Ausgabe 
27.7.1939
 
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England beugt sich den Juden in Palästina. Ein Meuchelmord und seine Hintergründe.

Beirut, 26. 3ulL (DNB.) Der britische Polizei- sergeaut Lollinge wurde in der vergangenen Woche erschossen. Der englische amtliche Bericht behauptete, daß er im Kamps mit arabischen Freischärlern gefallen ist. Dies ist nicht wahr: Lollinge siel durch die kugel eines jüdischen Meuchelmörders. Dies wissen die englischen verantwortlichen Stellen. Aber die Macht der Inden in Tel Aviv ist heute so groß. daß die englische Polizei es nicht mehr wagt, die Wahrheit zu sagen. Außerdem darf sie es auch nicht, denn hinter den Inden stehen bri­tische Minister, die alle jüdischen Gesetz- widrigkeitea decken und brave britische Po- lizeibeamte der Rache der Iuden schutzlos preisgeben.

Der jetzt ermordete britische Polizeisergeant war ein Hauptzeuge in dem Sensationsprozeß um die Durchführung des I u d e n s ch m u g g e l s der im vergangenen Monat Palästina sehr erregte. An­geklagt waren der jüdische Rechtsantwalt Max Se- ligmann und der britische Polizeiossizier Goddard. Jahrelang hatten sie Tausende von Juden ins Land geschmuggelt, und dieser Polizei- ossizier hätte große Bestechungssummen angenom­men. Das britische Gericht fällte gegen beide ein Urteil", das jeder Gerechtigkeit Hohn sprach. Der bestechliche Offizier mußte 200 Pfund Kaution ftel- len bei einerBewährungsfrist" von wei Jahren. Auch der Judenanwalt wurde praktisch freige­sprochen. Zeugen gegen Goddard waren Polizei- Hauptmann Gilpin und Polizeisergeant Col­li n g e. Goddard hatte versucht, Gilpin in seine schmutzigen Geschäfte hineinzuziehen. Zum Schein war der Hauptmann darauf eingegangen. Bei der entscheidenden Unterredung war Sergeant Col- finge von Hauptmann Gilpin hinter einer Tür versteckt worden. Beide sagten im Prozeß dann wahrheitsgemäß und ihrer Pflicht gehorchend aus. Gilpin mußte schon aus Angst vor dem jüdl - schen Terror Tel Aviv verlassen. Er ließ sich in das arabische Jaffa versetzen. Sergeant Col° finge wurde jetzt in Tel Aviv von der jüdischen Mordkugel erreicht.

In diesem Judenschmuggelprozeh sagte der britische Polizeihauptmann Gilpin unter Eid vor Gericht aus, daß Goddard ihm erklärt habe, zwei britische Minister, darunter der derzeitige englische Kriegsmini st er der Iude höre Belisha hätten aus­drücklich ihr Einverständnis zu dem Iudenschmuggel gegeben. Dieser ministe- rielle Schutz aus London wirkte, wie der Pro­zehverlauf bewies, auch unverändert zu Gunsten der Gesehesverbrecher fort.

Die Juden von TelAviv bewiesen nach Abschluß desProzesses", was sie von dieser britischenJu­stiz" halten. Bei seiner Rückkehr non Jerusalem nach Tel Aviv wurde der bestechliche Polizeioffizier Goddard wie ein jüdischerRationalheld empfangen. Seine Frau wurde mit Blumen über­schüttet. Goddard erhielt hohe Geldbeträge, und in Judenversammlungen wurde er stürmischgeehrt". Gegen die beiden britischen Zeugen, und insbeson­dere gegen Collinge, wurden aber von den Juden in aller Oeffentlichkeit die schwersten Drohungen aus- gestoßen. Gilpin verließ schleunigst die Judenstadt, Collinge wurde jetzt dort ermordet.

