Ausgabe 
27.3.1939
 
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LebenSraumes im Mittelmeer. Unter diesen Um­ständen sei es sehr schwer, vom französischen Stand­punkt aus eine klare Meinung zu dem strittigen Fragenkomplex zu äußern.

Die Pariser Abendblätter stellen fast einheitlich in Riesenüberschriften die drei NamenTunis",Dschi­buti" undSuez" voran, die der Duce in seiner Rede als die noch zwischen den beiden Ländern schwebenden Probleme genannt hat. DerParis Soir" fügt jedoch hinzu:Aber der Duce hat nicht erläutert, ob es sich um territoriale Forderungen handelt. Er verlange keineswegs die sofortige Auslieferung dieser Gebiete. Genau wie der König macht er nur eine Anspielung auf die italienische Note vom 17. De­zember. Diese Note aber enthielt keine territorialen Forderungen. Im großen und ganzen ist es", so stellt das Blatt fest,eine unvollständige Rede. Es handelt sich um ein Programm, von dem man bisher nur den Titel des Stückes kennt."

DerJntransigeant" schreibt:Kein Faust­schlag auf den Tisch! Aber wir wissen noch nicht, was die italienische Regierung mit den drei auf­gezählten Problemen genau erhalten möchte. Wenn es sich nur darum handelt, einen Modus vivendi im Mittelmeer zu erreichen, dann können wir die Frage prüfen, nachdem wir die Grenzen festgesetzt haben, die zu überschreiten uns die Sorge um unsere Ehr? und um unsere Souveränität untersagt." Musso­lini habe, so schreibt das Blatt zum Schluß, den Ton und 'die Wendungen, die der König von Italien in seiner jüngsten Rede gebraucht ha», nicht stark über­schritten. Das müsse man als Zeichen deuten, daß der Friede nicht unmöglich fei.

DerTemps" bedauert, daß der Duce erklärt habe, man möge ihm nicht mehr mit einem Ver­wandtschaftsgrad zwischen Frankreich und Italien kommen. Das Blatt sagt, eine derartige Sprache könne nicht gerade eine für Verhandlungen günstige Atmosphäre schaffen.Frankreich hat sich", so fährt baS Blatt fort,niemals einer internationalen Dis­kussion widersetzt, es hat nur den Forderungen, die die Integrität seines Gebietes sowie die souveränen Rechte über sein Imperium, besonders in Tunis, berührt haben würden, ein /Niemals' entgegengesetzt. Man wird mit seinem Urteil abwarten müssen, bis man die italienischen Forderungen genau kennt."

DerPetit Parisien" glaubt aus der Rede eine Aufforderung zu französischen-italienischen Verhand­lungen Über Tunis, Dschibuti und Suez herauslesen zu können, allerdings unter der Bedingung, daß Frankreich den ersten Schritt unternehme und die allerheiligsten Rechte Italiens anerkenne. Eine solche Initiative Frankreichs lehnt das Blatt jedoch ab und hält dem entgegen, daß das Mittelmeer für Frankreich ebenso einen Lebensraum wie für Italien darstelle. DerPetit Journal" hält demgegenüber die Tür zu einer französisch-italienischen Aussprache weit geöffnet. Verhandlungen mit Italien seien also, wenn zwar sehr schwierig, so doch möglich.Journal" ist mit einem Unterton der Erleichterung der Ansicht, man solle sich nicht darüber aufregen, daß der Duce von Tunis,Dschibuti und Suez gesprochen habe. Man solle vielmehr zufrieden sein, daß der Ducedie N atur dieser Probleme" nicht näher umschrieben habe.

Die Achse unzerbrechlich.

Eine Unterredung

mit Generalfeldmarschall Göring.

