Ausgabe 
27.7.1939
 
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Hr.175 Erster Blatt

189. Jahrgang

Donnerstag, 27.)ulil939

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baues des deutschen Passivsaldos bis auf 30 Millio­nen schw. Franks abgezweigt. Eine völlig freie Warenwahl Deutschlands ist zwar noch nicht er­reicht, aber der starre schweizer Standpunkt immer­hin schon aufgelockert worden. Die für den Reise­verkehr zur Verfügung stehenden Beträge find von 3,8 auf 2,8 Mill. schw. Franken reduziert worden, allerdings stehen aus alten Ersparnissen zunächst noch Beträge zur Verfügung, so daß die Verringe­rung nicht schroff in Erscheinung tritt. Weiter wur­den die finanziellen Seiten des deutsch-schweizeri­schen Verhältnisses geregelt. Beide Verträge, der mit Frankreich und der mit der Schweiz, sind, wenn auch unter großen Schwierigkeiten, deshalb zustande gekommen, weil auf allen Seiten der Wunsch

Stil anzugleichen, der von Tietjen seit Jahren mit größtem Erfolg neu geprägt wird. Diesem Stil diente u' a. die pausenlose Aufführung, die Wagners ursprünglicher Absicht entspricht und das ganze Werk als eine große dramatische Ballade vor den Zu­schauern erstehen läßt. Mit künstlerischem Takt und stilistischem Feingefühl holte Tietjen besonders in den großzügig entwickelten Massenszenen die reali­stischen Elemente heraus und betonte den fließen­den Zusammenhang aller Handlungsepisoden. Die Nachwirkungen der Oper alten Stils imFliegen­den Holländer" wurden hauptsächlich in der Führung der Solisten angedeutet. Hervorragenden Anteil an dem geschlossenen Eindruck der Inszenierung hatten die Bühnenbilder von Emil Preetorius. Sie ermöglichten nicht nur die schnelle Verwandlung der Szene während der orchestralen Zwischenspiele, .son­dern sie beschworen auch die dämonische Stim­mung des Werkes mit großartiger bildnerischer Phantasie herauf. Unter Karl Elmendorffs | dramatisch gespannter und farbenreich abgestufter

ersten Hebung.

Inzwischen war die Nacht hereingebrochen und die vorgesehene Verdunkelung setzte ein. Rabenschwarze Finsternis herrschte, wo man auch immer nur hinzukam. Dennoch machte die Stadt keineswegs einen toten Eindruck. Im Gegenteil, das Leben lief weiter. Die Bevölkerung der Millionenstadt, die sich soeben noch während des großen Fliegeralarms in den bombensicheren Unterkunstsräumen versammelt hatte, war nach er­folgter Entwarnung wieder in Massen ins Freie geströmt und bestaunte dieses eindrucksvolle Wun­der der Organisation und Selbstdisziplin.

So nahm die Verdunkelung, die die Reichshaupt­stadt gegen jede Sicht von oben schützt, ihren vor­schriftsmäßigen Verlauf; denn auch im Ernstfall ist es ja unmöglich, bei solchem Anlaß etwa das Leben

fchriften von der Bevölkerung ge­nauestens befolgt worden feien.

Selbstverständlich können einige wenige Blätter ihr Mißvergnügen über die eindrucksvolle Demon­stration des Abwehrdienstes und des Selbstschutzes der Millionen Berliner nicht verbergen. So behaup­tetExcelfior", man habe während der Uebung bei

sen als die Rundfunksender. Deshalb stehen bereits zwei Fernsehsender, einer auf dem Brocken und einer auf dem Feldberg im Taunus, vor der Vollendung, und weitere Fernsehsender werden in den übrigen größeren Städten des Reiches er­richtet werden. Daneben hat die Deutsche Reichspost bereits den Ausbau eines umfassenden Fernsehkabel­netzes begonnen, auf dem die Ereignisse von der Berliner Fernsehbühne oder von anderen Ausnahme­orten zu den Sendern geleitet werden.