Dieser Mord an einem Zeugen in diesem Prozeß ist nicht der erste. Neben diesen beiden Polizei­beamten hatte der Staatsanwalt noch einen arabi­schen Dorsvorsteher, dessen Sohn und sei­nen Neffen geladen. Sie waren Küstenpolizei- gehilsen zur Abwehr illegaler jüdi­scher Einwanderung. In der Nacht zum 14.Juni wurde das Haus dieser Araber über­fallen.Unbekannte" schossen durch die Fenster und verwundeten den Sohn und den Neffen. Nur das Dazwischentreten arabischer Polizisten vertrieb die meuchlerischen Schützen. Die beiden verwundeten Araber wurden in das Krankenhaus des arabischen Arztes Dr. Dejani übergeführt. Darauf erschienen am 14. Juni Männer, die sich als Kriminalbeamte ausgaben. Sie drangen in das Krankenzimmer des einen Arabers und ermordeten ihn durch Revolver- schüsse. Die beiden anderen Araber konnten fliehen. Dieser brutale Mord wurde von den englischen Behörden nie verfolgt.

Angesichts dieser Tatsachen ist der jüdische Rache- mord an dem Zeugen Collinge nicht verwunderlich. Es ist ein offenesGeheimnis", daß die eng. lische Polizei gar nicht mehr in der Lage ist, ihren Willen in der Juden st adt Tel Aviv durchzusetzen. Die Juden treten immer herausfordernder hier auf, und vor ihren Meuchelmorden streiken alle anständigen Polizei- beamten, denn sie können sich auf ihre Kollegen nicht mehr »erlassen. . . .

Die britische Polizei ist in sich gespalten, ein Teil beugt sich bereits der Macht des jüdischen Geldes und der Tatsache, dah schon in London selbst die Rechts­beugung zugunsten der Iuden be­ginn t , der andere Teil, der die Juden erkennt und sie verachtet, und der vor allem seinem Diensteid nachkommen will, fragt sich, wer ihn im L r n st f a l t schützt. Die Engländer haben ihre Macht in Palästina zum gröhten Teil bereits verloren.

Der jüdische Mörder des Sergeanten Col­linge wird nicht gefunden werden, weil die englische Behördengewalt praktisch im jüdischen Tel Aviv nicht mehr ausreicht.

Weitere anständige britische Polizisten werden noch gemeuchelt werden, ohne daß man die jüdi­schen Mörder jemals fassen wird. Deshalb muß England über den Mord der Juden an Sergeant Collinge schweigen: Englands Macht in Tel Aviv ist ausgehohlt, weil der Jude in Lon­don selbst auf Ministerstühlen sitzt.

Britisches Blut im Dienste der jüdischen Politik.

London, 26.Juli. (DNB.) Im Unterhaus gab Kolonialminister Macdonald bekannt, daß dir britische Armee und Luftwaffe in den letzten sieb« Jahren in Palästina 1332 Tote und 371 Verwundete zu beklagen gehabt habe. In der selben Zeit seien 28 britische Beamte, wie Polizei­beamte, getötet und 79 verwundet worden. Der Re- gierungsliberale Lambert erklärt dazu, daß England schwere Opfer an Menschenleben gebracht habe, um die Juden in Palästina anzusiedeln.

technisch und organisatorisch die notwendigen Dor- aussetzungen zu schaffen und zu verbessern.

Es wäre verfehlt, zu glauben, der Fernsehrund­funk werde in absehbarer Zeit den allgemeinen Rundfunk zurückdrängen. Das zeigt sich schon in der ganz verschiedenen Programmgestaltung, die für den Fernsehrundfunk ebenfalls der Reichsrund- funkgesellfchaft übertragen ist.

Beim Fernsehrundfunk liegt die Bedeutung noch mehr als beim allgemeinen Rundfunks in seiner aktuellen Gestattung. Weil er die Vorgänge durch das Ohr und durch das Auge gleichzeitig vermittelt, bringt er dem Beschauer die Geschehnisse der Gegen­wart sinnlich wahrnehmbarer heran und läßt sie ihn eindrucksvoller miterleben.

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Neuyork, 26. Juli. (DNB.) An Bord

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Kolonialschande der Westmacht England

Hunger und Verzweiflung in den englischen Kolonien. Schwere Anklagen in London.

lieber das Ergebnis der Verhöre ist jedoch nichts bekannt.

Zweiter Bombenanschlag auf Londoner Bahnhof.

Neue Bombenanschläge in England

London und Liverpool waren Schauplätze der Attentate.

