Ausgabe 
28.3.1939
 
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20 000 Fälle festgestellt. Dos bedeutet, daß jede 15. Person auf Neufundland tuberku­lös ist. Im ganzen Lande gibt es nur ein ein­ziges Sanatorium. Zur wirtschaftlichen Lage heißt es in dem Bericht, der Handel Neufundlands sei seit 1931 um über vier Millionen Pfund gesunken. Die Mehrheit der Neufundländer ver­langten Teilnahme an der Regierung, dabei gebe es überhaupt keine lokale Regierung auf der Insel.

Oie UGA.-Oiktatur auf puertorico.

San Juan de Puertorico, 27. März. (DNB.) Der Präsident des Senats von Puertorico, Raffael Martinez Nadol, wandte sich scharf gegen die Ausbeutungspolitik, die der einstmals reichen Insel Puertorico durch die Bereinigten Staaten von Nordamerika zuteil wird. Nadol erklärte, die Re­gierung der Vereinigten Staaten prahle mit ihrer Demokratie und fühle sich bemüßigt, alle angeblichen Bedrohungen demokratischer Grundsätze in der Welt zu bekämpfen. Sie selbstaberregierePuer- torico diktatorisch. Seit 40 Jahren habe Washington durch Drohungen und Winkelzüge ver­hindert, daß Puertorico die demokratischen Grund­sätze auf sich selbst anwende, seit 40 Jahren lebe die Insel inpolitischerVersklavung. Das Par­lament von Puertorico stelle nur eine Komödie dar. Mit der einen Hand habe Washington einige völlig unzureichende Millionen Dollar für die Linderung des Arbeitslosenelends gegeben, mit der andern aber durch feine wirtschaftlichen Methoden die Insel um den vielfachen Betrag bestohlen. Mit den jüdischen Emigranten habe man in den Ver­einigten Staaten mehr Mitleid als mit den USA.= Bürgern Puertoricos, die dank der Gesetze der Ver­einigten Staaten an Hunger zugrunde gingen.

Nantschang im Besitz der Japaner.

Schanghai, 27. März. (DNB.) Am Montag­abend gelang es den japanischen Truppen, den wich­tigen Knotenpunkt Nantschang zu besetzen. Fast die gesamte Zivilbevölkerung hatte die Stadt vorher verlassen. Die chinesischen Truppen konnten sich der drohenden Umklammerung entziehen und zerstörten auf ihrem Rückzüge alle militärischen Anlagen. Die japanische Umgehung erfolgte durch Uebersetzen auf

Dschunken über den Kan-Fluß, etwa 20 Kilometer südlich von Nantschang. Die Japaner beherrschen jetzt auch die nach westwärts führende große Autostraße und haben die volle Kontrolle über die Eisenbahn­strecke zum Vertragshafen Kiukjang. 60 000 chine­sische Freischärler sollen in den Luschan-Bergen ab­geschnitten worden fein. Als nächstes Vormarschziel der Japaner gilt die Hauptstadt der Provinz Hunan, T s ch a n g t s ch a.

Wachsender Einfluß der Japaner in Schanghai.

Schanghai, 28. März. (Europapreß.) In eng­lischen Geschäftskreisen herrscht starke Beunruhigung

B u k a r e st, 27. März. (Europapreß.) Minister­präsident Calinescu und Außenminister fencu gaben auf der Sitzung des-Rates der Front der nationalen Wiedergeburt" einen Ueber- blick über die außenpolitischen Ereignisse der letzten Tage. Calinescu schilderte zunächst die Entwicklung des karpatho-ukrainischen Problems und teilte dabei mit, Rumänien habe der unga­rischen Regierung erklärt, daß sich Rumänien mit der Beurteilung der karpatho-ukrainischen Frage nicht befasse. Das deutsch-rumänische Wirt­schaftsabkommen sei nicht aus den jüngsten politischen Ereignissen hervorgegangen, die darauf bezüglichen Verhandlungen seien schon lange vorher im Gange gewesen. Das Abkommen baue sich auf dem Grundsatz der vollkommenen Gleichberechtigung auf und habe aus­schließlich wirtschaftlichen Charakter. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit Rumäniens sei keinen Augenblick lang in Frage gestellt worden. Wir verhandelten auf dem Fuße der Gleichheit." Jeder der vertragschließenden Teile finde Vorteile. Ohne diese Gegenseitigkeit könne es kein lebens­fähiges Abkommen geben.Was mich interessiert, ist die Befriedigung der Belange meines Landes, und in dieser Hinsicht kann kein Zweifel walten. Wir

