Erfinderische Natur.
UMS Dasein die
jetzt dein
Marmor
kann es
Opekta.
an. Wenn daheim in
dieser Minute zu regnen anfing noch Ottilie einen Schirm mit- eiligst nach Hause und besuchten
gibt am
„Pompeji", Hafenstadt in
haben wir alles gespart."
Da es aber in und weder Otto hatten, liefen sie
weih ich schon. Aber da müssen nr.r wo der Mann wohnt!" ist fein Mann, Otto."
Pompeji?" „Ja. Das doch wissen, „Pompeji „Nein?" „Nein."
„Das sind doch andere alte Sachen, Otto! Die sind aus Stein."
„Aus was für Stein?"
„Aus Marmor."
„Marmor! Marmor läßt sich hören! Wir haben
wegen!
„Sicher deswegen, Otto."
„Und in diesem Kampanien liegt Pompeji?"
„Ja."
„Was gibt es denn da zu sehen?"
„Alte Sachen, Otto."
Otto guckte schief.
„Alte Sachen? Alte Sachen habe ich ich alte Sachen sehen will, gucke ich meinen Kleiderschrank."
weder Pompeji noch Sorrent. Sie kamen auch am nächsten Tag nicht dazu, denn sie verfitzten sich beim Frühstück in eine so dicke Debatte, ob man den Vesuv besser mit Schirm oder besser ohne Schirm besteigen solle, daß es bereits dämmerte, als sie zu dem Resultat kamen: wer will, mag einen Schirm mitnehmen.
„Augenblick bitte!", unterbrach Otto, „wieso denn Kampanien? Wir sind doch hier in Italien?"
„Das hieß früher so", belehrte Ottilie.
„Was? Italien hieß früher Kampanien?"
„Ja."
„Komisch! Wenn ich daheim erzähle, ich habe eine Kampanienreise gemacht, waß keiner, wo ich war. Gut, daß mir photographiert haben! Wieso hat denn das früher anders geheißen als jetzt?"
Ottilie zuckte die Schultern.
„Woher soll ich das wissen? Ich habe doch früher auch Müller geheißen, und jetzt heiße ich Gölle."
„Ja du! Weil du mich geheiratet hast! Mit Muller ist das, übrigens die gleiche Schose wie mit Kampanien. Wenn man sagt, man war bei Müller, weiß keiner, bei welchem Müller. Vielleicht des-
doch daheim ein Bild über dem Bett: und Psyche —"
„Das heißt doch Amor, Otto!"
„Gott, wegen dem einen M! Weit
„Warum nicht? Stehen die Häuser dort alle leer?"
„Natürlich."
„Da möchte ich nun erst recht wissen, warum du da hin willst? Kein Mensch daheim? Wo sind denn die alle?"
„Zu einer Frau gehe ich aber nicht in dem Auszug."
„Pompeji ist auch keine Frau, Otto. Pompeji ist eine Stadt "
Otto nickte bedächtig:
„Aha! Dachte ich es mir doch fast. Wer wohnt denn dort, den du kennst?"
„Niemand."
„Niemand? Da brauchen wir doch auch nicht hin, was wollen wir denn dort?" »
Ottilie seufzte:
„In Pompeji wohnt überhaupt kein Mensch/
Otto und Ottilie.
Don 3- S- Röüler.
Otto und Ottilie standen auf dem Vesuv.
Der Vesuv rauchte.
„Prächtig!", lobte Otto.
„Einmalig!", nickte Ottilie,
Dann fügte sie noch hinzu:
„Gibt es hier oben keine (Stodnägel?
„Fraglich."
„Ungeschickt! Die Leute würden ein Bomben- geschäft machen."
Dann photographierte Otto noch seine Ottilie vor dem Vesuv, neben dem Vesuv, auf dem Vesuv, und Ottilie knipste Otto in den gleichen Posen, wobei sich Ott« vergeblich nach einer Palme umsah, die er gern mit auf dem Bild gehabt hätte. Und als dies geschehen war, packte Ottilie ihre Siebensachen und sagte aufatmend:
„Das wäre auch geschasst! Jetzt kommt Pompeji!" „Wer komml?^
„Pompeji!"
