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CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 36
7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
In diesem Augenblick merkt Anne, daß Irene Waitz au ihr herüberschaut. Zwar senkt Irene die Augen sofort wieder, was aber sollte dieser Blick voll Haß und Wut? Was hat sie ihr getan? Anne weiß es nicht. Sie meint, sie müsse sich geirrt haben, der Blick habe gar nicht ihr gegolten.
Anne tanz viel, aber erhitzt sich nicht dabei. Sie ist kühl, in aller Sonnenwärme kühl und ungerührt. Boll Nutze und Ausgeglichenheit ist sie, doch merkwürdig beschwingt. Gibt es schönere Gedanken als diese: Ich reise ans Meer und werde sieben Tage lang über das Meer fahren? Nein, Anne wüßte keinen Gedanken, der schöner sein könnte.
Karl Schäfer tanzt mit ihr, er achtet darauf, in ihrer Nähe zu bleiben, damit sie nicht zu oft von anderen fortgeholt wird. Er hat seinen Arm recht fest um sie gelegt. Er sagt: „Du mußt wirklich bald kommen, Anne. Wenn du den Baldur siehst, willst du ihn unbedingt haben. Ich reite ihn jetzt ein, du kannst ihn auch mal reiten, ich habe noch nie ein schönere^ Tier gesehen. Mein Vater spricht davon, daß er ihn verkaufen will, laß ihn dir von deiner Tante schenken."
„Nein, sagt Anne und löst sich aus seiner allzu kräftigen Umarmung, „ich will kein zweites Pferd, ich habe Konifere." Und wie sie Konis Namen sagt, ist ihre Sehnsucht wach. Wie halte ich es sieben Tage ohne Koni und Klarissa aus? denkt sie, und gleich nach dem Tanz läuft sie ins Haus und holt aus dem Speiseschrank eine Handvoll Würfelzucker. Wie konnte sie Koni über dem Sommerfest vergessen?
Anne geht zu Konifere in den Stall und glaubt, niemand habe ihr Verschwinden bemerkt. Aber Klarissa, Paul Würz und Irene haben es doch gesehen. Paul steht nahe bei der Bar, sehr nahe bei Irene. „Einen Cocktail, Herr Würz?" Ihre Stimme klingt merkwürdig samtig. „Sie müssen sich doch zu neuem Flirt stärken."
„Reden Sie keinen Unsinn", sagt er leise, und als er das Glas aus ihrer Hand nimmt, berühren sich ihre Finger. Er stürzt das scharfe, süße Getränk hinunter, dann stellt er das Glas hin und schlendert langsam über den sonnenbeschienenen Hof. Irene hebt sich auf die Fußspitzen, um ihn über die tanzen- den Paare hinweg zu sehen. Er geht auf die Ställe
SJt.vfport
Aus aller Welt
Zußballkämpfe während der Weihnachtstage
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der Lust, das zu schmettern in der Sonne.
Das Lachen der Jugend steht In Grammophon fängt von neuem an und zu klingen, der Mixbecher blitzt
(Fortsetzung folgt)
ea gchng Fokker nach Amsterdam, wo er die „Niederländische Flugzeugfabrik" begründete. 1923 richtete er ein weiteres Unternehmen bei Neuyork ein und konstruierte nun für die amerikanische Luftflotte weitere Typen.
Schweres Flugzeugunglück auf der Linie Rom—Rio de Janeiro.
Auf der neueröffneten Post-Fluglinie Rom—Rio de Janeiro geriet das Flugzeug der Teilstrecke Villa Cisneros—Sevilla in ein schweres Unwetter. Der Flugzeugführer versuchte, bei Mogador in Französisch-Marokko eine Notlandung vor- zunehmen. Dabei wurde jedoch das Flugzeug vollständig zerstört. Sämtliche Insassen — vier Mann Besatzung und drei Pressevertreter — kamen ums Leden. Don den getöteten Journalisten sind zwei Brasilianer und einer Italiener.
Flugzeugkonstrukteur Fokker gestorben.
S ü d w e st: FSV. Frankfurt — Eintracht Frank- furt 0:1; Opel Rüsselsheim — Kickers Offenbach 1:1; SD. Wiesbaden — Rot-Weiß Frankfurt 4:1.
