vorschläge sind ganz unabhängig davon." Chamberlain unterzog sich dann der Aufgabe, nach­zuweisen, daß die Regierung ihre Versprechen, in Friedenszeiten keine Wehrpflicht einzuführen, nicht gebrochen habe. Zur Zeit solcher Versprechen habe im Unterschied zum gegenwärtigen Augen­blick (??) kein Krieg gedroht. Die tschecho­slowakische Frage sei damals noch nicht so sehr in Len Vordergrund getreten, und die Aufrüstung hätte nicht die Ausmaße und das Tempo von heute -angenommen. Seitdem habe sich jedoch die Lage und damit seine Ansicht geändert. Großbritannien habe sich verpflichtet gefühlt, Polen, Griechenland und Rumänien Zusicherungen zu geben. Wenn diese Zu­sicherungen wirksam sein sollten, müßten sie das Vertrauen einflößen, daß Großbritannien auch wirk­lich die Absicht habe, sie zu halten. Es würden Zweifel darüber geäußert, ob Großbritannien es ernst meine. Es werde das bittere Scherzwort ge­braucht, daß Großbritannien bereit fei, bis zum letzten Franzosen zu kämpfen, und daß Großbritan- nitn von einer Hauptstadt zu anderen betteln ge­gangen sei. Durch die Zweifel sei die gesamte An­strengung einer gemeinsamen Front gegen die Herr­schaft der Gewalt in Zweifel gestellt worden.

Chamberlain gab bekannt, daß in der übernäch­sten Woche ein Gesetz zur Förderung der Mobilisie­rung der Territorialstreitlräfte herausgegeben wer­den soll. Gleichzeitig habe das Kriegsministerium ungekündigt, daß die Verbände der Territorialarmee und der Luftabwehr wahrscheinlich sofort nach An­nahme der Gesetze zur Dienstpflicht aufgerufen wür­den, um die vollständige Bemannung der Luft- obwehr sicherzustellen. Chamberlein erklärte weiter, er habe nicht die Absicht, den Eindruck hervorzurufen, daß ein Krieg unmit­telbar bevor st eh t. Er sei durchaus nicht die­ser Auffassung, glaube jedoch, daß man zur Zeit auf einem Punkt angelangt sei, an dem ein klei­nes Uebergewicht nach der einen oder anderen Seite die Entscheidung darüber herbeiführen könne, ob es Krieg gäbe.

Nachdem Chamberlain geendet hatte, beantragte der Leiter der Opposition A t t l e e unter stür­mischem Beifall seiner Anhänger, der Regierung

Kleine politische Nachrichten.

Der Stellvertreter des Führers gibt bekannt: Anläßlich meines 4 5. Geburts­tages gingen mir so zahlreiche Glückwünsche aus Großdeutschland und von den deutschen Volks­genossen aus dem Auslande zu, daß es mir un­möglich ist, jedem einzelnen zu danken. Ich bitte daher alle, die meiner gedachten, auf diesem Wege meinen herzlichen Dank entgegenzunehmen.

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Am Donnerstag traf S. M. der König von Schweden auf der Rückreise nach Stockholm zu einem eintägigen privaten Aufenthalt in der Reichshaupt st adt ein.

das Mißtrauen auszusprechen. Die Labour- Partei sei genau so entschlossen wie die anderen Parteien zu jeder Förderung der Verteidigung Großbritanniens, damit Großbritannien stark genug werde, allen seinen Verpflichtungen nachzukommen. Die Labour-Partei glaube jedoch, daß die Einfüh­rung der Zwangsdienstpflicht weit davon entfernt sei, das Land zu stärken. Sie werde vielmehr das Land teilen und schwächen.

Für die Regierung beschloß Kriegsminister H o r e- B e l i s h a die Aussprache. Aufsehen erregte feine Ankündigung, daß er dem Parlament in Kürze einen Antrag auf Erhöhung der Soll stärke der regulären Armee vorlegen werde. Die Sollstärke beträgt gegenwärtig 224 000 Mann. Die Ist-Stärke konnte nur auf 204 000 Mann gebracht werden. Diese Differenz soll nun durch di e Wehrpflicht gedeckt werden. Der Minister äußerte sich weiter befriedigt über die jüngsten Re-