Mailand, 25. März. (DNB.) Generalfeld mar- schall Göring erklärte Vertretern desPopolv d'Italia" in San Remo, sein Aufenthalt werde auch dazu bienen, dem Gerede der demokratischen Presse die Spitze abMbrechen, die versuche, mit einer imaginären Haltungsänderung Deutschlands gegen­über Italien Spekulation zu treiben. Die letzten politischen Ereignisse hätten die unerschütter­liche Realität bekräftigt, daß die Achse unzerbrechlich sei. Deutschland werde stets an derSeite Italiens stehen, was auch immer geschehen möge. Die Machtstärkung Deutschlands sei auch eine Machtstärkung Italiens und umgekehrt. Die beiden Völker seien sich dieser Tatsache voll bewußt. Das demokratische Geschrei von Paris und London, vor allem jenes aus Lon­don, lasse uns vollkommen ruhig, denn ein bekann­tes Sprichwort sage: Ein bellender Hund beißt nicht. Der Versuch Englands, so viele Völ­ker als nur möglich zur Bekämpfung der Festtgkeit der Achse aufzuwiegeln, wundert uns auch nicht. Wir hoffen, daß diese Völker intelligent genug sind und die Geschichte kennen, um sich zu erinnern, daß Gnglanb immer Dumme gesucht hat, die geneigt waren, für es zu kämpfen. Die letzten Ereignisse Haden das erneut bestätigt. W i r aber setzen unseren Marsch geradeaus fort mit dem einen Ziel: Friede und Gerechtig- f ei t für die Völker.

Die innerpoliiische Lage in England.

London, 27. März. (Europapreß.)Daily Mail" behauptet, während des Wochenendes hätten die Besprechungen über eine Regierungserweiterung ihren Fortgang genommen. Chamberlains Stel­lung als Premierminister dürfte von einer Um - besetzung im Kabinett kaum bettoffen sein, wenn­gleich bestimmte Politiker für seine Ersetzung durch Lord Halifax einträten. Schatzkanzler Sir John Simon sei die mächtigste Kraft innerhalb des Kabinetts, die sich nicht nur gegen außen­politische Abenteuer, sondern auch unter allen Umständen gegen d i e Einführung der Dienstpflicht in Friedenszeiten aus­gesprochen habe., weil eine solche Maßnahme dem Ausland das Schauspiel der Uneinigkeit innerhalb des englischen Volkes vor Augen führen werde.

Bolle Einigung über den deutsch-niederländischen Warenverkehr.

Berlin, 25. März. (DNB.) Die seit dem 13. März 1939 in Berlin zwischen einer deutschen und einer niederländischen Delegation in freundschaftlichem Geist geführten Verhandlungen über die Regelung des deutsch-niederländischen Warenverkehrs haben am 25. März 1939 zu einer vollen Einigung geführt. Beide Teile sind von dem Bestreben aus­gegangen, zu einer Ausgestaltung des beider­seitigen Warenverkehrs unter Würdigung der wirt­schaftlichen Bedürfnisse beider Länder beizutragen. Der neue Vertrag tritt am 1. April 1939 in Kraft. Er ist im beiderseitigen Vertrauen auf die Stetigkeit der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden im Gegensatz zu früheren kurzfristigen Abkommen erst­mals für längere Dauer, nämlich bis zum 31. Dezember 1940, abgeschlossen. Gleichzeitig haben die deutsch-niederländischen Regierungsausschüsse die Zahlungswertgrenzen des 2. Vierteljahres 1939 für die Einfuhr aus den Niederlanden und Niederländisch-Jndien nach Deutschland festgesetzt.

Fortschritte der nationalen Offensive in Andalusien.

Paris, 26. März. (DNB.) Aus Nationalspanien verlautet, daß die Verhandlungen zwischen Vertre­tern des rotenVerteidigungsrates" in Madrid und Vertretern des Generals Franco über b i e Uebergabe von Madrid zu keinem Er­gebnis geführt haben. Der Verteidigungsrat soll sich außerstande erklärt haben, große kommunistische und anarchistische Gruppen zur Uebergabe und da­mit zur Beendigung des Blutvergießens zu bewe­gen. Das Hauptquartier der nationalspanischen Truppen erklärte Darauf, Nationalspanien hält alle Angebote aufrecht, in denen es groß­zügig Verzeihung versprochen hat. Der erzwungene bisherige Waffendienst in der Sowjetarmee stellt an sich noch kein Verbrechen bar. Wir wollen aber nur Verbrecher von den Gerichten aburteilen lassen. Dagegen ist ein weiterer militärischer Widerstand verbrecherisch, weil er nichts anderes als unnützes Blutvergießen bedeutet. Die Erfordernisse des Krie­ges machen eine letzte große Offensive notwendig, die unwiderstehlich sein wird. Daher wird die Bevölkerung in der sowjetspanischen Zone aufgefordert, keinen Widerstand zu leisten, sondern sich zu ergeben!