Bayern : BC. Augsburg — 1860 München 2:2; Bayern München — 1. FC. Nürnberg 0:0; FSV.
-j — Neumeyer Nürnberg 1:4; 1. FC. 05 urt — DfR. Schweinfurt 4:0.
Am vergangenen Sonntag griffen die Watzenborn- Steinberger „Teutonen" erstmals in die Spiele der Krregsmeisterschaft ein. Der Start war als bezeichnen. Die spielstarke Mannschaft des Vereins 05 Wetzlar würbe Mit 4:1 Toren
Zugendhandball bei 1900.
1900 1. Jgd. — Tv. Heuchelheim Jgd. 16:3 (5:1).
Die 1900er, die auf den aus gebliebenen Halb- r-chten Launspach verzichten mußten, lieferten ein gutes Spiel, Beginn sieht es allerdings nicht nach einem hohen Sieg aus und die Heuchelheimer hielten das Spiel offen. Nach ungefähr 10 Minuten brachte Korell feine Elf in Führung, und Deibel schoß bald das 2. Tor. Beim Gegenangrift konnten die Gälte auf 2:1 verkürzen. Im Alleingang schuf Korell das 3:1. Jetzt machte sich die Ueberlegenheit der 1900er doch bemerkbar. Freitag zog den Boll zum 4. Male ins Netz und bald darauf stellt Korell den Halbzeitstand her. Nach Halbzeit beherrscht 1900 völlig das Feld. Korell, Engel, Deibel schießen nochmals 3 Tore, ehe die Gäste zum 2. Tor kommen. Dann waren wieder die Blauweißen Jungen an
Der bekannte Flugzeugkonstrukteur und holländische Flugzeugindustrielle Antony Fokker ist dieser Tage in einem Neuyorker Krankenhaus verstorben. Fokker wurde 1890 in Kediri (Niederländisch-Ost- indten) geboren und in Haarlem erzoaen. In Mainz baute er sein erstes Flugzeug, auf dem er sich selbst als Flieger ausvi'ldete. Seinen ersten Flug führte er am 5.5.1911 aus. Im folgenden Jahre 1912 begann er in Berlin -Johannisthal mit der Errichtung einer Flugzeugfabrik nach seinem System; 1913 begründete er in Schwerin i. M. eine Fliegerschule. Dorthin verlegte er später seine aesamten Werke, die dann im Krieg für die deutsche Heeresverwaltung beschäftigt waren. Nach dem Krieg ging Fokker nach Amsterdam, wo er die
In Reit am Winkel erhielt Toni Eisgruber mit zwei 60-Meter-Sprüngen die beste Note von 148,6 Punkten. Der Wiener Vn Galeitner erwies sich mit Note 220,5 als bester Springer auf dem Semmering. Im Riesengebirge waren Krummhübel und Oberschreiberhau Schauplätze der Sprungläufe; Lt. G. Meergans (Note 227,9) bzw. H. Lahr (Note 221,9) waren hier siegreich.
Die Augsburger Natureisbahn wurde Weihnachten mit einer vorzüglich besuchten Eissportveranstaltung eröffnet. An den Kunstlauf-Dorfüh- rungen waren auch die Geschwister Pausin (Wien) beteiligt, die stürmisch gefeiert wurden. Der Eis- hockeykamvf zwischen München und Augsburg endete unentschieden 4:4.
14jähriger sprang 59 Meter!
Eine prächtige Leistung eines Jugendlichen kam auch auf der Hanns-Heinz-Schande in Johanngeorgenstadt zustande. Der 14jähnae Hitlerjunge Queck erreichte als Sieger der Klasse Schuljugend Weiten von 55 und 59 Meter. Tagesbester war der Einheimische Paul Kraus II mit 64 und 69 Meter und der Note 219,7.
Jungens auf dem Birkenhof behalten werde, wenn sie mit ihrem Mann ins Ausland geht, was sagst du dazu? Sie meint, die beiden sollen zunächst in Balke die Mittelschule besuchen."
„Gott", Schworm hebt die Schultern und blinzelt in das Sonnenlicht. „Ich kann mir vorstellen, daß diese neue Aufgabe deinem Temperament liegt, Klarissa."
