Ausgabe 
27.1.1939
 
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E. F. Paris, 26. Januar.

Die

durch den jeder

antrag abgelehnt

rung den vorläufigen Betrag von 50 00 0 Pefos überreicht. Die h a p a g stellte, ihren neuen Damp­ferTUonferraf der Regierung zum Transport von Aerzten, Medikamenten und Lebensmitteln in das Lrdbebengebiet zur Verfügung. Auch die L u f t- Hansa hat der Regierung ein Flugzeug überlassen. Eine große Anzahl von deutschen Volksgenossen haben sich mit dem stellvertretenden Landesgruppen­leiter an der Spitze und in Begleitung mehrerer deutscher Aerzte auf dem Flugwege nach Concepcion begeben, um den Betroffenen Hilfe und Unter­stützung angedeihen zu lassen.

Die telephonischen und telegraphischen Verbin­dungen in den Erdbebengebieten sind noch unter­brochen, weshalb man sich über das gesamte Aus­maß des Unglücks noch kein vollständiges Bild machen kann. In Concepcion find auch viele deutsche Geschäftshäuser eingestürzt. Die deutsche Kolonie von Santiago Hal ihr Hospital und private Unterkünfte den Verletzten und Rot­leidenden zur Verfügung gestellt. Das über Chile hereingebrochene ungeheure Unglück trifft alle Kreise des Volkes schwer. 3m ganzen Lande haben um­fangreiche Sammlungen unter Beteiligung des Polizeikorps eingesetzt. Die Behörden haben Vor­kehrungen getroffen, um ein Aufkommen von Epi­demien zu verhindern.

der Verletzten 40 000. Lin großer Teil der Bevölkerung ist in bitterste Rot gekommen. Der deutsche Botschafter, der stellvertretende Landes- gruppenleiter, der Konsul und die Leiter der deut­schen Kolonie haben an die deutschen Volksgenossen einen Aufruf gerichtet, durch Geldspenden, Kleidung und Lebensmittel die Rot der von dem Erdbeben Betroffenen zu lindern. Das Winterhilfswerk von Chile hat der Regie-

Frankreich hält an der Nichteinmischung fest

Vertrauensvotum für Daladier findet große Mehrheit in der Kammer.

Verteidigung (193 Millionen Schweizer Fran­ken) und der A r b e i t s b e f ch a f f u n g (202i Mil­lionen Schweizer Franken) für die Periode 1939/41 sehe in der Hauptsache die Weiterführung des bis­herigen Arbeitsbeschaffungssystems vor. Als beson­dere Maßnahmen erwähnte der Redner den Aus- b a u d e r A l p e n st r a ß e n , die Unterstützung von Bodenoerbesserungen, Flußregulierungen usw., fer­ner die Förderung der Ausfuhr, der Fremden­industrie und des Gewerbes.

20000 Todesopfer der Erdbebenkatastrophe in Chile. Zahlreiche deutsche Geschäftshäuser in Concepcion eingestürzt. - Umfangreiche Hilfsaktion eingeleitet.

Der Führer hat an den Präsidenten von Chile aus Anlaß der Erdbebenkatastrophe nach­stehendes Beileidstelegramm gerichtet: ,Lu dem

schafter von Moltke zu einem Empfang geladen, an ! dem weitere zahlreiche Persönlichkeiten des politi- 1 schen, wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Lebens Warschaus mit ihren Damen teilnahmen. Rumäniens innerpolitische Lage.

B u k a r e st, 26. Jan. (Europapreß.) Wie die erst ' jetzt amtlich bekanntgegebenen Einzelheiten über eine 1 am 7. Januar aufgedeckte Verschwörung beweisen, gibt es in Rumänien immer noch geheime Gruppen, > die der Eisernen Garde nahestehen. Nach dem amtlichen Bericht wurde am 7. Januar in einer mechanischen Werkstätte eine Einrichtung zur her- Stellung von Flammenwerfern und Bomben entdeckt. Rach Verhaftung des Eigentümers der Werkstätte tonnte ermittelt werden, daß es sich um eine aus 26 Mitgliedern bestehende Gruppe von Mitgliedern der Eisernen Garde handelte, die anscheinend die Führung der nod) vorhandenen Reste der Codreanu- Bewegung übernommen hatte und die wichtigsten öffentlichen Gebäude, die Kraftwerke, Rundfunk­sender, Post- und Polizeidirektionen, sprengen bzw. in Brand stecken wollten. Es stellte sich immer nach dem amtlichen Bericht heraus, daß die Sprengstoffe von dem Leutnant Dumitrescu aus militärischen Lagern entwendet wor­den waren. Der Leutnant beging vor seiner Ver­haftung Selbstmord. 25 Zivilisten wurden verhaftet, bei denen es sich fast ausschließlich um Intellektuelle (Rechtsanwälte, Aerzte, Ingenieure und Studenten) handelt.