Die neue nationalspanische Offen­sive setzte nicht, wie man erwartet hatte, im Ab­schnitt von Madrid ein, sondern ging im A b - schnitt von Cordoba vor sich. Die Andalusien­front umfaßt den Abschnitt zwischen der Sierra Morena und der Sierra Nevada einschließlich eines Küstenstreifens in einer Gesamtlänge von etwa 350 Kilometer. Die nationale Offensive, die von dem Be­fehlshaber der Südarmee, Genera Q u e i p o de Llano, geleitet wird, macht nach den letzten Nach­richten gute Fortschritte. Die motorisierten Kolonnen stießen teilweise über 40 Kilometer tief vor. Ein Ge­biet von mehr als 700 Quadratkilometer wurde be­setzt. Dabei wurde der bedeutende Ort Pozy- blanco im Kohlengebiet erobert (40 Kilometer südlich von Almaden). Insgesamt wurden 40 Ort­schaften besetzt, Darunter Santa Eufemia. Zehntausend Bolschewisten konnten gefangen ge­nommen werden. Verschiedene rote Einheiten hiß­

ten beim Nahen Der nationalen Truppen Die weiße Fahne. Nur an einigen Stellen versuchten die Roten Widerstand zu leisten, der jedoch ohne Schwierigkeit überwunden werden konnte. Die nationalen Trup­pen stehen 35 Kilometer vor der Provinzhauptstadt Jaen, die von den Sowjetspaniern zu einem bedeu­tenden militärischen Stützpunkt ausgebaut wor­den ist.

Erneute Verhandlungen mit Madrid ergebnislos abgebrochen

Paris, 27. März. (Europapreß.) Meldungen über die Lage in Madrid besagen, daß einerseits die Lage Der Roten derart ist, daß Der endgültige Zu­sammenbruch nicht mehr aufgehalten werden Fann. Andererseits versteifen sich die roten Anführer auf einen angesichts der vorzüglichen Ausgangsstellung'en Francos aussichtslosen Wiederstandsversuch. Er­neute vom.Miaja-Ausschuß mit Franco eingeleitele Verhandlungen sind in der Nacht zum Montag e r - g e b n i 5 I o 5 abgebrochen worden. Die Ma­drider Junta hatte eine Frist von 25 Tagen für die Uebergabe gefordert mit der Begründung, daß die Personen, die Spanien vor Dem Einzug Der nationalen Truppen zu verlassen wünschten, hierfür genügend Zeit erhalten müßten. Außerdem wurde verlangt, daß die ttalienischen Freiwilligen und Die marokkanischen Truppen aus Spanien zurückge­zogen würden. Die Regierung von Burgos verlangte indessen Die sofortige Uebergabe, die am 25. März zwischen 15 und 18 Uhr hätte stattfinden sollen. Madrid verlangte daraufhin einen Aufschub. Am Sonntagabend um 18 Uhr erklärte Burgos, daß Die Verhandlungen abgebrochen seien. Die bei­den Vertreter der Madrider Junta in Burgos er­hielten Die Anweisung, nach Madrid zurückzukehren. Die Madrider Junta erklärte durch ihren Sekretär del Rio, der Derteidigungsausschuß habe Abwehr­maßnahmen gegen die Offensive Der national- spanischen Truppen ergriffen.

Gefallenenehrung in Prag.

Empfang für General Blaskowitz im Prager Rathaus.

