Am Freitag 12 Uhr spricht der Führer.
Gemeinschaftsempfänge in den Betrieben.
Ladengeschäfte von 12 bis 13.30 tibr geschloffen.
Blätter, die immer wieder von deutschen Angriffs- absichten gegen die Schweiz faseln, hält die Schweiz an der Politik der sclbstgcwollten Isolierung fest. Neutralitätspolitische Gesichtspunkte bestimmen auch die Stellungnahme des Bundesrats zu der sogenannten „F r i e d e n s a k t i o n" Roosevelts. Zu den Ländern, deren Grenzen von Deutschland und Italien garantiert werden sollen, gehört auch die Eidgenossenschaft. Roosevelt kann oder will sich nicht mehr daran erinnern, daß beide Staaten unmißverständlich die Neutralität der Schweiz und die Unantastbarkeit ihres Gebietes anerkannt haben. Sollte er aber den praktischen Wert der wiederholt abgegebenen Zusicherungen bezweifeln, so muß auf eine kürzliche Verlautbarung des Bundesrats hingewiesen werden. Ein kommunistischer Nationalrat richtete an die Regierung eine „Kleine Anfrage" über die deutschen Erklärungen zur Frage der schweizerischen Neutralität und Unabhängigkeit. Die oberste Landesbehörde antwortete kurz und bündig: „Es widerspricht dem Landesinteresse, wenn die Tragweite von Erklärungen über unsere Neutralität und Unabhängigkeit herabgemindert wird. Der Bundesrat glaubt nicht, auf eine Anfrage antwortet zu sollen, die diesen Zweck verfolgt." Als absurd bezeichnet man in po- litiscken Kreisen die Anregung Roosevelts, daß nach erfolgter Zustimmung der Achsenmächte auck) die anderen Staaten „Nichtangriffszusicherungen abgeben, etwa die Schweiz und Liechtenstein.
Die Eidgenossenschaft lehnt einseitige Schutzoer-, sprechen ebenso ab wie die Beteiligung an gegenseitigen Garantieabkommen. Bereits im Jahre 1922 erklärte die Berner Regierung, als ihr der Entwurf zu einem Garantiepakt zwischen den Mitgliedern der Genfer Liga vorgelegt wurde, daß „sie wegen der völkerrechtlichen Sonderstellung der Schweiz nichtinderLage sei, einem Garantieabkommen beizutreten". Don vorbehaltlosen Zustimmungsäußerungen in der Linkspresse abgesehen, übersehen die meisten Zeitungen nicht die großen, vielleicht unüberwindlichen Schwierigkeiten, die der Verwirklichung des Roosevelt-Planes entgegenstehen. Diese Schwierigkeiten liegen z. T. in der umstrittenen Persönlichkeit des amerikanischen Präsidenten, z. T. in der Botschaft selbst, „der wesentliche Voraussetzungen eines wirklich erfolgversprechenden Friedensappells fehlen." Stark beachtet werden die deutschen Pressestimmen zur Aktion Roosevelts. Im ablehnenden Echo des nördlichen Nachbarlandes sieht man einen Grund mehr, die Politik der strikten Neutralität aufrechtzuerhalten und sie gegen alle „ausländischen Zumutungen" zu verteidigen.
Oie Palästina-Araber an Nooseveli
Theorie und Praxis in der Botschaft des Präsidenten.
Rom, 26. April. (Europapreß.) Nach einer Meldung des „Giornale d'Jtalia" aus Beirut haben die verschiedenen arabischen Verteidigungsausschüsse in Palästina Telegramme an den Präsidenten Roosevelt gerichtet, in denen sie erklären, sie hätten mit Interesse von der Botschaft des Präsidenten Kenntnis genommen. In dieser Botschaft sei unter den schutzbedürftigen kleinen Staaten a u ch P a l ä st'i n a aufgeführt worden. Die Araber in Palästina müßten allerdings feststellen, daß Roosevelt seinen Einfluß zur Unter st ützung ihrer englisch-zio- nistischen Unterdrücker einsetze. Die Araber erwarteten daher von Roosevelt, daß er seine Handlungen in Uebereinstimmung mit den in seiner Botschaft vertretenen Grundsätzen und mit den von ihm angeblich verteidigten Lebensrechten der schwachen Völker bringe und den englisch-jüdischen Urhebern des ungerechten und barbarischen Angriffs gegen die Araber seine Unterstützung entziehe.
