Ausgabe 
27.3.1939
 
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Der Bau des Westwalles.

von 1921 bis 1924 Batteriechef im 7. Bayerischen Feldartillerie-Regiment. Dann gehörte er dem Gene- ralstab der 7. Division an und wurde am 11.1.1933 Leiter des Beschaffungswesens im Heereswaffenvmt. Am 1. Juli 1935 wurde er Generalmajor und am 1. August 1937 Generalleutnant.

Schwere Verfehlungen in katholischen Anstalten.

Aufdeckung schwerer Mißstände in Klöstern und Konvikten der Diözese Limburg.

Der N S. -- G a u d i e n st Hessen-Nassau teilt mit: Auf Grund glaubwürdiger Angaben aus der Bevölkerung mußte kürzlich von der Staatspolizei- Pelle Frankfurt a. M. das Franziskaner- Klofter in Kelkheim und in der Folge auch Die der Erziehung katholischer Jugend dienenden bischöflichen Konvikte in Montabaur irnd Hadamar sowie das Studienheim der Franziskaner in Hadamar einer Ueber- vrüfung unterzogen werden.

In K e l k h e i m wurde festgestellt, daß die Patres jinb Brüder in einem derartigen lieber» l u ß lebten, .der zum großen Teil durch die Al- nosen der gläubigen Bevölkerung zustandegekom- ?iwn ist, daß Lebensmittel in größeren Mengen der Verwesung anheimgefallen waren. Bei >en angehamsterten Lebensmitteln handelt es sich m erster Linie gerade um solche Dinge, deren Be- chaffung für die weltliche Bevölkerung nicht immer Ihne Schwierigkeiten und zeitweiser Verknappung lurchgeführt werden konnte. So waren es b e s o n - ers Butter, Fett, Speck und Eier, die mit einer unglaublichen Geschäftigkeit angesammelt »orden waren. Ferner wurden große Vorräte an durchaus unklösterlichen Genußmitteln vorgefunden, »o waren in den Räumen des Klosteroorstehers zu ressen persönlicher Verfügung allein 15 Kisten Z i - Barren und 30 Flaschen feiner Liköre, Ächnäpse und Weine vorhanden.

Trotz der daraus ersichtlichen außerordentlich gün- igen Wirtschaftslage schämte sich die Klosterleitung icht, sich auch noch in reichlichem Maße durch a 5 WH W. versorgen zu lassen. Die von dem 2HW. erhaltenen Speisekartoffeln wurden an die Schweine, das auf sonstige Weise erlangte hoch- l"ertiae Getreide an die ausschließlich zur Eier- und Aeischversorgung der wenigen Klosterinsassen be- immte zahlreiche Hühnerschar verfüttert. Die offen« hnr als grundsätzlicher Wahlspruch gedachte Auf- Drift in mehreren Klausuren:Hoch die Arbeit, bimit niemand dran kann", bezog sich nach den »Wellungen nicht auf die Tätigkeit der Kloster- s'sassen in politischer Hinsicht, da sich ergeben hat, !-ß die Patres ihre seelsorgerische Tätigkeit in jelen Fällen dazu mißbraucht haben, vor allem in lstzpredigten ihre ablehnende Haltung dem national- kzialiftischen Staat gegenüber kundzutun.

: Standen in Kelkheim die sittlichen Mißstände troas im Hintergrund von einem einwandfreien ! l'ben in dieser Richtung kann auch hier nicht ge- firodyen werden, so spotten die in den bischöf­lichen Erziehungsan st alten und in dem (itudienheim der Franziskaner in Hada- ri a r angetroffenen Verhältnisse- jeder Beschreibung. Ire Verfehlungen, die sich vorwiegend auf homo- j 'ueller Grundlage bewegen, zeigen ein Bild sitt- lcher Verwahrlosung, das um so schlimmer ist, als euch Geistliche darin verwickelt sind. Mehrere Priester, die entweder ihre Aufsichtspflicht t'Htz Kenntnis der Dinge gröblichst verletzt hatten ö»r selbst beteiligt sind, mußten fest genommen »i rden. Die Untersuchung durch die Lt a a t s a n w a l t s ch a f t ist bereits im Gange.

Oer neue Gaukriegerverband.

