Ausgabe 
27.2.1939
 
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llnterhaltszuschüffe für Zivilanwärter.

/Verbesserung der wirtschastlichen

Die Ausstellung des Deutschen Museums für Län­derkunde in LeipziaDer neue Reichsgau Sudetendeutsches Land und Volk" wurde durch ihren Schirmherrn Reichskommissar Gauleiter Konrad Henlein in Anwesenheit zahl­reicher Ehrengäste aus Partei, Staat, Kunst und Wissenschaft namentlich aus dem Sudetengau er­öffnet.

Die Inkraftsetzung des Gesetzes über Aende- rungdes Einkommen st euergefetzes vom 17. Februar 1939 für das Land Oesterreich und für die sudetendeutschen Gebiete bleibt vorbehalten. *

Der Reichserziehungsminister hat ongeordnet, daß Lehrlinge, die die Facharbeiter-, die Gesellen- oder G e h i l f e n p r ü f u n g mit Erfolg abgelegt haben, für den Rest des Schülhalb- jahres vom Besuch der Berufsschule be­freit sind.

Die Gattin des Reichsarbeitsführers Reichs­leiter Hier! ist nach langem, schwerem Leiden am Donnerstag früh in Frankfurt am Main verschieden.

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Das PanzerschiffDeutschlan d", das sich auf einer Ausbildungsreise im Atlantic befindet, ist am 23. Februar in dem nationalspanischen Hafen Fe r- r o l (an der Nordwestküste) eingelaufen.

Die argentinische Regierung hat eine Verlaut­barung ausgegeben, in der es heißt, die Regierung habe es auf Grund der tatsächlichen Lage in Spa­nien für nötig gehalten, d i e Regierung des Generals Franco anzuerkennen und mit den neuen spanischen Behörden sofort prak­tische Beziehungen aufzunehmen, wie sie der traditionellen Verbundenheit und den ge­meinsamen Interessen entsprächen, die stets zwischen beiden Ländern bestanden hätten.

Die Proklamierung der neuen Verfassung der eng- lichen Kronkolonie Malta durch den Gouverneur vollzog sich in Abwesenheit aller mal­tesischen Körperschaften. Von der mal­tesischen Bevölkerung wird nämlich die Verfassung abgelehnt, obwohl sie gegenüber dem bisherigen Ausland den Maltesern etwas mehr Rechte ein­räumt.

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Ministerpräsident Chamberlain wird, wie verlautet, demnächst ein umfangreiches Buch über den Frieden herausgeben, das sich zum Teil auf seine Reden stützen wird.

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Um die Kapitalflucht in versteckter Form zu verhindern, hat die t s ch e ch o - s l o w a k i s ch e Regierung die Ausfuhr von Schmuckstücken, Pelzen und wertvollen Sammlungen verboten.

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Der tschecho-slowakische Staatspräsident Dr. Hacha empfing auf der Prager Burg den Rektor der Deutschen Universität in Prag, Professur Dr. Otto, den Rektor der Deutschen Technischen Hochschule in Prag, Professor Dr. Braß und den Rektor der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn, Professor Dr. K o s ch m i e d e r.

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Der litauische Staatspräsident hat aus Anlaß des Unabhängigkeitstages eine Reihe von Straferlassen verfügt für Personen, die von Kriegsgerichten verurteilt wurden. Unter l)en 67 Betroffenen befinden sich elf Memel- länger, denen die Strafe erlassen ist.

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DerOsservatore Romano" veröffentlicht die E i n- Berufung des Konklave zum 1. März. Nach vorhergehenden kirchlichen Feiern begeben sich die Kardinäle in die Sixtinische Kapelle, zu einer for­mellen Besprechung, worauf am 2. März der erste Wahlgang stattfindet.

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Erklärungen des ersten Sekretärs des Gebiets­komitees von Odessa, Kolywanow, enthalten die Bestätigung der Gerüchte, die in den letzten Wochen von neuen Ma ssen Hinrichtungen in der Sowjetukraine wissen wollten. Kolywanow erklärte, gewisse feindliche Elemente hätten sich wieder hervorgewagt. Erst in den letzten Wochen seien siebeseitigt und vernichtet" wo^ei^^