Oie katastrophale Lage der nordamerikonischen Landwirtschaft Washington, 26. April. (Europapreß.) Die Subventionen für die amerikanische Landwirtschaft werden im kommenden Finanzjahr eine Milliarde Dollar überschreiten. Ihre
Volprecht Riedesel
Freiherr zu Eisenbach f.
Für die Darmstädter Jugend der 1880er Jahre war es immer eine besondere Freude, bei den Gedenktagen des Großherzoglichen Hauses alle die fremden Offiziere in ihren farbenprächtigen Uniformen zu sehen. Die Engländer in ihren roten Röcken, die weißgekleideten Oesterreicher, die Russen im dunkeln Grün. Den größten Eindruck aber machten doch die Bulgaren mit chren weißen Pelzmützen: waren sie doch die Mannen des Fürsten Alexander, für den die Darmstädter Jungen alle schwärmten, und um den sein herrlicher Sieg bei Sliwnitza einen hellen Ruhmesglanz leuchten ließ.
Einer der letzten dieser früheren bulgarischen Offiziere ist am Sonntag, dem 23. April, in die Ewigkeit abgerusen worden, Volprecht Riedesel Freiherr zu Eisenbach. Sein Leben, das fast 87 Jahre umfaßt, umschließt ein bedeutsames Stück deutscher Geschichte. Als 18jähriger Jüngling trat er im Juli 1870 in das Hessische Leib-Eyevauleaers- Regiment ein und kämpfte im deutsch-französischen Krieg. Mit 62 Jahren zog er 1914 nach Frankreich als Delegierter des Roten Kreuzes. Seine drei Söhne standen im Heere, um das Vaterland zu schützen. Zwei von ihnen, der älteste und der jüngste, fielen im Kampf für Deutschlands Ehre und Freiheit. Er sah Deutschlands tiefste Erniedrigung. In den letzten Jahren seines Lebens aber durfte er erleben, wie sich sein geliebtes Volk und Vaterland erhob, wie es unter Adolf Hitlers Führung seine Ehre und seine Wehr wiedergewann, wie aus dem verachteten Spielball der demokratischen Völker das Dritte Reich, wie Großdeutschland wurde. Nie hat er auch in den Heilen der tiefsten Schmach den Glauben an eine schönere Zukunft aufgegeben: davor bewahrte ihn sein fester Gottesglaube und seine kerndeutsche Gesinnung.
Ein Zwischenspiel in diesem reichen Leben bedeuteten die sieben Jahre „Bulgarien". Als Freiherr Riedesel als junger Offizier beim Hessischen Leib- Dragoner-Negiment Nr. 24 stand, kam der junge Prinz Alexander von Battenberg, der fünf Jahre jünger war, in dasselbe Regiment. Die beiden jungen Offiziere schlossen herzliche Freundschaft. Prinz Alexander wurde zum Regiment Garde du Corps nach Potsdam versetzt und wollte seinen Freund mit sich ziehen. Da wurde er in eine ganz andere Lebensbahn geworfen: die Nationalversammlung des eben von den Türken befreiten bulgarischen Volkes wählte ihn zum Fürsten. Alexander bat
Notwendigkeit ergibt sich aus dem katastrophalen Zustand, in den die amerikanische Landwirtschaft durch die Politik des Präsidenten Roosevelt hinein- manövriert worden ist. Außer der vom Repräsentantenhaus bereits angenommenen Vorlage zur Auszahlung von 500 Millionen Dollar an die Landwirtschaft hat der Senatsausschuß die Bereitstellung von weiteren 400 Millionen Dollar für Ausgleichszahlungen und Ausfuhrbeihilfen beschlossen. Hierzu sollen noch andere indirekte Subventionen kommen, die den Betrag von hundert Millionen Dollar üoer- steigen werden.
