M.302 Sweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Mittwoch. 2k. VezemberMY
Aus der Gtadi Gießen
Pflichten bei Zrost und Schnee.
Aus der engeren Heimat
rasch &orfrii<rt
sagt, so daß sich alle Volksgenossen in ungestörter rasch WMll<rt.
Sonntagsruhe auf die Die 10 000 Abzeichen zu der Sammlung der Httler-
ligenabends vorbereiten konnten. Die yierourcy ge h r- sn<. s,-ipf,LminterKilfswerk die der Kre-<«
d'- bei dem schonen Wetter vor allem auch zu 8^ «SB s Buhbo* unb Sab-’Rauheim ner=
Spaziergängen eifrig benutzt wurden.
stehen spannende Fliegergeschichten aus Krieg unb
Friedel For n al l a'z als Lola. Erd-
Jüc gecegelten. Stuhl ।
29. Dezember, die Eheleute Georg und Margarete, geborene Hofmann.
Formhals Der Ehegatte in Paris ge-
Gießen, Friedberg, Butzbach und Bad-Nauheim verteilt. Die Abzeichen waren am Samstag, als die
und stets bereite Anpassungsfähigkeit Paul Walters in die musikalische Situation heraustreten. Denn der Wechsel der Ausdrucksmittel wie der Ausdrucksformen ist hier bedeutend vielfältiger als im vorausgegangenen Werk, zumal im zweiten Akt mit seiner Bezogenheit des Harlekinspiels zur Wucht des dramatischen Geschehens. Die Volksszenen waren hier noch mehr aufgelockert, bedingt durch die Handlung und die Umwelt. Sehr belebt war das Jneindergreifen zwischen Spiel auf dem „Theaterchen" und dem Zuschauerchor (Spielleitung: Bernhard Schmitz).
Don starkem Menschentum, das jeder inneren Regung bis zum Letzten nachzuspüren vermag, zeugte der Prolog des Tonio (Guastv Bley) als ein Herauswachsen und Durchbrechen über die Enge der Maske hinaus mit unmittelbarer Wärme und Mitfühlen erweckender, ergreifender, innerlich packender Kraft. Das war ihm möglich durch die souveräne Beherrschung der stimmlichen Mittel, die einsatzbereit jeder inneren Entwicklung folgten, und in mannigfacher Ausprägung der Klanglichkeit die Gedankenwelt kündend bezeugten und sich zu strahlender Kraft und Schönheit des hohen „As" erhoben. Als „Tonio" ließ er Maske und wohldurchlebtes Spiel gerade in einzelnen bedachten Zügen charakteristisch hervortreten; als „Tadbeo" in der Harli- kinade gab er sich mit feiner ironisierender Gestaltungskraft. Die Doppelleistung Gustav Bleys an diesem Abend verdient besondere Anerkennung, weil er trotz körperlicher Behinderung (linker Arm im Gipsverband) dennoch so intensiven Ausdruck erreichte.
Heinrich Durst bewies mit seinem Canino- Bajazzo, daß er der von dieser Seite her wieder- hott erhobenen Forderung nach größerer Verdeutlichung und Ausdruckskraft der Gebärde zu entsprechen vermag. Sein (Tonino wirkte in der Zwiespältigkeit zwischen Maske und menschlichem Erleben erschütternd, betont in der Eindringlichkeit des Monologs. In der Komödie bestätigte er sich als Bajazzo mit darstellerischem Erleben und Durchbrechen menschlicher Nähe. In der dramattschen gesanglichen Linie kamen seine stimmlichen Mittel zu
in dem Duett mit Silvio. Hier trat Eduard 3ur* ch a rd, sonst im Chor tätig, mit sympathischen Stimmittel klangschön (Höhe!) und modulationsfähig hervor, schmiegsam sich anpassend im Zwiege- sang. Christoph Neuland war auch hier wieder als Beppo-Harlekin mit seiner Darstellung organisches Glied des Ganzen; seine Serenad-e bezeugte gesangliches Können und Geschmack. Die Bühnenbilder Karl Löfflers waren, der südlichen Sphäre entsprechend, farbenfreudig unb dienten der Milieu kra ft des Musikalischen durch weitgehende Entfaltungsmöglichkeiten für Solisten und Chor.