^Lpd. Frankfurt a.M., 25. März. Mit dem ! April wird die Gliederung des NS.-Reichskrieger- h.inbes in der Weise geregelt, daß jeder Lan° d-skriegerverband einen oder meh - rite Gaue der Partei umfaßt. Die bisherige ^ZeichnungLandeskriegerverband" wird geändert ir,Gaukrieaeroerband (Gaukriegerführung, Gau- kl 2gerführer). Die Einteilung in Gebietskriegerver- bcnbe fällt zum gleichen Zeitpunkt fort. Es gehören tnrnach zum Gauk^iegerverband Fulda- Süe r r a die Gaue Thüringen, Kurhessen, Hessen- Wi f fa u; zum Gaukriegerverband Rhein die Gaue Dolenz-Trier und Saarpslalz; zum Gaukriegerver- 1 kiib Main die Gaue Main-Franken und Franken; ! zun Gaukriegeroerband Südwest die Gaue Baden ilii Württemberg-Hvhenzollern.

Deutsch-slowakisches Verrechnungsabkommen.

! Merlin, 25. März. (DNB.) Während der An- Asenheit der slowakischen Minister D u r c a n s k y ; jiii Tuka zum Abschluß des deutsch-slowakischen kiiÜbertrages wurden auch die Deutschland und iie Slowakei gemeinsam interessierenden wirt- s itiaftlichen und finanziellen Fragen dchirochen. Der Abschluß einer Zoll- und WÜh - ! lum gsunion zwischen Deutschland und der Slo- utiei wurden nicht ins Auge gefaßt. Dagegen hat Mtschland sich bereiterklärt, der slowakischen Re-

gcmng bei dem Aufbau der slowakischen Wirtschaft m! des slowakischen Geldwesens mit Rat Imd Tat 31 Seite zu stehen. Um die alsbaldige Auf- nachme des Warenverkehrs zwischen den ttüsen Staaten sicherzustellen, wurde ein Derrech - rum gsabkommen unterzeichnet. Die deutsche Secierung hat sich bereiterklärt, dieEinfuhr s l o - m!jischer Waren nach Deutschland nach Möglichkeit zi -rl eicht ern und diese Einfuhr-bis auf wei- terc 5 in dem von der slowakischen Regierung ge-

I m schien Umfange zuzulassen. Gleichzeitig wurden Drabredungen zur Regelung der Zahlungen zwi- ssei dem Protektorat Böhmen und Mähren > uiii der Slowakei getroffen, um auch für den Wa- , rmustaufd) zwischen diesen beiden Gebieten eine fifere Grundlage zu schaffen. Um die wirtschaftliche 2i;aiffung an die neuen Verhältnisse für die ein« zkim Teile der früheren Tschecho-Slowakei nach Mlichkeit zu erleichtern, wird für den Warenver- Ni, zwischen den sudetendeutschen Gebieten : ui) dem Protektorat Böhmen und Mähren «Metts und der Slowakei anderseits bis auf wei- i Mte- Zollfreiheit gewährt.

Ergehen der Japaner in Mittelchina.

Schanghai, 27. März. (Europapreß.) Das j iäidlle Vorgehen der Japaner aus der Gegend des ^yung-Sees heraus hat am Sonntag als wichtigste ,15rjt das Eindringen der mechanisierten japa- iufern Vorhuten in die Vorstädte von Nan- llshmng gebracht, der Hauptstadt Kiangsis und 1 Husttstützpunkt der Chinesen in Mittelchina. Die in Ui'cn Teil Chinas stehenden Truppen Tschiangkai- f id(E: werden auf rund 400 000 Mann geschätzt. Die $ Shaner hoffen den Erfolg von Nantschang soweit

Die nachstehenden Ausführungen des Gene­ralinspektors Dr.-Jng. Fritz Todt über Bau und Wert unserer Westbefestigungen ent­nehmen wir mit freundlicher Genehmigung einem Aufsatz dem soeben erschienenen ersten Heft der neuen reich illustrierten Zeitschrift für alle Zweige des BauwesensDerbent« s ch e Baumeiste r".