Die Frage nach dem Kraftstoffverbrauch eines Wagens wird immer wieder gestellt und oft genug falsch beantwortet.Der Wagen braucht 14 Liter je 100 Kilometer!" damit ist gar nichts gesagt, denn der Kraftstoffverbrauch ist abhängig von der Geschwindigkeit, der Belastung, den Stra­ßenverhältnissen, der Fahrweise, den Temperaturen, der Witterung und den Windverhältnissen. Diese Angaben zeigen uns schon, wie schwer "es ist, brauchbare Zahlen über den Kraftstoffverbrauch eines Wagens zu nennen. Kleine Schwankungen, die durch Temperaturen oder Witterungseinflusse entstehen, sind überhaupt nicht auszuschalten, da die Messungen nicht immer bei gleichen Witterungsver­hältnissen gemacht werden können. Es ist aber zu­mindest nötig, die Straßenverhältnisse, die Geschwindigkeit und möglichst auch die Belastung zu berücksichtigen. Es genügt, wenn angegeben ist, ob die Messungen bei voller Be­lastung oder vielleicht nur bei einer Belastung mit zwei Personen erfolgte. Vergleiche sind am ein­fachsten, wenn die Messungen auf einer ebenen Strecke, wie z. B.' auf einem geeigneten Stück der Reichsautobahn gemacht wurdet

Nach solchen Überlegungen wurde zur Schaffung einer einheitlichen Bewertung der Kraftstoff- normverbrauch festgelegt, der heute schon in vielen Handbüchern, Veröffentlichungen und Pro­spekten zu finden ist. Bei voller Belastung soll auf der Reichsautobahn eine Strecke von 50 Kilometer hin und zurück gefahren werden. Die gleichbleibende Geschwindigkeit soll zwei Drittel der Höchstgeschwin-

krutierungsergebnisie bei der Territorial-Armee und versicherte, daß das Freiwilligensystem auch durch die Wehrpflicht nicht geändert werde. Von den 310 000 Mann, die durch die Wehrpflicht erfaßt würden, befänden sich 33 000 bereits in der regu­lären oder der Territorialarmee Von den restlichen 277 000 würde zwar eine Anzahl aus Gesundheits­gründen ausscheiden, doch glaube er, daß der Dienst in der Armee zur Gesundung beitrage. 1 Die Be­fürchtungen der Opposition über die Einführung einer Arbeitsdienstpflicht erklärte er für ungerecht­fertigt.

Zum Schluß wurde der Abänderungsantrag der Labour Party gegen den Wehrpflichtantrag der Re­gierung mit 380 gegen 143 Stimmen vom Unterhaus abgelehnt. Damit hat das Unterhaus der Einführung der Wehrpflicht grundsätzlich zu­gestimmt.

Unfaire Behandlung

des Deutschtums in Güdwest.

Pretoria, 27. April. (DNB.) Einen neuen Be­weis dafür, mit welcher Gewissenlosigkeit sich Eng­land über feierlich gegebene Versprechungen hin­wegzufetzen pflegt, lieferte die Sitzung des Süd­wester Landesrates am Mittwoch, in der der Ad­ministrator Conradie zugeben mußte, daß bereits im Jahre 1937 4 5 v. H. Einwanderunasan- träge deutscher Untertanen auf dauernden Aufent­halt zurückgewiesen worden seien! Der deut­sche Abgeordnete Dr. Hirsekorn protestierte gegen diese unfaire Einwanderungspolitik schärf- stens und verlangte die Einhaltung der Grundsätze des Londoner Abkommens, das ausdrücklich die deutsche Einwanderung als erwünscht be­grüßt. Dr. Hirsekorn legte weiter gegen d i e Eingliederung der Südwester Polizei in die Unionspolizei nachdrücklich Protest ein. Damit habe die Unionsregierung das Süd­wester Verfassungsgesetz verletzt. Weder der Südwester Landesrat noch die Bevölkerung seien befragt worden.

digkeit betragen. Hierzu kommt noch ein Zu­schlag von 10 v. H. und das Ergebnis ist der Kraft­stoffnormverbrauch. Der Normverbrauch hat den Vorzug, daß wir jetzt wissen, unter welchen Be­dingungen die Messungen erfolgten. Trotzdem ist auch mit dieser Zahl noch feine einwandfreie Be­wertung des betreffenden Wagens möglich. Ein Wagen, der einen Kraftstoffnormverbrauch von 10 Litern je 100 Kilometer besitzt, kann auf einer be­stimmten Strecke bei wechselnder Belastung 12 Liter je 100 Kilometer benötigen, während ein anderes Fahrzeug mit gleichem Normverbrauch nur 11 Liter je 100 Kilometer braucht. Der wirkliche Reise­verbrauch auf den es ja am Ende ankommt ist von allzu vielen Faktoren abhängig. Spitzen­geschwindigkeit, Beschleunigung, Straßenlage und Straßenverhältnisse bestimmen das erreichbare Reisetempo und damit auch den Reiseoerbrauch. Beim Kraftstoffnormverbrauch ist von diesen Fak­toren nur die Spitzengeschwindigkeit mit­berücksichtigt. Ein Wagen mit besonders guter Stra­ßenlage kommt auf einer bestimmten Strecke sehr schnell vorwärts. Man spart Zeit, aber bei sonst gleichen Verhältnissen wird der Kraftstoffoerbrauch durch die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit hoher liegen als bei einem Wagen weniger guter Stra­ßenlage, der langsamer gefahren werden muß.

