Der Kampf um das AeutralMsgesetz in WA.
Washington, 26. Sept. (Europapreß). Die über das Wochenende ausgearbeitete Vorlage $ur Abänderung der nordamerikanischen Neutralitäts- Gesetzgebung ging dem außenpolitischen Ausschuß des Senats au. Die Vorlage entspricht im großen und ganzen den von Roosevelt in seiner Rede umrissenen Wünschen. Sie enchält daneben aber mehrere Klauseln, die das Bestreben zeigen, der Opposition entgegenzukommen. Hierzu gehört in erster Linie die Beschneidung der Autorität des Präsidenten, das Inkrafttreten des peuen Neutralitätsgesetzes aus eigener Machtvollkommenheit zu proklamieren. Die Vorlage sieht ausdrücklich die Zustimmung des Kongresses zu einer Neutralitätsproklamation vor.
Die Hauptpunkte der Vorlage sind:
1. Widerruf des Waffenausfuhrverbots.
2. Einführung der „cask-anci-carry^-Klausel für sämtliche Exporte nach kriegführenden Ländern, wobei jedoch ein neunzigtägiger Kredit als Barzahlung im Sinne des Gesetzes gelten soll.
3. Verbot für alle USA.-Schiffe, Güter irgendwelcher Art nach den kriegführenden Ländern zu befördern oder Kriegszonen zu durchfahren.
4. Ermächtigung für den Präsidenten zur Festsetzung dieser Kriegszonen.
5. Verhängung von Geldstrafen dis zu 50 000 Dollar und Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren für Reeder und Kapitäne von USA.-Schiffen, die Güter für Kriegführende befördern.
6. Beibehaltung und Erweiterung des Kontroll- Ausschusses für Kriegsmaterial.
In politischen Kreisen rechnet man damit, daß sich die Aussprache lange Hinsehen wird, weil die Isolationisten ständig an Boden gewinnen, wenn sie auch noch in der Minderheit sind.
Die alte Walze.
Chamberlain und Churchill im Unterhaus.
Berlin, 26. Sept. (DNB.) Einmal in der Woche muß Chamberlain im Unterhaus Erklärungen zur Kriegslage abgeben. Da er Dinge, die für englische Ohren erfreulich zu hören sind, nicht berichten kann, dreht er immer wieder die alte Walze von der „Bedrohung der Welt durch die deutschen Angriffe", denen man für immer ein Ende machen müsse, und ähnliche seit 25 Jahren verschlissene Phrasen. Interessanter ist, daß er am Dienstag feststellte, von dem Blockademini st e- rium, das die Wirtschaftsstruktur Deutschlands in Unordnung bringen solle, könne man keine schnellen Erfolge erwarten, da Deutschland bereits große Vorräte von Roh st offen besitze. Die Empörung der Neutralen über die englische Konterbande-Erklärung versuchte er durch die nichtssagende Bemerkung zu mindern, man werde die Prozudur der Konterbandekontrolle noch weiter vereinfachen". Mit Bezug auf die englisch- französische Besprechung vom 22. September beschränkt der britische Ministerpräsident sich auf die Wiederholung der bereits im Kommunique mit den üblichen Worten bestätigten „völligen Ueberein st immun g". Die Polen, die von England keinerlei wirkliche Hilfe erhalten haben, mußten sich wieder mit der Anerkennung der Verteidiger von Warschau begnügen, die nach dem Zu- sammenbruck) des polnischen Staates nur noch für englische Interessen weiterkämpfen. Zum Tode Calinescus sprach Chamberlain heuchlerisch dem rumänischen Volte seine Teilnahme aus.
Nach Chamberlain gaben noch einige Minister des Kriegskabinetts Erklärungen ab, so z. B. Churchill, der bekanntgab, daß englische Handelsschiffe jetzt mit Waffen ausae stattet seien. Das englische Begleitsckiffsystem sei zwar bereits in vollem Gange, doch sei noch „ein gewisses Risiko" vorhanden, und die Verluste feien noch verhältnismäßig groß. Deshalb müsse auch die Hochseeflotte und die Luftflotte zur Hilfe herangezogen werden. Churchill fügte hinzu, die Erreichung der absoluten Sicherheit sei unmöglich. Der jüdische Kriegsminister Hoare-Belisha beantwortete eine Frage nach englischen Heeresberichten damit, daß sie erst ausgegeben werden konnten, wenn das britische Expeditionskorps in den Kampf eingegriffen hätte.
