Ausgabe 
28.3.1939
 
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u ch s. Es werden Reichsbeihilfen gezahlt für das Schulgeld, für die Lernmittel und, wenn der Be- reffende außerhalb der Familie unteraebracht und verpflegt werden muß, auch für den Lebensunter- «alt. Der BegriffBeihilfe" sagt schon, daß es sich «aber nicht um den vollen Ersatz sämtlicher Unkosten umfoelt. Hier setzt nun die verständnisvolle Mit­arbeit der Betriebsführer und die Hilfe der DAF. in, die gegebenenfalls den noch fehlenden Betrag .ur Verfügung stellen. Unabhängig von dieser Um- chichtung können die alljährlich zu wiederholenden Ilnträae auf Weiterbewilligung bereits zugesagter .lusblldungsbeihilfen für Kinderreiche und Gleich­gestellte für das Schulzahr 1939/40 bis zum 1. Mai 939 vorgelegt werden.

Oie Auskämmung -es Einzelhandels.

Nach der Verordnung, die der Neichswirtfchafts- »inifter ähnlich der Regelung für das Handwerk ur Beseitigung der Uebersetzung im Einzelhandel -lassen hat, kann die Schließung eines G e - ch ä f t s verfügt werden, wenn der Inhaber oder -eiter in der Zeit vom 1. Januar 1937 bis zur .Überprüfung des Betriebes während mindestens bei Monaten Wohlfahrtsunter st ützung Mer Arbeitslofenunterstützung bezogen Iit, weil aus dem Unternehmen eine selbständige Listenz nicht gewährleistet ist, oder wenn er nicht I i der Lage ist, ohne Gefährdung des Unternehmens bin steuerlichen Verpflichtungen aus iitn Gewerbebetrieb und den laufenden Verpflich- Imgen der Gefolgschaft gegenüber regelmäßig nach- ,'Uommen oder von der Gewerbe- oder Einkommen- jiuer freigestellt ist. Von einer Schließung ist ab- issehen, wenn die Beibehaltung des Betriebes zur Durchführung einer ausreichenden Verbraucherver- Irgung oder aus sonstigen wirtschaftlich wichtigen (TÜnben erforderlich ist, ferner, wenn der durch die | (Mießung Betroffene für den Arbeitseinsatz nicht lLbgnet ist. Auch die Aufnahme berufsfremder Ar- liit und eine entsprechende vorherige Ausbildung hm verlangt werden. Der Unterhalt des Betroffe- nn und der unterhaltspflichtigen Personen wird für l Dauer der Ausbildung sichergestellt. Ausführlich iigelt die Verordnung die Abwicklung und die Schul- itnregelung, für die ein Abwickler bestellt werden knn. Für einen Härteausgleich wird aus Mitteln i --? Reichsanftalt und der Wirtschaftsgruppe ein I .hrtefonds gebildet.

Kampf gegen die Karies.

Schulzahnpflege an erster Stelle.

Rach vorsichtiger Schätzung sind heute nur noch -4io.H. deutscher Menschen vollkommen ' f T i vom Z a h n v e r f a l l, der Karies. Reichs- I.zcinärzteführer Dr. Ernst Stuck führt in der Zeit- fnift des RS.-Deutschen AerztebundesZiel und Asg" aus, daß es vor allem auf die Organi- lition einer umfassenden Zahnpflege inir Jugend ankomme. Die bisherige Schul- .ziihnpflege beschränkte sich leider nur auf Un- lir s u chungen. Solche Untersuchungen aber ohne -imnittelbar nachfolgende Behandlung seien na- Mich nur von geringem Wert. Nur in 72 Städten Äutschlands gebe es Schulzahnkliniken, infiienen hauptamtliche Kräfte arbeiten. Von einer Men, therapeutisch ausgerichteten deutschen Schul- .lampflege könne bisher noch keine Rede sein. Es lem aber Ansätze in dieser Richtung vorhanden. ^,mn Schluß gedenkt der Reichszahnärzteführer noch erfreulichen Aktion der NSV. - Jugend- 5°i0 n p f l e g e, die aus kleinsten Anfängen heraus l'^zu einer in der Welt einzig dastehenden Orga- iMon mit bereits 137 motorisierten NSV.-Schul- Zi'inpflegestationen entwickelt habe.