„Wo kommt er?"
Ottilie schüttelte ärgerlich den Kops.
„Pompeji kommt doch nicht her — mir gehen doch hin!"
„Zu Pompeji?"
„3a."
„Wo wohnt er?"
„Otto!- Otto!", sagte Ottilie und wunderte sich, „erinnerst du dich nicht mehr, daß ich daheim sagte: wenn wir den Vesuv gesehen haben, besuchen mir
da nicht rneg sein."
Ottilie ließ den Mut nicht sinken.
„Pompeji ist etwas ganz anderes, Otto. Da sind alte Häuser und alte Figuren in besonders schönen Proportionen —"
„In was?", unterbrach Otto.
erzählst du mir, wie es bei dir war. und ich erzähle dir, wie es bei mir war. Auf diese Weise gesehen und einen ganzen Tag
Klinik aufgenommen werden.
** Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Stadt- und Landkreis Gießen bekannt, daß ihre Schalter und Nebenstellen Donnerstag, 29.Juni,.geschlossen sind.
Ottilie holte den Bädecker hervor.
las sie vor, „einst eine blühende Kampanien —"
Außerordentlich erfindungsreich ist die Natur, einem jeden Geschöpf im Kampf
Mittel zu verschaffen, durch die es sich behaupten kann. Es handelt sich bei diesen Mitteln vor allem um die Befriedigung des Nahrungsbedarfs und um den Schutz vor Feinden. Wie seltsam sie oft ausgestaltet sind, zeigt Dr. M. Eisentraut im Juliheft von „V e l h a g e n und Klasings M o - n a t s h e s t e n" an einer großen Fülle von Beispielen, von denen die folgenden besonders auf-
„3n schönen Proportionen."
„Siehstel, sagte Otto erfreut, „das hängt also doch mit dem Bild im Schlafzimmer zusammen. Da sind auch schöne Proportionen zu sehen. Als mein Freund Gustav jüngst bei uns war, hat er zu mir gesagt: Gucke mal, Otto, was die für schöne.Proportionen hat! Und das ist dort zu sehen?"
„Otto! Otto! Du bringst mich nach ins Grab!" Otto wurde zärtlich.
„Aber nicht doch, Ottilie! Ich gucke ja auf das Bild gar nicht hin."
„Wer spricht denn vom Bild, Otto, wir reden doch von Pompeji. Pompeji ist eine untergegangene Stadt — eines schönen Tages ist der Vesuv ausgebrochen und hat die ganze Stadt mit glühender Lava übergossen. Das hast du doch in der Schule gelernt, Otto!"
lieber Ottos Gesicht lief ein seliges Erkennen.
„Ach das Pompeji ist das? Ja dann! Aber da brauche ich nicht erst hin, das kenne ich schon."
„Wieso kennst du denn das, Otto?"
„Das habe ich schon vor vier Jahren gesehen."
„Aber Otto! Du warst doch noch nie in Italien?"
„Nein. Ader im Kino habe ich es gesehen. Die letzten Tage von Pompeji. Da waren aber noch Leute dort! Wo sind denn die jetzt alle?"
„Erstarrt! In Lava. Und die siehst du in Pompeji, ganz natürlich, als märe es gestern geschehen. Da liegt auch noch damals gebackenes Brot und frische Brötchen, zweitausend Jahre alt, steinhart, habet sehen sie aus wie frisch —"
„Ottilie!", rief Otto, „so ein Brötchen habe ich heute zum Frühstück bekommen! Das sah auch aus wie frisch! Und deswegen soll ich erst nach Pompeji? Nein, Ottilie, da geh du ruhig alleine, ich gehe inzwischen mal schnell nach Sorrent rein und schaue mir den Busen von Neapel an. Und dann
des Moseltales offenbarte. In Kochern verlebte man einige Stunden eines zwanglosen Aufenthaltes, die von'vielen dazu benutzt wurden, der Burg Kochern einen Besuch abzustatten. Zu abendlicher Stunde wurde in bester Stimmung zur Rückfahrt aufgebrochen. Die Leitung und Organisation der Fahrt lag in Händen von Ludwig Benner, Wieseck.
