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Ach, an die Betrieb."

Einweihung des Erbhöfedorfes Waldrove durch den Gauleiter.

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Wagen durchsteuerte.

Einmal wandte er den Kopf.Wir machen großen Bogen, wie? Durch den Grünewald Hundekehle?"

9ft sie denn verpachtet?"

Noch nicht. Gestern hätte es beinahe geklappt. Aber dann sind sie sich doch nicht einig geworden. Schließlich hat der Bewerber den Garagewagen gekauft. Dos war alles."

Die große Limousine?"

Ja, mit der Preetz den Amerikaner geholt hatte."

Was ist denn mit Frau Preetz?"

Weiß nicht. Sie warten eben." Er sah Hilde an. Ja, sie warten. Sonderbar: Das halbe Leben besteht aus Warten!"

Ihre blanken Augen lachten spitzbübisch.Vor­freude ist gut."

Er rückte näher und umschlang ihre Taille.Vor­freude klingt schön. Es ist also Freude dabei?"

das Laub des Herbstes auf, das unter raschelte, als sie neben Römer ging.

(Fortsetzung folgt.)

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Einverstanden!"

Jetzt hatten die Häuser aufgehört. Am Wegrand parkten Wagen; die Thermosflaschen mit dem hei­ßen Kaffe kreisten. Die Sonne schien. Sie schien au Mäntel und Hüte. Sie wärmte nicht mehr viel Aber es war die Sonne, es war Luft und Freiheit, und die Spatzen lärmten.

In einem kühnen Schwung bog Fritz vom Wege ab. Eine Lichtung dehnte sich. Es roch nach Pilzen.

Nun wollen wir erst mal verpusten!" Er hielt das Motorrad an und half Hilde beim Absteigen.

Sie gingen in den Wold.Komm, Hilde, setz dich!" Fritz warf sich auf den Moosboden und ver- schränkte die Arme unierm Kopf.

Oer Erbfeind der Ernahrungswirtschast

»Groschengrab" greift wieder an.

zu werden."

Aber sie lachte nicht. Sie wußte nicht ein und aus. Es war so tieftraurig, jung zu sein. Ihre Blicke hafteten am Boden, und ihre ^nße wirbelten - ' * - " * ihnen

Er fährt wie ein junger Gott! freute sich Hilde und war stolz, wenn Fritz kunstvoll zwischen

wird, besteht heute aus 11 Erbhöfen mit je 60 bis 90 Morgen besten Ackerlandes. Die Belastungen der Siedler halten sich in dem bei den Neubauern­dörfern im Gau Hessen-Nassau üblichen Rahmen. Nach einer Anzahlung bleibt der Rest mit 3 o. H. stehen, wovon 2 v. H. Zinsen und 1 v. H. Amor- tisation sind. Beim 3. Kind jedoch ändert sich das Verhältnis, indem 1 v. H. Zinsen und 2 v. H. Amor- tisation gezahlt werden, beim 4. Kind werden nur noch 3 v. H. Amortisation gezahlt. Die kinderreiche Familie wird damit völlig von der Zinslast befreit und erhält erstmalig in Waldrode eine Unterstützung und Förderung, die in ganz Deutschland einmalig dasteht.

Nach der Dorfweihe von Waldrode wird der Gauleiter auf der Führertagung des Kreises das Wort ergreifen urtb am Sonntagvormittag auf der Großkundgebung auf dem Platz der SA. in Geln­hausen sprechen.

Wobei?"

Na beim Warten! Freude auf das, was j kommen wird?" Er drückte sie, daß sie leicht auf- : chrie:Du wirst schon wieder frech, Fritz!"

Huckemann war enttäuscht. Immer wich sie aus; man konnte nie auf den Kernpunkt der Sache kom­men.

Hilde stand auf und schüttelte ihr Kleid.Du wolltest doch mit mir nach Hundekehle? Ich möchte tanzen!" Sie reckte die Arme, und ihr Gesicht war der Sonne zugekehrt. Man mußte nur ganz blin­zeln, man konnte ihren Glanz fast vertragen.

Gib mir doch einen Kuß, Hilde! Don selbst einen!"