Starker Beifall war der Dank für die Festans- führung von solch beachtlichem Hochstande.
Dr. Hermann Hering.
für Trauerkleidung, die durch das Handwerk nach Maß angefertigt werden soll, erfolgen kann. Es sind dabei, wie bisher, amtliche Urkunden über den Todesfall vorzulegen. Die Trauerkleidung darf nur für engste Familienangehörige bestimmt fein. Iter von der Kundin ausgesuchte Stoff darf von dieser nicht mit nach Hause genommen werden, sondern wird einem von der Kundin zu benennenden Damenschnetdereidetrieb ausgehändigt.
Ehrunq für den Schöpfer des Wormser Spiel- und Zesthauses.
LPD. W o r m s , 26. Dez. Zur Ehrung für den am Freitag 90 Jahre alt gewordenen Schöpfer des Wormser Spiel- und Festhauses, Friedrich von Schoen, ließ die Stadt an diesem Hause eine Ehrentafel anbringen, die durch den Oberbürgermeister in Anwesenheit von Ratsherren und von Verwandten des greifen Mannes enthüllt wurde.
Landkreis Gießen.
<£ Leihgestern, 27. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag beging der Grubenaufseher i. R. Johannes Diehl dahier seinen 8 5. Geburtstag. Der Jubilar ist der älteste männliche Einwohner unserer Gemeinde, er kann sich noch einer recht guten geistigen und körperlichen Frische erfreuen und nimmt an allen Geschehnifsen der Zeit regen Anteil. Nachträglich auch unseren herzlichen Glück-
Gießener Siadiiheater.
„Cavalleria rusticana" und „DerBajazzo
Stadttheater Gießen.
Am heutigen Mittwochnachmittag wird das luftige Märchenspiel „Der gestiefelte Kater" wiederholt. Spielleitung: Karl Valck. Musikalische Leitung: Rich. Boeck. Tänze: Thea Maß. Bühnenbild: Karl Löffler. Außer Miete.
Am heutigen Mittwochabend wird die Aufführung der beiden Opern „Cavalleria rusticana“ und „Der Bajazzo" zum erstenmal wiederholt. Musikalische Leitung Paul Walter. Spielleitung Bernhard Schmitz. Bühnenbild: Karl Löffler. Chöre: Richard Boeck. 12. Vorstellung der Mittwoch-Miete.
Don der Universität Gießen.
Zum Dozenten für das Fach Physik wurde Dr. rer. nat. habil. Erwin Fünfer unter Zuweisung an die Philosophische Fakultät der Universität Gießen ernannt. Dr. Fünfer ist als Mitarbeiter des früheren Gießener Professors Dr. G e r t h s e n , der vor einigen Monaten nach Berlin berufen wurde, auf dem Forschungsgebiet der Atomzertrümmerung bekannt geworden. Ferner wurde zum Dozenten neuer Ordnung der Dozent der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen Dr. phil. habil. Siegfried Rösch ernannt.
Auszeschnunq bei her (Gendarmerie.
Durch Landrat Dr. Lotz wurden dieser Tage in schlichter Weise drei Gendarmeriebeamte des Kreises Gießen mit P olizei - Di enst au szeichnungen bedacht. Die Gendarmerie-Hauptwachtmerster Fritz (Gro- ßen-Buseck) und Erb (Steinbach), die gegenwärtig bei der Feldgendarmerie Dienst tun und wäl)rend der Weihnachtstage in der Heimat auf Urlaub weilten, erhielten die Polizeidienstauszeichnung für 18jährige treue Dienste. Mit der Polizeidienstauszeichnung für achtjährige Dienstzeit wurde Gendar- merie-HauptVachtmeister L a m p p (Gießen) geehrt, der zur Zeit im Osten Dienst tut und während der Festtage ebenfalls in der Heimat weilte.