Prag, 26. März. (DNB.) Unter starker Beteili­gung Der Prager deutschen und tschechischen Bevölke­rung fand am Sonntagmittag eine feierliche Kranzniederlegung am Grabe des U n - bekannten Soldaten im Altstädter Rathaus durch Den Oberbefehlshaber Der Heeresgruppe 3, General Der Infanterie Blaskowitz," statt. Das Rathaus unD Der Altstädter Ring waren reich mit Hakenkreuzfahnen geschmückt. Schon lange vor Be­ginn Der Feier hatte sich auf Dem Ring unD Den anliegenden Straßen eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingefunden. Kurz nach 12 Uhr traf General Blaskowitz mit seinem Stabe auf dem Alt­städter Ring ein, wo er Die Front einer Ehren­kompanie abschritt und vor dem Gedenkstein am Altstädter Rathaus einen großen Lorbeerkranz nie- Derlegte. Vor dem Ehrenmal hielten Offiziere Der deutschen Wehrmacht mit gezogenem Degen Wache. Grüßend standen die deutschen und tschechischen Offi­ziere sowie die Ehrengäste vor Dem Ehrenmal. Unter Den Ehrengästen sah man neben zahlreichen höheren Offizieren Der Wehrmacht den Oberbefehlshaber der Polizeieinsatzgruppe, Oberst Quem er, als Ver­treter Der tschechischen Regierung Armeegeneral S i r o v y unD Brigadegeneral Fiala , als Ver­treter der Stadt Prag Primator Dr. K l a p k a und seinen Stellvertreter Professor P f i tz n e r.

Der Oberbefehlshaber begab sich dann in das Rathaus, um in Der Krypta, in der 6 deutsche Offiziere Ehrenwache hielten, einen zweiten Kranz niederzulegen. Nach einer kurzen Besichtigung Der historischen Räume Des alten Rathauses begab sich General Blaskowitz in Den Primatorensaal, wo er von Den Vertretern der Stadt begrüßt wurde. Der Saal war mit einem Führerbild und Dem Bild des tschechischen Präsidenten Dr. Hacha geschmückt. Oberbürgermeister K l a p k a hieß General Blasko­witz als Inhaber der vollziehenden Gewalt will­kommen. Sein Stellvertreter, Professor P f i tz n e r, unterstrich in einer deutschen Ansprache die vorbild­liche Haltung der deutschen Truppen, Die durch ihr mustergültiges Auftreten die erste grundlegende Vor­arbeit für die deutsch-tschechische Verständigung ge­leistet hätten. Der Oberbefehlshaber dankte für die freundliche Aufnahme und gab dem Wunsche Aus­

druck, daß sich Die Zusammenarbeit zwischen Deut­schen und Tschechen nutzbringend für beide Völker gestalten möge. Dann trug er sich in das Goldene Buch Der Stadt Prag ein mit Den Worten:Möge Prag in Erfüllung seiner historischen Aufgabe einer großen Zeit entgegengehen!" Der Oberbürger­meister überreichte Dem General als Ehrengeschenk Der Stadt eine Bronzestatue von Dvorak, die Prag versinnbildlicht, und eine Mappe mit Reproduktionen der schönsten Bilder von dem tschechischen Maler Scheselik.

DieNarodni Noviny" schreiben zu Der Feier: Dieser Akt ist eine Höflichkeit von außerordentlicher Bedeutung, die einen starken Einfluß auf die weite­ren Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen haben wird. Die Proklamation des Führers, die Er­klärungen, daß das tschechische Volk nicht germani­siert werde, und Der symbolische Akt General Blas­kowitz' finD Beweise Dafür, daß das tschechische Volk auch im Rahmen des Dritten Reiches eine Stellung einnehmen wird, die es auf Grund seines kultu­rellen und wirtschaftlichen Lebens verdient.

Der Ausschuß

der nationalen Gemeinschaft.