DampfersManhattan" reiste heute eine größere Zahl amerikanischer Politiker nach Europa, darunter die bekanntesten, der Post­minister F a r l e y , der Vorsitzender der Demokra­tischen Partei ist, und John Hamilton, der Vor­sitzende der Republikanischen Partei. Ferner ist an Bord der bekannte isolationistische Kongreßabgeord­nete Hamilton Fish.

Das Gold gehört Spanien.

Den Bolschewisten wird der Naud abgenommen.

Paris, 26. Juli. (Eurapapreß.) Der sich seit langem hinschleppende Prozeß um das bei der französischen Staatsbank liegende Gold der spa­nischen Nationalbank, dessen Auslieferung durch das Jordana-Börard-Abkommen der spanischen Regierung zugesagt und vor zwei Wochen durch den ausdrücklichen Beschluß des französischen Minister­rats noch einmal bestätigt wurde, ist am Mittwoch­nachmittag vor der Ersten Kammer des Pariser Zioilgerichts zu Ende gegangen. Die gegen die Aus­lieferung des spanischen Goldes erhobene Klage des ehemaligen Gouverneurs derrotenStaats- bank von Valencia, Nicole d'Olwer, wurde vom Gericht als gegenstandslos zurückg,- wiesen.

Der Ueberführung des spanischen Goldes, das einen ungefähren Wert von 1,5 Mil­liarden Franken darstellt, nach Spanien stehen somit keine Hindernisse mehr im Wege.

London, 27. Juli. (DNB.) Ein neuer Bom - benanschlag wurde am Mittwochabend auf den Gepäckraum eines der größten Londoner Bahnhöfe, den Victoria-Bahnhof, verübt. Die Bombe, ein Sprengkörper, wie er von den irischen Natio­nalisten gewöhnlich verwendet wird, war in einem kleinen Koffer verpackt. Bei der Explosion wurden in dem Gepäckraum sehr erhebliche Beschädi­gungen angerichtet. Fünf Personen sind verletzt worden. Sie mußten alle in ein Kranken­haus gebracht werden.

Drei Bomben explodierten in Liverpool.

London, 27. Juli. (DNB.-Funkspruch.) In der Nacht zum Donnerstag wurden von den Ira-Män­nern wiederum drei Attentate verübt. Eine Drehbrücke über den Kanal eines Vorortes von Liverpool wurde von einer Bombe g e sprenat. Die Trümmer der Brücke fielen in den Kanal, so daß der gesamte Schleppkahnverkehr un­terbrochen werden mußte. Durch eine andere Bombe wurden kurz daraus die Vorderfront und große Teile der Inneneinrichtung eines Postamtes im Zentrum vernichtet. Schließlich explodierte eine dritte Bombe in einem Park. Personen wur­den durch diese drei Anschläge nickt verletzt. Als die Attentate in den Londoner Bahnyösen und im Un­terhaus bekannt wurden, verlangten die Abgeord­neten, daß die Beratungen über das fo-g.Piraten­gesetz" beschleunigt würden. Tatsächlich wurde die Vorlage auch in der Rekordzeit rnn fünf Minuten angenommen. Das Gesetz wird also am Freitag zum Oberhaus gehen und dann vom König unter­zeichnet werden.

Anti-Iren-Gesetz ohne Abstimmung verabschiedet.

London, 27. Juli. (DNB.) Das Gesetz zur Ver-

. Selbst dieTimes" weist in einem Artikel daraus Hin, daß Schritte ergriffen werden sollten, um Ab- Hilfe zu schaffen. ,,2)aili) Mail" schreibt, niemand könne sich stolz fühlen über das englische Kolonial­reich, solange derartige Zustände herrschten. Der ganze Bericht sei ein düsteres Bild von Unterernährung, Armut, Unwissen­heit und Krankheit, und er müsse das Ge­wissen des britischen Volkes wachrufen.Daily Expreß" schreibt, die Engländer sollten

in dem Bericht des Untersuchungsausschusses weiter, sei das Einkommen eines sehr großen Teils der Be­völkerung unter dem notwendigen Er­nährungsminimum gehalten. Die in den eigenen Gebieten erzeugten Lebensrnittel feien sehr oft unzureichend für die Ernährung. Die Unter­ernährung in den Städten sei natürlich noch schlim­mer als in den Landgebieten. Aus einem Bericht aus Barbados gehe hervor, daß die Löhne der Eltern meist nur zur Ernährung der Familie bis Mittwoch reichten. Donnerstag und Freitag müßten die Kinder hungrig in die Schule gehen. Aehnliche Beschreibungen gibt der Bericht über andere Kolonien.