Aeues Ausrüstungsdekret Roosevelts.
Verjüngung des amerikanischen Lffizierkorps.
Washington, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Roosevelt unterzeichnete heute das neueste Auf- rustungsgesetz, das 5 49 Millionen Dollar für die Armee oorsieht. Sofort nach Jnkraft- ireten des Gesetzes bestellte das Kriegsministerium 5 17 Kampfflugzeuge, deren Gesamtkosten 50Millionen Dollar übersteigen. Kriegsminister Woodring kündigte ferner die Untersuchung der 12500 amerikanischen Offiziere vom Hauptmann aufwärts auf ihre körperliche Tüchtigkeit hin an. Viele der älteren Offiziere, so erklärte Woodring, müßten ausscheiden, denn er wolle die Wehrmacht „beleben und zulänglich" machen. Die Gouverneure sämtlicher Staaten seien gebeten worden, auch das Offizierkorps der Nationalgarde einer körperlichen Prüfung zu unterziehen. Zahlreiche Offiziere seien für den Frontdienst viel zu alt.
Oer Führer empfing den jugoslawischen Außenminister.
Berlin, 26. April. (DNB.) Der Führer empfing heute den in Berlin anwesenden Königlich jugoslawischen Außenminister Dr. Cincar-Marko- witsch zu einer längeren Aussprache, die im Beisein des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, und des Königlich jugoslawischen Gesandten Dr. A n d r i c stattfand. Vorher gab Außenminister von Ribbentrop seinem jugoslawischen Gast ein F r ü h st ü ck im kleinen Kreise in Dahlem. — Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring empfing am Mittwochnachmittag den jugoslawischen Außenminister zu einer mehr als zweistündigen Unterredung über die aktuellen Fragen der deutsch-jugoslawischen Zusammenarbeit.
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Außenminister Ci n c a r - M a r k o w i ts ch erklärte der Presse u. a.: Ich bin sehr glücklich, daß mir jetzt als jugoslawischer Außenminister Gelegenheit geboten ist, erneut den persönlichen Kontakt sowohl mit den prominenten Vertretern der deutschen Außenpolitik als auch mit anderen führenden Persönlichkeiten des Reiches wieder aufzunehmen, umso mehr, weil ich bis vor kurzem das Glück hatte, Jugoslawien im Deutschen Reich zu vertreten, während dessen ich Gelegenheit hatte, den wundervollen Aufschwung, welchen Deutschland auf allen Gebieten unter der weisen und entschlossenen Leitung seines großen Führers vollbrachte, zu bewundern. Zwischen dem Deutschen Reich und Jugoslawien bestehen und entwickeln sich auf das günstigste weiter die Beziehungen vollen Vertrauens, die sowohl auf guter Nachbarschaft und auf gegenseitiger Achtung, als auck) auf beiderseitigem Interesse basiert sind. Dayer gibt es keine Frage, welche nicht in vertrauensvollstem Geiste erörtert werden könnte, um der Vertiefung unserer freundschaftlichen Beziehungen und dem Friedenswerke in diesem Teile Europas zu dienen. Die jugoslawische Regierung, die alle ihre Kräfte für die Erhaltung des Friedens und für das Wohlergehen des Volkes einsetzt, legt diesen Beziehungen den größten Wert bei und wird sie auf das Sorgfältigste pflegen.
seinen Freund, mit ihm zu kommen. Gern willigte dieser ein. Er war des jungen Fürstentums erster Hofmarschall, der unter sehr schwierigen Bedingungen die Hofhaltung einrichten mußte: er baute das Palais zu Sofia, das Sommerschloß bei Warna. Er nahm als Flügeladjutant seines fürstlichen Freundes Anteil an der Aufstellung und Erziehung des jungen Heeres, das zunächst nur russische Offiziere als Erzieher kannte. Er teilte die Sorgen des Fürsten, der bulgarische Politik treiben wollte, nicht russische, wie sein Onkel und Pate, Kaiser Alexander II., es sich gedacht hatte.