Die Verbrauchskurve entsteht dadurch, daß bei ver­schiedenen gleichbleibenden Geschwindigkeiten der Kraftstoffverbrauch auf einer ebenen Strecke (Mittel aus beiden Fahrtrichtungen) gemessen wird. Die Werte können in einer Tabelle zusammengestellt

werden. Die Verbrauchskurve gibt den Kraftstoffver­brauch abhängig von der Geschwindigkeit an. Der Kuroenverlauf zeigt uns deutlich, mit welchem Ver­brauch unter den verschiedensten Bedingungen zu rechnen ist. Wenn die Verbrauchskurve im höheren Geschwindigkeitsbereich stark ansteigt, so ist bei einer hohen Autobahndauergeschwindigkeit mit einem ebenfalls hohen Verbrauch zu rechnen.

Wenn man die Kurve kennt, kann man aber eine niedrigere Autobahngeschwindigkeit wählen, bei der der Kraftstoffverbrauch noch in erträglichen Grenzen bleibt. Die ganze Kurve hat auch auf den Reise- verbrauch einen starken Einfluß. Auf einer Strecke, auf der der Wagen oft voll ausgefahren werden kann, spielt der obere Teil der Kurve die entscheidende Rolle. Wieder darf eine bestimmte Geschwindigkeit nicht überschritten werden, um den Reiseverbrauch niedrig zu halten. Die Kurve gibt damit ein klares Bild über den Kraftstoffverbrauch bei verschie­denen Belastungen, und ihr Studium gibt die Mög­lichkeit, für Straße und Autobahn eine Fahrweise zu finden, bei der der Verbrauch nicht zu hoch ift

Die Verbrauchskurve hat nur den einen Nachteil, daß sich z. B. der Autokäufer, wenn er mehrere Kur­ven zum Vergleich vorliegen hat, eingehend mit dem Verlauf der einzelnen Kurven beschäftigen muß, bis er sagen kann, welcher Wagen unter bestimmten Bedingungen der wirtschaftlichste ist. Es bestände auch die Möglichkeit, einen Reisenormver­brauch festzulegen. Die Messung kann dann nicht auf irgendeiner Stadt-Landstrecke erfolgen, weil die Verkehrsbehinderung in den einzelnen Städten sehr unterschiedlich ist und die Landstrecken ebenfalls große Unterschiede aufwqisen. Der Reisenormver­brauch müßte genau so wie der Normverbrauch auf einer ebenen Autobahnstrecke gemessen werden, und zwar nach einem ganz bestimmten Programm, das sich aufgrund umfangreicher Versuche mit Wa­gen verschiedener Klassen festlegen ließe.

Joachim Fischer.

Wetterbericht

Noch immer setzt sich der Zustrom kalter Luft­massen aus Nord bis Nordost nach Deutschland fort, so daß sich bei uns die Temperaturen zwischen etwa 4 und 8 Grad halten. Don Süd und Südost eindringende Warmluft, die an dem vorgelagerten Kaltluftstrom zum Aufgleiten kommt, bedingt noch immer überwiegend starke Bewölkung und zeit­weise auch Niederschläge. .Starker Luftdruckanstieg über Skandinavien breitet sich auch auf das süd­westeuropäische Gebiet aus und wird in zunehmen­dem Maße auch bei uns Einfluß gewinnen.

Vorhersage für Samstag: Wolkig bis aufheiternd, und nur noch vereinzelte Niederschläge; bei lebhaften Winden aus Nord bis Ost kühl und noch sehr frisch.

Lufttemperaturen am 27. April: mittags 6,6 Grad Celsius, abends 5,7 Grad, am 28. April: morgens 4,6 Grad. Maximum 7 Grad, Minimum heute nacht 4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. April: abends 8,7 Grad; am 28. April: morgens 7,8 Grad. Niederschläge 0,5 mm.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyrivt. Verantwortlich für Politik und hie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrivt; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (in Urlaub), i. V.: H. L. Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantworllich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illu­strierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Das Unterhaus

stimmt her:

XX

ehrhienstpflichtvorlage zu.

Wieviel braucht her Wagen?

'Zwölf

OVERSTOLZ

5opf.

OjS lumfger Sommerduft durchzieht das Land, wenn die Sonne auf die frifch geschnittenen Wielen brennt. Dann offenbaren fich die Kräfte, die In Öen Sonnenitrahlen wirksam lind. Mit der Dauer dieser Beftrahlung wächst auch Ihre Wirkung, wie uns der Tabak lehrt, der auf den Feldern Mazedoniens reift Schon beim Offnen einer OVERSTOLZ-Pachung spü­ren Sie feinen edlen Duft; er läßt Sie bereite ahnen, welch einen Rauchgenuß Ihnen diele Zigarette bietet

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