Die neue Verbrauchöregelung für Seife und Hausbrandkohle.
FWD. Die soeben erlassenen Bestimmungen über die Verbrauchsregelung für Seife enthalten verschiedene Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Zustand. Während bisher nur Kernseife verabfolgt wurde, kann der Bezieher jetzt auf Grund der neuen Seifenkarte auch ein Stück Feinseife erhalten. Auch die Abgabe der bisher besonders bezugscheinpflichtigen Rasierseife stellt eine Erleichterung dar. Eine Verbesserung ist auch darin zu Erblicken, daß die zusätzlichen Seifenmengen für Kinder nicht mehr auf Kinder bis zu 2 Jahren beschränkt sind, sondern daß es jetzt möglich ist, für Kinder von 2 bis 8 Jahren monatlich 500 Gramm Waschpulver zusätzlich zu beziehen. Fettfreie Waschmittel können übrigens zur Zeit nicht auf Karten bezogen werden, da sie noch nicht in die Regelung eingebaut sind.
Bei der Hausbrandregelung ist die wichtigste Tatsache, daß von der Einführung besonderer Kohlenkarten Abstand genommen wurde, vielmehr soll die Belieferung mit Hausbrand durch die Einzelhändler mittels'Kundenliften erfolgen. Die entsprechenden Vorarbeiten sind geleistet. Die Aufstellung der Kundenlisten ist mit einer Bedarfsermittlung verbunden, damit Klarheit Über die Mengenerfordernisse besteht. Die Festsetzung der Bedarfshöhe wird bei der Ofen- und Küchenheizung durch die Verkoppelung von Raum- und Kopfzahl, die jeder für seinen Haushalt angeben muß, nach einem bestimmten Schema geschehen, wobei auch die Höhe der bereits erfolgten Hausbrandbevorratung eine Rolle spielt. Im Hausbrandsektor soll im
wesentlichen bei der Bestimmung der Derbrauchshöhe der Bedarf eines Jahres zugrundegelegt werden, wonach die Mengen festgesetzt werden, die jeder beziehen kann. Es soll jeder grundsätzlich zu dem Kohlenhändler gehen, wo er bisher gekauft hat.
Die Möglichkeit, seinen Kohlenhändler durch Streichung in der bisherigen und Eintragung in einer neuen Kundenliste zu wechseln, ist natürlich gegeben, doch soll das möglichst nicht innerhalb eines Monats geschehen. Dem Kohlenhandel werden durch die Neuregelung insgesamt nicht unerhebliche Aufgaben zugewiesen, die vollen Einsatz seiner Fähigkeiten fordern werden. Schwierigkeiten im Kohlen- transportwesen sollen tunlichst ausgeräumt werden. Nach einer Anordnung hat der Kohlenhandel bezirksweise sog. Transportgemeinschaften zu bilden, die die Transporte so zu leiten haben, daß unnötige Kohlenlagerungen vermieden werden und die Kohlen möglichst schnell in die Keller kommen. Die Wirtschaftsämter haben die Verteilung von Hausbrandbrennstoffen arydie Verbraucher nach den von der Reichsstelle für Kohle erteilten Weisungen und Richtlinien zu regeln. Die Bezirkswirtschaftsämter sind verpflichtet, die Verteilung zu überwachen und erforderlichenfalls von sich aus die notwendigen Maßnahmen zu treffen.
In den beteiligten Kreisen glaubt man bestimmt, daß die Kohlenbelieferung sich auf dem neuen Wege gut einspielen lassen wird, zumal von vornherein auf eine ziemlich lockere Anfangsregelung Bedacht genommen wurde.
Kraftwagen mit vem roten Winkel müssen Treibgas fahren
Festsetzung der Polizeistunde im Lande Hessen.
NSG. Eine gestern veröffentlichte Meldung Über Festsetzung der Polizeistunde im Gebiet des Landes Hessen wird wie folgt berichtigt: Der Reichsstatthalter in Hessen hat verfügt, daß mit sofortiger Wirkung für den Teil des Operationsgebietes des Landes Hessen die Polizeistunde auf 23 Uhr festgesetzt wird. Für den übrigen Teil des Landes bleibt die Polizeistunde 24 Uhr.