Enttäuschung in London.
Amsterdam, 26. September. (DNB.) Heber die Stimmung der englischen Bevölkerung schreibt der Londoner Korrespondent des „Nieuwe Rotter- damsche Courant", der Krieg, der jetzt drei Wochen dauere, habe einen völlig anderen Verlau genommen als das englische Publikum erwartet hatte. Die Bevölkerung befinde sich in einer Stimmung nicht begreifenden Erstaunens und überall hört man den Ausspruch: „Dies i st ein merkwürdiger Krieg". Die Engländer wollten nicht begreifen, warum der Krieg nicht ingang komme und fragten sich voll Aergernis, was der Grund für einen derartigen unerwarteten Kriegsverlau fei. Die Unzufriedenheit habe verschiedene Gründe. Erstens habe jeder erwartet, der Krieg werde Mit einem schweren Kampf in der Lust und mit einem Luftbombardement beginnen. Jetzt, wo diese Bombardements ausgeblieben seien, beginne man sich zu fragen, ob es wohl nötig fei, daß ganz England die lähmenden Lasten einer völligen Verdunkelung über sich ergehen lassen müsse. Ferner sei man vielfach der Meinung, daß viel zu viel Leute der zivilen Verteidigung aus den Beinen gehalten würden. Es seien im ganzen zwei Millionen, und bis jetzt hätten diese Verteidiger der Zivilbevölkerung — Luftwächter, Feuerwehrleute und Sonderpolizisten — nichts zu tun gehabt als umherzustehen.
Der angenehmen Enttäuschung über das Ausbleiben von Luftangriffen stehe die unangenehme Enttäuschung über den Zusammenbruch Polens, der völlig unerwartet gekommen sei, gegenüber. Niemand in England habe geglaubt, daß Polen bereits in drei Wochen erledigt sein werde. Dies sei daher eine überaus unangenehme Ueberraschung für die Engländer. Man habe in den letzten Monaten vor dem Kriege in England so viel über die „glänzenden Eigenschaften" des polnischen Heeres hören können, daß man auf diese Entwick- lung keineswegs vorbereitet war. In England herrsche daher offene Unzufriedenheit mit dem polnischen Oberbefehl und mit der polnischen Regierung. Lloyd George beschuldige dann aber auch die englische Regierung, die Polen in weit größerem Maße hätte helfen müssen und deren Pflicht es gewesen sei, in Zusammenarbeit mit der französischen Luftwaffe Polen tatkräftig Hilfe zu bieten. Der Korrespondent glaubt, daß Lloyd George hier
Unter Einsatz des eigenen Lebens.
Amerikaner bewundern die Ritterlichkeit deutscher !l-Boot -Kommandanten.
Neuyork, 26. Sept. (DNB.) Die amerikanische Oeffentlichkeit schildert in ehrlicher Bewunderung einen an Selbstverleuaung grenzenden Fall von Ritterlichkeit eines deutschen 0-Bootkommandanten, der am 17. September im Atlantik den britischen Frachter „Kafiristan" versenkte. 29 Heber- lebenbe der „Kafiristan" trafen an Bord des USA.« Dampfers „American Farmer" in Neuyork ein. Laut Aussage des Kapitäns der „Kafiristan", Busby, war der britische Frachter zunächst durch einige Schüsse gewarnt worden. Nachdem der U-Bootkommandant nach Ladung und Kurs ge- raat hatte, wurde die Besatzung aufgefordert, das Schiss zu verlassen, das mit zwei Torpedo- chüssen versenkt wurde. Kapitän Busby fuhr ort:
„Der deutsche Kommandant hielt sich durchaus an die internationalen Bestimmungen. Er teilte uns mit, er habe einem USA. -Dampfersignalisiert, der bald eintreffen werde. Falls aber dieser Dampfer nicht komme, werde er die Rettungsboote nach der irischen Küste abschleppen. Der Komman- baut fragte, ob wir genügend Brot und Wasser hätten, sonst würde er etwas abgeben."