** Unfälle. In unserer Stadt erlitt der aus Frankfurt-Niederrad stammende 31 Jahre alte Kraftfahrer Karl Orthwein einen Unfall. Bei der Fahrt durch Gießen stürzte er vier Meter hoch von einem Lastwagen ab. Er zog sich dabei einen schweren Beckenbruch zu und mußte sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden. — Ein Kaufmann aus dem Wetzlarer Weg erlitt bei einem Autounfall einen Schulterbruch und mpßte ebenfalls in die
satz an verschiedenen Brennpunkten des politischen Geschehens und der Streikunruhen und kennzeichnete die Ueberleitung der ehemaligen „Technischen Abteilung" in die „Technische Nothilfe" und die Untermauerung der Organisation durch gesetzliche Verfügungen. Der Redner wies weiter darauf hm, wie sich in der TN. vaterländische Gesinnung, unbeirrbarer zäher Wille, deutsche Tatkraft, festes Zu- sammenstehen und Ausharren in Zeiten der Not bewiesen habe. Der Redner schilderte aber auch, wie wenig populär die NN. in den Jahren vor 1933 gewesen sei, wie schwer es gewesen sei, sich zur TN. zu bekennen, ihrem Ruse zum Einsatz Folge zu leisten. Belästigungen, Verleumdungen, Beleidigun- gen und Körperverletzungen seien an der Tagesordnung gewesen. Dann erläuterte der Vortragende die Situation, wie sie sich nach der Machtübernahme durch den Führer ergab und neue Richtlinien herausgegeben wurden, in denen die TN. als „Machtmittel des Staates" anerkannt worden sei. Im Zuge der Neugründung der deutschen Polizei sei die TN. dem Reichsführer -- und Chef der deutschen Polizei unterstellt worden-, sie sei berufen, zu wichtigen öffentlichen Hilfeleistungen technischer Art, zur Sicherstellung staäts- und lebenswichtiger Einrichtungen, sowie zu Hilfeleistungen im Luftschutz und bei Kota- strophen. Die TN. sei unerläßliches Glied in den Maßnahmen zum Schutz der Heimat, schlagkräftiges Instrument der Polizei und als technische Hilfspoli- zei gesetzlich anerkannt. Der Dienst in der Techm- scheu Nothilfe sei, so schloß der Vortragende, wertvoller Dienst an der Volksgemeinschaft, und die Reichsregierung habe durch Gesetz beschlossen, die Technische Nothilfe wirksam und jederzeit schlagkräftig zu erhalten.
<Hießen-Klein-Lmden.
Der Schützenklub „Roland" hielt am Sonntag unter starker Beteiligung seiner Mitglieder ein Preisschießen ab. Das Schießen wird am 9. und 16. Juli fortgesetzt. — Die Schüler der oberen Volksschulklassen sammelten in der letzten Woche größere Mengen von Kamillen und werden auch in den kommenden Wochen sich weiter um die Sammlung anderer Heilkräuter verdient machen. — Am Montagvormittag fuhren die Kinder der beiden letzten Klassen unserer Volksschule nach Kamp am Rhein, um dort eine Woche im Schullandheim zuzubringen. Fahrten und Wanderungen am Rhein werden die Schüler mit den Schönheiten der rheinischen Landschaft und den Sitten und Gebräuchen der Bevölkerung bekannt machen. Die Schüler wohnen in der Jugendherberge zu Kamp. — In der vorigen Woche patte das Schwimmbad infolge des sommerlichen Wetters sehr starken Besuch aufzuweisen. Die Besucherzahl stieg an einzelnen Tagen auf nahezu 300. Auch aus der Stadt zählt das Bad viele regelmäßigen Besucher.
(Siebener wochenmarktpreiie
* Gießen, 27. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 18 bis 20, Weißkraut 18 bis 20, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben, das Bündel 10 bis 12, Spinat 16, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen, grün, 25 bis 30, Spargel, 4. Sorte 17, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 40 bis 78, Zwiebeln 16, das Bündel 10 bis 15, Rhabarber, Vi kg 14 bis 15, Kartoffeln, neue, % kg 13 bis 14 Pf., alte, 5 Pf-, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Pfirsiche, % kg 45 Pf., Kirschen 40 bis 47, Stachelbeeren 25 bis 30, Erdbeerem Auslese 65, 1. Sorte 52 bis 60, 2. Sorte 42 bis 47, 3. Sorte 34, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 35, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 6 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
Amtsgericht Gietzen.