Ndz. Der Reichsfinanzminister hat eine Neuord­nung der Unterhalts Zuschüsse und Vergü­tungen für Beamte im Borbereitungs- und Probedienst erlassen, die außer einer Vereinfachung auch beachtliche Verbesserungen für den Beamten­nachwuchs mit sich bringt. Der Minister begründet die Neuordnung mit dem Wunsch, eine Erleichterung der wirtschaftlichen Lage des Beamtennachwuchses her­beizuführen. Gleichzeitig mit der Neuregelung für die Zivilanwärter werden die Bestimmungen über die Vergütungen für die Versorgungsanwärter mit den seither eingetretenen Ergänzungen neu be­kanntgemacht. Von besonderer Bedeutung ist die Bestimmung, daß nunmehr jeder Zivilanwärter der regelmäßigen Dienstlaufbahn während des Vorberei­tungsdienstes einen Unterhaltszufchuß bekommt. Bisher erhielten vor allem ein beträchtlicher Teil der Gerichts- und der Studienreferendare keinen Unterhaltszufchuß. Es wurde die Bedürftigkeit ge­prüft und nach Maßgabe der vorhandenen Mittel die wiederum auf den Nachwuchsbedarf der beteiligten Justiz- und Unterrichtsverwaltung abgestellt waren verteilt. Jetzt erhält auch jeder Referendar einen Unterhaltszufchuß. Nach der Neuregelung betragen die Unterhaltszufchüsse für die Zivilanwärter monat­lich zwischen 95 und 135 RM. für ledige Anwärter, während sie für Verheiratete zwischen 110 und 200 RM. je nach der Laufbahngruppe liegen. Es sind dies, was weiter hervorzuheben ist, besoldungs­technisch sog., Nettobeträge, die also nicht mehr den Vorschriften der Gehaltskürzungsverordnungen, wohl aber natürlich den Steuerbestimmungen unter­liegen.

.Die Motorisierung Deutschlands erfordert auch ein leistungsfähiges Kraftfahrzeughandwerk. Während bisher in Deutschland insgesamt erst rund 35000 Zug­maschinen in der Landwirtschaft Verwendung finden, wurde auf dem Reichsbauerntag 1938 erklärt, daß eine Mechanisierung und Motorisierung der Land­wirtschaft eine Soll-Produktionszahl von jährlich allein 50000 landwirtschaftlichen Zugmaschinen not­wendig macht. Das Landmaschinenhandwerk und das Kraftfahrzeughandwerk werdey dadurch in eine ganz neue Entwicklung förmlich hineingedrängt, die eine gründliche fachtechnische Schulung und Modernisie­rung der Betriebe bedingt.

Die Kraftfahrzeugwerkstätten sind.seit 1937/38 voll beschäftigt, zum Teil überbefchäftigt. Die alljährliche Steigerung des Reparaturanfalles kann auf rund 25 v. H. geschätzt werden. Die früher üblichen stillen Wochen und Monate im Winter gibt es feit dem Winter 1937/38 in den Kraftfahrzeugwerkstätten nicht mehr. Die Beschäftigung ist in den Sommermonaten türmifch und auch in den Wintermonaten voll. Soll das Krastfahrzeughandwerk den ständig steigenden Reparaturanfall, der sich aus der ständig steigenden Zahl von Kraftfahrzeugen ergibt, bewältigen können, so muß die jetzige Kapazität der Werkstätten erheblich erweitert werden. Dazu gehören Werkstattneubauten und -Erweiterungsbauten größten Umfanges. Mit rund 120000 Beschäftigten ist das ^raftfahrzeughand- werk ebenso stark wie die gesamte Kraftfahrzeug­industrie. 9000 Lehrlingen im Jahre 1933 stehen zur Zeit 30000 Lehrlinge gegenüber. Mit der Anzahl der Lehrlinge je Lehrwerkstatt, marschiert das junge Kraftfahrzeughandwerk weitaus an der Spitze sämt­licher deutschen Handwerkszweige.

Nachdem der Preisbildungskommissar das Fest­preissystem für Jnstandsetzungsarbeiten an Kraftfahrzeugen bereits im vorigen Jahr einge­leitet hatte, sind diese Arheitspreislisten weiter ent­wickelt worden. Ende des Jahres 1939 werden für sämtliche gängigen, serienmäßig auf dem Markt be- indlichen Kraftrad-, Personenwagen-, Lieferwagen- und Lastwagentypen Arbeitspreislisten einge- ührt sein. Das Preisniveau ist dann generell stabi­lisiert und kann kontrolliert werden. Das Handwerk verspricht sich davon vor allem eine Stärkung des Vertrauens zwischen Kraftfahrer und Werkstatt. Dem Reichsinnungsverband des Kraftfahrzeughand­werks wurde die Organisation des Abschlepp­dienstes auf den Reichsautobahnen übertragen. Hierbei wird ein vom Reichsinnungsmeister Stupp

Lage des Beamtennachwuchses.