Zusatzlebensmittel für Kranke.
Kranke werden nach wie vor gegen Abgabe der von den Ernährungsämtern ausgestellten Bezugscheinen mit Zusatzlebensmitteln beliefert. Die Lebensmittelverteilungsstellen haben daher die auf den Bezugscheinen angegebenen Lebensmittelmengen ohne Lebensmittelkarten abzugeben. Weiter wirb darauf hingewiesen, daß werbende und stillende Mütter, sowie Wöchnerinnen Milch-Karten nur gegen Vorlage einer Bescheinigung eines Arztes oder einer Hebamme bei ihrem zuständigen Ernährungsamt erhalten.
50 volksdeutsche Kinder aus der Slowakei heimgekehrt.
Die 50 volksdeutschen Kinder, die vor mehreren Wochen aus der südlichen Slowakei im Kreis Wetterau zu einem Erholungsaufenthalt eintrafen, sind nunmehr in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Kinder haben sich durchweg gut erholt, manche haben erheblich an Gewicht zugenommen, die meisten .haben sich auch ausgezeichnet mit ihren Pflegeeltern verstanden, und auch den Pflegeeltem sind die Kinder an das Herz gewachsen. Wenn sich die Kinder auch auf die Heimkehr zu den eigenen Eltern freuten, so fiel ihnen doch der Abschied von den Pflegeeltern nicht leicht. Mit vielen freundlichen Gedanken werden sich die volksdeutschen Kinder des Aufenthaltes in unserer schönen oberhefsi- schen Heimat erinnern. Die Reisebetreuung und die Vermittlung der Kinder in die Pflegestellen geschah durch die Kreisamtsleitung Wetterau der NSV.
Heffen-naffauiiche BOM.-Mähel bei her Erntehilfe
NSG. lieber 14 Tage sind nun schon die hessen- nassauischen BDM.-Mädel im Ernteeinsatz der Partei. Begeisterte Briese haben die Untergaudienststellen erreicht. Mit Freude und voll Erwartung sind die Mädel zu den Bauern gefahren, und sie sistd nicht enttäuscht worden. Frisch und tüchtig packen die „Stadtmädel" zu, die Anerkennung des Bauern steigert noch ihre Arbeitsfreude. „Stadt- mädel"?, so kann man sie längst nicht mehr nennen. Sie sind Helfer des Bauern und gehören als solche zu dessen Hof. Die Schwere der täglichen Arbeit am Boden läßt sie nicht ermüden und zeigt ihnen erst das harte Schaffen des Bauern um die Ernährung des Volkes. Ihm in der jetzigen Zeit noch mehr als bisher treu zur Seite zu stehen, ist der Wille eines jeden Mädels.
Ueber 1000 Mädel hat der BDM. unserer Gau- hauptstadt bereits im Odenwald, Vogelsberg, Westerwald, in Büdingen und in der Limburger Gegend eingesetzt. Ueber 600 konnte Wiesbaden stellen, und immer noch stehen weitere BDM.-Mädft, Jungmädelführerinnen und 14jährige Junamädel zur Verfügung und wollen mithelfen, hie" letzte Ernte dieses Jahres einzubringen. Das sind Angaben van nur zwei Städten aus dex Dielzahl der Untergaue des BDM.-Obergauez Hessen-Nassau, die die ständige Bereitschaft zum Dienst in der „Inneren Front" Herausstellen.
Licht chleusen in Ladengeschäften
NSG. Zahlreiche Geschäfte haben bisher keine Lichtschleu'e angelegt. Darüber konnte yinweggesehen werden, solange die Verkaufszeit noch nicht in die Dunkelheit fiel. Dies ist bei der vorgefchritte- nen Jahreszeit anders geworden. Es ist daher jetzt gebieterische Pflicht gder Ladenbesitzer, ohne Versäumnis für die Anbringung einer einwandfreien Lichtschleuse an der Ladentür zu sorgen. Hierfür kommen nur lichtunhurchlässige und dauerhafte Stoffe in Betracht.