Die K. B. in Rödgen erhielt einen Strafbefehl über 50 Mark wegen Beleidigung. Sie hat am 10. Januar 1939 o-ber um diese Zeit in Rödgen
fällig sind:
Auf der Malaiischen Halbinsel und den Sunda- inseln gibt es einen Flugdrachen, der merkwürdige fallsckirmartige Hautbildungen an den Körperseiten hat, Die durch die stark verlängerten hinteren Rippen «werden, die er vom Körper ab spreizen kann, eser Fallschirmeinrichtung kann er im Sprungflug ein weites Stück durch Die Lust gleiten und von einem Baurn zum anderen gelangen; es kommt auch vor, daß er mit den Flughäuten einem fliegenden Insekt im Sprungflug nacheilt. Gewöhnlich gleiten die Flugbrachen schräg abwärts über Strecken von über 20 Meter und springen dabei nicht ins Ungewisse darauflos, sondern landen zielsicher wieder auf einem Ast oder am Stamm eines Nachbarbaumes; sie entwickeln dabei eine erstaunliche Geschwindigkeit, wenn sie hoch oben in beit Baumkronen in dieser Weise auf Jnsektenjagd ausgehen. Ebenso schnell können sie sich burch diese einzigartige Flugbefähigung auch bei der Verfolgung durch einen Feind in Sicherheit bringen.
Eine sehr eigenartige Schutzanpassung besitzt eine in Siam heimische Erdschlange, die auf der Oberseite schwarz gefärbt ist, während auf der Unterseite dunkle und helle Streifen miteinander abwechseln. Wird die Schlange von einem Feinde bedroht, so drückt sie sich platt auf den Boden, erhebt aber den Schwanz drohend empor, der in feiner breiten Form und in seiner Zeichnung so aussieht wie eine giftige Hutschlange, die Kopf und Hals zur Abwehr erhoben hat. Wenn diese Aehnlichkeit von der Natur auch kaum beabsichtigt ist, so ist die Wirkung jedenfalls die, daß der Feind erschreckt wird und seine Aufmerksamkeit ganz auf den Schwanz richtet; so findet die Schlange Zeit, sich in ein Versteck in der Erde zurückzuziehen.
LU. Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Professor Dr. Hildebrandt, Direktor des Pharmakologischen Instituts, hat einen an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf an die Universität Graz abgelehnt.
** Sängerfahrt an bic Mosel. Die Sängervereinigung Wieseck veranstaltete am vergangenen Sonntag in Verbindung mit dem Gesangverein „Heiterkeit" Gießen, mit dem Hangelsteiner Höhenklub Wieseck und mit der Gefolgschaft der Oberförsterei Gießen-Schiffenberg eine Sonderfahrt an die Mosel. Die Fahrt führte die frohgestimmten Teilnehmer durch das Lahntal und bann burch bas Mo seit al zunächst bis Traben-Trarbach. Dort wurden die Gäste herzlich empfangen. Dank der Vorarbeit durch das dortige städtische Verkehrsbüro wurden den Gästen einige unterhaltsame Stunden bereitet. Die beiden Gesangvereine erfüllten aus Anlaß des „Tages des deutschen Liebes" ihre Ehrenpflicht und fangen auf dem Marktplatz ber schönen Stadt einige'Lieber. Leider mußte wegen des Regens auf einen Besuch ber Grevenburg verzichtet werben. Immerhin verließen die Teilnehmer ber Fahrt das Städtchen mit tiefer Befriedigung. Ein besonderes Erlebnis wurde dann allen eine Dampferfahrt nach Kochern, die alle Schönheiten
den L. I. th R. beleidigt, inbem sie eine Karte, die gemeine Beschimpfungen des I. enthielt, schrieb und diese Karte abends an das Hoftor des Anwesens des I hängte, wo sie erst am kommenden Vormittag gegen 11 Uhr von der Ehefrau des Beleidigten entdeckt wurde. L _.