Als im September 1885 die Ostrumelier, denen der Berliner Kongreß die Zugehörigkeit zu den Stammes genossen in Bulgarien verweigert hatte, ihren türkischen Statthalter verjagten, eilte Riedesel mit seinem Fürsten nach Philippopel: mit ihnen das ganze junge Heer, da man einen Widerstand von der Türkei befürchtete. Als aber nach zwei Monaten Serbien dem neuen Nachbarn den Krieg erklärte, weil es ihm die Vergrößerung nicht gönnte, wandte sich das ganze Heer in Gewaltmärschen zur Westgrenze. Am fünften Tage nach der Kriegserklärung begann die dreitägige Schlacht bei Sliwnitza: die Serben wurden in blutigem Ringen aufs Haupt geschlagen. Wenige ^sage darauf erlitten sie eine neue Niederlage bei Pirot im eignen Lande. Es war ein wunderlicher Krieg gewesen: der Zar hatte alle seine Offiziere aus dem bulgarischen Heere abberufen: Freiherr Riedesel war mit feinen 33 Jahren der älteste Offtzier des Heeres! Im Getümmel der Schlacht hielt er bei dem Fürsten, in dessen Ge- wlge zog er am 26. Dezember in die jubelnde Hauptstadt ein.
Acht Monate später — Riedesel weilte gerade auf Urlaub in der deutschen Heimat — drangen, von an gestachelt, Verschwörer in das Palais des Fürsten und brachten ihn außer Landes. Riedesel, schon auf der Rückkehr nach Bulgarien, erhielt . betrübende Nachricht, verhandelte mit dem König Karol von Rumänien und vereinigte sich dann in Lemberg mit dem fürstlichen Freunde. Bald stellte es sich heraus, daß das bulgarische Volk nicht hinter den Verrätern gestanden hatte. Wenige Tage spater waren Alexander und sein Freund wieder in Bulgarien. Doch nur kurze Zeit: Zar Alexander gab seinem Neffen die deutliche Anweisung, daß Rußland dessen Rückkehr auf den Thron nicht wünsche. So mußte er der Regierung entsagen: aber noch heute weiß der Bulgare von dem Heldenfürsten, der ihr Reich neu gründete, und von dessen Freunde und Helfer, Volprecht Riedesel Freiherrn zu l Eisenbach. Eduard Edwin Becker,
Berlin, 25.April. (DNB.) Der Reichsmmisler für Bolksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, gibt im Einvernehmen mit dem Reichswirl- schaftsminifter und dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung folgendes bekannt:
Der Führer antwortet Roosevelt?
Am 28. April 1939, mittags 12 Ahr, spricht der Führer vor den Abgeordneten des Großdeutschen Reichstages und damit zum deutschen Volk und zur Welt. Alle Deutschen werden Zeugen der Rede des Führers am Lautsprecher sein. Gemeinschaftsempsänge in den Betrieben in der Zeit von 12 bis 13.30 Uhr werden Betriebsführer und Gefolgschaft beim Empfang der Führer-Rede vereinen. Um allen schaffenden Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die Führer-Rede zu hören, werden die Ladengeschäfte während dieser Zeit geschlossen. Die deutsche Jugend hört die Führer-Rede im Rah-
Einkehr in Eregtingen.
Von Werner Schumann.