Aber Fritz, da gehen doch Leute!"

Laß sie doch! Dos sind auch Liebespärchen. Ist es heute nicht, als käme nun der Frühling und dann der Sommer?"

Es täuscht aber, Fritz. Es ist schon kalt."

Du bist so nüchtern, Hilde! Du arbeitest doch mit Büchern da müßtest du dock Phantasie haben? Ich arbeite mit den Motoren, aoer ich denke nie so sachlich wie du!"

Das paßt ganz gut zusammen, Fritz. Einer muß vernünftig sein."

Eine kleine Pause.Na, wollen wir weiter, Hilde?"

Sie wartete noch ein wenig.So groß braucht die Wohnung doch nicht zu sein, Fritz. Zwei Zim- mer. Und Möbel können wir doch von Vater be­kommen."

Seine blauen Augen strahlten sie verliebt an. Man wird nie klug aus dir, Hilde. Immer sagst du was anderes, als man erwartet."'

Hilde sprang über den Straßengraben. Ihr junges Blut pulste aufrührerisch. Ach Gott, dachte sie, wenn er wüßte, wie lieb ich ihn hab' !

Und wieder sauste das Motorrad los. Ihre blan­ken Augen sahen die lange Straße vor sich. Sie legte die Hände auf seine Schultern, als müsse sie sich festhalten, obwohl das gewiß nicht nötig war. Was für ein feiner, sauberer Mensch ihr Fritz war!

Huckemann spürte, wie der Druck ihrer Hände immer inniger wurde. Und dieser Druck war voll von einer versteckten Leidenschaft.

Rund um Berlin blühte tausendfältig das Leben, i Kleine Dampfer durchfuhren die Seen; Motorboote und Segeljachten hatte man ihrer Winterschutzhüllen beraubt und ließ sie noch einmal in dem herben ' Wind durchs Wasser gleiten; Ruderboote, mit dem verblichenen Glanz ihrer Sommerfarben, schaukelten . an den Pfählen.

iSieh mal: Dort oben! Heute sieht man das Schloß gut. Im Sommer kannst du nichts davon

- bemerken, weil die Bäume es zudecken."

Das junge Mädchen schaute empor.Das sieht - aber eigenartig aus, fast wie eine Ruine."

,Zst aber keine Ruine. Das Haus hat ein Maler

An Gießener Bauplätzen.

In unserer Stadt wird geae nm artig mit Energie und nach Maßgabe der vorhandenen Arbeitskräfte an den verschiedensten Bauaufgaben gearbeitet Das Heim der Hitler-Jugend ist im Bau gut vorangekommen. Der Hauptbau ist bereits im Kel­lergeschoß fertig und abgedeckt. Die Hausmeister- wohnung ist im Rohbau schon weit gediehen An weiteren städtischen Bauvorhaben ist die Arbeit am Mittelmarkt im Gange. Die einzelnen Ge­bäudeteile sind abgesteckt und ErdauchubarDeiten im Gange. m .

Die Arbeit an der Verbreiterung der Licker Straße wird mit besonderer Energie betrieben, um den Verkehr bald wieder unbehindert aufnehmen zu können. Die Steinunterlage über die ganze Breite ist von der Straße-Am Nahrungs» berg" ab bis nach derStadt Lich" fertiggestellt. Don der Straßenbahnhaltestelle bis zum Waldrand ist die Arbeit ebenfalls bereits un Gange. Der Fußweg auf der rechten Seite vor dem Landes-Al­ters- und Pflegeheim ist aufgerissen worden und wird nun in die Fahrbahn einbezogen. Der Bürger­steig wird zurückverlegt. Für den Radfahrerweg ist das Erdreich schon abgehoben. An der Böschuna zwischen Memeler Straße und Waldanfang (auf der rechten Straßenseite) wird gegenwärtig eine lange Stützmauer aufgeführt.

An staattichen Bauvorhaben interessiert vor allem der Erweiterungsbau der Medizini­sche n K li ni k, der an der Ecke Gaffkystraße in* Klinikstraße heranwächst.

Das Schwein des ^kleinen Mannes* darf nicht gepfändet werden.