Die Lösung der großen Aufgabe, den Fernseh­rundfunk im Reich allgemein einzuführen, ist nur möglich, wenn sie in umfassender Weise angepackt wird. Damit das Fernsehen Gemeingut des deut­schen Volkes werde, hat die Deutsche Reichspost un­ter der Leitung ihres Minister Dr.-Jng. e. h. Oh n e- sorge in großzügiger Weise alles darangesetzt, um 'von der Fernsehbühne bis zum Fernsehempfänger

Musikleitung brachte Has meisterliche Festspiel­orchester die Partitur zum Klingen, während auf der Bühne eine erlesene Solistengemeinschaft ge- sangliche Glanzleistungen bot.

Die stärksten Eindrücke gingen aus von der eksta­tisch ergriffenen und herrlich singenden Senta Maria Müllers, von dem makellos strahlenden Helden­tenor Franz Völkers in der temperamentvoll behandelten Rolle des Erik, und dem machtvollen Baß Ludwig Hofmanns in der biedermännisch aufgefahten Gestalt des Daland. Die pathetischen Züge von Tietjens Regie gaben Jaro Prohaska Gelegenheit, in der Titelrolle auch gesanglich breit ausladend aufzutrumpfen. Der leicht geführte Tenor Erich Zimmermanns und der ungewöhnlich dunkle Alt Ria Frockes verliehen den kleineren Rollen des Steuermanns und der Mary stimmlichen Glanz. Der Chor war von Friedrich Jung für feine anspruchsvollen Aufgaben geschult worden.

Die Festspielbesucher gaben ihrem Dank für die künstlerisch geschlossene und hohen Bayreuther Maß­stäben gerecht werdende Aufführung durch herzliche Beifallsbezeugungen Ausdruck, die freilich wie stets im Festspielhause am endgültig geschlossenen Vorhang verebben mußten.

Der Führer

auch bei der zweiten Aufführung.

Bayreuth, 26. Juli. (DNB.) Als zweite Vor­stellung der Bayreuther Bühnenfestspiele ging am Mittwoch Richard WagnersT r i ft a n und Isolde" in Szene. Wieder war der Führer mit vielen namhaften Ehrengästen Zeuge einer bei­spielhaften Aufführung. Die vom vorigen Jahr be­kannte Inszenierung Heinz Tietjens mit Max Lorenz, Margarethe Klose und Joseph von M a n o w a r d a in den tragenden Rollen hat durch die musikalische Leitung des italienischen Dirigenten Victor de Sabata sowie durch die französische Sängerin Germaine Lubin als Darstellerin der Isolde eine wesentliche Bereicherung erfahren. Die I Vorstellung hinterließ in dem aüsoerkauften Fest­spielhaus einen überwältigenden Eindruck, der sich in begeistertem Beifall nach jedem Akt kundgab.

Glanzvoller Beginn der Bayreuther Festspiele Neuinszenierung desFliegenden Holländers".

Fernseh-Bundsunk für das ganze Volk

Für die Oeffentlichkeit freigegeben.

zu einer Verständigung vorhanden war. Sie zeigen immerhin eine Anpassung an die Wirt- schaftsstruktur des großdeutschen Reiches und an feine Handelsverträge mit den übrigen Ländern.

Göring bei der Luftwaffe List.

Berlin, 26. Juli. (DNB.) Am Mittwoch fetzte Generalfeldmarschall Göring seine Besichtigungs­leise durch militärische Einrichtungen fort. Hermamr Göring besuchte den Seefliegerhorst List auf der Nordspitze der Insel Sylt und unterzog die dort liegenden Verbände der Lusttvasse einer eingehenden Besichtigung.

tiefe Sprengtrichter auf, die durch schwarzes Tuch gekennzeichnet waren, und auch der nahe U-Bahn- hof Memeler Sttaße wurde erheblich demoliert. Natürlich gab es auchmehrere Tote und Verletzte". Aehnlich verheerende Wirkungen hatte der Flieger­angriff auch in anderen Straßen des Berliner Ostens zur Folge.