Die Bauwirtschaft hat im Jahre 1938 eine beson­dere Belastung durch den Bau der Westbe- festigungen erfahren. Die Politik hat auch in diesem Fall wieder der Wirtschaft die Aufgaben ge­stellt. Daß im Lause der Monate aus dem Nichts das stärkste FestungsbandderWelt ent- standen ist, verdanken wir ausschließlich der Energie und dem treiben den Willen des Führers, der in allen Einzelheiten bis zur Gestaltung der Stände, bis zum Entwurf der Ausgänge', Scharten und Türen, bis zur Festsetzung der Betonstärke und Armierung alles in diesen Wochen angeordnet, ja selb st zahlreiche Skizzen und Zeich­nungen geliefert hat und beinahe täglich Be­sprechungen ober Ferngespräche über diese Fragen mit feinem Beauftragten führte.

Der Arbeitseinsatz war ein gewaltiger. Alles in allem waren es knapp eine halbe Million Menschen, die in biesen vier Monaten an ben Grenzen im Westen arbeiteten. Zu diesem Arbeits­einsatz kam ein gewaltiger Geräte- und Ma­terialeinsatz. Ich nenne nur einige Zahlen: Bon den 9000 im Baugewerbe und in der Bau­industrie verwendeten Betonmaschinen sind 3000 drüben im Westen angesetzt gewesen. An Holz wur­den über 300 000 Kubikmeter Schnittholz in den Westwall eingebaut.

Die Löhne sind manchmal kritisiert worden. Ge­wiß, der Mann hat gut verdient, aber er mußte auch 12 bis 16 Stunden arbeiten. Trotzdem haben es die Frauen zu Hause nicht immer empfunden und ge=

NSG. Immer noch begegnet man hier und da der Ansicht, daß die Heranziehung der äl­teren Jahrgänge zur Kurzausbildung in der Wehrmacht überflüssig sei. Die einen glauben, daß sie in ihrem Beruf nicht entbehrt werden können, die anderen sind der Me-inung, daß sie den an sie gestellten Anforderungen nicht mehr gewachsen seien. Es soll deshalb hier einmal klar gemacht werden, weshalb überhaupt die Kurzausbildung für die älte­ren Jahrgänge eingeführt wurde.

Mit der im Versailler Vertrag geforderten Ab­rüstung sollte Deutschland waffenlos und damit kampfunfähig gemacht werden. Aber wir haben es erlebt, daß dieser Ausfall dank der Tatkraft und Entschlossenheit des Führers in wenigen Jahren nicht nur aufgeholt wurde, sondern wir haben uns ben Fortschritt ber mobernen Technik auch in der Ausrüstung zu nutzen gemacht, und wir können heute stolz auf unsere modernen Angriffs- und Ab­wehrwaffen jein. Ganz anbers liegen die Dinge bei der uns nach dem unglücklichen Kriegsausgang aufgezwungenen Verminderung der unter Waffen stehenden Soldaten. Mit der Beschränkung des Gehenden Heeres auf 100 000 Mann glaubten unsere ehemaligen Kriegsgegner die deutsche Nation am meisten schwächen zu können. Hier hat die Erfah­rung gelehrt, daß man uns mit dieser Maßnahme wirklich vor eine schwer zu lösende Aufgabe gestellt hatte. Denn mas nützen die modernsten Kriegswaffen, wenn es an Soldaten fehlt, die diese zu handhaben verstehen?

Welche Lücken hier aufzufüllen waren, das kam uns erst in den Tagen so recht zum Bewußtsein, als der Führer wieder die allgemeine Wehr­pflicht einführte und gleichzeitig die Aufrüstung im verstärkten Maße einsetzte. Hier standen jene, die unter Hergabe der letzten Kraft den Welt­krieg miterlebt hatten. Unbesiegt und nur auf Geheiß einiger weniger Volksverderber hatten sie die Waffen aus der Hand gelegt. Dort standen die jungen Rekruten, erstmalig wieder dazu be­rufen, den Ehrendienst für Volk und Vaterland ab­zuleisten. Aber zwischen den Vaterlandsoerteibigern vom Weltkriege her und den Soldaten, die durch die Schule der neuen Wehrmacht 'gegangen waren, klaffte eine gewaltige Lück'e in der Landes­verteidigung. Es fehlten zahlreiche Jahr-