Der Generalrat der Front der nationa­len Wiedergeburt hielt im Festsaal des Se­nats seine konstituierende Sitzung ab. 120 Mitglieder de» Generalrates waren zugegen. Dreißia Mitglieder sind noch nicht' ernannt wor­den. Ministerpräsident Patriarch Myron Chri- st e a gab einen geschichtlichen Rückblick und hob insbesondere die Ereignisse hervor, die den König zur Schaffung der Front der nationalen Wieder­geburt bewogen hätten. Dann sprachen Vertreter der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und der Arbeiterschaft sowie je ein Abgeordneter Sie­benbürgens und Bessarabiens. Der letzte Redner war der frühere deutsche Abgeordnete Hans H e d - rich, der im Namen der deutschen Volksgruppe sprach.

Oie Schweizer Neutralität.

Das Arbeitsbeschaffungs-Programm.

B e r n , 26. Jan. (Europapreß.) Der Vorsteher des eidgenössischen Volkswirtschafts-Departements, Bun­desrat Ob recht, sprach über das Arbeitsbe- fchaffungsprogramm des Bundesrats und wies dabei auf die schwierige internationale Lage hin. Die Integrität der Schweiz sei w e - de L b ed ro.h tt no ch gefährdet. Der Bundes-

nahezu einstimmig gebilligt worden, obwohl auch damals schon der Anteil bekannt gewesen sei, den Italien am spanischen Bürgerkrieg genommen habe. Unter diesen Umständen habe die französische Regierung wie auch ihre Vorgängerinnen die Po­litik der Nichteinmischung aufrechterhalten und werde sie auch weiterhin aufrechterhalten. Es sei ausschließlich die Sache der Spanier, ihre Streitigkeiten unter sich zum Austrag zu bringen. (Beifall aus den meisten Bänken.) Bonnet erinnerte weiter an die von Italien England gegenüber ein­gegangenen Verpflichtung, seine Truppen aus Spa­nien nach Beendigung des Bürgerkrieges zuruckzu- ziehen. Außerdem sei Lord Halifax gebeten worden, einen neuen Schritt dieser Art bei Italien zu unter­nehmen. Frankreich werde den kommenden Schwie­rigkeiten mit Ruhe und Kaltblütigkeit begegnen. Die Völker beurteile man nach ihrem Opfergeist und nach ihrer Produktionskraft. Seit dem vergangenen September habe die Wiederaufrichtung Frankreichs begonnen. Wenn in diesem Jahre harte Notwendigkeiten an Frankreich heran­treten würden, so sei es bereit, sie auf sich zu nehmen.

Das Vertrauensvotum.

Die Rede Bonnets hatte auf die Abgeordneten der Kammer sichtlich großen Eindruck gemacht, wenn auch die Linke bei der Versicherung des absoluten Neutralitätswillens gegenüber Spanien Unruhe zeigte. Die Kammer hat nun über folgende von den Radikalsozialisten eingebrachte und von der Re­gierung gebilligte Tagesordnung abzustimmen: Die Kammer, die die ' Erklärung der Regierung billigt, vertraut ihrer Wachsamkeit zur Wahrung der Integrität des Imperiums und der imperialen Ver­bindungswege, lehnt jeden Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über." Kurz nach 21 Uhr trat Mi­nisterpräsident Daladier an das Rednerpult, um in einer eindringlichen Ansprache seine Auffassung über die Lage zusammenzufassen und die Kammer 3ur einmütigen Annahme des radikalsozialen Ent­schließungsentwurfes aufzufordern. Leon Blum er­klärte, daß es ihm unmöglich sei, auf den von den Sozialdemokraten eingebrachten Zusatz zu verzichten, der die Achtung der Nichteinmischungspolitik knirch olle Staaten verlangt. Daladier erwiderte, daß er die Vertrauensfrage zur unveränderten An­nahme des radikalsozialen Entschließungsentwurfes stelle. Die Kammer nahm dann mit 3 6 0 gegen 2 3 4 Stimmen den Satz der Entschließung an,

