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Besuch Ribbentrops in Moskau.
Berlin, 26. Sept. (DRV.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop begibt sich auf Einladung der Sowjetregierung am 27. September nach Moskau, um dort mit der Sowjetregierung die sich aus der Beendigung des Feldzuges in Polen ergebenden politischen Fragen zu besprechen.
die Dreimeilenzone, sondern eine viel weitergehende erste Derteidigungszone, die Roosevelt sogar unter den Hoheitsgewässern dieses Erdteils verstanden haben will. Genaue Zahlen wollten weder der USA.delegierte, noch Vertreter anderer Länder nennen, da das noch Gegenstand schwieriger Beratungen sei. Immerhin deutete man an, daß beim heutigen Aktionsradius der modernen Militärflugzeuge 5 00 Meilen eine angemessene Sperr grenze seien und alles darunter als „nächste Nähe" bezeichnet werden müsse. Amerika sei Tausende von Meilen vom Kriegsschauplatz entfernt und wolle nicht in den Konflikt verwickelt werden, aber „im weiteren Sinne werde durch diesen neuen Krieg jeder Amerikaner berührt". Amerika habe das Recht, zu verlangen, daß der Kellogg-Pakt eingehalten und die Tragödie eines neuen Krieges nicht auf die Menschheit losgelassen werde, zumal Methoden friedlicher Beilegung von Konflikten zur Verfügung ständen.
Die kubanische Delegation schlug neu» trale Zonen sowohl im Atlantik wie im Pazifik vor, innerhalb deren die kriegführenden Staaten nichts unternehmen dürften, was den inter- amerikanischen Handel stören oder die panamerikanische Neutralität verletzen würde. Wie verlautet, soll in beiden Ozeanen eine imaginäre Linie gezogen werden, die auf den Landgrenzen einschließlich der Inseln, wie Hawaii usw., basiert und ein Gebiet abgrenzt, innerhalb dessen amerikanische Schiffe ungestört verkehren können. Die Linie wird also je nach Grenzlage zwischen 50 und 500 Seemeilen schwanken, jedoch ist hierüber noch keine Einigung erfolgt. Der mexikanische Außenmini st er schloß sich den kubanischen Ausführungen an und bezeichnete die kontinentale Solidarität und strikte Neutralität gegenüber allen Kriegführenden als Hauptziel.
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liebes Leben geführt haben, nun auch durch Schuld Englands so spürbar mit in den Strudel Ereignisse hereingerissen ist.
Auch Holland verärgert.
Gefahr der englischen Treibminen.
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Amsterdam, 26. Sept. (Europapreß). Die Anzahl der englischen Treibminen an der niederländischen Küste nimmt täglich zu, obwohl seit Ausbruch des Krieges noch kein Sturm gewesen ist. Täglich merken in Pmuiden neu gesichtete und unschädlich gemachte Minen gemeldet. Wie die Lage für die Schiffahrt und Fischerei werden soll, wenn erst Sturmwetter eintritt, ist nicht zu übersehen. Die zweite große Gefahr für die holländische Schiff- ' ' ist die Konterbande-Untersuchung
Go sieht Englands Dank aus.
Belgischer Dampfer nach Bettung britischer Besatzung zwei Wochen in den OownS festgehalten.
Reutralien unter Englands Kriegsfuchtel.
Oänemark hat Benzin- und Kohlenmangel. — Ruhiges Berlin — aufgeregtes Kopenhagen. — England liefert nicht: Deutschland liefert.
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In Moskau Hal die Rachrichl den stärksten Eindruck hervorgerufen. Der Besuch wird als ein neuer Beweis dafür angesehen, daß die deutsch-sowjet- russische Zusammenarbeit die unerschütterliche Grundlage für die zukünftige Reuordnung Osteuropas darstellt.
Oer sowsetrussische Vormarsch auf die Nemarkationslinie.