über die Zunahme der antiengllschen Agitation in der chinesischen Presse. Sie wird auf die wachsende Einflußnahme der Japaner auf die chinesischen Verlagshäuser zu­rückgeführt. Mit Besorgnis hat man auch die Grün­dung einer a n t i b r it i s ch e n Liga, die ihre Tätigkeit mit großer Energie ausgenommen hat, beobachtet. Ein Beamter der japansreundlichen Nan­king-Regierung hat am Montag erneut England als denOeffentlichen Feind Nr. 1" bezeichnet und Dor­zugsbehandlung für den deutschen und italienischen Handel bei der Wiedereröffnung der Jangtse-Schiff­fahrt gefordert.

haben unsere Handelsbeziehungen mit anderen Staa­ten nicht benachteiligt. Allerdings wurde auch nie, von keiner Seite, eine Monopolforderung erhoben." Die Regierung habe das Bewußtsein, ihre Pflicht erfüllt und die Interessen des Landes gewahrt zu haben.

Außenminister Gafencu betonte, daß die aus­gedehntere Stellung des Deutschen Reiches an der Donau auch für Rumänien eine immer größere Be­deutung erhalte. Gafencu bezeichnete das deutsch- rumänische Abkommen als den Ausdruck einer gründlich erwogenen Friedens- und Verständigungs­politik, die ihre Früchte bringen werde. Gafencu unterstrich sodann die guten Beziehungen Rumä­niens zu Frankreich, England und Italien und be­zeichnete die Beziehungen zu Sowjetrußland als gutnachbarlich". Mit Bezug auf die Karpatho- Ukraine erklärte Gafencu ebenfalls das Desinteresse­ment Rumäniens in diesem Gebiet, da Rumänien den ungarisch-polnischen Bestrebungen noch einer gemeinsamen Grenze habe Rechnung tragen wollen. Finanzminister Constantinescu erklärte, daß im neuen, am 1. April beginnenden, Haushalts­jahr die Rüstungsausgaben um über vier Milliarden Lei erhöht würden.

Wir verhandelten auf dem Fuße der Gleichheit."

Rumänische Staatsmänner zum Wirtschaftsabkommen mit Deutschland.

Nationale Truppen bereits in den Dororten Madrids?

Der Schlußakt in Spanien.

Der spanische Staatschef Franco hat sich bei der politischen Vorbereitung und militärischen Durch­führung der neuen spanischen Stoßoffensive, von der mir alle das Ende des spanischen Dramas er­hoffen, zugleich in seiner Eigenschaft als Staats- mann und als Feldherr gezeigt. Als Staatsmann hat er sich das Verdienst erworben, die opportuni­stische rosaroteRegierung" in Madrid unter Gene­ral Miaja im buchstäblichsten Sinne ad absurdum geführt zu haben. Die Madrider Gewalthaber haben sich ihrer offenen kommunistischen Konkurrenten ent­ledigt, um nachher unter dem Deckmantel eines ehrenvollen" Friedens den Fortbestand ihrer marxi-

erfahrungen. Er hat sich auf Kuba 1898 gegen die Amerikaner als Kavallerie-Leutnant rühmlich hervorgetan. Als er 1'908 in den Kämpfen i n Spanisch-Marokko eingesetzt wurde, erwarb sich der damalige Generalstabsmajor durch seine be­sondere persönliche Tapferkeit und durch seine aus­gesprochenen Führertalente den hohen spanischen Orden des Ferdinands-Kreuzes mit Lorbeer; er war damals einer der Offiziere, denen die Befreiung von Tetuan zu verdanken war. Von 1929 bis 1931 lebte er teils in Frankreich, teils in Portugal als Ver­bannter wegen seiner Beteiligung an dem anti­monarchistischen Putsch, des Majors Ramon Franco. Nach seiner Rückkehr wurde er Generalkapitän von Madrid und schließlich Divisionsgeneral.