Die häufig bestehende Absicht, statt der Lichtschleuse die. Beleuchtung jm Laden abzuschirmen, kann nicht emfohlen tnerben. Entweder fällt viel zu wenig Licht in den Laden — und dies ist für Käufer und Verkäufer g eich lästig — ober es wirb nicht hinreichend abgebler^et und bann bringt der Lichtschein beim Deffneti her Ladentür nach außen. Dies darf unter keinen Umständen geschehen.
Cs sei daran erinnert, bafe bie Verdunkelung ein wichtiger Bestandteil bex- Landesverteidigung ist. Alle Beteiligten müssen deshalb in kürzester Frist die vorhandenen' Schwierigkeiten überwinden.
Die preise unh Preisspannen für entrahmte Frischmilch.
Fwd. In einer Anordnung A 8 der HV. der deutschen Milch- und Fettwirtschaft werden die Preise und Preisspannen für entrahmte Frischmilch, Buttermilch und geschlagene Buttermilch geregelt. Hiernach darf bei Abgabe dieser Mllchsorten ab Hof, ab Molkerei ober ab Laben an ben Verbraucher höchstens ein Preis geforbert, versprochen ober gezahlt werden, der um 10 Rpf. je Liter unter bem jeweils örtlich geltenden Dollmilchpreis liegt Der Preis barf höchstens 15 Rpf. und chuß minbeftens 8 Rpf. je Liter betragen. Verteilet dürfen höchstens bie Spanne berechnen, die sie bisher bei der Abgabe von Vollmilch ab Laben und frei Haus an ben Verbraucher berechnet haben. Bei ber Abgabe in Flaschen barf höchstens der, bisherige Zuschlag für bie Abfüllung von Vollmilch in Flössen berechnet werben. Bei regelmäßiger Abgabe größerer Mengen entrahmter Frischmilch, Buttermilch um> geschlagener Buttermilch an einen Verbraucher Mussen Rabatte gewährt werben, die bei der 2Ibgahe DOn io bis 30 Liter 1 Rpf. je Liter, von 31 bis go ßfter 2 Rpf., von 61 bis 100 Liter 3 Rpf., bei Abgabe von mehr als 100 Liter die jeweils geltende Kleinverteilerspanne betragen. Die Milch- und Fettmirt- schaftsverbände können mit Zustimmung ber P?eis- bilbungsstellen Ausnahmen von ben Bestimmungen biefer, am 25. September 1939 in Kraft getretene^ Anordnung zulassen.
Kriegsgefangene
nur durch das Arbeitsamt.
Die Kriegsgefangenen werben van den Kriegs- gefangen-Stammlagern, in benen sie einer grünblichen ärztlichen Untersuchung, insbesondere auf Seuchenfreiheit, unterzogen werden, für den Ar- beitseinfatz zur Verfügung gestellt. Bei welchen Arbeiten und in welchen Orten Kriegsgefangene einzu-
Im Reichsverkshrsblatt, Ausgabe B, Krastfahr- wefen, Nr. 44 vom 21. September hat der Reichsverkehrsminister einen Erlaß veröffentlicht, der bestimmt, daß alle Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, deren Weiterbenutzung nach der Verordnung vom 6. September 1939 gestattet ist und die durch einen roten Winkel am Nummernschild gekennzeichnet find, auf Treibgasbetrieb um- zustellen sind. Die Kraftfahrer werden aufhorchen, denn das ist natürlich etwas grundlegend Neues in der gesamten deutschen Kraftverkehrswirtschaft! Aengstliche Gemüter mögen vielleicht glauben, daß diese Maßnahme deswegen ergriffen worden M, weil wir zu wenig Benzin im Lande hätt"r.. Das Gegenteil aber ist der Fall.