Gegen den Strafbefehl legte die Angeklagte Einspruch ein. Sie wollte sich angeblich dafür rachen, daß der I. sie, die Angeklagte, anläßlich der vorjährigen Volksabstimmung verdächtigt habe, sie sei Die eine „Neinsagerin" gewesen. Die Angeklagte rächte sich reichlich spät, erst nach fast einem Jahr. Die aufgehängte Karte wurde von Schulkindern gelesen. Hierdurch wurde die Ehefrau des Seiet- folgten darauf aufmerksam. Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung und das unglaubliche Verhalten der Angeklagten, die Strafe auf 100 Mark zu erhöhen. Die Angeklagte wurde wegen Beleidigung zu einer Selb (träfe von 100 Mark, ersatzweise 20 Tage Gefängnis, verurteilt. Dem Beleidigten wurde die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils innerhalb vier Wochen nach Rechtskraft während einer Woche an der Ortstafel in Rödgen anzuschlagen. Das Gericht führte bei der Urteils- begrünbung aus, die Angeklagte habe nicht die geringste Einsicht für ihr gemeines, häßliches Ver- halten gezeigt, und nur ihre seitherige Unbestraft- heit habe sie vor dem Gefängnis bewahrt.
Der W. B. in Allendorf a.d.Lba. erhielt einen Strafbefehl über 30 Mark. Es wurde ihm zur Last gelegt, am 5. Dezember 1938 den W. R. in Allendorf a. d. Lda. in gemeiner Weife öffentlich beleidigt und bedroht zu haben. Der Angeklagte legte gegen den Strafbefehl Einspruch ein. Der Angeklagte wurde 3war überführt, es wurde aber in der Verhandlung festgestellt, daß die vorgesetzte Dienststelle des Beleidigten seit dem 10. Dezember 1938 von der Beleidigung Kenntnis hatte, am 29. März 1939 aber erst Strafantrag stellte. Auf Antrag des Vertreters der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren eingestellt, da der Strafantrag nicht innerhalb der gesetzlichen Frist von drei Monaten gestellt wurde.
Rundfunkprogramm
Mittwoch, 28. Juni.
5 Uhr: Frühmustk. Es spielt das Rundfunkorchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Übertragung nach Saarbrücken: Morgenspruch, Nachrichten, Gymnastik. 6.30: Früh- tonzert. Es spielt das kleine Rundfunkorchester unter Leitung von Leo Prümper. In der Pause, 7:, Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt der Gaumusikzug Reichs, arbeits-bienftgau X. 9.30: Nur Frankfurt: Gau- Nachrichten. 10: Schulfunk. Jetzt reifen wir Burschen. Eine fröhliche Sommerfahrt durch die Gaue Großdeutschlands in Musik, Wort und Bild. 11.40: Ruf ins Land. 12: Aus Höhr-Gren.zhausen Werkskonzert in Verbindung mit der NSG. „Straft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielt das Musikkorps ber Flak-Abteilung 85. 14: Nachrichten. 14.10: Immer jung — immer voll Schwung! (Industrie-Schallplatten.) 16: Nachmit- tagskonzert. Es spielt das Rundfunkorchester. Leu tung Curt Kretzschmar. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Das Recht im Alltag: Wie führe ich einen Zivilprozeß? 18.15: Kleines Kapitel vom Leben. 18.30: Aus Bad KreSznach: BDM.-Werk „Glaube und Schönheit": -Pflege deut- scher Hausmusik. Alte Meister. 19: Fliegendes Deutschland: Wie das ideale Flugzeug entstand. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Aus dem großen
Grundsätzliches zum pflichliahr für Mädchen
Eine Besprechung beim Landesarbeitsamt Hessen.
Im Landesarbeitsamt Hessen fand eine Be- sprechung über bas Pflichtjahr für Mädchen statt, an ber Vertreter der bei ber Durchführung des Pflichtjahres beteiligten Dienststellen des Reichsnährstandes, des Deutschen Frauenwerkes und des BDM. teil» nahmen.