Ohne das Wunder des Marien-Aktars von Tilman Riemenschneider wäre das württembergische Ackerbürgerstädtchen Creglingen an der Tauber nur ein beliebiger Punkt auf der Landkarte Frankens. So aber hat seit vierhundert Jahren der Glanz eines seltenen Kunstwerks, das die schon gelegene Herrgottskirche birgt, seinen Namen weltberühmt gemacht.' Allein sträfliche Unwissenheit konnte den Fremden, der bocksbeutelselig durch Frankens Kirchen, Schlösser und Weinstuben pilgerte, an dieser geweihten Stätte vorüberführen, ihm eine höhere Berauschtheit vorenthalten. Allein, wir wissen, daß jene in der Minderheit sind. Aller Tage ist hier Wallfahrt, Sommers wie Winters, Jahr um Jahr, immer wartet vor dem Friedhof eine lange Autoreihe, schweigt und staunt in dem schlichten Land- kirchlein eine ergriffene Menge vor der Herrlichkeit des sieben Meter hohen, unbemalten Altars, den um 1500 der Bildschnitzer aus Osterode zum höheren Preise Gottes erschuf.
Die göttlichen Dinge mag denn jeder auf seine Weise erleben und auslegen. Doch hier offenbart sich uns mehr. In diesem Schrein, auf diesen Reliefs glimmt die Flamme des deutschen Antlitzes. Und jene fränkischen und württembergischen Bauern, die wir auf den holperigen Straßen draußen in Ochsenfurt oder in Uffenheim getroffen hatten, wir entdecken sie hier wieder in ApoLtelgestalt, nur daß ihre verwetterten und zerfurchten Gesichter überhaucht sind von gotischer Inbrunst. Ja, es scheint uns, als habe die feurige Kraft der Trauben Frankens vor den Werkstätten seiner Bildhauer und Madonnenschnitzer, als habe sie vor den Türen der Kirchen nicht halt machen können! Das gesegnete Land entläßt uns eben nie ganz aus den irdischen Bezirken. Nicht zufällig erfreuen sich noch beute die Klöster riesigen Weinberg-Besitzes und stattlicher Kellereien.
Nur eines verstimmt immer wieder: der Geschäftsbetrieb an den Kirchentüren. Erst die Eintrittskarte gibt uns den Weg zu der reifften und höchsten Schöpfung Riemenschneiders frei, und ein automatischer Schalter sorgt dafür, daß für das Licht, das auf das traumhaft schöne Werk fällt, in Minuten-Abständen ein Groschen entrichtet wird. So ist es eine Andacht mit unleidlichen, stille - mordenden Unterbrechungen, weil immer einer unterwegs ist, seinen Obolus für bas bißchen Licht in den Automaten zu werfen. In solcher Feierstunde, wenn mir der geheimen Schauer vor dem,
men einer Schulveranslaltung. Wer im Betrieb, zu Hause ober beim Nachbarn nicht die Möglichkeit hat, die Rede des Führers zu hören, dem wirb in Sälen, Gaststätten, Theatern unb Lichtspieltheatern dazu Gelegenheit gegeben. Die Gau- und kreispropaganbaleitungen der NSÄAP. haben hierfür alle Vorbereitungen getroffen.
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Reichserziehungsminister R u st hat ungeordnet, baß der Unterricht an Riefern Tage von 12 Uhr ab ausfä111 unb bafür sämtliche Lehrer unb älteren Schüler zum gemein fdjafl- lichen Empfang ber Führerrebe zu versammeln sind. In ben Volksschulen nehmen bie Schüler unb Schülerinnen besZ. und 8. Schuljahres, in ’ ben mittleren unb höheren Schulen Idie Schüler unb Schülerinnen von ber dritten Klaffe einschließlich ab am Gemeinschaftsempfang teil.
hochgetürmten Lobgesang aus Holz wirklich teilhaftig werden wollen, ist es wohl richtiger, auf jede künstliche Beleuchtung zu verzichten und aus dem Dämmerlicht ohne Eile die unnachahmlichen Gebärden und krausen Gewänder langsam heraus- wachsen zu lassen, bis sie in aller Magie unser innerer Besitz sind.
Möge dem künftigen Besucher auch, wenn er aus der kleinen Herrgottskirche wieder ins Freie tritt, Glockenklang und Gesang entgegentönen und ihn einen Augenblick unbewegt stille sein lassen, auf daß es sich noch nach Jahr und Tag in ihm melde: das Heimweh nach Franken.