M o s ka u , 26. September. (DNB) Der General' stab der Roten Armee veröffentlicht folgendes Kommunique über die Operationen in Polen am 25. September:
Im Verlaufe des 25. September haben die Truppen der Roten Armee in Fortsetzung ihres Vormarsches auf die Demarkationslinie die Städte Suwa 1 ki und G o n i o n d s besetzt und die Linie Suwalki—Gonionds—Surash—Ionow (30 km südwestlich von Brest-Litowsk) —Opalin—Dubenka (beide Prunkte am Bug, 24 bis 30 km südwestlich bzw. südöstlich von Holm) —Komarow—Lawrrko (15 km südöstlich von Rawa—Rufka) —Podgajt- schiki (25 km nordwestlich von Sambor) —llnfti« tytsche (10 km nordwestlich von Drohobytsch) —Rybnik (40 km westlich von Stryj) —Kosiow (50 km südwestlich von Stryj) erreicht. Im west- lichen Weißrußland und in der Westu'kraine werden die Operationen zur Säuberung von den Resten der polnischen Truppen fortgesetzt.
Der russische Heeresbericht vom Dienstag.
Moskau, 27. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Moskauer Rundfunk verbreitet den Heeresbericht des Generalstabs der Roten Armee über die Operationen in Polen vom 26. September. Die Truppen der Roten Armee, heißt es darin, hätten ihren Vormarsch auf die Demarkationslinie im Laufe des 26. September weiter fortgesetzt und dabei die Orte Ossowiec, Chelrn, Samostse, Rawa Ruska, Samhor und Turka besetzt.
Bei der Liquidierung der Reste des polnischen Heeres in den besetzten Gebieten wurden insgesamt 3 0 0 0 0 Gefangene gemocht, davon allein 25 000 im Abschnitt von Brest- Litowsk.
Hervorragender Anteil der Lustwaffe an den Erfolgen bei Aotenhafen.
Berlin, 26. Sept. (DNB.) Wie das Oberkom- mando der Kriegsmarine mitteilt, haben sich bei den Kämpfen um Gotenhafen und die Oexhöfter Kämpe Sturzkampf- und Aufklärungsstaffeln besonders ausgezeichnet. Wie sich jetzt herausgestellt hat, haben die Angriffe dieses Staffeln nicht nur zur Vernichtung von Truppen, Waffen und Material, sondern insbesondere zur Brechung des Kampfgeistes der sich dort hartnäckig verteidigenden pol' Nischen Verbände wesentlich beigetragen. Damit kommt diesen Fliegerverbänden ein hervorragender Anteil an den Erfolgen bei Gotenhafen und Oexhöfter Kämpe zu.
Der Lohntag der letzten Woche war ein schwarzer Tag für viele Arbeitnehmer. In vielen Erwerbszweigen mußten umfangreiche 6 n Haffungen vorgenommen werden. Und alle fürchten, daß es noch schlimmer kommt und vor allem, daß dieser Zustand recht lange dauern kann.
Man ist sehr vorsichtig, man will möglichst wenig über den Krieg reden und tut es doch trotz aller Ermahnungen. Ich sah bei einem Fri eur ein Plakat hängen, das dazu aufforderte, still zu fein, man wünsche keine politi chen Diskussionen. Schade, daß das schöne Dänemark, in dem die Menschen ein so glückliches und ftied-
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Panama, 27. Sept. (DNB.) Die Beratungen der panamerikanischen .Chefdelegierten verlaufen harmonisch. Das Gefühl, daß man aus dem Weltkriege 1914/18 lernen und rechtzeitig Vorkehrungen für die Aufrechterhaltung des Außenhandels treffen müsse, ist offenbar allgemein vorhanden. Daher sind die Ausführungen des nordamerikanischen Unterstaatssekretärs .Welles beifällig ausgenommen worden der seine Vorschläge sehr vorsichtig formulierte, den Ausdruck Monroe-Doktrin sorgfältig vermied'und diese Vorschläge wiederholt als „rem temporär" bezeichnete, d. h. für die Dauer der durch den Krieg bedingten Ausnahmeperiode befristete.
Es handelt sich um die Freihaltung der Territorialgewässer des ganzen Erdteiles von kriegerischen Operationen, dem Einsatz der nordamerita- nischen Handelsmarine zur Aufrechterhaltung und Verstärkung des Verkehrs zwischen Nord-, Sud- und Mittelamerika, Finanzhilfe in Sud- und Mittel- amerita zur Ueberbrütfung der Absatzknse sowie zur Entwicklung der Produktion m den ibero-amerika- nischen Ländern. Welles entwickelte seine Vorschläge aus taktischen Gründen mit freundlichen Worten über die nordamerikamsche Hilfsbereitschaft auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet und mit der Hoffnung, daß es diesem Erdteil gelingen möchte den normalen Handelsverkehr mit anderen neutralen Ländern in Friedenswaren °ufrechtzuer- halten. Er sprach dagegen nicht von dem Recht der panamerikanischen Staaten auf den Handel mit krieaführenden Ländern.