Nachmittagssitzung der Kammer, in der Außenminister Bonnet seine mit größter Span­nung erwartete Rede hielt, bot das Schauspiel gro­ßer Tage. Schon lange vor Beginn der Sitzung Daren die Tribünen für das Publikum und die

rat sei zu der Auffassung gelangt, daß der Versuch, der alten angestammten Neutralität der Schweiz eine andere Auffassung zu geben als sie bisher all- gemein anerkannt gewesen sei, ein unglückliches Interfangen bedeuten würde, das nur geeignet sein könne, die guten internationalen Beziehungen zu trüben. Andererseits komme der kleinen Schweiz nicht die Rolle zu, über Politik und Wirtschaft der großen Staaten zu Gericht zu sitzen. Die neue Vor­lage des Bundesrats für Zwecke der Landes-

schweren Erdbebenunglück, von dem die chilenische Nation in so tragischem Ausmaße heimgesucht wurde, spreche ich Eurer Exzellenz im Namen des deutschen Volkes und in meinem eigenen mein tiefemp­fundenes Mitgefühl aus."

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Santiago de Chile, 27. Jan. (Europa- preß-Funkfpruch). Nur allmählich ergibt sich ein ungefähres Bild von den furchtbaren Folgen, die das Erdbeben hatte. Das Militär arbeitet fieber- haft an der Bergung der Verunglückten und Leichen. Mehrere Soldaten und Offiziere find bei ihrem Rettungswerk durch einstürzenoe Trümmer- reste ums Leben gekommen. Pionier- und Inge- nieurabteilungen versuchen, die Landstraßen und die Nachrichtenverbindungen notdürftig wiederher­zustellen.

Neben Concepcion wurden besonders die Städte Chillan u»id San Carlos schwer betroffen. Chillan hatte 48 000 Einwohner. Davon kamen nach den ersten Feststellungen 10 000 ums Leben. Biele Tausende wurden verletzt. Die Stadt ist buch­stäblich vernichtet. Die Ueberlebenden irren halb wahnsinnig durch die Ruinen der Stadt und suchen nach Angehörigen. Die Trümmer, aus denen bisher nur ein geringer Teil der Leichen geborgen werden konnte, bieten ein grausige^ Bild. Da Lebensmittel fehlen und Wassermangel herrscht, befürchtet man den Ausbruch von Seuchen. Die Zahl des Todes­opfer ist deshalb so außerordentlich hoch, weil die Einwohner in der Nacht im Schlaf vorn Be­ben überrascht wurden. Mit Bewunderung spricht man von der Heldentat eines fünfzehn­jährigen jungen Mannes, der im Elektrizitätswerk von Chillan Wache hielt. Bei den ersten Anzeichen des Erdbebens war er zunächst auf die Straße ge­stürzt, dann aber in den Schalterraum zurückgekehrt, um den Strom abzustellen und so Kurzschlüsse und Feuer zu verhindern. Dem jungen Mann gelang seine Absicht, doch wurde er bei einem weiteren Erdstoß von einstürzenden Mauern erschlagen.

In Concepcion sind zahlreiche große Gebäude, die erst in den letzten Jahren errichtet worden waren, eingestürzt. Auch das große Hospital stürzte ein. Dabei tarnen zahlreiche Insassen ums Leben. Ver­schiedentlich kam es auch zu Bränden. Der Material­schaden wird sich erst später abschätzen lassen. Die Gesamtzahl der Todesopfer ist ebenfalls noch nicht zuverlässig feststellbar. Es wird von 2 0 0 0 0 bis 30000Toten gesprochen. Sämtliche ausländischen Diplomaten haben der chilenischen Regierung das I Beileid ihres Landes ausgesprochen und Hilfe an­geboten.

Bresse überfüllt. In den Wandelgängen bewegten ich Hunderte von Abgeordneten und Journalisten. In den Gesprächen kannte man nur ein Thema, den Fall Barcelonas. Obgleich diese Nach­richt nicht unerwartet gekommen war, war sie doch eine große Sensation. Man konnte die Ansicht hö­ren, durch den Fall der katalanischen Hauptstadt werde die Stellung Bonnets gegenüber der Ovposi- tion wesentlich erleichtert. Die Frage einer offenen Einmischung Frankreichs in Katalonien existiert da­durch selbst für zahlreiche marxistische, insbesondere sozialdemokratische Abgeordnete nicht mehr. Zu Be»

wird. Zu dieser Abstimmung hatte die Regierung die Vertrauensfrage gestellt. Dann nahm das Haus mit 374 gegen 228 Stimmen auch den Ge­samtwortlaut des radikalsozialen Entschließungsent­wurfs an. Die neun Tage währende außenpolitische Aussprache hat damit ihren Abschluß gefunden.