merkt, daß der Mann mehr verdiente, denn nicht alle haben genügend Geld nach Hause geschickt. Da­bei hat sich Deutschland sehr unterschiedlich verhal­ten. Die Erzgebirgler haben am meisten nach Hause gesandt, die Rheinländer und Hamburger haben bei der Arbeit etwas mehr Durst bekommen, und zu Hause beschwerten sich die Frauen, daß sie nicht ge­nügend Geld bekämen. Wir haben ein Plakat ange­schlagen, die Männer sollen mehr sparen. Das hat nicht viel genützt. Geholfen hat bann roieber die Partei über bie Frauenorganisation. Die Reichs- srauenführerin, Frau S ch o l tz - K l i n ck , hat ben Frauen in ber Pfalz drüben beigebracht, daß sie den einquartierten Männern nahelegen müssen, ihre Frauen zu Hause nicht zu vergessen. Diese Maß­nahme von Frau Scholtz-Klinck hatte den überall sichtbaren Erfolg, daß die Männer wieder mehr Geld nach Hause schickten.

Der erste Stand war schon Anfang Juni, der zehnte Stand am 25. Juli, der 100. am 12. August, der 1000. am 1. September betoniert, und in den kritischen Tagen, Ende September, waren so viele Stände fertig, daß auf der Gegenseite die Zahl der zu ihrem Beschuß nötigen Kaliber nicht mehr aus­reichte, um mehr als etwa ein Drittel niebertämpfen zu können. Das Rennen zwischen der Zahl ber Ka­liber unb ber Betonstänbe war Ende September gewonnen.

Besonbere Anforberungen mußten an ben Nachschub gestellt werben. Insgesamt hat die Deutsche Reichsbahn bis zum 20. Dezember über 500 000 Eisenbahnwaggons nach dem Westen ver­laden; zum Abtransport der mit der Bahn ankom­menden Güter waren 15 000 Lastkraftwagen einge­setzt. Die Lastkraftwagen übernahmen in der späte­ren Zeit, als die Eisenbahn für Truppentransporte benötigt wurde, ben Ersatzverkehr, unb man muß immer roieber anerkennen, baß ber Lastkraftwagen nicht nur ein Gelegenheitsfahrzeug war.

gänge an ausgebildeten Refervisten, auf die im Ernstfall zurückgegriffen werden muß. Da aber die Landesverteidigung gerade heute nie­mals nur einen Teil der Nation angeht, vielmehr jeder wehr- und waffenfähige Deutsche in der Lage sein muß, notfalls sein bedrohtes Vaterland zu schützen, blieb gar kein anderer Ausweg, als zur Kurzausbildung der Ungedienten zu schreiten.

Schon diese Tatsache sollte eigentlich genügen, jeden zur Kurzausbildung Herangezogenen davon zu überzeugen, daß diese Maßnahme eine drin­gende Notwendigkeit ist. Wer seine Heimat, sein Volk und Vaterland liebt, wird sich auch dazu bereitfinben müssen, sich in Not und Gefahr dafür einzusetzen, und wenn es sein muß, auch sein Leben dafür zu opfern, so wie es der Treueio von jedem Soldaten allezeit verlangt hat.

Es darf darüber kein Zweifel bestehen, daß Disziplin und Manneszucht nach wie vor die Grund­pfeiler der neuen Wehrmacht sind. Aber es werden keine Anforderungen an den Sowaten gestellt, die über sein Leistungsvermögen hinausgehen. Daneben find durch den Bau von neuen, jeder Hygiene Rech­nung tragenden Kasernen usw. gesunde und zweck­mäßige Unterkünfte geschaffen. Großer Wert wird auf einen stark ausgeprägten Kameradschaftsgeist gelegt, denn gerade die unerschütterliche Kameraden­treue ist es aeroefen, die in den langen Kriegsjahren zahllose Heldentaten verbringen ließen. Und der Dienst endlich ist in seiner heutigen Gestaltung so abwechslungsreich und vielseitig, daß die Kurzaus­bildung so recht dazu angetan ist, manchen einseitig auf feinen Beruf eingestellten jüngeren Menschen davon zu überzeugen, daß jedem Deutschen, wohin ihn auch das Schicksal gestellt haben mag, eine sol­datische Aufgabe aufgetragen ist.