Gespannt erwartete man seine Ankündigung der Knegssperre um ganz Amerika Diese formulierte er dahingehend, die 21 °merikamschen Republiken müßten erklären daß sie die Sicherheit ihrer Bürger oder ihrer legitimen Handelsrechte nicht durch „kriegerische Operationen in nächster Nähe (close prdximity) der Küsten der Neuen Welt gefährden lassen werden. Wie nian erfahrt versteht die USA.-Regierung unter „nächster Nahe nicht
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Das Haus des Danziger Generalkommandos der Wehrmacht zurückgegeben.
Danzig, 26. Sept. (DNB.) 3m Rohmen einer schlichten Feier fand die Uebergabe des Hau- s e s des Generalkommandos durch Gauleiter Forster an den Militärbefehlshaber Danzig- Westpreußen, General der Artillerie H e i tz , statt. Das Haus, in dem auch Generalfeldmarscholl von Mackensen seine Diensträume hatte, wurde aiff Grund der Versailler Zwangsbestimmungen zur einen Hälfte den Danzigern und zur anderen Hälfte dem polnischen Staat zugesprochen. Nachdem vor 20 Jahren das Hous von dem Oberkommandierenden der alliierten Besatzungstruppen, dem englischen General H a k i n g bezogen worden war, haben hier die Kommissare der Genfer Liga gewohnt. Heute ist dieses Haus seiner ursprünglichen Bestimmung wieder zugeführt worden: Sitz des Repräsentanten der deutschen Armee im deutschen Danzig zu sein. Nachdem Der Kampf um Danzig abgeschlossen worden ist, ziehen die Truppen der Gruppe Eberhordt, die im nördlichen Gebiet des ehemaligen Korridors fochten, in die Stadt ein. Am Dienstagnachmittag marschierten auf dem Langen Markt ein Infanterieregiment, eine Artillerieabteilung und die ^-Heimwehr Danzig am Militärbefehlshaber Danzig-Weftpreußen vorbei.
Die Neutralität des amerikanischen Kontinents
Oie panamerikanische Konferenz
prüft Vorschläge zum Schutz des interamerikanischen Handels.
Ilnisch-jüdisches Amerikanisch spricht und sichtlich ileichtert aufatmet, als er auf der Fähre dänischen 5: oben betreten hat. Als Gepäck hat er ein zer- rautschtes Packpapierpaket njit Bindfaden um- .ickelt unter dem Arm, behauptete aber dem däni- hen Paßbeamten gegenüber frech, im Hotel Angleterre, einem der teuersten Hotels Kopen- agens wohnen zu wollen. Wohltuend die Ruhe und brrektheit der deutschen und dänischen Grenzbe- rr.ten diesem Hgufen mehr oder weniger aufge- ,gter Menschen gegenüber.
Langsam gleitet die Fähre aus dem Fährbett. Es äst ungemütlich aus Nordosten, Richtung verend her, wo die großen Minenfelder lie-
Die Leute sehen sich an und sprechen von los- uiffenen Minen, die in der fabbligen See nicht zu chen seien, aber vergessen dann ihre ihnen sehr 'teressante Fünfminutenangst schnell bei dem livischen Kold Bord und anderen kulinarischen Ge° ^Als wir uns dann nach der Fahrt durch Falster mb Seeland Kopenhagen nähern, muß ich hran denken, daß mir in Berlin ein dänischer freund, der vor einigen Tagen in Kopenhagen genesen war, sagte: Ich bin froh wieder in d e m ruhigen Berlin zu sein, wo man kaum etwas tom Kriege merkt. In Kopenhagen sind mir le Menschen viel zu aufgeregt und ner - lij 5. Kein Wunder bei dem bisherigen Verhalten ter Engländer und ihren dauernden Neutralitäts- rrrletzungen. .
Der erste Eindruck von Kopenhagen — viel Mengen sind bei dem schönen Sonntagswetter unterwegs. Man geht auf ©tröget, der engen Hauptver- t hrsstraße Kopenhagens auf dem Fahrdamm, t eil f o wenig Autos fahren. Die wenigen Wagen, die noch fahren dürfen, haben an der Wind- tzutzfcheibe ein auffälliges rundes Plakat.