Inzwischen waren selbstverständlich die M ä n h e r des Luftschutzes in den Häusern und Be­trieben eifrig mit der Schadensbekämpfung beschäftigt, und bald rückten auch auf den Straßen die verschiedenen Luftschutztrupps an, fei es, um die Verwundeten abzutransportieren, fei es, um die Entgiftung der gefährdeten Gebiete vorzunehmen oder um Gebäudeschäden zu beseitigen. Soweit die Schiedsrichter, die an allen Brennpunkten postiert waren, feststellen konnten, klappte die Arbeit der Männer des Luftschutzes vorzüglich. Punkt 20 Uhr verkündete lautes Sirenengeheul den Schluß dieser

Oie Reichshauptsiadi unter Fliegeralarm

Die Lustschuhübung nahm ihren vorschriftsmäßigen Verlauf.

Del neue Wirtschafts-Verträge.

Die Wirtschaftsverträge Deutschlands mitFrank- r i cf) und mit der Schweiz sind umgeformt, dlh. den bestehenden und den für die nächste Zeit erwarteten Verhältnissen angepaßt worden. Die An- p ssung ist so weit gediehen, daß unter beiderseitigem Einverständnis eine neue Grundlage des Handels gfunben werden konnte. Als Deutschland und ? ankreich den Wirtschastsverttag vom 10. Juli 1937 dsschlossen, lagen die Dinge ganz anders als heute. 2ie Grundlagen dieses Vertrages werden automa-- tich ab 30. Juli 1939, dem Tag seines Ablaufens, im ein Jahr verlängert. Aber die Ergänzung s- wfommen verändern doch wesentliche Züge des «ien Bildes. Zunächst auf finanziellem Gebiete. Mange ein Finanz- und Transferabkommen zwi« s.en den beiden Ländern besteht, hatten wir de- zglich derDawes-undDounganleihen s ankreich ist hauptsächlich an der Younganleihe irereffiert, während die Dawesanleihe vornehmlich bi den angelsächsischen Nationen untergebracht wor- i)-i ist freiwillige Zugeständnisse gemacht, die iT vergangenen Jahr erweitert wurden. Die ö st e r- t ichischen Bundesanleihen, die mit der Digliederung der Ostmark hinzukamen, wurden im pichen Rahmen behandelt. Jetzt ist eine Dauer- t g e I u n g dahin erzielt worden, daß Deutschland 6 Verpflichtungen aus diesen Anleihen anerkennt, irtbei Frankreich ein günstiger Transfer der Zin­ste und Amortisationen für die Vounganleihe zu- «dilligt wurde. Die Dawesanleihe wird mit 5 v. H. Zinsen und 2prozentiger Amortisation allmählich ge« tgt, die Bounganleihe aber mit 5 v. H. Zinsen und 1 v. H. Amortisation transferiert.

fünfer Interesse lag demgegenüber hauptsächlich in im Erzbezügen aus Frankreich sowie in l:r Wiederaufnahme des französischen Wirtschasts- rrkehrs mit dem Protektorat. Hierbei wurde litscheibenbes erreicht. Nach dem Abkommen von I 1137 war die Bezahlungsbasis 600 000 Tonnen Erz j <Uen mindestens 275 000 Tonnen deutschen Koks, ; dessen Abnahme sich Frankreich verpflichtet litte. Aber im vergangenen Jahr wurden in Frank­sch zahlreiche Hochöfen ausgeblasen, die Eisen- iouftrie lag darnieder und hat erst in der letzten stit etwa den Umfang von 1937 angenommen. Jn- i f.jgebeffen schrumpften auch unsere Erzbezüge zu- ! fnnmen. Infolge des Wandels nicht nur in der uirtschaftlichen Lage konnten wir dem Verlangen br Franzosen, die Bestimmungen des Vertrages am 1937 wieder walten zu lassen, natürlich nicht

ivrijtommen, aber man einigte sich schließlich da- Ipn, daß bis Ende 1939 Aie Erweiterung der Erz- bflüge aus Frankreich und der ^oksbezüge aus Iiutschland gegenüber 1938 beschlossen wurde. Die- ft. Abkommen muß im Dezember neu zur Sprache 8stellt werden.