Monatlich 4000 Schieß­auszeichnungen in der HZ.

Leber eine Million Jungen werden heute schon mm Schießdienst der Hitler-Jugend eie a 6 L 35 000 Schießauszeichnungen sind bisher miote Hitler-Jugend verliehen worden, und monat- 'id werden gegenwärtig weitere 4000 Schießaus- tehnungen verliehen. Der Reichsjugendpressedienst «e it auf die wehrpolitische Bedeutung dieser Aus- biliung hin. Ein ganzes Regiment von guten Durch- \ schiS tts schütz en werde in jedem Monat von der i Ht-'r-Jugend herangebildet. Die Schaffung einer . Zirre:ee von Scharfschützen bedingt den Beginn der 'Sf-eßausbildung in frühester Jugend. Sie beginnt rprrtig in verstärktem Maße schon beim Jungvolk Niti dem 11. Lebensjahr am Luftgewehr. Im näch-

Monat tritt das Jungvolk zum ersten Male Kfift Reichsschießwettkampf mit dem Luftgewehr an, |«6i !sem 8000 Pimpfe zugelassen sind. Im Mai ge; (Ikict dann der Reichsschießkampf der Banne mit 'ito Kleinkalibergewehr um den Ehrenpreis des ^Fiizsjugendsiihrers zum Austrag.

Weitsämter werden Reichsbehörden.

Eiie r I i n , 27. März. (DNB.) Nachdem die Auf- «Ibm des Präsidenten der Reichsanstalt fürArbeits- i «rr ittlung und Arbeitslosenversicherung auf den SFfenrbeitsminifter übergegangen sind, hat dieser eine' Verordnung erlassen, nach der die Landes- ctrtetsämter und Arbeitsämter sowie die Reichs- c iLcileichsstelle für Arbeitsvermittlung, diese unter £ >« Bezeichnung Reichsstelle für Arbeitsvermittlung, MiichsbeHörden werden, die dem Reichs- <i iitetfsminifter unterstellt sind. Die Beamten der btih^rigen Reichsanstalt werden unmittelbare Mitchsbeamte, Dienstherr der Angestellten und Alfter wird das Reich. Die bisherige Reichsanstalt bW als Körperschaft des öffentlichen Rechtes unter L w Bezeichnung Reichsstock für Arbeits- e i in i a für die Verwaltung des Beitragsaufkom- »Mi bestehen. Von dem Vermögen der bisherigen »r-äsanstalt gehen die Grundstücke, die Gebäude u nt beweglichen Sachen, die der Verwaltung dienen, a iis fjas Reich über. Im übrigen bleibt das Ver- niiym der Reichsanstalt Vermögen des Reichsstocks fi ui lilrbeitseinsatz.

kleine politische Nachrichten.

Kneralfeldmarschall Göring und seiner Gattin scoÄc der Prinzessin von Hessen wurden in San Rlinio bei einem Festkonzert im Städtischen Kä­st in stürmische Kundgebungen bereitet.

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lechsminister Dr. Goebbels trat eine mehr­te str Reise nach Budapest und Athen an. I Injcner Begleitung befinden sich sein persönlicher RÜenmt, Oberregierungsrat Müller, die Ober- rcTungsrätc Knvthe und von Weyßen- h i sowie sein Adjutant, Regierungsrat von

Der litauische Ministerpräsident Mironas ist mit dem gesamen Kabinett zurückgetreten. Mit der Neubildung einer Regierung ist der bis­herige Generalstabschef Oberst C e r e n i u s beauf­tragt worden. Wie es heißt, soll zum Außenminister der frühere Außenminister Lozoraitis auser­sehen sein. Auch ist nicht ausgeschlossen, daß auch Angehörige der christlich-demokratischen Opposition herangezogen werden.