Es ist verständlich, daß der zum Kurzdienen herangezogene Mann manchmal mit inneren Hem­mungen dem an ihn ergangenen Rufe Folge leistet, wenn er über Ziel und Zweck und die Art der Aus­bildung falsche Vorstellungen hat. Diese anfänglichen Hemmungen werden aber schnell überwunden sein, wenn er einmal mit dem inneren und äußeren Dienst vertraut geworden ist, wenn er zu der Er­kenntnis gekommen ist, daß der Waffendienst als Ehrendienst an Volk und Land gewertet wird.

Auch der diesjährigen Hauptversammlung kommt eine weit über die Grenzen des Reiches reichende Bedeutung zu. Eine erste wissenschaftliche Sitzung wird sich mit den Krankheitserregern der bazillären Ruhr befassen. Weitere Beratungen gelten dem Eigenleben der kleinen Feinde von Mensch, Tier und Pflanze in den vom Menschen angelegten Kul­turen und den Kampfstoffen gegen die Krankheits­erreger.

Der Chefdramaturg der Tobis gestorben.

Edlef Koppen, der Chefdramatura der Tobis, ist kurz vor der Vollendung seines 46. Lebensjahres in der Gießener Universitätsklinik gestorben. Koppen, der vom Journalismus herkam und sich auch schriftstellerisch betätigte, hat seine verantwor­tungsvolle Arbeit bei der Tobis mit feinem künst­lerischem Gefühl und mit dem unentbehrlichen Sinn für Realitäten geleitet. Als Stoffsucher und Anreger hat er sich um die künstlerische Filmproduktion in Deutschland große Verdienste erworben.

Schweres Explosionsunglück in England.

In einer Dynamitfabrik in Faversham (Grafschaft Kent) ereignete sich ein schweres Explosions­unglück, dem nach den bisherigen Feststellungen drei Menschenleben zum Opfer fielen. Zehn Per-

Die Qualitats-Zahnpaste

Chlorodont

reinigt die Zähne ebenso gründlich wie schonend I

fönen sind lebensgefährlich verletzt worden. Die Fabrik, in ber Explosivstoffe und Sprengkörper für Bergwerke hergestellt werden, ist fast völlig in Trümmer gelegt worden. In ben umliegenben Häu­sern würben bie Fensterscheiben zerstört. Der Be­völkerung hat sich eine panikartige Stimmung be­mächtigt. Nach einer halbamtlichen Mitteilung steht die Zahl der Opfer noch nicht endgültig fest, da es noch nicht möglich war, das Trümmerfeld einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. An der Unglücksstätte sind auch mehrere Beamte von Scot­land Pard eingetroffen, um bie Hintergründe des Explosionsunglücks aufzudecken.

30 Todesopfer des Lawinenunglücks in den Pyrenäen.

Das Lawinenunglück beim Jsour-See im Pyrenäengebiet nimmt immer größeren Umfang an. Die Zahl der Todesopfer beläuft sich aus 30. 26 davon sind Italiener. Da bie Verbindungen un­terbrochen find, mußte man vorläufig darauf ver­zichten, bie Leichen von dem 1600 Meter hoch ge­legenen See zu Tal zu bringen. In dem Gebiet süd­lich von Lourdes unb Tarbes gehen stündlich neue Lawinen nieder, so baß die Lage vielfach kritisch geworden ist. Der plötzlich aufgetretene Föhnsturm hat in dem Gebirgsmafsiv, wo in ben letzten Tagen riesige Schneemassen niedergegangen waren, schwere Verheerungen angerichtet. Die Straßen sind durch bie Lawinenstürze unterbrochen. Telephon- und Starkstromleitungsmasten wurden umgelegt. In Tarbes herrscht große Besorgnis wegen des Schick­sal des Dorfes Bareges, das durch eine Lawine von der Umwelt ständig abgeschnitten ist. Seit drei Tagen sind in Jgnoure in 1700 Meter Hohe 40 Ar­beiter von jedem Verkehr abgeschnitten. Man be­fürchtet, baß ihre Lebensmittelvorräte aufgebraucht sind und will ihnen durch ein Flugzeug neue Vor­räte zukommen lassen.