10 001 WSW-Abzeichen
innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Das Ergebnis der jüngsten Straßensammlung erhöht sich also noch um einen stattlichen Betrag.
Gieven-Wieseck.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde Frau Marie Weller, geb. Gans, die Witwe des verstorbenen Polizeidieners Georg Weller, 75 Jahre alt. Frau Weller ist körperlich und geistig noch sehr rüstig. Seit Jahrzehnten ist sie Bezieherin ihres Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. Nachträglich unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.
Kartenfreie Trauerkleidung für Frauen auch nach Maß.
Während bisher Trauerkleidung für Frauen ohne Bezugscheine bzw. ohne Punkte nur als Fertigkleidung abgegeben werden durste, hat die Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete nunmehr verfügt, daß auch eine freie Abgabe von Meterware
Feierlichkeit. .. _ .
Ungemein stark und bannend war die Santuzza Anni Assions. Das Leiden der Frauenseele m allen Phasen, in -ah, in Eisersucht, in seelischer Zerknirschung wurde unmittelbar embringhd) durch eine Gestaltunaskratt. wie wir sie bisher bei Anm Assion noch nicht erleben konnten. Engstens damit aebunben war das musikalische Erfühlen mit mannigfaltiger Differenzierung des Stimmklanges und höchster Ausweitung des Affektes, die die schonen Mittel voll in Erscheinung treten ließ. Ihr zur Seite
^Packung ( 75St) RM. 145
X wieder teilt. Die Abzeichen waren am öamsiag, ais ine
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Monolog des „Canino". Beide Komponisten aber lichkeit.
brechen ihr Werk mit dem Eintritt der Katastrovhe Leoncavallos „B a f azzo Ueß ganz besonders jäh ab, sie lassen die Tatsachen an sich sprechen, ohne die nie versagende stets bereite Einfuh ungskraft Mn^rfinnhinaen und stets bereite Anpa sungs ahiakeit Paul Wal-
babei irgendwelche symphonischen Ausschöpfungen zu geben. Die beiden Opern haben durch ein Preisausschreiben des Mailänder Verleaers Sonwgno ihren Weg an die Oeffentlichkeit gefunden und erhielten durch ihre neuartige Prägung gerade auch in Deutschland nachhaltigen Anklang, nicht zuletzt durch die Ermüdung der damaligen Hörerwelt durch den Symbolismus der Wagner-Nachfolger >
Die Aufführung von Mascagms „Cavalleria" entfaltete sich unter der musikalischen Leitung von Paul Walter mit leidenschaftlicher Intensität und feinem klanglichen Empfinden, das gewisse Härten der Instrumentierung und Um gewohnheiten in der Kombination der Einzelinsttu- mente sorgfältig glättete und ausgleich. Die Zwi- chenspiele, die das dramatische Geschehen im Orchester weiterschwingen lassen, waren -prägnant der Szene abgelauscht. So wurden auch das Vorspiel ebenso wie das Intermezzo sinfonico zur impulsiven orchestralen Sonderleistung mit Nachgiebigkeit und Eingehen in allen Klanggruppen des Orchesters, ganz besonders bei den Streichern und Holzbläsern.