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Zur Festsetzung der endgültigen Grenze zwi­schen der Slowakei und der Karpa- t h o - U k r a i n e traf eine slowakische Kom­mission unter Führung des Staatssekretärs des

Aeußeren Zvrfkovec in Budapest ein. Man hofft auf ungarischer Seite, daß die Arbeiten der Grenzfestsetzungskommission schnell beendet werden können.

Emir F e i s a l, der älteste Sohn des Königs von Saudi-Arabien, ist von London kommend, in Pa­ris eingetroffen. Emir Feisal hatte an der Palä­stina-Konferenz teilgenommen. Er wird in Paris einen Gedankenaustausch mit politischen Persönlich­keiten haben, wobei die Interessengegensätze der Weltmächie im Roten Meer und die arabische Frage behandelt werden durften.

Sichtung des Fachschrifttums im einzelnen durchge­führt wird, zeigte schließlich Dr. W a r m u t h. Wenn man bedenke, daß jährlich etwa 6000 Fachschriften auf dem Buchmarkt erschienen, werde man die Schwierigkeit einer Begutachtung ermessen. In den Fachduchauswahllisten fei es feit dem Jahre 1935 gelungen, bereits 5 5 0 0 Fachbücher auszü­rn ä h l e n , die dem schaffenden deutschen Menschen als Mittel der Leistungssteigerung empfohlen wer­den können.

Kunst und Wissenschaft.

Internisten und Psychiater

Die neue Uniform der politischen Leiter

Die neue Ran

daß ein

rer Agrarpolitik von grundlegender Bedeutung sind.

Die Arbeitsstättenzählung ersaßt alle nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten. Sie erstreckt sich diesmal nicht nur auf die Handwerks-, Industrie- und Handelsbetriebe, son­dern darüber hinaus zum ersten Male auf alle Arbeitsstättenader Behörden, der Partei und ihrer Gliederungen, der freien Berufe. Ihr Ergebnis wird einen Ueberblick liefern über die Struktur der Wirtschaft, namentlich hinsichtlich der Betriebsgröße, der Maschinenoerwendung, der Zahl und Art der Beschäftigung usw.

Es handelt sich um das größte Zählungs- werk, das je im Deutschen Reich durchgeführt wurde. Es kann nur dann mit vollem Erfolg zum Abschluß gebracht werden, wenn die zur Ausstellung verpflichteten Haushaltungsvorstände und Betriebs­leiter die Fragebogen so gewissenhaft und so lücken­los wie möglich ausfüllen. Die Angaben über die einzelnen Familien, Personen und Betriebe unter­liegen der Amtsverschwiegenheit.. Jedes Eindringen in die Einkommens- und Vermögens- Verhältnisse ist ausgeschlossen. Die Durchführung der Zählung innerhalb einer jeden Gemeinde ist Sache der Bürgermeister, die auch die Zähler zu bestellen haben. Insgesamt werden für die Zählung im Deutschen Reich rund 750 000 ehren­amtliche Zähler benötigt. Als Zähler kom­men in erster Linie Beamte, Behörden­angestellte und L eh rer in Betracht, für die zur Zeit der Zählung die nötige Diensterleichterung angeordnet werden wird. Der Bürgermeister kann aber auch jeden anderen ihm geeignet erscheinenden Einwohner seiner Gemeinde als ehrenamtlichen Zäh­ler bestellen.

Heber die neue Uniform der Politischen Leiter der NSDAP., die kürzlich von Reichsorganisations- leiter Dr. Ley angekündigt worden ist, werden im Völkischen Beobachter" folgende Einzel­heiten veröffentlicht:

Die neue Uniform der Politischen Leiter unter­scheidet sich von der bisherigen Uniform vor allem in den Rangabzeichen. Die Farbe ist hell­braun geblieben; der Schnitt ist ein wenig geändert, d:e aufgesetzten Taschen sind etwas nach oben und unten verschoben, das Revers ist breiter angesetzt. Auf den Spiegeln verschwinden künftig die Litzen; ie werden durch Sterne und Eichenlaub ersetzt.