Prag, 25. März. (DNB.) DerAusschuß Der Nationalen Gemeinschaft", Der vom Präsidenten Dr. Hacha mit der Bildung einer tschechischen Einheits­partei beauftragt ist, legte in die Hand des Vor­sitzenden den Eid ab, Volk und Heimat zu dienen, und gab weiter die Erklärung ab, keiner Frei­maurerorganisation anzugehören und keinerlei Be­fehle von derartigen Verbänden entgegenzunehmen. Der Ausschuß beschloß, der Regierung vorzuschlagen, alle politischen Parteien aufzulösen,' das Abgeord­netenhaus und den Senat zu liquidieren, bis zum 15. April eine Konskription des jüdischen Vermögens vorzunehmen sowie die jüdischen Unternehmer zu verpflichten, ihre Betriebe ordnungsgemäß weiter­zuführen. Im Falle diesen Anordnungen nicht nach­gekommen wird, soll die Regierung Aufsichtsorgane einsetzen. Jegliche Uebertragung jüdischen Eigentums soll verboten werden.

Das Heer im Dritten Reich.

Generaloberst von Brauckttsch auf der Ordensburg Sonthofen.

Sonthofen, 26. März. (DNB.) Auf der Ar­beitstagung Der Kreisleiter unD Gauamtsleiter auf Der Ordensburg Sonthofen sprach am Sonntag Der Oberbefehlshabers des yeeres, (Beneralobeiit von Brauchitsch, über die Bedeutung unD die Auf­gaben des Heeres im Rahmen Der Wehrmacht, über Den Aufbau und Die Organisation Des Heeres, über das Offizierkorps und über Das Verhältnis und Die Zusammenarbeit zwischen Par­tei und Heer. In Zusammenhang mit Der Frage des Unteroffizierersatzes beschäftigte en sich ausführlich mit der I n f a n t e r i e.Die Infanterie entscheidet mit der Tat jedes einzelnen, unD deshalb gehören zu ihr ganze Kerle! Der Be­griff des Kämpfers ist wieder in den Kreis un­serer Gedanken und seelischen Empfindungen ge­rückt. Damit sind die ideellen inneren Werte den äußeren wieder vorangestellt. Das Ideal aber des Kämpfers war und wird stets bleiben der Infante­rist, der nichts aus sich machen will, Der bescheiden ist und Der befehlsgetreu auch Den schwersten Dienst, ohne mit Der Wimper zu zucken, versieht. Lehren wir die Jugend dieses Ideals!"

Grundlegend waren seine Ausführungen über Die Forderungen, die er an den Offizier des neuen Heeres stellt:Ich verlange, daß jeder, Der das Glück hat, als Offizier am Aufbau des Dritten Rei­ches mitzuarbeiten, ein Charakter und eine P e nlichkeit ist. Lautere Gesinnung, Ent­schlußkraft und Verantwortungsfreudigkeit volle Hingabe an Dienst und Beruf, strengste Pflichtauf- sassung, Bescheidenheit, Gewissenhaftigkeit, glühende Vaterlandsliebe, unbedingter Gehorsam gegenüber dem Führer und den militärischen Vorgesetzten müs­sen jeden Offizier auszeichnen. Das sind die Tugen­

den, die den deutschen Offizier zum Vorbild nicht nur für seine Untergebenen, sondern für alle Volks­genossen machen, und ihn zum Erzieher des Volkes befähigen. Diese Erziehungsarbeit be­schränkt sich nicht nur auf das rein Militärische unD Charakterliche, sondern auch auf Die politische Ein­stellung des Soldaten. Waffe unD Weltanschauung bedingen Die Schlagkraft Der Wehrmacht.

Der Oberbefehlshaber gab Richtlinien für die praktische Zusammenarbeit zwischen den Führern und Dienststellen der Partei und Denen Des Heeres. Er forderte eine weitere Vertiefung Der gegenseitigen Beziehungen, wobei Die gemein­same nationalsozialistische Weltanschauung die Grundlage des gegenseitigen Vertrauens bilde. Ge­rade die letzten Ereignisse hätten gezeigt, wie wich­tig diese enge Zusammenarbeit ist und daß, wenn in diesem Sinne die Arbeit beider Organisationen fortgesetzt wird, Die Zukunft »Der Deutschen Nation gesichert ist.

Eine Rede Alfred Rosenbergs.