Da kehrt sie sich ihm zu und ruft taut und ungeduldig: „Nein, sie liegt mir ganz und gar nicht, ich denke auch nicht daran, es zu tun! Habe ich nicht meine Pflicht erfüllt und mehr als das? Jetzt im Alter soll man mich mit diesen Aufgaben ungeschoren lassen. Fremder Leute Kindler erziehen? Ein undankbares Geschäft! Ja, wenn noch einer der Jungen so ein Bauer vom rechten Schrot und Korn wäre, es würde mir Freude machen, einen Bauern zu erziehen, aber das sind sie alle beide nicht. Zwei Teufels mit Enaelsgesichtern sind sie, weiter nichts."
„Na", lachs der Doktor breit und gutmütig und sieht zurück zu den tanzenden Paaren, „das haben sie sicher von der Mama."
„Ja» wahrscheinlich. Dor ein paar Tagen haben sie, Gott mag wissen, wo, einen Eimer Teer stibitzt und haben einen Küchenstuhl damit beschmiert. Als Marie sich drauffetzte, um Kaffee zu mahlen, blieb sie mit ihrer weißen Schürze kleben. Großes Ge- schrei, wie du dir denken kannst. Die Jungs, unschuldig wie die Engel, sagten: „Ja, sie wollten mal sehen, was daraus würde. Kläre, statt sie zu verwichsen, lacht, schenkt Marie zwei Schürzen und fünf Mark. — Nun sage du mir — wie sollte ich da wohl erziehen?"
„Hahaha , lacht auch der Doktor, „da kannst du nur mit Humor Herangehen, wahrhaftig. Man sollte überhaupt die meisten Menschen humoristisch nehmen, ich glaube, man käme weiter damit. Sieh doch, wie es Luise Pegel macht. Die dreht unermüdlich die Grammophonkurbel, während Franz gerade so unermüdlich der schönen Frau • Ziegler faustdicke Komplimente sagt.
Klarissa ballt die Hand zur Faust. „Dieser Franz kann keine Frau sehen, ohne ihr schönzutun, mir um die eigene kümmert er sich nicht. Dabei ist Luise die beste Hausfrau. Aber du hast recht, Doktor, sie ist voll von einem seinen, innerlichen Humor. Wirklich, ein Prachtmensch!"
n34> muß dir gestehen, Klarissa, daß es mir heute zum ersten Male ausgefallen ist, ich hielt sie-immer für recht einfältig und langweilig, wahrscheinlich habe ich sie verkannt."
Klarissa seufzt. „Welcher Mensch wird nicht verkannt? Geht es uns nicht allen jo? Ja, ja, Doktor, wir alle kommen im Leben viel zu oft mit dem
Neunzig neue Grotten im Triestiner Karst entdeckt
Die Grottenforscher des italienischen Alpenklubs bemühen sich in der letzten Zeit sehr um die Erforschung der Höhlenbildungen in Istrien und im Triestinischen Karst. Ihre Bemühungen wurden durch die Entdeckung von neunzig bisher unbekannten unterirdischen Hohlräumen belohnt
Im Einhandsegler über den Ozean.
An Bord eines kleinen Segelbootes traf in Brooklyn der Jtalo-Arnerikaner I. Martinucci ein, nachdem er zum zweiten Male als Einhandsegler den Atlantischen Ozean überquert hatte. Mit seiner Pacht „Iris" hat er im ganzen mehr als 10 000 Seemeilen zurückgelegt. Er verließ an Bord des kleinen Schiffes Neuyork am 3. Juni, um sich zum Besuch seiner Eltern nach Italien zu begeben, und segelte von Neapel am 1. September zurück. Don seinen Freunden wurde er in Neuyork begeistert begrüßt, die Wiedersehensfeier dauerte einen ganzen Tag. Am nächsten Morgen aber kehrte Martinucei ruhig, als sei nichts geschehen, wieder zu seiner Arbeit zurück, die fast sechs Monate geruht hatte, lieber seine Reise erzählte er nur, daß er von Neapel nach Neu- York mehr Zeit gebraucht habe, als bei der Hinfahrt, weil er nachts ohne Positionslampen gesegelt fei, um nicht Schiffen der kriegführenden Mächte in die Hände zu fallen. Dann würde man ihn angehalten und ausgefragt haben, so daß er kostbare Zeit verloren hätte. Tagsüber habe er auf der ganzen Fahrt nicht ein einziges Handels- oder Kriegsschiff angetroffen.