Die Spiegel werden in Samt angefertigt, braun für die Ortsgruppe, schwarz für den Kreis, kräftig-rot für den Gau, zartrot für die Reichslei­tung. Der Paspel (auch an der Mütze) bleibt blau ür die Ortsgruppe und rot für Gau- und Reichs- leitung, es ändert sich für die Kreisleitung, wo es künftig weiß wird. Silber verschwindet von der Uniform, es wird durch Gold ersetzt, das sich besser der braunen Farbe anpaßt. Auf allen Spie­geln wird ungefähr auf dem oberen Drittel das Hoheitszeichen getragen. Die niedrigste Rcmg- tufe, der Politische-Leiter-Anwärter, ist nicht weiter gekennzeichnet; die nächste Rangstufe bekommt einen Stern, die nächste dazu einen schmalen Querbalken, die nächste den Stern mit zwei Querbalken, die nächste zwei Sterne, die nächste zwei Sterne mit einem Querbalken und so fort. Nach vier Sternen und zwei Querbalken folgen die Abzeichen mit Eichenlaub.

Am 11. Mai

Volks-, Berufs- und Betriebszählung

Berlin, 27. März. (DNB.) Die Volks-, Be­rufs- und Betriebszählung, die nach der Wieder­eingliederung Oesterreichs verschoben werden mußte, findet nun am 17. Mai 1939 statt. Die Zählung soft für zahlreiche Aufgaben auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens neue Grundlagen geben. Das Zählungswerk besteht aus einer Volkszählung, einer Berufszahlung, einer landwirtschaftlichen Betriebs­zählung und einer Zählung aller nicht landwirt­schaftlichen Arbeitsstätten.

Die Unterlagen zur Volks- und Berufs­zählung werden mit Hilfe der sogenannten H a u s h a l t u n g s l i st e " gewonnen. Mit der Haushaltungsliste werden sämtliche Personen ein­zeln erfaßt mit den nötigen Angaben über Ge­schlecht, Alter, Familienstand, Religion, Staats-, angehörigkeit, Muttersprache, Volkszugehörigkeit, über den Beruf und den etwaigen Nebenberuf. Diese Unterlagen ermöglichen eine eingehende Gliederung der gesamten Bevölkerung in jeder Richtung. Die Volkszählung wird ergänzt durch besondere f a m i l i e n statistische Fest st e l l u n g e n , 3- B. über Ehedauer und Kinderzahl. Außerdem ist mit der Volkszählung eine Abstammungserhebung verbunden, burd) die zum ersten Male zuverlässige Unterlagen über die Zahl der Juden und der jüdi­schen Mischlinge gewonnen werden sollen.

Die landwirtschaftliche Betriebs­zählung wird Auftchluß geben über Zahl und Größe der landwirtschaftlichen Betriebe, über die in der Landwirtschaft tätigen Arbeitskräfte, über die landwirtschaftliche Bodenbenutzung, den Viehbestand, den Stand der landwirtschaftlichen Technik, beson­ders den Umfang der Maschinenverwendung, Unter­lagen, die für die planmäßige Weiterführung un/se-

tagen in Wiesbaden.