Als der USA.-Dampfer nach zwei Stunden eintraf und die Schiffbrüchigen in Anwesenheit des deutschen U-Bootes bereits auf, den „American Farmer" übernommen wurden, erschien plötzlich e i n britisches Bombenflugzeug und be
schoß das U-Boot mit Maschinengewehren, um dann nach einem Sturzflug ein ober zwei 23 omb en abzuwerfen. Die Passagiere des „American Farmer", die vom oberen Deck aus den Vorgang beobachteten, hatten große Sorge um das Schicksal des U-Bootes. Wie der amerikanische Student Lee berichtet, seien die Passagiere politisch zwar auf Seiten des Bombenfliegers gewesen. Menschlich befürchteten aber viele, daß ,ch i e t a p - f e r e n und höflichen Deutschen bei ihrer Bemühung, der britischen Besatzung zu helfen, ums Leben kommen würden". Die Amerikanerin Perry erklärte, selbst die britische Besatzung in den Rettungsbooten habe das Entweichen des U-Bootes erhofft. „ >.
Die New Yorker Staatszeitung führt dazu aus, der ganze Vorfall zeuge von geradezu unver- stündlicher Anständigkeit und Menschlichkeit des deutschen U-Bootkomman- bauten, der aus Sorge um das Schicksal der englischen Besatzung sogar die eigene Sicherheit gefährdete. Für Leute, deren Urteil durch die Propaganda vergiftet sei, könne der Vorgang vielleicht überraschend sein. Diejenigen aber, die Gelegenheit gehabt hätten, deutsche Streitkräfte bei ihren Aktionen schon früher kennen zu lernen, fänden ihre bisherige Auffassung nur bestätigt. Sogar die „New York Times" schreibt, über die Ritterlichkeit und die Fürsorge des deutschen Kommandanten könne nicht gestritten werden.
Oer Angriff auf die Festung:
in:
arschan.
Alle deutschen Aufforderungen zu Evakuierung der Zivilbevölkerung ergebnislos geblieben.
Berlin, 26. Sept. (DNB.) Zu dem Dienstags- Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht schreibt der Deutsche Dienst:
Das Oberkommando der Wehrmacht, das heute den Vegi nn der Kampfhandlungen gegen Warschau ankündigt, hat zweieinhalb Wochen lang das Aeuherste getan, um die Schrecken des Krieges von der Zivilbevölkerung der Stadt fernzuhalten. Am 8. September waren deutsche Panzertruppen an den Stadtrand von Warschau gelangt. Sie hatten fest- tellen müssen, daß es sich hier nicht um eine offene Stadt handelte, die nach der Niederwerfung des feindlichen Heeres ohne weiteres be° etzt werden konnte. Sie stießen vielmehr a u f eine Festung, die von den Resten der polnischen Armeen, vor allem aber von bewaffneten Zivilisten mit allen Mitteln verteidigt wurde. Tatsächlich hatte die polnische Stadtverwal- tung bereits am 7. September die gesamte Bevölkerung aufgerufen, bei der Verteidigung Warschaus mitzuwirken, die Straßen durch den Bau von Tankfallen unpassierbar zu machen, und sich zum Kampf auf den Barrikaden zu rüsten. Gleichzeitig wurden die Gefängnisse geöffnet, die Pöbelmassen bewaffnet, Abteilungen von Flintenweibern organisiert. Stolz berichtete nach wenigen Tagen der Warschauer Sender, durch den Widerstand der gesamten Zivilbevölkerung sei Warschau gerettet. Die Deutschen hätten sich zurückgezogen. In Wahrheit hatte das deutsche Oberkommando einen b I u t i g e n Dor - postenkampf ohne durchschlagendes militärisches Ergebnis vermieden. Es wußte jetzt, daß die Festung Warschau — wenn es nicht gelang, die polnischen Machthaber von der Nutzlosigkeit und Grausamkeit des Widerstandes zu überzeugen — nur durch einen planmäßigen Aufmarsch bezwungen werden konnte.