Robinson Crusoe — ein Rheinländer?
Robinson Crusoe, der seit dem 1702 erschienenen Buche von Daniel Defoe Weltruhm erlangt hat, galt bisher als Amerikaner. Man wußte, daß er Seemann war, einen Schiffbruch erlitt, auf eine einsame Insel verschlagen wurde, nach langer Zeit entdeckt und wieder in die Heimat zurückgeführt wurde, wo Defoe sich die Schicksale des Schiff, brüchigen erzählen ließ und daraus sein Buch ge- staltete. Nun hat der Kreuznacher Heimatforscher Albert Rosenkranz in dem schweizerischen Dors Cresta eine alte englische Ausgabe des Buches entdeckt, in dem Robinjon Crusoe einwandftei a l s Kreuznacher nachgewiesen ist. Robinson Crusoe erzählt in dieser alten Ausgabe selbst, daß er 1623 in Neuyork geboren sei, daß sein Vater aber nicht aus Amerika stamme, sondern von Bremen nach Hüll übergesiedelt fei und dort ein Geschäft betrieben habe. Später habe er sich dann nach Neuyork zurückgezogen und dort eine Frau mit Namen Robinson geheiratet. Er selbst habe ur- sprünglich den Namen Robinson Kreuz- n a e r getragen. Der NaMe sei dann später in der üblichen Weise in Crusoe amerikanisiert worden. So weit Robinson Crusoe selbst in der alten Buchausgabe. Dem Heimatforscher gelang es, den Nachweis zu erbringen, daß 1625 viele protestantische Einwohner von Kreuznach über Bremen nach Amerika auswanderten. Da es damals üblich war, zugewanderte Personen in Amerika nach dem Ort ihrer Herkunft zu benennen, kann man in dem Namen „Kreuznaer unzweifelhaft einen Kreuz- mrcher erkennen. Danach hat also Robinsons Vater noch in Kreuznach gelebt.
Eine sechs Kilogramm schwere Perle.
Der Forscher Wilburn Dowell-Cobb hat kürzlich die größte Perle, die je in den Meeren des Orients gefischt worden ist, nach den Vereinigten Staaten gebracht. Diese Perle wiegt, nach Blättermeldungen, mehr als sechs Kilogramm und wurde 1934 bei den Palau-Inseln im Philippinischen Archipel in einer Riesenmuschel gefunden. Das Alter der Perle wird von den Wissenschaftlern mit 600 Jahren beziffert, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß sie sogar acht oder zehn Jahrhunderte alt sein kann. Nun müßte allerdings noch eine Riesenfrau gefunden werden, die dieses Prachfttück von einer Perle cm einer Halskette tragen könnte.
Rundfunkprogramm
Donnerstag, 26. Dezember.
6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Früh konzert. 7t Nachric^en. 8: Landvolk, merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Was wir Frauen heute wissen müssen. 9.30: Frohe Weisem 11: Unterhal- tungskonzert Es spiett das grotze Orchester des Reichssenders Frankfurt. 11.50: Stadt uno Land — Hand in Hand. 12: Mittagskonzert. 12.30: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.55: Bücher für unsere Soldaten. 16: Nachmittagskonzert. 17: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Berichte vom Landesernahrungsamt. 18.25: Rach des Tages Arbeit. 18.30: Zeitgeschehen. 19: Einsatz der Polizei und ff im Osten. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsender. 22: Nachrichten. 24: Nachrichten.
Leihgestern — 1900 1:4.
Dem diesmaligen Zusammentreffen der beiden Erstplacierten aus den Rundenspielen sah man mit besonderem Interesse entgegen. Hatten doch beide Mannschaften am Sonntag vorher Niederlagen einstecken müssen, und da man wußte, daß ein erneuter Verlust sich entscheidend für den weiteren Verlauf auswirken wird, besaß das Spiel viel Bedeutung. Die kämpferischen Leistungen überwogen die spielerischen.