Durch eine Verordnung zur Ergänzung der Vor­schriften über den Pfändungsschutz bei der Fahrnis­vollstreckung erweitern der Reichsjustiz- und der Reichsinnenminister den Pfändungsschutz zugunsten wenigerbemittelter Volksgenossen. Die Verordnung bestimmt, daß Schweine nicht gepfändet werden dürfen, soweit sie zur Ernährung des Schuldners, seiner Familie oder von Haushaltangehörigen, die ihm im Haushalt oder in der Landwirtschaft hel­fen, erforderlich sind. Unzulässig ist auch die Pfän­dung der zur Fütterung und zur Streu auf vier Wochen erforderlichen Vorräte oder, soweit solche Vorräte nicht vorhanden sind, des zu ihrer Be­schaffung erforderlichen Geldbetrages.

Die neue Verordnung kommt besonders den­jenigen zugute, die, wie es vielfach bei Bergarbei­tern und Stadtrandsiedlern der Fall ist, überhaupt nur ein Schwein im Stall haben, das einen wesent­lichen Beitrag ihrer Ernährungsgrundlage bildet. In Zukunft wird tijnen niemand mehr gegen ihren Willen dieses Schwein aus dem Stall holen können.

Waldbrände schädigen Volksgut.

Während der heißen Sommermonate sucht jeder, ob jung ober alt, Erholung und Ruhe ganz be­sonders in unseren prächtigen heimatlichen Wäl- dem. Man geht spazieren und lagert sich, wenn man müde geworden ist. Dabei wird wohl jedem, sofern er nur ein wenig nachdenkt, die Erkenntnis aufgehen, welches Vermögen und welche Kraft-

Als im Jahre 1938 die Landwirtschaft allen Schwierigkeiten zum Trotz eine Ernte von erfreu­lich großem Ausmaß in die Scheuern brachte, schien das für manchen Verbraucher ein Anlaß, seine Vor­räte weniger sorgsam zu hüten als das bis da hm unter dem Eindruck der ParoleKampf dem Ver­derb" geschah. Aber dürfen wir mit Lebensmitteln verschwenderisch umgehen, weil sie in der Erntezeit reichlich angeboten werden? Erzeuger und Vertei­ler bewahren sie zu allen Zeiten vor dem Verderb. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß in einigen Haushaltungen die Nahrungsgüter nicht so peinlich gepflegt werden, wie in anderen, die sich der Be­deutung des Sprichwortes erinnern, daß viele Wenig ein Diel machen. Wenn aber nur in einem Teil der 20 Millionen Haushaltungen des Altreichsgebietes, der Ostmark und des Sudetengaues täglich eine Kleinigkeit verdirbt, so bedeutet das für die Gesamt­bestände der deutschen Ernährungswirtschaft einen erheblich ins Gewicht fallenden Verlust. Wir be- meffen ihn nicht allein nach Mark und Pfennig, sondern noch vielmehr nach den Auswirkungen, die sich für die Erzeugungsschlacht und damit für die gesamte Volkswirtschaft ergeben.

Bauern und Landwirt haben unter Hintanstel- lung aller Schwierigkeiten von Jahr zu Jahr die Erzeugung an Lebensrnitteln zu steigern gewußt. Es ist für sie nicht ausschlaggebend, daß die von ihnen gewonnene Ernte auf jeden Fall Absatz findet. Gerade weil die Erzeugungsscklacht mit dem Ziele der Nahrungsfreiheit für das deutsche Volk ständig steigende Anforderungen stellt, muß auch die Land­wirtschaft auf eine bedachte Und verständige Ver­wendung der Nahrungsgüter bringen. Jeber An­gehörige bes Landvolkes nimmt es darum sehr ge­nau mit der Sicherung der Ernte und sorgt dafür, daß kein Körnchen auf dem Acker verdirbt. Die Landwirtschaft kann allein aus diesem Grunde die Forderung an den Verbraucher stellen, mit den Le­bensrnitteln verständig umzugehen und sie vor allem vor dem Verderb zu schützen.