Der Anschlag hat in der englischen Oeffentlichkeit allergrößte Beunruhigung hervorgerufen. Seit Ja­nuar dieses Jahres sind bereits 128 A n - chläae erfolgt. Dabei wurden einschließlich der Opfer des Anschlages auf den Kings-Croß-Bahnhof insgesamt 71 Personen in Mitleidenschaft gezogen. Die Londoner Presse berichtet in großer Aufmachung

Englands Sorge um seine goldenen Kugeln.

London, 27t Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach' dem Oberst Koc London verlassen hat, bestehen wohl kaum noch Aussichten, dah die polnischen Finanzoerhandlungen über die Auszah« lung der 5 - Millionen - P f un d° A n le i hr irgendwie wieder flott gemacht werden können. In der Presse hat eine heftige Fehde darüber eingesetzt. Dailn Herald" ist empört und schreibt, England habe feine Garantie gegeben, trotzdem aber weigere es sich, Polen 5 Millionen Pfund in Gold zu geben, damit das Land einwirksamer Verbündeter" werde. Eine derartige Haltung der brittschen Regie» gierung habe Mißtrauen in Polen hervor- gerufen. Auf solche Weise könne man nicht die Friedensfront" zusammenschweißen. Daily Expreß" schreibt jedoch, die Polen hätten eine Anleihe bekommen und immer noch seien sie unzufrieden. Jetzt wollten sie sogar bri» tisches Gold. Gold aber sei die wichtigste Waffe eines Krieges. England dürfe feine golde­nen Kugeln nicht hergeben.

Oberst Koc, der Leiter der polnischen Finanz' delegation, die in London die Verhandlungen über die Einkreisungs anleihe geführt hat, ist von London nach Warschau avgereist. Be­kanntlich hoben die Verhandlungen bisher nur 3U einem Teilergebnis geführt, da Polen bekanntlich nur britische Exportgarantie, aber keine Anleihe erhalten hat.

Or. Ookpniütter dankt.

Berlin, 26. Juli. (DNB.) Dem Reichsverkehrs- Minister Dr. D o r p m ü l l e r sind zu seinem 7 0. Ge­burtstage am 24. Juli zahlreiche Glückwünsche zugegangen und überaus viele Aufmerksamkeiten er­wiesen worden. Der Reichsverkehrsminister läßt allen denen, die in so freundlicher Weise feines Geburts­tages gedacht haben, h e r z l i ch d a n k e n. Leider ist es ihm nicht möglich, allen Gratulanten diesen Dank persönlich auszusprechen.

Walfang-Besprechungen in London.

B e r l i n , 26. Juli. (DNB.) Die Londoner Wal- f a n g - B e f p r e ch u n g e n der an der Walfang- Industrie besonders interessierten Staaten, Die am 17. Juli begonnen haben, sind am 20. Juli beendet worden. An den Besprechungen waren beteiligt die Union von Südafrika, die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Irland, D e u t sch l a n d Groh- britannien, Japan und Norwegen. Die deutsche Dele- gation stand unter Führung von Staatsrat Wohl, that. Gegenstand der'Besprechungen war die Der- einheitlichung der internationalen Vorschriften für den Walfang und eine allgemeine Walmarkieruna, die bisher nur non England und Deutschland als wissenschaftliche Methode zur Feststellung der Wan- derungen der Wale angewendet wurde. Die Ent­scheidung über eine weitere Konferenz im Jahre 1940 wurde aufgeschoben.

Es ist anzunehmen, daß I a v a n vor dem Beginn der neuen Walfangsaifon offiziell dem Londoner Walfangabkommen von 1937 und dem Protokoll von 1938 beitreten wird.

Die Delegierten haben ihren Regierungen verschie­dene Entschließungen unterbreitet, die die praktische Zusammenarbeit der Walfangnationen weiter verbessern sollen, u. a. soll der Schutz der Buckelwale um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Italien sofort

an der Seite Deutschlands.