Mus dem Gebiete des finanziellen Transfers find ii diesem Zusammenhang gewisse Erleichterungen cirgesehen und Mittel freigemacht worden für den 2ezug von französischen Kolonialhölzern, rar allem des wichtigen Okoumeholzes. Weiter ist t sonders wichtig die Regelung der Wirtschaftsbezie- hmgen zwischen dem Protektorat und Frank- rach. Hier wurde der alte französisch - tschechische Imdelsvertrag mit der Maßgabe zur Grundlage rnommen, daß wegen der Abtrennung der selb­st ndig gewordenen Slowakei die Kontingente tun und nach Frankreich um 25 Prozent gekürzt tmrben. Anderseits verpflichtet sich nunmehr Frank- nich, die Waren aus bem Protektorat mit ber Ur- s .ungsbezeichnung Böhmen - Mähren a u f z u - ri?hmen und zu bezahlen. Die Wieber- xAvährung ber französischen Kontingente ist mit rirfmirfenber Kraft auf den 1. April d. I. festgesetzt trnrben, womit die Unterbrechung der Protektorats- a- s'fuhr ihr Ende erreicht hat. 'Zwar ist hier für tes Protektorat noch eine gewisse Selbständigkeit txnn uns zugestanden worden, aber die Wieder­einführung eines reibungslosen Wirtschaftsverkehrs w.nr dringlicher. Die französische Einfuhr ins Pro- tdtorat besteht zu 46 Prozent aus Rohstoffen wie EwHe usw. Im Zusammenhang mit dieser Rege­lung haben sich die Franzosen auch bereit erklärt, i) 1 Sperrung tschechischer Guthaben, rntib 20 Millionen Franken, aufzuheben und ir öen freien Zahlungsverkehr zwischen dem Pro- leltorat und Frankreich einfließen zu lassen.

Schwierig gestalteten sich die Verhandlungen mit ir Schwei z. Der Vertrag mit der Schweiz stimmte aus einer Zeit, als Deutschland noch ganz ijbere Einfuhrmöglichkeiten hatte. Die Schweizer ctten ein auf die Ziffern des Jahres 1934 berech- nc:es Einfuhrrecht, während unsere Ausfuhr »ich der Schweiz erst auf dem Schweizer Markt ritergebrad)t werden mußte. Infolge der be- lannten Einstellung der Schweizer ging, während di Schweizer Ausfuhr nach Deutschland stabil blieb, deutsche Absatz in der Schweiz ständig ji rüd. Deutschland verschuldete sich mit etwa 5C Millionen Schweizer Franken, während unser .rnrrnales" Passivsaldo im Warenverkehr mit der viyweiz etwa die Hälfte beträgt. Das war natürlich iir ebenso untragbarer Zustand, wie es auch der kannte Bundesratsbeschluß war, wonack Forde- rungen und Warenzahlungen, die sich aus dem 93er= le r mit Prag ergaben, in Bern festgehalten wur­den. Die Schweizer Regierung hat sofort nach Be- ci n der Verhandlungen die gesperrten böhmischen >)ithaben frei gegeben. Ferner wurde erreicht, !or, um eine künftige Verschuldung auszuschließen, ho-« Schweizer Recht aus dem früheren Vertrag, die ^'.-sfuhr nach Deutschland prozentual zu fixieren, rifit mehr angeroenbet wirb.