Schweres Flugzeugunglück in USA.

Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich bei Oklahoma. Ein Verkehrsflugzeug des Doug- las-Typs stürzte sechs Minuten, nachdem es den Hafen von Oklahoma verlassen hatte, ab. Don den Zwölf Insassen konnten sich nur der Pilot, ein wei­teres Mitglied ber Besatzung und zwei Fluggäste im letzten Augenblick aus dem Fenster stürzen, wur­den dabei jedoch schwer verletzt. Man nimmt an, daß die übrigen acht Personen, soweit sie nicht bereits beim Aufprall den Tod fanden, verbrannt sind.

BuckerStudent" flog Rekord.

Auf ber Strecke BremenSchwessin (Pommern) Bremen flog das mit nur einem 50-?S-Zündapp- Motor ausgerüstete KleinflugzeugStudent" der Bücker - Flugzeugwerke Rangsdorf bei Berlin unter Führung des Flguzeugführers Werner A h ! - feld mit einem Fluggast an Bord eine neue inter­nationale Bestleistung und brachte den bisher vom Ausland gehaltenen Geschwindigkeitsrekord in der Klasse der Leichtflugzeuge an Deutschland. Heber eine Flugstrecke von 1000 Kilometer, die derStu­dent" in insgesamt 5 Stunden 48 Minuten zurück- legte, wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 171,95 km/st erreicht und somit der bisher mit 144,148 km/st gehaltene Rekord um fast 30 Kilo­meter überboten.

Motorboot im Sturm gestrandet.

An der Küste von Palästina strandete wäh­rend eines heftigen Sturmes ein Motorboot mit drei jungen Amerikanern, die sich auf einer Welt­reise befanden. Ein Insasse ertrank, die beiden anderen konnten von Arabern gerettet werden. Die Amerikaner hatten im Juni des vergangenen Jahres von Baltimore aus die Fahrt angetreten. Dor sieben Tagen waren sie von Athen nach Zypern abge­fahren, sie konnten die Insel jedoch infolge des Un­wetters nicht erreichen und wurden dann vom Sturm an die Küste von Palästina verschlagen. Flugzeugzufammenstoß über dem indischen Urwald.

50 Kilometer nördlich von Karachi stieß über dem Urwald ein Flugzeug der Indischen Luftfahrtgesell­schaft mit einem anderen Flugzeug zusammen. Die Insassen beider Maschinen, zwei Inder und ein Amerikaner, fanden dabei den Tod. Der eine Verunglückte ist einer der bekanntesten indischen Flieger, der im vorigen Jahr die Goldene Flieger­medaille des Vizekönigs von Indien erhalten hat. Beide Flugzeuge wurden völlig zertrümmert.

Schwere Ueberfchwemmungen in Südafrika.

Schwere Wolkenbrüche führten in Südafrika zu einem unverhältnismäßig starken Anschwellen des Flusses Umzimkulu. Der Fluß über­schwemmte weite Landstrecken. In der Stadt gleichen Namens verursachte die Ueberschwemmung eine Panik unter der Bevölkerung. Mitten in der Nacht mußten die Bewohner vor den Fluten flüch­ten. Die Zahl der Opfer hat noch nicht genau festge­stellt werden können. Nach den bisherigen Berichten sind mindestens 20 Eingeborene ertrunken. Hunderte von Stück Vieh sind gleichfalls in den Fluten umgekommen. Ebenso entstanden große Ueberschwemmungen im Bezirk von Malu. Der Sachschaden ist beträchtlich. Die Stadt Umzimkulu

ausnutzen zu können, daß die zwischen Mittelchina und der Küste operierenden chinesischen Freischärler­verbände aus Mangel an Zufuhren ihre Tätigkeit einftellen müssen. Am Tschientang-Fluß, südlich von Hangtschau, wurde heftig gekämpft. Die japanische Kriegsmarine bombardierte Plätze an der chine­sischen Südküste.

Kleine politische Nachrichten.

Die R e i ch s m a r k ist für das Memelgebiet gesetzliches Zahlungsmittel. Der Umrechnungskurs ist: Ein Litt = 40 Reichspfennige.