Den Chören Richard Boecks fällt als Träger des Milieus eine besonders wichtige Aufgabe zu. Der Lenzeschor atmete Frische durch h- K-mtrnstie- rung der klanglichen Gruppen; die Kirchenszene erhob sich über das Theatralische zu andächtiger
ist als Sohn Beltershainer Eheleute
boren, wo feine Eltern — wie damals viele Hessen
Nach dreitägiger Feiertagsruhe ist heute der Werktag wieder zur Geltung gekommen. Es war diesmal ein besonders stimmungsvoller Heiligabend, der in unserer Stadt den Auftakt zum Weihnachtsfeste bildete. Im Gegensatz zu früheren Jahren, wo am Heiligenabend bis in die Nachmittagsstunden hinein die Arbeit im Gange war, in den Ladengeschäften sogar bis gegen Abend hin noch reger Derkaufsbetrieb herrschte, und alle Menschen von des Alltags Mühe mehr oder minder abgehetzt den Heiligenabend begingen, war diesmal der festliche Auftakt ein Sonntag. Eine gemeinsame Entschließung der Deutschen Arbeitsfront und der maßgebenden Stellen unserer heimischen Wirtschaft hatte in dankenswerter Weise den Perkaufsbettieb in den Ladengeschäften für diesen Sonntag abge-
wunsch.
4- Grünberg, 25. Dez. In einer schlichten Feierstunde wurde eine Anzahl Mütter, insgesamt 16, mit dem Ehrenkreuz der deutschen Mutter ausgezeichnet. Die Ueberreichung fand im Sitzungssaal des Rathauses statt. Ortsgruppenleiter Schütz sprach über die Stellung der Frau und Mutter im heutigen Staat gegenüber der früheren Zeit. Propagandaleiter Schmidt verlas Worte des Führers über die Mutter. Bürgermeister König gab die Namen der zu ehrenden Mütter bekannt, denen der Ortsgruppenleiter die Ehrenkreuze überreichte. BDM.-Madel umrahmten die Feier durch mehrere Lieder. Folgende Mütter erhielten die Auszeichnung: I. Stufe (goldenes Ehrenkreuz): Elise Seibel geb. Funk; Katharine Margolf geb. Becker. II. Stufe (silbernes Kreuz): Ida Michel geb. Haas; Elisabeth Hoffmann geb. Seitz; Luise Dietz geb. Tröller; Luise Fißter geb. Dörr. III. Stufe (bronzenes Kreuz): Josephine Keil geb. Frank; Auguste Haack geb. Bernhardt; Karoline Gilbert geb. Dickel; Minna Frank geb. Seitz; Katharine Müller geb. Schweitzer; Lina Frank geb. Schlitt; Katharine Schomdert geb. Fuchs, die als 84jährige die älteste der Ausgezeichneten war; Katharine Markart, geb. Schmidt; Gertrud Schott geb. Luft; Emilie Hammel, geb. Kreuder (zur Zeit in Amerika).
* Ettingshausen, 26. Dez. Heute feierte das Ehepaar Ferdinand Löffler und Lina, geborene Weber, das Fest der goldenen Hochzeit im Kreise ihrer Kinder und Enkel. Der Ehemann stammt aus Ilbeshausen im Kreise Lauterbach, während die Frau ein Kind unserer Gemeinde ist. Beide Ehegatten erfreuen sich guter Gesundheit und Rüstigkeit. Der Gatte war jahrzehntelang in der Maschinenfabrik von Heyligenstaedt in Gießen tätig. Das gleiche Ehejubiläum feiern am Freitag,
W-nn bet SSWnter >«t Siyug hält, mü^n wir uns seinen Besonderheiten anpassen und dürfen uns nicht von ihm überrumpeln lassen Es ist jetzt höchste Zeit, sofern es nicht nicht geschehen fein sollte, Hausturen, Keller und Bodenfenster geschlost fen zu halten. Dor allem find etwa zerbrochene FeUsterschetben auf dem Boden oder irn Keller schleunigst instand zu setzen, damit unsere Winter- Vorräte nicht durch eindringenden Frost verderben
Sinkt das Quecksilber unter den Nullpunkt, dann besteht die Gefahr des Erfrierens der Rohre der Gas- und Wasserleitung, insbesondern wenn solche an Außenmauern angebracht oder durch kalte Flure geleitet sind. Nicht eindringlich genug kann daher empfohlen werden, sie mit Sttoh, Putzwolle, alten Sackleinen und sonstigen Stossen zu umhüllen. Dies aitt besonders für die Gas-- und Wassermesser, ferner für Badeöfen, Klosett sowie Zentralheizung. Das Abstellen der Haupthähne ist abends unbedingt notwendig, namentlich wenn Aussicht besteht, daß der Frost sich in der Nacht steigern könnte. Es barf dabei nicht übersehen werden, den Ablaßhahn zu öffnen, damit das in den Rohrleitungen stehende Wasser ablaufen kann. Gleichzeitig muß der oberste Wasserhahn des Hauses geöffnet werden, um alle Wasserreste zu entfernen. Der vorjährige um Mitte Dezember plötzlich einsetzende scharfe Frost mit seinen zahllosen Rohrbrüchen hat hinlänglich gezeigt, welche Gefahren und Unannehmlichkeiten für Mieter und Hauseigentümer drohen, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen außer acht gelassen werden. Bei dem jetzt obwaltenden Mangel an Facharbeitern sowie im Hinblick auf die Verdunkelung sind die Gefahren und Schäden, die durch Rohrbrüche hervorgerufen werden, noch erheblich ernster.