ist Raub am Wirtschaftsgeld, eine Tatsache, die in dem schnell volkstümlich gewordenen Begriff Groschengrab" eine überzeugende Personifizierung gefunden bat. Deutschlands Ernährungswirtschaft ist dank der verständigen Mitarbeit des Erzeugers wie des Verbrauchers in der Lage, beträchtliche Vorräte aufzuftapeln. Was das bedeutet, kann jeder ermes­sen, her sich an die Auswirkungen der Blockade während des Weltkrieges erinnert. Es wäre unge­heuer leichtfertig, wollten mir die erzielte Leistung dadurch beeinträchtigen, daß mir nun beim Ver­brauch von Lebensmitteln verfchmenderifch umgehen. Diese Gefahr aber entsteht täglich, am stärksten bann, menn der Erntereichtum den Markt beherrscht und zugleich der Sommer den Segen der Erde durch Sonne und Wärme bedroht. Höchste Zeit also, daß mir Kampfstellung gegen das Ungeheuer Groschengrab" beziehen!

Gegenrnärtig ziehen täglich viele ferienfreudige Menschen aus der Stadt in die Sommerfrische. Das ist eine der Gelegenheiten, bei derGroschengrab" ein ungestörtes Betätigungsfeld in den Speisekam­mern findet. Die nicht oermenbeten Reste der letzten Mahlzeiten verderben sicher und gefährden vielleicht noch manche Vorräte. Das reiche Angebot an Ge­müse und Obst findet nicht jeden Tag vollständige Verrnenbung,Groschengrab" aber greift an und beraubt damit zugleich die Wirtschaftskasse. Diel Fleisch, Schinken ober Wurst, also Lebensmittel, die eher für die kältere Jahreszeit bestimmt sind, be­deuten einen falschen Verbrauch und sind geeignet, die Gesundheit des Menschen zu beeinträchtigen. Die frischen Lebensmittel, die ungenutzt verderben, sind fürGroschengrab"! Die Schulen besuchtGroschen­grab" mit gutem Grunde besonders fleißig. Gewiß sollen unsere Kinder während der Schulzeit essen. Meistens gehört dazu nicht soviel Brot, wie es ängstliche Mütter zum Frühstück mitgeben. Was nicht verzehrt wird, gerät bann in den Abfall. Grund genug, um die Kinder zu verständigem Ver­brauch zu erziehen! Es fei schließlich auch der Groß­küchen und Gemeinschaftsküchen gedacht, die zwar Lebensmittelreste sammeln und der Tierfütterung zuführen. Aber was der menschlichen Ernährung dient, ist zu schade für die Tiere.Groschengrab zehrt auch davon noch.

NSG. Im Rahmen des Kreistages der NSDAP, in Gelnhausen, der vom 28. bis 31. Juli stattfindet, weiht Gauleiter Spren­ge r am nächsten Samstag Waldrode, das jüngste Erdhöfedorf des Gaues Hessen- Nassau, ein. _ . v .

Im gleichen Jahr, in dem Riedrode, das erste Erbhöfedorf auf ehemaligem Sumpfboden im Ried, seiner Bestimmung übergeben wurde, hat der Gauleiter den ^Grundstein zu dem Erbhosedors W a l d r o d e. im Kreis Gelnhausen gelegt. Nach 2Vrjähriger Rodungs- und Bauzeit ist das Erb­höfeborf einige Höfe sinb schon längere Zett be­wohnt fertiggestellt, so daß es am Samstag m einer vom Reichsarbeitsdienst durchgeführten Feier­stunde durch den Gauleiter eingeweiht und dem Ortsgruppenleiter und Bürgermeister übergeben werben kann. Waldrode, das mit der Gemeinde Großenhausen verwaltungsmäßig zusammengefaßt

Öltet U/elten

Roman von Harald Baumgarten

Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35

26. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der Tankwart Huckemann schwang sich auf seinen Sitz. Hilde hinten drauf, als Klammeräffchen.Die Post geht ab!" lachte Fritz, und sie knatterten davon.

Erst durch den stillen Westen, vorbei an der Garage, vor der Helmut ihnen wehmütig zuwinkte. Die beiden hatten es gut! Er hatte Sonntagsdienst.