Reichsleiter Rosenberg entwarf sodann em umfassendes Bild Der europäischen Geschichte und Der sie treibenden Strömungen. Gerade heute hätten wir Die Pflicht, zurückzudenken an das große ger­manische Mittelalter, an die Zeit der Größe und Macht des Deutschen Reiches. Aber auch an Die Zeit Der Völkerwanderung, Denn heute wie damals drohe im Osten Die Gefahr Der Zerstörung Deutschen Aufbauwerkes. Die Demokratien begingen Verrat am Abendland, wenn sie heute -versuchten, den jü­disch-asiatischen Bol'schew'-mus gegen das Herz Eu­ropas zu mobilisieren.Wir sind kein Konfes­sionsstaat meh r", so erklärte Rosenberg dann,

sondern Der erste wirkliche deutsche National­staat, der durch Die nationalsozialistische Idee ge­boren wurde und nur durch diese Idee erhalten wer­den kann." Es genüge nicht, wenn wir im deut-, schen Volk Die Demokratie und Den Marxismus überwunden haben, sondern auch andere ideo­logische Reste müßten dem Zeitalter des Natio- nalfozialismus weichen. Wenn wir Die Gefahren des Kampfes um Die Macht überwunden hätten, so müß­ten mir auch Die Gefahren des Sieges überwinden. Hier könne nur Der Geist absoluter Treue und einer harten Kameradschaft als Der ewigen Gesetze Der Be­wegung, Die Zukunft Der Nationalsozialistischen Par­tei und Damit Des deutschen Volkes garantieren.

Der Führer in München.

Jubelnder Empfang in der Hauptstadt der Bewegung.

München, 26. März. (DNB.) Schon seit Den frühen Morgenstunden Des Sonntag stand München im Zeichen der Ankunft des Führers. Alle Straßen prangten im festlichen Fahnenschmuck, Tannengrün, Girlanden unD Lorbeer erhöhten Das festliche Bild. Punkt 11 Uhr lief Der Sonderzug in die Halle. Den Führer begrüßten der Reichsstatthalter in Bayern, das Führerkorps des Traditionsgaues und Die Spitzen von Staat und Wehrmacht. Der Jubel der Massen erfüllt die Luft als der Führer die Fronten der Ehrenformationen abschritt und seinen Kraft­wagen besteigt zur Fahrt durch die Stadt. Der Führer grüßt nach allen Seiten und dankt für die ergreifenden Kundgebungen Der Münchener Bevöl­kerung auf Der ganzen Fahrt zu seiner Wohnung am Prinzregentenplatz. Hier hat eine Kompanie der -Verfügungstruppe Aufstellung genommen. Der Reichsstatthalter unD Der Gauleiter geleiten Den Führer in sein Heim. Aber noch lange nicht ist Die Begeisterung und Die Freude verebbt.

Neue Erfolge des WHW.

Die sechste Eintopfsammlung nnd derTag der Wehrmacht".

Berlin, 25. März. (DNB.) Das Ergebnis der 6. Eintopfsammlung im Monat März 1939 beweist wiederum, daß sich die Opferfreudigkeit des deutschen Volkes immer noch mehr steigert. Im A l t r e i ch wurden 6 967 113,17 RM. gesammelt, was gegenüber der gleichen Eintopfsammlung des Vorjahres eine Steigerung von 851380,26 RM = 13,92 o. H. ergibt. Je Haushalt wurden im Altreich 38,53 Rpf. gesammelt. Noch opferfreudiger erwies sich die deutsche O st m a r k, die mit einem Ergebnis von 831 120,45 RM. je Haushalt ein Aufkommen von 44,51 Rpf. zu verzeichnen hat. Im Sudetenland wurden 223 835,21 RM. = 26,58 Rpf. je Haushalt gesammelt. Insgesamt erbrachte die Eintopfsamm­lung im März 1939 in Großdeutschland einen Be­trag von 8 022 068,83 RM., was einem Durch­schnittsaufkommen je Haushalt von 38,59 Rpf. ent- schricht. Das vorläufige Ergebnis desTages der Wehrmacht" für das Winterhilfswerk beläuft sich auf 4,7 Millionen R M., die an den Reichs- beauffragten des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes abgeführt werden konnten.