Hand in Hand mit dem (Eintritt der Winterszeit ist auch mit unverhofftem Schneefall zu rechnen, und da treten dann für die Hauseigentümer und Hausbewohner die gesetzlichen Vorschriften für die Beseitigung der Schneemassen vor ihren Häusern in Kraft. Es ist also bei einsetzendem Schneewetter der Gehweg vor den Häusern ständig von Schnee freizuhalten und, sofern sich Glatteis gebildet hat, dieses durch abstumpfende Stosse, wie Sand, Asche oder Sägemehl, zu beftreuen. Besonders bei der gegenwärtigen morgens und abends lange anhaltenden Dunkelheit ist die strikte Befolgung dieser Verordnung von größter Wichttgkeit, um Unfälle von Personen zu verhüten, die bei den völlig unbeleuchteten Straßen schwere Folgen haben können.
Schöne Wechnachtsfeiertage.
*♦ Verkehrsunfall. Am Samstagnachmit» tag stieß in der Gartenstraße vor der Alten Bürgermeisterei das Geschäftsdreirad (Lieferwagen) einer Gießener Firma mit einem Wagen der Straßenbahn zusammen. Bei dem erheblichen Zusammenprall der beiden Fahrzeuge erlitt der Lenker des Geschästswagens, der Kraftfahrer Emil Geiß aus Butzbach, der bei der hiesigen Firma tätig ift, leider einen Schädelbruch. Die Bereitschaft Gießen des Roten Kreuzes verbrachte den bedauernswerten Mann nach der Chirurgischen Klinik.
reiseverkehr, als auch bei der Zureise nach Gießen und seit dem gestrigen zweiten Feiertag bei der Abfahrt in Erscheinung trat. Diele Familien hatten die besondere Freude, zu dem schönen Familienfeste „ihren" Soldaten als Wechnachtsurlauber bei sich Zu haben und mit ihm schöne Stunden zu verleben. Auch im Straßenbild traten die Weihnachtsurlauber stark in Erscheinung, denn während mancher Stunden war die Uniform stark vorherrschend bei dem Passantenverkehr in den Straßen.
Erfreulicherweise konnten die Polizei, die Feuerwache und die Bereitschaft des Roten Kreuzes während der drei Feiertage ungestört die Ruhepause verleben, da keinerlei Anlaß vorlag, diese Dienststellen in Anspruch zu nehmen.
So können wir denn heute nach jeder Richtung hin auf schöne Weihnachtsfeiertage zurückblicken, die natürlich allenthalben im Zeichen unserer ernsten Zeit verliefen.
Dornotizen.
Tageskalender für Mittwoch.
Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr: „Cavalleria rusticana“ und „Der Bajazzo". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Maria Ilona". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Waldrausch".