Gloria-Palast: „Liebe streng verboten.^
Der Betrachter kann angesichts dieses Films nichts Besseres tun, als die markantesten Sätze der erfreulich ausführlichen Inhaltsangabe im Programmheft zu zitieren. Die markantesten Sätze lauten: die Liebe ist eine Himmelsmacht — die Mark und die Ostmark liegen sich paarweise in den Armen. Das ist, bildlich gesprochen, die Bilanz eines Schwankes, in welchem ein paar typische Berliner auf ein paar typische Wiener losgelassen werden, in dem es von sprachlichen Mißverständnissen, landschaftlich begründeten Temperamentsausbrüchen unb Situationswitzen nur so wimmelt. Die Einzelheiten wiederzugeben, kann nicht die Aufgabe dieses kleinen Berichtes fein: es genügt, ben Titel anzuführen, die Schauplätze zu bezeichnen und die Handlung da einzureihen, wo sie zuständig ist. Es ist, alles in allem, unter ber Spielleitung von Heinz H e l b i g, ein großartiges Durcheinanber entstanden, das zuletzt auf die bereits mitgeteilte Weise, die ja an keinerlei Sprachgrenzen unb Lanbschaften gebunden ist, die allgemein übliche, friedliche Losung erfährt. (Die Liede, auch die verbotene, ist eine Himmelsmacht.) Mark unb Ostmark werben von Grethe Weiser und Hans Moser mustergültig repräsentiert. Beim Turmbau zu Babel muß es seinerzeit ähnlich zugegangen fein. Ein munteres Liebespaar sind Carola Hohn unb Wolf Albach- Retty. Don den Wienern wären noch Julie Serba, Karl Schonbock unb Rubolf Carl, von den Berlinern Paul Westermeier zu pennen. — (Adler-Film).
Im Beiprogramm gibt die neue Ufa-Wochenschau einen interessanten Bildbericht vom Geburtstage des Führers und von der großen Parade m Berlin. Außerdem ein Kulturfilm mit hübschen Kinderbildern und ein Vorspann zu dem Lustspiel „Ein hoffnungsloser Fall" mit Jenny Jugo.
Haus Iliyjoti
Englands Oeffentlichkeit geteilter Meinung.
London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Das große Thema ber Londoner Morgenblätter ist selbstverständlich die Einführung ber Wehrpflicht. Seiten über Seiten ber Blätter find angefüllt mit den Berichten über Zweck, Anlässe und Auswirkungen dieser in England heftig umstrittenen Maßnahme. Die regierungsfreundlichen Blätter sind vor allem bestrebt, jene Stimmen zu entkräften, die auf die geringe Tragweite und den weitgehenden propagandistischen Zweck des Regierungsbeschlusses Hinweisen. So erklärt die „Tinzes", man habe solange aezögert, mitten in ber großen Aufgabe der kolossalen Aufrüstung einen Umschwung einzuführen, weil man befürchtet habe, baß sie Englanb zeitweilig eher schwächer als stärker machen würbe. Jetzt aber sei man davon überzeugt, baß ein Systemwechsel n o t m e n b i g sei, wenn England seinen Verpflichtungen nachkommen wolle. Vielleicht habe Englanb nur langsam verstauben, daß zwischen ben Kriegsmethoben von heutzutage und denen von 1914 der Unterschied ebenso groß sei wie zwischen 1914 und den Zeiten Marlboroughs.