Eindeutige Feststellungen zur Einkreisungspolitik.

R o m , 26. Juli. (DNB.)Giornale d'Jtalia" stellt fest, daß die englische Kapitulation vor Japan bei der demokratischen Presse wieder den Kamm schwellen läßt in dem Glauben, bereits alle Trümpfe für die Entscheidung gegen die Achsenmächte in der Hand zu haben. Das Blatt beschäftigt sich dann mit dem bezeichnenden, Duff Cooper zuzu­schreibenden Artikel imExpreß Poranny", der u. a. auch das Eingreifen Italiens in einem Konfliktssalle übersehe. Energisch stellt demgegenüber das ange­sehene römische Blatt fest, daß im Konflikts- falle Italien aktiv an derSeite seines deutschen Verbündeten stehen werde, und wenn die Flugzeuge oder Schisse Großbritan­niens versuchen sollten, durch das Mittelmeer hin­durchzukommen, so würden sie in der italieni­schen Luftwaffe und der italienischen Kr i e g s m a r i n e ein entsprechendes Hindernis finden.

Der Rückzug Englands vor Japan kündige, wie das halbamtliche Blatt abschließend betont, den B e - ginn der Liquidierung der demokra­tischen Imperien an, für deren Erhaltung ja eigentlich die gesamte Einkreisungspolitik mit ihren verhängnisvollen Fehlern durchgeführt worden sei. Die imperiale Position Großbritanniens bildete die Voraussetzung seiner Machtstellungen in Europa, und man müsse offenlaffen, ob die englische Politik tat­sächlich klug sei. Allzu lange könne man jedenfalls die Einkreisungspolitik, mit der es sich im Hinblick auf seine Angriffspläne berausche, nicht mehr durch­führen.

General Queipo de Llano spanischer Botschafter in Buenos Aires.

Buenos Aires,27. Juli. (Europapreß. Funkspr.) Der argentinische Außenminister C a n t i l o unter­richtete den spanischen Geschäftsträger Juan Pablo de Lojendio, daß die argentinische Regierung ihre Zustimmung zu der Ernennung des Generals Queipo bei Llano zum spanischen Bot­schafter in Buenos Aires gegeben hat.

Amerikanische Politiker besuchen

Europa.

ihre Augen Niederschlagen und sich schä­men über den Hunger und die Krankheit in britischen Gebieten. Das sei also das englische Em­pire. Die Regierung habe zwar Polen und Grie­chenland Garantien gegeben, nun müsse man aber auch alles daransetzen, damit z. B. Barbados gegen den Hunger und Gambia gegen die Armut garantiert werden.

Aus dem Empire ein Elendsquarlier gemacht."

Großbritannien hat versagt.

London, 27. Juli. (DNB.) Zu dem soeben Der« Öfsentlichten Bericht des Ausschusses der britifdjen Regierung zur Prüfung der Ernährungslage im britischen Kolonialreich nimmt auch der ,A£v e- ni n g Standard" in einem Leitartikel Stellung. Er nennt darin die Geschichte der britischen Kolonial- Verwaltung eine solche der Verschwendung, Nach­lässigkeit, Kurzsichtigkeit und Pflichtvergessenheit, die in modernen Zeiten beispiellos dastehe. Zwei Millionen Quadratmeilen Land habe man der Verwüstung anheimfallen lassen. Hinter der amtlichen Feststellung, daß in allen Teilen des Kolonialreiches das gesamte Ein- kommen eines großen Teiles der Bevölkerung be­deutend unter einem zufriedenstellenden Levens- Minimum liegt, verberge sich das Drama von Millionen Mitb ärgern des Empires, die vergeblich gegen Hunger und Seuchen Krieg führten.

Als Großbritannien den Mantel imperialer Herr­schaft ausgebreitet habe, habe es die Verantwortung für diese Menschen, ihr Heim, ihr Leben und ihre Kinder übernommen. Großbritannien habe dabei versagt. Seine Herrschaft habe kein Licht gebracht. Die britische Flagge habe nicht zu einem neuen, besseren Leben geführt. Nach­lässigkeit, Erniedrigung seien ihre Begletter ge­wesen.Diese Anklage ist erwiesen", so schreibt das Blatt,und kein Gerichtshof kann sich diesem er­schütternden Beweismaterial entziehen. Wir haben aus unserem Empire ein Elendsquar­tier gemacht. Wenn nicht in letzter Stunde etwas geschieht, um die Verbrechen der Vergangen­heit wieder gutzumachen, so werden die Mitglieder unserer Regierungen Konservative wie Sozia­listen von dem unbestechlichen Urteil der Ge­schichte der kommenden Jahrhunderte verdammt werden."