— vor dem Kriege 1870/71 Arbeit gesucht hatten. Auch dieses Ehepaar ist bei guter Gesundheit und voller Rüstigkeit. Die Frau versieht noch in ihrem Alter ihren Dienst im Putzen unserer Schule. Wir wünschen beiden Jubelpaaren herzlich Glück.
* Laubach , 26. Dez. Am vergangenen Sonntag, 24. Dezember, konnte der ehemalige Schreinermeister und Möbelhändler Wilhelm Stotz in körperlicher • und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Der Hochbetagte, der sich infolge seines aufrechten Wesens aller Wertschätzung erfreut, hat sich im Dereinsleben unserer Stadt mannigfach verdient gemacht. Er war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehrt, trat schon mit 18 Jahren in den Gesangverein ein, war Mitbegründer des Kirchenchors, und noch heute versieht er das Amt eines Kirchenvorstehers. Wenn dem Jubilar in seinem Leben auch schon viel Freude und Erfolg beschieden war, so traf ihn doch auch mancher schwere Schicksalsschlag. Zwei Söhne und die Gattin wurden ihm durch den Tod entrißen. Zu seinem 80. Geburtstag nachttäglich auch unseren Glückwunsch.
Kreis Büdingen.
O Nidda, 26. Dezember. Durch die vor einigen Jahren in verschiedenen Sttaßen erfolgte leit- kanalisation mit Zementröhren von 50 und 40 Zentimeter lichtem Durchmesser hat man einen Zustand geschaffen, der ttotz erheblicher Opfer der Straß enanlieger schon lange herb ei gesehnt worden war. Nun hat man im Anschluß hieran die Kanalisation in der Bismarckstraße auf vorläufig etwa 200 Meter fortgesetzt bis zu den im Bau befindlichen xroei Wohnhäusern der Gemeinnützigen Wohnungsbau G. m. b. H. Nach der teilweisen Errichtung des Grundstockes dieser Häuser wurde deren Fertigstellung wegen Verwendung der Bauarbeiter für dringendere Arbeiten unterbrochen. Da sich nun unweit dieser Baustelle das Wasser verschiedener am Beundeabhang gelegener Quellen sammelt, fo dürfte jetzt die Trockenlegung des neu erschlossenen Baugeländes durch die kürzlich fertiggestellte Tell- fanalifation gewährleistet fein.
Kalender.
— Athen aion-Kalender „Kultur und Natur" 1940 als Abreiß-Kalender eingerichtet. Mtt einem farbigen Titelbild nach einem Gemälde von Professor Oscar Graf. Mit 183 Bildseiten und einem Preisausschreiben. 1,95 RM. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam. — (391). Nun schon zum siebenten Male erscheint der Athe- naion-Kalender „Kultur und Natur", und immer wieder ist er neu, anregend und überraschend. Kein Gebiet des Lebens, das er nicht durchforscht und aus dem nicht das Wichtigste und Unterhaltendste herausgegriffen würde: Länder und Völker der Erde, Geschichte und Kultur, Kunst und Musik, Technik und Natur, Gegenwart und Vergangenheit: alles wirkt zusammen, um ein unendlich mannigfaltiges Bild des Lebens zu bieten. Seltene Reime, Sprichwörter und Wetterregeln, Gartenratschläge und Gedenktage, dazu ein Preisrätsel mit verlocken« den Preisen vervollständigen den Kalender zu einem der unterhaltsamsten, amüsantesten und bildendsten Jahrweiser, die -wir besitzen.
— Köhlers Heeres-Kalender 1940 (Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W.) Preis 1,30 RM. ist von stärkster Aktualität. Spannende Erzählungen aus großer Vergangenheit wechseln mit packenden Erlebnisschilderungen und interessanten Berichten aus unserer heutigen Wehrmacht. Auch der Humor kommt in manch lustiger Geschichte zu seinem Recht.
— In dem neuen Jahrgang 1940 des Köhler- scheu Flieger-Kalenders (Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W.), Preis 1,30 RM. würdigt ein militärischer Sachkenner den ersten großen Einsatz unsere Luftwaffe im jetzigen Krieg. Daneben
voller Geltung.