Neichsarzieführer

Nr. Wagner gestorben.

M ü n ch e n, 25. März. (DNB.) Am Samstagfrüh 6 Uhr ist in München an den Folgen einer heim­tückischen Krankheit, die er sich in Ausübung seines Dienstes für die Bewegung zugezogen hatte, her Hauptdienstleiter Der NSDAP. Rcichsärzle sichrer Dr. Gerhard Wagner, im 51. Lebensjahre ge­storben. Der Führer hat an Die Witwe folgendes Beileidstelegramm gerichtet:Nehmen Sie zu dem schmerzlichen Verlust, den Sie durch den Tod Ihres Mannes erlitten haben, mein tiefgefühltes Beileid entgegen." Reichsorgantz'ationsleiter Dr. Ley sogt in einem Nachruf: Das Hinscheiden dieses großen Menschen und in der GesunDheitsführung Des Drit­ten Reiches zielbewußten ärztlichen Vorkämpfers bedeutet auch für mich einen um so schwereren 23er lüft, als ich in Den besonders wichtigen Aufgaben im Parteigenossen Dr. med. Gerhard Wagner einen entschlossenen und kühnen Meg­gen o s f e n gefunden hatte. In Der Alten Garde des Führers gehörte er zu den Treuesten. Der Abschied von ihm ist schwer.

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Der verstorbene Reichsärzteführer war 1888 in Neu-Heidick (Oberschlesien) geboren worden. Das medizinischen Staatsexamen legte er in München ab. Während der 4 Kriegsjahre tat er im 18. Bäu­erischen Infanterie-Regiment als Arzt an Der Front Dienst. Nach dem Kriege trat er in Das Freikorps Epp ein und ging später in das FreikorpsOber­land", mit Dem' er an Den Kämpfen um Oberschlesien beteiligt war. Wagner ist M i t b e g r ü n D e r e * N S. Deutschen Aerztebundes und seit 1932 Dessen Leiter. Als einem der ältesten ärzt­lichen Mitkämpfer Der nationalsozialistischen Bewe­gung verlieh ihm der Führer das Goldene Ehren­zeichen. Der Initiative Dr. Wagners verdankt die Deutsche Aerzteschaft vor allem die neue Reiche örzteordnung. Neben der Ausrichtung der deutschen Aerzteschaft' auf die Aufgaben der nationalsozia­listischen Gesundheitsführung sowie der Reinigung des Aerztestandes vom jüdischen Element ist nament­lich auch Der Ausbau der ärztlichen Fortbildung und Die Schaffung einer angemessenen sozialen Fürsorge für Die Aerzteschaft fein Werk. Dr. Wagner war fiauptDienftleiter für Die VolksgesunDheit in der Reichsleitung Der NSDAP. unD Leiter des vow Hauptamt für Volksgesundheit ins Leben gerufenen Arbeitskreises für die GesunDheitsführung des deut­schen Volkes.

(Generalleutnant £eeb KommandierenderGeneraldesXI AK

Lpd. Frankfurt a. M., 26. März. An Nelle Des mit dem 31. März 1939 aus Dem aktiven Wehr­dienst ausscheidenden Generals Der Artillerie Ulek hat der Führer und Oberste Befehlshaber Der Wehr­macht den Generalleutnant ß,e e b , Kommanoeu Der 15. Division (Frankfurt a. M.) mit Wirkung oo-n 1. April 1939 zum Kommandierenden Ge­neral Des XI. Armeekorps (Hannover) nannt.

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General Leeb wurde 1881 in Passau A^ren Nach Dem Besuch Des Kadettenkorps trat er 1901 w* Fahnenjunker in das 4. Bayerische i5lt>arnH« Regiment. Seit 1911 gehörte er Der Kriegsaka^nm an, als Oberleutnant und Adjutant zag er rnsJy _ 1915 erfolgte seine Beförderung Zum Hauptm und Verwendung in verschiedenen Generayl stellungen. 1919 nahm er an Dem Abwehrkanr? gegen die Rateherrschast in Bayern teil und w