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Nach Ausscheiden von Dr. K o e l b l aus dem Präsidium der Deutschen Akademie hat der Senat Ministerpräsidenten Siebert einstimmig zum Präsidenten der Deutschen Akademie gewählt.

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Einer Einladung des Generals Franco Folge leistend bat der ReOchskriegerführer ff- Gruppenführer General der Infanterie Reinhard eine Reife nach Spanien angetreten. Nach einem Besuch des deutschen Botschafters in San Sebastian wird sich General Reinhard nach Burgos begeben, um von dort aus einzelne Frontstellungen zu besichtigen.

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Die drei KdF. - SchiffeDer Deutsche", Sierra Cordoba" undOze-ana" liefen auf ihrer Heimfahrt von Italien am Sonntagfrüh Lissa­bon an. Die 2500 KdF.-Urlauber, die. ihre Heim- ahrt in Lissabon zu einem zweitägigen Aufenthalt unterbrechen, werden herzlich willkommen geheißen.

Aus aller Wett.

Große Waffersporlausstellung Berlin.

Die Große Wassers portaus st ell^ing ist eröffnet worden. Der Gauführer im NSRL., ff- Brigadeführer Breithaupt, erklärte, auch 'n diesem Jahre wieder stellt sich der NS.-Reichsbund ür Leibesübungen mit seinen Wassersport treiben­den Fachämtern und Verbänden gemeinsam mit der Industrie in den Dienst des Gedankens, die Seg­nungen des Wassersports mit seiner Naturverbun­denheit möglichst weiten Kreisen der Bevölkerung

zugänglich zu machen. Brigadeführer Breit­haupt würdigte die Arbeit der bedeutenden Zweige des deutschen Wassersportes. Der Segleroerband ist mit 30 000 Mitgliedern und 9000 Fahrzeugen heute die größte segelsportliche Organisation der Welt, während das Fachamt Kanusport im NSRL. 50 000 Mitglieder hat. Unsere Ruderer führen feit 1936 die Nationen der Welt in ihrem Sport an.

Studentenführerlager in Vogelsang beendet

Das Reichslager der Studentenfüh­rer auf der Ordensburg Vogelsang ist, nach der Meldung der NSK., nach achttägiger Dauer beendet. Ueber 800 studentische Kameradschaftsführer hörten die Vorträge und Referate der führenden Männer aus Partei, Staat und Wehrmacht, vertieften in Ar­beitsgemeinschaften das Gehörte, trieben Leibesübun­gen und pflegten das Gemeinschaftssingen. In um­fassender Weise wurde den Kameradschaftsführern, die in den kommenden Semestern an irgendeiner Hoch­oder Fachschule des Reiches eine studentische Mann­schaft zu führen haben, das Rüstzeug für ihre künf­tige Arbeit mitgegeben.

AusstellungHaushalt leicht gemacht".

NSG. In Frankfurt a. M. wird in den nächsten Tagen in den Römerhallen eine Wanderaus- st e 11 u n g,H a u s h a 11 l e i ch t g e m a ch t" , des Deutschen Frauenwerkes Gau Hessen-Nassau gezeigt, die bei den Hausfrauen großes Interesse finden wird. Die Ausstellung wird im Laufe des Frühlings noch in verschiedenen anderen Städten des Gaues gezeigt. Das Deutsche Frauenwerk hat es sich in Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand zur Auf­gabe gemacht, durch die Ausstellung der Hausfrau neue Anregungen zu geben. Ein Ausstellungskino bringt interessante Filme, und die Sonderschau Koche gut und richtig" zeigt Gerichte, die nach einem gut ausgewählten, ständig wechselnden Küchenplan täglich praktisch vorgeführt werden.

Die deutschen Mikrobiologen tagen in Wien.

Die Deutsche Vereinigung für Mikro­biologie hält ihre erste großdeutsche Tagung vom 26. bis 30. März 1939 in Wien ab. Seit den Tagen Robert Kochs u d Emil von Behrings stehen die deuischen Dakicrienforscher in vorderster Front gegen die Infektionskrankheiten aller Art.

Warum Kurzausbildung bei der Wehrmacht?

Von Hpim. ((£) plachner, Kassel.