Ausgabe 
27.7.1939
 
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Aus aller Welt

die

In der spanischen Grenzstadt Portbou ereignete

flattern versehen. nach seinem Verhör in., , Verfahren gegen ihn eingeleitet worden.

Landesverräter hingerichtet.

Berlin, 27.3uli (DNB. Funkspruch) Amtlich wird milgeteilt: Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilte Friedrich L o p a l a, geboren am 12. April 1918 in Nürnberg, ist heute hin gerichtet worden. Der Verurteilte ist mit dem Nachrichtendienst eines Nachbarstaates in Verbindung getreten. Er hat aus fchnöder Gewinnsucht militärisch geheime Ange­legenheiten verraten und eine Anzahl Lpähaufträge ausgeführt.

Kisten, die Explosivstoffe enthielten. Vier Personen wurden getötet und 20 v e r l e tz t. Die Opfer sind Soldaten und Eisenbahnarbeiter.

LuftschiffGraf Zeppelin" besucht Kassel.

Die ersten Protektorats-Briefmarken.

Einer der 19 Werte der ehemaligen tschechischen Marken, die jetzt mit einem zweizeiligen Ausdruck Böhmen und Mähren" undCechy a Morava neu im Verkehr erschienen. Die alte Landesbezeich­nung wurde durchbalkt. (Scherl-Bilderdienst-M.)

General Skoblin in Abwesenheit zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt.

Der ehemalige russische General Skoblin, der im September 1937 den weißrussischen General Miller verschleppt hat und anschließend die Flucht ergriff, ist jetzt vom Pariser Schwurgericht im Ab­wesenheitsverfahren zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden. Skoblins Frau, die mit Sicherheit an der Entführung beteiligt gewesen war und die in Paris verhaftet werden konnte, wurde schon vor Monaten vom Pariser Schwurgericht zu einer langen Zuchthaus st rafe verurteilt.

Eröffnung des Albert-Kanals in Belgien.

König Leopold von Belgien wird am 30. Juli das Denkmal für König Albert am Eingang des Al­bert-Kanals in Lüttich feierlich enthüllen. Die für diesen Tag geplante Eröffnung des ganzen Ka­nals kann wegen des kürzlich erfolgten Damm­bruchs bei Hassest noch nicht erfolgen. Die Kanal­strecke von Antwerpen bis Hassest wird am 31. Juli für Schiffe bis 1300 Tonnen dem Verkehr über­geben werden.Der zur Untersuchung des Damm­bruches bei Hassest eingesetzte staatliche Ausschuß' konnte noch keinen abschließenden Bericht veröffent­lichen. Wie verlautet, steht aber bereits fest, daß die Ursache in einer unzweckmäßigen Verarbeitung des Materials liegt, aus dem die Dämme hergeftellt wurden. Aus diesem Grunde konnte das Wasser langsam in die Dammwände eindringen. Die Kosten für die Wiederinstandsetzung der Bruchstelle werden sich auf zwei bis drei Millionen Franken belaufen. Hinzu kommen noch die Kosten für die jetzt not­wendig gewordene Verstärkung.

Schwindeleien um den Mars.

In ganz Mexiko hat eine Weltuntergangspsychose merkwürdige Folgeerscheinungen gezeitigt. Die

Wie das Blatt noch zu melden weiß, betätigte sich der Jude Vajda vorher lange Jahre hindurch als Vertreter des Reuter-Büros in der un­garischen Hauptstadt. In den letzten Jahren habe er im Rahmen des Budapester Büros der Associated Preß auch den gesamten Nachrichten­dienst aus dem Südosten Europas mit Hilfe von englischen und amerikanischen Berichter- ,Az Est" zufolge ist Vajda Haft genommen und ein

vernichtet. Glücklicherweise konnte das Vieh ge­rettet und ein 11 e'bergreifen des Feuers aus ine angrenzenden Wohnhäuser verhindert werden.

Mrbeisturm vernichtet 45 Häuser.

In der nördlich von Rosenberg an der polnischen ©tenge"gelegenen Ortschaft Erdudka brach mit einem Gewitter ein derartiger W i r b e l st u r m herein daß 45 Wohnhäuser und 300 Joch Jungwald z e r st o r t wurden. Drei Personen wurden lebensgefähr­lich verletzt.

Vier Bergsteiger in Bergnot.