In schärfstem Tone schreibt jedoch das Labour- blatt Daily Herold, bie Regierung habe nicht einmal, sondern viermal bas gegebene Ver- sprechen, in Friedenszeiten keine Wehrpflicht einzuführen, gebroche n. Das Versprechen sei nach dem „Einmarsch in die Tschechei" und nach ber britischen Garantie an Polen gegeben worden. Man müsse sich jetzt fragen, ob man den Worten der Regierung überhaupt noch glauben könne. Die ganze Angelegenheit sei „e h r l o s" nicht nur für Chamberlain, sondern für bie gesamte Regierung. Das liberale News Chronicle eyklärt, die Maßnahmen ber Regierung seien derart klein, ',Haß sie weber Mussolini, noch vor allem Hitler irgend etwas anhaben konnten". Man habe nahezu den Eindruck, daß die Regierung die Zwangsmaßnahmen um des Zwanges willen eingeführt habe. Nichts sei gestern im Unterhaus gesagt worden, was England davon überzeugen könne, daß militärische Erwägungen die Einführung der Militärdienstpflicht erforderlich gemacht hätten. Man könne nur fürchten, daß das Vorgehen der Regierung eher ein Zeichen der Sch w ä ch e als ber Stärke sein konnte.
Für den konservativen „Daily Expreß" fteilt die Regierungsankündigung eine „halbe Maßnahme^ und eine „kümmerliche Angelegenheit" dar. Das Blatt sagt: „Bei diesem Tempo werden wir fünf Jahre brauchen, um eine Armee von einer Million Mann aufzubauen. Wir können nicht fünf Jahre warten! Wir brauchen einen Plan auf viel breiterer Grundlage, der junge Leute aller Altersklassen umfaßt, damit wir eine Mil
lion aus gebildeter Leute in zwei Jahren haben. Wenn die Maschinerie für die Ausbildung nicht vorhanden ist, so müssen wir sie eben schaffen. Falls bie Waffen für diese Million noch nicht hergestellt find, so muß sie eben Mr. Bur - g i n (der neue Beschaffungsminister. D. Schriftltg.) besorgen!"
Rekruten-„Vegeisterung"
Massenandrang zum freiwilligen Dienst als letzte Rettung vor der Wehrpflicht.
London, 27. April (DNB. Funkspruch). Mit welcher Begeisterung die 20jährigen Engländer bie Einführung ber allgemeinen Dienstpflicht aufgenommen haben/ geht daraus hervor, baß sie gleich nach Bekanntwerben der Nachricht bie letzte Möglichkeit ausnutzen, sich dieser neuen Wehrpflicht zu entziehen. Der Nachrichtendienst des britischen Rundfunks gab am Mittwoch bekannt, daß diejenigen Zwanzigjährigen, bie sich bis Mitternacht in ben Rekrutierunas- büros ber Territorialarmee zum freiwilligen Dienst gemeldet hätten, nicht zur Ableistung der halbjährigen Dienstpflicht herangezogen würben. Darauf herrschte in kürzester Zeit in allen Rekrutierungsbüros ein beängstigendes Gedränge. Sämtliche Rekrutierungsbeamte mußten herbeigeholt werben, da die Behörden auf diese plötzliche „Begeisterung" für den freiwilligen Dienst nicht vorbereitet waren. Bis Mitternacht hatten bie Rekrutierungsbüros schwer zu arbeiten; zum ersten Male hatten keine Sorgen, ihre Listen zu füllen. Und taufende von jungen Engländern hatten die Gewißheit, einer ihnen höchst unangenehmen Verpflichtung noch die angenehmste unb bequemste Seite abgewonnen zu haben. Sie bleiben Zivilisten, machen ihre Uebungen und haben außerdem noch das „Prinzip der Freiwilligkeit" gerettet.
Wieviel Rekruten hat England?
Die Kopfstärke der Jahrgänge, die nach den bisher bekannten Plänen über bie neue englische Wehrpflicht militärisch ausgebildet werden sollen, beträgt im Durchschnitt 300 000 Mann. Die große Frage ist aber, wie weit diese Rekruten auch tatsächlich als tauglich angesehen werden und fernerhin, wieviele von ihnen als „unabkömmlich" reklamiert werben. Mit der Tauglichkeit des englischen Solbaten-Materials steht es nicht besonders gut. Wir haben darüber nur die Zahlen verfügbar, bie sich aus der Musterung der freiwilligen Soldner für die reguläre Armee, die Marine
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