Daladiers letzter Appell.

Daladier hatte vor der Adsttmmung in seiner Schlußansprache erklärt:Ich will nicht mit hefti­gen Worten auf die Forderungen antworten, die in einem benachbarten Lande ausgesprochen worden sind. Frankreich ist ein ruhiges, starkes Land, das durch solche Drohunaen nicht beleidigt wird. Ich habe es nicht nötig. Die Sympathie für das italie­nische Volk eigens zu betonen." Kammerpräsident H e r r i o t unterbrach den Ministerpräsidenten, um zu sagen, daß die Kammer sich diesen Worten ein­mütig anschließe. Zu den Kommunisten gewandt fuhr Daladier dann fort:Ich war als Soldat Zeuge des Mutes dieser Soldaten. Ich bedauere die Angriffe aewisser französifcher Zeitungen." Sodann erklärte der Ministerprä­sident:Frankreich kann nicht dulden und wird nicht dulden, unter welchen Umständen dies auch sei, daß seine territoriale Souveränität,

sinn der Sitzung ging das Gerücht um, die Sozia» ! istische Partei habe darauf verzichtet, eine zusätzliche Tagesordnung mit der Forderung nach Deffnung der französischen Grenze nach Sowjetspanien einzu­bringen. Morgen wird im Elysöe ein Ministerrat tattfinhen, der ausschließlich der spanischen und der >amit zusammenhängenden Mittelmeerfrage gewid­met sein wird. Die französische Regierung hofft, bis zum Sonntag einen eingehenden Bericht des am Donnerstag nach Figueras zurückkehrenden franzö- ischen Botschafters Jules Henry über die weite- teren Absichten der sowjetspanischen Behörden nach dem Fall Barcelonas zu erhalten. Auch die Frage der Entsendung eines französischen Botschafters nach Burgos, die nun immer brennender wird, wird sicherlich erneut erörtert werden.

Außenminister Sonnet

leitete seine Rede in der Kammer mit der Fest­stellung ein, daß in keinem Augenblick feit dem Ende des Weltkrieges die internationale Lage ernster gewesen sei als im vergangenen Jahre. Der spa­nische Krieg, der fernöstliche Konflikt, die tschecho- slowakische und die Mittelmeerfrage, Zusammenstöße in Mitteleuropa, all dies gehe auf Den Zusam- rnenbruchdes Sicherheitssystems zurück, in das die Nationen seit 1919 ihren Glauben und ihre Hoffnung gesetzt hätten.Wir hatten unsere Po­litik auf die kollektive Sicherheit gegründet. Wir hatten versucht, die internationale Gerechtigkeit der Völker zu organisieren. Eines Tages sahen wir uns einem geschwächten Völkerbund und einem desorga­nisierten Europa gegenüber.

Bonnet ging dann auf die Entwicklung ein, die zu dem Abkommen von München ge­führt hatte. Die Kritiker vergäßen all die Ereig­nisse, die München nötig gemacht hätten, nämlich die Rheinlandräumung, den 7. März 1936, die Wie­deraufrüstung Deutschlands und den Anschluß Oester- reich». Alle diese Ereignisse habe Frankreich hinge- ' nommen, ohne sich ihnen zu widersetzen. Die Kam­mer habe diese Polittk mit 550 Stimmen gebilligt, i Inzwischen habe sich nichts ereignet, was zu einer Aenderung dieser Haltung berechtige. Die franko- fische und die englische Demokratie hätten den glei- , chen Friedenswunsch. Sie verlangten von niemand , etwas, wünschten jedoch, ihren Besitzstand aufrecht- zuerhalten. Niemals sei die Entente zwischen Groß­britannien und Frankreich herzlicher gewesen als heute. Im Falle von Verwicklungen würden alle Kräfte Großbritanniens zur Verfügung Frankreichs und alle Kräfte Frankreichs zur Verfügung Groh- britanniens stehen. Es sei daher natürlich, daß > Frankreich wünsche, die britische Nation möge ihre militärische Macht auf einen Höchststand bringen, > ebenso wie Großbritannien wünsche, daß dies Frank- ) reich tue.