In der Hochkalter Ostwand im Watzmanngebiet befinden sich seit drei Tagen vier Bergsteiger in einer überaus bedrohlichen Lage. Sie müssen s.ch an eine Stelle verirrt haben, die über einer Steil­wand liegt, die über 400 Meter senkrecht abstürzt und auch von oben her wegen der Neuschneefälle nur unter größten Schwierigkeiten zu erreichen ist. Man hatte schon am Montag Hilferufe gehört, wegen des starken Nebels aber nichts unternehmen können. Als der Nebel vorübergehend aufriß, konnte man drei oder vier Männer in der Hochkalter Ost­wand beobächten. Am Dienstag versuchte eine Ret­tungsmannschaft den Aufstieg, mußte aber infolge der Witterungsungunst wieder umkehren. Am Mitt­wochmittag unternahm die Bergungsmannschaft, verstärkt durch Heeresbergführer vom Reichenhaller Gebirgsartillerieregiment, einen neuerlichen Aufstieg. Sie erreichte einen Beobachtungspunkt, wo sich feststellen ließ, daß sich die Verirrten noch am Leben befinden. Es wurden alle Vorbereitungen getroffen, am Donnerstag den entscheidenden Ret­tungsversuch durchzuführen.

Folgenschwere Sprengstoff-Explosion in Spanien.

bestandteil der konstruktiven Lösung des Problems der Schaffung des wirtschaftlichen Fahrzeuges.

Durch konstruktive Maßnahmen, d. h. durch Ver­ringerung des Wagengewichts und durch Verbesse­rung der Wagenform in Richtung der Stromlinie, außerdem durch entsprechenden Straßenbau (Muster- beispiel Reichsautobahn), durch richtige Einstellung der Motoren auf wirtschaftlichen Betrieb und nicht zuletzt durch vernünftige und zügige Fahrweise tonn­ten ohne weiteres sich mit heutigen Mitteln Ver­braucherersparnisse von gut und gerne 20 v. H. über­tragen auf die Gesamtheit der in Betrieb befind­lichen Kraftwagen erzielen lassen. Das bedeutet, daß wir im Hinblick auf den Kraftstoff 2 5 0 000 P er - sonenwagen mehr im Verkehr halten könnten, ohne Belastung der Wirtschaft. Der Kon­strukteur hat, was wir mit unseren Zahlen und Zeilen beweisen wollten, somit, neben vielen an­deren, die sehr große Aufgabe zu erfüllen, derGe- famtwirtschaft des Reiches eine fühlbare Entlastung zu bringen.

Verhaftung eines jüdischen Hetzers in Ungarn.

Budapest, 26. Juli. (Europapreß.) Der lang- jähriac Berichterstatter der amerikanischen Nach­richten-Agentur Associated Preß m Buda­pest, der 44jährige Jude Paul Vaida ist, wie das der ungarischen Regierung nahestehende Abend­blattEsti Ujsag" am Mittwoch meldet, wegen mehrfacher schwerer Gefährdung der außenpolitischen Interessen Un­garns auf der Budapester Polizeidirektion ver­nommen worden. Es verlautet, daß der Jude Vajda des Vergehens gegen die Interessen des ungarischen Staates beschuldigt wird, weil er seine nach dem Auslande geleiteten Informationen längere Zeit hindurch aus linksgerichteten und sogar aus nnks- radikalen Kreisen bezogen habe. In seiner tenden­ziösen Berichterstattung über die »ungarischen Ver­hältnisse sei dieser jüdische Berichterstatter auch nicht durch seine ungarische Staatsbürgerschaft gehemmt worden. Nachdem der Jude Vajda seine Haltung trotz mehrfacher Verwarnung nicht geändert habe, sei jetzt das Verfahren gegen ihn wegen Schädi­gung der Interessen der ungarischen Nation ein- geleitet worden.

Angst wurde durch die bevorstehende Annähe, r u n g des Mars an die Erde hervorgerufen. Etwa tausendZauberer" undZauberinnen" wur. den verhaftet, die den Aberglauben und die Unkenntnis eines großen Teils der Bevölkerung dazu ausnutzten, viele Einwohner um stattliche Summen zu erleichtern. Sie hatten ihnen wahr­scheinlich vorgeschwindelt, sie könnten ihr Schicksal bei einem etwaigen Weltuntergang verbessern.

Witte» untzSvorpersage

für die Zeit vom 27. Juli bis 5. August. Herausgegeben vom Forschungsinftstist für lang, friftige Witterungsoorhersagen des Reichswetter-, dienstes Bad Homburg o. d. H. am 26Juli 1939, abends.

In den nächsten Tagen im norddeutschen Tief,) land westlich der'Oder und in der Westhälfte des Reiches überwiegend freundliches, vielfach aufge- heitertes Wetter mit Ansteigen der Temperaturen. Im Nordoften, sowie vor allem im Alpengebiet da- gegen häufige, teilweise sehr ergiebige Niederschläge.

Nachdem auch im Osten und Südosten eine kurst Wetterbesserung eingetreten sein wird, erfolgt von Westen her erneut Aufleben der unbeständigen und vorwiegend kühlen Witterung mit teilweise starken Regenfällen, vielfach in Verbindung mit Gewittern. Dazwischenliegende Aufheiterungen und Erwcir. niungen nur vorübergehend und wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte der nächsten Woche von mehr als ganztägiger Dauer.