Die Unterhaltszuschüsse werden jetzt ohne Antrag und ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Anwärters gewährt, auch während des Erholungsurlaubs und in Krankheits­fällen bis längstens 26 Wochen. Im übrigen sind die Sätze selbst z. T. etwas erhöht worden, vor allem wurden durchweg die Sätze für verheiratete Anwärter verbessert, um bereits in dieser Vor­bereitungszeit wenigstens einen Beitrag zur För- derung der Frühehe zu leisten. Ein Unterhalts­zuschuß ist zu widerrufen, falls sich der Anwärter der Ablegung der Prüfung schuldhaft entzieht oder sie schuldhaft verzögert. Die Zivilanwärter, die alte Nationalsozialisten sind und die wegen ihrer Ver­dienste um die Bewegung bevorzugt in den einfachen, mittleren oder gehobenen Dienst einberufen sind, erhalten nach bestimmten Vorschriften erhöhte Unterhaltszuschüsse.

Da sich der besondere Nachwuchsmangel bei Tech­nikern auch für die Behörden bemerkbar macht, werden häufig bereits technische Zivilanwärter mit bestimmten Beschäftigungsaufträgen versehen. In solchem Falle erhalten sie, ebenso gegebenenfalls nichttechnische Anwärter, besondereVergütungen, die etwas über den Unterhaltszuschüssen liegen. Für die Versorgungsanwärter ändert sich materiell nichts. Der Erlaß tritt am 1. April 1939 in Kraft. Soweit Betroffenen bisher im Einzelfall höhere Beträge gewährt wurden, können sie ihnen für ihre Person belassen werden. t

entwickeltes Spezialabschleppgerät, das genossen­schaftlich betrieben werden soll, eine große Rolle spielen. Der Reichsinnungsmeister ist vom General­bevollmächtigten für das Kraftfahrwesen in seinen Beirat berufen worden. Auftragsgemäß hat er einen Bericht über mögliche und notwendige Reformen der Instandsetzung vorgelegt. Leitstern der Reichstagung 1939 des Kraftfahrzeughandwerks war: die deutsche Kraftfahrt die erste der Welt; das deutsche Kraft­fahrzeughandwerk das Beste der Welt.

Der Krafifahrperfonenverkehr

Pflichten des Fahrpersonals und der Fahrgäste.

Neben den strengen fahrtechnischen und charakter­lichen Voraussetzungen, die für den Fahrzeugführer in der neuen Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr festgelegt werden, enthält die Verordnung noch besondere Be­stimmungen über die Pflichten des Fahr­personals wie auch über bas Verhalten der Fahrgäste. Das Fahrpersonal hat sich wäh­rend des Dienstes rücksichtsvoll, besonnen und höflich zu verhalten. Dem Fahrer ist untersagt, während des Dienstes und der Dienstbereitschaft geistige Getränke zu sich zu nehmen, sich während des Fahrens mit den Fahrgästen zu unterhalten, Fahrten auszufüh­ren, solange er oder ein Mitglied seiner häuslichen Gemeinschaft an einer anzeigepflichtigen Krankheit leidet, im Linien- und Droschkenverkehr während des Fahrens zu rauchen. Die gleichen Bestimmungen, ausgenommen die Unterhaltung mit den Fahrgästen, gelten für Schaffner.

Der Fahrer hat vor Beginn jeder Fahrt die WirksamkeitderBremsen durch mindestens eine Probebremsung zu prüfen. Personen, welche die Sicherheit und Ordnung des Betriebes ober die Mit­fahrenden gefährden, dürfen nicht befördert werden. Das gilt insbesondere für Betrunkene und für Personen mit ekelerregenden oder anstecken­den Krankheiten, für Personen, die explosionsfähige, leicht entzündliche oder ätzende Stoffe mit sich führen, und schließlich für Personen mit geladenen Schuß­waffen, soweit sie zur Mitführung nicht amtlich be­fugt sind. Den Fahrgästen ist insbesondere unter­sagt, sich mit dem Fahrer während des Fahrens zu unterhalten, die Türen während des Fahrens eigen­

mächtig zu öffnen, während des Fahrens auf- oder abzuspringen und ein vom Fahrpersonal alsbe­setzt" bezeichnetes Fahrzeug zu betreten.

Oie Deutsche Fachbuchwerbung wird in Frankfurt eröffnet.