Der Name des Generals wurde dann im Juli 1936 weltbekannt, als er mit ganzen 160 Mann S e v i l l a für die nationale Erhebung eroberte und zugleich den wichtigen Hafen Huelva sicherte. Die Städte Huelva und Cadiz fielen ihm durch einen Rundfunkstreich in die Hand, als er den dortigen roten Machthabern den sofortigen Einmarsch und ihre Erschießung ankündigte worauf die Roten Hals über Kopf ausrissen. Queipo hat die ruhige Zeit an der Südfront zum Ausbau einer vorzüglich arbeitenden Verwaltung und sozialen Fürsorge im Abschnitt seiner Armeen benutzt. Er verfügt also bei seiner stürmisch vorgetragenen Offensive über eine leistungsfähige und präzis arbeitende Etappe.

Die neue Offensive im Abschnitt von Cordoba. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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stischen Organisation mit ihren Querverbindungen zu den entsprechenden englisch-französischen Genossen zu sichern. Franco hat dagegen erst einmal einen bedingungslosen Frieden verlangt und dann von den Madrider Pfiffikussen gefordert, daß fte felbft die Durchführung der Uebergabe von Madrid und des restlichen Rotspaniens verbürgen. Hier aber konnten die Madrider Opportunisten nicht Laut geben. Dieses ihr Unvermögen rechtfertigt vor Spanien und der Welt den Entschluß Francos, m i t den Waffen die unerläßliche Klarheit darüber zu schaffen, wer Herr in Spanien ist.

Als Feldherr erwies sich wiederum Franco durch Ansetzung einer Offensive an einem Punkt, wo sie von denRoten" nicht erwartet wurde. Die Stoß­richtungen gehen einmal von Cordoba gerade­wegs nach Norden, nämlich in Richtung auf Al­maden. Das strategische Ziel dieses Offensiv­abschnittes ist offenbar, die vorspringende Stellung der Rotspanier, die sich südlich des Tajo bis in die Umgebung von Toledo hinzog, zu erschüttern. Ai- maben, durch seine Quecksilberbergwerke weltbekannt, ist von den nationalen Truppen bereits genommen. Die zweite Stoßrichtung von Cordoba aus hat zum nächsten Ziel Ja en, von wo aus einmal wichtige Eisenbahnlinien nach dem Süden in Richtung Al­meri» gesperrt werden können und anderseits der Eintritt in die spanische Hochebene erzwungen wer­den kann, die unter dem Namen La Mancha be­kannt ist.

Für den Durchbruch an der spanischen Südfront hat Franco einen seiner besten und erfolgreichsten Generale, G o n z a l o Queipo de Llano, an- gesetzt. Die Queipos sind ein altes asturisches Ge­schlecht. Der General, der am 5. Februar 1875 in Valladolid geboren wurde, also jetzt im 65. Lebens­jahr steht, wird im spanischen Volk schon seit der ersten Hälfte des Befreiungskrieges derRadio- General" genannt. Der schon früher ungemein volkstümliche und beliebte Offizier hat zwei Jahre lang selbst durch den Rundfunk nicht nur die Heeres­berichte, Verwaltungsmaßnahmen usw. bekannt­gegeben, sondern hat auch in seinen anfeuernden und mit manchem herzhaften Scherzwort gemünzten Rundfunkansprachen die Bevölkerung zu stärkstem Einsatz für die nationale Sache zu bestimmen ge­wußt. General Queipo steht bereits zum dritten Male im Feld, hat also erhebliche praktische Kriegs-

Die QueDberbergwerke von Mmaden besetzt.

Paris, 27. März. (Europapreß.) Die national­spanischen Truppen sind an der Front von Anda­lusien in raschem Vormarsch begriffen. Der von General Queipo de Llano geführte Offensivstoß hat bereits innerhalb der ersten Tage tief in das feind­liche Hinterland geführt. Die von den Rotspaniern seit Beginn des Krieges hartnäckig verteidigten Quecksilber-Bergwerke von Almaden wurden am Montagvormittag von nationalspani­schen Abteilungen besetzt. Die Verkäufe des im Grubengebiet von Almaden gewonnen Quecksilbers haben bisher nicht unwesentlich zur Finanzierung der Kriegsmaterialkäufe der Roten im Ausland bei­getragen. Seit dem Beginn der Offensive wurden an der andalusischen Front mehr als 7000 Quadratkilo­meter besetzt. Insgesamt wurden an der Cordoba- Front rund 6000 Gefangene gemacht.