Im Bereich des ßanbesarbeitsamts- bezirks Hessen wird das Pflichtjahr durchweg vor Eintritt in eine Berufsausbildung ober berufliche Arbeit abgeleistet. Von den Ostern zur Ent- lassung gekommenen Schülerinnen hatte sich etwa bic Hälfte zum Eintritt in das Pflichtjahr gemeldet. Die übrigen verbleiben zum größten Teil in der elterlichen Landwirtschaft ober im elterlichen Haus- halt, gehen von Anfang an in hauswirtschaftliche ober landwirtschaftliche Berufe, für bie kein Pflichtjahr notwendig ist, ober bleiben vorerst noch zu Hause. In den Monaten März bis Mai sind bie Gemeldeten nahezu vollzählig in bas Pflichtjahr em- gewiesen worben.
Ls handelt sich dabei um die stattliche Zahl von 14 180, die in diesem Zeitraum dem Arbeitseinsatz zusätzlich zur Verfügung gestellt wurden, und zwar zu 8025 der Landwirtschaft, zu 5696 der Hauswirtschaft (einschließlich der Betriebe des Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege). 460 Mädeln wurde die Zustim- mung zum Besuch einer landwirtschaftlichen oder hauswirtschaftlichen Schule erteilL
Sie müssen später noch sechs Monate des Pflichtjahres in einer landwirtschaftlichen oder hauswirtschaftlichen Stelle ableisten.
Aus diesen Zahlen wird ersichtlich, welche beachtliche Ceiftungen alle Beteiligten mit der Durchfüh. rung des Pflichtjahres vollbringen. Die durch das Arbeitsamt vermittelten Stellen sind sämtlich sorgfältig geprüft. Etwa die Hälfte aller Stellen sind selbst gesucht und mit Zustimmung des Arbeitsamts angetreten. In diesen Fällen wird vorausgesetzt, baß sich bie Eltern selbst barum kümmern,
in welches Haus sie ihren Tochter geben. Das Arbeitsamt überprüft in diesen Fällen nur die arbeits- einsatzmähige Lage.
Die Einweisung von Mädeln durch das Arbeitsamt erfolgt mit aller erdenklichen
Sorgfalt.
Die in die Landwirtschaft vermittelten Mädel wur- den durchweg ärztlich untersucht. Denn während ber Außenstehenbe im allgemeinen im Pflichtjahr nur eine Maßnahme zur Entlastung der Bäuerinnen und Hausfrauen sieht, sind sich alle Beteiligten über bie überragende erziehliche Bedeutung der Maßnahme klar. Das Pflichtjahr ist nicht nur eme womöglich noch als lästig empfundene Pflicht ber Möbel gegen die Volksgemeinschaft, es ist nicht nur der Ausdruck eines z. Zt. empfindlichen Mangels an Arbeitskräften, sondern es bedeutet im Berufsleben der deutschen Mädel einen wichtigen Einschnitt. Wenn bas Pflichtjahr sie nicht zu der Einsicht bringt, baß Veranlagung und Eignung sie auf einen hauswirtschaftlichen, landwirtschaftlichen ober sozial- pflegerischen Beruf Hinweisen, so spannt es sie doch alle einmal in den Wirkungskreis der deutschen Hausfrauen und Mütter ein und übermittelt ihnen so einen Besitz an Kenntnissen und Erfahrungen, der in ihnen wieder lebendig wird, wenn sie sich selbst verheiraten. Deshalb wird den Hausfrauen, die Pflichtjahrmädel einstellen, immer wieder eingeprägt:
Lin Pflichljahrmädel ist anverlraules Gut.
Trotz der beachtlichen Zahl ber eingewiefenen Mädel herrscht vielerorts noch ein außerordentlicher Bedarf, vor allem in der Landwirtschaft. Die Teilnehmer an der Besprechung waren sich daher darin einig, daß im nächsten Jahre der Einsatz auf dem Lande noch konsequenter durchgeführt werben muß. Die Vorarbeiten dazu werden schon :n diesem Jahre, vor allem auch durch-eine sehr sorgfältige Betreuung ber Pflichtjahrmädel in ihren Stellen, getroffen werben.