1900 begann mit großem Eifer, und da bei dem Innensturm Pechauscheck, Heilmann, Balz in entsprechende Bahnen gelenkt wurden, ergab sich für die Blau-Weißen eine Feldüberlegenheit. In der achten Minute kam dies durch den ersten Treffer zum Ausdruck. Durch einen schulgerechten Angriff kam der Ball über Heilmann—Pechauscheck zu dem frei stehenden Balz, der placiert einschoß. Nachdem wenig später Günther eine Flanke von rechts vor dem herauslaufenden Torwächter zum 2:0 eindrückte, wurden die Gastgeber merklich lebhafter. Hierdurch erreichte der Kampf seinen spielerischen Höhepunkt Denn trotz des sehr ungünstigen Bodens sah man auf beiden Seiten beachtliche Leistungen. In der 25. Minute gelang es den Platzbesitzern auf 2:1 zu verkürzen. Der Versuch, den Gleichstand herzustellen, gelang jedoch nicht, Denn Lippert stand in der Verteidigung. Die Blau-Weißen blieben aber auch nicht untätig. Ihnen gelang durch Günther ein weiterer Treffer. Nach der Pause versuchten die Gastgeber durch eine Umstellung dem Spiel eine Wendung zu geben. Mittelläufer Arnold stand jetzt Halbrechts. Es blieb jedoch bet dem Versuch, denn Lippert erkannte Arnolds Gefährlichkeit und wich nicht von seiner Seite. In der Folge hatten die Blau-Weißen wieder etwas mehr von Spielgeschehen. Durch ein viertes Tor durch Balz kam dies zwar zum Ausdruck. Gemessen an den Chancen hätten es leicht mehr fein können. Das Haupthindernis lag hierbei jedoch an den unguläng- lichen Bodenverhältnissen, die eine Ballkontrolle so gut wie gar nicht zuließen.
Leihgestern kam diesmal nicht zu der geschlossenen Leistung wie beim Rundenspiel. 1900 in der Auf- stellung Dinges, Goß, Lippert, Weißmüller, Jäger, Hain, Bonarius, Pechauscheck, Heilmann, Balz, Günther besaß durch Lipert große Stärke in der Hintermannschaft. In der Läuferreihe war der Urlauber Weißmüller am zielstrebigsten. In der Fünferreihe gefiel das Innentrio am besten.
Watzenborn-Steinberg I. — Wetzlar L 4:1 (3:0).
Wintersport der Weihnachtsfeiertage.
Das Eishockey-Turnier um den Seine- weber-Pokal in Füssen sah am ersten Tag den EV. Füssen mit 9:1 (2:1, 1:0, 6:0) über den Münchner EV. erfolgreich. Das zweite Spiel sah die Nürnberger ^-Mannschaft mit 3:1 (2:0, 0:1, 1:0) gegen den Münchener EV. in Front Der Endkampf führte am Dienstag in Füssen die Eishockey-Mannschaften des EV. Füssen und der ff Nürnberg zusammen. Das Spiel endete unentschieden 1:1 (1:0, 0:0, 0:1). Die Gastgeber kamen aber dank des besseren Torverhältnisses auf den ersten Platz vor Nürnberg und den Münchner EV. und gewannen damit den Leineweber-Pokal.
Der SC. Riesseriee gab am ersten Weih- nachtsfeiertag in Klagenfurt ein Gastspiel vor 2000 Zuschauern und schlug den Klagenfurter AC. in einem überlegen durchgeführten Eishockeytampf mit 7:2 (1:0 3:2 3:0) Toren.
Weihnachts-Schispringen gab es diesmal nur an verhältnismäßig wenigen Orten im Reich, da die Schneedecke nicht überall ausreichte.
zu. Das ist weiter nicht absonderlich. Er ist der 23er- walter auf dem Hof. Aber Irene drückt plötzlich einem jungen Manne, der vor dem Bartisch steht, den Mixbecher in die Hand und ruft im Davonlaufen: „Schütteln Sie tüchttg, ich komme gleich wieder."
Paul Würz sah Anne im Pferdestall verschwinden, er ahnte nicht, daß auch Irene Waitz sie sah und — Klarissa. Rechts neben dem Lorbeerbaum auf der Terrasse, wo es am meisten geschützt ist, sitzen die vier Skatspieler: der Pastor, der Doktor und der Apotheker aus Balke, außerdem Klarissa, wie ein Mann unter Männern. Jeden ersten Samstag im Monat wird auf dem Birkenhof geskatet, das ist feit vielen Jahren so, und wenn der Doktor verhindert ist, springt Franz Pegel für ihn ein.