In Spielgewandtheit, Lebendigkeit und in der
Komödie voll Stileinfühlung gab Friedel For- n a H a 3 die Nedda-Colombine, dem dramatischen Zuge folgend, verlieh sie jeder Situation auch ge- ncytai ipunnenuc uucncl»ciuJlu/lcu uus «uv -zupww sanglich das ihr Zukommende, im Monolog („Vogel- Frieden, geschichtliche und technische Belehrung i» mslied I lied"), in der Auseinandersetzung mit „Tonio" und I unterhaltender Form.
Es ist ein nicht gerade alltäglicher Fall, daß zwei Werke wie Mascagnis „Cavalleria uno Leoncavallos „Bajazzo" nun fas em halbes Jahrhundert ihre erfolgreiche S ellung Im Opernplan bewahrt haben. Trotz der vielfachen Anfeindungen, die diese Werke in der ersten Ze^t ihres Erscheinens erfuhren, haben sie dennoch ihre Lebensfähigkeit und Auswirkungskraft behaupttt^. Unserer Zett, in deren Gedankengangen das Dolkstum mit seiner ursprünglichen Kraft m femer®. stellung erkannt wird, kann das nur eine SMtati Ung dafür fein, daß diese Men Opern, durch die Verwurzelung im Leben des Volkes sich m d verbrauchten Frische erhalten haben. -
Mascagni folgt dem £eft Gwvanni Vergas, eines sizilianischen Volksdichters; L e o n c<“ ,
verfaßt seinen Text nach einer wahren B g ' die sich bei Montalto in Kal'ibnen «m 15. August (Festtag Mariä Himmelfahrt) 1865 zuaetragen hat. Gestalten aus dem Volke, ohne besonderes Ueber. maß, das irgendeine Problemstellung herausfordern könnte,werden durch das gesteigerte-Temperament des Südländers mit dem ihm eigenen ethischen Empfinden zum Mittelpunkt der tragischen Handlung D e Um bildung des Opernstiles, wie sie .sich schon in 'e n zelnen Stellen von Verdis .Traviata^anbahrtt (es wurde bei der Aufführung dieser Oper ^r sch darauf verwiesen) zeigt sich M nun von der in Nummern aufgeteilten. traMhonw Opernform als ein Mitgehen n^ M fulsMag her iemeiliaen (Situation. Mascagm greift nut sup hiieher Kraft die Angelpunkte des Gel Feyens i ihre Abweichung von der üblichen Tradi n sublimierten klanglichen Ausgleich unrefieftierte zunächst ungewohnt e^fch^E- ö-ie £raft
SAiVSSti« »***"■ ISliJ’HK'■än'Sr i S« * feben $61)^1^ (^^5001^, “i^rinftinft er- stellerisches in vollkommener ^nhett munden ließ, absichtlicher und mit stärkerem Theatens Nachgiebigkeit und Schönheit der Stimme
füllt Der Unmittelbarkeit Mascagm^ m Melod k fid) mit Ausdruckskraft der Bewegung, der
und Klangwelt steht hier die Einbez ehung @ebärbe und Mimik. Don erschütternder Eirchr.ng klanglichen Färbung m die Dlfferenzieru g mar die Auseinandersetzung mit Santuzza.
Ausdrucks gegenüber, dazu komm dte Gegenub ^^^ld gab der Lucia mütterliche warme
stellung des Harlekinspiels 3^ volksbedl^t n U ! Kokett betont in leber Bewegung und Aeuße- welt. Hier zeigt sich Leoncavallo oftmals m sei erschien Friedel Fornallaz als Lola^ Erd-
geiftiaer Pointierung alter Tanzformen ( . I aeboren mit ländlicher Vitalität, ltrllte Gustav
Gavotte) mit überlegener geiftiger^arnt^rir^ Durch sein Fuhnnann-lted
sierender Haltung. Er gewinnt tn ^noig