In Wiesbaden begann die diesjährige Tagung derdeutschenJnternisten und Psychia­ter. Ministerialdirektor Dr. Gütt würdigte die Verdienste des verstorbenen Reichsärzteführers. Reichsamtsleiter Dr. Blome wies darauf hin, daß die Aerzteschaft unter Führung des verstorbenen Reichsärztesührers mit zäher Energie die Forderung vertreten habe, daß es in Zukunft nur noch einen Heilbehandlerstand geben dürfe. Die Voraussetzung dafür war die Schaffung einer neuen deutschen Heilkunde, die eine Synthese von Erfahrungs- und Schulmedizin ist. Die Heilpraktiker werden zu einer festen Standesorganisation zusammengefaßt. Von etwa 12 000 bisher tätigen nichtärztlichen Heilbe- handlern werden noch 4000 übrig bleiben, die die Erlaubnis zu Heilbehandlung erhalten. Die Aerzte­schaft hat nach dieser Regelung keine Veranlassung mehr, die verbleibenden Heilpraktiker abzulehnen.. Dafür ist jedem befähigten jungen Deutschen, auch ohne höhere Schulbildung, die Möglichkeit gegeben, Medizin zu studieren.

Der Vorsitzende, der bekannte Münchener Kliniker Professor Dr. Stepp, eröffnete die Tagung. Das

werden müsse, dem Verfasser eines Fachbuches die Pflicht auferlege, das Material knappundüber- Isichtlich darzustellen. Das Verwaltungsfachbuch solle den jungen Beamten in Theorie und Praxis einführen und ihn durch die Art der Darstellung vor der Gefahr bewahren, das Leben etwa vom Stand­punkt eines bloßen Verwaltungsdenkens zu sehen.

Der Leiter des Amtes für Berufserziehuna und Betriebsführung der DAF., Professor Karl Ärn- hold, führte aus, daß das Berufsbildungsideal der heutigen Zeit nicht mehr dergelehrte", sondern deraktive" undg e st a 11 e n d e" Mensch sei. Das Schlagwort der liberalistischen ZeitMssen ist Macht" verliere immer mehr seine Bedeutung und müsse das Feld räumen vor dem Begriff Können und Verstehen ist Mach t". Da­durch finde eine Verlagerung der Berufserziehungs- arbeit aus der Schufttube mit ihren Lerngemein­schaften in den Betrieb mit seiner Betriebs­gemeinschaft statt. Das Fachbuch solle keinlehr­hafter" Leitfaden, keinwissenschaftliches Fachwerk" oder gar eingelehrter Wälzer" fein. Es solle den Lernenden durch überlegene Sachkenntnis, Vermitt- lung vielseitiger Erfahrungswerte und durch seinen sittlichen Emst Vertrauen einflößen. Es soll b e - triedsnah, lebendig, fröhlich und le­bensbejahend fein. Fachbuchgestaltung kann wie jede Mitarbeit an der deutschen Berufserziehung nur in einer engen Verpflichtung gegenüber der Par­tei geschehen. Daher muß der Gestalter unserer Fachbucharbeit nicht zuletzt Nationalsozialist fein.

Der Leiter der Reichsfachgruppe VI des NS.-Leh- rerbundes, Direktor P i p k ebetonte die Notwen­digkeit, daß sowohl in der Fachschule wie in der Berufserziehung die erforderlichen Fachbücher vor­handen sein müßten, wodurch es gelingen werde, den Wirkungsgrad der Berufsschule um mindestens 30 bis 35 o. H. zu steigern. Der Leiter des Sonder­lektorats Berufserziehung im Amt Schrifttumspflege Budian wies darauf hin, daß es gelungen fei, rund 4000 Fachbücher z u prüfen unter dem Gesichtspunkt der weltanschaulichen, fachlichen pädagogisch-methodischen und der wirtschaftspolitisch- methodischen und der wirtschaftspolitischen Zuver­lässigkeit. In welcher Weise eine Erfassung und