Diese Maßnahme wäre wohl elwas später auch gekommen, wenn wir nicht in kriegerische Verwicklungen verstrickt worden wären, denn gerade durch unsere stetig steigende Entwicklung der Herstellung synthetischen ^enzins, ein Gebiet, auf dem Deutschland fühlend ist, fallen so große Mengen an Treib - gafer. als Nebenprodukt an, daß es einfach nicht möglich ist, diese großen Mengen nichtflüssiger Kraftstoffe anders in geeigneter Weise auszunutzen. Im übrigen ist das Ausland, auf ben deutschen Erfahrungen aufbauend, auch schon seit langem zur Herstellung synthetischen Benzins übergegangen, obwohl ihm unbeschränkte Einfuhrmöglichkeiten zur Verfügung stehen, und gewinnt neben dem eigentlichen Erzeugnis Benzin ebenfalls noch große Mengen von Treibgafen.
Je mehr Deutschland seine Benzinfabriken entwickelt, um so größer wird naturgemäß auch ber Anfall ber bei ber Herstellung mitgewonnenen Treib - gase, in erster Linie Propan und Butan, sein. Diese Gase, die sich hervorragend zum Antrieb von Verbrennungsmotoren eignen, sollen nun zum Betrieb der in Privathänden laufenden Kraftwagen mit herangezogen werden. Weiterhin wird man auch das sogenannte Generatorgas in größerem Maße zum Antrieb von schweren Kraftwagen und Zugmaschinen verwenden. Generatorgas wird bekanntlich in einem ofenähniichen Apparat, ber am Kraftwagen mitgeführt wird, dadurch erzeugt, baß man Kohle, Holzkohle, Holz, Torf, Koks und bergt, in ihm zum Schwelen bringt, wobei die Zugluft durch den Ansaugsttom des Motors entstcht, und diese Schwelgase werden dann, nachdem sie einen Filter passiert haben, dem Motor als Antriebskraftstoft zugeführt.
setzen sind, muß unter Berücksichtigung der allgemeinen Arbeitseinsatzlage und ber besonderen Erfordernisse ber Kriegswirtschaft entschieden werben. Deshalb ist der Arbeitseinsatz ber Kriegsgefangenen ben Arbeitsämtern übertragen worden, die mit ben Kriegsgefangen-Stammlagern eng Zusammenarbeiten. Betriebe, die Kriegsgefangene beschäftigen wollen und über geeignete Unterkünfte verfügen, müssen ihre Anforderung an ihr zuständiges Arbeitsamt richten. Anforderungen bei anberen Stellen sind zwecklos und bedeuten lediglich eine Verzögerung in ber Zuweisung von Kriegsgefangenen.
Mit Rücksicht auf die besondere ernährungswirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft in Kriegszeiten werben Kriegsgefangene in erster Linie ber Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. Der Kräftebedarf ber Lanbwirtfchaft ist im Hinblick auf bie Hackfruchternte besonders groß und muß zunächst voll befriedigt werden. Gewerblichen Betrieben können Kriegsgefangene erst zugewiesen werden, nachdem der Bedarf ber Landwirtschaft gebeckt ist. Entsprechende Anforderungen werben von bem für ben Betrieb zuständigen Arbeitsamt schon jetzt entgegengenommen.
Die ersten Nachtfröste.
LPD. Die recht herbstlich gewordene Witterung bringt schon sehr kühle Nächte. So werben aus bem Vogelsberg die ersten Fröste gemeldet, benn das Thermometer hat auf ben Höhen in ben letzten Nächten ben Nullpunkt unterschritten, und am Morgen lag auf ben Wiesen eine biete Reifschicht. Im Taunus sind die Temperaturen noch nicht so stark zurückgegangen, immerhin sinb auch dort Die Nächte mit einem Minimum von plus 2,2 Grad auf dem Kleinen Feldberg für die Jahreszeit reichlich kühl. Dys kalte Wetter hat übrigens dazu beige tragen, daß die Natur rascher als in anderen Jahren herbstlich geworden ist. Dor allem hat ber Laubfall schon erblich stärker eingesetzt.
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. ** D)gchenmarktbeginn um 8 Uhr. Nach einer Bekanntmachung des' Oberbürgermeisters beginnen ad Dienstag, 3. Oktober, die'Wochenmärkte jeweils et[t um 8 Ühr.