Heute kann davon keine Rede fein, Franz hat anderes zu tun; sieh doch einer nur diesen Franz Pegel! Aber Kläre ist schön, wirklich eine schöne und scharmante Frau. Und was für ein reizender Einfall von ihr, dieses Sommerfest!
Immer häufiger scheu die Männer zu den Tanzenden hin, und auch Klarissa ist nicht ganz bei der Sache. ,Herrschaften", sagt Pastor Bubendey, „machen wir doch erst mal Schluß." Womit dem Skat für heute der Grabgesang gesungen ist.
Klarissa drückt ihre Zigarre im grünen Kübel des Lorbeerbaumes aus, wie sie das immer tut, und gibt dem Arzt durch eine heimliche Kopfbewegung zu verstehen, daß sie mit ihm sprechen möchte. Doktor Schworm ist Klarissas bester Freund und Be- rater. Aber wenn sie ihn braucht, macht sie das so, als verabrede sie mit ihm ein durchaus unerlaubtes Treffen. Sie schämt sich. Die starke Frau, die bis- her keine Krankheit kannte, schämt sich zu zeigen, daß auch bei ihr, wie leider bei allen Sterblichen, der Organismus im Alter nicht mehr ganz in bester Ordnung ist.
Sie wuchtet neben dem Arzt über den Hof und sieht gerade noch, wie Anne im Pferdestall ver- schwindet. „Hoffentlich denkt sie daran, daß sie ein gutes Kleid an hat", sagt sie mehr zu sich als zu ihrem Begleiter und fügt voll mütterlichem Stolz hinzu: „Was ist die Anne doch für ein feiner Kerl geworden. Hast du gesehen, Doktor? Eine vollendete junge Dame."
„xJa, wir waren alle erstaunt. So werden aus den Kindern Leute. Aber das sage ich dir, Klarissa, wenn du nicht bald dein unvernünftiges Zigarrenrauchen aufgibst, werde ich Anne sagen, wie es um dich und dein Herz steht."
„So? Na bann sind wir die längste Zeit Freunde gewesen. Uebrigens will ich mit dir nicht über mein Herz sprechen, Doktor. Kläre denkt, daß ich ihre
der Reihe und Frettag, Korell, Korell, Deibel, Engck, Döll, Korell schaffen das 15:2; bei diesem ©tan$) schossen die Gäste ihr 3. Tor. Kurz vor Schluß er- zielte Korell durch Strafwurf das 16. Tor.
Bei der Mannschaft der Blauweißen gab es keinen Versager. Es wurde gut kombiniert und eifrig geschossen. Sehr gut waren der rechte Derieidu aer Schuldt und der Halblinke. Bei den Gästen stachen Mittelläufer und Mittelstürmer hervor.
7Ntv. 2. Jugend — 1900 2. Jugend. 3:0 (2:0).
In einem schönen Spiel gewannen die Jüngsten des Mtv. verdient. Es machte sich die größere Spiel- erfahrung und körperliche Ueberlegenheit bemerkbar. In der ersten Halbzeit waren Wagner und Dierau für den Gastgeber erfolgreich und in der zweiten Hälfte schoß Jsheim das 3. Tor, während die Blau« weißen nur 5 Lattenschüsse zu verzeichnen hatten.
gen. Während die Gäste nur mit 10 Spielern an- traten, stellten die „Teutonen" folgende Mannschaft ins Feld: fBerger; Buß, Fett; Schmandt W., Hirz; Weh rum; Häuser W., Schmidt, Häuser K., Haas, Maid.
Bei der Platzmannschaft waren der Torhüter, die beiden Verteidiger sowie Schmidt die besten, bei Wetzlar gefielen ebenfalls die beiden Verteidiger sowie die Stürmer Baumarm und der Urlauber Zehner II.
Watzenborn-Steinberg hatte Anstoß. Der erste Angriff wurde abgestoppt, doch schon in der 3. Mi- nute lenkte Schmidt einen FlankeNball zum 1. Treffer für die Platzmannschaft ein. Die folgenden Angriffe der Einheimischen werden durch geschicktes Abseitsstellen der Verteidigung der Gastmannschaft unterbunden. So reichte es vorerst nur zu 3 Ecken, die aber nichts einbrachten. Ein Eckball für Wetzlar wird ins Aus getreten, einen weiteren holte sich der Torhüter Burger mit mächtigem Sprung. Nach etwa einer halben Stunde Spielzeit sandte Haas zum 2. Treffer ein und kurz vor Halbzeit erhöhte der Spieler auf 3:0.