Berlin, 27. März. (DNB.) Im Rahmen der Fachbuchwerbung des Jahres 1939, deren Ziel es st, durch den umfassenden und zweckmäßigen Ein- atz des deutschen Fachschrifttumes eine Leistungs- teigerung auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens zu erreidjen, fand in Berlin eine Reichs- agung des Kuratoriums für das deutsche Fach- christtum statt. Der Leiter der Schrifttumsabteilung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro­paganda, Ministerialdirigent Berndt, erklärte, ohne eine glänzend ausgebildete Facharbeiterschaft ließen sich die der deutschen Wirtschaft zur Siche­rung der deutschen Zukunft gestellten Aufgaben nicht mehr durchführen. Das Fachbuch als Vermittler der Erfahrung und des Wissens müsse das nötige Rüstzeug liefern. Das Ziel heiße: Für jeden Zweck nur ein gutes und geprüftes B u ch an Stelle von 10 oder 15, dafür höhere Auflage unb niedrigere Preise; systema­tische Durchführung des Stoffaufbaues des Fach­buches für den Lehrling, den Gesellen, den Meister und den akademisch Dorgebildeten, so daß jedem Volksgenossen hie sofortige Auswahl des für ihn geeigneten Fachbuches ermöglicht wird; Schaffung des Fach-Taschenbuches; Ausmerzung aller alten und dadurch oft gefährlichen Fachbücher aus allen Büchereien; Schaffung von Fachbüche­reien in jedem Betriebe und an jedem Ort; Schaf­fung von Fachbuch-Lefefälen, die Einrich­tungen zur foforttgen Erprobung des Gelesenen an Tafel und Zeichenbrett enthaltend; Vereinfachung des Inhalts und der Darstellung in den Fachbüchern. Alle diese Maßnahmen müßten innerhalb eines Jah­res durchveführt fein. Alle Kreise, die an den Her- teltung, der Verwendung und Verbreitung des Fachbuches beteiligt seien, hätten die Pflicht, das Fachbuch zum schlagkräfttgsten Jnsttument für die Leistungssteigerung des deutschen Volkes zu machen.

Der Leiter der Fachschaft Verlag in der Gruppe Buchhandel, Karl Baur, hob hervor, daß nirgends in Initiative des Verlegers so notwendig und sichtbar sei wie gerade auf dem Gebiete des Fachbuches. Reichsbeamtenführer Hermann Neef betonte, daß das Maß der Kenntnisse, das von dem Beamten im nationalsozialistischen Staat gefordert

Thema der ersten Sitzung behandelte die Arterio­sklerose. Der berühmte Freiburger Pathologe Ge- heimrot Professor Dr. A s ch o f f deutete die Arterio­sklerose als eine Abnutzungskrankheit, die sich all­mählich entwickelt und meist erst im späten Alter in Erscheinung tritt. Das Nervensystem spiele für die Entstehung der Erkrankung eine große Rolle. Professor Dr. Frey (Bern) behandelte die Dia­gnostik der Arteriosklerose.

Weitere Referate beschäftigten sich mit den Kreis lauf st örunaen des Gehirns. Pro­fessor Dr. Keller (Leipzig) legte dar, daß das Gehirn eine besonders feine Regulation der Blut- oersorgung benötige. Professor Bostroem (Leip­zig) behandelte die Kreislaufstörungen des Gehirns vom Standpunkt des Nervenarztes. Ein verwandtes ThemaSeele und Kreislauf" hatte sich Professor Dr. I. H. S ch u l tz (Berlin) gewählt. Er ging davon aus, daß schwere seelische Belastung bleibende Stö­rungen am Herzen hinterlassen kann. Der behan­delnde Arzt wird sich also in das Seelenleben des Pattenten einfügen müssen.

Aus aller Wett.

Ein Sänget vsm Rhein.

Der in Wiesbaden lebende rheinische Dichter Jörg Ritzel, der treffliche Meister rheinischen Humors, wird am 31. März d.J. 7 5 Jahre alt. Don seinen volkstümlichen Liedern hat vor allemIm Rolandsbogen" großen Anklang gefunden; ebenso werden seine nationalen Männerchöre viel und gern gelungen. Schöne Erfolge waren Ritzel auch beschie- den nut Buhnenwerken, mit dem heiteren Roman Der Brautsucher", der Sammlung rheinischen Hu­mors,Der lachende Rhein", und den Humorgewürz, ten Erzählungen, Balladen usw.

internationaler Ftühjahrsweltslreil des Friseurhandwerks.