Der große wirtschaftliche Dorteil aller Treibgafe, seien es Flaschengase — so genannt, weil sie in Stahlftaschen aufbewahrt werden —, oder seien es Generatorgase, besteht darin, daß sie eine erhebliche Steuervergünstigung mit sich bringen. Dazu kommt die Wirtschaftlichkeit im Betrieb, die sich durchschnittlich mit 30 v. H. Ersparnis auswirkt, je nach ber Fahrweise. Der technische Vorteil besteht darin, daß es im Motorin ne rn keine Oelverdünnung (beim Vergasermotor hervorgerufen du_.h I enziuzutritt zum Ori) mehr ^giiht, W zu schnellem Verschleiß von Kolben uno Lagern führen kann, und daß die Rußbildung wegbleibt. Der Treib gas antrieb hat also sowohl für den Besitzer von Lastwagen, als für den Besitzer eines Personenwagens eine Reihe wirtschaftlicher und technischer Vorteile.
Für den Treib gasbetrieb gibt es bereits seit langer Zeit gutentwickelte Apparate, die von der Industrie serienmäßig hergestellt werden. Die großen Generatoranlagen für Holz, Kohle, Torf-Schwel- gas sind wegen Raumbedarfs natürlich nur bei Lastfahrzeugen und Omnibussen zu verwenden. Anders steht es mit den Flaschengasanlagen. Diese Gase werden in Stahlftaschen geliefert, die wir in ihrer grauen Färbung schon überall an Lastwagen gesehen haben. Für Personenwagen wird man natürlich kleinere Flaschen entwickeln, die sich an geeigneter Stelle am ober im Wagen unterbringen lassen. Diese Gase werben durch einen Regler von ihrer Speicherspannung auf atmosphärischen Druck heruntergespannt, durch eine sinnreiche Vorrichtung, die am Auspuffrohr des Motors befestigt wird, vorgewärmt, denn durch die Entspannung der Gase entwickelt sich Kälte, und dann über den Vergaser dem Motor mit Luft gemischt zugeführt.
Die Anlagen sind von außen in keiner Weise am Fahrzeug erkennbar, nur bei Lastwagen wird man die wegen ihres größeren Kraftstoffvorrätes größeren und daher außen angebrachten Stahlftaschen wahrnehmen. „Getankt" wird, indem man an der Tankstelle einfach die Flaschen wechselt. Gastankstellen, in denen man ruck-zuck tanken kann, indem man die Dorratsflaschen am Fahrzeug beläßt, sind ebenfalls bereits entwickelt. Der Einbau der Apparate macht sich in kurzer Zeit durch die große Wirfchaftichkeit und Betriebssicherheit wieder bezahlt! Or.
** Hochschulper ten außerordentlichen Darmstadt, früher an ber Universität Gießen, würbe unter Ernennung zum außerordentlichen Professor in ber Abteilung für Mathematik und Naturwissenschaften der Technischen Hochschule Darmstadt der dortige Lehrstuhl für Zoologie übertragen.
** D i e geistesgestörten Ausreißer in Kassel aufgegriffen. Die in der Nacht zum Sonntag, wie von uns berichtet, aus ber Heil- und Pflegeanstalt zu Gießen entwichenen Geisteskranken Anna Dietrich und Käthe Zahn, die, wie wir gestern ergänzend meldeten, am Sonntagvormittag in Lollar gesehen worben waren, sinb mittlerweile in Kassel aufgegriffen worben. Allem Anschein nach haben bie' beiben Ausreißer unterwegs Gelegenheit gefunben, mit einer günstigen Fahrgelegenheit bis nach Kassel zu gelangen. Nunmehr werben bie beiben von Kassel nach ber hiesigen Verwahrungsanstalt zurückgebracht.
** Zusammenstoß zwischen Auto und Radfahrerin. Am gestrigen Dienstagmittag ereignete sich auf de^Licher Straße in ber Nähe ber Verdun-Kaserne ein Zusammenstoß zwischen einem von Gießen kommenden Personenauto und einer Radfahrerin. Dabei würbe die Radlerin erheblich am Kopfe verletzt, sodaß sie vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zu geführt werden mußte.