An Versuchen, den Stadtpräsidenten und den Militärbefehlshaber von Warschau wenigstens zur Evakuierung der Zivilbevölkerung zu veranlassen, hat es nicht gefehlt. Die ganze Welt war Zeuge der immer wieder wiederholten, Aufrufe zu entsprechenden Verhandlungen. Die verantwortlichen Warschauer Stellen wußten, obgleich der Ring um die Festung sich enger und enger zog, die Entsendung eines Parlamentärs zu verhindern. Nur der Abzug der fremden Staatsangehörigen wurde auf die nachdrückliche deutsche Jnittattve schließlich widerstrebend zugelassen. Im übrigen begnügten sich die Warschauer Machthaber damit, den Widerstandsgeist der zivilen und militärischen Kombattanten durch Lügennachrichten über die tatsächliche Lage Polens anzuspornen. Daß die politischen und militärischen Führer des ehemaligen polnischen Staates längst in Rumänien interniert sind, darf in der Hauptstadt niemand wissen. Daß die Stadt nur noch eine kleine letzte Wider st andsinsel bildet, deren Verhalten am Schicksal Polens nichts mehr zu ändern vermag, wird verschwiegen. Die Festung Warschau wird ohne Rücksicht auf die Verluste, die dadurch in der Bevölkerung entstehen, verteidigt. Im Gegenteil: Die Derantwortunaslosig- keit wird soweit getrieben, daß mit den Opfern aus
den Rechen der Zivilbevölkerung, die bei einer Belagerung unvermeidlich sind, im Ausland Stimmung gemacht wird, gerade als ob das Blut dieser Einwohner nicht allein auf das Haupt derer käme, die in unsinniger Weise die Millionenstadt Warschau verteidigen, nachdem der polnische Staat aufgehört hat zu existieren.
Die englische Stimmungsmache arbeitet dieser Grausamkeit geradeswegs in die Hände, indem sie vom Ufer der Themse durch F u n f • aufrufe den Widerstand noch anspornt. Sie versucht darüber hinaus, vor allem mit dem Begriff der „offenen Stadt" zu operieren. Aber Warschau war nie eine offene Stadt, sondern stets eine F e st u n g, die den Heber-
larymnt
Zitadelle
Nachdem es trotz aller Bemühungen nicht gelang, den polnischen Kommandanten von der Grausamkeit und Nutzlosigkeit eines Widerstandes in Warschau zu überzeugen, wurde mit dem Kampf um die Stadt begonnen. In kühnem Handstreich gelang es den deutschen Truppen, am ersten Tage das- Fort M o k o t o w s k i und anschließend einen Teil der Vorstadt Mokotow zu nehmen. — (Scherl-M.)
gang über die Weichsel zu sperren und das polnische Land jenseits des Stromes vor einer Invasion zu schützen hatte. Ob zu Zeiten Karls XII. von Schweden, ob zur russischen Zeit — stets war sie von Befestigung.en umgeben, die im 19. Jahrhundert besonders ausgebaut wurden. Zur Zeit des Weltkrieges war Warschau eine große Lagerfestung, die durch elf Forts auf dem linken und vier weitere auf dem rechten Ufer der Weichsel gedeckt wurde. Diese Werke, die 1915 dem deutschen Ansturm etwa 14 Tage lang widerstanden, sind auch in den 20 Jahren polnischer Herrschaft nicht zerfallen. Sie stellen mit den Haus für Haus befestigten Vorstädten eine Verteidigungskraft dar, die nur ftjftematifcb niedergekämpft werden kann. Mit der Erstürmung von Fort und Vorstadt Mokotow ist in diese gleiche Stellung mit überraschender Schnelligkeit die erste Bresche geschlagen worden, nachdem die Vorbereitungen für die Aufnahme der Kampfhandlungen abgeschlossen waren.
einem großen Teil der Engländer aus dem Herzen gesprochen habe.
Das Gefühl der Sorge und Enttäuschung sei durch das Auftreten Sowjetrußlands und die Art, in der die englische Regierung darauf reagiert habe, noch erhöht worden. Mussolini habe von dieser Stimmung sehr geschickt Gebrauch gemacht, als er sagte, England habe die moralische Grundlage für den Kamps gegen Deutschland verloren, da es bn-, ruffifrhp 23orneben stillschweigend erfolgen ließ. Die englischen Publizisten, wie z. B. Garvin, seien nun dabei, die Haltung der englischen Regierung vor der Bevölkerung zu entschuldigen, indem sie behaupteten, daß England, falls es sich gegen Rußland wenden sollte, „lediglich den Interessen Deutschlands dienen" würde.
USA.-Kriegsschiffe von Kalifornien nach Hawai verlegt.