Leer die Sttahen. Keine Lieferwagen. Fritz konnte aufdrehen. Jetzt auf die Kaiserallee, dann unter die Eichen. Und nun war man schon mitten» drin. Das Motorrad federte.

Niemand braucht in Deutschland zu hungern, den­noch legen mir auf die sorgfältige Einteilung und Verwendung der Nahrungsgüter großen Wert. Und

vor dreißig Jahren gebaut. Genau so, wie es jetzt dasteht. Meine Mutter kannte ihn noch. Er war lange in Italien gewesen. Von dort hatte er sich Skizzen mitgebracht und hat sich hier sein Haus errichtet, als sei es ein bißchen verfallen. Jetzt ist es ein Sanatorium."

Der Kahn glitt weiter auf Kladow zu. Die Wellen, die ein Dampfer erzeugte, hoben und senk- ten ihn

Kindersanatorium, Geheimrat Wiesener", stand auf einem Schild an der Pforte. Es war ein großes Anwesen. Die Bäume standen wild durcheinander. Sanft senkte der Hang sich zum See hinab. Hinter dem Haus, das weiß wie ein römisches Landhaus war, lag ein großer Gemüsegarten; daran schloß sich der Obstgarten.

Schwestern in weißer Tracht gingen umher. Kin­der spielten. Da mar eine große Wiese, auf der Liegestühle standen. In warme Decken gehüllt, lagen ein paar kleine Patienten auf ihnen. Aus dem Gemüsegarten kam fröhliches Lachen. Es wurde geharkt und gejätet. Lust! Sonne! Licht!

Oberschwester Martha stand vorm Eingang des Sanatoriums.Nun, Herr Doktor, wie wird es werden?"

Mein Entschluß steht fest: Ich übernehme die Klinik!" Er blickte Charly an.

Wir freuen uns alle, wenn Sie kommen, Herr Doktor! Sie werden es nicht bereuen."

Ich glaube nicht."

Die Oberschwester sah von Römer zu dem jungen Mädchen und wieder von dem jungen Mädchen zum Atzt. Warum hatte der Doktor das junge Fräu- lein mitgebracht? Es hatte fast so ausgesehen, als sei er nur gekommen, um ihr alles zu zeigen.Die Wohnung oben ist sehr hübsch, Herr Doktor, nur die beiden Nordzimmer sind ein wenig kalt."

Ja, gewiß ... Wollen wir gehen, Charly?" Sie nickte. Sie war ein wenig blasser als sonst. Um neun Uhr hatte Römer sie abgeholt. Von Vallendar war kein Lebenszeichen gekommen. Sie hatte in der Nacht viel gemeint. Dann aber mar der Trotz in ihr erstarkt. Was war es denn, was sie pei­nigte? Seit drei Tagen kannte sie Vallendar. Sie waren zusammen ausgegangen, und weiter war nicht geschehen. Sie wollte ihn vergessen. Lieber Gott drei Tage! Nur drei Tage! Sie hatte sich benommen wie ein kleines Schulmädchen, das sich in einen schwärmerischen Traum verrennt ... Aber während sie neben Römer durch den klaren Herbst­tag fuhr, mar eine tiefe Wehmut in ihr übermächtig geworden. Nur mühsam verbarg sie ihre Unruhe.

Wollen wir nicht durch den Wald gehen, Charly? Wir können später irgendwo Kaffee trinken, wenn es Ihnen recht ist"

Was hätte ihr nicht recht sein sollen? Alles war gleichgültig, grau ... Das Laub raschelte unter ihren : Füßen. Es war ein stiller, einsamer Waldweg. Das Sonneygold sickerte durch die Bäume. Der Nadel- ' wald täuschte eine frühere Jahreszeit vor.

Gutes Ergebnis

der VOA -Sammlung.