** Leichtfertiges Spiel mit einer Schußwaffe. Am Samstagabend hantierten mehrere junge Leute in der Nähe des Güterbahnhofs in leichtfertiger Weife mit einer Schußwaffe, aus der sich unvermutet ein Schuß entlud. Das Geschoß traf einen ber jungen Menschen, ber 18 Jahre alt ist, ber mit einem Steckschuß im linken Unterschenkel von seinen Gefährten nach der Klinik gebracht wurde. Hier machten sie allerlei faule Ausreden und versuchten, einen Ueberfall oder dergleichen vorzutäuschen, um damit ihr leichtfertiges Treiben und den unerlaubten Besitz der Schußwaffe zu vertuschen. Sie hatten damit aber kein Glück, denn die Polizei deckte bei ber Untersuchung den ganzen Schwindel auf.
Landkreis Gießen.
ch Watzenborn-Steinberg, 25. Sept, Gestern würbe ber ölte ft e Einwohner von Wa tz e nb orn - St ei nberg, ber 90j ihrige Johannes Schäfer, Gießener Straße, zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte ein arbeitsreiches Leben hin.-, ter sich. Bis vor kurzem war er noch in ber LanL« wirtschaft tätig. Außer einer großen Trauerge« meinbe gab ihm noch ber Männergesangverein „Eintracht", besten ältester noch lebender Mitgrün. der er war, sowie die Kriegerkameradschaft bas letzte Geleit. Johannes Schäfer war Altveteran
G. A.-Spori.
Sport in der Wehrmacht.
Handball: Tv. Londorf I — Wehrmacht 13:2 (7:1).
Nachdem schon bas Vorspiel am vorletzten Sonn, tag mit einem hohen Sieg ber Lonborfer endete, mußten auch diesmal bie Hanbballer ber Wehr- macht ben Sieg in einem fairen und ritterlichen Spiel den besser eingespielten Einheimischen über, lassen.
Fußball: Tv. Londorf I — Wehrmacht 5:2 (2:1).
In diesem Spiel war der Kampf ausgeglichener. Man sah auf ber Seite ber Solbaten einige gute Ein» zelspieler hervorragen, aüerbings mußten sich auch hier die Soldaten nach einem schönen Spiel ber stärkeren Mannschaft ber Londorf er, die durch einige Nachwuchsspieler gut ergänzt war, beugen. Tv. Londorf 1. Jgd. — Lollar 1. 3gb. 1:4 (1:2).
Die körperlich stärkere Mannschaft aus Lollar zeigte bas reifere Spiel und siegte auch verdient.
Höhenrekorh im Wafferfluazeua.
Der italienische Oberst di THauro erreichte 13 554 m.
Nachdem vor Jahresfrist ber Italiener Pecci mit einem Caproni-Lanbftugzeug mit 17 083 m einen Höhenrekvrd aufgestellt hatte, brachte jetzt Oberst di Mauro auch ben Höhenrekord für Wasserflug« zeuge in den Besitz Italiens. Di Mauro erreichte 13 554 m uniy übertraf damit ben zehn Jahre alten Klassenrekord des Amerikaners Lt. Soucek von 11 753 m um nahezu 2000 m. Der Rekordflug nahm eine Zeit von zwei Stunden in Anspruch.
Kurze (^portnofüen
Italienischer Tennismeister wurde in Mailand wiederum der junge Canepele. Die Frauenmeisterschaft siel an Frl. Manzutto.
Schwebens Leichtathleten siegten im Osloer Länderkampf gegen Norwegen mit 118:85 Punkten. Im Stabhochsprung schlug ber Norweger Erling Kaas mit 4,27 Meter den Europarekord seines Landsmannes Charles Hoff.
Ein neuer Schwimm - Weltrekord wurde ^wieder In Holland ausgestellt. Die junge Cor Kint schwamm 100-Meter-Rücken in 1:10,9 Minuten!
Finnland und Lettland trugen in Hel. sinki einen Fußball-Länderkampf aus, den die Letten mit 3:0 (1:0) gewannen.