London, 26. Juli. (DNB.) Auf dem Londo­ner Bahnhof Kings Croß wurde heute wie- der ein Bombenattentat verübt. In dem Ge- päckaafbewahrungsraum, in dem die Explosion er­folgte, wurde erheblicher Schaden angerichtet, 16 Personen sind verletzt worden. Die Mehr­zahl der Verletzten wurde nach Anlegung von Ver­bänden wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Noch während der Behandlung wurden die Ver­wundeten von Beamten von Scotland Pard verhört. Ein Zeuge sagte aus, daß sich die Explosion wenige Minuten vor der Ankunft eines Zuges ereignet habe und daß einzelne Trümmer zehn Meter hoch geschleudert worden seien.

Der Tatort bietet ein Bild größter Der­rn ü st u n g. Der ganze Boden des Gepäckraumes ist mit Trümmern übersät. Sämtliche Regale und Gepäckstücke wurden zerstört, und die Schalter- und Fensterrahmen aus den Wänden herausgerissen. Die Trümmer werden von Scotland Pard auf das genaueste untersucht; jedoch hat man bisher noch nicht feststellen können, ob die Bombe sich in einem Gepäckstück befand, bas zur Aufbewahrung ab­gegeben worben war.

Die Wirkung ber Explosion beschränkte sich nicht nur auf ben Schalterraum. Zwei Autodroschken, die vor dem Bahnhof standen, wurden gleichfalls schwer beschädigt und ihre Insassen verletzt. Selbst an­grenzende Läden wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Der Anschlag hat unter der Bevölkerung einen ungeheuren Tumult hervorgerufen. In kurzer Zeit hatte sich vor dem Bahnhof eine große Menge an- aesammett, die sich bald selber in die Haare geriet. Polizei sah sich schließlich gezwungen, den Zugang zum Bahnhof völlig abzusperren und die Menge auseinanderzutreiben.

Der Bombenanschlag hat in den späten Nachmit­tagsstunden das erste Todesopfer gefordert. Es handelt sich um einen Passanten, dem durch Bombensplitter beide Beine vom Rumpf gerissen worden waren.

London, 26. Juli. (DNB.) Nach dreijähriger Arbeit hat ber von ber britischen Negierung em» ^setzte Wirtschaftsberatungsausschuß einen Bericht über bie Ernährungsverhältnisse in Den britischen Kolonien veröffentlicht, ber von ben meisten Londoner Blättern mit bemerkens­werter Kaltschnäuzigkeit wiedergeaeben wird. Der Untersuchungsausschuß, ber bie Verhältnisse von 5 5 Millionen Menschen in 48 verschiedenen xolonialgebieten des brittschen Weltreiches seit April 1936 unter dem Vorstand Earl de la Warrs 3U dem Ergebnis gekommen, wie z. B.Daily Expreß" heute auf ber ersten Seite in Fettdruck meldet, daß die meisten der 55 Mil- ttonen Einwohner des britischen Kolonialreiches u a ? 8-e r *e n u n & nicht genügend b e 3 a b 11 seien, um sich ausreichend ernähren zu können, niemals Milch, Butter und Eier gesehen hatten, bie Kleinkinder mit Reiswasser und Tee großgezogen würden, und daß Krankheiten und Armut weitverbreitet seien.Wir kennen so fugt bas Blatt in Fettdruck hinzunur rinen Kommentar: Schänd e."

In jedem Teil des Kolonialreiches, so heißt es

Hütung von Gewalttätigkeiten (Anti-Jren-Gesetz) .wurde am Mittwochabend in dritter Lesung vom über den neuesten Anschlag und ttilt mit, die Poli" I Unterhaus ohne Abstimmung angenom- zei habe bereits fünf verdächtige Männer verhört, 'men und verabschiedet.

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