Im Abschnitt Toledo wurde der Tajo-Fluß bei Polan und Aranjuez überschritten; 12 Ortschaf­ten wurden besetzt. Ein Umkreis von 40 Kilometer Durchmesser um die Stadt Toledo ist jetzt von den Bolschewisten befreit. Die nationalen Truppen stehen unmittelbar vor den Kreisstädten O c a n a (an der Straße MadridCiudad Real) und Orgaz (an der Straße ToledoCiudad Real). Bei den Kämpfen im Abschnitte Toledo wurden am Montag 4500 Ge­fangene gemacht. Die Front, auf der die Nationa­len zwischen Aranjuez und Toledo angriffen, hat eine Länge von etwa 90 Kilometer. Die Stadt Aranjuez ist bereits unmittelbar bedroht. Dort errichteten die Bolschewisten 1936 die erste Vertei­digungsstellung vor Madrid, wobei sie von auslän­dischen Spezialisten beraten wurden. Bei Aranjuez sind die Nationalen nur noch 35 Kilometer von der Haupt st raße Madrid Valen - cia entfernt. Die weiteren Operationen dürften hier dem Lauf des Tajo folgen. Eingesetzt sind be­sondere motorisierte Kolonnen.

Während in der Nacht zum Montag und am Montagoormittag an der Madrid-Front vollkommene Ruhe herrschte, traten gegen Mittag ganze Einheiten von roten Milizen mit ihren An­führern z u den nationalen Truppen über. Der Widerstand der Roten in diesem Front­abschnitt ist gleich Null. Es mürben auch vollstän­dige Batterien übergeben. In Burgos ist ein Bericht veröffentlicht worden, wonach die Truppen Francos bereits in d i e Vorstädte von Madrid eingedrungen sind. General Franco habe in einer Nundfunkansprache angekündigt, daß Madrid in­nerhalb weniger Stunden besetzt fein werde. Er ermahnte die Bevölkerung von Madrid, Ruhe zu bewahren, denn in wenigen Stunden werde die nationalspanische Flagge über der Hauptstadt wehen. Der Rundfunksender der bisherigen Madrider Junta hat am Montagnachmittag plötzlich feine Sendungen eingestellt, mitten in einem Appell, in dem die Bevölkerung aufgefordert wurde, sich nicht ohne ausdrückliche Anweisung des Verteidigungsrates" in die Kämpfe einzumischen. Miaja, der sich nadj Valencia begeben hat, hat dort erklärt, er hoffe, daß weiteres Blutvergießen vermieden werde. Eine Reihe rotspanischer An­führer, die sich in Valencia befinden, haben den Wunsch ausgedrückt, sich nach Mallorca zu begeben, das sich schon seit langer Zeit unter nationalspani­scher Herrschaft befindet.

Oie Uebergabe der roten Stoffe in Bizerfo.

Paris, 28. März. (DNB.) In Bizerta sind an Bord des nationalspanischen Torpedobootszerstörers Ciscar" der spanische Admiral Moreno und Viscount M a m b l a s eingetroffen, die von der nationalspanischen Regierung beauftragt sind, die im Hafen von Bizerta internierte rotspanische Flotte zu Übernehmen. Nach einem Besuch bei den französischen Militär- und Zivilbehörden von Bizerta statteten die Vertreter General Francos den verschiedenen Einheiten einen Besuch ab. Die neue nationale Besatzung der Kriegsschiffe wird in nächster Zeit in Bizerta erwartet. Man rechnet damit, daß sich an Bord dieser Einheiten auch die ehemals zur roten Flotte gehörigen Besatzungsmit­glieder einschiffen können, die den Wunsch äußern, nach dem nationalen Spanien zurückzukehren.

Mehr Land - weniger Grenze!

Vor der Eingliederung des Protektorates Böhmen und Mähren betrug die Gesamtlänge der deutschen Grenzen 9196 Kilometer. Dadurch, daß mehr Land zu Großdeutschland gekommen ist, ist die Gesamt­länge der deutschen Reichsgrenze um 1766 Kilometer kleiner geworden. Mehr Land so solle man annehmen bedeutet längere Grenze; aber ein Blick auf die Karte zeigt, warum es hier gerade umgekehrt ist. Die künstliche Einbuchtung, die Böhmen und Mähren alsTschecho-Slowakei" darstellten, ist eben verschwunden. Und darum sind auch die deutschen Gesamtgrenzen um so viel kürzer geworden. Es sei noch bemerkt, daß die deutsch-slowakische Grenze heute 260 Kilometer beträgt und daß die deutsch-pol­nische Grenze um 50 Kilometer verlängert wurde.