Brandenburgs Tennisspielerinnen gewannen in Berlin die deutsche Mannschaftsmeisterschaft (Pönsgen-Spiele). In der Schlußrunde bezwangen sie Ostmark mit 2:1. Im Kampf um den dritten Platz behielt Südwest mit 2:1 über Sachsen die Oberhand.
Wirtschaft.
* Der Antragszugang der öffentlichen Lebensversicherungsan st alten im August. Bei den im Verbände öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zu- fammengeschlossen'en Anstalten wurden im August 8941 Versicherungen über 27,5 Millionen RM. beantragt. Dieses Ergebnis überfteigt den Zugang im August 1938, in dem 11 807 Versicherungen mit rund 24 Millionen RM. zu verzeichnen waren, in der Antragssumme erheblich. Das bisherige Jahres- ergebnis beläuft sich auf mehr als 462 Millionen RM., gegenüber 227 Millionen RM. in bem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die über 100prozen» tige Steigerung des Antragszuganges ist auf den außerordentlichen Zustrom von'Antragstellern aus bem Handwerkerstand infolge der Pflichtversicherung der Handwerker zurückzuführen. Die Durchschnittssumme der beantragten Versicherungen betrug iit der Grvßlebensversicherung 4533, in der Kleinlebensversicherung 673 RM.
Nhein-Mainische Börse.
wittagsborse still und uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 26. Sept. Die Börse wurde ; auch heute von starker Zurückhaltung und dement- ; sprechender Geschäftsstille beherrscht. Kaufaufträge ! fehlten weiterhin fast völlig, da in Anbettacht des bevorstehenden Steuertermins und Quartalsultimos > evtl, verfügbare Mittel vielfach hierfür benötigt werden. Anderseits blieb auch die Verkaufsneigung; klein. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung uneinheitlich, es überwogen erneut leichte Rückgänge. IG. Farben gaben etwas mehr, nämlich 1,13 v. H. auf 154,90 nach. DDM. verloren . 1 v. H. auf 162, Rheinmetall 0,65 v. H. auf 109,75, ferner gaben die meisten Bergwerkswerte 0,50 bis 1 v. H. nach. Nach Pause etwas höher lagen BMW. mit 132,50 (131,50), ebenso gewannen Salzdetfurth 1 v. H. auf 162 und Zellstoff Waldhof 0,40 v. H. auf 97,40. Gesfürel mit 127 und Adlerwerke mit 85 lagen behauptet.
Am Rentenmarkt hielt die Geschäftsstille ti vollem Umfange an. Reichsaltbesitz bröckelten 0,13 v- H. ab auf 131,90. Im Freiverkehr blieben Korn» munal-Umschuldung mit 93 und Steuergutscheine I mit 97,55 unverändert. Pfandbriefe, Staats- und i Länder- sowie Stadtanleihen notierten unverändert. Frankfurter Liquidationspfandbriefe beide 100,30 vgch 100,50. Jnduftrie-Obligationen gingen überwiegend bis 0,50 v. H. zurück, ferner bröckelten Reichsbahn-Vorzugsaktien auf 121 (121,40) ab.
Der Freiverkehr war ohne Geschäft. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H.
Frankfurter Schlachtviehmarkk.
Frankfurt a. M., 26. Sept. Auftriebr Kälber 869 (gegen 678 am 19. 9.), Hämmel und : Schafe 117 (213), Schweine 2220 (1923). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b 55 bis 59 (55 bis 59). c) 45 bis 50 (42 bis 50), d) 30 bis 40 (26 bis 40). Hämmel a2) 49 bis 50 (50 bis 51), b2) 46 bis 47 (—), c) 44 (35), d) 39 (—). Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 34 bis 39 (39), c) 26 bis 32 (—). Schweine a) 61 (61), bl) 60 (60), b2) 59 (59), c) 55 (55), d) 52 (52), Sauen gl) 60 (60). Marktverkauf: Käl« ber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schaft flott.
sonalie. Dem nichtbeamte- Dr. Wulf A n k e l in