Washington, 27. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Marineministerium beschloß die Verlegung einer ziemlich großen Anzahl von Kriegsschiffen von KaliforniennachHawai. Ein hoher Marine- beamter erklärte, die Verlegung diene der Ausbildung und der Zentralisierung der U8A.-Flotte. Es bestehe fein sonstiger Beweggrund. Der Hauptteil der USA.-Flotte, einschließlich der Flakschiffe, verbleibe an der Pazifik-Küste. In Pearlharbour sind gegenwärtig u. a. 18 Unterseeboote und etwa 75 Pa- trouiüenbomber stationiert.
Kleine politische Nachrichten.
Generaloberst List hat dem Oberbefehlshaber der slowakischen Armee, Verteidigungsminister General C a t l o s , im Auftrage des Obersten Befehlshabers der deutschen Wehrmacht zum Zeichen der Anerkennung für die hervorragenden Leistungen der slowakischen Armee mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung erhielten die Kommandanten der 1. und der Z.Division, General P u l a n i ch und Oberst I G. M a l a r.
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Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Freiherr von Weizsäcker und der Botschafter der UdSSR, in Berlin, A. Schkwarzev, nahmen im Auswärttgen Amt den Austausch der Ratifikationsurkunden zu dem deutsch - sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 vor. Der Vertrag ist bekanntlich schon mit feiner Unterzeichnung in Kraft getreten.
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Der in Moskau weilende türkische Außenmini st erSaracoglu wurde von Ministerpräsident und Außenminister Molotow und später vom Präsidenten des Obersten Sowjets, Kalinin, empfangen.
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In Budapest wird die Wiederaufnahme der d i p- somatischen Beziehungen zwischen Ungarn und der Sowjetunion gemeldet. Der Legattonsrat an der ungarischen Gesandtschaft
in Warschau, Kristoffy, wurde zum Gesandte« in Moskau ernannt.
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Am Dienstagvormittag um 11 Uhr sind durch Vermittlung des Oberkommandos des deutschen Heeres 62 Mitglieder der sowjetrussi. scheu Botschaft aus Warschau befreit worden.
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Wie holländische Blätter melden, haben die britischen Behörden in Singapur 30 Deutsche interniert. Die dort lebenden deutschen E m i. granten seien „auf Ehrenwort" (!) freige. lassen worden.
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Ein französisches Aufklärungsflugzeug überflog am Samstag um 16.50 Uhr luxemburgisches Hoheitsgebiet, als es von einem Fluge über das deutsche Moselgebiet nach Sierck zurückkehrte. Die Maschine flog in einer Höhe von nur hundert Meter. Derartige Verletzungen der luxemburgischen Neuttalität durch französische Flieger sind schon des öfteren vorgekommen.
Der Kommandant der litauischen 21 rme hat eine teilweise Demobilma chu n g der in der letzten Zeit zur Verstärkung des Grenzschutzes einberufenen Reservistenjahrgänge angeordnet, da die politische Lage in Osteuropa durch Die Besetzung Polens durch me deutschen und russischen Streitkräfte und durch die Festsetzung der deutsch-russischen Demarkattonslinie eine wesentliche Entspannung erfahren hat.
Der König der Belgier hat seine Inspektionsreise zu den Truppenteilen an den verschiedenen Grenzen fortgesetzt. Er stattete u. a. Garnisonen zwischen Gent und Oudenarde einen unerwarteten Besuch ab. *
In Tokio rechnet man mit der Ernennung des bisherigen Präsidenten der sübrnandschurischen Eisenbahnen M a t s u o k a zum Botschafter in Washington. Matsuoka, der 59 Jahre alt ist, studierte in den USA. und schlua anschließend die diplomattsche Laufbahn ein. Als Mitglied der japa, Nischen Delegation war er in Versailles. 1932, als Japan aus der Genfer Liga ausschied, vertrat Matsuoka fein Land,in Gens. 1935 übernahm tt das Amt des Präsidenten der südmandschurischen Eisenbahnen.
Der frühere Erbprinz Danilo von Montenegro, ein Bruder der Königin von Italien, ist im Alter von 68 Jahren g e st o r b e n. Er war mit Prinzessin Jutta von Mecklenburg-Strelitz verheiratet gewesen.