: Bonnet ging dann auf das Zustandekommen der - deutsch-französischen Erklärung vom . 6. Dezember ein und stellte die Frage, ob ein (einer

Verantwortung bewußter Mensch sich habe weigern können, dieses Abkommen zu unterzeichnen. Habe Frankreich dadurch irgendeines seiner Interessen preisgegeben? Haben nicht alle Männer, die nach­einander in Frankreich an der Macht waren, in ihren Reden erklärt, daß sie die erste Gelegenheit zu einer Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland ergreifen würden? Und zu der Stunde, da diese Annäherung möglich erschien, hätten wir sie dann nicht annehmen sollen? Wir sind der An­sicht, daß die gemeinsame Erklärung eine erste Etappe darstelle und daß sie die Aussichten einer künftigen vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen den beiden Län­dern eröffnen muß. Unsere geographische Lage bringt es mit sich, daß mir Deutschland als Nachbarn haben. Selbst wenn Frankreich mor­gen einen neuen Krieg mit Deutschland haben sollte, wäre es nach dem Kriege verpflichtet, wieder mit Deutschland Beziehungen aufzunehmen. Wären dann diese Beziehungen leichter nach einem neuen Krieg, der wiederum Millionen von Opfern fordern, neue Ruinen aufhäufen und den Haß für neue Ge­nerationen beleben würde? Ich bezweifle das. Wenn man die deutsch-französische Erklärung einer Ab­stimmung durch das französische Volk unterziehen würde, so würde diese Abstimmung zu einer Billi­gung des Abkommens mit einer überwältigenden Mehrheit führen.

Zu dem Verhältnis zu Italien übergehend, sagte Bonnet, Frankreich habe keine Gelegenheit versäumt, seine Beziehungen zu Jtal-ien zu ver- bessern. Als England im vergangenen Jahre seine Verhandlungen mit der italienischen Regierung über ein Mittelmeerstatut aufnahm, habe die französische Regierung den Wunsch aus. gedrückt, an diesen Verhandlungen teilzuneh- men. Die italienische Regierung habe jedoch die Einschaltung Frankreichs erst nach dem Abschluß des italienisch-englischen Abkommens gewünscht. Bonnet ging Dann auf die Kündigung des italie­nisch-französischen Abkommens von 1935 und die von Italien dabei geltend gemachten Gründe ein. Seit 1935 habe sich die politische Atmosphäre durch die Sanktionen und die Errichtung des italienischen Imperiums geändert. Deshalb habe die italienische Regerung den Wunsch ausgedrückt, daß die G e ° samtheit der zwischen den beiden Regierungen schwebenden Fragen erneut geprüft werde. Frankreich habe Darauf geantwortet, daß es Die Gesichtspunkte der italienischen Regierung nicht teilen könne, schon deshalb, weil das Abkommen von 1935 zum Teil durchgeführt worden fei. Der französische Standpunkt werde auch von Eng- land geteilt. Chamberlain und Lord Halifax hätten auch in Rom mit größter Loyalität diesen Standpunkt vertreten. Das italienisch - französische Problem sei von da cm in Rom nicht mehr er­wähnt worden. Frankreich werde nicht dulden, daß man an sein Imperium rühre und werde dort feine Souveränität intakt halten, wie es auch das Terri- torium des Imperiums aufrechterhallen werde. Die jüngste Reise Daladiers habe gezeigt, daß das fran­zösische Volk diesen Standpunkt teile.

Bonnet erwähnte Die Wirtschaftsverhandlungen mit Rumänien, Jugoslawien unD Bulgarien. Darin liege Der Beweis für Den Willen Der französischen Regierung, sich nicht an Diesen LänDern zu Des- interessieren. Der Außenminister betonte, daß mit Sowjetrußland Die Fühlungnahme weiter aufrecht > erhalten worden fei unD das gleiche auch für Polen 1 gelte. Polen habe immer wieder Die Versicherung 1 gegeben. Daß Die französische Freundschaft eine der s wesentlichen Grundlagen seiner Polittk sei.