NSG Die am 24. und 25. Juni im Gau Hessen. Nassau durchgeführte Haus- und Straßensammluna des Dolksbundes für das Deutschtum im Ausland hat ein gutes Ergebnis erbracht. Es wurden 136 423,94 RM. gesammelt. Die Bevölkerung des Mein-Main-Gebietes hat durch diese Gebefreudig, feit ihre enge Verbundenheit mit den 20 Millionen. Volksdeutschen jenseits ' der Reichsgrenzen bewie­sen. Allen an der Sammlung beteiligten Stellen der Partei und ihrer Gliederungen, sowie allen Sammlern spricht der Gauverband Hessen-Nassau des VDA. für ihren Einsatz seinen Dank aus.

Dor ein paar Jahren noch wurde der Wert der dem Verderb überlassenen Nahrungsgüter mit IV- Milliarden RM. geschätzt. Sicher ist der Verlust .heutzutage nicht mehr so hoch, weil wir die Not­wendigkeit der Abwehr erkannt haben. Die erfreu» liche Feststellung, daß der Schutz der Nahrungsmit­tel vor den Einwirkungen des Verderbs zu Espar- nissen in der Haushaltsführung verhilft, wirkt sich ----------o _ ........

ebenfalls aus. Denn was im Haushalt an Brot- dazu muß der Erbfeind der Hausftau unschädlich reften, Fleischwaren, Obst, Gemüse usw. verdirbt, gemacht werden!

dierenden Mitglied der Holländischen Gesellschaft für Tierheilkunde.

Seine Gießener Lehrtättgkeit begann in ber 3jit schwerster deutscher Not und führte durch die Jahre des Umbruchs an den deutschen Hochschillen hin­durch. In unbeirrtem Pflichtbewußt-fein u"d wissen- schaftlichem Idealismus verwaltete er fein Lehramt und in kameradschaftlichem Verständnis für die studentische Jugend erwarb er sich die hohe Wert­schätzung seiner Hörer. Seine zahlreichen wissen- schaftlichen Arbeiten, unter denen besonders mer größere Werke:Tierärztliche Augenheilkunde , Tierärztliche Pharmakotherapie ,innere Krank­heiten des Hundes" und .-Allemeine llcheraple ge­nannt feien, haben ihm in feinem Fachgebiete Welt- i ruf verschafft. :

Im Hinblick auf seine Enchflichtung hatte Pro- , fessor Dr. Jakob in diesen Tagen die Gefolgschaft ; seiner Klinik nebst einigen anderen Gasten ju einer < Abschieds feier eingeladen, bei der die tamercwschast- liche Verbundenheit von Betriebsfuhrer und Befolg- schäft in vorbildlicher Weise zum Ausdruck kam.

Wechsel in Sann«

und Iungbannführung 116.

Mit Wirkung vorn 1. August wird Iungbann- führer Taesler, der bisherige Führer des Iung- bannes 116, die Führung des Bannes 116 der Hit- ler-Iugend übernehmen. Die Geschäfte bes Bannes 116 hatte er seit einigen Monaten bereits vertre­tungsweise verwaltet. Die Leitung des Jungban- nes 116 übernimmt, ebenfalls mit Wirkung vom 1. August, Hauptgefolgschaftsführer Wolter, der bereits feit einiger Zett dem Bann 116 zur Ein­arbeitung in feinen Wirkungsbereich zugeteilt war. Hauptgefolgschaftsführer Wolter war bisher in führenden Stellungen der Hitler-Iugend tätig. Bon 1935 bis 1938 diente er als Freiwilliger bei der Nachrichtenabteilung 49 in Hofgeismar und fchied als Leutnant d. R. aus.

©er Adolf-Sitler-Marsch der HZ. Heffen-Uaffaus.

NSG. Der alljährliche Marsch der HI. zum Reichs- Parteitag hat vor einigen Tagen in Danzig seinen Anfang genommen. Auch im Gebiet Hessen-Nassau werden bereits die Vorbereitungen für den Marsch getroffen, für den 97 Teilnehmer ausgewählt mür­ben, die in einem viertägigen Vorbereitungslager in der Gebietsführerschule in Niederwalluf zusammen- gezogen werden. Am 17. August wird der Gebiets- führer die Marscheinheit des Gebietes auf einer Kundgebung in Darmstadt verabschieden. Darauf marschieren die Hitleriungen nach Pfungstadt, wo am folgenden Taa eine kurze Gedenkfeier für den ermordeten HI.-Kameraden Christian Crößmann stattfindet. Ein SpielmannsAug wird die Marsch­einheit mit sämtlichen Bannsahnen auf ihrem Weg durch Odenwald, Spessart und Maintal nach Nürn­berg begleiten. Die Hitlerjungen aus unserem Ge­biet sind insgesamt 13 Tage unterwegs.