Es mag noch interessieren, daß Böhmen in seiner jetzigen Größe einen Umfang von 32 441 Quadratkilometer hat, die von 4 472 354 Einwoh­nern besiedelt sind. Mähren hat 16 921 Quadrat­kilometer mit 2 300 796 Einwohnern. Die größten Städte sind: Prag (900 000 Einwohner), Brünn (270 000), Mährisch-Ostrau (126 000) und Pilsen (115 000 Einwohner). Nach der letzten Statistik be­trägt die Zahl der Volksdeutschen in den beiden Ländern des Protektorats 234 798. Diese Zahl ist mit Vorsicht aufzunehmen. Auf volksdeutsche Beamte, Gewerbetreibende und Kaufleute wurde sowohl von den früheren tschechischen Regierungen wie von den Tschechisierungsvereinen ein starker Druck ausgeübt. Man denke nur an die seinerzeit viel hervorgehobenen Bestimmungen über die Ein­stellung tschechischer Arbeiter und Angestellten oder die Art der Vergebung von Regierungsaufträgen. Immerhin sei mitgeteilt, daß nach dieser mangel­haften Statistik wohnten: in und um Brünn 55 684, in der Hauptstadt Prag 41 701, um Olmütz 23 000, im Mährisch-Ostrauer Bezirk 22 000, in Pilsen 8000, in der Jglauer Sprachinsel 24 000 und in Budweis und Umgebung 6681 Volksdeutsche.

Staatsbegräbnis für den Reichsärzteführer.

Der Führer bei der Drauerfeier.

München, 27. März. (DNB.) Am Montag­mittag fand vor der Aussegnungshalle des Ostfried­hofes in Gegenwart des Führers die Trauerfeier für den verewigten Reichsärztefuhrer SA.-Obergruppenführer Dr. Gerhard Wagner statt. Vor dem mit dem Hakenkreuztuch bedeckten Sarg lag das Kissen mit den Orden des Verewigten. Hohe Pylonen, auf denen Flammen aus Opferschalen zum Himmel loderten, säumten den Platz, dessen Abschluß ein turmähnlicher Aufbau mit der Sigrune bildete. Aufstellung genommen hatten Ehrenkompanien des Heeres, der Luftwaffe, der SA.-Standarte Feldherrn- halle, der ---Standarte Deutschland und Männer sämtlicher Gliederungen der Partei. Nahezu das ge­samte Führerkorps der Partei und Vertreter zahl­reicher Behörden, der Wehrmacht und der' Wissen­schaft waren anwesend.

Nachdem der Führer die Anverwandien des Verstorbenen begrüßt hatte, ehrte er mit erhobener Rechten den toten Reichsärzteführer. Nach der Trauer- musik aus derGötterdämmerung" zeichnete Gau­leiter Adolf Wagner ein Bild des Kämpfers, des Soldaten und des Arztes Dr. Gerhard Wagner, dessen rastloses Schaffen nur seinem Führer, der nationalsozialistischen Bewegung und dem deutschen Volke gewidmet gewesen sei. Ein echter SA.-Mann, soldatisch, kameradschaftlich, treu und klar bis zum letzten Atemzug, ein Vorbild für alle. Während nun die Musik die Weise vom guten Kameraden spielte, trat der Fübrer vor und legte einen mächtigen Lor­beerkranz mit weißem Flieder nieder. Drei Salven begleiteten die Kranzniederlegung. Mit den Liedern der Nation erreichte der Staatsakt sein Ende. Noch einmal grüßte der Führer den toten Mitkämpfer, verabschiedete sich von seinen Familienangehörigen und verließ die Stätte der Trauerfeier. Unter Trom­melwirbel wurde der Sarg in das Krematorium ge­bracht, wo die Leiche im Beisein der Familie und eines engsten Kreises von Freunden und Mit­arbeitern'des Verblichenen den Flammen übergeben wurde.

Die Werkschar Leistunasträger des Volkes.

Ein Aufruf Dr. Leys.