Zu Der spanischen Frage erklärte Bonnet, ZU Beginn Des spanischen Konflikts habe Frankreich in Uebereinftimmung mit England feinen Willen ' bekundet, in Spanien eine Polittk 6er Nichtein - i m i f d) u n g zu verfolv-n. Diese Polittk sei von den früheren Dolksfrontr egierungen

Ribbentrops Besuch inWarschau

Warschau, 26. Jan. (DNB.) Reichsaußenmini- fter von Ribbentrop legte am Grabmal des Unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Der Feier, zu Der eine Ehrenkompanie angetreten war, wohh- ten der polnische Kriegsminister unD Vertreter des Außenministeriums bei. Vorher hatte Der Reichs- oußenminister dem Ministerpräsidenten S k 1 a D - -kowski und Marschall Rydz-Smigly einen Besuch abgestattet. Nach Der KranznieDerlegung be­gab er sich auf Das Schloß, wo er vom Staatsprä­sidenten Moscicki empfangen wurde. Der Staats­präsident gab ein Frühstück, an dem Die gesamte Re­gierung teilnahm.

Reichsaußenminister von Ribbenttop begab sich dann auf Den Heldenfriedhof Powonski, auf Dem Tausende von deutschen im Weltkrieg ge­fallene Soldaten ihre letzte Ruhestätte gesunden haben. An dem schlichten Grabstein legte der Mini­ster einen Lorbeerkranz mit Dem Hoheitszeichen Des Reiches nieder. Dann begab sich der Reichsaußen- minifter ins Palais Blanc, wo er den polnischen Ministerpräsidenten General Skladkowski sowie Die Botschafter Italiens und Japans und Den Gesandten Ungarns empfing. Später stattete er Dem polnischen Außenminister Oberst Beck einen Besuch ab. Abends weilten der Reichsaußenminister und Frau von Ribbenttop inderdeutschenBotschaft. Von polnischer Seite waren u. a. erschienen der Außen­minister Oberst Beck, Dizeministerpräsident Kwiat­kowski, mehrere andere Minister, Der Chef des Generalstabes General Stachiewicz, Der Stadtpräsi­den von Warschau, außerdem der italienische und der japanische Botschafter und der ungarische Ge­sandte mit ihren Damen. Anschließend hatte Bot-

Santiago d e Chile, 27. 3an. (D71B. Funk- fpruch.) Soweit sich bisher übersehen laßt, betragt Die Gesamtzahl Der Toten Der Erd­bebenkatastrophe etwa 20 000 und die

Krisen und HinDernisse zu überwinden und zum entscheidenden Schlag auszuholen. Auch ein durch Lieferungen aus Frankreich gegebenenfalls noch möglicher letzter Widerstand längs der Pyrenäen- grenze werde nur von kurzer Dauer sein. Im Gebiet von Madrid bis Valencia könne die Auf­rechterhaltung des Widerstandes auch nur eine Frage der Zeit, sein. Frankreich habe m Spanien eine harte Lektion erhalten. Es müsse sie anerkennen und die Folgerungen daraus ziehen.

Auch in den Pyrenäen und bei Monresa gute Fortschritte. Saragoffa, 27. Jan. (DNB. FunkspruM Der nationale Heeresbericht meldet, daß Der Vor­marsch im Pyrenäen-Abschnitt weiter- qeht, wo die Heeresgruppen Urgel und Arragon Reste der bolschewistischen Milizen vernichteten. Im Mittelabschnitt eroberte Das Maestrazgo-Korps Den Ort San Vicente de Castellet südlich Manresa und hat damit die feindlichen Abteilungen innerhalb des etwa 300 Quadratkilometer umfassenden Raumes zwischen Manresa, Jgualada und Tarrasa einge» schlossen, so daß ihnen die Flucht nach der Grenze abgeschnitten ist. Auch an der Estremadura-Front, wo die Roten in letz­ter Zeit zu einer Entlastungsoffensioe angesetzt hat­ten, waren die Truppen Francos erfolgreich. Im Abschnitt M o n t e r u b i o konnten sie im Gegenan­griff ihre Stellungen vorverlegen und dem Feind erhebliche Verluste zufügen.

Francos Dank an die italienischen Legionöre.

R o m , 26. Jan. (DNB.) Kurz vor dem Einzug der nationalspanischen Truppen in Barcelona hat Ge­neral Franco an Den DberfttommanDierenDen Der italienischen Legionäre, General (Bambara, ein Telegramm folgenDen Inhalts zur Weiterlei- tung an den Duce gerichtet:Ich bin für das hervorragende Verhalten der italienischen Legionärs» truppen dankbar, die in Barcelona mit ihren spani­schen Kameraden Den Siegeslorbeer erhalten werden. Gez.: Franco."

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