Auf dem Rathausplatz an der Fassade der großen Tageszeitung „Berlingske Tidende" hängt eine Luröpafarte im Riesenformat mit Markierungen des deutschen Vormarsches in Solen. Darunter große Tafeln mit den letzten Telegrammen. Viele Menschen mit hochgereckten Zupfen, viele Menschen, die zusammenstehen und fr sf utieren. Es ist ein eigenartiges Gefühl, als deutscher zwischen diesen Ausländern zu stehen enb zu hören, was sie über uns sagen. D i e „armen" Polen, wie die von den Engländern betrogen sind, ist das, was man im- Tter wieder hört. Und dann gibt es ganz besonders luge Leute, Kannengießer nennt man sie hier, die tnem andächtig laufchenden und ob soviel Klugheit daß erstaunten Häuflein Menschen ganz genau e klären, wie die Polen es eigentlich hätten machen müssen, um nicht gar so schnell in fal-
eine Reise nach Kopenhagen.
Inierpreß Copyright.
Schon an der Grenzstation Warnemünde W das Bild ganz anders als sonst. Diel weniger 'anen, kaum Deutsche, die der Weg geschäftlich rach dem Norden führt. Dafür stehen hier heute ci f.e möglichen Nationalitäten, die ttan früher kaum an dieser Stelle Deutschlands grenzen überschreiten sah. Neben mir stehen Chi- rfen, Südamerikaner, Leute aus den Randstaaten inb Amerikaner, darunter einer, der ein herrliches
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nend en englischen P e t ro l e u m d a m p f e r „Regent Tigre", der von einem deutschen U-Boot torpediert worben war, zwei Rettungsboote, in denen sich die Mannschaft des englischen Dampfers befanb. Alle Insassen, 44 Personen, wurden an Bord ge - nommen. Am 9. September erhielt das belgische Schiff von den englischen Behörden die Anweisung, sich zu den „D 0 w n e s" zwischen Dover und Ramsgate ZU begeben. Die Engländer erhielten die Erlaubnis, an Land zu gehen, die Belgier wurden dagegen auf dem Schiff fest geh alten. Während zweier Wochen waren sie von der Umwelt völlig abgeschnitten. Es wurde ihnen verboten, Post aufzugeben oder zu empfangen. Telefongespräche durften nicht geführt wer- den' und selbst die Rundfunkgeräte durften nicht in Betrieb genommen werden. Bei der Freigabe des Schiffes zur Rückfahrt nach Antwerpen ist den Insassen nach verboten worden, über ihre Erlebnisse etwas auszusagen. Insgesamt, so berichtet der Passagier weiter, würden augenblicklich etwa s e ch - zi'a Schiffe aller Nationen in Dover fest gehalten.
durch die britischen Behörden. Die Verzögerungen sind so stark, daß alle Fahrpläne der Holland- Amerika-Linie über den Haufen geworfen finb. Die Gesellschaft meldet viele Schiffe als stark überfällig, so z. B. den Dampfer „Bilderdijk", der schon am 25. August aus Neuyork abgefahren ist. Die „Boschdijk" ist jetzt mit rund achtzehn Tagen Verspätung in Rotterdam angekommen.
Toller englischer Schwindel.
Gesprengte chilenische Kathedrale als „Opfer der deutschen Luftwaffe in Warschau".
Rio de Janeiro, 26. September. (DNB.) Der deutsche Geschäftsträger in Rio de Janeiro, Botschaftsrat von Levetzow, erhob heute bei der brasilianischen Regieruna darüber Vorstellungen, daß die brasilianische Presse und öffentliche Meinung durch ausländische, deutschfeindliche Kräfte i n unerhörter Weise belogen werde. 2In- laß dazu gab, daß das große Abendblatt „O Globo- am 23. September eine Dilderserie über die angebliche Z e r ft ö r u n g „e in e r der schön ft e n Kirchen Warschaus" durch Bombenabwürfe der deutschen Luftwaffe veröfftnUichte. Diese Bit- derserie ist ein Abdruck aus der n0rhamerifanischen Wochenzeitschrift „Li'fe" vom 10. April 1939, Seite 88. Sie stellt die Sprengung der Kathedrale öon Concepcion in .Chile dar, die durch das Erdbeben beschädigt war und deshalb gesprengt werden mußte. Die gleiche Bilderserie wurde auch in der „Berliner Illustrierten" Nr. 19, Seite 778 und in der „Woche" Heft 11 vom 15. März 1939 veröffentlicht.