Wir werben also nur soviel schweizer 3x1 r e n aufnehmen, wie es dem tatsächlichen D e - lissenansall aus der vorhergegangenen deut- f -n Ausfuhrperiode entspricht, ebenso werden aus Hijem Devisenanfall Beträge zugunsten eines Ab-

Berlin, 26. Juli (DNB.) Die feit Tagen er­wartete große L u f tf ch u tzübun g , die am Mittwochnachmittag überraschend in der Reichs­hauptstadt einfetzte, wickelte sich dank der diszi­plinierten Bereitschaft der Berliner Bevölkerung völlig programmäßig ab.

Punkt 15 Uhr kündete lautes Sirenengeheul den Beginn der Hebung. Dieses erste Signal dreimal je zwei Minuten Dauerton, unterbrochen durch Pausen von je zwei Minuten galt jedoch zu­nächst nur dem zivilen Luftschutz, der sich nun auf schnellstem Wege an den verschiedenen über Berlin verteilten Sammelstellen einzufinden hatte. Auf den Sammelvrten des Sicherheitsdienstes ging es bald lebhaft zu. Die 22 verschiedenen Luftschutz­abschnitte der Reichshauptstadt haben mindestens je eine solche Sammelstelle, und aus allen Stadt­teilen strömten die für ihren schweren Dienst be­reits geschulten Männer und Frauen der Luft­schutzbereitschaften ihren Standorten zu. In voller Bereitschaft waren selbstverständlich auch der be­hördliche Luftschutz, Polizei, Feuerwehr, die For­mationen des Werkschutzes in den Betrieben und des Selbstschutzes in den Wohnhäusern. Auch der sogenannte Entgiftungsdienst, der fast ausschließlich von der Stadt, d.h. vom Straßenreinigungsfuhr­park, gestellt wird, war mit Sprengwagen und motorisierten Fahrzeugen pünktlich zur Stelle. Die Feuerlöschpolizei hatte alle zur Verfügung stehenden Mannschaften mobilisiert, und in sämtlichen Feuer­wachen ber Reichshauptstadt sah man die Löschzüge startbereit.

Indessen wickelte sich der Verkehr auf den Stra­ßen und Plätzen in gewohnter Weise ab, bis bann um 18.50 Hhr Fliegeralarm mit bem burch- bringenben, wechselnb an- unb abschwellenden Sirenengeheul ber Großalarmgeräte ertönte. Im gleichen Augenblick begann auf ben Straßen eine roilbe Jagb der Passanten zu den überall durch die großen Schilber kenntlich gemachten Schutzräume. Zehn Minuten nach dem Alarm waren die soeben noch vom Verkehr der Großstadt durch­fluteten Straßen menschenleer. Alle Fahr­zeuge standen still. Nur hier und da eilte noch ein verirrter Fußgänger über die Straße, um schleunigst einen rettenden Ünterfunftsraum oder ein schützen­des Haus aufzufuchen. Berlin bot in dieser Zeit einen unwirklichen, beinahe gespenstischen Anblick. Wenige Minuten später erklang plötzlich dröhnendes Propellergeräusch, die ersten A n g r i f f s f l i e- q e r brausten heran. Kette auf Kette, zunächst noch in mehreren tausend Meter Höhe, um bann im Sturzflug herunterzugehen undBomben' abzu­werfen.

Besonders schwerheimgesucht" wurde der Ber­liner Osten, während die Innenstadt unb bie west­lichen Stadtteile diesmal von denBombern" noch einigermaßen glimpflich behandelt wurden. In der Frankfurter Allee erscholl eine Detonation nach der anderen. Ein Warenhaus unb die anliegenden Ge- bäirbe hatten mehrereVolltreffer" zu verzeichnen. Dunkle Rauchwolken markierten, daß das Dach m Brand geraten war, und eine rote Flamme zeigte an, daß auch der Turm des großen Warenhauses in Flammen stand. Der Fahrdamm wies mehrere

angriffen eine ausgezeichnete Tarnkappe überzu­streifen.

Oer Eindruck in London.

London, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die große Berliner Lufts chutzübun g hat gro­ßes Interesse in der Londoner Presse hervorge­rufen. Sämtliche Blätter veröffentlichen ausführ­liche Berichte, in denen der Hebungsverlauf ein­gehend geschildert wird. In dem Berliner Bericht derTime s" heißt es u.a., auf das Heulen der Sirenen feien die Straßen binnen sehr kurzer Zeit menschenleer gewesen. AuchDaily Telegraph" mel­det aus Berlin, daß die Disziplin gut ge­wesen sei. Während des Alarms feien die Stra­ßen unglaublich still und leer gewesen.

Französische Anerkennung.

Paris, 27. Juli (DNB.-Funkspruch.) Zahlreiche Pariser Zeitungen veröffentlichen Berichte über die Luftschutzübung in der Reichshaupt- stabt. Jnsbesonbere findet ein längerer Bericht bes Berliner Havasvertreters Aufnahme, in dem aner­kannt wird, daß während der ganzen Dauer ber Uebung Disziplin und guter Humor ge­herrscht habe. Der Berliner Berichterstatter des Figaro" hebt hervor, daß die Polizei nie­mals einzugreifen brauchte, da die Dor-

Bayreuth, 26. Juli. (DKK.) Die Bay­reuther Fe st spiele dieses Jahres sind die umfangreichsten ihrer Geschichte. In fünf Wochen werden sieden Musikdramen Richard W-agners in 24 Vorstellungen auf der traditionsgeweihten Bühne erscheinen. Neben den Standardwerken jedes Festspielsommers, demParsival" und dem R i ng der Nibelungen" wird die Neu­inszenierung des vorigen Jahres,Tristan unb Ijolb e", mit teilweise oeränberter Besetzung unter bem italienischen Dirigenten Viktor b e Sabata wiederholt. Hochgespannten Erwartungen begegnete die Neuinszenierung desFliegenden Hol­länders", mit dem die diesjährigen Festspiele bei ausverkauftem Haus eröffnet wurden, ist doch diese musikalische Bühnendichtung seit 25 Jahren nicht mehr in Bayreuth aufgeführt worden.

Für den Spielleiter, Generalintendanten Heinz Tietjen, ergab sich die schwierige Aufgabe, das zwischen Oper und Musikdrama vermittelnde Früh­werk bem musikdramatisch ausgerichteten Bayreuther

Berlin, 26. Juli. (DNB.) Bisher hat die Deut­sche Reichspost den Fernsehrundfunk ver- fuchsweije betrieben und nur in beschränktem Um= fange ber Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Vorarbeiten sind jetzt so weit abgeschlossen, baß bie Deutsche Reichspost ben Fernsehrunbfunk für bie Oeffentlichkeit freigeben kann. Jeber Runbfunkhorer kann, vorerst ohne Erhöhung der Gebühren, die Sendungen des Fernfehsenders Ber- lin-Witzleben im eigenen Heim empfangen. Aller­dings wird diese Maßnahme anfangs mir ben Ber­linern zugutekommen, denn die Hltrakurzwellen, die das Fernsehen und den dazugehörigen Ton über­tragen, haben im Vergleich zu ben Wellen bes all­gemeinen Runbfunks nur einen kleinen Ausbrei­tungsbereich, nämlich 50 bis 100 Kilometer. Wenn bie Fernsehsendungen allgemeine Bedeutung für das ganze Reichsgebiet gewinnen sollen, werden die Fernsehsender wesentlich dichter besetzt werden müs-

unb Treiben in ben Straßen völlig abzustoppen. ber Bevölkerung keinen großen Eifer in der Be- Jedenfalls dürften schon diese ersten Luftschutz- folgung der Vorschriften feststellen können und bas Übungen einroanbfrei bewiesen haben, daß es marxistischeOrdre" bezeichnet in seiner Verlegen- Berlin versteht, sich gegenüber feindlichen Flieger-lheit bie Hebungen alsSchauvorstellung.