Berlin, 27. März. (DNB.) Dr. Ley erläßt an die Werk schar männer den folgenden Aufruf:

Werkscharmänner! Die Erhaltung und Förderung der Leistungskraft aller Schaffenden ist in den näch­sten Monaten ein dringendes Gebot. Die industrielle Reservearmee der Arbeitslosigkeit gehört der Ver­gangenheit an. Unser Führer Adolf Hitler hat uns aus den Fesseln, der Versklavung gelöst und uns den Weg in die Leistungsfreiheit gewiesen. Schon heute fehlen uns Arbeitskräfte, um das Werk des Führers in den Betrieben mit aller Kraft weiter zu fördern. Deshalb müssen jetzt die Lei- stungsreseroen, die in uns selber liegen, mobilisiert werden. Jeder von euch kann mehr als er sich zutraut. Es kommt auf den Versuch an, und ihr werdet den Beweis dafür in den Hän­den halten.

Der Führer sagt:Nur wer dauernd nach höchsten Leistungen strebt kann sich in der Welt durchsetzen." Danach wollen wir handeln. Die Deutsche Arbeitsfront erhält jedem Schaffende/' seine Leistungskraft durch Lehrgemein schof« t e n und praktische Hebungen für alle Altersstufen. Die Deutsche Arbeitsfront vermehrt das praktische Können der Erwachsenen und auch die theoretischen Kenntnisse, die dazu notwendig sind. Sie vertieft den Blick für die Erfordernisse der Volkswirtschaft und fördert planvoll die Beruss- laufbahn der Teilnehmer aller beruflichen Lehr­gemeinschaften und Aufbaukameradschaften durch Beratung und praktisch verwertbare Hinweise der Uedungsleiter.

In einer Woche nach Ostern beginnen in allen Berufserziehungswerken der Deutschen Arbeitsfront erneut die beruflichen Lehrgemeinschaften und Auf­baukameradschaften, die Uebungsfirmen, die roirb schaftskundlichen Studienfahrten und die beruflichen Betriebsbesichtigungen. Der Werkscharmann b e - teiligt s i ch in der Zeit vom 12. April bis An­fang Juni an diesen Maßnahmen der fördernden Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront. Im Frühjahr 1939 darf fein Werkscharmann, einerlei, ob er Werkmeister, Ingenieur, Chemiker, Kaufmann gber Industriearbeiter ist, einerlei, ob er bisher schon an den Lehrgemeinschaften oder Auf­baukameradschaften teilgenommen hat ober nicht, in den Lehrgemeinschaften und bei den sonstigen beruf­lichen Uebungen fehlen. Das Berufserziehungs­werk will eine lebendige Leistung, ganz gleich, ob es sich dabei um betriebliche oder überbetriebliche Uebungsftätten handelt. Euer Meistertum liegt in e u d), holt es heraus und stellt es in den Dienst für Großdeutschland. Es ist euere Pflicht als Werk- |d)armänner, den höchsten Stand in der Hand­habung des Werkzeugs und im beruflichen Können zu erhalten. Ihr seid die Leistungsträger des Volkes.

Ueichs-Stipendieu für Berufskampfsieger.

In Zusammenarbeit der zuständigen Reichsstellen mit der DAF. und der Reichsjugenoführung ist ein bedeutsamer Schritt zum planvollen Einsatz öf­fentlicher Mittel für die Begabten­auslese vollzogen worden. Der Reichsfinanp Minister hat angeordnet, daß bis auf weiteres die Ausbildungsbeihilfen für Kinder« reiche vor allem den Siegern im Be­rufswettkampf und den nationalpoli' tischen Erziehungsan st alte n -zugute kom­men. Bei einer statistischen Erhebung der DAF. Hot sich nämlich herausgestellt, daß die kinderreichen Fa­milien einen weit über ihren Bevölkerungsanteil herausragenden Prozentsatz förderungswürdiger Be- gaben aufweisen. Die Auswertung bei 3000 Gau­siegern ergab; daß 3 4 v. H. von ihnen aus Familien mit vier und mehr Kindern stammen und weitere 8 o. H. alleinstehende Mütter hatten. Im Verein mit den Bettiebsfup rern gehen die DAF. und die Reichsjugendführung nun daran, diese wertvollen Kräfte aUszulesen, wo­bei der Berufswettkampf die Bewährungsgrundl^e bildet. Die Ausgelesenen haben persönlich mit der Mittelbeschaffung nichts zu tun. Die Beauftragten der DAF. setzen sich für sie mit den LandesstnE ändern in Verbindung, die wiederum überwache^' daß die Auszahlung regelmäßig erfolgt.

Diese Förderung erstreckt sich auf die E r m o g« lichung des Fach- ober Hochschuloe«