Brüssel, 26. Sept. (Eropapreß). Die oftiziöse Agentur Belga veröffentlicht eine Erklärung, in der es heißt, entgegen den Gerüchten, die behauptet hätten, das belgische Schiss „Albertville" sei in Antwerpen eingelaufen, feS die Compagnie Maritime Beige bis jetzt noch ohne jede Nachricht über den Verbleib des Schiffes. Sie wisse bis jetzt noch nicht, wann eine Aussicht dafür bestehe, daß das Schiff nach Antwerpen zurückkehre. In der belgischen Oeffentlichkeit hat diese Meldung Erregung hervorgerufev. In den Blättern findet man Schlagzeilen wie „Zahlreiche belgische Schiffe sind in England blockiert" und „Der ,Iean Jadot< wurde vierzehnTage fe st gehalten, nachdem er 44 englische Schiffbrüchige gerettet hatte". Der „Soir" veröffentlicht eine Schilderung, die ein Fahrgast des „Jean Jabot" nach der Ankunft in Antwerpen gegeben hat. Das belgische Frachtschiff, das am 30. August mit einer Weizen- labung und zwölf Fahrgästen Neuyork verlassen ha^tte,'hörte am 7. September geaen Mittag einen 5 08-Rus. Das Schiff begab sich sofort zu der angegebenen Stelle, von der aus der Hilferuf ertönt war. Man -sah eine riesige Rauchwolke am Horizont und traf bei dem bren -
r)er Richtung zu laufen.
Als ich abends aus der Hoteltür trete, und die beleuchteten Straßen sehe, kommt mir das ginz unwahrscheinlich und ungewohnt vor. Es ist Ach eigenartig, wie sehr man ein Gewohnheitstier ist, wie schnell man sich daran gewöhnt hat, burch dunkle Äraßen zu gehen und aufzupassen, baß man den lieben Nächsten nicht umrennt. Die i traßen, die mir so besonders hell Vorkommen, sind hbei nur spärlich beleuchtet, nur jede bitte Lampe ist angezündet und das grelle Licht i*r Leuchtreklamen, das sonst das kraßem t lb des nächtlichen Kopenhagens beherrscht, fehlt ?anz. In den Restaurants, bei Wiwex, das ae- vlvhnte Bild. In den Hafenkneipen Nyhavns aber bfonbers reger Betrieb, betrunkene Matrosen, be- tunkene Hafendirnen: die hohe r * £ 9 6 5 feuer, für die so mancher Seemann sein Leben r?rkauft, muß doch wieder unter die Leute form r en. Man tanzt hier, wenn man die nötige Be- t'unkenheit erreicht hat — nüchtern kann man so ras wohl kaum — den neuesten englischen Tanz, Ci ott, wie smart ist der! Boomps a daisy heißt er, Van klatscht mit den Händen gegeneinander, dann M die Knie und dann stoßt man, Männlein und Neid lein, mit dem hinteren Teil gegeneinander, — t tsächlich ich würde es auch nicht glauben, hatte ich $5 nicht selbst gesehen. .
Dänen, mit denen man ins Gespräch kommt, sind k'nst, sehr ernst. Man ist entsetzt über den r^rbrecherischen Leichtsinn Englands in der Esbjerg- Mfäre,.man ist entsetzt Darüber, wie verbrecherisch leichtsinnig England die Polen in den Krieg gehetzt fnt und man ist entsetzt über den Wortbruch Cng: l nds, das Polen in keiner Weise geholfen hat. E3an stellt fest, daß man aus England feine Rettungen und faum noch Waren bekom- r en kann und wenn, bann nur unregelmäßig und rit viel Verspätung. Dagegen, ist man sehr t-efriebigt darüber, wie prompt und schnell rnd in jedem gewünschten Umfang Deutschland feine Waren liefert. Man ist empört über 1 e englischen Blockademaßnahmen, die schon heute in einer verschärften Arbeitslosigkeit geführt haben.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Vruck und Verlag: vrühlsche Univerfilätzdruckerei R. Lange in Sieben. Schristlettung und Geschäftsstelle: Lchulftraße 7