Weiterführung des Neichsstunentenwerkes.
Das Reichsstudentenwerk und seine örtlichen Dienststellen werden den Studierenden auch weiterhin die Benutzung seiner vielfältigen Einrichtungen, wie Förderung, Gesundh?itsdienst und Speisungen ermöglichen. Die Beschränkung der Mittel und die infolge der Schließung der meisten Hoch
schulen vermehrten Unterstützungsfälle erfordern stärk st e Beachtung der Auslese- grundsätze. Studierende, die bisher in der plan
mäßigen Forderung standen, und die Mitglieder he? Reichsförderung werden zunächst ohne Rücksicht ans ihr Studienfach weiter gefordert. Studie« rende, die vordem Studienabschluß stehen, können vorerst ohne Rücksicht auf das Studienfach Darlehensförderung erhalten. Studierende, die bishernicht gefördert worden find, uni die infolge der Schließung ihrer Hochschule für das Weiter st udium an einer anderen
Hochschule Forderung beantragen müssen, können nur für das medizinische, technische, naturwissenschaftliche, landwirtschaftliche und Lehrer-Stu- dium Forderung erhalten. Heber Volksdeutschenförderung, Stipendienoermittlung, Forderung an den geschlossenen Hochschulen, wo Notexamen ab gehalten werden, geben die örtlichen Studentenwerke Auskunft.
Oie Abgabe von Güßwaren.
Durch eine Anordnung der Wirtschaftlichen Der einigung der deutschen Süßwarenwirtschaft ist der Verkehr mit Süßwaren für die Zett vom 25. September bis 22. Oktober 1939 geregelt worden. Mit Zustimmung des Reichsernährungsministers wir- d er fügt, daß Tafel- und Blockschokoladen, Riegel- und Rippen schokoladen ober Bruchschokolade vorerst an d i e Verbraucher nicht abgegeben werden dürfen. Das gleiche gilt für Kakao p u I ü e r aller Art, auch mit Zusätzen uni kakaopulverhaltige Mischungen. Alle übrigen Ka- kaofertigerzeugnisse, wie Pralinen, Stückarttkri, Phantasie- und Saisonartikel, dürfen an die Verbraucher abgegeben werden, soweit diese Fertigerzeugnisse sich am 25. September beim Kleinverteiler ober einer sonstigen Verkaufsstelle auf Lager befinden, jedoch nur in kleinen Menge n zur Deckung des gegenwärtigen Bedarfs. Was neueinaeht an Erzeugnissen der ebengenannten Art, darfnichtandie Verbraucher abgegeben werden mit Ausnahme bestimmter Phantasieartikel und figürlicher Artikel. Dagegen dürfen Zuckerwaren aller Art in kleinen Mengen zur Deckung des gegenwärtigen Bedarfs ohne weiteres an Verbraucher abgegeben werden. Auch später gelieferte Zuckerwaren können abgegeben werden. Das gleiche gilt für Speiseeis.
Aus aller Wett.
Belgische Eisenbahnbrücke In die Cuff geflogen.
Zwischen Stockem und Arlon tft eine Eisenbahnbrücke, die zu militärischen Zwecken unterminiert war, durch Explosion zerstört worden. Kurz nachdem ein Zug in der Rich tung nach Arlon über die Brücke hlnweggefahren war, explodierten zwei Minen. Zwei Wachsoldaten wurden leicht verletzt.
Dreimal je 100 000 RM. auf Nr. 364 997.
In der Nachmittaasziehung der 5. Klasse der Ersten Deutschen Reichslotterie fielen am Dienstag drei Gewinne von je 100 OOO RM. auf die Nr. 364 997; Die Lose wurden in Achtelteilunz ausgegeben.
Aulo im Porzellanladen.
Gemeinhin pflegt man sprichwörtlich nur Elefanten in Porzellan-Läden auftauchen zu lassen. A n twerpen ist aber dieser Tage ein Autofahrer mit seinem Wagen in das Schaufenster eines Porzellan-Ladens hineingesaust. Vier Fußgänger, die vor dem Laden standen, wurden umgerissen. OJlafl mußte sie zusammen mit dem Fahrer aus bei Porzellanscherben ziehen. Alle hatten Schnittwunden abbekommen und mußten in ein Kranktznhwtt eingliefert werden.