Wehrmacht im Urlaub muß Luftschutz mitmachen!

In der Praxis haben sich Zweifel über das luftschutzmäßige Verhalten von Wehrmachtsange­hörigen bei Lustschutzübungen ergeben. Zur Auf- klärung weist ein Erlaß des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe dar­auf hin, daß solche Uebungen der Erziehung der Bevölkerung au richtigem Verhalten im Ernstfall und der Förderung Der allgemeinen Luftschutz- disztplin dienen. Auch außer Dienst und auf Urlaub befindliche Angehörige der Luftwaffe' hätten sich den für die Einwohnerschaft bei solchen Uebungen bestehenden Vorschriften unterzuordnen.

Römer sah Charly von der Seite an. Ich bin ein Pessimist! stellte er fest. Wer kann in Charly hin« einblicken? Es war gar nicht so, wie ich gestern glaubte. Ich war abgespannt und überarbeitet. Wie bat sich Charly über die Kinder gefreut! Wie hat sie zu ihnen gesprochen! Charly ja, wenn Charly ? Ick müßte sie fragen! Warum tue ich's nicht? Es ist ja gar nicht wahr, daß der Alters­unterschied so wensentlich wäre ... Und Vallendar? Ich kenne doch Vallendar! Hat er nicht selber er­zählt, daß er immer explodieren müsse? Explosionen verrauchen schnell. Wie, wenn Charly nun schon lange auf mein Sprechen wartet? Wie schwer ist es doch, über Dinge zu reden, die einen AUtiefft bewegen!

Charly!" Er versuchte einen heiteren Ton.

Ja, Doktor?"

Behutsam ergriff er ihre Hand.Es wird meine große Veränderung in meinem Leben werden, Charly."

Ja, sicher. Sie werden glücklich sein."

Der Doktor blieb stehen. Charly ließ ihm ihre Hand; es war so beruhigend, die Hand Römers zu spüren.

Charly!" Seine Stimme klang zärtlich, aber sic war fast traurig.Ich habe immer gedacht, es könnte sein, daß wir--" Er lächelte mühsam.

,Zch bin kein stürmischer Liebhaber, Charly!"

Ein schmerzliches Zucken verzog ihren Mund. Mit einem wehen Ausdruck sah sie zu ihm auf; dann warf sie mit einem wilden Aufschluchzen beide Arme um seinen Hals. Ihr tränenüberströmtes Ge­sicht lag an seiner Brust. Haltlos schluchzte sie. Die ganzen Zweifel, die ihr Herz gequält hatten, bra§ chen aus ihr heraus. Ihre Jugend bäumte sich auf gegen etwas, das sie nicht verstehen konnte.

Erschrocken legte der Doktor feinen Arm um ihr« Schulter. »Kleine, liebe Charly!"

Sie bezwang sich, löste sich von ihm und wandte ihm halb den Rücken zu. Hastig trocknete sie die Tränen ab. Es war rührend und ein ganz klein wenig komisch. Der Doktor fühlte, wie sie mit sich rang.Ist es denn so schlimm? Sind wir denn so unglücklich? Wir wollen denken, ich hätte nichts ge­sagt, Charly?" Er konnte lächeln. Oh. daß man so weise war. So schrecklich abgeklärt! Wie es in die­sem jungen Menschenkind kämpfte wie es sie fast zersprengte ... Tölpel! sagte er zu sich selbst. Ma» tritt nicht mit groben, plumpen Füßen in junge Saaten ... Aber die nie endende Hoffnung eines Liebenden hob noch einmal schüchtern ihre Stimme. Vielleicht überwindet sie es. Und bann---?

Wir wollen gehen, Charly. Lachen Sie doch einmal, Charly! Manchmal ist es köstlich, an gelacht