NSG. Die Gauhauptstadt Frankfurt o. M setzt die große Reihe bedeutender Reichsoeranstaltungen, die mit Vorliebe in ihre Mauern verlegt werden, mit der Eröffnungskundgebung für die Fachbuch­werbung 1939 fort. Diese in jebem Jahr durch­geführte Aktion verfolgt den Zweck, jeden Volks­genossen mit den besten Fachbüchern seines Berufes bekannt zu machen, durch die er sich weitere berufliche Kenntnisse erwerben kann. In diesem Jahre kommt der Fachbuchwerbung als einem Mittel zur Leistungssteigerung besondere Be­deutung zu. Die große Eröffnungskundgebung für ganz Deutschland, auf der (Bauleiter und Reichsstatt­halter Sprenger spricht findet am 2 März im IG.-Hochhaus im Rahmen eines allgemeinen Betriebsappells statt. Außerdem ergreifen Staats- fefretär Hanke, Reichsfachamtsleiter Dipl.-Ing. E^b e n b ö ck und Obergebietsführer Axmann, der Leiter des Reichsberufswettkampfes, das Wort. Nach dieser Eröffnungskundgebung finden in Ber­lin, Reichenberg, Breslau, Graz, Nürnberg und Köln weitere Hauptoeranstaltungen statt. Die ge­samte Fachbuchwerbung dauert oom 1. März bis 30. April.

Ausstellung

Deutsches Wohnen 1939".

In Leipzig wurde eine Ausstellung des Tischler­handwerksDeutsches Wohnen 1 9 3 9" er­öffnet. Reichshandwerksmeister Schramm erklärte, die Ausstellung, die gerade auch die handwerkliche Wohnungsgestaltung für den schmalen Geldbeutel zeigt, diene der Leistungssteigerung der Handwerks­meister der heimgestaltenden Berufe und der Auf­klärung unserer Verbraucher, die sich jahrzehnte­lang vielfach von jüdischen Handelsvertretern zu unehrlichem, kitschigem und zum großen Teil nutz­losem Hausrat bereden ließen und denen jetzt die Augen aufgehen, wie man ohne übermäßigen Auf­wand ein wirkliches Heim zweckvoll, ehrlich und schön gestalten kann. Obergauführerin El em en, tine zu Castell wies darauf hin, daß noch vor einigen Jahren eine Möbelausstellung uns hätte glauben machen können, mit Sackleinen bespannte Stahlröhren seien die Umgebung für den moder­nen Menschen. Der Uebergang vom Plüsch zur Sachlichkeit und zum stilisierten Möbel sei jetzt überwunden. Heute habe sich der Geschmack ver­edelt. Bei den Mädeln der Jahrgänge des BDM.» WerkesGlaube und Schönheit" stehe das Eigen­heim bereits im Mittelpunkt aller Ueberlegungen. Die Mädel würden dazu erzogen, daß sie an kalter Pracht und Serienmöbeln keinen Geschmack mehr finden. Sie sollen dereinst praktisch, zweckmäßig und im besten Sinne gemütlich wohnen.

Sparsam mit Ehrungen.

Die Neuregelung der Ernennung zu Ehren­meistern des deutschen Handwerks hat dem Reichshandwerksmeister Veranlassung gegeben, die Frage der Ehrungen im Handwerk grundsätzlich zu behandeln. Danach sind Ehrungen nur vorzu­nehmen, wenn sie durch besondere Ver­dien sie gerechtfertigt sind. Ernennungen zu Ehrenmitgliedern einer Innung bedür­fen der Zustimmung des Kammerpräsidenten. Die Verleihung des Titels E h r e n m e i ft e r ist erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres zulässig ober wenn der Betreffende in vorbildlicher Weise mindestens 20 Jahre ohne Unterbrechung die Innung geführt hat. Für die Ernennung zu Ehrenmeistern für einen Kammer- oder Wirtschaftsbezirk und ebenso für die Ernennung zu Ehrenmeistern auf fachlicher Grund­lage ist die Zustimmung des Reichshandwerksmeisters erforderlich.

Zahresiagung der Aeickefilmkammer 193°.

Vorn 9. bis 11. März d. I. veranstaltet die Reichsfilmkammer ihre Jahrestagung in Berlin. Im Rahmen der Jahrestagung findet eine AusstellungDie Werbung für den deutschen Film" statt, die am 9. März eröffnet wird. Am Abend werden festliche Uraufführungen von mehre­ren Filmen stattfinden. Die Jahrestagung wird offi­ziell am 10. März im Sitzungssaal des Reichstages vom Präsidenten der Reichsfilmkammer eröffnet.

Deutsches Krastfahrzeughandwerk--

das beste der Welt."