Der Reichsinnungsoerband des Friseurhandwerks eröffnete in den Feftsälen des Berliner Zoos feinen 19. internationalen Frühjahrswettstreit. Die Veran­staltung ist mit einer großen Friseur - B e - d a r f s - S ch a u verbunden. Reichsinnungsmeister Renz betonte, daß zwischen dem Friseurhandwerk und der Apparateindustrie sowie der kosmetischen Industrie eine enge Verflechtung bestehe. Am Nach­mittag begannen die fachlichen Wettkämpfe. Von 62 Meldungen waren 20 von ausländischen Berufskameraden aus Italien, Ungarn, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Belgien und Luxemburg. Aus den Ergebnissen dieses Wettstreits sollen Anregungen für das weitere Modeschaffen des Friseurhandwerks geschöpft werden.

Wetterbericht

Von dem ausgedehnten atlantischen Tiefdruck­system ausgehend, hat sich ein Teilwirbel gebildet, der heute über dem norddeutschen Flachland liegt. Die dadurch hereingeführten, dem Mittelmeer ent­stammenden, heute milden Meeresluftmassen gleiten an der vorgelagerten kühlen Festlandsluft auf und geben zu verbreiteten Niederschlägen Anlaß. Die Temperaturen erfahren in Bodennähe ledoch nur langsam einen Anstieg.

V o r h e r s a g e f ü r M i 11 w o ch : Meist stärker bewölkt, weitere Niederschläge, meist als Regen, Temperatur leicht ansteigend, wechselnde Winde.

VorhersagefürDonnerstag: Auch roei- terhin unbeständig.

Lufttemperaturen am 27. März: mittags 3,4 Grad Eelsius, abends 2,9 Grad; am 28. März: morgens 1,3 Grad. Maximum 4,0 Grad, Minimum heute nacht 1,0 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. März: abends 4,2 Grad; am 28. März: morgens 3,6 Grad. Niederschläge 0,8 mm.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stelloertteter des Hauptschristleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Emst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts» druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­

liste Nr, 4 vom L September 1937 gültig.

eue Rangordnung soll ermöglichen, Polittscher Leiter in seiner Dienststellung entsprechend seinem Partei- und Dienstalter b e - fördert werden kann. Es wird also künftig zum Beispiel Kreisleiter in vier verschiede­nen Rangstufen geben. Ihre erste ist gleich­zeitig die letzte, die ein Ortsgruppenleiter erreichen kann. Der Vergleich mit der Wehrmacht liegt nahe; cs kann etwa ein Bataillon von einem Hauptmann, von einem Major, vielleicht auch von einem Oberst­leutnant und einem Oberst geführt werden.

Die Unterscheidung zwischen Hoheitsträger und sachlichem Politischen Leiter wird in Zukunft von der H a k e n k r e u z a r m b i n d e ab­zulesen sein. Sie wird um ihr weißes Feld und um das Hakenkreuz von einer schmalen goldenen Borte eingefaßt; bei Hoheitsträgern wird in der Mitte des Hakenkreuzes ein goldener Stern geführt. Dazu kommen, entsprechend der Rangstufe, breiter wer­dende, quer durch die Mitte der roten Armbinde laufende Streifen aus goldenem Eichenlaub.

Geändert wird künftig auch die Art, die Pistole zu tragen. Das Koppel wird von ihr entlastet; sie hängt an einem breiten von links oben nach rechts unten gehenden Schulterriemen, der unter dem Kop­pel hindurchgeführt wird und an zwei Haken die Pistolentasche auf der rechten unteren Iackentasche hält. An der Mütze die nur noch Goldkordel haben wird bekommt die Kokarde einen breit- blättrigen Eichenlaubkranz. Zu erwähnen bliebe noch, daß i m Sommer eine weiße Um = form mit weißer Mütze getragen werden darf."