In unvermindertem Tempo und mit gleichem Einsatz wurde das Spiel in der zweiten Hälfte wei- tergeführt. Auch der Sturm der Gastmannschaft spielte sich manche Chance heraus, doch Burger im Tor der Teutonen zeigte sich in guter Form. Immer stand er an der richtigen Stelle und gar manchen harten, gefährlichen Schuß meifterte er in aller Ruhe. Erst gegen einen Schuß aus allernächster Nähe war er machtlos. 3:1 hieß es nun. Dann wurden die „Teutonen" sichtlich überlegen, doch tüe verstärkte Hintermannschaft der Gäste ließ vorerst weitere Erfolge nicht zu. Nachdem der Sturm der Einheimischen noch verschiedene Male in die Abseitsfalle der Wetzlarer Verteidigung gelaufen war, gelang Schmidt im blitzschnellen Alleingang kurz vor dem Schlußpfiff der vierte und letzte Treffer.
Fuhball her Gauligo-Marmschaften.
Hessen, Gruppe Süd: Borussia Fulda gegen Kewa Wachenbuchen 5:1; Dunlop Hanau — VfB. Großauheim 1:1; FC. Hanau 93 — Hanau 1860 5:4. — Gruppe Nord: Kurhessen Kassel — BC. Sport Kassel 3:5; SC. 03 Kassel — Iura Kassel 7:0. — Freundschaftsspiele: Städtefpiel Kassel — Fulda 9:1; 1. FC. 04 Oberursel — VfB. Friedberg 1:0,
Hinterteil nach oben und jeder denkt, das sei unser Gesicht."
Wieder muß der Doktor lachen, er lehnt sich hintenüber.
,^)ccha", fein mächtiger Daß kollert über Mesen und Aecker und weckt gang drüben am Waldrand ein lustiges Echo.
Doch Klarissa ist in ihrer impulsiven Art schon bei einer ganz anderen Sache angenommen. „Sieh mal da hin, Doktor, du halt noch bessere Augen als ich, find das auf dem Acker nicht die beiden Lauselümmel? Wenn ich nicht irre, werfen sie die Kornhocken um, da schlag doch einer ntit dem Dreschflegel drein! Hallo!" Sie legt die Hände an den Mund. „Wollt ihr das sofort lassen? Stellt schleunigst die Haufen zurecht und untersteht euch nicht, wieder ans Kom zu gehen, sonst werdet ihr mich fennentemen!"
Schnell wendet Klarissa sich rmch der Strafpredigt ab und geht mit tief gesenktem Kopf neben dem Doktor her, zum Hof zurück. Als sie aus dem Schatten der Bäume treten, bleibt sie stehen und sieht ihn mutlos an. „Das sind keine Bauern, und es werden auch niemals welche. Einem Bauern ist die Achtung vor allem, was die Erde heroorbringt, tief eingewurzelt. Das ist nicht zu lernen, das sitzt drinnen. Nein, nein, Kläre soll ihre Söhne ruhig in ein Internat stecken, ich bin zu alt für diese Aufgabe."
„Du vielleicht, Klarissa, aber Anne ist in dem Älter, in dem der Mensch Pflichten braucht, um an sich glauben zu können. Gib Anne die Pflicht, aus diesen Wilden Menschen zu machen."
„Glaubst du, daß mein Herz die neue Belastung aushalten wird, Doktor?"
„3a, Älarissa."
Klarissa denkt an Annes Bitte, ihr eine geregelte Tätigkeit zu geben. „Na schön, wenn sie von der Reise kommt, kann sie lernen, Knaben zu erziehen, vielleicht ist das richtig", sagt sie ergeben, „ich werde mit Kläre und Anne sprechen. Also meinetwegen können die Buben hierbleiben, wenn sie mich aber ZU viel ärgern, schicke ich sie zu dir, Doktor, Ich kann gehässig wie ein Affe fein, damit du Bescheid weißt."
Da legt der Doktor den Arm unter den der alten Freundin. „Du gehässig, Klarissa? Nein, ehe ich dn deine Gehässigkeit glaube, eher glaube ich an den Einsturz unserer ganzen Welt."