Temperaturen 'an der Mehrzahl der Tage unter dem Regelwert. Mittagstemperaturen höchstens an drei Tagen über 25 Grad und nur ganz ausnahms­weise im Südosten vielleicht einmal über 30 Grad. Für transporthitzeempfindliche Waren geeignetes Wetter.

Gesamtsonnenscheindauer meistenorts zwischen 50 und 70 Stunden, im Küstengebiet, vielleicht auch int Südwesten des Reiches, vielerorts über 70 Stunden.

Zahl der Tage mit Niederschlag örtlich sehr Der. schieden, an der Küste, im mittleren Norddeutsch­land, in Schlesien und Südwestdeutschland meisten; 3 und 5, im Alpengebiet und im Nordosten vielfach 5 und mehr.

Wetterbericht

Die verschiedenartigen Luftmassen, die zur $ weit über Westdeutschland hinweggeführt werd?, geben dem Wetter ein außerordentlich wechselhaft Gepräge. So kam es am Mittwoch nach Landregen mit darauf folgender Aufheiterung am Abend im ganzen Rhein-Main-Gebiet zu teilweise sehr hes. tigen Gewittern. Zwar setzt sich die Wetterentwick. lung zugunsten einer weiteren Beruhigung unb Aufheiterung fort, doch ist noch nicht mit voller Beständigkeit zu rechnen.

Vorhersage für Freitag: Zeitweise aus- heiternd, aber nicht voll beständig. Temperaturen nur wenig ansteigend, schwache westliche Winde.

Vorhersage für Samstag: Im Ganzen freundlicher und aufgeheitert, aber nicht für längere Zeit beständig.

Hauptschriftleiter Or. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum» schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. T). 21. VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersttä/sdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mvnatsbezugs- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

40 Jahre im Dienste des Luftschiffes."

Der Obersteuermann Ludwig Marx kann auf eine 40jährige Tätigkeit im Dienste, der Zeppelm- Luftschisfahrt zurückblicken. Als Graf Zeppelin 1899 nach Manzell-Friedrichshafen übersiedelte, nahm er Marx als Motorbootführer mit. Nach der Grün­dung derDelag" im Jahre 1909 wurde Marx Luftschiffsteuermann. Mit Direktor Dürr ist Marx der älteste Pionier der Zeppelin-Luftschiffahrt.

Zweite Großdeutsche Reichstagung der Deutschen Jägerschaft.

Mit einem Begrüßungsabend nahm die Zweite Großdeutsche Reichstagung der Deut­schen Jäger schäft in Stuttgart ihren Anfang. Führende Jäger aus allen Gauen Großdeutfchlands find in der würtemmbergifchen Gauhauptftadt einge­troffen, LandeLjägermeister Dr. Pfannenfchwarz begrüßte die Landes-, Gau- und Stabsjägermeifter aus dem Reich, unter denen man Generalforft- meifter Alpers (Berlin) und Oberstjägermeister Sch er ping (Berlin) sowie den Landesjäger- meister Bayern, Reichsstatthalter General Ritter von Epp, bemerkte. Mit einem kräftigen Horrido auf Reichsjägermeifter Hermann Göring erklärte der Landesjägermeister die Reichstagung für er­öffnet.

Vorsätzliche Brandstiftung.

Ein Fall vorsätzlicher Brandstiftung ereignete sich in dem Ort Dierdorf im Kreise Neu­wied. Hier legte eine Witwe in ihrem Anwesen Feuer an und vernichtete dadurch die eben ein­gebrachte Ernte ihres Stiefsohnes; auch Futter­vorräte und Maschinen fielen den Flammen zum Opfer. Die Polizei deckte den Tatbestand auf, worauf der Richter Haftbefehl gegen die Frau erließ. Bei dem Brand wurde die Scheune völlig

Lpd. Frankfurt a. M., 26. Juli. Wie Deutsche Zeppelin-Reederei mitteilt, wird das Lust­schiff LZ 130Graf Zeppelin" am kommenden Sonntag, 30. Juli, eine weitere Landungsfahrt nach der Stadt Kassel durchführen. Mit dem Start des Luftschiffes vom Luftschiffhafen Rhein-Main aus ist voraussichtlich ab 14 Uhr zu rechnen. Das Luftschiff w.. ... ... - Vl . -

wird zwi chen 20 und 21 Uhr wieder in Frankfurt!sich eine schwere Exp I o sio n beim Transport von zurückerwartet. Bor der Fahrt nach Kassel stattet »nthiort»« 9b»>r Irinnen

das Luftschiff der Flugveranstaltung des NSFK. auf dem Flugplatz am Rebstock bei Frankfurt a. M. einen Besuch ab. Das Luftschiff steht unter der Führung von Kapitän Anton Witte mann.

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Ferner wird die 1. Rate Hundesteuer 1939 zur als­baldigen Zahlung gemahnt.

Gießen, den 26. Juli 1939.

Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.)

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